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Ihr zahlt meine Schuhe!

Hey, erst einmal sorry!

Hier sollte eigentlich mehr los sein, aber es ergibt sich gerade leider nicht 🙁

Aber dennoch möchte ich eines erwähnen: Ich hab mir gerade neue Schuhe bestellt, und dafür danke ich euch! Ganz ehrlich! Die Schuhe habe ich via Paypal bezahlt, und alles Geld auf dem entsprechenden Konto kam letzten Endes via Flattr. Ich wollte nur mal klarstellen, dass die Kohle (ja, es ist ja doch Geld!), die ihr mir so zukommen lasst, auch bei mir ankommt!

Vielen vielen Dank dafür!

🙂

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Muss euer Leben komisch sein!

Im Ernst.

Es gibt ja viele Dinge, über die wunder ich mich nun wirklich nicht mehr. Ich habe Verständnis für fast alles und bin treudoof der Hoffnungslosigkeit verfallen, im Wissen, dass sich manche Dinge, die ich nicht verstehe, sowieso nie ändern werden. Während ich mir aber über die meisten Sachen öfter mal Gedanken mache, bleibt eines dabei meist aussen vor: Ich.

Also nein, weder ich als Subjekt, als handelnde Person, als psychologisch interessantes Fallbeispiel, als Mensch… ja bisweilen mache ich mir selbst über den eigenen Tod und die Zukunft nach mir Gedanken. All das aber berührt einen Punkt nur selten:

Ich bin der Größte!

Und das soll hier keinesfalls missverstanden werden. Ich bin in so ziemlich keinerlei Hinsicht besonders herausragend. So faszinierend auch die Vorstellung sein mag, ich bin allenfalls ganz gut in manchen Dingen, in vielen sogar ziemlich unterdurchschnittlich. Meine Körpergröße aber ist etwas, das ich nur noch ganz selten überhaupt wahrnehme. Meist beim Klamottenkauf, der sich dadurch in die Länge zieht* – sonst eben eher nicht.

Dass ich der Größte bin, stimmt auch da natürlich nicht wirklich. Ich hab schon einige Leute kennengelernt, die meine 2,03 Meter überbieten. Allerdings fällt alles bis vielleicht 2,08 m noch unter die Rubrik „in Augenhöhe“, und darüber – also in dem Bereich, in dem ich mich im Gegenzug klein fühle – wird es wirklich dünn. In meinem weiteren Bekanntenkreis gab es nur eine einzige Person, die mich um über 10 Zentimeter überragt hat – und selbst der begrüßte mich damals auf einer Party mit den denkenswerten Worten:

„Wow, du bisch aber au ned der Kleinschde!“

Leider ist dieser wahnsinnig nette und im wahrsten Sinne des Wortes überragende Mensch schon vor einigen Jahren tödlich verunglückt…

Und jetzt stand ich neulich an meiner Stammtanke an der Kasse, und vor mir…

„Boah Fuck!“

hätte ich gerne gerufen – wenn mir nicht klargewesen wäre, dass dieser Ausruf von einem Zwerg wie mir recht lächerlich gewirkt hätte 😉

Nein, der Typ vor mir war geschätzte 2,20 Meter groß – wenn nicht noch ein paar Zentimeter mehr. Ich konnte seine Schultern schon nicht mehr wirklich von oben betrachten. Und das ist verdammt seltsam, wenn man es gewohnt ist, eigentlich allen Menschen im Vorbeigehen die Bescheinigung „Schuppenfrei“ auszustellen. Außer denen mit Schuppen natürlich.

Lange Rede, kurzer Sinn: Ich hab seit Ewigkeiten mal wieder jemanden gesehen, der deutlich größer war als ich.

Ach ja: Dass er kein Taxikunde war, wunderte mich jetzt nicht. Überhaupt war es geil zu sehen, wie er in einen Porsche Cayenne eingestiegen ist, und das Auto dabei etwa so aussah wie ein Golf 😀

Bevor jetzt jemand sich Sorgen macht, ich hätte irgendwas gegen kleine Leute: Bitte denkt das nicht! Es wäre auch ziemlich unlogisch, denn aus meinem Blickwinkel sind beispielsweise 1,60 und 1,70 Meter viel näher zusammen als aus der Perspektive eines der beiden Menschen. Ich hatte nur wirklich ein sehr seltsames Gefühl, als der Typ vor mir stand. Muss komisch sein, das öfter zu erleben…

*die 2 € sind schon in der Wortspielkasse, ehrlich! 🙂

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Mal was zum Wetter…

„Wenn man keine Ahnung hat, was man schreiben soll, dann schreibt man übers Wetter.“

So Pi mal Daumen müssten das die ersten Worte sein, die ich jemals öffentlich in einen „Blog“ geschrieben habe. Ein bisschen geht es mir auch gerade so: Ich will was schreiben, aber mir fehlen ein bisschen die Themen. Ausgerechnet das sonst so dröge Wetter indes wäre eigentlich einen eigenen Blogeintrag wert.
Der Tag war ja insgesamt eher heiß. Meine Begeisterung als Nachwuchs-Vampir für mörderische Sonnenstrahlen ist ja begrenzt. Ganz spongebobbige Quaderform habe ich zwar nicht erreicht, aber ein bisschen drängt sich mir dann doch immer wieder auf, wie viel ich bei 30 Grad mit einem Stück Butter gemeinsam habe.

Ich war am frühen Nachmittag eine Stunde mit dem Auto unterwegs, und dabei habe ich dann beobachten dürfen, wie sich so ein Thermometer im freien Fall verhält. Ein erstes Gewitter des Tages hat die Temperatur in Karlshorst mal eben von 31°C auf 22°C abstürzen lassen. Danach hab ich sowas wie einen ersten Schlafversuch in den letzten 24 Stunden gestartet, den ich dann nach einer Stunde bereits unterbrechen musste, weil mich tatsächlich das Gewitter hier in Marzahn aufgeweckt hat.

Ich bin es ja seit Kindeszeit an gewohnt, dass auch mal ein Blitz in hundert Meter Entfernung in den Kirchturm einschlägt, aber das Spektakel, dass es hier um 20 Uhr zu sehen gab, war Wahnsinn. Ozie stand in der Küche und meinte:

„Willst du mal lustige Menschen beobachten? Dann schau unters Dach vom Eastgate!“

Ja, und da standen sie alle und haben sich nicht heimgetraut 🙂

OK, ich gebe ja zu, dass das böse war. Ich hab mich einfach wieder ins Bett gelegt, kurz was von Weltuntergang getwittert und dann dem Prasseln der Tropfen gelauscht bis ich eingeschlafen bin. Und nun sitze ich wieder hier und blogge vor mich hin.

Ein paar kleine Handgriffe hab ich noch im Blog erledigt, ein bisschen eingekauft – ein geruhsamer Wochenendtag eigentlich. Und das nicht trotz, sondern wegen des Wetters. Und was ich eigentlich mit dem Auto gemacht habe, das verrate ich dann dort wo es hingehört: bei GNIT

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Reich durchs Bloggen

Reichtum durchs Schreiben zu erlangen ist nicht so einfach. Etliche hervorragende Dichter und Autoren aller Epochen beweisen das eindrucksvoll, wenngleich der Nebensatz „konnte aber zu Lebzeiten niemanden überzeugen und ist in Armut gestorben“ meist relativ teilnahmslos in irgendwelchen Schulbüchern steht, die voll mit Texten sind, die man als Schüler lesen muss, aber eigentlich nicht will.

Nun, glücklicherweise leben wir in Zeiten des Internets, wo man mit wenig Aufwand viele Leute überzeugen kann mit seinen Texten. Und das völlig umsonst. Verarmt sterben kann man aber heute immer noch, sogar wenn man nebenher einen „richtigen“ Beruf hat. Man kann das bedauern oder bejubeln, auch das obliegt einem inzwischen glücklicherweise selbst.

Ich bin gerade ziemlich zufrieden…

Ihr wisst ja alle, dass ich mit Schreiben noch nicht zu Reichtümern ungeahnten Ausmaßes gelangt bin, sonst hätte ich ja längst viel mehr über goldverzierte Wasserhähne und Nobelrestaurants geschrieben. Aber ja: Auch wenn ich beschlossen habe, mir meine Kohle nicht zwingend durchs Schreiben verdienen zu müssen, sehe ich mich doch hier und da nach Möglichkeiten um. Schließlich ist das Bloggen inzwischen durchaus sowas ähnliches wie Arbeit geworden. Das soll hier auch nicht negativ konnotiert werden, aber ich wende Zeit dafür auf, die gelegentlich auch auf Kosten meiner Arbeitszeit geht – ergo: Die mich Geld kostet.

Also warum sollte ich durchs Bloggen nichts verdienen?

Gerade hab ich einen Haufen Meldungen für die VG Wort erstellt, die mir einen ganz ansehnlichen Betrag von mindestens 500 € im September sichern sollten. VG Wort? Geld? Etwa fürs Bloggen? Ja!

Obwohl ich mich zugegebenermaßen auch umsehe, was es für Möglichkeiten gibt, GNIT und Sashs Blog werbemäßig ein bisschen lukrativer zu machen, mache ich neben ein paar Euros monatlich mit Flattr meinen ersten Gewinn mit der VG Wort. Diese Verwertungsgesellschaft zahlt nämlich ganz nette Beträge für gut frequentierte Texte, wenn man ihre Bedingungen akzeptiert.
Die meisten werden sich immer noch fragen: Hä? Was? Wie geht das?

Also: Die Verwertungsgesellschaft Wort ist ein Wirtschaftsverein. Sie sind im Grunde dazu da, Autoren dafür zu entschädigen, dass sie ihre Texte der Allgemeinheit kostenlos zur Verfügung stellen. Was zunächst vielleicht seltsam klingt, hat natürlich einen Hintergrund. Zum Beispiel in Schulen oder bei anderen öffentlichen Veranstaltungen könnte ja jeder einen Text (zweit)verwerten. Um den Autoren dafür finanziell einen Ausgleich zu bieten, bekommt die VG Wort Geld durch Abgaben beispielsweise auf Drucker und Kopiergeräte – mit denen ja hin und wieder ein Text vervielfältigt und so für die Öffentlichkeit nutzbar gemacht wird. Dass sie das auf Internet-Texte ausgeweitet haben, ist zwar teilweise absurd, weil die Texte der Öffentlichkeit dort ja sowieso zur Verfügung stehen – aber man muss ja nicht alles verstehen.
Jedenfalls verwaltet diese Gesellschaft einen millionenschweren Topf an Geld, der unter den bei ihr angemeldeten Autoren verteilt wird. Sich anzumelden und daran teilzuhaben ist für alle Autoren – also auch Blogger – kostenlos.

Wenn man ehrlich ist: Geschenktes Geld!

Aber wie überall kriegt man das nicht ohne Gegenleistung. Zum einen natürlich muss man schreiben. Das tun freilich viele Menschen, aber das reicht auch nicht.

Die Bedingungen der VG Wort sind ziemlich undurchsichtig, quasi unüberprüfbar – und zudem ziemlich umständlich. Sie zahlen zwar für einen einzelnen Text zwischen 20 und 30 € (was ja wirklich für einen Blogger im Normalfall viel Geld ist), die Auflagen sind allerdings abenteuerlich.

Was irgendwie ok sein sollte, ist die Tatsache, dass die Texte mindestens 1800 Zeichen lang sein sollten und mindestens 1500 Leser haben. Das ist die Bedingung, um (dieses Jahr) 20 € pro Text zu erhalten. Es gibt noch weitere Stufen mit 3000 und 10000 Lesern, die dann 25, bzw. 30 € bringen. Klingt soweit ganz einfach. Aber halt!

Erstmal muss man in jeden einzelnen Text eine „Zählmarke“ einbauen. Also ein Bild. Das Prinzip verwenden viele kostenlose Online-Counter ebenso: Man setzt auf die Seite ein (unsichtbares) Bild in Form eines html-Codes und durch dieses Bild (auf deren Server) werden dann die Zugriffe gezählt.
Der Unterschied zu normalen Countern ist eben, dass man das für jeden Text einzeln machen muss. Man sieht deutlich, dass das System auf Journalisten ausgelegt ist, die einmal die Woche einen Text veröffentlichen. Für Blogger, die mehrmals täglich schreiben, ist das nervig – bzw. wenn man von unterwegs bloggt kaum machbar. Naja.

Aber das war es noch nicht. Die Zählung erfolgt unter Ausschluss der Öffentlichkeit ein Jahr lang.

Und das meine ich ernst: Man baut so eine Zählmarke ein – und gibt das praktischerweise bei denen auf der Website schon an (Macht das! Es erspart am Ende viel Arbeit!) – und dann passiert erst einmal nix. Nach spätestens 3 Tagen erhält man die Info, ob der Zähler überhaupt läuft, aber was und wie viel er genau zählt, erfährt man NIE. Das läuft so bis zum Ende eines Jahres, und im Mai (!) des darauffolgenden Jahres erhält man dann die Info, ob (nicht etwa, wie viel – also vielleicht auch auf welcher Stufe) die Mindestanzahl an Besuchern erreicht wurde. Bis zu diesem Punkt (also mitunter über ein Jahr nach Veröffentlichung des Textes) erfährt man auch nicht, wie viel Geld das bringt.

Daraufhin muss man für jeden einzelnen Text eine „Meldung“ erstellen, wenn man Geld dafür kriegen will. Das heisst: Man muss die Internetadresse in ein Formular eingeben, auf der der Text zu finden ist (das kann man auch schon vorher machen und ich empfehle es!), die Überschrift angeben und den kompletten Text dorthin kopieren. Zugegeben: Immerhin weiss man dann schon, wie viel einem die Arbeit bringt…

Um es kurz zu machen: Es ist ein Mords-Aufwand! Vielleicht markiert man jeden Text aufwändig, am Ende bringt aber keiner wirklich Geld.

Ich selbst habe dabei unglaubliches Glück und falle neben ein paar Alphabloggern in eine goldene Lücke des Systems. Ich schreibe viele Artikel, lange Artikel und hab die nötige Anzahl an Lesern. Während ich für die letzten beiden Monate des Jahres 2010 im September 2011 etwa 500 € erwarten kann, könnte es sein, dass ich im laufenden Jahr 2011 so viele Artikel schreibe, dass es (wenn sie nicht die Auszahlungssumme drastisch ändern) Ende nächsten Jahres für eine satte Zahlung von 3.000 bis 5.000 € reichen könnte.

Und ganz ehrlich: In meiner Welt ist das ein Haufen Kohle!

Reich im herkömmlichen Sinne bin ich damit sicher noch nicht, aber zweifelsohne lohnt sich der Aufwand dafür…

Nachtrag: OK, wer vernünftig lesen kann, ist klar im Vorteil: Die o.g. Vergütungen sind die für letztes Jahr. Es sind dieses Jahr jeweils 5 € weniger. Also 15 € bei 1.500 Zugriffen, 20 bei 3.000 und 25 bei 10.000. Mein Fehler, sorry!

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Stufenlos

Naja, stufenlos leben wir hier nicht. So nett es die DDR-Architekten sicher gemeint haben: Barrierefreiheit ist das Gegenteil von unserem Wohndomizil. Zumindest eine Stufe vor der Haustüre muss man überwinden, und wenn man keinen Rolli mit Bergziegenantrieb hat, dann wird man wohl auch die ungemein steile Kinderwagenrampe kaum nutzen können. Überhaupt frage ich mich beizeiten, ob die Unterbevölkerung der DDR eventuell nicht nur durch die permanente Westflucht verursacht sein könnte, sondern auch die zahl der aus dem Kinderwagen gepurzelten Babies in Marzahn…

Äh.. ok…

Eigentlich ging es mir um etwas völlig anderes bezüglich der Stufenlosigkeit.

Ozie und ich dachten neulich daran, unseren leider verstorbenen Pürierstab (oder Stabmixer, wie man die Dinger inzwischen nennt) zu ersetzen. Wir haben das relativ spontan aus Gründen plötzlich freigewordenen Kapitals getan, und zudem verfolgte uns nach einem kurzen Gespräch die Lust auf Milchshakes. Aber das nur nebenbei.

Unser Weg zum nächstliegenden Geschäft (der Saturn im Eastgate) ist ja bekanntlich kurz. Also haben wir uns einfach mal dorthin aufgemacht, um uns umzusehen. Wir hatten tatsächlich noch das ein oder andere weitere Bedürfnis, aber nachdem wir festgestellt haben, dass Wasserkocher inzwischen nur noch mit Tretmülleimer-Paddeln als Power-Knöpfen in vernünftigem Preisrahmen angeboten werden und es kein einziges CD/DVD/Blu-Ray-Laufwerk mehr in so einem Laden käuflich zu erwerben gibt, haben wir uns eben den Stabmixern zugewandt.

Und als wir uns vor der prächtigen Auswahl ein wenig über Namen amüsiert und die Ergonomie getestet haben, sind wir recht bald bei einem eigentlich halbwegs vertrauenserweckenden Gerät stehen geblieben. Im Gegensatz zu den meisten Konkurrenten ist das Teil verhältnismäßig leicht, die Knöpfe sind auch für Ozie erreichbar und es war nur eines wirklich auffällig:

„Stufenlos regelbar in 6 Geschwindigkeitsstufen“

Ich kann mir nicht helfen, aber das ist absurd. Hat sich da mal jemand Gedanken drüber gemacht? Hat diesen Text tatsächlich ein Mensch geschrieben? Ich hoffe nicht!

Abgesehen von der absurden Beschreibung scheint das Teil aber ok zu sein. Frech, wie ich bin, hab ich das Teil trotzdem erst einmal auf meinen Wunschzettel bei amazon gestellt. Vielleicht liegt jemandem ja tatsächlich soviel daran, dass ich Vanille-Milchshakes kriege, wie mir selbst…

Ansonsten hoffe ich natürlich, dass ihr alle bald stufenlos ins nächste Wochenende kommt 😉

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Da kri’sch Pack!

Die Packstation: Mit monumentalem Werbebudget schöngeredeter Arbeitsplatzabbau in Kombination mit Service-Outsourcing seitens der Post. Aber was für eine geile Sache!

Für ihren Online-Shop bestellt insbesondere Ozie ziemlich oft Pakete. Im Großen und Ganzen ist am guten alten Paketdienst nichts auszusetzen, unser Haushalt ist im Allgemeinen jedoch ziemlich ungeeignet zur Annahme. Wir haben zwar keine bissigen Hunde, öffnen die Türe weitgehend bekleidet und riechen zumindest nicht gegen den Wind – allerdings schlafen wir zur normalen Auslieferungszeit eigentlich immer.
So kommt es dann, dass der Lieferant genervt ist und wir im schlimmsten Fall zwar wach, aber paketlos, weil wir nicht schnell genug waren. Da ist eine Packstation schon praktisch. Zu der kann man auch in der tiefsten Nacht kurz rüberwatscheln, da sie keine Öffnungszeiten kennt. Vorausgesetzt, man hat keine Angst, zur Geisterstunde einen Kilometer durchs Marzahner Ghetto zu schlurfen.

Naja, vorgestern hat Ozie mal wieder zwei Pakete abgeholt, und daraufhin hat sie eine kuriose Feststellung gemacht: Eines der Pakete war nicht an sie adressiert. Es war eine Apothekenlieferung, und im Grunde hätten wir uns ja einfach lustig darüber freuen können, quasi einen Präsentkorb der Pharmaindustrie erhalten zu haben.

Problematisch ist das aber nicht nur gewesen, weil wir weiterhin sowas altmodisches wie ein Gewissen haben, sondern auch weil es scheinbar eine Verwechslung war. Ozie wurde nämlich ein Paket als zugestellt angezeigt, das sich nun aber nicht in der Box befand.

Das ist einer der wenigen Momente in meinem Blogger-Dasein, in dem ich gerne Oleg zitieren würde:

„Was soll’n das? Ja, nun?“

Ozie hat also kurzerhand bei der Hotline angerufen und wurde dort bekniet, sie möge das Paket doch bitte in einer Postfiliale abgeben. Eine Paketmarke für 6,90 € kriegt sie gerne kostenlos und der Knilch von Zulieferer bekommt ganz sicher auch noch einen Stein in ihrem Namen auf den Schädel gehauen? Oder lieber in den Unterleib?

Damit nicht genug. Nur kurz später meldete sich der eifrige Mitarbeiter der Hotline wieder und fragte nach, in welche Filiale sie das Paket zu bringen gedenkt. Ach, in diese! Super! Da bringt Daniela – die glückliche Empfängerin von Ozies Paket – ihre Sendung auch hin. Da könnte man dann ja gleich nachfragen, ob es vielleicht schon da ist.

Im Wissen, dass sie sich bei der Packstation nur angemeldet hat, um deswegen nicht mehr kurz nach dem Aufstehen zur Postfiliale dackeln zu müssen, machte sich Ozie gestern mit mir zusammen auf den Weg.
In der Filale selbst wurden wir von Garth Algars* Schwester empfangen – zumindest komme ich um diese Assoziation nie umhin, wenn ich ihre Frisur sehe 🙂

Dass wir wegen eines Packstation-Päckchens da waren, hat sie nicht nur leicht angeekelt zur Kenntnis genommen, es war offensichtlich, dass es für diesen Fall kein Kapitel im Lehrbuch für Postangestellte gab, das sie zweifelsohne inklusive der Inhaltsangabe korrekt memorieren konnte. Also: Daniela war noch nicht da, folglich konnten wir allenfalls unser falsches Paket loswerden. Dieses Paket angenommen hätte sie zwar durchaus, aber empfohlen hat sie uns dann doch, es wieder mitzunehmen, um es dann von einem DHL-Fahrer abholen zu lassen. Eine Quittung könne sie nämlich dafür garantiert keine ausstellen.
Übermäßig quittungsfixiert kann man mich und Ozie sicher nicht nennen, aber zum einen war dieses Paket der einzige „Beweis“, dass Ozie ihr Paket nicht geliefert bekommen hat, andererseits kann so ein Paket ohne Quittung ja sonstwo landen. Und nachher dazustehen unter dem Verdacht, ein mit teuren Medikamenten gefülltes Paket unterschlagen zu haben, wollten wir dann eben doch vermeiden.

„Aber ich darf ihnen den Empfang wirklich nicht bestätigen!“

Ich hatte kurz den Lösungsvorschlag, dass wir das Paket wieder mitnehmen, sie aber kurz eine handschriftliche Notiz für oben genannte Daniela…

„Nein, das darf ich nicht!“

Postangestellte haben also nicht einmal die Autorisation, einen Fresszettel anzunehmen? Ein Unternehmen, bei dem ich online verfolgen kann, ob sich der Fahrer gerade am Arsch kratzt, kann kein Paket gegen Bestätigung annehmen? Aber hallo!

Also sind wir sehr zum Leidwesen aller Beteiligten unverrichteter Dinge wieder abgezogen. Garths Schwester hat uns noch die Nummer für Beschwerden mitgegeben. Gute Idee. Wir baten um sofortigen Rückruf. Der erfolgte 10 Minuten später.

Dort hörte sich ein netter Mitarbeiter das Problem an, bat um etwas Geduld und unterbrach das Gespräch. Vermutlich versehentlich, aber ein erneuter Rückruf blieb aus. Kunststück: Zu diesem Zeitpunkt war dort ja bereits Feierabend. Ein Schelm, wer böses dabei denkt…

Ozie aber, nur bedingt irritiert, ruft stattdessen eben nochmal bei der Packstations-Hotline an. Der empfiehlt – man glaubt es kaum – natürlich, das Paket bei der Postfiliale abzugeben. Im Übrigen hätte Daniela das natürlich schon längst getan. Wenn wir das Paket dann heute im Laufe des Tages abgeben werden, werden wir keine Quittung dafür erhalten. Hat Daniela ja auch nicht! Ätsch!
Unser richtiges Paket gleich mitnehmen werden wir nicht können, weil es jetzt – wer hätte es geahnt? – in einem „Sonderkreislauf“ ist. Es wird also irgendwie wieder mit Hilfe der DHL erneut an die Packstation gesendet. Die Frage, ob das jetzt ernst gemeint sei, hat man uns nicht zu vollster Zufriedenheit beantworten können.

*Wayne’s World nicht gesehen? Eieiei…

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Sie werden so schnell erwachsen…

Ein beschaulicher Werktag im sonnigen Mai 2011. Marzipaniens Beton ist von der inzwischen tiefstehenden Sonne erwärmt, manche Bewohner des östlichen Berliner Stadtteils haben ihre Bekleidung bereits auf T-Shirt und Sandalen umgestellt.

Direkt neben dem Eastgate plätschert ein Brunnen vor sich hin. In ihm tummeln sich zwei Mädchen mit durchnässter Kleidung. Der Brunnen ist eine moderne, ebenerdige Konstruktion ohne Begrenzung. Im Wesentlichen besteht er aus einer begehbaren runden Fläche aus poliertem schwarzen Granit, über dessen Fläche sich etwa 15 Wasserdüsen verteilen, eine besonders große in der Mitte, die eine übermannsgroße Fontäne erzeugt.

Die beiden Mädchen rutschen barfuß laut schreiend durch die Wasserstrahlen, suhlen sich im den Boden nur hauchdünn bedeckenden kühlen Nass.
In mir kommen Erinnerungen an frühe Tage im Freibad hoch: Mit aller Kraft die Wassermassen wegdrücken, und wenn man eine Düse versperrt, erhöht sich der Druck auf der anderen. Hände drauf – Wasser weg! Hände weg – Wasser da!

Die zwei Nachwuchs-Meerjungfrauen liegen nun bäuchlings mitten auf dem mehr oder minder belebten Platz und vollführen seltsame Bewegungen.

„Ich kann schwimmen, ich kann schwimmen!“

ruft eine, während ihre klatschnassen Haare auf dem dunklen Boden festzukleben scheinen.

Die zweite legt sich auf den Rücken, streckt alle Viere von sich und ruft:

„Ich bin Thaddäus!“

„Nein!“

kreischt die andere:

„Du bist Patrick Star!“

Nur kurz waten sie erschöpft zu den trockenen Beton-Bänken am Rand, dann springen sie wieder von unglaublicher und beneidenswerter Energie getrieben auf die Brunnenfläche.

Sash und Ozie verweilen gegen die bald untergehende Sonne anblinzelnd größtenteils schweigsam auf den warmen Sitzmöglichkeiten, Zigaretten in den Händen, die warme Sommerstimmung genießend. Der Einkauf ruht in einer in sich zusammengestürzten Leinentasche am Rande des Geschehens.

Die beiden Mädchen sind inzwischen dazu übergegangen, im Entenmarsch nacheinander mal schnell, mal betont langsam und cool durch die Mittelfontäne zu spazieren, gewissermaßen zu tanzen. Natürlich nur kurz, dann schmeißen sie sich wieder auf den Boden und lassen das Wasser von allen Seiten um den Körper spritzen.

Als Sash und Ozie die Szenerie verlassen, ist ein Ende des Spiels nicht abzusehen. Ein bisschen neidisch auf die unbeschwerte Art des Daseins fragen wir uns nur: Haben wir das eigentlich mit 14 auch noch gemacht?

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