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25 Jahre

So. Das Klassentreffen ist vorbei.

Und was man schon mal sagen kann: Es hat die Latte für alle folgenden Treffen unglaublich hoch gelegt.

Ich hab vorweg ein sehr seltsames Gefühl bezüglich des Treffens gehabt und im Nachhinein weiß ich, dass ich damit auch nicht alleine war. Ich hatte zu niemandem aus dieser meiner ersten Gymnasialklasse/-stufe noch durchgehend Kontakt. Klar hatte ich ein paar Leute bei Facebook als Freunde und im Laufe der 25 Jahre habe ich sehr weit verteilt eine Handvoll der ehemals besten Freunde bei kurzen Treffen in Berlin wiedergesehen. Aber den Großteil der Anwesenden habe ich tatsächlich über zwei Jahrzehnte hinweg nicht gesehen, seltenst etwas online mitbekommen oder sie in manchen Fällen fast vollständig vergessen.

Dazu kommt, dass die Schulzeit für mich im sozialen Sinne durchaus eine gewisse Ambivalenz hatte. Ich hatte im Wesentlichen eine ausgesprochen schöne Schulzeit und das Gefühl, irgendwie schon mit den meisten gut ausgekommen zu sein, aber es gab schon auch immer wieder Phasen, wo ich mich mehr als Außenseiter gefühlt habe. Das hat viel mit den ganzen Komplexen bezüglich meines Übergewichtes zu tun, was halt in der Jugend und Pubertät nochmal ganz anders knallt. Trotzdem hatte ich da eine gute Zeit und einige gute Freunde.

Und nicht zuletzt leben wir in wirklich beschissenen Zeiten und wenn ich auf eines gar keinen Bock hatte, dann darauf, dass irgendwelche Leute, die ich in guter Erinnerung hatte, sich jetzt als AFD-wählende Vollpfosten rausstellen. Wie durch ein Wunder hat sich diese Befürchtung überhaupt nicht erfüllt.

Angesetzt waren eine Führung durchs Schulhaus mit dem aktuellen Schulleiter und danach ein Essen, das ausgerechnet von Andi organisiert worden war, der einen Tag vorher seine Teilnahme absagen musste, weil er geschäftlich nach China musste.

Die Führung war die erste positive Überraschung. Der Schulleiter hat sich als ein unfassbar gut gelaunter und engagiert wirkender Typ in unserem Alter rausgestellt, der uns mit Elan sowohl von Freuden als auch Nöten des aktuellen Betriebs erzählt hat, während uns nahezu alle Fachbereiche nochmal gezeigt worden sind. Wo sich dann auch gezeigt hat, was für eine seltsame Zeit 25 Jahre sind. Denn natürlich war mir das Gebäude so unfassbar vertraut und hat sich geradezu nach Zuhause angefühlt, während gleichzeitig so offensichtlich mehrere Schülergenerationen ins Land gezogen waren und das meiste was wir kannten, komplett über den Haufen geworfen wurde und jetzt nicht nur renoviert sondern komplett umgestaltet war. Der Höhepunkt war, dass wir einen meiner Ex-Mathelehrer getroffen habe, der – wie sich am Ende herausgestellt hat – uns ein bisschen mit dem zufällig kurz zuvor anwesenden Jahrgang von 1986 verwechselt hatte, von dem er eingeladen worden war und dann einfach die ganze Runde mit uns mitgelaufen ist. Aber meine Güte, hat der sich Mühe gegeben, alte Exponate erklärt und sich sogar nochmal ein Geodreieck gekrallt und die Tafel mit einer Signatur versehen, die ich mit unfassbar schlechten Matheklausuren verbinde.

„Damit die am Mondag no was zum putze hen!“

Danach dann in die Innenstadt. Ich will ehrlich sein, ich weiß nicht, wieso wir ausgerechnet einen Italiener mitten in der Innenstadt gewählt haben. Die Parkgebühren fürs Auto haben mich fast so viel gekostet wie das Essen und aus alter Gewohnheit hätte ich gesagt, dass wir auch da eine Nummer kleiner hätten absteigen können, aber das ist meiner persönlichen Geschichte geschuldet. Natürlich waren wir ja genau durch das was uns zusammengebracht hat – unser Bildungsabschluss – ein ziemlich priviligierter Haufen und natürlich hatte keiner von uns ein Problem damit, sich den Abend zu leisten.

Dennoch hat sich da schon gezeigt, dass es wirklich nicht die schlechteste Auswahl war, die sich da zusammengefunden hat, weil sich ausnahmslos alle lustig gemacht haben über den unfassbar protzigen Fuhrpark, der dort in der Gegend überall illegal abgestellt war und später am Abend – es war ja auch noch ein Deutschland-Spiel um 22 Uhr angesetzt – in endlosen Korsos durch die City getrieben wurde. Es folgten ein paar Bierchen und Wein am Palast der Republik, später dann auf dem Rathausplatz, wo wir sogar noch mit unserem Organisator in China gequatscht haben, sich der Rest der Gruppe dann langsam ausdünnte, bis ich mit den letzten drei Verbliebenen erst um 4.30 Uhr die Zelte abgebrochen habe. Um 5 Uhr war ich in meinem Hotel und mit Ausschlafen oder gemütlichem Frühstücken am Morgen war dann nichts mehr. Natürlich eine verpasste Chance, aber ich möchte die letzten Stunden in der gemütlichen Runde auch nicht missen. Insbesondere weil sich natürlich nach dem langen Abend mit dem ein oder anderen Gläschen erst die richtig lustigen – und bisweilen auch melancholischen oder politischen – Gespräche ergeben haben, die mich am Ende so viel besser auf eigentlich alle Anwesenden blicken lassen als ich es davor gedacht hätte.

Es wäre mit meinen Erwartungen völlig ok gewesen, wenn sich die Runde nach ein paar „Mein Haus, mein Auto, mein Pferd“-Geschichten mit vier Auserwählten um 23 Uhr höflich aufgelöst hätte, stattdessen sind wir danach noch 5 Stunden um die Häuser gezogen und es wurden mit allen mal mehr, mal weniger interessante Lebensgeschichten ausgetauscht und liebevoll kritisch in Erinnerungen geschwelgt. Ich kann mit Fug und Recht behaupten, dass ich selbst vor 25 Jahren die ein oder andere schlechtere Party hatte als das jetzt.

*tränchenwegwisch*

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Wann Zaun?

An der alten Kita der Kids werden die wichtigen Fragen direkt auf der Straße verhandelt:

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Kinderfasching. Äh, … -geburtstag

Heute Kindergeburtstagsfeier im örtlichen Indoorspielplatz. Mit drei eingeladenen Kindern und dem nervigen kleinen Bruder. Ist irgendwie ein bisschen Minimalkonsens, andererseits halt gerade so das, was mit dem Spätzle machbar ist. Es war schön, fast schon überraschend friedlich und dennoch wird unser Großer jetzt mindestens den ganzen Sonntag brauchen, um sich von der ganzen Anspannung zu erholen. Aber das ist ok. Am Ende macht man’s für die Erinnerungen.

Wir werden auch noch ein bisschen was davon haben, denn eines der Besuchskinder hat in der allerletzten Sekunde noch eben die Autotür aufgerissen und gegen ein anderes Fahrzeug gerammt. Wäre mein Auto das andere gewesen, hätte ich abgewunken ob der Kleinigkeit, die Fahrerin in dem Fall schien aber ein wenig überfordert mit der stressigen Situation zu sein, also hat sie jetzt meine Daten und ein paar Tage Zeit, sich zu unseren Ungunsten beraten zu lassen. Sei es drum, für diesen Fall ist unsere Versicherung schon mal informiert, wenn es aber so läuft, wie ich mir das wünsche, dann treffen wir uns einfach irgendwo kurz, tauschen einen grünen Schein aus und gut ist.

Das verantwortliche Kind hat die Situation übrigens auf die einzig logische Weise interpretiert: Ich gehe fremd. Logisch. Hab ja schließlich spontan mit einer fremden Frau Telefonnummern ausgetauscht. 😀

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Die Zeit vergeht (8)

Komisches psychologisches Phänomen der Elternschaft: Obwohl die Zeit gefühlt mit zunehmendem Alter schneller vergeht, sorgt schon der zusätzliche Stress dafür, dasss einem das zusätzlich alles ewig vorkommt. Außerdem würde dazu passen, dass das schnellere Vergehen der Zeit meines Wissens nach daran liegt, dass man weniger neue Erinnerungen sammelt als in jungen Jahren und deswegen in der Rückschau das Gefühl hat, es wäre gar nicht so viel passiert und man deswegen die Zeit anders einschätzt – und das ist natürlich auch ein bisschen außer Kraft gesetzt, wenn man sich jeden Tag mit neuen Erlebnissen aus dem Umfeld des Nachwuchses konfrontiert sieht.

Warum schreibe ich das heute?

Logisch:

Das Spätzle ist jetzt 8 Jahre alt und das ist schon ziemlich wow, obwohl ich rückblickend nicht das Gefühl habe, dass das alles noch kein Jahrzehnt her ist.

Aber wenn wir schon bei „das alles“ sind. Dank der Bemühungen des Knöpfles können wir mit dem heutigen Tag doch recht zuversichtlich davon ausgehen, dass wir mit dem achten auch das letzte vollständige Jahr des Windelwechselns hinter uns haben. Was ebenso mindblowing ist.

(Man sagt ja zurecht als Neueltern allen immer: „Ach komm, das Wickeln ist das kleinste Übel!“ und da ist auch was dran in Anbetracht der anderen Umstände. Aber wenn man sich nach acht Jahren der Gewöhnung überlegt, wie viel Müll da wegfallen wird, wie viele Einkäufe … nur her mit dem schönen Leben, kleines Knöpfle!)

Ansonsten war heute natürlich Ausnahmezustand, weil kleine gemeine Vierjährige gar nicht zu kleinen netten Vierjährigen werden, wenn ihre Geschwister reich beschenkt werden und sie nicht. Außerdem hat er seine Zeit in der Kita heute für einen dreistündigen Überraschungsmittagsschlaf genutzt. Und das Spätzle ist eh immer komplett durch an so Tagen. Aber jetzt schlafen beide, alles gut. Jetzt wieder weiter wie bisher, also wie die letzten 8 Jahre.

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Ausflugswochenende

Bei der Arbeit ist gerade einiges an Stress, da kommt einem ein erholsames Wochenende mit der Familie doch gerade recht.

*hüstel*

Nein, dieses Wochenende hatten wir gleich zwei Ausflüge, was zugegeben nicht unsere normale Schlagzahl ist. Am Samstag haben wir uns nach ein paar Tipps im Netz das erste Mal Schloss Freudenberg gegeben und sind eigentlich recht begeistert. Eigentlich, denn um ehrlich zu sein: Ein bisschen weird ist es auch. Es ist wie der Name vermuten lässt eigentlich ein Schloss. Kein sonderlich schönes, sondern ein augenscheinlich ziemlich baufälliges. Allerdings fungiert es jetzt auch nicht als langweilige Geschichtsstätte, sondern wurde umfunktioniert in eine Ausstellung mit umgebendem Abenteuerspielplatz.

Im Schloss selbst befinden sich eine Menge Physik-Experimente wie Pendel, Prismen, Licht- und Klanginstallationen, dazu etwas bizarre Exponate und Kunst an allen Ecken.

Und das Wort „bizarr“ vergebe ich hier nicht leichtfertig.

Im Obergeschoss war zum Beispiel auch noch ein durchsichtiger Bienenstock zu finden.

Auf dem Außengelände gab es dann verschiedene Spielmöglichkeiten wie etwa den unten gezeigten Holzstapel, der unsere Kids an dem Tag stundenlang beschäftigt hat, aber auch einen Wasserspielplatz, einen Barfußpfad, Schaukeln und eine Menge Zeug einfach.

Ich will ehrlich sein: So ganz verstanden hab ich das Konzept nicht, aber vielleicht ist das auch das eigentlich Geile daran: Eigentlich ist die Idee, ein altes Schloss zu so einem Event zu machen, im bestmöglichen Sinne anarchisch. Ein kleines Manko fand ich persönlich die Eintrittspreise, die zu viert mal eben bei rund einem Fuffi lagen. Plus ein bisschen Pommes und Eis und zack, waren es hundert. Tut uns nicht weh und ich würde auch sagen, dass es das total wert war, aber ich erinnere mich noch gut an Tage, an denen das einfach keine Option gewesen wäre.

Und wenn wir schon bei seltsamen Geldflüssen sind: Den Mittag des Sonntags haben wir dann hier in Bingen im Park am Mäuseturm verbracht, denn dort hatten unsere Vermieter zum jährlichen Fest geladen mit allerlei Attraktionen für Kinder. Wir sind da bisher nie hin, weil wir so ein bisschen provinzielle Peinlichkeit erwartet hatten, aber auch wenn ich geunkt habe, wir gingen dort hin um zu sehen, wo das Geld hinfließt, das sie nicht in die Renovierung unseres Hauses stecken: Das war schon gut. Wir haben uns das nochmal angeschaut und vermutlich ist das schon ziemlich elegantes Marketing rund um einen sehr überschaubaren finanziellen Aufwand für die Firma selbst, aber damit ist gemeint, dass das Fest neben ein paar größeren Attraktionen wie Hüpfburgen und Bungee-Trampolinen im Wesentlichen von den Vereinen vor Ort getragen wird und so doch noch eine ganze Menge mehr zu bieten hat: Vom begehbaren THW-Truck über Kinderschminken bis hin zum Schlauchspritzen mit der Feuerwehr oder ein paar Partien Schach – was vom Spätzle gerne in Anspruch genommen worden ist. Am Ende hatten wir drei Stunden echt gute Unterhaltung und ein paar hundert andere Kinder auch. Da lacht es sich doch nochmal ein bisschen leichter über das Desaster, das sie bei uns im Rasenmäherraum angerichtet (und bis heute nicht komplett beendet) haben.

Aber um ehrlich zu sein: Jetzt freue ich mich schon wieder auf die erholsame Arbeit. 😉

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Geht wieder los

So. Sonntag Abend, die Osterferien sind vorbei. Wie in all den letzten Jahren ist es nicht so, dass wir dasitzen und uns freuen, dass wir erholt neu starten, sondern ein bisschen herrscht immer noch das Gefühl vor, diesen Teil endlich geschafft zu haben.

Nicht so heftig wie in der Vergangenheit, aber bis zum ersten echten Erholungsurlaub wird es wohl noch etwas dauern. Bei mir kommt noch dazu, dass ich langsam wieder anfangen sollte, Präsenztage fürs jetztige Quartal zu sammeln, also geht es morgen gleich erst einmal nach Mainz, bevor ich gleich wieder zwei Tage frei habe. Dienstags wie immer und am Mittwoch einmal mehr wegen eines Arzttermins im Rahmen des Diagnosemarathons beim Knöpfle. Soll ja nicht langweilig werden.

Aber – so ehrlich will ich auch sein – das Wir-haben-es-geschafft-Gefühl ist ja auch nicht wertlos. Das ist ja auch gut so.

Was auch schön ist: Fünf Tage Pause beim Zocken sorgen dafür, dass man danach erst einmal wieder so richtig Bock hat. 🙂

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Schlange, einfach so

Kleiner Post aus dem Urlaub, aus den Niederlanden. Wir sind einmal mehr in einem Ferienpark untergekommen. So ganz verlieren die ihre spießige Gruseligkeit zwar nicht, aber die Mischung aus Ruhe und Rückzugsmöglichkeiten einerseits sowie verschiedensten hürdenarmen Aktivitäten andererseits macht zumindest mit unseren Kindern derzeit noch super viel Sinn.

Hoch im Kurs dieses Mal steht zum Beispiel die Mountainbike-Strecke 200 Meter von der Haustür entfernt. Oder das Hüpfkissen am Parkeingang.

Darüber hinaus waren wir auch schon am Meer und heute haben wir dann einen kurzen Ausflug in ein nahes Naturschutzgebiet gemacht. Ein bisschen laufen und die Landschaft bewundern. Nur so mittelcool für Kinder, aber hey, ein Kompromiss.

Und dann haben wir die da gefunden:

Eine gar nicht so kleine Kreuzotter. Lag direkt am Wegesrand im Gras und hat sich aufgewärmt.

Ich war ein paar Meter davor schon sicher, einen Schwanz im Gebüsch verschwinden zu sehen, aber ich habe mir selbst nicht geglaubt. Denn um ehrlich zu sein: Es ist das erste Mal, dass ich eine Schlange in der Natur gesehen habe und ich bin immer noch total erfreut. Als Kind haben mich exotische und gerade auch giftige Tiere schwer fasziniert, aber gesehen habe ich sie wenn dann im Zoo.

Und jetzt lag das natürlich eingeschüchterte Tier da so offensichtlich rum, dass ich das meinen Kindern aus nächster Nähe zeigen konnte und ich fand das fantastisch. Wir haben natürlich den nötigen Abstand gehalten und es der Schlange erlaubt, sich nach wenigen Sekunden vorsichtig ins Unterholz zurückzuziehen, aber wir alle haben sie gesehen und für das Foto oben hat es auch gereicht.

Hat mich als Stadtkind und Vater sehr glücklich gemacht heute. 😀

 

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