Red Dead Redemption

Jahr der Veröffentlichung: 2010
Genre: Open-World-Third-Person-Shooter
Stunden bisher gespielt: ca. 30

Setting: Es ist 1911. Du bist Ex-Bandenmitglied John Marston und wirst von Regierungsbeamten erpresst: Um dein ruhiges Leben mit der Familie weitergenießen zu können, sollst Du für sie deinen alten Weggefährten Bill Williamson zur Strecke bringen. Dein erster Versuch scheitert, Du wirst auf der Ranch von Bonnie McFarlane gesundgepflegt und suchst nun nach Verbündeten, um dich dem Kampf mit Williamson und seiner Bande zu stellen.

Wie ich schon beim Nachfolger Red Dead Redemption 2 geschrieben habe: Ich als PC-Spieler bin lange Zeit nicht in den Genuss gekommen, das Spiel zu spielen. Es galt als eines der besten Spiele aller Zeiten, war erfolgreich und wurde einfach nie auf der Plattform veröffentlicht, was zu der Zeit eigentlich ziemlich anachronistisch war. Und selbst für Rockstar Games ungewöhnlich, auch wenn sie immer zuerst für Konsolen produziert haben und die damals letzte Portierung von GTA IV unfassbar schlecht war. Mich hat das immer ein bisschen geärgert, aber der Ruf von Red Dead Redemption war dann doch der Grund, weswegen ich den Nachfolger bei dessen überraschender PC-Veröffentlichung nach einem Jahr spontan schon beim Release gekauft habe.

Warum das Spiel dann 6 Jahre nach dem Nachfolger doch noch für den PC veröffentlicht wurde, lässt sich wohl nur mit Drogen bei Rockstar erklären. Vermutlich hatte es damit zu tun, dass RDR2 nicht nur eines der besten, sondern auch eines der meistverkauften Spiele weltweit wurde und sich da für den Vorgänger neue Märkte erschlossen haben.

Ich hab’s mir 2024 zum Geburtstag geschenkt. Für ziemlich happige 50 €, was dem Spiel vielleicht vom Umfang und von der Qualität her angemessen ist, aber trotz technischer Verbesserungen für ein anderthalb Jahrzehnte altes Spiel eine freche Preispolitik ist. Und schlau wie ich bin, hab ich es dann nochmal anderthalb Jahre liegen lassen.

Aus Gründen. Denn um ehrlich zu sein: Nach anderthalb Jahrzehnten – und insbesondere wenn man den Nachfolger mal gespielt hat – ist es einfach nicht mehr eines der besten Spiele der Welt. Sage ich jetzt. Das ist Jammern auf hohem Niveau, natürlich gibt es unfassbar viele schlechtere Spiele als Red Dead Redemption, aber es ist wie alle Spiele ein Kind seiner Zeit und es fühlt sich heute einfach nicht mehr so gut an, wie es das damals vermutlich getan hat. Die Steuerung ist ein wenig steif und man kann sich zwar an allen Ecken ausmalen, wie großartig damals die Grafik und die typische Detailverliebtheit von Rockstar angefühlt haben muss, aber wenn man vom Nachfolger umsteigt, dann wirkt das schon alles sehr clunky und eindimensional. Für mich ist das jetzt eines der Spiele, das ich einmal durchspiele, um es einmal durchgespielt zu haben und dafür ist es auch sehr unterhaltsam und vom Umfang her ja auch viel zugänglicher als RDR2, aber tatsächlich reißt es mich heute nicht mehr vom Hocker. Und daran ist Rockstar auch selber schuld. Zehn Jahre früher hätte meine Meinung dazu sicher anders ausgesehen.

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