Category Archives: Bilder

Willkommen in der Heimat

Es gibt so Tage für Notstandsgeblogge. Heute ist einer davon. Ich hab mich heute hier und da ein bisschen durch meine angefangenen Texte geklickt, hier ein Komma geändert und anderswo Kommas in Kommata. Arg viel produktives ist nicht dabei herausgekommen. Dabei hab ich Lust aufs Schreiben. Sonderlich viel passiert allerdings gerade nicht. Nicht einmal die Nachbarn in unserem hellhörigen Haus geben irgendwelche Neuigkeiten her.

Ja, Ozie und ich fangen mit den ersten Hochzeitsplanungen an, ich kümmere mich endlich mal um die Verlängerung meines P-Scheins und Fotos aus der Küche wären immerhin für einen Biologie-Blog interessant. Aber so ein bisschen öde ist das alles.

In letzter Zeit habe ich öfter mal alte Ordner und Fotos durchgesehen – nicht auf der Suche nach Blogmaterial, einfach so. Man erinnert sich ja manchmal gerne. Und da gibt es schon einiges, was ich irgendwann mal einstreuen will. Gut, die meisten alten Fotos bilden Menschen ab, die ich zum Teil nicht einmal mehr kenne – da ist das unangebracht. Aber es gibt Ausnahmen.

Dass ich in Stuttgart heiraten werde, ist ja eine schöne Sache. Weniger Alltag, Heimatbesuch, alte Freunde treffen, bla Keks!

Wenn ich das hier in Berlin erzähle, dann sind da natürlich auch immer gleich die Klischees der ewig sauberen und durchweg reichen Schwabenmetropole parat. Die Bilder aus’m Ländle, das so anders ist als alles hier oben. Bei allem Respekt und aller Liebe für die in der Tat nicht kleinen Unterschiede: Blödsinn!

Ich hab da unten in einer Wohnung gehaust, gegen die der jetztige DDR-Plattenbau die reinste Luxushütte ist. Mit dem Unterschied, dass die jetztige Bude nur die Hälfte kostet. Es stimmt schon: Stuttgart ist einseitiger. Da fällt es mehr auf, wenn etwas (wie unser Haus damals) heruntergekommen ist. Aber diese Ecken gibt es auch.

Ein Paradebeispiel, schon ein paar Jahre alt, musste ich damals unbedingt fotografieren. Einfach weil ich es… ja, irgendwie schön fand. Und skurril 😉

 

Willkommen bei Mercedes in Stuttgart, Quelle: Sash

Das ist sicher nicht die repräsentativste Ecke und soweit ich weiss, existiert das so auch gar nicht mehr. Aber was ich eigentlich damit sagen will:

Ich freue mich auf Stuttgart nicht, weil es dort ein tolles Schloß oder den ersten Fernsehturm gibt. Bei allem berechtigten Bashing ist es ja nicht so, dass ich dort nicht gern gelebt hätte. Ich freue mich auf mein Heimatgefühl unter den Brücken über die A81 kurz nach Heilbronn. Ich freue mich auf den stockenden Verkehr zum Pragsattel hoch und darauf, dass ich alle drei fiesen Blitzer von der Autobahn bis zum Hauptbahnhof noch kenne.

Und auch dort verändert sich ja nicht nur der Bahnhof. Selbst in Stuttgart machen die Läden auf und zu. Ich werde mit Ozie meine Hochzeit feiern in meinem Heimatstadtteil bei meinen Stammkneipengastwirten – aber in einer anderen Kneipe. Und die Leute, die ich treffen werde, haben inzwischen andere Jobs, andere Frisuren und andere Wohnungen. Ich freue mich trotzdem auf jeden einzelnen da unten und auf jede vertraute Straße, jeden Platz und jeden Ausblick.

Ich bin kein großer Freund von ewigen Reisen und ständigem Umziehen. Ich weiss, dass ich nicht die ganze Welt kennen kann und bin deswegen wirklich zufrieden mit dem Ausschnitt, den ich mir in meinem Leben so erarbeite – egal wie groß er ist. Aber es ist schön, zwei Heimatstädte zu haben, das kann ich mit Sicherheit sagen.

Keine zwei Monate mehr. Ich freu mich! 😀

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Nein. Nicht.

Ach Google, wie kannst du nur so an mir zweifeln?

"Wahl Hamburg" - Meinten sie "Wahl Honululu"? Quelle: google.com

Nee, is klar…

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ToDo-Listen zum Wochenende

Dass ich am Wochenende im Allgemeinen eher wenig tue, ist den meisten bekannt, die gelegentlich versuchen, mich an einem Wochenende dazu zu bringen, etwas zu tun. Allen voran natürlich Ozie.

Das Schlechte daran ist zweifelsohne, dass ich mit meinen Ausreden fürs Nichtstun voraussichtlich irgendwann noch vor der Rente durch bin. Aber es gibt eben auch gute Seiten. So werden mir immerhin keine ToDo-Listen mehr vorgelegt, deren Arbeitspensum mir irgendwie unangenehm umfangreich erscheint.

Aktuell arbeite ich an dieser hier:

"Sswei Haagn kannse sezzn! Mussich jezt Subbe jaagn!" Quelle: Sash

😉

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Auf großem Fuße (Fortsetzung)

Da derletzt beim Schuh-Foto die Frage aufgeworfen wurde, wie es sich mit Ozies Schuhwerk verhält, sei es hier noch einmal neben meinem fotografisch wiedergegeben:

Bigfoot-Beweisfoto Nr. 14432b Quelle: Sash

Bigfoot-Beweisfoto Nr. 14432b Quelle: Sash

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Schluss mit lustig!

Übereinstimmendes Merkmal von Besuch aller Art ist, dass er irgendwann wieder geht. In meiner langjährigen WG-Geschichte habe ich gelernt, dass der Zeitraum zwar durchaus zwischen ein paar Minuten und zwei Jahren schwanken kann, aber letztlich bleibt es dabei: Irgendwann gehen sie alle!

Im Falle meines sehr guten Freundes Alex, der mitsamt importierter Schauspielertruppe (und einem angehenden Psychiater!) nun seit rund einer Woche unsere Wohnung bevölkert hat, fällt der Abschied einmal mehr schwer.

Im Laufe des Tages und nach einem letzten Termin wird die Karawane weiterziehen und die Wohnung wieder Ozie und mir gehören. Das hat zweifelsohne auch positive Seiten, insbesondere meine Leber wird es der Geschichte danken. Aber ein Fünkchen Wehmut bleibt, wenn ich an die leider viel zu kurzen Abende hier denke, an unsere Alühn-Zockerei, an neue Musik, an witzige Filmchen und vor allem an die Gespräche auf Augenhöhe und viele Eindrücke aus einem anderen Land.

Multikulturelle Verschmandung deluxe, Quelle: Sash

In diesem Sinne sollte ich vielleicht ein paar Worte über Freundschaft verlieren. Freundschaft ist nicht zwingend, irgendwelche Likes auf Facebook zu verteilen und auch nicht, sich möglichst alle paar Stunden zu sehen! Freundschaft ist in meinen Augen dann eine solche, wenn man sich nach mehreren Jahren treffen kann, und obwohl das Leben einen in unterschiedliche Bereiche, Beziehungen oder gar Staaten verschlagen hat, und dennoch alles ein Bisschen ist wie früher. Wenn man miteinander reden, vielleicht sogar streiten, philosophieren und diskutieren kann. Wenn man Werte teilt und Einstellungen, Gepflogenheiten und Humor.

Ein Freund kann ein, zwei, drei oder auch sechs Leute mitbringen in meine Wohnung, und ich weiss, dass das ok ist. Für Einsiedler wie mich ist das ein wichtiger Punkt, aber die, die ich Freunde nenne, haben mich dabei noch nie enttäuscht und ich hatte immer Spaß mit meinem Besuch, ob ich sie nun bereits vorher kannte oder nicht.

Ich habe nicht viele wirkliche Freunde, aber diejenigen, die ich so nenne, sind der Grund, weswegen ich eine 5-Zimmer-Wohnung mit meiner Freundin alleine bewohne: Um gegebenenfalls Platz für sie zu haben. Und für deren Freunde. Selbstverständlich.

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Auf großem Fuße leben... Quelle: Ozie

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Der Knaller

Wie inzwischen ja allgemein bekannt sein dürfte, bin ich einer der vielen Berliner Immigranten. Herverschlagen hat es mich aus Stuttgart, und wie wir alle wissen und teilweise ausführlich erörtert haben, ist Stuttgart in vielen Punkten anders als Berlin.

Und das ist auch gut so.

Mein Lokalpatriotismus war nie sonderlich ausgeprägt und ich hab den bisher einzigen überregionalen Umzug vor allem deswegen genossen, weil es so fantastisch und interessant ist, die Unterschiede im Alltag zu erleben. Die geistig Armen, die ihre jeweilige Heimatstadt gegen alles andere verteidigen zu glauben müssen, sind ja glücklicherweise hier wie dort in der Unterzahl.

Ein interessanter Unterschied ist aber beispielsweise die Anzahl an Knallern. Es klingt vielleicht komisch, aber Stuttgart erfüllt seinen Ruf als langweilige und ruhige Stadt zumindest insofern ganz gut, als dass sich der Gebrauch von Pyrotechnik im Wesentlichen auf die Tage um Silvester rum beschränkt und ansonsten bloß in professioneller Form beispielsweise zum Lichterfest oder zum Abschluss von Frühlings- und Volksfest auftritt.

Es kann sein, dass ich hier in einen besonders pyromanen Stadtteil gezogen bin, aber hier explodiert mehrmals täglich irgendetwas so laut, dass es keinesfalls immer dasselbe Etwas sein kann. Und richtige Feuerwerke…

 

Kleines Feuerwerk an der Spree. Quelle: Sash

Wenn ich eine Schätzung abgeben müsste, wie viele Feuerwerke jährlich irgendwo in Berlin stattfinden, dann würde ich 150 sagen und damit wahrscheinlich immer noch deutlich zu niedrig liegen. Ich kriege zwar gefühlt zwei- bis viermal die Woche irgendwelches Geknalle mit, aber da ich nicht überall gleichzeitig sein kann – nicht mal mit dem Taxi – vermute ich, dass mir so einiges bisher auch entgangen sein wird.

Der wirkliche Knaller sind dann allerdings Leute, die mit Schreckschusspistolen großangelegte Polizeieinsätze auslösen, wie jetzt erst wieder geschehen. Da fällt einem dann echt nichts mehr ein.

Wenn ich hier schreibe, dass ich das aus meiner alten Heimat nicht kenne, dann ist das im Übrigen kein sentimental begründeter Ruf nach mehr Ordnung und Ruhe, sondern allenfalls eine nette Anekdote im Hinblick auf die Unterschiedlichkeit der beiden Städte. Es bestätigt aber auf jeden Fall eine Theorie meinerseits:

Nachts ist die Stadt bunter!

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