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SoFi

So, Sonnenfinsternis haben wir auch geschafft. Vielleicht hasst mich mein 16-jähriges Ich ein bisschen arg dafür, dass ich die 1000 km bis zur Totalitätszone nicht einfach gefahren bin, aber ich hab genug mit meinem heutigen Ich zu tun, dass mit mir nochmal über drei Kilometer Schotterpiste mit neuen noch nicht eingelaufenen Einlagen in den Schuhen reden möchte.

Naja, es war im Grunde ja ein witziges Spiel. Seit zwei Monaten versucht man der Sonne aus dem Weg zu gehen, wo es irgendwie möglich ist; und jetzt dann an dem einen Tag möchte man einen möglichst guten Blick auf sie haben. Menschen …

Da wir hier in unserer Wohnlage ziemlich von Bergen eingekreist sind, hatten wir die Vermutung, dass wir dem späten Schauspiel so nicht folgen können würden und sind deswegen AUF einen der umliegenden Berge gefahren. War vielleicht gar nicht nötig, aber so genau überprüft haben wir es nicht. Am Ende sind wir wirklich noch ein ganzes Stückchen gelaufen, was selbst mit meinen Füßen nicht so das große Problem ist, die Kinder sind da eher ein limitierender Faktor. Bei Sonnenfinsternissen offenbar eher das Knöpfle. Was verständlich ist, er hat das Phänomen geistig auch noch nicht vollständig durchdrungen im Gegensatz zu seinem größeren astronomiebegeisterten Bruder.

„OHH! DIE SONNE IST JETZT EIN MOND!“

rief er nach einem Blick durch die Brille und vielleicht fasst das eine Sonnenfinsternis für Fünfjährige ganz gut zusammen.

Beeindruckend, dass es am Ende wirklich fast Volksfestcharakter hatte und auf jeder freien Lichtung, an jeder Straße am Hang, überall Leute standen und alle nur nach oben geguckt haben.

Ich hab mich einfach gefreut. Darüber, selbst mal wieder eine Sonnenfinsternis zu sehen und darüber, die erstaunlich ausgeprägte – aber stille – Begeisterung des Spätzles zu sehen.

Obwohl das jetzt eine partielle Finsternis war, kam mir das Dämmerlicht krasser vor als vor 27 Jahren. Nicht, dass es dunkler war, aber ich glaube, damals hatte ich größere Erwartungen. Auf die totale Finsternis am 11.8.1999 hatte ich mich fast ein Jahrzehnt lang gefreut, das ist was ganz anderes. Dennoch: Ich freu mich auf die nächste, auch wenn es eigentlich nur ein bisschen Licht und Schatten ist, was dann wirklich hier auf dem Planeten ankommt.

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10 Stunden und 2000 Euro später …

Ihr macht Euch kein Bild!

Ich hab hier ja ein bisschen mit der Schwierigkeit der Fahrt kokettiert, aber jetzt war dann dieser eine Fall, bei dem es wirklich schief ging.

Ich vermute, Ihr werdet euch das denken, jetzt da ich hier was schreibe, aber ich möchte trotzdem damit anfangen, dass alles ok ist. Wir sind wohlauf im Urlaub und erst einmal sieht es so aus, als würde das auch so weitergehen. Aber so wie der Weg dahin verlief, bin ich gerade bei allen Voraussagen etwas skeptisch.

Der Samstag mit seinen 955 km zwischen Heimat- und Ferienadresse ließ sich gut an. Ich hab tatsächlich bis zum Wecker um kurz vor 6 Uhr geschlafen und auch wenn wir etwas später als geplant aus dem Haus gekommen sind, haben wir es quasi auf einer Arschbacke bis 9.45 Uhr nach Rhüden geschafft. Da hatten wir ein großes Frühstück bei der goldenen Möwe eingeplant weil es praktisch lag und wir es schon kannten. Letztes Jahr auf der Hinfahrt haben wir direkt im Haus daneben, einem Motel, übernachtet.

Dieses Mal war es früher Vormittag, alle waren fit und … das Auto hat geraucht. Das festzustellen hat uns die Laune dann trotz bestem Wetter verhagelt. Ohne zu viel Ahnung von der Materie zu haben ließ sich das Problem auf „Der Motor verliert massig Öl und verbrennt es dann extern“ eingrenzen, was eine Weiterfahrt nicht wirklich in Betracht kommen lassen wollte.

Da standen wir. Gemütlich beim Mac, aber 300 km von zuhause entfernt, mit zwei Kindern und einem fahrtuntauglichen Auto, das komplett vollgepackt war.

Die erste halbe Stunde haben wir recherchiert und telefoniert. Das Ergebnis war im Wesentlichen: alle Werkstätten hatten zu. Ein örtliches Abschleppunternehmen hat dann aber zurückgerufen und gesagt, sie hätten noch wen gefunden.

Wir haben Nägel mit Köpfen gemacht: Ich hab das Auto zur Werkstatt ein paar Kilometer weiter schleppen lassen und es begleitet, Sophie hat sich mit den Kids kurzerhand ein Hotelzimmer genommen.

Das waren zusammen schon mal 380 € ungeplante Zusatzkosten und wir waren noch keine Stunde da. Im Übrigen ungefähr das, was wir vielleicht von der Versicherung zurückkriegen werden für Reparatur und Abschleppen.

Die in der Werkstatt haben sich Mühe gegeben. Haben wiederholt den Motor gereinigt, Testfahrten gemacht, mir einiges erklärt … es hat halt gedauert. Nach anderthalb Stunden war klar: Heute wird das nichts mehr, sie müssen Teile bestellen, frühestens Montag.

An der Stelle war es gar nicht so einfach, eine Entscheidung zu treffen. Wir hätten den Urlaub verfallen lassen können und haben das an dem Tag öfter in Erwägung gezogen. Es wsr aber eben auch so, dass das gar nicht mal so unanstrengend gewesen wäre, denn selbst eine spontane Bahnfahrt wäre teuer gewesen und mit (zumindest Teil-)Gepäck, Kindersitzen, unterschiedlichen Startpunkten wäre auch hier eine sehr komplexe Taxifahrt dazugekommen, die finanziell auch schnell im dreistelligen Bereich gewesen wäre. Das alles, um am Ende keinen Urlaub und das Auto trotzdem ein paar hundert Kilometer entfernt defekt in einer Werkstatt stehen zu haben?

Oder vor Ort bleiben? Zwei bis vier Tage von unserer Urlaubswoche? In Seesen an der A7?

Ich war zwar nicht dabei, aber es war wenig überraschend, dass die Kids schon nach drei Stunden Hotelzimmer nicht mehr so wirklich gut gelaunt und kooperationsfähig waren.

Wir haben beschlossen, das durchzuziehen und danach die Scherben aufzukehren: Mietwagen, Urlaub! Währenddessen das Auto fixen lassen, auf dem Rückweg die Kisten wieder tauschen. Teuer aber machbar.

Wenn es nicht Samstag Nachmittag auf dem Dorf gewesen wäre. Denn da gibt es keine Mietwagen. Übrigens auch nicht in Goslar, Salzgitter, Hildesheim oder Göttingen. Ja, haben wir alles versucht. Die nächstgelegene Möglichkeit war Sixt am Flughafen Hannover. Sophie hat umgehend ein Auto reserviert. Golf Kombi, untere Mittelklasse, 680 € inkl. Auslandfahrt und zweitem Fahrer.

Das klang schon mal gut, aber da waren trotzdem noch rund 70 km Luftlinie zwischen uns und dem Wagen. Also mal die Taxiunternehmen der Umgebung angerufen. Fast 100 km Strecke, das ist doch eigentlich ganz nice, dachte ich mir so als Ex-Taxifahrer.

Nope.

Niemand wollte. Einige sind gar nicht rangegangen, manche waren skeptisch und haben mir wegen der Kosten von ca. 250 Euro abraten wollen. Und sind dann doch selbst abgesprungen, weil das jetzt zu lange dauert. Die Odyssee dauerte bis ich die Zentrale in Hildesheim dran hatte, die zwar auch keinen Fahrer gefunden hat, mir aber den Tipp gegeben hat, dass der Flughafentransfer das vielleicht macht und auch viel billiger sei.

Well, wieder was gelernt. Eine knappe Stunde Wartezeit, dafür 100 Euro weniger. Wobei ich ja nun binnen einer Stunde für den höheren Preis eh keinen Taxifahrer hatte auftreiben können.

Die Fahrt war super. Eine Dreiviertelstunde ausruhen im Fond eines gemütlichen VW-Busses mit einem netten Fahrer, der mir dann auch genau zeigen konnte, wo Sixt am Flughafen sitzt.

„Ja, das ist ein bisschen ärgerlich, dass ihre Buchung so kurzfristig kam, weil einen Kombi hatten wir jetzt nicht mehr da …“

Ich hatte mir zu dem Zeitpunkt längst nicht mehr eingebildet, irgendwann nochmal Glück zu haben. Es war 16.30 Uhr, wir waren seit 10 Stunden unterwegs, die Kinder im Hotel am Durchdrehen, ich hatte den halben Tag bei 30°C vor einer Werkstatt telefonierend verbracht und stand jetzt – für 150 € angereist –  verschwitzt bei Sixt, 70 Kilometer von der Familie entfernt und die sagte mir, ich könne als kostenloses „Upgrade“ einen 2er-Tourer von BMW haben, der ja nur 30% weniger Kofferraum hat als der vollgestopfte Zafira in Seesen, den es umzuladen galt.

Als jemand, der bei Autos eigentlich ausschließlich nach Platzangebot geht – oder gehen muss – möchte ich ohnehin alle Autovermieter-Marketingverantwortliche ersäufen, die die verschiedenen Klassen offenbar nach Prestige auf dem Grundschulhof zusammenwürfeln.

Aber egal. Ich hab mal eben noch 250 € hinterher geworfen, um einen Passat zu bekommen.

Da sich mit Geld am Ende alles regeln lässt, saß ich 10 Minuten später in einem 70.000€-Neuwagen, bin damit wieder 100 km entgegen der Zielrichtung gefahren, während einer der Taxiunternehmer mich anrief um sich zu entschuldigen, dass er vorher nicht rangehen konnte, weil er in der Notaufnahme war. Na klar, was auch sonst?

Anschließend hab ich mit Müh und Not das Gepäck in den immer noch kleineren Kofferraum dieses Luxusschlittens gestopft, hab die Familie am Motel eingesammelt und hab dann mit nur zwei Kaffeestopps einfach 600 km nach Dänemark runtergerissen.

Wie sehr das ausgelaugt hat, ahnt ihr nicht.

Aber da sind wir jetzt, es hat sich erstmal gelohnt.

Ach ja, heute kam der Kostenvoranschlag der Werkstatt. 700 Euro. Macht so langsam auch keinen Unterschied mehr.

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Fünf Vorfreude-Spinnen

… oder so.

Die letzte Arbeitswoche vor dem Urlaub hat begonnen und ich kann eine leichte Vorfreude nicht von mir weisen. Wobei es durchaus auch eine leicht besorgte Vorfreude ist, denn das, was wir letztes Jahr mit einigem Glück auf der Hinfahrt mit allerlei Backup geschafft haben – nämlich fast 1.000 km an einem Tag im Auto zurückzulegen – das ist jetzt für die Hinfahrt einfach der Plan. Wir werden schon ankommen, aber man darf sich als Fahrer bei der ganzen Chose ja trotzdem fragen, wann und wie. Nicht falsch verstehen: Ich mache das freiwillig, ich hab mich gegen einen Zwei-Tages-Plan entschieden, aber ob das eine gute Idee war, werden wir natürlich erst hinterher wissen. Naja, am Samstag dann. Wir werden sehen.

Aber wirklich begonnen hat die Woche mit einer Erinnerung, dass wir alle alt werden. Einer von uns aber mehr als die anderen, denn das Knöpfle hatte an seinem ersten offiziellen Kita-Ferientag seinen Geburtstag:

Und obwohl wir ja live mitkriegen, wie er älter, schlauer und manchmal sogar ein bisschen verständiger wird: Dass er jetzt älter ist als das Spätzle war als wir hier hergezogen sind, das ist für mich immer noch ein bisschen absurd.

Aber er hatte wie zu erwarten war viel Spaß am Bespielen der zahlreichen Geschenke. Die eigentliche Feier wird aus Termingründen bis nach dem Urlaub warten müssen, aber mit ein paar Spiderman-Spielzeugen mehr fällt das Warten offenbar gar nicht so ins Gewicht.

Im Grunde sind wir jetzt also schon hart in der Vorbereitungsphase, die Einkäufe enthalten längst auch Urlaubsequipment und der überraschend heute aufgetauchte Schornsteinfeger musste ein bisschen über allerlei Zeug steigen, weil wir gerade auf jenem Höhepunkt angelangt sind, an dem alles im Chaos versinkt, bevor es dann langsam wieder besser wird, bis zum Wochenende dann alle Sachen gepackt und verstaut und der Rest der Bude in einem Zustand ist, in dem man sich eine Rückkehr zumindest theoretisch vorstellen kann.

Und wenn wir schon bei Überraschungen sind. Ozie wurde heute Mittag überraschend von einer Spinne angefallen – was wortwörtlich und nicht als Angriff zu verstehen ist – und beim Rausbringen hab sie mir angesehen und glaube, wir hatten jetzt auch unseren ersten Run-in mit der sagenumwobenen Nosferatu-Spinne. Ich bin mir selbst ehrlich gesagt ziemlich unsicher bei so Klassifizierungen von Tieren, aber irgendjemand im Internet hat schon mal zugestimmt. Ihr dürft auch was dazu sagen.

Naja, wir sind beide keine Phobiker und wir leben auch ganz gut mit den Spinnenläufern, die hier im Gegensatz zu obiger Spinne wirklich häufig sind.

Ab jetzt dann noch ein bisschen Arbeit, Termine etc. pp. und dann geht es los nach Dänemark.

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Summertime

Sommerferien.

Letztes Jahr, vorletztes Jahr … das Wort Sommerferien war immer eines mit Donnerhall und schlechten Vorzeichen. In erster Linie natürlich wegen der eingeschränkten Betreuung der Kinder, diesbezüglich aber vor allem, weil sich das Zuhausebleiben eines oder beider Kinder schnell, binnen Tagen, zu einem Drama ausgewachsen hat. Das Spätzle kann so wie er ist einfach nicht damit umgehen, dass er den Tag über nicht viel zu tun hat und noch weniger kann er damit anfangen, wenn er was zu tun hat. Das wird sich nicht so schnell ändern, aber die Wellen, die das schlägt, werden niedriger.

Was aber auch nur deswegen klappt, weil er jetzt in Woche drei der Ferien am dritten Ort untergebracht ist. Einmal Sportcamp, einmal Parkourcamp und jetzt Ferienbetreuung in der Schule. Das Sportcamp kannte er, das hat ihn dieses Mal auch schon gelangweilt, das mit dem Parcour hat aus verschiedenen Gründen nicht so recht geklappt und am Ende war er nur zweieinhalb von Fünf Tagen da. Und die Ferienbetreuung an der Schule … es ist für uns der geringste Aufwand, aber schön ist das auch nicht. Die werfen da ein paar Jugendliche mit hoffentlich okayem Führungszeugnis in zwei offene Räume der Schule, mit etwas Glück findet jemand im Schrank ein Brettspiel und das ist dann der Tag. Vier bis acht Stunden, je nachdem was man gebucht hat. Bisschen übertrieben, natürlich, aber es ist wirklich traurig, dass da oft quasi nichts passiert und die Kids gelangweilt rumsitzen und ein bisschen malen. Kostet dafür halt nur 50 Euro die Woche, nicht 250 wie die Konkurrenz, die halt auch nicht immer Erfolg mit dem Spätzle hat. Und, man muss es zu den positiven Seiten packen: Oft treffen sich da dann doch KlassenkameradInnen, Spätzle kennt das Gelände und es ist halt alles etwas mehr Routine.

Was der Wechsel zwischen den Betreuungen natürlich auch noch mit sich bringt, ist völliger Irrsinn bei der Arbeitsplanung. Hier 8:00 bis 13:00 Uhr in Bingen, dort 8:30 Uhr bis 15:00 Uhr in Ingelheim und dann wieder 9:00 bis 16:00 Uhr in Wiesbaden. Hat uns beiden schon ein paar Minusstunden eingebracht, und wir haben die drei Wochen Kitaferien fürs Knöpfle ja noch nicht einmal erreicht. Wobei wir da dann richtig Urlaub haben und auch mal wegfahren, muss ja auch.

Inzwischen haben die Kinder angefangen, die schon lange auf dem Plan stehende Wand im Flur zu streichen, jetzt sieht es hier also endlich auch nach der Baustelle aus, nach der wir uns alle fühlen. 😉

Aber wie ich oben angedeutet habe: Es wird schon besser. Nur graduell und manchmal verlagern sich die Probleme auch nur, aber momentan sind wir nicht einfach schon nach der ersten Woche völlig fert … also natürlich sind wir völlig fertig, aber vermutlich wären wir das bei der Hitze und dem Leben allgemein auch einfach ohne Sommerferien.

Was bleibt noch so insgesamt zum Sommer zu sagen: Ach ja, manchmal fetzt Präsenzarbeit dann doch:

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Nach der Hitze ist vor der Hitze

Ich will es nicht überdramatisieren. Wir haben die Hitzewelle hier ganz gut weggesteckt. Natürlich haben wir nicht viel gemacht, aber das ist auch in Ordnung. Ich reihe mich aber gerne in die Reihe der Mahner ein und sage: So eine Hitze ist eine Naturkatastrophe und wir sollten sie nicht nur mit Bildern von Freibädern veranschaulichen. Ja, wir waren am Samstag wie geplant im Freibad und natürlich war das auch schön, es war Freizeit mit planschen. Aber es war tatsächlich weniger als netter Ausflug geplant, sondern im Wesentlichen als Bewältigungsstrategie. Für uns hat das funktioniert, wir haben sogar die Kinder weitgehend gut gelaunt durch die zwei Wochen bringen können, aber es war Arbeit.

Am späten Nachmittag des Samstags war ich noch ein paar Dinge bei Kaufland besorgen. Im Wissen, dass ich da 25 Minuten im klimatisierten Auto hin- und zurückfahren kann und es innen auch eine angenehme Temperatur hat. Das hat im Wesentlichen auch geklappt, obwohl deren Klimaanlage weit über der Belastungsgrenze war und ich nicht weiß, ob man da noch sinnvoll Schokolade hätte kaufen können. Beeindruckend war es aber aus Katastrophentourismus-Sicht. Ich bin dazu nach Bad Kreuznach gefahren und das haben wir am Tag danach in der ein oder anderen Top-Liste der heißesten Städte gefunden. Auf dem Weg ist das Außenthermometer am Auto – dem nicht immer komplett zu trauen ist – einen beachtlichen Anstieg von den 16°C unserer Garage auf deutlich über 40 hingelegt.

Bis 44°C sollte es noch reichen.

Als ich auf dem Parkplatz ausgestiegen bin, habe ich wirklich ein Hitzeempfinden erlebt, das ich außerhalb einer Sauna oder eines in der Sonne geparkten Autos innen nicht kannte. Der Wind war so dermaßen heiß, dass mir nur Haartrockner als Vergleich eingefallen sind. Es war unfassbar beeindruckend. Aber ich bin auch durchs Industriegebiet gefahren und hab darauf geachtet, ob irgendwo jemand mitgenommen werden muss, das war für unsere Verhältnisse hier sowas von drüber, ich verstehe nicht, wie sehr das weiter verharmlost wird.

Am Anfang fand ich die Abkühlung um runde 10 Grad gar nicht mal mehr so hilfreich. Ich war am Montag trotzdem fertig, aber inzwischen geht es. Dass für übernächstes Wochenende schon wieder 36°C angesagt sind, erfüllt mich aber ehrlich gesagt nicht mit übertriebener Freude.

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25 Jahre

So. Das Klassentreffen ist vorbei.

Und was man schon mal sagen kann: Es hat die Latte für alle folgenden Treffen unglaublich hoch gelegt.

Ich hab vorweg ein sehr seltsames Gefühl bezüglich des Treffens gehabt und im Nachhinein weiß ich, dass ich damit auch nicht alleine war. Ich hatte zu niemandem aus dieser meiner ersten Gymnasialklasse/-stufe noch durchgehend Kontakt. Klar hatte ich ein paar Leute bei Facebook als Freunde und im Laufe der 25 Jahre habe ich sehr weit verteilt eine Handvoll der ehemals besten Freunde bei kurzen Treffen in Berlin wiedergesehen. Aber den Großteil der Anwesenden habe ich tatsächlich über zwei Jahrzehnte hinweg nicht gesehen, seltenst etwas online mitbekommen oder sie in manchen Fällen fast vollständig vergessen.

Dazu kommt, dass die Schulzeit für mich im sozialen Sinne durchaus eine gewisse Ambivalenz hatte. Ich hatte im Wesentlichen eine ausgesprochen schöne Schulzeit und das Gefühl, irgendwie schon mit den meisten gut ausgekommen zu sein, aber es gab schon auch immer wieder Phasen, wo ich mich mehr als Außenseiter gefühlt habe. Das hat viel mit den ganzen Komplexen bezüglich meines Übergewichtes zu tun, was halt in der Jugend und Pubertät nochmal ganz anders knallt. Trotzdem hatte ich da eine gute Zeit und einige gute Freunde.

Und nicht zuletzt leben wir in wirklich beschissenen Zeiten und wenn ich auf eines gar keinen Bock hatte, dann darauf, dass irgendwelche Leute, die ich in guter Erinnerung hatte, sich jetzt als AFD-wählende Vollpfosten rausstellen. Wie durch ein Wunder hat sich diese Befürchtung überhaupt nicht erfüllt.

Angesetzt waren eine Führung durchs Schulhaus mit dem aktuellen Schulleiter und danach ein Essen, das ausgerechnet von Andi organisiert worden war, der einen Tag vorher seine Teilnahme absagen musste, weil er geschäftlich nach China musste.

Die Führung war die erste positive Überraschung. Der Schulleiter hat sich als ein unfassbar gut gelaunter und engagiert wirkender Typ in unserem Alter rausgestellt, der uns mit Elan sowohl von Freuden als auch Nöten des aktuellen Betriebs erzählt hat, während uns nahezu alle Fachbereiche nochmal gezeigt worden sind. Wo sich dann auch gezeigt hat, was für eine seltsame Zeit 25 Jahre sind. Denn natürlich war mir das Gebäude so unfassbar vertraut und hat sich geradezu nach Zuhause angefühlt, während gleichzeitig so offensichtlich mehrere Schülergenerationen ins Land gezogen waren und das meiste was wir kannten, komplett über den Haufen geworfen wurde und jetzt nicht nur renoviert sondern komplett umgestaltet war. Der Höhepunkt war, dass wir einen meiner Ex-Mathelehrer getroffen habe, der – wie sich am Ende herausgestellt hat – uns ein bisschen mit dem zufällig kurz zuvor anwesenden Jahrgang von 1986 verwechselt hatte, von dem er eingeladen worden war und dann einfach die ganze Runde mit uns mitgelaufen ist. Aber meine Güte, hat der sich Mühe gegeben, alte Exponate erklärt und sich sogar nochmal ein Geodreieck gekrallt und die Tafel mit einer Signatur versehen, die ich mit unfassbar schlechten Matheklausuren verbinde.

„Damit die am Mondag no was zum putze hen!“

Danach dann in die Innenstadt. Ich will ehrlich sein, ich weiß nicht, wieso wir ausgerechnet einen Italiener mitten in der Innenstadt gewählt haben. Die Parkgebühren fürs Auto haben mich fast so viel gekostet wie das Essen und aus alter Gewohnheit hätte ich gesagt, dass wir auch da eine Nummer kleiner hätten absteigen können, aber das ist meiner persönlichen Geschichte geschuldet. Natürlich waren wir ja genau durch das was uns zusammengebracht hat – unser Bildungsabschluss – ein ziemlich priviligierter Haufen und natürlich hatte keiner von uns ein Problem damit, sich den Abend zu leisten.

Dennoch hat sich da schon gezeigt, dass es wirklich nicht die schlechteste Auswahl war, die sich da zusammengefunden hat, weil sich ausnahmslos alle lustig gemacht haben über den unfassbar protzigen Fuhrpark, der dort in der Gegend überall illegal abgestellt war und später am Abend – es war ja auch noch ein Deutschland-Spiel um 22 Uhr angesetzt – in endlosen Korsos durch die City getrieben wurde. Es folgten ein paar Bierchen und Wein am Palast der Republik, später dann auf dem Rathausplatz, wo wir sogar noch mit unserem Organisator in China gequatscht haben, sich der Rest der Gruppe dann langsam ausdünnte, bis ich mit den letzten drei Verbliebenen erst um 4.30 Uhr die Zelte abgebrochen habe. Um 5 Uhr war ich in meinem Hotel und mit Ausschlafen oder gemütlichem Frühstücken am Morgen war dann nichts mehr. Natürlich eine verpasste Chance, aber ich möchte die letzten Stunden in der gemütlichen Runde auch nicht missen. Insbesondere weil sich natürlich nach dem langen Abend mit dem ein oder anderen Gläschen erst die richtig lustigen – und bisweilen auch melancholischen oder politischen – Gespräche ergeben haben, die mich am Ende so viel besser auf eigentlich alle Anwesenden blicken lassen als ich es davor gedacht hätte.

Es wäre mit meinen Erwartungen völlig ok gewesen, wenn sich die Runde nach ein paar „Mein Haus, mein Auto, mein Pferd“-Geschichten mit vier Auserwählten um 23 Uhr höflich aufgelöst hätte, stattdessen sind wir danach noch 5 Stunden um die Häuser gezogen und es wurden mit allen mal mehr, mal weniger interessante Lebensgeschichten ausgetauscht und liebevoll kritisch in Erinnerungen geschwelgt. Ich kann mit Fug und Recht behaupten, dass ich selbst vor 25 Jahren die ein oder andere schlechtere Party hatte als das jetzt.

*tränchenwegwisch*

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Wann Zaun?

An der alten Kita der Kids werden die wichtigen Fragen direkt auf der Straße verhandelt:

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