Monthly Archives: April 2026

Medizinisches Achselzucken

Heute war dann abermals einer jener Urlaubstage, der der Diagnostik des Knöpfles gewidmet war und das Ergebnis ist – in Sophies Worten – in der Überschrift bereits gut beschrieben. Im Grunde war das so eine Art Abschlussgespräch, die ich heute wahrgenommen habe und das „Ergebnis“ all der Diagnostik, die wir nicht angestoßen haben und in Hinblick auf unser Wissen (das ich jetzt nicht detailliert ausbreite) nicht wirklich nötig war, war sinngemäß:

„Joah, passt doch eigentlich alles so halbwegs.
Versuchen Sie mal, einen Platz in der Logopädie zu bekommen und gucken Sie vielleicht in einem Jahr nochmal vorbei.“

Sprich: Sie haben keinen Grund für sein verzögertes Sprechen oder seinen großen Kopf gefunden und die einzige Idee, die wir hatten und die mit einem kurzen Gentest abzusichern wäre … nein, also da sollen wir uns mal keine Sorgen machen.

Ein Pluspunkt, immerhin: ein MRT bleibt dem Kleinen auch erspart, das hätte ja durchaus auch noch kommen können.

Bei allen Versuchen, Verständnis für deren Sicht zu haben, bleibt für uns jetzt halt trotzdem: Die Ärzte haben Alarm geschlagen, uns ein halbes Jahr lang einen Haufen Termine und Untersuchungen aufgebürdet, von denen wir gesagt haben, dass wir nicht glauben, dass sie was bringen und jetzt haben sie nichts gebracht und wir sollen uns freuen. All das für die Erkenntnis, dass er wirklich noch kein K sprechen kann, aber zufrieden wirkt. Na vielen Dank auch!

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Geht wieder los

So. Sonntag Abend, die Osterferien sind vorbei. Wie in all den letzten Jahren ist es nicht so, dass wir dasitzen und uns freuen, dass wir erholt neu starten, sondern ein bisschen herrscht immer noch das Gefühl vor, diesen Teil endlich geschafft zu haben.

Nicht so heftig wie in der Vergangenheit, aber bis zum ersten echten Erholungsurlaub wird es wohl noch etwas dauern. Bei mir kommt noch dazu, dass ich langsam wieder anfangen sollte, Präsenztage fürs jetztige Quartal zu sammeln, also geht es morgen gleich erst einmal nach Mainz, bevor ich gleich wieder zwei Tage frei habe. Dienstags wie immer und am Mittwoch einmal mehr wegen eines Arzttermins im Rahmen des Diagnosemarathons beim Knöpfle. Soll ja nicht langweilig werden.

Aber – so ehrlich will ich auch sein – das Wir-haben-es-geschafft-Gefühl ist ja auch nicht wertlos. Das ist ja auch gut so.

Was auch schön ist: Fünf Tage Pause beim Zocken sorgen dafür, dass man danach erst einmal wieder so richtig Bock hat. 🙂

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>100k

OK, das war eine Clickbait-Überschrift. Ganz über 100 sind wir nicht, und es geht auch nicht wie man vielleicht meinen könnte um Geld. Es ist nicht so, dass sich das legendäre VG-Wort-Jahr 2019 wiederholt. Schade, aber um ehrlich zu sein melde ich der VG Wort all das hier auch gar nicht mehr, die Zugriffszahlen geben das nicht her und die goldene Zeit wird nicht wiederkommen.

Aber genug von dem, was die Überschrift NICHT sagt. Was sind denn 100k? 100 Klogänge. Auf jeden Fall gefühlt.

Was das Trockenwerden von Kindern angeht, klafft ja auch eine riesige Lücke zwischen den alten Generationen und der heutigen Zeit. Wenn ich jetzt schreibe, dass das Knöpfle noch nicht trocken ist, dann hab ich die Hater-Kommentare darüber, wie sie selbst als Kinder mit anderthalb in der Kinderkrippe trocken geworden sind, ja schon vor Augen. Ändert nichts daran, dass man das heute nicht mehr für einen sinnvollen Weg hält. Klar sind viele Kinder früh trocken und natürlich ist das für Eltern toll, wer will da nach ein paar Jahren Windelwechseln nicht auch hin, aber es herrscht ein relativ breiter Konsens, dass man das nicht mehr so erzwingt, sondern den Kindern neben allerlei Nudging im Wesentlichen ihr eigenes Tempo lässt – was im Gegenzug halt für wesentlich weniger Stress bei den Kindern inklusive einer unnötig langen Phase mit regelmäßigem Einnässen führt.

Und ja, was die Kinderlotterie angeht, haben wir halt nicht die Turbostöpsel gezogen, sondern eher zwei Exemplare, die das Konzept ziemlich lange nicht wirklich auf sich selbst bezogen haben. Das Spätzle mit seinen ganz eigenen Problemen hatte den Zahlenraum bis 100 definitiv schneller im Überblick als den Inhalt seiner Unterhose und bei so einem Vorbild fällt der Apfel halt nicht weit vom Pferd und das Knöpfle wackelt gerade mit dicker Windel am Hintern seinem fünften Geburtstag entgegen. Aber wie gesagt: Auch wenn einige das mit Blick auf früher ungläubig lesen: Das ist nicht mehr völlig out of range, die Kita sagt da z.B. auch gar nichts. Man bietet an, stupst mal ein bisschen, aber im Wesentlichen wartet man halt.

Jetzt haben wir mal wieder einen Tag ohne Windel probiert und meine Güte, das ist der vollste Vollzeitjob gewesen, den man sich vorstellen kann. Das Knöpfle hatte noch vor 9 Uhr acht Unterhosen verschlissen. Mit Bodenwischen und allem. Völlig ohne jedes Gefühl dafür, dass sich irgendwas ändern müsste, ist das Kind einfach permanent ausgelaufen. Unsere pure Verzweiflung am späten Vormittag hat dann dazu geführt, dass er erst einmal gar keine Hose mehr bekommen hat und seit da ist er dann mal mehr und mal weniger freiwillig aufs Klo, was natürlich ein riesiger Erfolg ist. Wirklich! Ich will das nicht kleinreden.

Aber wenn ich schreibe, dass er durchschnittlich alle 10 Minuten aufs Klo ist, dann ist das eine sehr konservative Schätzung. Im Ernst. Keine Übertreibung. Den ganzen Tag lang.

Und natürlich muss man jedes Mal zumindest grob gucken, ob der Boden sauber ist, ob die Hände nach dem Waschen noch seifig sind … wie gesagt: Vollzeitjob.

Ich hätte davor ja schon geschworen, Klos nicht mehr öfter sehen zu müssen als bisher, aber seit heute … vielleicht gehe ich einfach selber nicht mehr.

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Schlange, einfach so

Kleiner Post aus dem Urlaub, aus den Niederlanden. Wir sind einmal mehr in einem Ferienpark untergekommen. So ganz verlieren die ihre spießige Gruseligkeit zwar nicht, aber die Mischung aus Ruhe und Rückzugsmöglichkeiten einerseits sowie verschiedensten hürdenarmen Aktivitäten andererseits macht zumindest mit unseren Kindern derzeit noch super viel Sinn.

Hoch im Kurs dieses Mal steht zum Beispiel die Mountainbike-Strecke 200 Meter von der Haustür entfernt. Oder das Hüpfkissen am Parkeingang.

Darüber hinaus waren wir auch schon am Meer und heute haben wir dann einen kurzen Ausflug in ein nahes Naturschutzgebiet gemacht. Ein bisschen laufen und die Landschaft bewundern. Nur so mittelcool für Kinder, aber hey, ein Kompromiss.

Und dann haben wir die da gefunden:

Eine gar nicht so kleine Kreuzotter. Lag direkt am Wegesrand im Gras und hat sich aufgewärmt.

Ich war ein paar Meter davor schon sicher, einen Schwanz im Gebüsch verschwinden zu sehen, aber ich habe mir selbst nicht geglaubt. Denn um ehrlich zu sein: Es ist das erste Mal, dass ich eine Schlange in der Natur gesehen habe und ich bin immer noch total erfreut. Als Kind haben mich exotische und gerade auch giftige Tiere schwer fasziniert, aber gesehen habe ich sie wenn dann im Zoo.

Und jetzt lag das natürlich eingeschüchterte Tier da so offensichtlich rum, dass ich das meinen Kindern aus nächster Nähe zeigen konnte und ich fand das fantastisch. Wir haben natürlich den nötigen Abstand gehalten und es der Schlange erlaubt, sich nach wenigen Sekunden vorsichtig ins Unterholz zurückzuziehen, aber wir alle haben sie gesehen und für das Foto oben hat es auch gereicht.

Hat mich als Stadtkind und Vater sehr glücklich gemacht heute. 😀

 

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