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Unsortierte Gedanken zum Stand im Heimatland

Eine Woche ist ja scheinbar schon ein enormer Zeitraum, wenn es darum geht, sich zurückzuhalten bezüglich des Geschehens in Winnedde (ich bin Schwabe, ich darf die Stadt so aussprechen).

Es ist wirklich erbärmlich, was in dieser Woche alles passiert ist. Die Tat selbst natürlich eingeschlossen. Aber jetzt – als hätte es die Debatten nicht schon tausendmal gegeben – kommen sie wieder alle aus ihren Löchern gekrochen: All die Menschen, die weiterhin daran glauben, es gebe eine hundertprozentige Sicherheit. Lösungsvorschläge werden gemacht, von denen einer absurder ist als der andere.

Da gibt es wieder die Fraktion, die in „Killerspielen“ die Ursache allen Übels sieht, obwohl das mehr denn je bezweifelt werden darf. Es gibt Spaßvögel, die meinen, wenn es keine Waffen in Privathaushalten geben würde, wäre so etwas wie ein Amoklauf kaum mehr möglich. „Gewaltvideos“ und so sind natürlich auch wieder Thema. Selbst das Internet als Medium wird bisweilen angegangen, wenngleich unklar ist, was für eine Rolle es im aktuellen Fall gespielt haben soll. Natürlich sind auch die Eltern schuld – schließlich muss man sowas ja merken. Und waren nicht die Opfer auch irgendwie selbst schuld – sowas wie Mobbing scheint es ja auch gegeben zu haben…

Leute, seid doch mal ehrlich!

Glaubt ihr wirklich an eine Patentlösung für so einen außergewöhnlichen Zwischenfall? Wie soll die aussehen? Ich weiss, dass es mitunter peinlich ist, mit blöden Gegenfragen zu antworten, aber trotzdem möchte ich mal ein Gedankenspiel wagen:

Wie verhindern wir beispielsweise, dass in Künzelsau Frauen von Stechrochen aufgespießt werden, die von tropischen Wirbelstürmen aus dem Meer bis nach Deutschland getragen werden und dort unvermittelt vom Himmel fallen? Wir können Rochen töten, Künzelsau überdachen, Frauen den Ausgang verbieten, oder wenigstens die Wettervorhersage zuverlässiger machen. Aber werden wir dieses extrem seltene (ich glaube, bisher ungeschehene) Ereignis damit verhindern können? Überlebt nicht ein einzelner Rochen? Ist die Überdachung nicht zu brüchig? Wehrt sich nicht eine Frau gegen das Ausgehverbot? Irrt vielleicht sogar der Wetterbericht?

Wie viele Freiheiten wollen wir einschränken, wie viel präventives Leid ertragen (und damit Amokläufe nicht gerade unwahrscheinlicher machen!), um ein solch extremes Ereignis zu verhindern?

Vielleicht ist es bekloppt, den ganzen Tag TO zu spielen – aber viele tun das gerne und sind harmlos dabei. Von der Bedeutung der Spielewirtschaft ganz zu schweigen. Vielleicht ist es bekloppt, Waffen zu Hause zu haben, aber sind sie wirklich hundertprozentig sicher in Museen, Schützenvereinen oder Polizeihänden? Vielleicht ist es bekloppt, Horrorfilme zu sehen, aber mit einem Verbot würde eine ganze Kunstszene vernichtet. Ja, vielleicht ist sogar das Internet überwiegend bekloppt, aber man würde mit der Abschaffung einen Kultur- und Kommunikationskanal schließen, der in der Geschichte der Menschheit einzigartig ist.

Und Menschen sind eben Menschen. Da gehören auch Eltern dazu, die manche Dinge falsch einschätzen, ebenso wie Mitschüler, denen sich verschließt, welche Waffe das gesprochene Wort darstellen kann. Ich bleibe bei meiner Aussage: In einer Welt, in der ein Amoklauf sicher ausgeschlossen werden kann, will ich nicht leben! Und ich bin mir sicher, dass die meisten anderen das auch nicht wollen würden, wenn ihnen bewusst wäre, wie diese Welt aussehen würde.

Es ist sicher menschlich, Ursachen zu suchen. Es ist sogar sinnvoll, sie zu erforschen und ggf. Lösungswege aufzuzeigen, bzw. Ideen zu entwickeln, wie sich eine Gefahr minimieren lässt. Aber das tumbe Wiederholen von überholten Klischees und das Predigen, dass der jetzt angeblich nötige Schritt auch die letzte Sicherheitslücke schließen würde, sind eben… erbärmlich!

Erbärmlich, weil soviel zu kurz gedacht, dass ich es traurig finde, so etwas aus dem Munde meiner Spezies zu hören.

Das ändert nichts daran, dass ich das Geschehene ernstlich erschreckend finde und natürlich hoffe, dass alle Betroffenen einen Weg finden, damit umzugehen. Aber bitte nicht so wie beispielsweise die BILD oder Herr Wolfgang S.

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Sie wollen es nicht wahrhaben…

…dass ich arbeite.

Das Jobcenter ist eine seltsame Einrichtung. Wenn wir ehrlich sind, dann ist es vor allem dazu da, Geld auszuzahlen. Daneben ist es Beschäftigungstherapie und Arbeitsbeschaffungsmaßnahme für die dort Beschäftigten und dient der Regulierung, auf dass auch kein Individuum, das nicht der Lohnarbeit nachgeht, zu viel Geld von der Gesellschaft erhält, der es so gar nichts bringt.

Ich habe mit dem Verein ja nur alibimäßig zu tun gehabt, da ich zum Zeitpunkt meines geplanten Arbeitsantritts berechtig zum Erhalt von ALGII war. Um einen nicht unerheblichen Betrag an Fördergeldern ging es, als ich für ein paar wenige Tage eben jenes ALGII beantragt habe. Um mehr nicht. Zugegeben, die beiden daraufhin erfolgten Auszahlungen habe ich zur Überbrückung bis zum ersten Lohn brauchen können, aber Ziel war das nicht. Naja, [Dankbarkeitsfloskel hier einfügen].

Also hab ich ein paar Hundert Euro von unserem Staat bekommen. Nachdem ich meine Arbeit aufgenommen habe, hab ich artig Bescheid gesagt, dass ich nun kein Geld mehr brauche, weil ich arbeite. Telefonisch. Mir wurde auch bestätigt, dass das so an die Leistungsabteilung rausgeht, und damit ist ja eigentlich alles ok. Ich habe gesagt, ich brauche kein Geld mehr – sie zahlen nichts mehr. Da die nachfolgende Zahlung allerdings schon gebucht war, habe ich für einen Monat ungerechtfertigt Leistungen bezogen. Auch die habe ich gut brauchen können, muss ich aber natürlich zurückzahlen. Kein Thema.

Dachte ich. Recht bald flatterte ein Brief ein, auf den ich antworten sollte: „Ja, ich arbeite, ich verdiene soundsoviel, bitte lassen sie mich in Ruhe!“ Hab ich nicht gemacht, ich böser Bube. Warum auch? Geld bekomme ich seit dem Zeitpunkt eh keines mehr, und damit sollten sie eigentlich zufrieden sein. Ist aber nicht so…

Das heisst: Zufrieden sind sie schon! Sie fordern bislang nicht einmal das zuviel bezahlte Geld zurück. Stattdessen habe ich jetzt eine Erinnerung im Briefkasten, die mir erklärt, ich sei nur bis Ende diesen oder nächsten Monats berechtigt, Leistungen zu beziehen, und ich solle doch meine Nachweise einreichen, dass ich weiter berechtigt bin, Geld zu kriegen. Also die 0 €? Oder wie?

Das ist eine Crux, dass die Leistungsabteilung nicht nur vom Rest der Baggage getrennt lebt, sondern auch noch die schnelleren Entscheidungen trifft. „Sie arbeiten? Das Geld nicht mehr zahlen? Klar, sofort!“ Aber daraus ableiten, dass ich auch sonst nix mit dem Laden zu tun haben will? Niemals! Das muss man schon ordnungsgemäß schriftlich in dreifacher Ausfertigung und mit vom Papst gesegneten Stempel beglaubigen lassen.

Und obwohl ich in mehrfacher Hinsicht Profiteur dieses perfiden Systems bin, finde ich es grausam. Ich meine, es ist an und für sich nicht schlimm, dass sie nur eines Telefonanrufs wegen nicht gleich meine Leistungsberechtigung canceln. Aber zum Einstellen der Zahlungen reicht es also? Mit welcher Logik geht man da ran? Sind die Leistungen also nur zweitrangig für die darauf angewiesenen Menschen? Ich hab so meine Zweifel!

Und wenn wir schon beim Geld sind: Ich bin gerade dabei, angehäufte Schulden abzubezahlen. Würde ich auch mit denen vom Amt machen… aber wie viel denn? Wohin überweisen? Sagt mir ja keiner, denn: Noch darf ich das Geld ja offiziell haben… kaputt, das alles. Echt kaputt.

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Verkehrschaos und Nazis…

Ach, wie könnte ich mich aufregen über das Verkehrschaos am Frankfurter Tor heute! Man kommt nicht durch, es kostet Zeit und alles ist bäh!

Alles? Nein, nichts!!!

Das Verkehrschaos wurde offensichtlich begünstigt durch den Protest gegen den neuen Laden „Tromsø!“ in der Petersburger Straße. Dieser Laden vertreibt Klamotten, aber eben nicht nur irgendwelche. Der Laden verkauft Kleidung der Marke „Thor Steinar“, die nicht nur in rechtsradikalen Kreisen beliebt ist, sondern auch von dementsprechend dubiosen Machern hergestellt wird.

Ich möchte hiermit klarstellen, dass ich jedwede Aktion gutheiße, die  dafür sorgt, dass der Vertrieb dieser indirekten Propaganda und der dieser vermeintlich sinnstiftenden Lebenswelt rechtsgerichteter Irrlichter unterbunden wird!Wirklich jede!

PS: Ich gebe zu, dass ich heute dennoch nett war zu Fahrgästen, die in alldem nur „Hausbesetzer“ sahen, die „mal wieder Aufmerksamkeit“ brauchen. Sorry dafür! Aber zur Versöhnung: Wer sich bei einem Flippers-Konzert glücklich fühlt, der kann Kritik wahrscheinlich so oder so nicht vertragen!

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Zwanziger gegen Zwanziger

Ich habe bisher eigentlich nichts geschrieben über den seit geraumer Zeit schwelenden Rechtsstreit zwischen dem Journalisten Jens Weinreich und dem DFB-Präsidenten Theo Zwanziger. Das ist Faulheit gewesen und Unwissenheit. Es ging immer fleißig hin und her, und wenn ich ehrlich sein soll: Besser als Weinreich selbst oder gar Stefan Niggemeier hätte ich den Sachverhalt kaum wiedergeben können.

Kurz und unvollständig:

Es geht im Prinzip um eine Kleinigkeit: Jens Weinreich hat sich erdreistet, Theo Zwanziger als „unglaublichen Demagogen“ zu bezeichnen. Dafür gab es diesen und jenen Grund, das ist alles im Verlauf der inzwischen drei Verfahren zur Sprache gekommen. Zwanziger sieht sich dadurch in seiner Ehre verletzt, angeblich weil er sich damit als Nazi bezeichnet fühlt. So war vor Gericht auch Thema, ob das Wort eine zwingende Verknüpfung mit dem Nationalsozialismus hat, oder ob es auch dessen ungeachtet verwendet werden kann, um das Wirken eines Menschen zu beschreiben. Bisher hat Weinreich von allen Gerichten Recht bekommen, sein Ausspruch sei von der Meinungsfreiheit gedeckt.

Richtig rabiat kam es aber erst dann: Der DFB veröffentlichte eine sachlich inkorrekte Pressemitteilung, in der – um es vereinfacht darzustellen – Zwanzigers Position die einzige war. Es wurden Lügen über Weinreich und den Prozess an hochrangige Leute herausgegeben, um Stimmung gegen den Sportjournalisten zu machen.

Jedes eindeutige Urteil, sowie teilweise Details werden nun von Zwanziger erneut angefochten und die Verfahren damit verschleppt. Im Gegensatz zu Weinreich kann sich Zwanziger das leisten, da er die Gerichtskosten nicht selbst tragen muss als DFB-Präsident, und zudem wahrscheinlich ein bisschen besser ausgestattet ist in Finanzdingen.

Nun hat Weinreich sich – entgegen seiner ursprünglichen Planung -entschieden, doch um Spenden zu bitten, weil ihm die Kosten über beide Ohren wachsen. Ich selbst bin gerade leider sehr klamm (heute kam Post von der Polizei…), und möchte hiermit einen Hundeblick zu meinen Lesern werfen, und damit darum bitten, sich wenigstens den Spendenaufruf von Weinreich durchzulesen, und ggf. eben einen Zwanziger gegen Zwanziger springen zu lassen.

Für alle Interessierten kann ich noch die Beiträge von Niggemeier zum Thema empfehlen.

Nachtrag: Hier noch das Logo, das Jan der „Kampagne“ gespendet hat:

Zwanziger gegen Zwanziger!

Zwanziger gegen Zwanziger!

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Hallo Staat?

Also irgendwie ist diese Welt komisch. Ich hatte vor Ewigkeiten ja bereits geschrieben, dass mein Arbeitgeber Fördergelder für meine Stelle bekommt – weil er mich aus dem Millionenheer an HartzIV-lern rekrutiert hat. Genau genommen habe ich mich nur ins Millionenheer an HartzIV-lern eingereiht, damit mein Chef Fördergelder bekommt, aber das ist nebensächlich.
So sieht es jedenfalls aus. Nun, der Antrag ist offenbar durch, ich habe einen Durchschlag zum Bescheid gekriegt. Dort ist selbstverständlich auch die Summe genannt, die mein Arbeitgeber nun erhält. Wenngleich mir die mögliche Höhe der Zuschüsse bekannt war, so hat mich die Höhe dann dennoch ein wenig erstaunt hinterlassen:

780 € / Monat

Das heisst: In trauter Zweisamkeit zahlen der deutsche Staat und die EU gerade monatlich 780 € dafür, damit ich keine 533 € ALG2 kriegen muss…
Geht’s noch? Ich wollte mich schon lange mal aus der Sicht eines Nutzniesers über bekloppte Gesetze beschweren, dann das nimmt dann auch den letzten Zweifel von einem, man beschwere sich ja nur, weil es einem nicht passt. Ich meine: Bei meinem Arbeitgeber ist die Kohle gut aufgehoben – mir ist es nur recht, dass das Geld da hingeht. Und an der Stelle meiner Chefs würde ich das auch ausnutzen. Keine Frage. Wenn das Geld in der öffentlichen Hand bleibt, stecken die es doch überwiegend in sinnfreie Projekte. Ich halte zumindest so einiges für sinnfreier als das Unternehmen meines Chefs.
Natürlich ist die Schaffung eines neuen Arbeitsplatzes mit einem gewissen Geldaufwand verbunden. Das stelle ich nicht in Frage. Es sind Einarbeitungen nötig, die Produktivität neuer Mitarbeiter ist meist nicht so hoch wie die der erfahrenen Leute… da kommt natürlich eines zum anderen.
Nun bin ich aber der Meinung, dass das zwar alles schön und gut ist, es aber völlig der derzeitigen Logik widerspricht, das zu subventionieren. Immer wieder wird einem dieses kapitalistische System verkauft als fairer Markt, der sich mehr oder minder von selbst reguliert. Ich finde, Einzelheiten wie diese Fördergelder strafen diesen Glauben Lügen. Wenn das System so funktionieren sollte, dann braucht es derartiges nicht. Genausowenig wie Subventionen für Milchbauern, Atomkraftwerke oder Steinkohleabbau.
Bereiche, in die der Staat massiv eingreifen muss, weil sie ohne seine Hilfe nicht existieren können, haben eigentlich – nicht nach meiner Überzeugung, sondern nach der unserer Gesellschaft – keine Daseinsberechtigung. Nach meiner Ansicht ist das Augenwischerei.
Verdammt, natürlich lohnt es sich nicht, in Deutschland Steinkohle abzubauen. Aber anstatt den verbleibenden paar tausend Kumpel eine fürstliche Rente für ihren früheren Beitrag zur Wirtschaft zu zahlen, und die Abbaugebiete vom Wechselgeld in Naturschutzparks umzubauen, beschließt man lieber, gegen jegliche Vernunft, Millionen an Subventionen zu bezahlen, um sagen zu können: „Wir produzieren ja auch selber!“
Aber da sind wir wieder beim leidigen Thema, ob jemand – auch wenn er nicht arbeitet – ein Auskommen verdient hat.
So engagiert sich der Staat also einmal mehr für mich in finanzieller Hinsicht, ohne dass ich das nachvollziehen kann. Aber bitte! Was liegt näher? Ist doch allemal besser, als den ganzen faulen Arbeitslosen auch nur einen Cent zuviel zu bezahlen.

Bin ich der einzige, der das für asozial hält?

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Neujahrsansprache

Sehr geehrte Mitbürger und Mitbürgerinnen,

im Namen meiner selbst darf ich verkünden: „Herzlich willkommen am Arsch!“

Wir sind endlich angekommen im „Krisenjahr 2009“, ausnahmsweise haben sich mal alle vor Silvester gefürchtet und viele haben insgeheim gehofft, dass die Kinder dieses Jahr tatsächlich Weihnachtsbaum und Wohnung abfackeln, damit auch ja nichts mehr zu verlieren ist, wenn das böse 2009 erst einmal da ist. Die Welt steckt in der Wirtschaftskrise, in der schwersten Rezession aller Zeiten, und auch sonst sind die Zeiten natürlich hart. Sollte die vom Spiegel erwähnte Summe von 23 Billionen verheizten Euro weltweit stimmen, dann hat jeder Mensch auf der Welt statistisch gesehen ein paar tausend Euro Miese gemacht in den letzten Monaten. Da mein Dispo schon am Anschlag ist, wurde mir glücklicherweise nichts abgebucht – ich nutze diese Ansprache also auch, um dem Aktienhändler zu danken, der vorsorglich meinen Teil mitbezahlt hat.

Wobei?

Ist nicht dieser ganze Pessimismus fehl am Platze? Ist da nicht letztlich Geld vernichtet worden, über das wir uns zuvor niemals freuen konnten, weil wir ja gar nichts davon hatten?

Eigentlich könnten die meisten von uns froh sein, weil wir nie da mit drin gesteckt haben. Aber wie erwähnte Volker Pispers einst: „Wenn du denkst: Blöder geht’s nicht mehr, kommt von irgendwo ein Merkel her!“ Die selben Menschen, die vor einem Jahr einen staatlichen Eingriff in die Wirtschaft noch als Kommunismus gegeißelt hätten, zaubern nun Abermilliarden aus dem großen schwarzen Hut. Die erste Hoffnung, dass es sich dabei um die schwarzen Kassen der Regierungsparteien handelt, war aber schnell zerstoben, und so wird es wohl doch die zähe Masse unserer Steuergelder sein, mit deren Hilfe die zerbrochenen Ming-Vasen der deutschen Wirtschaft gekittet werden. 2009 werden deutsche Vorzeigeunternehmen staatliche Hilfe bekommen. Unternehmen, deren internationale Aufstellung als krisensicher gefeiert wurde. Unternehmen, die beständig Leute entlassen haben, um in Krisenzeiten zu überleben.

Und nun?

Ganz offensichtlich funktionieren selbst einige Vorzeige-Konzepte nicht. Große Unternehmen wie Opel sind nicht in der Lage, mit ihrem eigenen Wirtschaftskonzept zu überleben. Um ein Minimum an Sozialverträglichkeit solcher Konzerne zu garantieren, hat der Kapitalismus eigentlich eine schöne Dynamik in solchen Momenten entwickelt: Diese Konzerne sind mit gutem Recht pleite gegangen und von der Bildfläche verschwunden.

Aber jetzt haben wir das Jahr 2009!

Im Krisenjahr 2009 darf ein Konzern nicht untergehen. Zumindest nicht, wenn sein Ruf völlig ramponiert und die Wirtschaftsdaten ansprechend desaströs ausfallen. Deswegen ja Krisenjahr! Für den Rest der Bevölkerung! Ein paar Milliarden Euro werden im Laufe dieses Jahres wahrscheinlich in die halblebigen Hüllen jener „Vorreiter“ und „Genies“ gepumpt, die es ermöglicht haben, über Jahrzehnte die Illusion aufrecht zu erhalten, das Ganze funktioniere wenigstens, wenn man sich anstrengt.

Was daraus resultieren wird, ist noch nicht absehbar. Ob die Rente deswegen 2 Jahre früher abgeschafft wird, oder man sich überlegt, ob es wirklich noch staatlich geförderte Schulen braucht, all das, was die eigentliche Krise erst zu einem persönlich nach Hause trägt, werden wir wahrscheinlich nicht in diesem tollen Krisenjahr erleben. Wahrscheinlich erleben wir die Rettung „wichtiger Traditionsunternehmen“ und eine Menge Jubel im Wahlkampf, weil unser fantastisches Land die Wende in der schwersten nur denkbaren Zeit geschafft hat. Die aufgeschobenen Probleme, die Tatsache, dass das gesamte Hintergrundsystem nur noch künstlich beatmet wird und der Strom für die Maschine langsam ausgeht – davon werden wir wahrscheinlich nur wenig hören.

Oder um es vorweg zu nehmen: Es ist doch alles gut, die Wirtschaft wächst wieder!

Die tiefsten Kessel mit Giftjauche werden weiter im Hintergrund umgerührt werden, und vielleicht geht es ja noch ein paar Jahre gut. Bitte wenigstens bis zur nächsten Legislaturperiode. Schuld sind am Ende sowieso nur die, die nicht mehr da sind. Und dann wird es heißen: „Herzlich willkommen am Arsch!“

In diesem Sinne: Happy New Year, dear World!

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Fertich! Hochhosen!*

Kann man jetzt schon schreiben, dass 2008 vorbei ist? So ziemlich, oder? Die ganzen spektakulären Jahresrückblicke sind eh vor gefühlten 3 Monaten schon im Fernsehen gelaufen. Was mich im Übrigen ein bisschen ärgert. Ohne das damals toll gefunden zu haben, aber bezüglich der Jahresrückblicke fand ich den Tsunami am 26.12.2004 einen recht guten Beweis dafür, dass es irgendwie Blödsinn ist, Anfang Dezember zu verkünden, dass das Jahr gut war. Ich meine, ich habe ja nichts gegen alternative Kalenderführung, aber wenn man schon einen bestimmten benutzt, dann doch bitte auch richtig! Wenn ich zusätzlich zu meiner übrigen Mathe-Unfähigkeit auch noch alle Ergebnisse um ein Zwölftel gerundet hätte, wäre mein Lehrer wahrscheinlich mindestens einmal im Jahr mehr meinetwegen explodiert. Aber gut, will ich meckern? Eigentlich nicht. Das Jahr 2008 war bisher eigentlich nicht das schlechteste für mich. Wenn auch ein kurioses, da ich nun schon seit Ewigkeiten nicht mehr so wenige Termine hatte. Es muss vor meiner Kindergartenzeit gewesen sein, dass ich das letzte Mal binnen eines Jahres so oft ausgeschlafen habe 🙂
In meinem Jahr 2008 ist nicht besonders viel passiert, das muss man schon mal erwähnen. Immerhin hat dieser Blog als bisher kontinuierlichster Versuch das Licht der Welt in diesem Jahr erblickt – die alten Einträge stammen ja noch aus alten Vorgängern.
In Politik und Wirtschaft hat sich einiges getan 2008, einiges habe ich ja auch hier geschrieben. Das muss ich dieses Jahr nicht zwingend noch einmal tun. Jedes Jahr nehme ich mir vor, für meinen derzeit aktuellen Blog möglichst früh mit einem Rückblick zu beginnen, um ihn dann am Ende nur mit den letzten Tagen zu vollenden und dann das Meisterwerk zu posten. Vielleicht klappt es ja 2009 – DAS ist doch mal ein Vorsatz!
So, nun habe ich noch zweieinhalb Tage Arbeit vor mir, dann ist Silvester und damit offensichtlich mal wieder Party angesagt. Wie das dann laufen wird: Man wird sehen! So gerne ich grundsätzlich zurücksehe, so gerne schaue ich dieses Jahr mal nach vorne. 2009 wird – wenn man den Medien glauben darf – ein hartes Jahr. Die Wirtschaft wird den Bach runtergehen, die Arbeitslosigkeit wird einmal mehr verstärkt um sich greifen, alle werden jammern und bestimmt wird auch das Wetter total doof!
Das juckt mich aber kein bisschen! Ich beschwere mich immer wieder gerne darüber, was in der Welt so passiert, aber ins allgemeine Wehklagen will ich mich nicht unbedingt einmischen. Zum einen glaube ich tatsächlich, dass ich nicht so stark betroffen sein werde. Zum anderen liegt mir Jammern auf hohem Niveau nur bedingt. Ich weiss, dass es mir gut geht! Meine Prognose für 2009: Ich werde öfter Taxi fahren als der Chef der deutschen Bank! Und das will doch schon mal was heissen 🙂

*Hochhosen ist ein innerfamiliär genutztes Wort, das von Kindern benutzt wird, die zwar schon alleine aufs Klo können, aber das mit dem Anziehen noch nicht so recht beherrschen…

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