SoFi

So, Sonnenfinsternis haben wir auch geschafft. Vielleicht hasst mich mein 16-jähriges Ich ein bisschen arg dafür, dass ich die 1000 km bis zur Totalitätszone nicht einfach gefahren bin, aber ich hab genug mit meinem heutigen Ich zu tun, dass mit mir nochmal über drei Kilometer Schotterpiste mit neuen noch nicht eingelaufenen Einlagen in den Schuhen reden möchte.

Naja, es war im Grunde ja ein witziges Spiel. Seit zwei Monaten versucht man der Sonne aus dem Weg zu gehen, wo es irgendwie möglich ist; und jetzt dann an dem einen Tag möchte man einen möglichst guten Blick auf sie haben. Menschen …

Da wir hier in unserer Wohnlage ziemlich von Bergen eingekreist sind, hatten wir die Vermutung, dass wir dem späten Schauspiel so nicht folgen können würden und sind deswegen AUF einen der umliegenden Berge gefahren. War vielleicht gar nicht nötig, aber so genau überprüft haben wir es nicht. Am Ende sind wir wirklich noch ein ganzes Stückchen gelaufen, was selbst mit meinen Füßen nicht so das große Problem ist, die Kinder sind da eher ein limitierender Faktor. Bei Sonnenfinsternissen offenbar eher das Knöpfle. Was verständlich ist, er hat das Phänomen geistig auch noch nicht vollständig durchdrungen im Gegensatz zu seinem größeren astronomiebegeisterten Bruder.

„OHH! DIE SONNE IST JETZT EIN MOND!“

rief er nach einem Blick durch die Brille und vielleicht fasst das eine Sonnenfinsternis für Fünfjährige ganz gut zusammen.

Beeindruckend, dass es am Ende wirklich fast Volksfestcharakter hatte und auf jeder freien Lichtung, an jeder Straße am Hang, überall Leute standen und alle nur nach oben geguckt haben.

Ich hab mich einfach gefreut. Darüber, selbst mal wieder eine Sonnenfinsternis zu sehen und darüber, die erstaunlich ausgeprägte – aber stille – Begeisterung des Spätzles zu sehen.

Obwohl das jetzt eine partielle Finsternis war, kam mir das Dämmerlicht krasser vor als vor 27 Jahren. Nicht, dass es dunkler war, aber ich glaube, damals hatte ich größere Erwartungen. Auf die totale Finsternis am 11.8.1999 hatte ich mich fast ein Jahrzehnt lang gefreut, das ist was ganz anderes. Dennoch: Ich freu mich auf die nächste, auch wenn es eigentlich nur ein bisschen Licht und Schatten ist, was dann wirklich hier auf dem Planeten ankommt.

1 Comment

Filed under Bilder, Vermischtes

Tolle Überschrift mit Sixt drin

Ziemlich genau 6 Tage lang habe ich von Sixt nichts mehr gehört. Das hab ich schon so ein bisschen als Worst Case betrachtet, denn um ehrlich zu sein, hatte ich nie Bock drauf, ernsthaft Stress zu machen. 550 € sind natürlich ein hoher Schaden, der uns entstanden ist, aber ein sehr geringer Streitwert, um sich dazu Leute ins Boot zu holen, die das als Stundenlohn haben. Ich tat dann gestern abend, was jeder vernünftige Mensch tun würde: Ich schrieb eine E-Mail mit wahnsinnig vielen Schimpfworten und hab diese Schimpfworte dann entfernt, bevor ich sie versendet habe.

Also die Mail. Ich hab nicht die Schimpfworte gesondert versandt.

Ich denke, man kann meine Stimmung aber auch hinterher noch ungefähr erahnen:

Guten Tag.

Ich würde es als professionell empfinden, wenn Sie auf meine letzte Mail antworten würden. Sie können mir auch gerne eine andere Kontaktmöglichkeit nennen.
Sollten Sie in der Zwischenzeit überwiesen haben, dürfen Sie diese Mail gerne als gegenstandslos betrachten.
Auch wenn es nicht eben um einen Kleinbetrag geht, wäre es mir lieber und sicher für alle von uns Beteiligten ein kleines bisschen einfacher, wenn nicht wir noch unsere Rechtsschutzversicherung und Sie ihre Anwälte in die Sache einbeziehen müssen, meinen Sie nicht?

Ich freue mich auf ihre Antwort,

Sascha Bors

Hab ich mir Hoffnung gemacht? Nur so mittel.

Was ich definitiv nicht erwartet hatte, war, dass ich daraufhin einen halben Tag später – heute um 16 Uhr rum – binnen einer halben Stunde sechs Mails von Sixt bekommen würde. Ich hab dann anhand der Mails live mitansehen können, wie jemand den Fall abarbeitet. Und zwar offensichtlich nicht fehlerfrei, aber in unserem Interesse:

Mail 1: Stornierung der großen 1.022€-Rechnung
Mail 2: Aktualisierung der Rechnung auf 713€
Mail 3: Stornierung der 713€-Rechung
Mail 4: Aktualisierung der Rechnung auf 682€
Mail 5: Stornierung der zusätzlichen 196€-Rechnung für den letzten Tag
Mail 6: Entschuldigungsschreiben mit der Bestätigung, dass sie meiner Forderung vollumfänglich nachkommen

Wow.

Ich hab das schon auf Mastodon so ähnlich geschrieben: Ich will jetzt nicht gleich ins Loben verfallen, nur weil ich jetzt mein Geld wieder habe, aber gerade nach all dem Terz finde ich es ein angenehmes Geschäftsgebahren, wenn ein Unternehmen schreibt: „Ja, ist scheiße gelaufen, Sie haben recht und der Fehler lag bei uns. Deswegen kommen wir ihrem Wunsch nach Rückerstattung nach.“ Ich bin natürlich der Erste, der sagt, dass es dafür ja auch gute Gründe gab, aber juristisch kannste dich ja um jeden Scheiß endlos kloppen. Ich hab das Auto ja „freiwillig“ nochmal neu angemietet. Und immerhin hab ich jetzt eine Woche lang den großen Passat gehabt, das ist ja schon irgendwie ein Mehrwert, da kann man schon der Meinung sein, dass ich das natürlich bezahlen müsse. Aber nein, Sixt hat sich demütig gezeigt und offensichtlich die Rückzahlung angestoßen. Und das weiß ich dann am Ende schon zu schätzen, ganz ehrlich.

2 Comments

Filed under Haushalt, Vermischtes

Sprachf*ckerei

Gleich vorweg: Sorry, das ist jetzt so ein bisschen „Alter Mann rotzt was ins Internet ohne sich zu informieren“, ich freu mich ggf. über Hinweise, ob da jemand schon mal was zu geschrieben hat.

Ich hab mich die Tage beim Doomscrolling gefragt, ob wir zusätzlich zu all den großen Apokalypsen, auf die wir mit unterschiedlichen Szenarien zulaufen, auch vor einem gleichermaßen spannenden wie in meinen Augen aber auch gefährlichen Verlust der Sprache reinschlittern gerade.

Mir war es persönlich immer schon ein Dorn im Auge, wenn Sprache wegzensiert wurde. Aber Moment, Moment: Ich bin da nicht mehr bei meinem Jugendlichen Ich von vor 20 (*hüstel*) Jahren und sehe inzwischen natürlich einen Mehrwert in inklusiver Sprache. Mir geht es nicht darum, dass sich Sprache nicht weiterentwickeln soll und ich finde, man sollte da zuallererst natürlich an Minderheiten denken, die durch Sprache im Laufe der Jahrhunderte diskriminiert wurden. Da darf man auch aktiv auf eine Änderung hinwirken, finde ich.

Ich dachte eher daran, dass wir uns heute medial in einer plattformgetriebenen Welt bewegen und die Änderungen, die man allerorten sieht, zwar auf den ersten Blick auch einfach rücksichtsvoll wirken, tatsächlich aber natürlich Unterwerfung unter die Werberichtlinien von Google und Meta sind. Mir kam das neulich, als in einem Kurzvideo der Content-Creator den Namen Hitler weggemutet und im Screentext dann branchenüblich mit H*tler verfremdet hat. Wie ihr vielleicht erahnt, hab ich jetzt keinen Werbecontent für den Nationalsozialismus geschaut, sondern es ging um irgendeinen geschichtlichen Fakt. Oder Blödsinn. Ist im Grunde aber auch egal, denn einerseits musste Hitler offenbar ins Video und auf der anderen Seite sollte Youtube nicht merken, dass Hitler drinsteckt. Weit häufiger passiert das natürlich mit sexuellen Inhalten, wobei mein Punkt ist: Es ist keine sonderlich gesunde Einstellung, dass alleine die Erwähnung des Wortes Sex anstößig ist. Ich denke, da ist ja gerade dieser Text hier ein gutes Beispiel. Immer wenn mir sowas über den Weg läuft, ist das harmloser bis informativer Content, das ist fast immer ein Wegducken vor einem Algorithmus, der so blöd zu sein scheint, dass er aus einer Statistikmeldung über Geschlechter von Antilopen eine Demonetarisierung des Videos ableitet. Wobei der Algorithmus wahrscheinlich eben überhaupt nicht so doof ist, es aber an den entsprechenden Stellen zumindest mal niemanden stört, dass eigentlich neutrale Worte inzwischen völlig selbstverständlich in einem Großteil des Contents, den wir sehen, „unkenntlich“ gemacht wird.

Ist meiner Meinung nach erstmal ein Nebenkriegsschauplatz der kapitalistischen Enshittification, das ist erstmal nur genauso dumm oder egal wie die Tatsache, dass man in den USA nie wirklch HipHop im Radio hören oder auf MTV sehen konnte, weil die Songs komplett entstellt waren durch Piepsen, Sound- und Mute-Effekte.

Aber jetzt wo wir mehr und mehr eine Übernahme der KI beobachten können, die ja in viel schnellerer Geschwindigkeit von bestehendem lernt und dann wiederum von dem Erlernten ihresgleichen und so weiter, dreht sich das ja alles nochmal schneller. Und soweit ich mitbekommen habe, ist es ja zumindest auch schon so, dass beobachtet wird, dass KI sich in repressiven Staaten vorsichtiger ausdrückt, unabhängig von direkten Verboten und bei identischen Prompts.

Ich will nun wirklich als Allerletzter behaupten, dass das Internet mehr Sex und Nazis bräuchte, aber ich sehe da vor allem eine Ungleichbehandlung in der Berichterstattung darüber. Das schränkt ja nicht die Pornoseiten und Nazis ein, abseits der Plattformen in den eigenen Netzwerken kann man ja machen, was man will. Siehe das hier. Aber es geht um den großen Mainstream, um die Leute, die für Themen Reichweite brauchen. Das könnte uns doch echt auf die Füße fallen, oder hab ich da was nicht bedacht?

Wie gesagt: Ist gerade nur ein unsortierter Gedanke. Ich hab da noch kein Fazit, nur ein komisches Gefühl.

4 Comments

Filed under Medien, Politik, Vermischtes

Totstellen?

Meine erste Mail an Sixt ist jetzt seit 24 Stunden raus und ich habe noch keine Antwort bekommen.

Ich bin mal optimistisch und werte das als Zeichen, dass irgendjemand sich das tatsächlich anschaut. Das fällt mir beim bisherigen Verlauf nicht leicht, aber die meisten Mitarbeiter bisher waren ja hilfsbereit. Schwierig wird es ja immer nur dann, wenn DAS SYSTEM© nicht will …

Leave a Comment

Filed under Vermischtes

Sixt im Urlaub, erste Zusammenfassung

Wir sind bei Autovermietungen ja insgesamt relativ erfahren. Weit weg von Hardcore-Nutzern vielleicht, aber bevor wir unsere ersten eigenen Autos hatten und bevor wir Geld hatten, haben wir hier und da Anbieter ausprobiert und unterschiedliche Erfahrungen gemacht. Nachdem das mit dem Geld besser wurde, sind wir irgendwann bei Sixt hängengeblieben, und zwar weil es unkompliziert war. Wir haben eine WG-Geschichte durch, in der wir wie alle aus Berlin regelmäßig Robben geliehen haben, aber irgendwann haben wir festgestellt, dass 50 € mehr wirklich einen Unterschied machen können, wenn man dafür viel flexibler ist, das Auto wo anders abstellen kann, die Zeit anpassen, upgraden, was einem halt so einfällt. Als die mir damals bei der ersten Miete gesagt haben, dass ich das Auto wirklich nicht aussaugen muss, weil das so schon passt, war das irgendwie ein Gefühl, als wären wir endlich in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Mit dem Background muss ich sagen: Ich mag Sixt! Ich mag, wie man da unkompliziert online bestellen und die Kiste dann einfach abgeben kann, ohne noch einen Fragebogen auszufüllen, ohne live dabei zu sein, wie jemand kritisch ums Auto geht.

Und jetzt dann dieser Urlaub, bei dem die Optionen im Gegensatz zu damals in Berlin erstmals wieder ECHT begrenzt waren …

Wir waren liegen geblieben, es war Samstag Nachmittag. Um es kurz zu machen: Wir hatten die Möglichkeit, bei Europcar am nächsten Morgen einen Kombi für 600 € für den ganzen Urlaub zu kriegen. Super Sache, wenn einem das Auto abgeraucht ist und man eh schon ein Hotelzimmer gebucht hat. Aber dann bot Sixt online an, in „nur“ 70 km Entfernung am Flughafen Hannover NOCH HEUTE einen Kombi zu kriegen. Quasi selber Preis, ein paar Euro mehr, aber mit der Option, den Urlaub nicht zu verkürzen. Wir könnten noch abends fahren. Muss man halt prepaid reservieren, denn mit einer Flex-Tarif-Buchung wüsste man nicht ganz so sicher, was man kriegt. Also Kreditkarte, prepaid, Golf oder Octavia Kombi FTW und dann mal schnell für 150 € einen Fahrer organisiert, um hinzufahren um das Auto zu holen …

„Ja, schade, dass die Reservierung so kurzfristig war, denn einen Kombi haben wir jetzt nicht da.“
„Das ist doch nicht Ihr Ernst, oder? Ich hab in Seesen einen vollgepackten Zafira stehen, den ich umladen muss.“
„Hmm, ja das ist ungünstig. Ich könnte ihnen einen BMW 2 Active Tourer als kostenloses Upgrade anbieten …“

Für alle Nicht-Auto-Nerds: Wir reden hier von 400 statt 600 Liter Kofferraumvolumen.

Ich musste dann also ca. 250€ extra zahlen, um einen Passat zu mieten, damit ich überhaupt ein für mich nutzbares Fahrzeug hatte. Schlimm genug. Aber ich hab extra nachgefragt, ob ich Zeit und Rückgabestation noch ändern könnte, weil wir ja noch gar nicht wussten, wie sich das alles entwickeln würde, und: Natürlich! Alles easy per App! Na denn!

Wie gesagt: Weil an besagtem Samstag kaum Anbieter verfügbar waren, hatte es sich nur zufällig ergeben, dass wir jetzt am Flughafen Hannover waren. An sich war das super unpraktisch, da ich ja hin und zurück musste. Bei 955 km fährt es sich echt mit sehr seltsamen Gefühlen knapp 100 km in die Gegenrichtung, aber es hieß, dass wir noch am späten Nachmittag weiter könnten. Das mit dem Aufpreis war zum Kotzen, aber ich stand jetzt in Hannover und ich hätte ohne passendes Auto trotzdem zurück nach Seesen müssen, wir hätten ein zweites Hotelzimmer buchen müssen, wenn man das zeitlich und finanziell gegenrechnet, war das immer noch besser als es zu lassen.

Ab da lief es erstmal. Vielleicht schreibe ich über das Auto nochmal irgendwann, aber es war ein tadelloser fast neuer Mietwagen, der uns dann bis tief in die Nacht schnell und sehr bequem in den Urlaub gebracht hat und uns dort gute Dienste geleistet hat. Schade, dass ein 70.000€-Auto immer noch einen engeren Kofferraum hat, aber wir haben es geschafft.

Dann hab ich nach drei Tagen mal angefangen über die Rückfahrt nachzudenken und hab im Anschluss versucht, die Abgabe auf Goslar zu verlegen. Das liegt fast bei Seesen, da fährt alle Stunde ein Zug in 18 Minuten rüber, alles deutlich besser als Hannover.

Verlegung der Station kostet 31 €, Verlängerung um eine Stunde – zur Sicherheit für uns – auch nochmal 8. Naja. Aber als ob es darauf noch ankommen würde. Und wir hatten sowieso bereits überlegt, wegen der Nichtverfügbarkeit eines Kombis das Upgrade bei Sixt in Frage zu stellen. Aber erst mal alles egal, denn die App brachte mir eine Fehlermeldung, es konnte keine Zahlung veranlasst werden, weil das bei Prepaid-Buchungen nicht geht. Sehr blöd, aber dafür gibt es ja den Support. Der hat mir dann telefonisch mitgeteilt, dass es eigentlich gehen müsste und die Karte wohl nicht gedeckt sei. War sie. Wir wussten das, weil wir das in den Tagen ja auch schon extra regeln mussten, weil wir die Kosten so nicht erwartet hatten. Nach zwei Telefonaten hab ich das Ganze dann mal schriftlich gemacht.

Ich hab ihnen alles beschrieben, welcher Fehler kommt (der kam bei den Mitarbeitern übrigens auch, wenn sie es selbst versucht haben), versichert, dass die Karte gedeckt ist und den Vorschlag gemacht, dass sie das mal ohne Gebühren versuchen mit dezentem Hinweis darauf, dass wir ja ohnehin schon 250 Euro mehr gezahlt haben, weil Sixt das versprochene Auto nicht hatte.

Antwort: Ihre Karte ist nicht gedeckt, melden Sie sich nochmal, wenn sie gedeckt ist.

Ich: Ist gedeckt. Was ist mit meinem Vorschlag?

Antwort: Das geht systemseitig nicht.

Ich: Ja, das ist ja keine Lösung. Was machen wir denn jetzt?

Antwort: Ihre Karte ist nicht gedeckt, melden Sie sich nochmal, wenn sie gedeckt ist.

Ich hab schon Scherze drüber gemacht, dass die ganz schön locker dafür sind, dass ich ihr Auto hab und die nicht an mein Geld kommen. Aber dann kam nochmal eine Mail vom Support.

Antwort: Ihre Karte ist nicht gedeckt, melden Sie sich nochmal, wenn sie gedeckt ist.

Ich weiß nicht, ob ich mit einem Menschen oder eine KI geschrieben habe, aber dass da nichts sinnvolles mehr kommt war eindeutig. Ist auch bis heute nicht. Am Abreisetag um 4 Uhr kam die automatische Mail, dass ich nochmal checken soll, ob meine Daten zur Fahrzeugrückgabe so stimmen würden … das kam von einem anderen Server, schon klar. Aber für den Support war die Sache damit geklärt.

Wir hatten ja noch eine eigene Idee. Wir hatten ja bei der Rückreise auch vor Hannover ein paar hundert Kilometer zu fahren und da waren ein paar Filialen grob in Schussrichtung. Wir haben gleich die erste in Schleswig während einer ersten Frühstückspause pünktlich zum Öffnen aufgesucht und ich weiß jetzt wirklich gar nicht mehr, was ich sagen soll.

Zunächst muss ich festhalten, dass die Mitarbeiterin dort fantastisch war. Sie war – obwohl sie sichtlich im Stress war – nett, professionell, sie hat zugehört, sie hat soweit ich das als Außenstehender beurteilen kann alle Hebel in Bewegung gesetzt, die sie jetzt da setzen konnte, aber alles was sie gemacht hat, war halt wieder systemseitig nicht vorgesehen. Oder lag an meiner Karte, klar. Also sie hat unseren Abgabeort nicht verlegen können, es war technisch nicht möglich. Für uns war das – ich will jetzt nicht alle Pläne A-F auflisten, aber wir haben es durchdacht – nicht nur ein kleines Ärgernis, sondern wieder was, was enormen Zeit- oder Geldaufwand verursacht hätte. Fast 1.000 km mit zwei kleinen Kindern ist echt schon ein Akt, wenn man zwischendrin nicht Autos wechseln und Hin- und Herfahren muss. Deswegen haben wir die einzige verbleibende Lösung angenommen, die natürlich vollkommen bescheuert ist und klingt als hätten wir unser Gehirn durch ungezuckerte Haferflocken ersetzen lassen: Wir haben das Auto nochmal für einen Tag neu gemietet. Natürlich für horrendes Geld. Wobei ich mir mit der Mitarbeiterin einig war, dass wir nicht die Absicht haben, da irgendwas zu zahlen.

Um das nicht unerwähnt zu lassen: Die Mitarbeiterin selbst hat gesagt, wir könnten auch versuchen, das Auto einfach in Goslar statt Hannover abzustellen und dann halt mal gucken, was passiert. Wäre wahrscheinlich billiger gewesen und hätte vielleicht auch geklappt, aber es war uns ehrlich gesagt zu unsicher, weil das keine reguläre Filiale war und wir nicht wussten, was der Tankwart von Aral macht, wenn man ein unangekündigtes Auto bei ihm loswerden will. Er sollte es annehmen müssen, sagte die Mitarbeiterin, aber so wie das bisher alles gelaufen war, wollte ich nicht bei der Abgabe noch anfangen zu diskutieren. So eine Fahrt bietet einem viel Unsicherheit, wir wollten diese eine gerne ausräumen.

So schlecht die Lösung war, so gut hat sie dann natürlich geklappt. Ich hab das Auto extra und mit Ansage mit der vermeintlich nicht gedeckten Karte bezahlt und wir haben unsere Fahrt so wie geplant durchgezogen. Wir waren immer noch von 5.30 Uhr bis 20:30 Uhr unterwegs, aber so war es auch geplant. Bei der Abgabe hab ich dann zwar gar nichts mehr gekriegt und bin mir auch nicht sicher, ob ich dem Tankstellenmitarbeiter nicht auch meinen Briefkastenschlüssel hätte geben können, aber ich kann mich ja nicht alleine um dieses Unternehmen kümmern.

Um ehrlich zu sein, weiß ich noch gar nicht, auf welchem Wege wir da jetzt bei Sixt einreiten. Aber dass aus einer 680€-Miete, mit der alles klappen sollte, am Ende ca. 1.200 € und eine ganze Woche Stress geworden sind, das wird so nicht stehen bleiben. Wenn es was gibt, melde ich mich, versprochen.

Leave a Comment

Filed under Vermischtes

Zurück

So, das war er dann. Der erholsame Sommerurlaub. 🙂

Ich möchte nicht meckern. Wir hatten ein sehr schönes Ferienhaus nur 200 Meter vom Wasser entfernt, von Bäumen umgeben und mit Outdoor-Spielzeug für die Kids. Unser Mietwagen hat uns zuverlässig von allen A zu allen B gebracht und für einen ganz kurzen Teil der Woche kam sogar sowas wie echte Entspannung auf. Wir Erwachsenen hätten davon sicher noch mehr vertragen, aber unsere Kinder sind zumindest jetzt noch nicht in einem Alter und einer Verfassung, in der das Sinn macht. Bei denen kippt das auch wieder nach recht kurzer Zeit, das wissen und erwarten wir auch – und so ist arg viel mehr als eine Woche momentan halt einfach noch nicht drin und entsprechend ist es halt wie es ist.

Wir haben heute die Rückfahrt gemeistert, die nicht nur rund 980 km Autofahrt beinhaltet haben, sondern zwischenrein einen Klärungstermin mit Sixt, das Abholen unseres eigenen Wagens, das Umladen, das Wegbringen des Mietwagens in eine andere Stadt … am Ende waren wir von 5:35 Uhr bis 20:35 Uhr unterwegs und entsprechend fertig sind wir alle. Ich als Fahrer vielleicht nicht einmal am meisten. Es war ein Erlebnis, ein Erfolgserlebnis eigentlich sogar, aber ich muss jetzt schon androhen, dass noch mehr Artikel kommen. Sixt hat uns zum Beispiel dermaßen enttäuscht, da konnte das eigentliche Feature, nämlich der wirklich schöne neue Passat, nicht gegen ankommen. Aber das kommt irgendwann, wenn ich wieder Zeit und Bock habe.

Jetzt sind wir jedenfalls wieder da und erst mal ist alles gut. Nicht so wirklich Wir-sind-alle-erholt-gut, aber immerhin. Jetzt stellt sich vor allem noch die Frage, auf wie viel der inzwischen aufgelaufenen 2.300 € Mehrkosten wir am Ende wirklich sitzen bleiben. Alles wird es nicht sein, aber nichts natürlich auch nicht. Es ist nunmal ein Auto kaputt gegangen, was will man machen? Aber das kommt dann alles noch …

2 Comments

Filed under Familie, Vermischtes

10 Stunden und 2000 Euro später …

Ihr macht Euch kein Bild!

Ich hab hier ja ein bisschen mit der Schwierigkeit der Fahrt kokettiert, aber jetzt war dann dieser eine Fall, bei dem es wirklich schief ging.

Ich vermute, Ihr werdet euch das denken, jetzt da ich hier was schreibe, aber ich möchte trotzdem damit anfangen, dass alles ok ist. Wir sind wohlauf im Urlaub und erst einmal sieht es so aus, als würde das auch so weitergehen. Aber so wie der Weg dahin verlief, bin ich gerade bei allen Voraussagen etwas skeptisch.

Der Samstag mit seinen 955 km zwischen Heimat- und Ferienadresse ließ sich gut an. Ich hab tatsächlich bis zum Wecker um kurz vor 6 Uhr geschlafen und auch wenn wir etwas später als geplant aus dem Haus gekommen sind, haben wir es quasi auf einer Arschbacke bis 9.45 Uhr nach Rhüden geschafft. Da hatten wir ein großes Frühstück bei der goldenen Möwe eingeplant weil es praktisch lag und wir es schon kannten. Letztes Jahr auf der Hinfahrt haben wir direkt im Haus daneben, einem Motel, übernachtet.

Dieses Mal war es früher Vormittag, alle waren fit und … das Auto hat geraucht. Das festzustellen hat uns die Laune dann trotz bestem Wetter verhagelt. Ohne zu viel Ahnung von der Materie zu haben ließ sich das Problem auf „Der Motor verliert massig Öl und verbrennt es dann extern“ eingrenzen, was eine Weiterfahrt nicht wirklich in Betracht kommen lassen wollte.

Da standen wir. Gemütlich beim Mac, aber 300 km von zuhause entfernt, mit zwei Kindern und einem fahrtuntauglichen Auto, das komplett vollgepackt war.

Die erste halbe Stunde haben wir recherchiert und telefoniert. Das Ergebnis war im Wesentlichen: alle Werkstätten hatten zu. Ein örtliches Abschleppunternehmen hat dann aber zurückgerufen und gesagt, sie hätten noch wen gefunden.

Wir haben Nägel mit Köpfen gemacht: Ich hab das Auto zur Werkstatt ein paar Kilometer weiter schleppen lassen und es begleitet, Sophie hat sich mit den Kids kurzerhand ein Hotelzimmer genommen.

Das waren zusammen schon mal 380 € ungeplante Zusatzkosten und wir waren noch keine Stunde da. Im Übrigen ungefähr das, was wir vielleicht von der Versicherung zurückkriegen werden für Reparatur und Abschleppen.

Die in der Werkstatt haben sich Mühe gegeben. Haben wiederholt den Motor gereinigt, Testfahrten gemacht, mir einiges erklärt … es hat halt gedauert. Nach anderthalb Stunden war klar: Heute wird das nichts mehr, sie müssen Teile bestellen, frühestens Montag.

An der Stelle war es gar nicht so einfach, eine Entscheidung zu treffen. Wir hätten den Urlaub verfallen lassen können und haben das an dem Tag öfter in Erwägung gezogen. Es wsr aber eben auch so, dass das gar nicht mal so unanstrengend gewesen wäre, denn selbst eine spontane Bahnfahrt wäre teuer gewesen und mit (zumindest Teil-)Gepäck, Kindersitzen, unterschiedlichen Startpunkten wäre auch hier eine sehr komplexe Taxifahrt dazugekommen, die finanziell auch schnell im dreistelligen Bereich gewesen wäre. Das alles, um am Ende keinen Urlaub und das Auto trotzdem ein paar hundert Kilometer entfernt defekt in einer Werkstatt stehen zu haben?

Oder vor Ort bleiben? Zwei bis vier Tage von unserer Urlaubswoche? In Seesen an der A7?

Ich war zwar nicht dabei, aber es war wenig überraschend, dass die Kids schon nach drei Stunden Hotelzimmer nicht mehr so wirklich gut gelaunt und kooperationsfähig waren.

Wir haben beschlossen, das durchzuziehen und danach die Scherben aufzukehren: Mietwagen, Urlaub! Währenddessen das Auto fixen lassen, auf dem Rückweg die Kisten wieder tauschen. Teuer aber machbar.

Wenn es nicht Samstag Nachmittag auf dem Dorf gewesen wäre. Denn da gibt es keine Mietwagen. Übrigens auch nicht in Goslar, Salzgitter, Hildesheim oder Göttingen. Ja, haben wir alles versucht. Die nächstgelegene Möglichkeit war Sixt am Flughafen Hannover. Sophie hat umgehend ein Auto reserviert. Golf Kombi, untere Mittelklasse, 680 € inkl. Auslandfahrt und zweitem Fahrer.

Das klang schon mal gut, aber da waren trotzdem noch rund 70 km Luftlinie zwischen uns und dem Wagen. Also mal die Taxiunternehmen der Umgebung angerufen. Fast 100 km Strecke, das ist doch eigentlich ganz nice, dachte ich mir so als Ex-Taxifahrer.

Nope.

Niemand wollte. Einige sind gar nicht rangegangen, manche waren skeptisch und haben mir wegen der Kosten von ca. 250 Euro abraten wollen. Und sind dann doch selbst abgesprungen, weil das jetzt zu lange dauert. Die Odyssee dauerte bis ich die Zentrale in Hildesheim dran hatte, die zwar auch keinen Fahrer gefunden hat, mir aber den Tipp gegeben hat, dass der Flughafentransfer das vielleicht macht und auch viel billiger sei.

Well, wieder was gelernt. Eine knappe Stunde Wartezeit, dafür 100 Euro weniger. Wobei ich ja nun binnen einer Stunde für den höheren Preis eh keinen Taxifahrer hatte auftreiben können.

Die Fahrt war super. Eine Dreiviertelstunde ausruhen im Fond eines gemütlichen VW-Busses mit einem netten Fahrer, der mir dann auch genau zeigen konnte, wo Sixt am Flughafen sitzt.

„Ja, das ist ein bisschen ärgerlich, dass ihre Buchung so kurzfristig kam, weil einen Kombi hatten wir jetzt nicht mehr da …“

Ich hatte mir zu dem Zeitpunkt längst nicht mehr eingebildet, irgendwann nochmal Glück zu haben. Es war 16.30 Uhr, wir waren seit 10 Stunden unterwegs, die Kinder im Hotel am Durchdrehen, ich hatte den halben Tag bei 30°C vor einer Werkstatt telefonierend verbracht und stand jetzt – für 150 € angereist –  verschwitzt bei Sixt, 70 Kilometer von der Familie entfernt und die sagte mir, ich könne als kostenloses „Upgrade“ einen 2er-Tourer von BMW haben, der ja nur 30% weniger Kofferraum hat als der vollgestopfte Zafira in Seesen, den es umzuladen galt.

Als jemand, der bei Autos eigentlich ausschließlich nach Platzangebot geht – oder gehen muss – möchte ich ohnehin alle Autovermieter-Marketingverantwortliche ersäufen, die die verschiedenen Klassen offenbar nach Prestige auf dem Grundschulhof zusammenwürfeln.

Aber egal. Ich hab mal eben noch 250 € hinterher geworfen, um einen Passat zu bekommen.

Da sich mit Geld am Ende alles regeln lässt, saß ich 10 Minuten später in einem 70.000€-Neuwagen, bin damit wieder 100 km entgegen der Zielrichtung gefahren, während einer der Taxiunternehmer mich anrief um sich zu entschuldigen, dass er vorher nicht rangehen konnte, weil er in der Notaufnahme war. Na klar, was auch sonst?

Anschließend hab ich mit Müh und Not das Gepäck in den immer noch kleineren Kofferraum dieses Luxusschlittens gestopft, hab die Familie am Motel eingesammelt und hab dann mit nur zwei Kaffeestopps einfach 600 km nach Dänemark runtergerissen.

Wie sehr das ausgelaugt hat, ahnt ihr nicht.

Aber da sind wir jetzt, es hat sich erstmal gelohnt.

Ach ja, heute kam der Kostenvoranschlag der Werkstatt. 700 Euro. Macht so langsam auch keinen Unterschied mehr.

6 Comments

Filed under Bilder, Familie, Vermischtes