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Geht wieder los

So. Sonntag Abend, die Osterferien sind vorbei. Wie in all den letzten Jahren ist es nicht so, dass wir dasitzen und uns freuen, dass wir erholt neu starten, sondern ein bisschen herrscht immer noch das Gefühl vor, diesen Teil endlich geschafft zu haben.

Nicht so heftig wie in der Vergangenheit, aber bis zum ersten echten Erholungsurlaub wird es wohl noch etwas dauern. Bei mir kommt noch dazu, dass ich langsam wieder anfangen sollte, Präsenztage fürs jetztige Quartal zu sammeln, also geht es morgen gleich erst einmal nach Mainz, bevor ich gleich wieder zwei Tage frei habe. Dienstags wie immer und am Mittwoch einmal mehr wegen eines Arzttermins im Rahmen des Diagnosemarathons beim Knöpfle. Soll ja nicht langweilig werden.

Aber – so ehrlich will ich auch sein – das Wir-haben-es-geschafft-Gefühl ist ja auch nicht wertlos. Das ist ja auch gut so.

Was auch schön ist: Fünf Tage Pause beim Zocken sorgen dafür, dass man danach erst einmal wieder so richtig Bock hat. 🙂

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>100k

OK, das war eine Clickbait-Überschrift. Ganz über 100 sind wir nicht, und es geht auch nicht wie man vielleicht meinen könnte um Geld. Es ist nicht so, dass sich das legendäre VG-Wort-Jahr 2019 wiederholt. Schade, aber um ehrlich zu sein melde ich der VG Wort all das hier auch gar nicht mehr, die Zugriffszahlen geben das nicht her und die goldene Zeit wird nicht wiederkommen.

Aber genug von dem, was die Überschrift NICHT sagt. Was sind denn 100k? 100 Klogänge. Auf jeden Fall gefühlt.

Was das Trockenwerden von Kindern angeht, klafft ja auch eine riesige Lücke zwischen den alten Generationen und der heutigen Zeit. Wenn ich jetzt schreibe, dass das Knöpfle noch nicht trocken ist, dann hab ich die Hater-Kommentare darüber, wie sie selbst als Kinder mit anderthalb in der Kinderkrippe trocken geworden sind, ja schon vor Augen. Ändert nichts daran, dass man das heute nicht mehr für einen sinnvollen Weg hält. Klar sind viele Kinder früh trocken und natürlich ist das für Eltern toll, wer will da nach ein paar Jahren Windelwechseln nicht auch hin, aber es herrscht ein relativ breiter Konsens, dass man das nicht mehr so erzwingt, sondern den Kindern neben allerlei Nudging im Wesentlichen ihr eigenes Tempo lässt – was im Gegenzug halt für wesentlich weniger Stress bei den Kindern inklusive einer unnötig langen Phase mit regelmäßigem Einnässen führt.

Und ja, was die Kinderlotterie angeht, haben wir halt nicht die Turbostöpsel gezogen, sondern eher zwei Exemplare, die das Konzept ziemlich lange nicht wirklich auf sich selbst bezogen haben. Das Spätzle mit seinen ganz eigenen Problemen hatte den Zahlenraum bis 100 definitiv schneller im Überblick als den Inhalt seiner Unterhose und bei so einem Vorbild fällt der Apfel halt nicht weit vom Pferd und das Knöpfle wackelt gerade mit dicker Windel am Hintern seinem fünften Geburtstag entgegen. Aber wie gesagt: Auch wenn einige das mit Blick auf früher ungläubig lesen: Das ist nicht mehr völlig out of range, die Kita sagt da z.B. auch gar nichts. Man bietet an, stupst mal ein bisschen, aber im Wesentlichen wartet man halt.

Jetzt haben wir mal wieder einen Tag ohne Windel probiert und meine Güte, das ist der vollste Vollzeitjob gewesen, den man sich vorstellen kann. Das Knöpfle hatte noch vor 9 Uhr acht Unterhosen verschlissen. Mit Bodenwischen und allem. Völlig ohne jedes Gefühl dafür, dass sich irgendwas ändern müsste, ist das Kind einfach permanent ausgelaufen. Unsere pure Verzweiflung am späten Vormittag hat dann dazu geführt, dass er erst einmal gar keine Hose mehr bekommen hat und seit da ist er dann mal mehr und mal weniger freiwillig aufs Klo, was natürlich ein riesiger Erfolg ist. Wirklich! Ich will das nicht kleinreden.

Aber wenn ich schreibe, dass er durchschnittlich alle 10 Minuten aufs Klo ist, dann ist das eine sehr konservative Schätzung. Im Ernst. Keine Übertreibung. Den ganzen Tag lang.

Und natürlich muss man jedes Mal zumindest grob gucken, ob der Boden sauber ist, ob die Hände nach dem Waschen noch seifig sind … wie gesagt: Vollzeitjob.

Ich hätte davor ja schon geschworen, Klos nicht mehr öfter sehen zu müssen als bisher, aber seit heute … vielleicht gehe ich einfach selber nicht mehr.

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Schlange, einfach so

Kleiner Post aus dem Urlaub, aus den Niederlanden. Wir sind einmal mehr in einem Ferienpark untergekommen. So ganz verlieren die ihre spießige Gruseligkeit zwar nicht, aber die Mischung aus Ruhe und Rückzugsmöglichkeiten einerseits sowie verschiedensten hürdenarmen Aktivitäten andererseits macht zumindest mit unseren Kindern derzeit noch super viel Sinn.

Hoch im Kurs dieses Mal steht zum Beispiel die Mountainbike-Strecke 200 Meter von der Haustür entfernt. Oder das Hüpfkissen am Parkeingang.

Darüber hinaus waren wir auch schon am Meer und heute haben wir dann einen kurzen Ausflug in ein nahes Naturschutzgebiet gemacht. Ein bisschen laufen und die Landschaft bewundern. Nur so mittelcool für Kinder, aber hey, ein Kompromiss.

Und dann haben wir die da gefunden:

Eine gar nicht so kleine Kreuzotter. Lag direkt am Wegesrand im Gras und hat sich aufgewärmt.

Ich war ein paar Meter davor schon sicher, einen Schwanz im Gebüsch verschwinden zu sehen, aber ich habe mir selbst nicht geglaubt. Denn um ehrlich zu sein: Es ist das erste Mal, dass ich eine Schlange in der Natur gesehen habe und ich bin immer noch total erfreut. Als Kind haben mich exotische und gerade auch giftige Tiere schwer fasziniert, aber gesehen habe ich sie wenn dann im Zoo.

Und jetzt lag das natürlich eingeschüchterte Tier da so offensichtlich rum, dass ich das meinen Kindern aus nächster Nähe zeigen konnte und ich fand das fantastisch. Wir haben natürlich den nötigen Abstand gehalten und es der Schlange erlaubt, sich nach wenigen Sekunden vorsichtig ins Unterholz zurückzuziehen, aber wir alle haben sie gesehen und für das Foto oben hat es auch gereicht.

Hat mich als Stadtkind und Vater sehr glücklich gemacht heute. 😀

 

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Ende gut, alles ok

Was ich gestern auch noch hingekriegt habe, war dann der unfreiwillige zweite Termin beim Gesundheitsamt. Der ja entstanden ist, weil der Arztstempel auf dem Formular gefehlt hat. Das ist nach wie vor kein Grund, den gesamten Verlauf gutzuheißen, aber ich hab es letztes Mal ernst gemeint: Ich bin ja eigentlich nicht der Typ, der einfach nur immer meckern will.

Jetzt, für diesen Fall, muss ich schon zugeben, dass es eigentlich so gelaufen ist, wie man es sich von seinen Besuchen auf Ämtern wünschen würde:

Ich hab (dreist, aber in Anbetracht der Umstände in meinen Augen gerechtfertigt) am Mittwoch vormittag, als uns das Formular vorlag, um einen Termin vor den Ferien gebeten. Eine Stunde später kam die Antwortmail mit drei Vorschlägen, einer an jedem möglichen Tag. Mittwoch nachmittags, Donnerstag früh und Freitag mittags. Alles nicht perfekt, aber da ich bei mir auf Arbeit wegen der Teilzeitanstellung nicht der Kernarbeitszeit unterliege (Lifestyle-Entscheidung, man kennt es) und es bei uns sowieso unfassbar unbürokratisch geht, während der Arbeitszeit mal aus privaten Gründen Pause zu machen, hab ich mit zwei Kollegen ausgemacht, dass ich zu unserem Teamtermin nicht da bin und war am Donnerstag pünktlich um 9.15 Uhr beim Amt und um 9.28 Uhr mit abgesegnetem Formular und ohne nochmal zu bezahlen wieder draußen. Besser geht es wirklich nicht.

Ich gebe zu, ich hab mich sehr zurückgehalten, denn natürlich war die Bearbeiterin die, die mich letztes Mal so herb abgebügelt hat, aber ich hab meinen Ärger runtergeschluckt und einfach getan als hätte ich sie noch nie gesehen und in meinem Fall bedeutet das dann halt, dass ich bis zur Ekligkeitsgrenze freundlich war. Innerlich hab ich mich ihr ehrlich gesagt einfach nur unverschämt überlegen gefühlt, weil ich das genau so durchgezogen habe, aber wer ist schon immer ehrlich?

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Noch mehr Rants? Noch mehr Rants.

Bin ich eigentlich nur noch am Meckern? Manchmal, wenn ich online was schreibe, fühlt es sich ein wenig so an, dabei muss aber auch ein bisschen die Auswahl dessen Schuld sein, was mich abends noch an die Tastatur treibt. Auch wenn ich einräumen muss, dass ich schon zufriedenere Zeiten in meinem Leben hatte: Ganz so wild, dass ich verbittert rumsitze und auf alles schimpfe, ist es dann auch nicht.

Gestern früh saß ich zum Beispiel im Gesundheitsamt und habe überlegt, dass ich, abgesehen vom Procedere – für das sie aber nichts können – echt mal ein Lob aussprechen könnte dafür, wie stressfrei und eigentlich sogar nett das mit denen immer ist.

Procedere, immer, … was?

OK, ich dachte, ich hätte mal erwähnt, wie nervig das mit den Bescheinigungen ist, die man braucht, wenn man Betäubungsmittel ins Ausland mitnimmt – und jetzt finde ich das auf die Schnelle nicht mehr. Aber ist ja schnell erzählt: Man muss sich dieses Formular vom Gesundheitsamt runterladen und ausfüllen. Dann schickt man das an den verschreibenden Arzt, der da sein OK draufsetzt, dann schicken die einem das wieder zu. Klar, mit Glück sitzt der Arzt in derselben Stadt, bei uns halt nicht. Das ausgefüllte Formular scannt man dann ein und schickt es im Rahmen der Terminvereinbarung ans Gesundheitsamt, die raten zu vier Wochen Vorlauf, meist geht es aber schneller. Wenn man dann den Termin hat, geht man hin, bezahlt neun Euro unten an der Kasse und wird dann zwei Stockwerke höher geschickt, wartet ein paar Minuten und kriegt es mit dem OK vom Gesundheitsamt und darf dann die darauf stehenden Betäubungsmittel an genau den Tagen in genau der Menge mitführen. Um in unserem Fall 6 Tabletten einmal über die Grenze zu schippern sind das neben dem Ausfüllen des Formulars ein paar Mails, einmal auf die Post warten und ein Termin, der einem als arbeitendes Elternteil eigentlich nie so richtig passt.

Wenn ich schreibe, dass mich so Kleinigkeiten nerven, dann nicht wegen dieser Kleinigkeit, sondern aus zwei Gründen:

  1. Es sind im Laufe der Zeit sehr viele solche Kleinigkeiten
  2. Es ist ärgerlich, wenn man z.B. an einem dreistufigen Prozess schon ohne entsprechendes Studium drei Optimierungsmöglichkeiten sieht

In dem Fall jetzt sollte es eigentlich reichen, dass der Arzt das Formular erstellt. Von uns werden zusätzlich zu den beim Arzt liegenden Daten nur Start- und Enddatum der Reise sowie die Personalausweisnummer benötigt, fertig. Die eine Mail schreibe ich gerne. Dass das danach nicht direkt ans Amt geht, sondern bei uns zwischenlandet, ist völlig unnötig. Ebenso unnötig ist, dass ich da hinfahre. Bezahlen kann man mit Karte und ausweisen muss ich mich da auch nicht. Die ganze Autorität des Zettels geht vom Arzt aus. Danach könnte das Amt einfach eine Mail schreiben: „Wir sind fertig, hier die Kontonummer, wir schicken es nach Zahlungseingang zu.“

Aber so ist es halt nicht, meinetwegen.

Dann sitze ich gestern zwischen Kita und Arbeit beim Amt und freue mich, dass ich keine 5 Minuten warten musste, bis die Bezahlung geklärt war. Dann ab in den dritten Stock und weiter geht es.

„Ja, das können wir nicht machen. Da fehlt ja ein Stempel vom Arzt.“
„OK, ich verstehe. Aber ich hab ihnen das doch extra vorab – vor drei Wochen – zugeschickt und einen Termin gemacht. Warum haben Sie denn nichts gesagt, bevor ich hierher gefahren bin?“
„Dass da noch ein Stempel drauf muss, ist ja offensichtlich.“
„Womit Sie meine Frage genau gar nicht beantwortet haben.“
„Ja, jedenfalls geht das so nicht!“

Also noch eine Mail an die Ärztin, dann vermutlich morgen nochmal Beim Amt einen Termin machen und natürlich den Scan nochmal schicken, dann nochmal hinfahren …

Laut Aussage der einen Beamtin muss ich die neun Euro nicht nochmal bezahlen, aber ratet mal, worauf ich aus Gründen meiner persönlichen Psychohygiene nicht wetten werde?

Und um ehrlich zu sein: Als ob wir als Familie jemals an der Grenze kontrolliert UND dabei die Tabletten gefunden werden würden. Der Gegenwert der ganzen Chose ist also auch noch bizarr niedrig.

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Das Alter, der Winter, die Spiele

So, darf jetzt auch mal wieder Frühling werden!

Zugegeben, hier und da trauere ich manchmal den Taxi-Tagen mit ihrer Nachtschicht hinterher. Ich mag die Nacht immer noch sehr gerne, aber das ist schon auch ein bisschen verzerrte Wahrnehmung. Denn richtig geil ist die Nacht vor allem, wenn man da auch was machen kann und mein derzeitiges Leben hat halt einen normalen Rhythmus mit morgendlichem Aufstehen. Und ich merke so langsam, dass – ganz schleichend, im Laufe der Jahre – auch bei mir bisweilen so eine kleine Winterdepression Einzug hält. Sicher nicht im wortwörtlichen klinischen Sinne, es ist nur so ein Begriff, der sich sehr passend anfühlt für diese leicht negative Stimmung.

Wozu ich die Nacht, also eher den späten Abend, gerade immer noch vorwiegend nutze, ist das Zocken. Was immerhin noch so einen kleinen Hauch dieses „Nachts kann ich endlich machen, was ich will“ mit sich bringt. Aber selbst da merke ich gerade, dass ich gerne ein bisschen mehr Sonne brauchen könnte. Also nicht nur klassisch Sonne draußen, damit man endlich wieder mit runtergelassenem Rollo spielen kann, sondern ich merke, dass ich gar nicht die ganze Zeit die düsteren Spiele haben will. An sich bin ich ja durchaus ein Freund von Horror und Postapokalypse und dazu passend ist halt auch die Auswahl an Games in diesen Settings so umfangreich, dass sie meine Sammlung schon dominieren. Und so merke ich gerade, dass es in meiner Sammlung halt gar nicht so viele spaßige Shooter gibt, die bei Tag und Sonnenschein spielen – und die ich dann noch nicht drölfzig Mal gespielt habe wie die ganzen Far-Cry-Teile.

Auch wenn ich nicht glaube, dass mir irgendein Meilenstein entgangen ist: Ich freue mich über Tipps. 😀

Und ansonsten wie gesagt: Wird Zeit für Frühling, echt jetzt!

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„Das machen wir hier immer so“

(kleiner anekdotischer Gesundheitssystem-Rant)

In einem Monat habe ich einen Arzttermin fürs Knöpfle. Dort wird mir mitgeteilt werden, dass die Befunde unauffällig waren, aber nicht so wirklich eindeutig. Und je nachdem wie die Laune der Neurologin ist, werde ich nochmal darum bitten müssen, eine Diagnose-Möglichkeit in Betracht zu ziehen. Die, die wir fünf Termine zuvor angefragt hatten. Aber vermutlich müssen wir davor noch ein CRT machen.

Von vorne:

Das Knöpfle hat einen großen Kopf. Das überrascht niemanden, der mich mal gesehen hat und das ist seit vor seiner Geburt bekannt. Jetzt hat uns die Tatsache, dass er sprachlich nicht ganz so schnell ist (und da vermutlich auch extra Unterstützung braucht) in Kombination mit dieser altbekannten Tatsache vor einem halben Jahr ungefähr von der Kinderärztin eine hektische Überweisung in die Neurologie im örtlichen sozialpädiatrischen Zentrum (SPZ) eingebracht.

Zugegeben: Ungewöhnlicher Schädel + Kognitives Gedöns = potenzielles Problem

Wir verstehen das. Ehrlich gesagt haben wir eine Idee, natürlich ohne Profis zu sein, dazu müsste man aber einen Gentest machen. Und das ist natürlich nicht vorgesehen. Was an sich ok ist. Wir reden hier von einem super zufriedenen und allem Anschein nach gesunden Kind, das muss man nicht gleich anzapfen, bloß weil die Eltern …

Ja nee, WIR wollten ja gar nix. Die Kinderärztin hat gesagt, wir müssten mal. Und die im SPZ, die haben auch nicht wirklich Angst, zu invasiv oder zu aufwändig zu werden, die gehen nur schön der Reihe nach vor, weil die das „immer so machen“. Das heißt zum Beispiel, dass man eben nicht einen Termin kriegt, sondern fünf. Und die nacheinander. Und zwar im Abstand von hier mal zwei Wochen, da mal zwei Monaten. Immer so, dass einer Urlaub nehmen muss.

Das letzte bisher war jetzt am Anfang der Woche das Schlaf-EEG. Wisst Ihr, wie stressig ein Schlaf-EEG für alle Beteiligten ist?

Also ich bin dankbar für die medizinischen Möglichkeiten heutzutage, ich kann das nicht oft genug betonen, aber ein Schlaf-EEG bei einem Vierjährigen zu machen, einfach weil man das immer in der Reihenfolge macht, das ist völig bizarr. Das Kind bis nachts wachhalten, morgens zu früh wecken, dann bis zum Termin wachhalten … für Nichteltern ist das vielleicht nicht so ganz nachvollziehbar, aber wie soll man denn einen übermüdeten Vierjährigen auf einer halbstündigen Autofahrt wachhalten? Am besten alleine als Fahrer, wenn man gerade vielleicht nicht die Kapazitäten hat, um zu zweit Urlaub für so einen Spaß zu nehmen.

Es hat gut geklappt, das möchte ich schon ehrlich sagen: Lange wachbleiben ist fürs Knöpfle eh ein gängiger Wunsch und morgens kriegt man ihn mit mehreren Runden Frühstück zu fast allem. Und als er dann um 11:30 Uhr völlig fertig und mit gelverschmierten Haaren aus dem Untersuchungszimmer gewankt ist, seinen Kuschelaffen im Arm, da waren wir dann schon auch ein wenig stolz auf ihn. War ich auch vor drei Wochen während seiner einstündigen ergotherapeutischen Begutachtung ein Stockwerk höher. Und Sophie vor zwei Monaten, als …

Und das ist alles nur die Diagnose. Stellt Euch mal vor, da kommt noch eine Behandlung dazu.

Wir haben den ganzen Scheiß ja mit dem Spätzle wegen seines ADHS damals schon in ähnlicher Weise durchgemacht. Deswegen bin ich – wie vermutlich die meisten Betroffenen – immer sehr kurz vor einem Kinnhaken quer durchs Stammhirn des Gegenübers, wenn irgendwer von „Modediagnosen“ spricht, als ob man da mal nachmittags nach der Arbeit gegenüber zum Arzt geht und sagt, dass das Kind nicht auf einen hört und man jetzt Medikamente dagegen will.

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