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Summertime

Sommerferien.

Letztes Jahr, vorletztes Jahr … das Wort Sommerferien war immer eines mit Donnerhall und schlechten Vorzeichen. In erster Linie natürlich wegen der eingeschränkten Betreuung der Kinder, diesbezüglich aber vor allem, weil sich das Zuhausebleiben eines oder beider Kinder schnell, binnen Tagen, zu einem Drama ausgewachsen hat. Das Spätzle kann so wie er ist einfach nicht damit umgehen, dass er den Tag über nicht viel zu tun hat und noch weniger kann er damit anfangen, wenn er was zu tun hat. Das wird sich nicht so schnell ändern, aber die Wellen, die das schlägt, werden niedriger.

Was aber auch nur deswegen klappt, weil er jetzt in Woche drei der Ferien am dritten Ort untergebracht ist. Einmal Sportcamp, einmal Parkourcamp und jetzt Ferienbetreuung in der Schule. Das Sportcamp kannte er, das hat ihn dieses Mal auch schon gelangweilt, das mit dem Parcour hat aus verschiedenen Gründen nicht so recht geklappt und am Ende war er nur zweieinhalb von Fünf Tagen da. Und die Ferienbetreuung an der Schule … es ist für uns der geringste Aufwand, aber schön ist das auch nicht. Die werfen da ein paar Jugendliche mit hoffentlich okayem Führungszeugnis in zwei offene Räume der Schule, mit etwas Glück findet jemand im Schrank ein Brettspiel und das ist dann der Tag. Vier bis acht Stunden, je nachdem was man gebucht hat. Bisschen übertrieben, natürlich, aber es ist wirklich traurig, dass da oft quasi nichts passiert und die Kids gelangweilt rumsitzen und ein bisschen malen. Kostet dafür halt nur 50 Euro die Woche, nicht 250 wie die Konkurrenz, die halt auch nicht immer Erfolg mit dem Spätzle hat. Und, man muss es zu den positiven Seiten packen: Oft treffen sich da dann doch KlassenkameradInnen, Spätzle kennt das Gelände und es ist halt alles etwas mehr Routine.

Was der Wechsel zwischen den Betreuungen natürlich auch noch mit sich bringt, ist völliger Irrsinn bei der Arbeitsplanung. Hier 8:00 bis 13:00 Uhr in Bingen, dort 8:30 Uhr bis 15:00 Uhr in Ingelheim und dann wieder 9:00 bis 16:00 Uhr in Wiesbaden. Hat uns beiden schon ein paar Minusstunden eingebracht, und wir haben die drei Wochen Kitaferien fürs Knöpfle ja noch nicht einmal erreicht. Wobei wir da dann richtig Urlaub haben und auch mal wegfahren, muss ja auch.

Inzwischen haben die Kinder angefangen, die schon lange auf dem Plan stehende Wand im Flur zu streichen, jetzt sieht es hier also endlich auch nach der Baustelle aus, nach der wir uns alle fühlen. 😉

Aber wie ich oben angedeutet habe: Es wird schon besser. Nur graduell und manchmal verlagern sich die Probleme auch nur, aber momentan sind wir nicht einfach schon nach der ersten Woche völlig fert … also natürlich sind wir völlig fertig, aber vermutlich wären wir das bei der Hitze und dem Leben allgemein auch einfach ohne Sommerferien.

Was bleibt noch so insgesamt zum Sommer zu sagen: Ach ja, manchmal fetzt Präsenzarbeit dann doch:

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Nach der Hitze ist vor der Hitze

Ich will es nicht überdramatisieren. Wir haben die Hitzewelle hier ganz gut weggesteckt. Natürlich haben wir nicht viel gemacht, aber das ist auch in Ordnung. Ich reihe mich da gerne in die Reihe der Mahner ein und sage: So eine Hitze ist eine Naturkatastrophe und wir sollten sie nicht nur mit Bildern von Freibädern veranschaulichen. Ja, wir waren am Samstag wie geplant im Freibad und natürlich war das auch schön, es war Freizeit mit planschen. Aber es war tatsächlich weniger als netter Ausflug geplant, sondern im Wesentlichen als Bewältigungsstrategie. Für uns hat das funktioniert, wir haben sogar die Kinder weitgehend gut gelaunt durch die zwei Wochen bringen können, aber es war Arbeit.

Am späten Nachmittag des Samstags war ich noch ein paar Dinge bei Kaufland besorgen. Im Wissen, dass ich da 25 Minuten im klimatisierten Auto hin- und zurückfahren kann und es innen auch eine angenehme Temperatur hat. Das hat im Wesentlichen auch geklappt, obwohl deren Klimaanlage weit über der Belastungsgrenze war und ich nicht weiß, ob man da noch sinnvoll Schokolade hätte kaufen können. Beeindruckend war es aber aus Katastrophentourismus-Sicht. Ich bin dazu nach Bad Kreuznach gefahren und das haben wir am Tag danach in der ein oder anderen Top-Liste der heißesten Städte gefunden. Auf dem Weg ist das Außenthermometer am Auto – dem nicht immer komplett zu trauen ist – einen beachtlichen Anstieg von den 16°C unserer Garage auf deutlich über 40 hingelegt.

Bis 44°C sollte es noch reichen.

Als ich auf dem Parkplatz ausgestiegen bin, habe ich wirklich ein Hitzeempfinden erlebt, das ich außerhalb einer Sauna oder eines in der Sonne geparkten Autos innen nicht kannte. Der Wind war so dermaßen heiß, dass mir nur Haartrockner als Vergleich eingefallen sind. Es war unfassbar beeindruckend. Aber ich bin auch durchs Industriegebiet gefahren und hab darauf geachtet, ob irgendwo jemand mitgenommen werden muss, das war für unsere Verhältnisse hier sowas von drüber, ich verstehe nicht, wie sehr das weiter verharmlost wird.

Am Anfang fand ich die Abkühlung um runde 10 Grad gar nicht mal mehr so hilfreich. Ich war am Montag trotzdem fertig, aber inzwischen geht es. Dass für übernächstes Wochenende schon wieder 36°C angesagt sind, erfüllt mich aber ehrlich gesagt nicht mit übertriebener Freude.

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Zwei nackte Männer

Die Hitzewelle ist dabei, ihren Höhepunkt zu erreichen an diesem Wochenende. Vorerst. Meinetwegen auch ganz für dieses Jahr. Wir sind hier in Rheinland-Pfalz schon stark betroffen, die momentane Vorhersage für Samstag spricht von 39°C, je nach Ort sollen 40 aber nicht ausgeschlossen sein. Und wir haben ja seit fast zwei Wochen 33°C+x am Nachmittag.

Übrigens ist am Vortag um 23 Uhr bei 31°C ein scheiß Termin für einen verreckten Ventilator, aber das nur nebenbei.

Ich fühle mich ohnehin ziemlich mitgenommen bei dem Wetter, von Sommerstimmung kann da keine Rede sein. Eigentlich sind wir damit beschäftigt, uns und die Kinder vor Schaden zu bewahren. Ich bin gesundheitlich angeschlagen, das Spätzle verpeilt auch bei 35°C das Trinken und die Wohnung unter 25 zu kriegen ist seit Tagen nicht mehr möglich. Oft duschen und morgen gleich zur Eröffnung ins Freibad, arg viel bessere Ideen haben wir für die nächsten zwei Tage auch nicht.

Unser Nachbar gönnt sich seit gestern den ultimativen Lifehack, er schläft jetzt ein paar Tage in seinem Auto. Das ist an und für sich nicht so luxuriös, aber bei 33°C unterm Dach und nur 14 in der Garage … ich wünschte, wir hätten ein größeres und nicht mit Kindersachen vollgestopftes Gefährt. 🙂

Naja, hab mich vorher jedenfalls gleich mal 15 Jahre älter gefühlt, wie wir uns um 19 Uhr bei unfassbaren Außentemperaturen beide nur mit kurzer Hose und Handtüchern am Körper auf der Terrasse getroffen und gequatscht haben, während das Knöpfle planschenderweise den Garten unsicher gemacht hat. Glaubt mir, ich sehe, was für harte Privilegien wir neben unseren ganz eigenen Einschränkungen da haben, aber ich freue mich gerade wirklich sehr sehr sehr darauf, dass der Scheiß am Montag hoffentlich wieder in normalere Bahnen gerät. Vorerst. Klimawandel und so.

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25 Jahre

So. Das Klassentreffen ist vorbei.

Und was man schon mal sagen kann: Es hat die Latte für alle folgenden Treffen unglaublich hoch gelegt.

Ich hab vorweg ein sehr seltsames Gefühl bezüglich des Treffens gehabt und im Nachhinein weiß ich, dass ich damit auch nicht alleine war. Ich hatte zu niemandem aus dieser meiner ersten Gymnasialklasse/-stufe noch durchgehend Kontakt. Klar hatte ich ein paar Leute bei Facebook als Freunde und im Laufe der 25 Jahre habe ich sehr weit verteilt eine Handvoll der ehemals besten Freunde bei kurzen Treffen in Berlin wiedergesehen. Aber den Großteil der Anwesenden habe ich tatsächlich über zwei Jahrzehnte hinweg nicht gesehen, seltenst etwas online mitbekommen oder sie in manchen Fällen fast vollständig vergessen.

Dazu kommt, dass die Schulzeit für mich im sozialen Sinne durchaus eine gewisse Ambivalenz hatte. Ich hatte im Wesentlichen eine ausgesprochen schöne Schulzeit und das Gefühl, irgendwie schon mit den meisten gut ausgekommen zu sein, aber es gab schon auch immer wieder Phasen, wo ich mich mehr als Außenseiter gefühlt habe. Das hat viel mit den ganzen Komplexen bezüglich meines Übergewichtes zu tun, was halt in der Jugend und Pubertät nochmal ganz anders knallt. Trotzdem hatte ich da eine gute Zeit und einige gute Freunde.

Und nicht zuletzt leben wir in wirklich beschissenen Zeiten und wenn ich auf eines gar keinen Bock hatte, dann darauf, dass irgendwelche Leute, die ich in guter Erinnerung hatte, sich jetzt als AFD-wählende Vollpfosten rausstellen. Wie durch ein Wunder hat sich diese Befürchtung überhaupt nicht erfüllt.

Angesetzt waren eine Führung durchs Schulhaus mit dem aktuellen Schulleiter und danach ein Essen, das ausgerechnet von Andi organisiert worden war, der einen Tag vorher seine Teilnahme absagen musste, weil er geschäftlich nach China musste.

Die Führung war die erste positive Überraschung. Der Schulleiter hat sich als ein unfassbar gut gelaunter und engagiert wirkender Typ in unserem Alter rausgestellt, der uns mit Elan sowohl von Freuden als auch Nöten des aktuellen Betriebs erzählt hat, während uns nahezu alle Fachbereiche nochmal gezeigt worden sind. Wo sich dann auch gezeigt hat, was für eine seltsame Zeit 25 Jahre sind. Denn natürlich war mir das Gebäude so unfassbar vertraut und hat sich geradezu nach Zuhause angefühlt, während gleichzeitig so offensichtlich mehrere Schülergenerationen ins Land gezogen waren und das meiste was wir kannten, komplett über den Haufen geworfen wurde und jetzt nicht nur renoviert sondern komplett umgestaltet war. Der Höhepunkt war, dass wir einen meiner Ex-Mathelehrer getroffen habe, der – wie sich am Ende herausgestellt hat – uns ein bisschen mit dem zufällig kurz zuvor anwesenden Jahrgang von 1986 verwechselt hatte, von dem er eingeladen worden war und dann einfach die ganze Runde mit uns mitgelaufen ist. Aber meine Güte, hat der sich Mühe gegeben, alte Exponate erklärt und sich sogar nochmal ein Geodreieck gekrallt und die Tafel mit einer Signatur versehen, die ich mit unfassbar schlechten Matheklausuren verbinde.

„Damit die am Mondag no was zum putze hen!“

Danach dann in die Innenstadt. Ich will ehrlich sein, ich weiß nicht, wieso wir ausgerechnet einen Italiener mitten in der Innenstadt gewählt haben. Die Parkgebühren fürs Auto haben mich fast so viel gekostet wie das Essen und aus alter Gewohnheit hätte ich gesagt, dass wir auch da eine Nummer kleiner hätten absteigen können, aber das ist meiner persönlichen Geschichte geschuldet. Natürlich waren wir ja genau durch das was uns zusammengebracht hat – unser Bildungsabschluss – ein ziemlich priviligierter Haufen und natürlich hatte keiner von uns ein Problem damit, sich den Abend zu leisten.

Dennoch hat sich da schon gezeigt, dass es wirklich nicht die schlechteste Auswahl war, die sich da zusammengefunden hat, weil sich ausnahmslos alle lustig gemacht haben über den unfassbar protzigen Fuhrpark, der dort in der Gegend überall illegal abgestellt war und später am Abend – es war ja auch noch ein Deutschland-Spiel um 22 Uhr angesetzt – in endlosen Korsos durch die City getrieben wurde. Es folgten ein paar Bierchen und Wein am Palast der Republik, später dann auf dem Rathausplatz, wo wir sogar noch mit unserem Organisator in China gequatscht haben, sich der Rest der Gruppe dann langsam ausdünnte, bis ich mit den letzten drei Verbliebenen erst um 4.30 Uhr die Zelte abgebrochen habe. Um 5 Uhr war ich in meinem Hotel und mit Ausschlafen oder gemütlichem Frühstücken am Morgen war dann nichts mehr. Natürlich eine verpasste Chance, aber ich möchte die letzten Stunden in der gemütlichen Runde auch nicht missen. Insbesondere weil sich natürlich nach dem langen Abend mit dem ein oder anderen Gläschen erst die richtig lustigen – und bisweilen auch melancholischen oder politischen – Gespräche ergeben haben, die mich am Ende so viel besser auf eigentlich alle Anwesenden blicken lassen als ich es davor gedacht hätte.

Es wäre mit meinen Erwartungen völlig ok gewesen, wenn sich die Runde nach ein paar „Mein Haus, mein Auto, mein Pferd“-Geschichten mit vier Auserwählten um 23 Uhr höflich aufgelöst hätte, stattdessen sind wir danach noch 5 Stunden um die Häuser gezogen und es wurden mit allen mal mehr, mal weniger interessante Lebensgeschichten ausgetauscht und liebevoll kritisch in Erinnerungen geschwelgt. Ich kann mit Fug und Recht behaupten, dass ich selbst vor 25 Jahren die ein oder andere schlechtere Party hatte als das jetzt.

*tränchenwegwisch*

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35°

Auch wenn wir gerade erst am Anfang stehen: Es sieht bisher ja so aus, als würden wir gerade in eine Hitzewelle reinschlittern, die vermutlich das meiste übertreffen wird, was ich bisher erlebt habe. Es sind noch für die nächsten 10 Tage irgendwas zwischen 33 und 38°C angesagt und wir kommen da an den komischen Punkt, wo sich im Falle akuter Verzweiflung tatsächlich Präsenzarbeit anbieten würde, einfach weil Klimaanlage. Ich hab heute meinen letzten Pflichtpräsenztag dieses Quartal hinter mich gebracht und ja, das hat schon was. Andererseits hab ich die letzten Stunden dann im Homeoffice verbracht, weil ich einen wirklich langen Dienst hatte und es sich von den Planungen mit den ganzen Kita- und Schulfesten angeboten hat … was ich eigentlich sagen will: Duschen und halb nass vor dem Ventilator sitzen ist halt auch extrem geil und das wiederum ist im Büro schwer umzusetzen. Wobei ein Kollege gleich gemeint hat, dass wir im Prinzip ja schon eine Dusche hätten … 🙂

Aber auch wenn ich schon Lebensphasen hatte in denen ich mehr geschwitzt habe: Worin ich eigentlich nicht so gut bin ist bei diesen Temperaturen auch noch einen guten Eindruck zu hinterlassen. Und was hatte ich heute auch? Das Jahresgespräch mit der Bereichsleitung. Aber was soll ich sagen: Ich bin mit ihnen zufrieden, sie mit mir und glücklicherweise sind kurze Hosen bei uns in der Firma auch kein Thema. Angeblich war es eines der schnellsten dieser Gespräche, in dem Fall aus den richtigen Gründen, also ist das abgehakt.

Jetzt kommt morgen aber die absolute Krönung: Klassentreffen, das 25-jährige. Mit meiner ersten Klasse. Streng genommen teile ich also nicht den Abschluss mit dem Rest, aber einen guten und wichtigen Teil der Schulzeit. Und ich freue mich ehrlich gesagt sehr, ein paar der Leute auch wirklich seit damals das erste Mal zu sehen, aber meinetwegen hätte es dafür auch nicht die angekündigten 35°C gebraucht. Aber noch ist die Hitzeverzweiflung nicht groß genug: ich bin zuversichtlich. Aber was soll ich schreiben? Spannend wird ja erst, wie’s gewesen ist.

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Schutzgeld

Im Grunde sind Versicherungen und Schutzgelderpresser ja wesensähnlich. Man mag über die Freiwilligkeit der Zahlungen diskutieren, aber wenn wir dann bei der Kfz-Haftpflicht sind, kommen Freunde der legalen Versicherungen auch in Erklärungsnot.

Ja, ich schreibe das jetzt gerade ein wenig genervt, weil unsere Versicherung uns wegen der aufgerissenen Tür ein Einschreiben geschickt hat, weil unsere Schadensanzeige „nicht eingegangen“ ist. Ausgerechnet. Da schickt man dreimal im Jahr noch was auf Papier und ausgerechnet das kommt nicht an. Aber gut, eben nochmal ausgefüllt, geht dieses Mal per Mail raus, dann können wir es bei Bedarf kopieren, falls die Mail zufällig die gleichen Probleme hat.

Und soll ich was sagen: Das ist alles völlig sinnlos und einfach nur Ausdruck dieses institutionalisierten Misstrauens, das gefühlt alle Geschäftsbeziehungen heute dominiert. Wir hoffen ja selbst, den Schadensfall ohne sie zu regeln. Wie im ursprünglichen Beitrag geschrieben: Gerne ein Treffen um Mitternacht hinterm Aldi, grüner Schein von einer Hand in die andere … immer noch seriöser als über die Versicherung. Aber man hat die Versicherung ja, falls was schiefgeht. Wenn die gute Frau jetzt sagt, die aufgerissene Tür hätte ihr den Rahmen verzogen und zuhause die Katze entzündet und das würde 230.000 € kosten, dann gebe ich das ja auch gerne ab, keine Frage.
Aber da ich der Geschädigten weder Stress machen will noch kann, muss ich abwarten, bis sie mir Infos gibt, wie teuer das sein soll, et, pp. Und das hat sie bisher nicht. Entsprechend kann ich meiner Versicherung kaum mehr mitteilen, als dass da eventuell noch was mit einer Tür kommen könnte, wofür ich jetzt ungefähr 100 Daten in ein Formular eintragen muss, inklusive der Adressen der beim Vorfall getöteten Personen. Im Übrigen nur 4 Adressfelder für Tote und Verletzte, ich fühle mich fast ein bisschen herausgefordert durch sowas.

Ich muss an der Stelle mal sagen, dass ich in Teilen meinen persönlichen Frieden mit der Bürokratie gemacht habe. Nicht allumfassend, aber ich sehe das heute differenzierter und sehe auch, dass es Situationen gibt, in denen das beide Seiten vor Missbrauch schützen kann. Und natürlich haben Versicherungen oft mit Betrug zu tun. Aber warum muss ich jetzt dringend ein umfangreiches Formular ausfüllen – das ich nicht ausfüllen KANN, weil ich selbst die Infos nicht habe?

Ich möchte deswegen fürs Protokoll festhalten:

Dass wir jetzt eine eilige Mail mit Tonnen an privaten Daten an die Versicherung schickent, einfach damit die früher dieses mangelhafte Formular hat, dessen Existenzberechtigung vielleicht binnen Tagen verfällt … kann es sein, dass ein Missbrauch dieser Daten wahrscheinlicher ist als dass dadurch ein Betrungsfall verhindert wird? Selbst wenn man mich mal statistisch als ein bisschen überdurchschnittlich kriminell einstufen würde?

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Feiertag Schmeiertag

Heute sollte eigentlich so ein schöner freier Tag werden. Die Kids ein bisschen über den Spielplatz scheuchen, ein bisschen Frühlingswetter nach der ersten Hitzeperiode … aber wie immer kommt es anders als man denkt. Dass es geregnet hat, das hätten wir vielleicht noch irgendwie ins Programm integrieren können. Seit dem Dänemark-Urlaub letztes Jahr bin ich dem Konzept „Kurze Hose plus Regenjacke“ irgendwie aufgeschlossener als zuvor. Was wir nicht auf dem Schirm hatten war Fieber beim Knöpfle. Und zwar ordentlich. Bis 40,2°C haben wir gemessen.
Tatsächlich ist die Zahl aber auch schon das Spannende, denn sonst ging es dem kleinen Unruhestifter erstaunlich gut und er lag halt einfach den ganzen Tag rum und hat seine Lieblingsserien angeschaut. Er hat geatmet, getrunken und sich gelegentlich beschwert, es schien ihm im Wesentlichen wie immer zu gehen, nur ruhiger. 😀

Ich hab ausgerechnet diesen Tag genutzt, um – während das Spätzle mit mir im Zimmer Lego Worlds gespielt hat – mal mit Dying Light 2 anzufangen und ich bin ein bisschen begeistert. Ist jetzt nicht gerade ein Spiel, das gute Laune in so einen trägen Tag bringt, aber Zombies sind auch deutlich weniger gruselig, wenn dir von hinten stets ein Achtjähriger seine Verwunderung über irgendwelche Lego-Bauten ins Ohr brüllt. Alles also ein bisschen schräg.

Heißt nur leider auch, dass morgen nicht überraschend* Knöpfle-frei ist, weil er natürlich zu Hause bleibt.

*Ja, es wäre überraschend gewesen, denn der Freitag war Anfang des Jahres als Brückentag im Kita-Kalender angegeben. Das Spätzle hat ja z.B. auch schulfrei, wir haben uns nichts dabei gedacht. Bis ich am Mittwoch – also gestern – gefragt wurde, ob das Knöpfle am Freitag denn kommen würde, weil es sicher nicht so viele Kinder wären und sie mal sehen wollten, wie viele überhaupt …
Hätte ich am Montag gar nicht so dringend noch Urlaub nehmen müssen, also jetzt dann doch, wobei das ja kindkrank sein könnte … ach egal. Hoffen wir bloß, dass das Knöpfle schnell wieder auf die Beine kommt. Die Zombies in Dying Light reichen mir nämlich.

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