Spinnen (2)

Von | 6. Oktober 2026

Ich weiß, Spinnen sind ein seltsames Thema zum Bloggen, aber irgendwie waren die Temperaturen oder das Wetter allgemein dieses Jahr wohl besonders gut für unsere achtbeinigen Freunde, so dass wir gerade einfach sehr viele im Haus haben. Wobei: Es sind vor allem viele große, die uns auffallen, das trifft es vielleicht eher. Ich will jetzt auch gar keine Bilderagalerie aufmachen, aber seit dem letzten Eintrag haben wir tatsächlich schon wieder ein paar interessante Beobachtungen die Nosferatu-Spinne betreffend gemacht, denn wir haben nochmal welche gefunden.

Dabei sind uns vor allem zwei Dinge aufgefallen:

  1. Scheinbar mögen die Nosferatu-Spinnen es, langestreckt auf der Wand zu sitzen. Ich kenne die Pose von Bildmaterial von tropischen Spinnen, aber alle, die ich so im Haus sehe, haben ihre Beine irgendwie rund um sich verteilt, wenn sie sich nicht bewegen, während wir schon mehrere Nosferatu-Spinnen so angetroffen haben, dass sie ihre vorderen beiden Beinpaare nach vorne, die hinteren zwei nach hinten gestreckt haben.
  2. Nosferatu-Spinnen mögen Wäsche. Sophie hat jetzt schon ein paar draußen im Wäschekorb oder am Wäscheständer gefunden und ich hatte heute morgen das Vergnügen, eine über meinen Arm wandern zu sehen, nachdem ich einen Pulli aus der Wäsche gegriffen habe. Wir sind inzwischen vorsichtig bei Textilien und schütteln lieber einmal zu oft.

Hätte wirklich nicht gedacht, dass Spinnen mal so ein Thema sind. Weird, aber ok.

Spinnen

Von | 29. September 2026

Arachnophobiker sollten diesen Beitrag besser überspringen. Ich hoffe, das war noch rechtzeitig.

Es ist noch gar nicht so lange her, da hab ich in einem Text unsere erste Begegnung mit der inzwischen ziemlich berüchtigten Nosferatu-Spinne geschildert. Wobei ich das gar nicht so wirklich gemacht habe, sondern ich hab mal wieder ziemlich albern drumrumgeschwurbelt. Es war nämlich tatsächlich so, dass sie einfach mal auf Sophie raufgefallen ist, mitten in der Wohnung. Dem Verlauf der ganzen Sache nach war die Spinne davon mindestens genauso überrascht wie Sophie und dass es eine Nosferatu-Spinne war, haben wir erst im Nachgang herausgefunden. Ich bin bei Artbestimmungen von Tieren eh eine Katastrophe, mir reicht im Alltag eine Einteilung in gefährlich und ungefährlich. Oder in glitscht und kuschelt.

Tatsächlich hab ich aber von Spinnen seit ich denken kann eine sehr hohe Meinung. Insbesondere weil ich euch schon vor 30 Jahren hätte vorbeten können, dass wir in Deutschland nur zwei gefährliche Spinnenarten haben: Die Wasserspinne und den Ammen-Dornfinger. Und dass diese beiden so verdammt selten sind, dass man vor Bissen nur ungefähr so viel Angst wie vor einem irrtümlichen Millionenerbe haben muss. Während mich das Thema natürlich als Kind wegen den großen Vogelspinnen und den tödlichen Giften gereizt hat, wusste ich aber genau dadurch, wie gut wir es hier mit unseren Zitter- und Winkelspinnen haben, auch wenn die manchmal bedrohlich groß aussehen können.

Wusstet Ihr, dass große Exemplare der Kreuzspinne Kieferklauen haben, die euch theoretisch einen Biss zufügen könnten?

New fear unlocked?

Stimmt zwar, ist aber ähnlich irrelevant wie die Sache mit den zwei wirklich giftigen Spinnen oben. Man kann in Mitteleuropa schon guten Gewissens sagen, dass uns Spinnen mehr nutzen als schaden und zumindest ich hab das auch in der Kindheit immer und immer wieder gehört. Hat offenbar was gebracht.

Wobei …

auch wenn Ihr es vielleicht nach der Einleitung kaum glaubt: Ich kann die Angst vor den Viechern gut nachvollziehen, denn ich merke, wie sie mich auch immer wieder einholt, wenn ich mal ewig keinen nennenswerten Kontakt mit ihnen hatte. So hab ich in meinen jüngeren Jahren tatsächlich ein paar Mal bewusst gegen meinen Ekel angekämpft und mir extra eine große Winkelspinne auf die Hand gesetzt, um gegen dieses Gefühl anzukämpfen. Und auch das hat wirklich geklappt. Ich weiß, für echte Phobiker ist das keine Option, ich will damit niemanden ärgern.

Ich hab das schon lange nicht mehr gemacht und ich habe das sehr deutlich gemerkt, als wir nach Bingen gezogen sind. Denn rückblickend kann ich euch sagen, dass sich eine Wohnung im vierten Stock eines Plattenbaus bezüglich der Häufigkeit von Spinnenkontakten sehr von einer Wohnung in einem verwinkelten Altbau mit Garten vor der Tür unterscheidet und ich hab auch eine Weile gebraucht, um mich diesbezüglich umzugewöhnen, es zu akzeptieren, dass hier mehr heimliche Mitbewohner am Start sind als in Berlin. Im Übrigen auch Insekten natürlich. Ich bin noch nicht da, wo ich in der Sache gerne wäre, aber es wird besser.

Und das ist auch der Grund, warum ich euch jetzt ein Bild von unserer zweiten Nosferatu-Spinne zeigen kann, die ich vor kurzem selbst im Bad gefunden, dort fotografiert und anschließend dann trotzdem vor die Tür gesetzt habe:

Als jemand, der versucht rational an die Sache ranzugehen und der noch ungefähr 12.000 Spinnenbisse bräuchte, damit die mit Insektenstichen gleichziehen könnten, erlaube ich es mir, an der Stelle zu fragen: Ist das nicht ein ausgesprochen schönes Exemplar?
Wie gesagt: Rausgesetzt hab ich sie, in meinem Bademantel will ich sie auch nicht haben, ich bin kein Masochist. Aber auch wenn die Einwanderung dieser Art uns zweifelsohne eine relevante Giftspinne mehr beschert hat, so ist doch die Panik auch in diesem Fall definitiv übertrieben. Ich mag besonders den Abschnitt in der Wikipedia, in dem geschrieben steht, dass zwar denkbar sei, dass Allergiker mit dem Biss Probleme haben könnten, so hätte doch eine entsprechende Studie keine medizinischen Fälle finden können.

Ich möchte das Thema versöhnlich beenden. Ich hab mich die Tage nämlich sehr gefreut, als ich mit dem Knöpfle morgens in die Garage gegangen bin und er dort gleich eine große Winkelspinne ausgemacht hat. Er hat sich von mir zeigen lassen, dass die noch lebt und war etwas besorgt als sie von der Wand auf den Boden gefallen ist.

Als er dann Nachmittags von der Kita kam, saß die Spinne wieder nur einen Meter weg von ihrem ursprünglichen Platz und alles was dem Knöpfle dazu eingefallen ist, war, dass das jetzt ja die falsche Wand sei und sie von dort vielleicht gar nicht mehr so gut in die Garage sehen könne.

Und ja, das kann man sich ja auch mal fragen. 🙂

Alles hat ein Ende …

Von | 29. September 2026

… und auch mein Zeh ha … lassen wir das.

Obwohl mir meine Ärztin eine außergewöhnlich großzügige AU gegeben hat, sind die Tage des Schlendrians jetzt wohl vorbei. Leider, tatsächlich. Nicht weil ich nicht arbeiten will, ich freue mich sehr darauf, ganz ehrlich. Aber das mit der zweiten Erkrankung war kein Witz und während ich gerade zugeben muss, dass Homeoffice schon machbar sein wird, liegt jetzt das Spätzle mit Halsschmerzen und großer Erkältung absolut darnieder. Er ist vorher vor 19 Uhr ins Bett gegangen, das passiert ausschließlich an so richtig schlimmen Tagen und ich glaube, ich übertreibe nicht, wenn ich da so einen Wert von einem bis zwei Tagen im Jahr nenne. Zwei kommt mir sogar ein bisschen viel vor.

Naja, jedenfalls hab ich meine letzten „freien“ Tage jetzt mit dem Hüten des kranken Spätzles verbracht und er wird weiter zuhause sein … das ist kein guter Start in die Arbeit, leider. Aber es wird schon. Ich freue mich auf die Kollegen, jetzt erstmal digital, aber hoffentlich bald dann wieder in persona.

Kranken-Theme

Von | 26. September 2026

So, ich hab mal ein anderes Theme reingehauen, das irgendwie ok aussieht, aber halt auch nur irgendwie. Ist halt komplett generisch. WordPress scheint auch ein bisschen der Enshittification anheim gefallen zu sein und es gibt kaum noch vernünftige Themes für einen einfachen Blog mit einer Seitenleiste. Alle setzen auf Bilder als Teaser, Kacheldesign etc. Finde ich für viele Sachen auch cool, aber irgendwas für Text wäre auch noch nett.
Ach ja: Die Kommentare werden jetzt anscheinend theme-übergreifend kacke dargestellt mit anderem Design und deswegen hab ich sie jetzt standardmäßig mal eingeklappt gelassen. Nervt mich ehrlich gesagt selbst, aber ich will mich da gerade nicht reinfuchsen und das css anpassen. Muss man ja auch alles erstmal raussuchen und dann fünfmal dicke Fehler machen und so. 🙂

Ansonsten bin ich kurz vor Ende meiner Krankschreibung nochmal richtig krank geworden. Die Wunde am Fuß ist abgeheilt, alles bestens und seit 24 Stunden liege ich flach, irgendeine Infektion hat mich nochmal erwischt. Ich hatte eigentlich vor, nach einem Monat  mal wieder zu arbeiten, aber wenn das jetzt noch drei Tage anhält, dann geht das ungelogen nicht. Blöde Sache. Haben jetzt am Wochenende schon zwei private Termine ausfallen lassen, was echt richtig schade ist. Ich will auch mal wieder mehr machen als zuhause rumzusitzen.

Verrutschtes

Von | 23. September 2026

Ach Mist, jetzt hat es mir hier mal wieder wegen eines Updates das Design zerschossen, weswegen man jetzt gerade die Kommentare nicht in der Seitenleiste findet. Ich schätze, ich werde wenn ich mal Zeit und Lust habe auf ein moderneres Theme wechseln. Das hier wird schon seit 10 Jahren oder so nicht mehr offiziell unterstützt. 😀

Ich tue mich damit allerdings auch ein wenig schwer, weil ich das hier so angenehm schlank finde. Die meisten heutigen sind dreimal so breit und haben dann 12 cm Leerfläche zwischen allen Elementen, eigentlich mag ich das alles nicht sonderlich. Ich finde es auch gut, dass die Bilder so klein sind (die ganz alten sind ja sogar zugeschnitten auf das Format), aber vielleicht geht es einfach nicht mehr anders. Ich hab ehrlich gesagt auch nicht mehr den Nerv, bei jedem Update stundenlang im Maschinenraum rumzukriechen und css-Anpassungen zu machen, weil da wieder alle Elemente aufeinander verweisen und man sich erst dreimal alles zerschießt, bis man in der Seitenleiste irgendeine Linie angezeigt bekommt.

Also stellt Euch drauf ein.

Ach ja, ich sehe mir auch gerne Vorschläge an …

Fäden und so

Von | 17. September 2026

So, da wären wir wieder.

Sorry, unser Internet spinnt gerade und ich dachte schon, ich käme mal wieder wie in den guten alten Zeiten unseres ersten Jahres in Berlin dazu, in Open Office zu schreiben, um es dann später als Blog zu veröffentlichen. Aber ganz so schlimm ist es dann offenbar nicht.

Ich war heute bei meiner Hausärztin und damit sind dann auch die Fäden raus aus der Amputationswunde. Eine weitere Kontrolle ist erstmal nicht geplant, die Heilung verläuft auch über alle Maßen gut. Das mit den Phantomgefühlen wird noch nicht wirklich weniger, aber es ist inzwischen alles sehr beherrschbar, insbesondere da mein Fuß keine großen Probleme damit hat, sich gegen irgendwas gegendrücken zu lassen, was wie im letzten Beitrag geschrieben das Gefühl verschwinden lässt.
Ich würde gerne sagen, dass ich gar keine Schmerzen habe und so im Alltag ist das auch richtig. Erstaunlicherweise. Aber keine Regel ohne Ausnahme und tatsächlich ist über dem oberen Rand der Wunde irgendwas dermaßen gereizt, dass es wirklich ernsthaft unfassbare Schmerzen bereitet. Ich hab das immer wieder beim Abziehen des Pflasters gemerkt und jetzt eben beim Ziehen der Fäden. Ich persönlich tippe ja darauf, dass da irgendein Nerv nicht so begeistert davon ist, dass er abgeschnitten wurde, aber ich bin kein Mediziner. Es passt halt vom Schmerz. Beim Zahnarzt ohne Betäubung bohren – genau das ist das Gefühl. Aber wenn ich da künftig keine Pflaster brauche und keine Fäden mehr gezogen werden müssen, dann mache ich mir da erstmal keine Sorgen. War nur eine Herausforderung heute, man möchte ja nicht der Patient sein, der aus irgendeinem Behandlungszimmer die ganze Praxis zusammenschreit und damit die anderen Besucher derselben erschreckt und vergrault.

Ansonsten wird es langsam. Ich schlafe noch schlecht, bin insgesamt ziemlich platt, aber eigentlich geht es stetig bergauf.

Mein Arbeitgeber hat mir Blumen gesendet, was für jemanden, dem nie jemand Blumen sendet, erst mal ein bisschen gruselig war, aber gefreut habe ich mich trotzdem. Auch wenn ich im Normalfall viel davon halte, die Art der Erkrankung für sich zu behalten – schon um Kollegen nicht in Zugzwang zu bringen, die ihre eigene ungern teilen wollen – habe ich dieses Mal in meiner Dankesmail trotzdem fallen lassen, was gerade Sache ist, damit ein paar der Kollegen sich schon mal gute Witze überlegen können.

Ihr seht: Verzweiflung steht jetzt gerade nicht ganz oben auf der Liste der Gefühle.

Die Ruhe der Krankschreibung tut gerade wirklich noch gut, aber dafür ist sie ja da. So langsam freue ich mich aber auch wieder darauf, ein bisschen Normalität einkehren zu lassen.

Dem Phantom sein Opa

Von | 7. September 2026

Als ich das in den letzten Tagen alles geschrieben habe, habe ich eines nicht bedacht und auch noch keine Erfahrungen damit gemacht: Phantomgefühle. Das hat sich gestern Abend geändert.

Phantomschmerzen sind ja ein Phänomen, das es bis hin zu einer gewissen popkulturellen Bekanntheit gebracht hat, aber über andere potenzielle Gefühle, die vermeintlich an amputierten Körperteilen wahrgenommen werden, wusste ich überhaupt nichts, obwohl das ein bisschen naheliegend ist, wenn man mal ganz ehrlich ist.

Und sie sind weird as fuck!

Und beängstigend.

In meinem Fall war es so, dass ich gestern beim Schlafengehen das Gefühl hatte, mein nun irgendwo anders rumliegender Zeh wäre so ein bisschen an den daneben gedrückt und ich wollte ihn gerne ausstrecken. An sich nichts dramatisches, aber als ich dann realisiert habe, dass ich das nicht kann, wäre ich beinahe in eine Panikattacke reingeschlittert. Denn so unbedeutend und harmlos das Gefühl an und für sich auch war: Dass ich es nicht beheben konnte, hat mich binnen ein oder zwei Minuten nahezu komplett um den Verstand gebracht. Wie so ein kleiner Juckreiz, bei dem man dann plötzlich realisiert, dass man den nun den ganzen Rest seines Lebens haben wird. Für immer,  in jeder Situation und man kommt da nicht raus und …

Nein, keine Panik!

Gehirn muss sich neu verdrahten, das ist ok und mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht von Dauer. Außerdem hat in meinem Fall etwas sehr simples geholfen: Ich hab den Fuß auf den Boden gestellt und vorne belastet, quasi alle Zehen mal durchgestreckt. Und das schein dem Gehirn zu reichen. Ja, es kommt wieder. Auch jetzt, da ich das schreibe. Aber es gibt Abhilfe und nichts davon dauert ewig. Aber meine Fresse, hat mich das geerdet. Das kam so völlig aus dem Nichts, nach mehreren Tagen und war unfassbar beeindruckend. Darf meinetwegen gerne auch schnell wieder weggehen, aber die Panik werde ich wohl nicht nochmal bekommen.

Ach ja, und den Scheiß mit Phantomschmerzen möchte ich nach der Erfahrung gar nicht erst kennenlernen.