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Zeitverschiebung bei bild.de

Chuck Norris, so sagt man, weine nicht. Dies sei insbesondere schade, weil seine Tränen Krebs heilen könnten. Wahlweise auch Aids oder eine aktuelle Modekrankheit. Chuck-Norris-Sprüche, im Englischen sogar „Facts“ genannt, sind seit gefühlten 4 Jahren ein Trend, der auf Unterhaltungsseiten nicht abreisst. Es gibt schon Bücher mit gesammelten Sprüchen, auf Shirts und anderen Kleidungsstücken werden die Sprüche auch seit Jahr und Tag gedruckt, sogar Chuck Norris himself hat schon seine Favoriten gewählt und öffentlich verkündet. Aber heute könnte er weinen.
Denn heute – wann auch sonst? – veröffentlicht bild.de den ersten Teil ihrer Serie über die Norris-Facts.  „Keiner ist so hart! Chuck Norris – wirklich alle Sprüche“ lautet die Überschrift, und als Kenner der Materie kann ich nur sagen, dass die erste Auswahl eher mau ist.
Das ist aber noch nicht alles. So sind die gewählten Sprüche zum Teil grammatikalische Luftgurken, die unbeschadet jede Form des Gegenlesens überstanden haben. Beispiel gefällig?

„Chuck Norris kann einen Stuhl mit einem einzigen Arm hochheben – auf dem er selbst sitzt!“

Mein Favorit ist aber eigentlich der hier:

„Wenn beim Knobeln spielt: Papier schlägt Stein, Stein schlägt Schere, Schere schlägt Papier. Was schlägt alles auf einmal? Richtige Antwort: Chuck Norris.“

Dass bei diesen – eventuell kurz selbst erfundenen? – Sprüchen auch irgendwie die Witzigkeit zum Erliegen kommt, ist da nur noch eine unbedeutende Randnotiz wert.

Die Krönung des Ganzen ist aber der Schluss:

 

Einer geht noch... Quelle: bild.de

Einer geht noch… Quelle: bild.de

Also, bild.de sucht den „alle plus einten (?)“ Chuck-Norris-Spruch.
Ich hab ihn nicht, denn Chuck Norris ist der einzige Mensch, der schon bis unendlich gezählt hat. Aber dafür zweimal.

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Kreativ sind sie ja schon…

bild.de überrascht heute auf der Hauptseite mit folgender Headline:

Voll der Russe! Quelle: bild.de

Voll der Russe! Quelle: bild.de

Abgesehen davon, dass es auch wieder eine völlig übergeigte Überschrift ist (im Artikel steht wirklich ausschliesslich, dass Schröder dem Westen einige Vorwürfe macht und vorschlägt, über Medwedjews Angebote nachzudenken), finde ich es erstaunlich, dass bild.de

  • eine Fotomontage als solche kennzeichnet und
  • „Russe“ in Anführungszeichen setzt.

Was zweiteres eigentlich soll, werde ich wahrscheinlich in diesem Leben nicht mehr erfahren. Naja.

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Übergeigt!

Ich erinnere mich an einen uralten Beitrag bei bildblog, wo ein Zitat aus einem Interview mit Kai Diekmann – seines Zeichens Chefredakteur der Bild – thematisiert wurde. Es dürfe keine „übergeigten Überschriften“ geben, bei denen der Artikel nicht halten könne, was die Überschrift verspricht – so oder so ähnlich sagte Diekmann das.
Dann frage ich mich doch, was bitteschön das ist:

Screenshot: bild.de

Screenshot: bild.de

 

Der einzige Hinweis bleibt (was aber schon der Artikel ist) das Wörtchen „allerdings“ ganz am Ende. Denn – so gerne das einige sicher gesehen hätten – der werte Prinz ist natürlich kein bisschen tätowiert. Und wenn, dann mit ziemlicher Sicherheit nicht so. Der Tätowierungskünstler hat ihn nämlich „digital tätowiert“, mit anderen Worten: Es handelt sich um eine Fotomontage zum Zwecke der Werbung für eine Kunstausstellung.
Na Herr Diekmann, wie klingen die Geigen heute?

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Überschätzt

Vanity Fair ist ein Magazin, zu dem mir wenig einfällt. Naja, das Wort in der Überschrift eben. Nun wählen sie also auf vanityfair.de die „wichtigsten Deutschen“. Auf coffeeandtv.de bemerkt Lukas Heinser ganz passend, dass dort „Relevanz generiert“ werden soll. Wenngleich natürlich einige wichtige Leute dabei sind. Ich kann mich dem Aufruf von Lukas, dort wenigstens das Ergebnis zu Gunsten von Stefan Niggemeier zu beeinflussen, nur anschließen. Mir ist allerdings noch eine Kleinigkeit aufgefallen dort.
Die dort zu wählenden Personen werden alles andere als preisend vorgestellt, sondern – sachlich sicher korrekt – mit den Berufen, die sie eigentlich haben. Das wirkt beim ein oder anderen allerdings eher seltsam. Seht selbst:

Screenshot: vanityfair.com

Screenshot: vanityfair.de

Screenshot: vanityfair.de

Screenshot: vanityfair.de

Screenshot: vanityfair.de

Screenshot: vanityfair.de

Screenshot: vanityfair.de

Screenshot: vanityfair.de

Eigentlich fast schon wieder sympathisch – aber dennoch dämlich. Denn leider kann man sich ja eher nicht darauf verlassen, dass die Leute so oder so erkannt werden.

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Neues von Arcor

Diese Woche hat uns endlich mal wieder ein Schrieb unseres Lieblings-Telefonanbieters erreicht. Ein Standardschreiben mit einem Standardformular – was eigentlich auch zu erwarten war. Man könnte auch sagen: Sie haben den Brief gelesen und ignoriert.
Nun haben wir ja dennoch ein Interesse daran, wenigstens mal Inhaber des Vertrags zu sein – damit wir uns dann auch auf Augenhöhe mit denen auseinandersetzen können – vor allem, ohne dass Felix deswegen Ärger kriegt.

Zusätzlich zum in Teilen ausgefüllten Formular…

Quelle: Sash
Quelle: Sash

…habe ich auch noch einen Brief beigelegt, um das Ganze zu erläutern. Vielleicht war ich etwas ungehalten bei manchen Formulierungen, das Urteil kann sich jeder selbst bilden. Wer will, kann ihn hier lesen:

Sehr geehrte Damen und Herren,

mit Freude nahm ich zur Kenntnis, dass das Formular zum Vertragspartnerwechsel bei mir eingetroffen ist. Ich möchte ihnen auch für die unendliche Weitsicht danken, einen Standardbrief zu verwenden.
Zum Formular: Sie finden dieses Formular nun in unzureichender Weise ausgefüllt vor, und jegliche Bemühungen, diesen Zustand zu ändern, bin ich nicht in der Lage zu leisten, DENN:

Ich habe ihnen bereits mehrfach mitgeteilt, dass Herr F. (mein ehemaliger Mitbewohner Felix, Anm. v. Sash) nicht in dem ihm zugeteilten Haushalt wohnt, besser noch: Nie dort gewohnt hat. Meiner offensichtlich unendlichen Kulanz haben sie es also nun zu verdanken, dass ich ihnen einmal mehr einen Brief von Herrn F. mitschicke, in dem er bestätigt, dass ich befugt bin, seinen Vertrag zu übernehmen.
Diesen Brief erhalten sie in Kopie, da sie das Original (ist so ein lustiger gelber Zettel) bereits besitzen und ich glaube, das letzte verbliebene Exemplar ist  bei mir in besseren Händen – es steht natürlich jedem Kundenbetreuer zur Einsicht bereit.

Zur Übersicht: Nützliche Informationen für die Zukunft (ganz gleich, ob dieser Vertrag mal zustande kommt oder nicht):

  • Herr F. wohnt nicht in Berlin und hat dort noch nie gewohnt. Mahnungen an diese von ihnen frei erfundene Adresskombination erreichen niemanden!
  • Es wäre also nur logisch, diesen Eintrag aus dem Telefonbuch zu löschen – und das machen sie bitte schnellstmöglich.
  • Mein Nachname schreibt sich mit dem O vor dem R, nicht anders herum. Ich weiss nicht, wie lange der Briefträger da noch kulant ist.
  • Seit nunmehr zwei Jahren handeln sie alle Vertragsdetails mit meiner Wenigkeit aus – inklusive Verlängerungen. Sollten sie also ein Interesse daran haben, irgendeinen für Forderungen haftbaren Vertragspartner zu haben, dann akzeptieren sie mein Betteln um Aufmerksamkeit gefälligst irgendwann mal!

Gruß, Sash

Anmerkung: Der Text wurde aus Datenschutzgründen etwas modifiziert.

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Stuttgart am Morgen

Quelle: Sash

Quelle: Sash

Ja, ich bin wieder da! Reisebericht folgt…

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Sex und Blut am Himmel!

Man könnte das eine reisserische Überschrift nennen. Denn eigentlich geht es in keinster Weise um Sex. Selbst um Blut geht es nur in übertragenem Sinne.
Ehrlich gesagt geht es nur um die Mondfinsternis am heutigen Abend. Im Allgemeinen haben Mondfinsternisse zurecht den Ruf, relativ unspektakuläre Himmelsereignisse zu sein. Der Mond wird dunkler, verfärbt sich rötlich, und all das passiert auch noch weit häufiger als Sonnenfinsternisse zum Beispiel.
Aber bild.de kann das natürlich nicht davon abhalten, einen Quatsch sondersgleichen zu verbreiten:

Screenshot: bild.de

Screenshot: bild.de

 

Vielleicht ist es ja meine Skepsis gegenüber Astrologen und mein Interesse für Astronomie, die mich daran zweifeln lassen, was „Star-Astrologe Michael Allgeier“ erzählt: „Bei einer Finsternis dominieren triebbetonte Seelenkräfte. Menschen lassen sich gehen.“ Da stimmt es mich auch nicht um, dass Allgeier „Partnerschafts- und Karmaastrolgie“ als Spezialgebiet hat.

Wer am heutigen Abend also verstärkt das Bedürfnis zum Kopulieren hat, der kann gerne versuchen, mich davon zu überzeugen, dass der Mond hier die Hormone besiegt hat, aber ansonsten rate ich allen einfach dazu, gelegentlich am Abend mal nach dem Mond zu schauen, um dieses Ereignis nicht zu verpassen.

Daten zur Mondfinsternis:

(MESZ=Mitteleuropäische Sommerzeit, alle Zeiten nach 0:00 Uhr = 17.8.2008)

Beginn der Finsternis: 20:23 Uhr MESZ

Eintritt in den Kernschatten: 21:35 Uhr MESZ

Maximum der Finsternis: 23:10 Uhr MESZ

Austritt aus dem Kernschatten: 0:44 Uhr MESZ

Ende der Finsternis: 01:57 Uhr MESZ

Zur Warnung für alle, die jetzt etwas voll tolles erwarten: Die Finsternis ist nicht einmal total, sondern partiell (81,2%).

Aber wen interessiert das? Die bild.de-Leser sicher nicht…

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