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Ubuntu-Stress

Ich hab ja – wie hier schon gelegentlich berichtet – meinen alten PC fürs Spätzle als Gaming- und Lern-PC wieder hergerichtet. Wie bei allen Kindern kann man das mit dem Lernen im Wesentlichen streichen, natürlich zockt er eigentlich nur. Was ok ist. Wir könnten das ja alles anders handhaben, aber man macht sich von außen auch echt kein Bild vom Spätzle und seinem Gehirn. Denn wenn ich sage, dass er am PC nur zockt, dann sollte ich nicht verschweigen, dass er nebenher Dokus auf seinem Tablet guckt. Und es ist auch mehr als einmal vorgekommen, dass er nebenher noch Podcast gehört hat. Aber das nur um mal aufzuzeigen, auf welchem Level wir uns hier bewegen.

In den letzten Tagen hatten wir dann wieder einen klassischen Fall von „Ich hab gar nix gemacht, der Computer will einfach nicht mehr“ und im Falle vom Spätzle, der wie eingangs erwähnt wirklich nur zockt, glaube ich das sogar. Ja, natürlich könnte es prinzipiell sein, dass er eine Meldung weggeklickt hat, aber das Grundproblem muss Ubuntu schon mal wieder selbst verursacht haben.

Wir hatten das ja schon mal, dass die Grafiktreiber vermutlich durch ein Update umgestellt worden sind und das war eine Scheiß-Geschichte. Das selbe ist nun wieder passiert, nur mit der ungleich wilderen Nebenwirkung, dass neben den Grafik- auch die WLAN-Treiber weg waren.

Ich glaube, ich bin inzwischen insgesamt jemand, der nicht mehr möchte, dass Computer irgendwas alleine machen und solche Fälle bestätigen mich wirklich. Natürlich hab ich automatische Sicherheitsupdates bei einem PC für einen Siebenjährigen aktiviert gehabt und jeder würde einem das empfehlen, aber jetzt hat (vermutlich) das wieder das ganze System zerschossen. Denn wir haben die WG-Zeiten ein bisschen hinter uns gelassen und es gibt nicht mehr den „Netzwerkkoffer“, ein altes Erste-Hilfe-Kit, in das ein Ex-Mitbewohner mal einen Hub und 5 LAN-Kabel zwischen 5 und 25 Meter gepackt hatte. Wir haben es lange noch in die Zeit danach mitgeschleift, aber inzwischen ist auch hier WLAN eingezogen und hat sich als Standard etabliert.
Und Treiber finden und installieren ist ja schon unter Windows nervig, wenn es denn mal vorkommt – aber bei Linux bin ich da echt ans Ende meiner Geduld gekommen. Ja, natürlich hätte ich da sicher noch eine Lösung finden können, aber am Ende schien es mir aufwandsmäßig die plausibelste Lösung, das Betriebssystem neu zu installieren. Bitte keine Hate-Comments, ich hasse mich selbst genug dafür.

Natürlich war auch das nicht zu einfach, denn auch wenn ich gerne sage, dass das beim Spätzle quasi out-of-the-box läuft mit Steam, ist es doch schon ein wenig Arbeit gewesen, am Ende wieder zu dem Punkt zu kommen, an dem er No Man’s Sky spielen kann und bei seinem Raumschiff 20 Minuten das Cockpit suchen muss, weil er es mal wieder ein bisschen übertrieben hat mit der Komplexität.

Ich hoffe schon sehr, dass er sich in Zukunft auch selbst ein bisschen mehr für den Background interessiert und dass das System auch erlaubt, das zu einer etwas befriedigerenden Erfahrung zu machen, aber um ehrlich zu sein: Ich finde es so schon toll genug, dass das gerade trotz meines offensichtlich zu bescheidenen Wissens überhaupt eine Option ist.

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Geht wieder los

So. Sonntag Abend, die Osterferien sind vorbei. Wie in all den letzten Jahren ist es nicht so, dass wir dasitzen und uns freuen, dass wir erholt neu starten, sondern ein bisschen herrscht immer noch das Gefühl vor, diesen Teil endlich geschafft zu haben.

Nicht so heftig wie in der Vergangenheit, aber bis zum ersten echten Erholungsurlaub wird es wohl noch etwas dauern. Bei mir kommt noch dazu, dass ich langsam wieder anfangen sollte, Präsenztage fürs jetztige Quartal zu sammeln, also geht es morgen gleich erst einmal nach Mainz, bevor ich gleich wieder zwei Tage frei habe. Dienstags wie immer und am Mittwoch einmal mehr wegen eines Arzttermins im Rahmen des Diagnosemarathons beim Knöpfle. Soll ja nicht langweilig werden.

Aber – so ehrlich will ich auch sein – das Wir-haben-es-geschafft-Gefühl ist ja auch nicht wertlos. Das ist ja auch gut so.

Was auch schön ist: Fünf Tage Pause beim Zocken sorgen dafür, dass man danach erst einmal wieder so richtig Bock hat. 🙂

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>100k

OK, das war eine Clickbait-Überschrift. Ganz über 100 sind wir nicht, und es geht auch nicht wie man vielleicht meinen könnte um Geld. Es ist nicht so, dass sich das legendäre VG-Wort-Jahr 2019 wiederholt. Schade, aber um ehrlich zu sein melde ich der VG Wort all das hier auch gar nicht mehr, die Zugriffszahlen geben das nicht her und die goldene Zeit wird nicht wiederkommen.

Aber genug von dem, was die Überschrift NICHT sagt. Was sind denn 100k? 100 Klogänge. Auf jeden Fall gefühlt.

Was das Trockenwerden von Kindern angeht, klafft ja auch eine riesige Lücke zwischen den alten Generationen und der heutigen Zeit. Wenn ich jetzt schreibe, dass das Knöpfle noch nicht trocken ist, dann hab ich die Hater-Kommentare darüber, wie sie selbst als Kinder mit anderthalb in der Kinderkrippe trocken geworden sind, ja schon vor Augen. Ändert nichts daran, dass man das heute nicht mehr für einen sinnvollen Weg hält. Klar sind viele Kinder früh trocken und natürlich ist das für Eltern toll, wer will da nach ein paar Jahren Windelwechseln nicht auch hin, aber es herrscht ein relativ breiter Konsens, dass man das nicht mehr so erzwingt, sondern den Kindern neben allerlei Nudging im Wesentlichen ihr eigenes Tempo lässt – was im Gegenzug halt für wesentlich weniger Stress bei den Kindern inklusive einer unnötig langen Phase mit regelmäßigem Einnässen führt.

Und ja, was die Kinderlotterie angeht, haben wir halt nicht die Turbostöpsel gezogen, sondern eher zwei Exemplare, die das Konzept ziemlich lange nicht wirklich auf sich selbst bezogen haben. Das Spätzle mit seinen ganz eigenen Problemen hatte den Zahlenraum bis 100 definitiv schneller im Überblick als den Inhalt seiner Unterhose und bei so einem Vorbild fällt der Apfel halt nicht weit vom Pferd und das Knöpfle wackelt gerade mit dicker Windel am Hintern seinem fünften Geburtstag entgegen. Aber wie gesagt: Auch wenn einige das mit Blick auf früher ungläubig lesen: Das ist nicht mehr völlig out of range, die Kita sagt da z.B. auch gar nichts. Man bietet an, stupst mal ein bisschen, aber im Wesentlichen wartet man halt.

Jetzt haben wir mal wieder einen Tag ohne Windel probiert und meine Güte, das ist der vollste Vollzeitjob gewesen, den man sich vorstellen kann. Das Knöpfle hatte noch vor 9 Uhr acht Unterhosen verschlissen. Mit Bodenwischen und allem. Völlig ohne jedes Gefühl dafür, dass sich irgendwas ändern müsste, ist das Kind einfach permanent ausgelaufen. Unsere pure Verzweiflung am späten Vormittag hat dann dazu geführt, dass er erst einmal gar keine Hose mehr bekommen hat und seit da ist er dann mal mehr und mal weniger freiwillig aufs Klo, was natürlich ein riesiger Erfolg ist. Wirklich! Ich will das nicht kleinreden.

Aber wenn ich schreibe, dass er durchschnittlich alle 10 Minuten aufs Klo ist, dann ist das eine sehr konservative Schätzung. Im Ernst. Keine Übertreibung. Den ganzen Tag lang.

Und natürlich muss man jedes Mal zumindest grob gucken, ob der Boden sauber ist, ob die Hände nach dem Waschen noch seifig sind … wie gesagt: Vollzeitjob.

Ich hätte davor ja schon geschworen, Klos nicht mehr öfter sehen zu müssen als bisher, aber seit heute … vielleicht gehe ich einfach selber nicht mehr.

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Servo 3000

Es ist doch zum Kotzen.

Jetzt wird die Reparatur der Kiste am Ende doch 3.000 € kosten. Ich habe gute Gründe, das jetzt anzunehmen, aber mindestens einer davon ist auch, dass wir einfach keinen Bock mehr haben, uns damit rumzuschlagen. Es ist so ärgerlich, dass sich die Klischees manchmal halt doch bewahrheiten – wie eben zum Beispiel, dass Rechnungen von Handwerkern am Ende immer maximal schlimm werden. Um ehrlich zu sein: Mich nervt die Tatsache gerade fast mehr als der Betrag, auch wenn ich trotz aller Annehmlichkeiten nicht sagen will, dass „1.000 € hin oder her“ ja kein Problem sind. Es ist alles eine Frage des Standpunktes und im Vergleich zum Leben vor 10 Jahren ist das gerade schon so und ich schaffe es im Alltag ganz gut, nicht den Fehler zu machen und mit ein paar Euro mehr in der Tasche plötzlich Dramen aus Dingen zu machen, die keine sind. Wir haben alle zu essen, die Miete ist bezahlt, die Spritpreise stören uns trotz baldigem Urlaub nicht, kurzum: Keiner hier wird eine Scheibe Käse weniger auf dem Brot haben, obwohl die Kosten fürs Auto jetzt hoch sind. Aber ich spüre so eine innere Enttäuschung deswegen.

Dabei hab ich übrigens keinen Grund, jetzt der Werkstatt an den Karren zu fahren. Die Kosten sind nachvollziehbar und vor allem darin begründet, dass der TÜV-Prüfer noch drei Sachen mehr gesehen hat als der, der das Auto vor 4 Wochen angeschaut hat. Natürlich kann man da rumrätseln, wer jetzt Recht hat etc. pp., aber tatsächlich ist das ja genau das, was ich mit meinem Geld an Fachleute outsource, die das gelernt haben. Eigentlich liegt halt gerade genug zu tun und zum dran denken rum, dass ich mir den Scheiß gerne erspart hätte. Zumal wir ja bei der letzten Inspektion vom anderen Auto ein paar Sachen aufgeschoben haben, was bedeutet:

Im Sommer werden wir grob (also wahrscheinlich zu niedrig) geschätzt 5.000 € in unseren Fuhrpark gesteckt haben und am Ende haben wir nur zwei noch ältere Autos als davor. Manchmal ist es bitter.

Oder eben wie eingangs geschrieben zum Kotzen.

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Servodigse-Entscheidung

Wie alles im Leben hat sich auch die Sache mit der Entscheidung über den alten Skoda ein bisschen gezogen. Tatsächlich war bis heute nicht wirklich klar, wie groß der Schaden ist. Vor allem war da die Frage, ob nur die Pumpe oder auch das Steuergerät defekt ist. Unser Hausschrauber hat die ehrliche Karte „Kenn ich mich nicht mit aus“ gezogen, was ich im Gegensatz zu vielen anderen für großartig halte. Menschen – gerade welche, die einem gegen Geld bei Problemen helfen – sollen doch einfach sagen, wenn sie an ihre Grenzen kommen!

Wir haben alle welche und ja, hätte ich erwartet, dass er als Allround-Schrauber schon da an seine gerät?

Nein. Aber genau deswegen hätte er mir auch jeden Scheiß andrehen können.

Naja, jetzt sind wir beim Elektroschrauber gewesen und der sagt nach kostenpflichtiger Beaugapfelung, dass er uns die Servolenkung für 1.500 € gefixt kriegt. Da käme dann immernoch Betrag X dazu, wenn zusätzlich alles für den TÜV gemacht wird, so dass wir am Ende im guten Fall nahe an den 2.000 € wären, die uns ursprünglich als „Best Case“ genannt wurden. Das ist wirklich eine unverschämte Stange Geld für so ein altes kleines Autochen. Aber es ist halt auch die allereinfachste Lösung, denn am Ende fallen halt auch erst einmal etliche Stunden für Suche, Entscheidung, Testen, Kaufen, Anmelden etc. pp. weg. Ja klar, ein bisschen umgesehen habe ich mich schon und das war nicht nichts, aber halt auch erst die Spitze des Eisberges. Mal ganz davon abgesehen, dass es fürs erste halt dann trotzdem auch „nur“ 2.000 € wären, was im Vergleich zu einem neuen Auto halt ein Witz ist.

Ich persönlich fühle mich mit der Entscheidung eigentlich ganz wohl, auch wenn ich inzwischen wirklich keine emotionale Verbundenheit mehr zu einem Auto empfinde. Naja, es bleibt trotzdem noch bis morgen abzuwarten, wie schlimm es dann insgesamt wird, aber von einer allzu großen Überraschung gehen wir nicht aus, das Thema ist jetzt also wohl doch erst einmal durch. Ich hoffe mal, dass wir das nicht demnächst schon bereuen. Allerdings muss ich auch da sagen: Emotional hängt die Latte da auch nicht so hoch. Natürlich will ich das Geld nicht zum Fenster rausgeschmissen wissen, aber wenn jetzt noch was unvorhergesehenes passiert im nächsten Jahr, dann war es halt das: Unvorhergesehen. Und kein Beweis dafür, dass eine andere Lösung zwingend die bessere gewesen wäre.

Und vielleicht, vielleicht … (ihr merkt, ich glaube selbst noch nicht dran) ist ja, wenn es das endgültig für eines der Autos gewesen sein wird, so langsam auch mal ein ernstzunehmender Markt für gebrauchte E-Autos da. Wir werden sehen. Das ist es eigentlich auch schon: Wir haben uns entschieden und jetzt werden wir sehen.

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„Das machen wir hier immer so“

(kleiner anekdotischer Gesundheitssystem-Rant)

In einem Monat habe ich einen Arzttermin fürs Knöpfle. Dort wird mir mitgeteilt werden, dass die Befunde unauffällig waren, aber nicht so wirklich eindeutig. Und je nachdem wie die Laune der Neurologin ist, werde ich nochmal darum bitten müssen, eine Diagnose-Möglichkeit in Betracht zu ziehen. Die, die wir fünf Termine zuvor angefragt hatten. Aber vermutlich müssen wir davor noch ein CRT machen.

Von vorne:

Das Knöpfle hat einen großen Kopf. Das überrascht niemanden, der mich mal gesehen hat und das ist seit vor seiner Geburt bekannt. Jetzt hat uns die Tatsache, dass er sprachlich nicht ganz so schnell ist (und da vermutlich auch extra Unterstützung braucht) in Kombination mit dieser altbekannten Tatsache vor einem halben Jahr ungefähr von der Kinderärztin eine hektische Überweisung in die Neurologie im örtlichen sozialpädiatrischen Zentrum (SPZ) eingebracht.

Zugegeben: Ungewöhnlicher Schädel + Kognitives Gedöns = potenzielles Problem

Wir verstehen das. Ehrlich gesagt haben wir eine Idee, natürlich ohne Profis zu sein, dazu müsste man aber einen Gentest machen. Und das ist natürlich nicht vorgesehen. Was an sich ok ist. Wir reden hier von einem super zufriedenen und allem Anschein nach gesunden Kind, das muss man nicht gleich anzapfen, bloß weil die Eltern …

Ja nee, WIR wollten ja gar nix. Die Kinderärztin hat gesagt, wir müssten mal. Und die im SPZ, die haben auch nicht wirklich Angst, zu invasiv oder zu aufwändig zu werden, die gehen nur schön der Reihe nach vor, weil die das „immer so machen“. Das heißt zum Beispiel, dass man eben nicht einen Termin kriegt, sondern fünf. Und die nacheinander. Und zwar im Abstand von hier mal zwei Wochen, da mal zwei Monaten. Immer so, dass einer Urlaub nehmen muss.

Das letzte bisher war jetzt am Anfang der Woche das Schlaf-EEG. Wisst Ihr, wie stressig ein Schlaf-EEG für alle Beteiligten ist?

Also ich bin dankbar für die medizinischen Möglichkeiten heutzutage, ich kann das nicht oft genug betonen, aber ein Schlaf-EEG bei einem Vierjährigen zu machen, einfach weil man das immer in der Reihenfolge macht, das ist völig bizarr. Das Kind bis nachts wachhalten, morgens zu früh wecken, dann bis zum Termin wachhalten … für Nichteltern ist das vielleicht nicht so ganz nachvollziehbar, aber wie soll man denn einen übermüdeten Vierjährigen auf einer halbstündigen Autofahrt wachhalten? Am besten alleine als Fahrer, wenn man gerade vielleicht nicht die Kapazitäten hat, um zu zweit Urlaub für so einen Spaß zu nehmen.

Es hat gut geklappt, das möchte ich schon ehrlich sagen: Lange wachbleiben ist fürs Knöpfle eh ein gängiger Wunsch und morgens kriegt man ihn mit mehreren Runden Frühstück zu fast allem. Und als er dann um 11:30 Uhr völlig fertig und mit gelverschmierten Haaren aus dem Untersuchungszimmer gewankt ist, seinen Kuschelaffen im Arm, da waren wir dann schon auch ein wenig stolz auf ihn. War ich auch vor drei Wochen während seiner einstündigen ergotherapeutischen Begutachtung ein Stockwerk höher. Und Sophie vor zwei Monaten, als …

Und das ist alles nur die Diagnose. Stellt Euch mal vor, da kommt noch eine Behandlung dazu.

Wir haben den ganzen Scheiß ja mit dem Spätzle wegen seines ADHS damals schon in ähnlicher Weise durchgemacht. Deswegen bin ich – wie vermutlich die meisten Betroffenen – immer sehr kurz vor einem Kinnhaken quer durchs Stammhirn des Gegenübers, wenn irgendwer von „Modediagnosen“ spricht, als ob man da mal nachmittags nach der Arbeit gegenüber zum Arzt geht und sagt, dass das Kind nicht auf einen hört und man jetzt Medikamente dagegen will.

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Deutschester Samstagsausflug

Man kann samstags ja sicher viel klischeebeladenes tun, aber irgendwo hinter Ikea-Einkauf und Autowäsche steht vermutlich ein gemütlicher Bummel durch Autohäuser. Schätze ich zumindest, ich bin noch nicht so übertrieben gut im Spießigsein. Wobei, doch, eigentlich schon.

Allerdings muss ich anmerken, dass ich es vor allem immer noch nicht gemütlich finde. Ich hab den Anfang vom ersten Schritt in Richtung neues Auto gemacht und hab in einer uhrzeigersinnähnlichen Route einige zusammengewürfelte Autoverkäufer der zwei nächstgelegenen Landeshauptstädte abgegrast um denen sinngemäß zu sagen:

„Ich hab noch keine Ahnung was ich suche, ich bin nur hier, um an allen Autos, an die sie mich ranlassen, die Sitze zu verstellen.“

Und nein, ich hab das viel netter und sogar mit halbwegs aufrechtem Bedauern gesagt.

Es ist nunmal so, dass ich wie beim Schuhkauf erst einmal nach der passenden Größe frage und mir dann überlege, was ich mit den Infos anzufangen gedenke. Umgekehrt kann das nämlich eine Lebensaufgabe werden und meinetwegen könnte der ganze Scheiß jetzt schon vorbei sein.

Das Ergebnis dieser Rundreise kann sich im Übrigen sehen lassen, denn auch wenn ich wenig überzeugt bin, dass die Autoindustrie besser geworden ist und eher vermute, dass ich schon wieder zwei Zentimeter Längenmaß durch Wirbelsäulenverfall eingebüßt habe: Ich habe echt in einige Autos reingepasst – und zwar so, dass ich Chancen für den Nachwuchs auf der Rückbank sehe. Ich möchte an dieser Stelle immer noch sagen, dass ich es furchtbar finde, dass man nach sowas immer noch nicht sinnvoll wählen kann oder dass es immer noch keine Hersteller gibt, die sich auf das Thema „Hinter dem großen Fahrer muss noch jemand auf dem offiziell für Erwachsene zugelassenen Sitz sitzen können, obwohl dieses Auto neu unter 70.000 € kostet“ spezialisiert haben, aber vermutlich ist es auch einfach wichtiger für die Wirtschaft, dass jetzt die Hälfte aller Privat-PKW die Reifen von Schwertransportern aus den 70ern wieder auftragen könnte.

Aber ja: Nach erster Inaugenscheinnahme brauchbar sind Hyundai i10 – i30, Seat Leon, Fiat Tipo, Skoda Oktavia, Nissan Micra, Peugeot 308. Wie gesagt: Nach erster Inaugenscheinnahme, das ist jetzt noch keine Empfehlung. Den Nachfolger vom Fabia hab ich noch nicht auftreiben können und eine Runde durchs Angebot von Mazda und Toyota steht auch noch aus. Trotzdem: Mehr als ich erwartet hatte. Ist doch auch mal nett.

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