O Du Schreckliche …

Weihnachten. Eine süße altertümliche Geschichte über Mord, ungewollte Schwangerschaften und geistgläubige Wanderer. Das erklärt zwar nur bedingt, weswegen unser Viertel jetzt bei Dunkelheit aussieht wie eine Alienbasis, aber auch daran gewöhnt man sich. Dafür erfreuen sich dicke alte Männer im Dezember enormer Beliebtheit und Geschenke gibt es auch noch.

Ich selbst habe noch positiv anzumerken, dass mir die vereisten Straßen eine enorme Freude sind und ich auch geschäftlich ganz gut wegkomme dabei, weil durch die zahlreichen Weihnachtsfeiern endlich auch die Leute wieder saufen, die eigentlich schon längst trockene Alkoholiker und damit keine nennenswerte Nacht-Taxi-Kudschaft mehr waren.

Und ich selbst? Versaubeutele mir zumindest dieses Wochenende alles, was nur irgend möglich erscheint. Ich schlafe schlecht und wache zu Zeiten auf, in denen ich normalerweise ins Bett gehen würde. Das ist eventuell meiner neuen Matratze geschuldet. Seit rund 10 Jahren habe ich eine Liegestatt bevorzugt, deren Härtegrad auf einer Skala von 1 bis 5 ungefähr 8,7 entsprach und deren vorsichtiges Auffüllen mit Tomatensuppe und Cola in der vergangenen Dekade offenbar zu irgendwelchen Reaktionen geführt hat, die etwas sehr betäubendes ausstrahlen. Ganz so ist die neue nicht. Ob es daran liegt – oder an der zu warmen Winterdecke – wer weiß es schon?

Dass ich für die Arbeit zu müde bin, ist dabei eher ein finanzielles Problem. Trotz gewisser Annäherungen an die Leistungsgesellschaft wäre ich durchaus bereit, meine Lohnarbeit durch Dinge zu ersetzen, die ich auch im Halbschlaf kann. Insbesondere Sex, essen, bloggen und fernsehen sehe ich als heiße Anwärter auf die Stelle als aussichtsreicheste Hauptbeschäftigung.

Garniert wird das Ganze allerdings durch wirklich unschöne Zahnschmerzen. Also die bösen, die bis ins Gehirn ausstrahlen und einen in Versuchung kommen lassen, den Kopf nach erfolgreichem Spritzen illegaler Betäubungsmittel in Eiswasser zu halten und Gedanken zu formulieren wie dass wir ja ohnehin alle sterben müssen. Traurig daran ist vor allem, dass das just jetzt passiert, da ich mich endlich mal in regelmäßiger zahnärztlicher Behandlung befinde und so langsam sogar dem Termin eines Extraktions-Marathons näherrücke, nach dessen Ende ich meinem halben Wohnblock Zahnschmerzen bescheren könnte, indem ich alle Nachbarn mit meinen gezogenen Beisserchen bewerfe.

Und ich – immerhin seit mehreren Jahren quasi beschwerdefrei mit schlechtem Gebiss lebend – habe natürlich beschlossen, den Eingriff (der mir mindestens eine Woche Krankschreibung garantiert) erst im Januar vorzunehmen, wenn die durchschnittliche Taxischicht auch nicht mehr als Schmerzen einbringt.

Vielleicht bin ich ein Opfer des guten alten Murphy, der offenbar alles schiefgehen lässt, was schiefgehen kann. Und um zum Ausgangspunkt zurückzukehren: dieser Vollarsch hat wahrscheinlich auch Maria geschwängert. Das ist zumindest momentan meine Theorie.

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Mahlen nach Zahl…*hatschi*

Was außer „Danke!“ soll ich eigentlich sagen? Einige Leute haben ihre (Vor-)Weihnachtseinkäufe tatsächlich über meinen Amazon-Link getätigt. Das tut zwar sicher niemandem weh, aber ich bin ja nicht der einzige, der darum bettelt 😉

Noch mehr aber hat mich gefreut, dass einige Leser mal wieder meinen Wunschzettel geplündert haben. Ich kann zu all den Büchern bisher gar nichts schreiben, weil hier inzwischen mehr als nur ein paar ungelesen herumliegen. Das wird dauern. Diejenigen, die die pragmatischsten Geschenke gemacht haben, dürfen aber meinen ganz besonderen Dank einsacken, denn es ist wirklich schön, mal ein paar Detailprobleme hier in der Wohnung anzugehen. So sind der Block, die Kühlschrankeinlage und die Steckdose z.B. mit besonderer Freude ihrer Verpackung entledigt worden. 🙂

Die Wandaufkleber werden erst in den nächsten Wochen ihren Weg an die senkrechten Betonplatten unseres Wohnsilos finden, der Akku leistet meinem Handy jetzt schon gute Dienste. Der Duschkopf ist nicht angekommen, da frage ich mal bei Amazon nach.

Heute aber haben wir dann erstmals die Kaffeemühle eingeweiht. Und zwar wie versprochen: nicht mit Kaffee!

Ein Löffel davon, und selbst eine Wassermelone spuckt Feuer! Quelle: Sash

Eine (vorerst) letzte Zwischenernte der Fuoco-Chilis hat mit einem kleinen Umweg über den Backofen den Weg der geringsten Grobkörnigkeit angetreten. Und zwar schnell und problemlos. Für diese Möglichkeit auch noch mal herzlichen Dank!

Wie schon mal irgendwo erwähnt: in meinen Augen ist das alles angenehmer niederschwelliger Luxus, den ich mir aber nicht leisten könnte oder wollte, wenn es euch nicht gäbe. Ganz im Ernst: euretwegen sieht es hier an manchen Ecken nicht mehr ganz so „originell“ aus wie in meiner alten WG. Ey, ehrlich Leute: Internet, Kostenloskultur, hach! 😀

Danke.

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Dieses „Internet“ …

Kurze Wasserstandsmeldung von mir:

Alles in bester Ordnung soweit, ich bin bloß wie üblich mit diesem und jenem beschäftigt. Dieses Mal eben auch mit jenem. Ich lese gerade von Anfang an den Web-Comic „Das Leben ist kein Ponyhof“ von Sarah Burrini durch und empfehle euch das hiermit auch.

Und (nach viel zu langer Zeit) darauf gestoßen bin ich natürlich über einen anderen Blogger, in diesem Fall über den Lieblingsastronomen des deutschen Internets, Florian Freistetter.

Manchmal glaube ich, ich habe großes Glück mit meiner Filterbubble. 🙂

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In eigener Sache

Nachdem die Domain zwar gesichert war, aber lange brach lag, habe ich gestern meine persönliche Seite sascha-bors.de in Betrieb genommen. Da ist zwar erst einmal für euch Leser nicht wirklich was neues zu finden, es ist eher eine Auflistung der Dinge, die ich so im Netz tue und getan habe. Aber wie das immer so ist mit neuen Seiten:

Ich würde mich über Feedback und natürlich auch gerne ein paar sich gut machende Likes, Shares und Retweets freuen. Keine Sorge, ich werde dort nicht auch noch bloggen, das passiert weiterhin hier und bei GNIT. Es ist mehr eine offizielle und repräsentative Seite für mich als Schreiberling, quasi eine Visitenkartenpage.

Wie gesagt, schaut’s euch an und meckert, was das Zeug hält! 🙂

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Ein bisschen PR (Serienjunkie 2)

Ich bin ja immer ein bisschen langsam, was tolle Dinge angeht. Ich lasse mich manchmal nur widerwillig von schönen Sachen überzeugen und entdecke Trends in der Regel dann, wenn sie schon wieder uncool sind (was durchaus auch einen Reiz hat, aber man prahlt dann halt besser nicht damit!).

Die etwas länger anwesenden Leser wissen ja, dass ich inzwischen ein Serienjunkie bin. Wenngleich ich nach wie vor Literatur und Film wesentlich eher als meine wahre Liebe betrachten würde – Serien nehmen doch inzwischen einen Großteil meiner Sehgewohnheiten vor dem Bildschirm ein. Natürlich nach Blogs, Twitter und dem Netz im allgemeinen.

Serien sind einfach zu einer weiteren Kunstform geworden, die ich sehr zu schätzen gelernt habe. Sie sind natürlich anders als Filme, bieten aber so viel Spielraum für die Macher, auch komplexeste Handlungen angemessen umzusetzen und die Charaktere tiefer zu zeichnen, weiter zu entwickeln, als das in maximal 3 Stunden Kino machbar wäre. Im oben verlinkten Artikel sind ein paar Serien genannt, die ich allesamt empfehlen kann, aber es ist ja auch neues passiert. Momentan warte ich natürlich auf die nächste Staffel „Dexter“, neue Folgen von Eureka und fiebere dem Ende der fünften und letzten Staffel „Breaking bad“ entgegen, wobei man die Serie nach der vierten auch hätte beenden können. Dennoch fantastische Unterhaltung mit Tiefgang – aber da erzähle ich nichts neues. Hier greift das oben erwähnte.

Vor allem aber sehe ich derzeit mal eben im Schnelldurchlauf „Parks and Recreation“ an. Da habe ich die Hoffnung, dem ein oder anderen noch was neues zu erzählen, da die Sendung hierzulande nur im Pay-TV läuft.

Das hab ich natürlich nicht, aber bezüglich Serien muss ohnehin mal ein Rant raus an die deutschen Medien:

Geht’s noch?

Mal abgesehen davon, dass man es offenbar in Deutschland kaum schafft, wirklich neue und gute Serien zu produzieren: Die Crème de la Crème der internationalen Serien wird hier im Fernsehen mit teils Jahren Verspätung verhackstückt durcheinander mit alten Folgen gesendet, teils ohne festen Sendeplatz, die Handlung völlig egal! Ein Programm, das geradezu darauf abzielt, bloß das Klientel zu bedienen, das sich mittags beim Bügeln schon betrinkt und denen es scheißegal ist, was da gerade läuft, so lange nur irgendwas Geräusche und lustige Farben macht. Mir persönlich kann das wurscht sein, ich nutze dann halt illegale Angebote wie serienjunkies.org, aber es ist eine Frechheit sondersgleichen gegenüber den kreativen Machern dieser Meisterwerke, denen ich das Geld wesentlich lieber zukommen lassen würde als irgendwelchen Filehostern. Nun aber genug davon …

Ich wollte wirklich einfach gerne Parks and Recreations lobend erwähnen! Ich habe in letzter Zeit selten so gelacht über etwas! So sehr, dass ich trotz fantastischer Synchronisation inzwischen die englischen Folgen anschaue, weil es davon einfach schon 2 Staffeln mehr gibt. Ich finde den Mockumentary-Stil fantastisch, bin aber als zartbesaitetes Wesen bei Stromberg trotz der Genialität vor Fremdscham fast gestorben. P&R ist da nicht ganz so schlimm, wenngleich der Reiz auch hier daraus entsteht, dass die Protagonisten gleichermaßen überambitioniert und hoffnungslos überfordert oder dämlich rüberkommen. Der Humor reicht von extrem flach bis anspruchsvoll, eigentlich sollte jeder irgendwann mal lachen müssen. Ich erteile nicht gerne Befehle zum Lesen oder Ansehen, das hier kann aber als solcher verstanden werden. Und lasst mich wissen, was ihr dazu sagt!

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Lesenswert

Ich hab mich am Thema Leistungsschutzrecht schon abgearbeitet. Mir fällt einfach nicht mehr viel zu dieser Gesetzentwurf gewordenen Scheiße ein. Glücklicherweise bin ich damit recht alleine und so lange ich gerade nichts schreibe, möchte ich auf einen sehr lesenswerten Artikel im (übrigens ebenso lesenswerten) Blog Indiskretion Ehrensache von Thomas Knüwer verweisen:

Kritik ist Liebe – Leistungsschutzrecht und die Scheidung

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Nachwüchsiges

Nein, keine Sorge! Keine Familienstandsmeldung!

Wobei? Ein bisschen schon – unsere Chilis gehören ja inzwischen doch auch irgendwie zur Familie … 😉

Die erste Generation der Fuocos ist fast abgeerntet, inzwischen sprießen bei Habanero und NuMex Suvae nicht nur die Früchte, sie reifen auch nach und nach ab und werden vereinzelt von capsaicinsüchtigen Sashs gegessen. Aber das ist ja nicht alles. Wir sind ja schon weiter und haben in der Hinterhand ein paar neue Sorten. Und die sind inzwischen auch übers Keimen raus:

Hot Future, Quelle: Sash

Wie man sieht: da geht was!

Diesmal haben wir ganz neue Protagonisten dabei. Neben Jalapenos haben wir auch ein paar seltsame Früchtchen wie Peruwian Purple (man erkennt hinten rechts bereits die lilanen Blätter) oder Monkeyface im Angebot. Allesamt eher mildere Sorten, die wir zum Beispiel des Aussehens wegen großziehen. Außerdem sind unsere bisherigen Früchte (außer die NuMex) auch so sauscharf, dass die Benutzung doch nur in Maßen sinnvoll ist.

Aber: wir wären nicht wir, wenn wir nicht doch eine Ausnahme machen würden. Treue Leser wissen es bereits – wir bauen auch Bhut Jolokia an, eine Chili, die bis vor kurzem den offiziellen Weltrekord für Schärfe gehalten hat. Ein Exemplar hat bei der Messung die sagenumwobene Grenze von 1.000.000 Scoville-Einheiten durchbrochen, stellt also quasi das Bindeglied zwischen essbaren Früchten und Pfefferspray. Wir sind zuversichtlich, denn die bisher einzige Pflanze wächst ausgesprochen gut – sie befindet sich auf dem Bild in der Mitte und hat die mit Abstand größten Blätter.

Das ist im Übrigen unser Gewächshaus, die Pflänzchen bekommen also allesamt noch die Babypflege: Wärme und 15 Stunden Licht pro Tag. Wenn sie dort herauswachsen, müssen sie mit der winterlichen Marzahner Realität klarkommen – was einige bisher aber auch schon problemlos geschafft haben.

Was will man sagen? Wir freuen uns einfach. 🙂

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