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Nicht mehr lange…

In etwas mehr als 30 Stunden werde ich mich auf den Weg nach Stuttgart machen. Seit langer Zeit das erste Mal. Ich freu mich wahnsinnig drauf, weiss aber irgendwie nicht so recht, ob ich mir das zeitlich erlauben kann. Naja, manchmal sind Termine eben blöd.
Ich bin wahnsinnig müde, vielleicht finde ich morgen ja ein bisschen Zeit, über all das zu schreiben, was hier sonst so passiert.
Kurz ansprechen muss ich noch Franz Josef Wagner wegen seiner neuen Kolumne: Ich hab diese schlimme Geschichte bereits am Sonntag im Spiegel gelesen. Sie doch sicher auch. Wie aktuell ist bild.de eigentlich?

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Des Wagners Antisexismus

Sorry wegen der hochtrabenden Überschrift. Ich wusste einfach nicht, wie ich diese aktuelle Kolumne von Franz Josef Wagner irgendwie ansprechen sollte. Wagner schwadroniert (erstaunlicherweise!) darüber, dass er es irgendwie schick finden würde („Charme hat das.“), wenn Gesine Schwan sich bei der Wahl zum Bundespräsidenten durchsetzen würde. Gut, zugegeben, damit wären die beiden „wichtigsten“ Posten der Bundesrepublik mit Frauen besetzt. Etwas, das eigentlich schon der statistischen Wahrscheinlichkeit nach schon längst mal hätte passieren sollen.

Nicht, dass ich deswegen jetzt für Gesine Schwan wäre!

Wagner leitet daraus ab, dass es deswegen neue und interessante Posten für Männer geben würde:

„Der Inneneinrichter, der Bodyguard, der Walker, der Fitnesstrainer, der Diätberater, der Schminkmeister, der Kofferpacker, der Kofferträger, der Küchenchef, der Pressefuzzi, der Handtaschenhalter.“

Was daran jetzt „neu“ oder gar toll sein soll, das bleibt sein Geheimnis. Aber dann kommt er auf den Punkt:

„Es gibt keine Männer mehr wie Adenauer, Brandt, Heuss, Strauß, Wehner, Schmidt. Es gibt nur noch Männer wie Udo Walz, der der Kanzlerin eine neue Frisur verpasst.“

Ergo:

„Wenn wir keine starken Männer mehr haben, dann kommen starke Frauen. Das ist logisch.“

Damit schliesst Wagner seine Kolumne. Wenn man es also genau nimmt, dann sind die Frauen also nur deshalb an der Macht, weil kein „richtiger“ (starker) Mann das mehr in die Hand nimmt. Also ist es irgendwie nicht nur logisch, sondern quasi eine gerechtfertigte Bestrafung für alle Schlappschwanzmänner à la Kurt Beck und co. Das ist ja quasi schon fast so etwas wie…

Nein, das ist genau die Bestätigung für all die Sexisten dieser Welt!

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Ein paar witzige Bild-Klötze

Bild und bild.de haben sich ja seit geraumer Zeit ein bisschen eingeschossen auf den „Brückenteufel“, den „Holzklotzkiller“, wie immer man den jungen Mann nennen mag, der zu Ostern einen Holzklotz von einer Brücke in ein fahrendes Auto warf, und dabei eine Frau tötete. Drei kleine Impressionen von der bild.de-Seite:

Die Überschrift mit Klärungsbedarf:

Damit es auch jeder weiss, Quelle: bild.de

Damit es auch jeder weiss, Quelle: bild.de

Eigentlich sollte man es ja positiv bewerten, dass Bild nicht gleich „Selbst das Verhör stand der Rauschgiftsüchtige nur mit Drogen durch!“ schreibt. Dafür bekommt man diese Info im Artikel selbst. Wenn man aber seiner Zielgruppe nicht zutraut, zu wissen, was Methadon ist, dann muss man es ja nun wirklich nicht gleich in der Überschrift herausposaunen.

Der pure Horror:

Welch Drama! Quelle: bild.de

Welch Drama! Quelle: bild.de

Wahrscheinlich wäre es der Bild-Redaktion recht gewesen, wenn der junge Mann Blut an den Wänden, Kinderpornographie auf dem Rechner und eine Leiche im Keller gehabt hätte. Aber so musste der arme Garten herhalten für den unheimlichen Lebenswandel.

Die Scheinverbrechen:

Der war aber clever..., Quelle: bild.de

Der war aber clever…, Quelle: bild.de

Alle Screenshots: bild.de

Bild ist in der Vergangenheit unter anderem immer wieder dadurch aufgefallen, dass Angeklagte schon im Vorfeld zu Verbrechern gemacht wurden, wenn es nur ins Konzept der jeweiligen Kampagne gepasst hat. Ausgerechnet bei Taten, die offenbar (nicht nachgeprüft!) von einem Gericht bereits geahndet wurden, schreibt bild.de nun „angeblich“. Als wäre ein Holzklotzkiller der Fahrrad-Hehlerei nicht würdig. Aber klar: Wahrscheinlich hat er diese Diebstähle und Verkäufe nur vorgetäuscht, um harmloser zu wirken!

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Wagners Jugend und die PKS

Wie so oft ist Wagners Kolumne am heutigen Tage ein Zeugnis moderner Kunst. Das ist recht wörtlich gemeint, denn modern ist es dieses Mal besonders: Wagner erzählt, dass die Jugend heute schlimmer ist als früher. Kunst ist es in meinen Augen deswegen, weil unter Kunst so schön subsummiert werden kann, was sonst in keine Schublade passt. Was bei Wagner ja irgendwie der Fall ist.

„Liebe schlimme Mädchen und böse Jungs,“,

so leitet er dieses Mal seine Kolumne ein, und gerichtet sind diese Worte offenbar an junge Gewaltverbrecher. Natürlich nur zu Beginn. Am Ende wird er wie üblich an den Leser schreiben. Diese Unkoordiniertheit scheint ja gewissermaßen System zu haben bei ihm.

„ihr seid zwischen 14 und 18, und in der aktuellen Kriminalstatistik kommt ihr ganz schlecht weg. Während die Gesamtkriminalität in Deutschland zurückgeht, nimmt die Gewaltbereitschaft bei euch zu – um 4,9 Prozent.“

Das ist beinahe korrekt. Offenbar hat man bei Bild die aktuelle PKS recht gründlich studiert, denn diese Zahl findet sich in keiner Übersicht der Publikation, sondern erst auf Seite 11. Wenngleich die Polizei in diesem Zusammenhang auch von der Gewaltbereitschaft spricht, so möchte ich doch anmerken, dass ein Anstieg der von Jugendlichen verübten (und natürlich bekannt gewordenen) Gewaltdelikte stattgefunden hat, jedoch bei einer reduzierten Anzahl an Tatverdächtigen (-0,4%). Ich will nicht kleinlich sein, aber bei Wagner liest es sich eben auch so, als wären 4,9% mehr Jugendliche gewaltbereit, und das ergibt sich zumindest aus dieser Statistik nicht.

„Auch bei Mädchen. Als ich 14 war, hatten Mädchen Zahnspangen. Um ihr Gebiss zu vervollkommnen, ihr Lächeln zu verschönern.Heute haben sie einen ausgeschlagenen Schneidezahn.“

Ich denke, es wird jedem klar sein, dass sich das nicht aus der aktuellen Kriminalstatistik ergibt, und ich habe leider auf die Schnelle keine Statistik zu ausgeschlagenen Schneidezähnen oder Zahnspangen gefunden. Schon gar nicht für das Jahr 1957, in dem Wagner 14 wurde.

„Was machte ich mit 14, 18 mit meinen Händen? Ich ballte sie nicht zur Faust. Ich hielt Händchen, machte Millimeter für Millimeter Petting, zählte mein erstes Geld, das ich als Schüler im Supermarkt verdiente. Ich streichelte mit meinen Händen meinen Motorroller. Gewalt zählte nicht zu den Problemen, die ich als 18-jähriger hatte.“

Das ist schön für Herrn Wagner. Ehrlich. Ich möchte Jugendgewalt nicht verharmlosen oder nur auf einen sozialen Faktor minimieren, aber ich hab so die Vermutung, dass die Statistik anders aussehen würde, wenn all diese Jugendlichen eine Freundin, einen Job und zumindest Geld für einen Motorroller hätten. Was ich sagen will: Die Umstände waren 1957 vielleicht ein bisschen anders.

„In der Kriminalstatistik wird die Gewalt der Jugendlichen hervorgehoben. Sie schlagen um sich, sie treten Menschen ins Gesicht.“

Das mag alles sein, aber es ist nicht so, dass das andere Altersgruppen (nehmen wir Säuglinge mal davon aus) das nicht auch machen würden. So erschreckend die Zahlen bei Jugendlichen auch sein mögen. Leider kann ich in der Statistik keine genaue Angabe zur Altersverteilung bei Gewaltdelikten speziell finden, aber bei der alle Delikte umfassenden Anzahl der Tatverdächtigen finden sich unter den über zwei Millionen Verdächtigen etwa 277.000 Jugendliche. Man muss also auch hier richtig aus der Statistik lesen können: Wenn man einen Jugendlichen sieht, besteht zwar eine höhere Chance, dass er ungutes im Schilde führt, aber das Gesamtrisiko spricht eher dafür, dass mir ein Erwachsener etwas auf die Nuss gibt. So ist das mit Statistiken, die man nicht selber gefälscht hat 😉

„Ihr seid nicht mehr jung, wie ich es früher war. Ihr seid fremd. Ich verstehe euch nicht.“

Das ist wahrscheinlich eine grundsätzliche Generationenfrage. Frag mich mal jemand, ob ich Wagner verstehe…

„Ihr seid wie ein Vorbeben, kleine Steine bröckeln.“

Eine schöne Metapher, Herr Wagner. Aber… wofür?

„Aber wir müssen euch retten. Ihr dürft euch nicht die Köpfe blutig schlagen. Ihr seid unsere Kinder.“

Abgesehen davon: Das steht so ähnlich auch in einem Haufen ziemlich trocken geschriebener Schinken, die sich Gesetzesbücher nennen. Herr Wagner wäre überrascht, was noch so alles verboten ist. Zum Beispiel eine Verletzung der Privatsphäre. Oder Beleidigungen. Er könnte also auch bei Nicht-Jugendlichen, bei Kollegen und Vorgesetzten, vielleicht sogar bei sich selbst, fündig werden.

Dann folgt noch das obligatorsche „Herzlichst, Ihr Franz Josef Wagner“, das in diesem Fall eine grammatikalische Abnormität darstellt, die sich so wohl nur bei Wagner finden lässt. Ich denke, das reicht erst einmal zum Thema.

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Windows Special-Deleting im TV

Ich hätte gerne die Windows-Version, die die Freundin von Tony DiNozzo in der Serie „Navy CIS“ verwendet. Wenn man dort ein Bild anschaut und es dann löscht, löst es sich nach der Sicherheitsabfrage Pixel für Pixel vor dem Auge des Betrachters auf. Das ist ein cooler Effekt. Meines bringt immer eine Fahlermeldung, wenn ich geöffnete Dateien löschen will. Kennt jemand diesen Bug? 🙂
Was mich interessieren würde: Was für einen Pixelsalat würde dieses Spazial-Windows fabrizieren, wenn  man mehrere  Dateien auf einmal löscht? Sowas soll es ja auch geben.

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Nazis (1)

Es ist ja seit einiger Zeit so, dass sich Nazis der Symbole der linken Szene bemächtigen. Sie verändern sie in ihrem Sinne, und alles was dabei herauskommt, ist in der Regel billiger Abklatsch. Inzwischen gibt es „Autonome Nationalisten“, die sich in ebenso schickes Schwarz hüllen wie der berüchtigte schwarze Block. Es gibt Nazis, die sich eine Ideologie zurechtgezimmert haben, die es ihnen erlaubt, Ché-Guevara-T-Shirts (natürlich T-Hemden, sorry!) zu tragen, und auch sonst findet sich einiges skuriles.
Das alles ist wirklich kein Grund zu lachen, aber an gewissen Punkten kommt man nicht umhin. Ich bin vorher in einem Blog gelandet, den ich hier bewusst weder verlinken, noch sonstwie bewerben will, und dessen Stiftführer hat sich entschieden, dem Grundgedanken nachzuhängen, dass verschiedene Völker ja schon irgendwie ok sind, wenn sie nur bleiben, wo sie waren. Das ist ein alter Gedanke der so genannten „Neuen Rechten“, damit also noch nicht erwähnenswert. Idiotisch wird diese Ansicht aber insbesondere bei Gehirnakrobaten wie dem von mir gefundenen Töffel, der die Völker da haben will, wo sie schon immer (?) waren, aber den israelischen Staat (seit wann besteht dieser Staat nochmal?) bedingungslos anerkennen. Das mag widersprüchlich sein, aber man muss es ja nicht so genau nehmen. Dabei kann man sich mal eben rasch vom Vorwurf des Antisemitismus befreien, moderner wirken, und… ein neues Logo basteln:

Demnächst: Nazis gegen Hitler!

Demnächst: Nazis gegen Hitler! Quelle: Nazi-Seite

Ich muss gestehen, dass mich das irgendwie an die „Nazis gegen Rechts“-Postkarte erinnert, die bei uns im Flur hängt. Ganz ganz ehrlich: Welch geistig unterpriviligierter Vollpfosten muss man sein, um mit etwas derartigem hausieren zu gehen?

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Übergeigung deluxe

Was kann bild.de besser als alle andere Medien? Richtig: Übergeigte Überschriften herstellen! Das Wort „übergeigt“ stammt hierbei von Kai Diekmann selbst, das mag mit ein Grund sein, weswegen es sich ein wenig unbeholfen anhört. Schließlich ist der Mann nur Chefredakteur von „Europas größter Tageszeitung“ und nicht etwa ein Profi. Gemeint sind übrigens Überschriften, die etwas behaupten, was der Artikel selbst nicht halten kann. Nun, diese „übergeigten Überschriften“ will also Diekmann auch selbst verhindern. Dann frage ich mich aber, was das hier ist:
Süßer die Geigen nie klingen...

Süßer die Geigen nie klingen…, Quelle: bild.de

Screenshot: bild.de

Einmal mehr kann ich, muss ich, Entwarnung geben: Til Schweiger lebt! Wahrscheinlich geht es ihm sogar gut. Denn das, was bild.de einen „Hubschrauberangriff“ nennt, stellt sich beim Lesen des Artikels als das Kreisen zweier Hubschrauber über dem aktuellen Filmset des Schauspielers heraus. Das hat offenbar die Dreharbeiten gestört, und der Hintergrund – so bild.de – ist unklar. Was an der Sache überhaupt dran ist, weiss ich erst recht nicht, aber ein Angriff auf Til Schweiger war es nicht wirklich, da bin ich mir sicher.

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