Jahr der Veröffentlichung: 2022
Genre: Open-World-FPS
Stunden bisher gespielt: ca. 5
Setting: Du bist der Postal Dude, gestrandet in der Wüste, im kleinen Städtchen Edensin, und musst dein Leben wieder in den Griff kriegen. Also erstmal einen Job suchen …
Postal 4 ist so ein Spiel, das eigentlich zu blöd ist, um einen vernünftigen Text darüber zu schreiben. Ein First-Person-Shooter im Comic-Look, nicht besonders groß, nicht wirklich gut und auf jeden Fall kein bisschen sinnvoll. Zwei Jahrzehnte vor diesem Spiel wurde ich durch eine Raubkopie davor bewahrt, den Vorgänger Postal 2 wegen seiner – bis heute 2026 – noch andauernden Indizierung nicht spielen zu können.
Auch wenn meine Erfahrungen mit den beiden Teilen recht dürftig ausfällt, so kann man doch ein grundsätzlich gleiches Spielprinzip erkennen: Man bekommt eine an sich harmlose Aufgabe gestellt, hier sich einen Job zu suchen, und alles was das Spiel fortan macht ist dich zu überzeugen, dass Du zur Erledigung derselben möglichst viel komplett sinnlose, absurde und übertriebene Brutalität anwendest. Ein bisschen peinlich, dass ich für das Spiel einen für mich überdurchschnittlichen – weil zweistelligen – Betrag gezahlt habe, weil ich über den Vorgänger lachen musste, obwohl ich damals bereits volljährig war.
Das Spiel ist irgendwas zwischen B- und F-Ware, ein Scherz von und für 16-jährige. Infantiler Humor und sinnlose Gewalt.
Aber ein klitzekleines Bisschen Spaß macht es trotzdem. Mein erster Job in diesem Game war Gefängniswärter, dazu musste ich erst an einer Puppe trainieren, Häftlinge zu schlagen, dann für den Direktor eine Nummer in ein Keypad eintippen. Weil dieser Direktor aber den Zettel verkehrt herum gehalten hat, öffnen sich alle Zellen und um diese ungünstige Situation zu entschärfen, musste ich in jedem der drei Zellentrakte einen weiteren Code eingeben und dann leider leider auf dem Weg restlos alle Gefangenen töten. Vermutlich theoretisch optional, aber naja. Über dieses Niveau reden wir hier. Als Nebenaufgaben gibt es im Wesentlichen Zerstörungschallenges oder ganz absurde Aufgaben wie z.B. tote Katzen in eine Klappe zu werfen. Und als Collectibles halten Plüschtiere von Genitalien her.
Ich könnte das nicht immer, ganz ehrlich. Das einzige, was einen dabei weiterttreibt ist eigentlich das Bedürfnis zu erfahren, wie viel grotesker das alles im Verlauf wohl noch so wird.
Ich kann keine Empfehlung aussprechen, dazu bin ich zu erwachsen. Ich werde es vermutlich trotzdem irgendwann mal fast durchgespielt haben.



