Jahr der Veröffentlichung: 2012
Genre: Open-World-Racing
Stunden bisher gespielt: ca. 10
Setting: Finde Autos und fahr!
Ich hab schon immer gerne mal nebenher Racing-Games gespielt und mit Forza Horizon 4 hab ich gesehen, dass ich sogar in dem Genre einer Open World nicht abgeneigt bin. Ich war mal ganz extrem picky beim Fahrverhalten in solchen Spielen und hab nur sehr wenige gespielt und hab eine ganz genaue Mischung aus Realismus und Arcade gemocht und hab mich außerdem zwei Jahrzehnte lang unglücklich drüber aufgeregt, dass wir dank der ganzen Lizensierungen von Autos keine vernünftigen Schadensmodelle haben und und und …
Auf der anderen Seite fand ich sowas extrem technisches wie Trackmania United Forever dann ja doch auch geil.
Kurzum: Seit Need for Speed Porsche hab ich die Reihe eigentlich nicht mehr angeschaut und erst 2025 hab ich mir dann dieses Kleinod hier im Sale für 2,99 € geschossen, weil’s ging.
Das Spiel ist unfassbar 2012. Dunkle Techno-Stilistik, Bombast – soweit damals mit der Grafik möglich – überall und ein so simplifiziertes Open-World-Gameplay, dass man es eigentlich nicht hassen kann. Man startet mit seinem Auto, rast rum, fährt durch ein paar Radarfallen und Werbetafeln und findet irgendwann am Straßenrand andere Autos zum Wechseln oder eben Rennevents, an denen man teilnehmen kann. Das sind kurze Rennen gegen eine einstellige Anzahl von Gegnern und/oder Verfolgungsjagden mit der Polizei, kaum etwas über fünf Minuten lang. Abgesehen von den Automodellen ist da keine Spur mehr von Realismus. Man kann im Grunde wild überall dagegenheizen, selbst bei schweren Crashs, die eigentlich Totalschäden wären, wird man mit vielleicht 5 Sekunden Verzögerung und einer hohen Startgeschwindigkeit wieder auf die Strecke gesetzt und hat immer noch die Chance zu gewinnen. Die Autos fliegen nur so durcheinander, die Rennen haben eine nicht schlecht gemachte aber dennoch spürbare Gummibandmechanik und am Ende kriegt man für Podiumsplätze generisches Tuning-Zubehör, das man fürs aktuelle Auto aktivieren kann.
Kurzum: Es ist ein Racing-Game, bei dem man sein Gehirn vollkommen ausschalten kann. Wenn Rage 2 ein Autorennen wäre, dann das hier. Nur ein kleiner Input-Lag versaut einem das perfekte Timing manchmal.
Aber man kriegt für alles was man anstellt großzügig Punkte und ab gewissen Punktzahlen kann man dann in der Welt die Most-Wanted-Autos finden und sie bekommen, wenn man gegen sie ein Rennen gewinnt und sie anschließend schrottet. Das sind dann natürlich die besonders ausgefallenen Supersportwagen oder sonstige Ikonen der Automobilgeschichte.
Da kommen wir übrigens zu einem Punkt, den ich unfassbar unschön gelöst finde, nämlich die In-Game-Werbung für die DLCs. Wenn das schon 2012 so war, muss das richtig aufgefallen sein. Denn oft entpuppen sich die Autos, in die man am Straßenrand wechseln kann, als kostenpflichtige DLC-Wagen und wenn man nicht genau hinguckt, bringt einen die Taste, die einen sonst wechseln lässt, direkt zum EA-Shop. Das ist wirklich eklig.
Insgesamt spiele ich das halt so ein bisschen vor mich hin und das war’s. Kein Spiel, an das man sich 10 Jahre später noch wirklich erinnert und ich denke mal, mir wird es ähnlich gehen.



