… also ich meine nicht Sommerferien, sondern Ferien vom Sommer. Muss jetzt mal, wird jetzt mal.
Wenn ich an einen Rekordsommer denke, dann war der Platz nunmehr wirklich seit zwei Jahrzehnten reserviert für 2003. Das war das erste Mal in meinem Leben, in dem ich den 40°C irgendwie nahe gekommen bin, es ist damals aber in meinen Medien bei weitem nicht so viel mit Zahlen um sich geworfen worden wie das heute der Fall ist. Ob ich die 40 damals erlebt habe, weiß ich folglich nicht so genau, aber ich war in einer sehr warmen Gegend in Deutschland unterwegs und die Marke ist vereinzelt geknackt worden. Darüber hinaus hab ich damals den heißesten Tag mit ungefähr 80 Anderen so verbracht, wie man das heute mit ein bisschen Verantwortungsgefühl auf gar keinen Fall mehr machen würde: Wir haben während einer Kinderfreizeit eine Wanderung gemacht.
Ich möchte uns trotz unseres jugendlichen Leichtsinns und der Tatsache, dass ein normaler Tag damals ungefähr zwei Flaschen Wein und zwei Kannen Kaffee bei vier Stunden Schlaf bedeutet hat, attestieren, dass wir uns Sorgen gemacht und behutsam abgewogen haben, ob wir uns und den Kids das zumuten können. Ich erinnere mich an die Planung mit den vielen Zwischenstationen, wo es frisches Wasser gibt, wie wir die Route möglichst schattig planen etc. pp. Ganz irre waren wir auch nicht. In einem Brief an eine Freundin fasse ich das dann allerdings sehr kurz zusammen:
„Samstag, 9. August 2003, Mittag ca. 13 Uhr.
Mindestens 35°C und ein paar Kilometer Wanderung liegen hinter mir. War aber locker. Das Wasser hier im See hat offenbar 26°C (!) Damit Du dir vorstellen kannst, wie warm es ist. Trotzdem gibt es kaum Gemecker, wir sind super-schnell gelaufen. Keine drei Stunden – mit Kids. Ist echt ok.“
Der Rest des Textes handelt dann im Wesentlichen noch von Wespen und Liebeskummer. Das Fass brauchen wir jetzt nicht auch noch aufmachen.
Naja, wenn man es aber genau betrachtet, dann war das gegen dieses Jahr ein lächerlicher Sommer, denn die Temperaturen um 35°C und höher haben soweit ich mich erinnere nur diese eine Woche so extrem gehalten. Dieses Jahr hab ich mich öfter mal erwischt, es herunterzuspielen, wenn ich vom Hochtragen des Einkaufs fertig war, wo es „heute doch nur 33 Grad“ hatte.
Wenn meine Wetterapp mich nicht komplett verarscht, dann wird es in den nächsten zwei Wochen aller Voraussicht nach nicht mehr über 30°C haben. Öfter sogar in der Spitze deutlich weniger. Und da merkt man dann doch: Moment mal! 25 Grad war doch eigentlich immer ein völlig guter Sommer und jetzt freue ich mich darauf, dass das die kalten Temperaturen sind? Ob der Rhein hier vor der Tür die nächsten Tage schiffbar bleibt, ist noch ungewiss und die Zahl der Hitzetoten wird sicher noch ein bisschen nach oben korrigiert werden wegen der letzten paar Tage. Ich bin keiner davon, das ist schon mal gut, aber krass war das schon. Ich kann 2003 gedanklich mal langsam abhaken.
Außer wegen der Sache mit den Wespen. Das war aber auch wirklich krass.



Ich habe den Sommer 2003 irgendwie intensiver in Erinnerung als diesen. Es war nach meiner Erinnerung lange warm und trocken, jetzt gibt es ja nur ab und zu sehr heiße Tage und dann geht es wieder runter und regnet immerhin ab und an mal. 2018 und 2022 waren nach meiner Erinnerung auch sehr lange heiß und trocken. Wenn man genug Wasser einplant finde ich, dass auch bei hoher Temperatur nichts gegen eine Wanderung mit gesunden Personen steht, bei kleinen Kindern evtl. vorsichtiger sein, aber bei gesunden ab dem Jugendalter sollte es gehen. Ich mache regelmäßig Sport, was auch bei über 30 Grad kein Problem ist. 2022 bin ich in Juli und August mit einem Freund 4000 km Rad gefahren bei regelmäßig über 30 Grad. Da konnte ich am Tag 6 l trinken und musste kaum austreten. Für an Kreislauferkrankungen leidenden Personen sieht das natürlich anders aus. Mit Alkohol sollte man ebenfalls vorsichtiger sein.
Viele grüße
Sebastian
Mir ist eher aufgefallen, das die Winter viel wärmer und ärmer an Schnee sind, der letzte hatte zwar einige Wochen Glätte, jedoch nicht viel an Niederschlag und nur ein paar Tage richtig kalt.
@Sebastian:
Dass ich mich an die Länge der Hitzewelle 2003 falsch erinnere ist durchaus möglich. Und der genaue Ort spielt dazu ja ohnehin auch eine Rolle.
Was die Kids angeht: Die waren 8 bis 14, ich denke nicht, dass man das heute noch machen würde. Wir hatten damals 3 Ausfälle mit Sonnenstich, das sind natürlich kleine Zahlen, aber für die Betroffenen ja trotzdem nicht toll.
Klar kann man aufpassen, haben wir ja auch gemacht, aber ich glaube, Du solltest, wenn Du regelmäßig bei Hitze Sport machst, deine Konstitution nicht unbedingt als Maßstab dafür nehmen, was man in größeren Gruppen mit unterschiedlichen Hintergründen machen sollte. Manchmal weiß man ja gar nicht, was die Leute so mitbringen.
Bei dem Alkohol hast du definitiv recht – streng genommen hätten wir auch ohne das Wetter nicht so viel trinken sollen, aber naja, was man in jungen Jahren halt so macht … 🙂