Jahr der Veröffentlichung: 2016
Genre: Open-World-FPS
Stunden bisher gespielt: ca. 50
Setting: Du bist Takkar, ein Steinzeit-Jäger im Land Oros und musst dein Volk, die Wenja, vereinen; ihr Dorf aufbauen und die feindlichen Stämme der Izila und der Udam besiegen.
Far Cry Primal war für mich lange ein rotes Tuch. Ich liebe die Serie ja, aber wieso zur Hölle sollte ich einen Shooter spielen, der ohne Schusswaffen auskommt? So zumindest war lange lange meine Meinung zu dem Spiel. Und ich will nicht lügen: Ich fände das Spiel immer noch besser, wenn man vernünftige Waffen hätte.
Aber: Es wird so viel geschimpft über Ubisoft, dass sie immer nur das selbe machen und dass sich niemand wer was traut in der Gaming-Branche und da muss man doch fairerweise auch mal innehalten und drüber nachdenken, wie verdammt cool es eigentlich ist, einen Steinzeit-Shooter zu machen und sich sogar extra noch eine eigene Sprache dafür auszudenken.
Dennoch hab ich das Spiel lange links liegen lassen, trotz guter Kritiken. Am Ende hab ich’s eingepackt, als die Ubisoft-Spiele samt Achievements zu Steam gekommen sind und hab es da im Sale für einen einstelligen Betrag fast ein Jahrzehnt nach Erscheinen gekauft.
Das Faszinierende ist: Es ist ein astreines Farcry-Spiel. Der Game-Loop ist der selbe wie beim dritten und vierten Teil, nur dass das Setting eben nochmal eine Spur wilder ist. Als Waffen stehen jetzt eben Keulen und Speere und natürlich – da lassen die anderen Teile grüßen – ein Bogen bereit. In Kombination mit sehr abenteuerlichen Granaten wie einer Feuer- oder (meinem Liebling) Bienen-Bombe. Auch Köder zum Anlocken von Raubtieren kann man wieder verwenden.
Und wenn wir schon bei Raubtieren sind: Die zähmbaren Bestien sind neben dem Setting die große Neuerung dieser Iteration von Far Cry und am Ende steht ein erstaunlich stimmiges Spiel. Wie Far Cry New Dawn und Far Cry 3 Blood Dragon ist es einer jener „halben“ Teile, die Ubisoft mit Teilen der Maps des jeweiligen Hauptteils zu einem günstigeren Preis vor dem Nachfolger rausgebracht hat. Aber gerade Primal ist ein in allen Belangen vollwertiges Spiel. Für einen kompletten Run mit allen Nebenmissionen kann man gut und gerne 40 Stunden einplanen, ich hab am Ende knapp 50 gebraucht. Insbesondere weil die Boss-Kämpfe serientypisch schwierigkeitsmäßig vom freien Spiel deutlich nach oben abweichen.
Mich hat es wirklich positiv überrascht. Die Metapher Steinzeit funktioniert unglaublich gut und ich fand einige Ideen richtig originell, gerade für ein so festgefahrenes Franchise. Die Stimmung ist eher ein bisschen düster, aber man kann wirklich eine Weile Spaß haben damit. Für einen Sale kann man sogar problemlos eine Empfehlung aussprechen. So viel gutes Gameplay für unter 10 Euro bekommt man selten.





