9. Oktober – hach!

Den gestrigen Tag sollte man sich im Kalender anstreichen, denn das ist der Tag, an dem hier bei mir zuhause von Ozie die erste Bhut Jolokia gepflanzt wurde. Hach! Zugegeben: Unter all den Chilis, die hier gepflanzt und hochgezogen wurden, geht das gerne unter – zu Recht auch – aber irgendwie ist da doch so ein Kribbeln in mir …

Ich gestehe es gerne ein: Dass man eine leichte Sucht nach Capsaicin entwickelt, entspricht der Realität. Irgendwo in diesem Blog habe ich aber schon mal geschrieben, dass das noch weit hinter Kaffee die wahrscheinlich harmloseste Droge ever ist. Und bei den Jolokias geht es auch weniger um den tatsächlichen Gebrauch (Hallo, man muss dazu Handschuhe anziehen!), sondern mehr um das gute Gefühl, „es“ auch mal gemacht zu haben, einmal den heiligen Gral mit den eigenen fettigen Fingern betatscht zu haben.

Die Früchte gelten (je nachdem, ob man den nachfolgenden Rekord anerkennt) immerhin als Nummer 1 unter den Chilis, als schärfstes Gewürz aller Zeiten. Gewiss, die Anbaubedingungen in Marzahn geben ohnehin keine rekordverdächtige Frucht mit Millionen-Score auf der Scoville-Skala her, aber derbe brezeln werden die Teile wahrscheinlich dennoch … 🙂

Und auch wenn ich in fast allen Bereichen dem Pathos gerne fern bleibe, so reizt es eben doch, sagen zu können, man habe die schärfste Chili der Welt zu Hause großgezogen. Also hoffen wir mal, dass es eine der vier ausgesäten Pflanzen auch schafft!

Und ganz nebenbei war gestern – von uns beiden verpennt – auch der siebte Jahrestag von Ozie und mir. Sicher, ein belangloser Video-Abend mit Pizza vom Lieferdienst wird sicher nicht in die Annalen unserer Beziehung eingehen, aber vielleicht ist es ja auch besser, wenn man gar nicht mehr mitzählen muss, wie viele Jahre man schafft. Und wenn wir den Tag nur der Jolokias wegen als „scharf“ in Erinnerung behalten, dann ist das doch wenigstens etwas … 😉

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Passend

Aus der Serie: Passend zum Betriebssystem saufen 😉

Und der Rest wartet lieber aufs Jägermeister 3.1-Betriebssystem. Quelle: Sash

 

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Schuld beglichen

Letzte Woche hab ich nach einem abendlichen Einkauf mal wieder meinen russischen „Freund“ getroffen. Wie eigentlich zu jeder Tageszeit war er mäßig bis übermäßig alkoholisiert und furchtbar begeistert, mich zu sehen.

Das hat noch nie auf Gegenseitigkeit beruht. Zugegeben, dank meines Schlafrhythmus bin ich hier auch schon um 7 Uhr betrunken einkaufen gegangen, aber jedes Treffen mit ihm stellt mich vor Probleme. Sprachprobleme. Der Kerl kann quasi kein Deutsch und kein Englisch. Und es interessiert ihn auch nicht, er spricht dann halt russisch – ganz gleich, ob es wer versteht.

Aber gut, ich kam schwer bepackt mit 2 Tüten und einem Kasten Bier aus dem Kaiser’s und er kam zufällig vorbei, fragte mich irgendwas und schielte so auffällig unauffällig auf meinen Kasten Bier. Ich hab eine der Flaschen gepackt, sie ihm in die Hand gedrückt, ihm auf die Schulter geklopft und ihm einen schönen Abend gewünscht. Keine Ahnung was er eigentlich von mir wollte – aber das Ergebnis fand er wohl ok.

Und er ist gegangen.

Hey, 80 Cent für ein Lächeln! Das ist ein guter Tarif. Außerdem hat er mir ja damals auch ein Bier ausgegeben. Vielleicht sind wir jetzt quit, vielleicht hab ich jetzt auch bei irgendeiner Mafia was gut. Keine Ahnung, ich versteh den Kerl ja nicht. Aber wie dem auch sei: Hat sich gut angefühlt, war also in Ordnung so 🙂

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Leider kein Feingefühl

Jetzt hab ich mich erst über eine Medienanfrage ausgelassen, dann kommt alles noch dicker und dusseliger. Zunächst eine Anfrage von der BZ. Schön nett formuliert und alles ganz schnuffig – ändert aber nix dran, dass ich mit dem Springer-Verlag niemals zusammenarbeiten werde. Und schon dreimal nicht für eine Boulevardzeitung. Aber vielleicht findet die Redakteurin beim weiteren Recherchieren meinen Text für interessierte Journalisten ja selbst … 😉

Ein richtiges Schmankerl hab ich aber heute bekommen:

Hey,
Ich arbeite im Auftrag vom XY Theater Berlin und zur Zeit verlosen wir Tickets für die Show A und B.
Pro Gewinnspiel werden jeweils 2 Tickets verlost. Das Stück können Sie sich aussuchen. Content sowie auch Bilder werden von meiner Seite aus zur Verfügung gestellt.
Falls Sie interessiert sind oder noch weitere Fragen haben, stehe ich Ihnen selbst verstündlich zur Verfügung.
MFG

Ich finde die Idee, Freikarten zu verlosen ja eine nette Idee, wo interessierte Leser auch noch was davon haben.

ABER: Wie wäre es mal mit einer Anfrage? Oder einer Erklärung, was genau ich jetzt damit zu tun habe? Es gab nicht einmal einen Link zu der Seite. Aber klar, ich hab nix besseres zu tun, als mal eben schnell irgendwas in irgendeinem meiner Blogs zu machen, weil mir jemand was von Freikarten schreibt. Das ist hiermit dann irgendwie auch geschehen – ich vermute aber, aus den Karten wird so nix … aber das ist ja selbst verstündlich.

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Von verfatzten Stühlen

Ich finde es nicht schön, aber lustig. Sprache ist was wunderbares, Dialekte sind es erst recht. Auch für Beleidigungen:

Verfatz Da Du Klappstuhl an einem Fahrplan

Ohne (weitere) Worte. Quelle: Sash

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Ich schwöre …

Es ist noch nicht einmal ein Jahr her, dass ich mit der Hochzeit ein sicher nicht gerade unwichtiges Versprechen gegeben habe – noch dazu eines, bei dem mehr als bei allen anderen stets unklar ist, ob man es halten können wird. Dennoch habe ich am gestrigen Abend ein weiteres abgeben müssen, ebenfalls Ozie gegenüber. Wir nennen es

Das heilige Handschuh-Versprechen

Ich muss gestehen: Ich kann Handschuhe nicht sonderlich gut leiden. Ich erkenne ihre Nützlichkeit an, aber meist ertrage ich lieber ein wenig Leid, als sie zu tragen. Schnee zum Beispiel! Wie oft wurde mir in meinem Leben gesagt, ich solle doch Handschuhe anziehen, wenn es schneit. Aber die perfekten Schneebälle, die man seinem Bruder ins Gesicht schmeißt, bauen sich nunmal ohne Schutz!

Und wenn wir an Hygiene denken, dann sollte ich am Besten im Taxi Handschuhe tragen. Ich weiß selber, wie gerne ich in der Nase popel, was weiß ich da, welche Körperöffnungen die Hände präferieren, die mir mein Geld geben?

Die einschneidendsten Erfahrungen aber – und da kommen wir langsam zum eigentlichen Thema dieses Artikels – hab ich diesbezüglich mit Chilis gemacht. Als ich frische Habaneros zum Einfrieren kleingeschnitten habe, tat ich dies ohne Handschuhe. Mal abgesehen davon, dass nach dieser Entscheidung zwangsweise jedes Sexleben (ausgenommen eines mit Handschuhen) erlischt, wurde meine linke Hand bei diesem Experiment taub und dieser Zustand hielt rund einen Monat an. Ich habe nicht einmal eine Ahnung, wie das biologisch möglich war, aber es war eine beeindruckende Erfahrung. Ich bin da bei Chilis ja ganz relaxt. Unvergessen auch der Moment, in dem ich in eine Habi gebissen habe, um der Verkäuferin im KaDeWe zu beweisen, dass diese mitnichten so scharf sind, wie es sich gehört.*

Aber Ozie baut ja gerade für uns beide jede Menge Chilis an.

Ein Foto unserer Fuego-Chilis

Langsam reifen sie ab … Quelle: Sash

Die bislang ertragreichsten sind die Fuegos (siehe Foto), eine NuMex Suave ist fast abgeerntet und die Habaneros kommen so langsam. Aber wir denken über die nächsten Generationen nach. Und aus reinem Ehrgeiz – einfach um behaupten zu können, wir hätten das mal gemacht – wollen wir uns auch an die Bhut Jolokia wagen. Und die erfordert dann vielleicht doch etwas mehr Vorsicht als mein Draufgängertum im capsaicinhaltigen Universum normalerweise vorsieht …

Und deswegen hat Ozie mir im Gegenzug zur in Aussicht gestellten Aufzucht das Versprechen abgerungen, dass ich die Jolokia ausschließlich mit Handschuhen anfassen werde. Heiliges Handschuh-Versprechen eben. Ich werde es überleben – vermutlich genau wegen der Handschuhe 😉

*für eine Habanero war sie tatsächlich mild. Es hat keine halbe Stunde gedauert, bis nichts mehr brannte. Ich hatte mich dennoch etwas verschätzt, weil ich zuvor nur an der Außenseite der Frucht probiert hatte und Chilis das meiste Capsaicin nunmal rund um die Scheidewände speichern.

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Leider kein Budget

Was man mit der Zeit so erlebt beim Bloggen …

GNIT ist relativ erfolgreich, zumindest wenn man in den Maßstäben von Jobblogs rechnet. Und so melden sich irgendwann die „klassischen“ Medien.

„Mensch, da ist ein Taxifahrer, der gut schreiben kann – lass uns mit dem oder über den mal was machen!“

Das ist toll und es ehrt natürlich immer auch ein bisschen. Offenbar ist es also gut genug für die große Öffentlichkeit, nicht nur für einen kleinen Haufen eingeschworener Fans. Und im Ergebnis kann es wirklich angenehm sein. Mit einem Journalisten ein paar Cola zu trinken, eine Pizza zu essen und über das eigene Leben und die Arbeit zu reden. Zum Radio hat es mich auch schon verschlagen, dafür bin ich dann sogar länger wachgeblieben, weil die Sendung live war. Und auch das war eine angenehme Erfahrung.

Nun bringt es das Leben aber so mit sich, dass nicht immer alles bestens klappt. So hatte ich nun eine Anfrage einer Produktionsfirma, die für den RBB eine Show produziert. Es wäre schön, wenn ich als Taxifahrer mit den beiden Moderatoren so etwa zwei Stunden durch Berlin gondeln könnte. Der Termin wäre Montag um die Mittagszeit gewesen. Puh …

Nicht nur, dass ich da für gewöhnlich frei habe und schlafe – nein, das hätte auch bedeutet, eigens ein Auto zu holen (so überhaupt eines frei gewesen wäre), eine ganze Menge Umhergegurke und Anstrengungen. Schon ohne die Sendung an sich. Und im Mittagsverkehr mit zwei Profis für eine Sendung zu quatschen ist bei aller schönen Erfahrung immer noch Arbeit. Ein Honorar wäre natürlich nicht vorgesehen. OK, das hatte ich auch nicht erwartet und ohnehin noch nie eines bekommen. Aber eine Frage stellte ich dann doch: Kein Honorar wäre schon ok, aber die Kosten für die Fahrt würden sie doch sicher übernehmen, oder?

Die wirklich sehr nette Ansprechpartnerin versprach, nachzufragen und meldete sich ein paar Tage später wie eigentlich zu erwarten war mit der Info, es gäbe leider „absolut kein Budget“ für die Sendung, aber sie könnten gerne mal bei meinen Chefs nachfragen, ob die mir für die Sendung ein Auto zur Verfügung stellen würden. Aha.

Damit war die Sache für mich gestorben. Endgültig. Und ein bisschen genervt bin ich auch. Kostendruck ist zweifelsohne ein Problem, dem man irgendwie entgegentreten muss – aber „absolut kein Budget“? Kann es sein, dass die Medienmacher da draussen ein bisschen vergessen, dass auch den Gästen Unkosten entstehen? Und dass man vielleicht sogar als Taxifahrer oder Taxiunternehmer nicht mal eben alles stehen und liegen lassen kann, bloß um mal ins Radio zu kommen? Ich bin ziemlich überzeugt davon, dass da jene pissige Arroganz der alteingesessenen Medien dahintersteht, die ihnen einredet, sie wären ja so toll, dass alleine eine Meldung vom Radio oder Fernsehen jeden Normalbürger begeistert aufspringen lässt und der für seine große Chance alles mitmacht. Wir wollen ja alle mal ins Radio und die tollen Leute da kennenlernen!

Teil der Anfrage war, ob wir „am besten irgendwo in Kreuzberg“ mit der Fahrt anfangen könnten, dort würden die Moderatoren nämlich wohnen. Ist schon praktisch, wenn man einen Taxifahrer kostenlos an Land zieht, denn dann muss man einem Herrn Joko Winterscheidt einmal weniger die Anfahrt bezahlen, nicht wahr?

Ich kann bloß allen raten, sich genau zu informieren, wenn die Medien wegen irgendwas anfragen. Manchmal sind da wirklich tolle Erlebnisse dabei und es macht viel Spaß. Manchmal allerdings ist es wohl eher so, dass sie irgendwelche Dummen suchen, die ihnen kostenlos Content liefern. Und das macht man als Blogger ohnehin ständig – und gerne. Aber zu eigenen Konditionen.

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