Ich sehe in letzter Zeit gerne Navy CIS. Das – so muss ich es wohl schreiben – gebe ich zu. Ich mag die Charaktere, es macht Spaß, die mehr oder minder spannenden Geschichten zu verfolgen.Vom neutralen Standpunkt aus muss ich hier aber mal eines anmerken: Eigentlich sind Serien wie die diese ziemlich… beschissen!
Und nein, ich rede hier nicht von den manchmal billigen Special Effects, auch nicht von oft gut überbietbaren Schauspielern, sondern vom Inhalt. Ich habe nichts gegen spannende Krimis, und trotz anderer Erfahrungen kann ich sogar damit leben, dass die Cops immer die Guten sind. Das ist ok.
Es ist allerdings erschreckend zu beobachten, wie in fast jeder derartigen Sendung die Gewalt seitens der Polizei oder vergleichbarer Behörden propagiert, meistens geradezu glorifiziert wird. Denn jedes Mal, wenn dort Gewalt angewendet wird gegen noch nicht überführte Täter, dann stellt sich im Nachhinein heraus, dass es „richtig“ war, weil sich so etwas beweisen lies. Nicht dargestellt wird natürlich, dass sich selbst die größten Helden irgendwann einmal irren würden, und in so einem Fall der Zweck nie die Mittel heiligen würde. Natürlich geht es nie um sadistische Gewalt, sondern immer nur um zweckdienliche. Aber genau mit solchen (wenn auch fiktiven) Schilderungen kommt es dazu, dass viele Menschen sich solidarisieren mit Ermittlern, die Gewalt androhen (was de facto psychische Gewaltanwendung ist) oder gar anwenden.
Die Tatsache, dass Geständnisse unter Gewaltandrohung oder -anwendung oft nicht der Wahrheit entsprechen, wird natürlich unter den Tisch fallen gelassen.
Ich plädiere mit Sicherheit nicht dafür, dass nun alle Serien den höchsten Standards der Menschlichkeit entsprechen, denn das wäre in gewisser Weise auch wieder eine Art der Zensur. Aber ein bisschen differenzierter könnten manche Plots doch sicher dargestellt werden.
Das traurige Fazit kenne ich aber auch schon: Die Menschen sehen nun einmal lieber nette und manchmal mit gutem Grund ausrastende Cops. Schade, wirklich!
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Navy CIS und co.
Armer Wagner
Franz Josef Wagner schreibt in seiner heutigen Kolumne an die armen Deutschen. An sich völlig korrekt bemerkt Wagner das Wunder, dass die armen Deutschen global gesehen gar nicht arm sind. Ein Fazit will ihm dabei nicht über die Lippen kommen. Wie auch? Auch Arbeitslose sind nunmal ein Klientel der Bild, und es dürfte die meisten Bild-Leser eher peripher tangieren, wie viel ein Lehrer in Bahngladesh umgerechnet verdient. Zumal ich mich immer noch frage: Wen, außer Touristen, interessiert diese Umrechnung eigentlich?
Was sagt es aus, dass ein Lehrer in Bangladesh umgerechnet 15 Euro monatlich verdient? Genau eines: Dass er es sich nie leisten können wird, in Europa Urlaub zu machen. Damit ist die Auskunft aber bereits ziemlich erschöpft. Denn natürlich kann sich der werte Herr Lehrer in seiner Heimat davon mehr als wie hier einen Kasten Bier von 15 Euro leisten.
Mir ist schon klar, was das bedeutet: Wenn die Gehälter sich global angleichen sollten, dann stehen „die Deutschen“ auf der „Verliererseite“ – das will Wagner doch eigentlich sagen. Er will sagen, dass wir doch froh sein sollen über Hartz IV und dergleichen. Derartige Kritik ist nicht grundsätzlich untragbar, peinlich finde ich jedoch dieses ständige Argumentieren mit Blumen und kleinen niedlichen Tierchen.
Diese vergleichende Logik ist eine der schlimmsten Angewohnheiten derer, die manchen die Luft zum Atmen am liebsten noch verkaufen würden.
Etwas schlimmeres findet man immer! Damit Fehler zu rechtfertigen, ist unbedacht und hält keiner ernsten Diskussion stand. Deswegen beendet Wagner seinen Text (indem er die deutschen Armen reich redet) mit dem Vermerk, dass viele Hauptschüler ohne Schulabschluss in die Welt gehen und die Armen von Morgen sind.
Wie üblich sollte man nicht einmal versuchen, da einen Zusammenhang herzustellen, aber logisch wäre nur eines: Wagner geht davon aus, dass es den Armen auch in Deutschland bald schlechter geht. Da könnte ich mich ausnahmsweise sogar drauf einlassen.
Ansonsten… Was war das denn eben?
Hm, eine Sonnenbrille…
Ja, ich gebe es zu: Ich bin kein Fan von Tokio-Hotel. Nicht nur, weil es in ist, kein Fan zu sein, sondern weil ich kein Freund davon bin, wenn Star-Rummel und Äußerlichkeiten über der Musik angesiedelt werden. Insofern begeistern mich Tokio-Hotel genauso viel wie Lordi – gar nicht. Obwohl man beiden nicht mal unterstellen kann, es wäre keine Musik, was sie machen. Aber gut!
Mit verblüffender Ratlosigkeit sah ich mich gerade einer Überschrift bei bild.de über dieses Nicht-Idol Bill gegenüber. Denn so sieht sie aus:

Quelle: bild.de
Im Artikel selbst wird darauf hingewiesen, dass die beiden eine Menge gemeinsam haben. Zum Beispiel legt sich Michael Jackson ja gerne mal unters Messer für sein… äh… makelloses Aussehen. Ebenso Bill! Naja, genau genommen schminkt er sich gerne. Wenn das nicht fast das selbe ist. Und beide waren sie verdammt jung, als sie entdeckt wurden und ihre Karriere begannen. Na, da muss ich doch eingestehen: Bill ist vielleicht sogar der bessere Michael Jackson. Donnerwetter! Wieder was gelernt!
Der edle FJW
Nach Verbalentgleisungen gegenüber Vergewaltigern und Mördern ist Franz Josef Wagner von der Bild mal zur Ruhe gekommen und schreibt zum Dank an Hilfsorganisationen, die in Burma den Opfern des Taifuns helfen. Das kann man machen, man sollte es vielleicht sogar. Aber wie fast immer schafft Wagner es, daraus etwas ganz anderes zu machen: Eine Lobeshymne auf sich selbst, weil er spendet.
Bitte nicht falsch verstehen! Es ist super, das Franz Josef Wagner spendet, und es ist sicher auch nicht allzu schlimm, dass er seine Kolumne nutzt, um indirekt zu Spenden aufzurufen. Was aber erschreckend ist, ist wie er genau das Klischee bedient, das mich an vielen – oft auch nur so genannten – Wohltätigkeitsveranstaltungen abschreckt: Er kauft sich frei.
Er schreibt „Ich weiß nicht, welcher Organisation ich in diesem Monat 20 Euro gespendet habe, aber gespendet habe ich.“ Schön.
Also eigentlich interessiert es ihn nicht! „Ein Bisschen Geld kann ich entbehren, damit habe ich genug gutes getan!“, oder wie? Er erzählt mal eben, dass er einfach eine Flasche Wein weniger bei seinem Italiener trinkt, dann sind das schon 25 Euro mehr, die er spenden kann. Schön.
Wie… großzügig!?
Ich vermute, dass das auch als Begründung herhalten muss, dem „Penner“ an der Ecke keinen Euro zu geben, weil man seinen Beitrag zu einer gerechten Gesellschaft ja schon geleistet hat. Nun hab ich das Problem, dass ich mir in meinem Leben noch nie eine Flasche Wein für 25 Euro geleistet habe. Das ist nicht grundsätzlich schlimm, denn ich bin einfach kein Weintrinker, und ich lebe in einem für mein Empfinden zufriedenstellenden Umfeld. Aber von meinen 500 Euro Arbeitslosengeld werde ich wohl auch diesen Monat weder 20, noch 50 Euro – wie der großzügige Herr Wagner – spenden können.
Muss ich eben ein schlechter Mensch bleiben. Ich werde wohl nie feststellen dürfen , dass Helfer bei Katastrophen „so beruhigend wie ein Glas Milch am Abend“ sind. Ich werde nicht jede Nacht ruhig schlafen können, weil ich mir bewusst sein muss, dass ich im Vergleich zu vielen Menschen in einem absurden Luxus mit Essen, Computern und (halbwegs garantierter) Meinungsfreiheit lebe. Wie schön, dass Herr Wagner diese Probleme jetzt nicht mehr hat!
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Manager’s best
Hab mich vorher ziemlich gekringelt – vor Lachen – als ich eine Werbung fürs Manager-Magazin im Spiegel gelesen habe. Das war so eine übliche „Lesen sie drei Ausgaben zum Preis von zweien Probe und erhalten sie hierfür ein supergeniales Geschenk!“-Geschichte. Das ist nicht unnormal, aber ich habe mich dennoch gefragt, ob das Magazin in diesem Fall nicht ein bisschen an seiner Zielgruppe vorbei plant, den bei dem tollen Geschenk handelt es sich um einen mp3-Player. Einen USB-Stick mit einem Gigabyte Kapazität. Man könnte auch sagen: Ein Billig-Gerät wie viele andere. Warum sollte ausgerechnet ein Leser des Manager-Magazins sich mit so einem Angebot ködern lassen? Solche Teile nehmen einem doch heute die Zwölfjährigen nicht mehr ab, weil sie schon drei davon haben! Wenn das Teil jetzt besonders edel designt wäre, oder wenn es wenigstens eine vernünftige Rolex-Fälschung zum Magazin gäbe… ok! Aber kann das noch jemand ernst nehmen?
Stellt euch sich zur Erläuterung folgenden Dialog auf einer Herrentoilette in der Ausichtsratsetage eines gehobenen mittelständischen Betriebes vor:
A: Boah, was haben sie denn da für ein tolles Gerät?
B: Das gab es beim Manager-Magazin gratis dazu!
A: Nein echt? Meine Natalie hat auch so eines!
B: Liest die schon Papis Zeitschriften?
A: Nein, aber zum Drei-Wochen-Probe-Abo von Bravo gab’s die auch…
Na denn: Hang!
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Killerspiele die tausendste…
Bild schreibt schon wieder Blödsinn über Computerspiele, und ich möchte an dieser Stelle gerne nur den Artikel bei bildblog.de als Quelle verlinken. Ich finde es immer wieder erstaunlich wie die Bild (und auch andere Medien) mit dem Thema umgehen. Denn ginge es wirklich um Aufklärung und Wissensvermittlung, dann dürften Artikel ja eben nicht so aussehen.
Ich denke, es ist nicht unsinnig, sich Gedanken zu machen über die sozialen Auswirkungen von Software-Konsum und auch der in Spielen vorkommenden Gewalt. Natürlich ist es ebenso sinnlos, als friedlicher leidenschaftlicher Zocker immer nur durch alle Foren der Welt zu brüllen, dass man damit ja nur Aggressionen abbaut. Damit bedient man mitunter auch nur das Klischee, dass man von sich unzulässigerweise auf andere schließt und als Betroffener nicht über den Tellerrand hinaussehen kann, schon alleine weil man Angst vor den Konsequenzen hat.
Aber das ist auch nicht nötig. Für sich selbst sollten schon viele in der Lage sein, ihr eigenes Spielverhalten zu reflektieren, und für die anderen Fälle hat der Mensch im Laufe der Evolution die höhere Kommunikation entwickelt: Man kann miteinander reden.
Was mich an eigentlich allen bisher öffentlich wahrnehmbaren Debatten zum Thema gestört hat, waren ihre Einseitigkeiten und die Beschränkung auf Spiele als Problem.
Mit Einseitigkeit meine ich, dass ich noch nirgends an prominenter Stelle gelesen habe, dass manch böses „Killerspiel“ eine taktische Ausrichtung oder zumindest Ansätze hat. Wenn darüber zu lesen war, dann doch eher mit dem Kommentar „Taktik steht zwar auf der Verpackung, aber drinnen ist nur Gemetzel!“. Wieso schreiben Leute wertend über Dinge, von denen sie nicht den Hauch einer Ahnung haben? Wie zum Beispiel die Irren, die in Counterstrike ominöse Kinderwagen entdeckt hatten, die es zu vernichten galt.
Selbst bei reinen Shootern lässt sich doch immer noch behaupten, dass es sich um fantastische Geschicklichkeitsspiele handelt. Für die langjährigen Profispieler ist ein Headshot doch bestimmt kein „geiler Kill“ mehr, sondern gute Handarbeit. Darüber liest man nichts. Spiele wie Tetris werden von den gleichen Leuten als geistige und reaktionsmäßige Herausforderung gelobt, die nicht anerkennen wollen, dass eine Menge Geschicklichkeit vonnöten ist, fünf Mitspieler schneller zu treffen als diese einen selbst.
Mit der Beschränkung meine ich, dass selbst im viel zitierten Fall von Robert Steinhäuser immer wieder erwähnt wird, dass er Counterstrike oder ähnliches gespielt hat. Keiner schreibt heute mehr in Verbindung mit Bildungspolitik, welch irrationale Leere es in dieser Gesellschaft in Randexistenzen auslösen kann, wenn man keinen Schulabschluss kriegt, obwohl man bis zur dreizehnten Klasse durchgehalten hat. Plötzlich spielen Familiengeschichten keine Rolle mehr, Probleme von Außenseitern, Leistungsdruck, Einsamkeit, Depressionen. Das sind alles Elemente fast jeden Amoklaufs, aber keines dieser Probleme lässt sich so einfach angehen wie Computerspiele. Die kann man verbieten. Dann atmen alle auf – egal ob dieses Verbot was bewirkt oder nicht – denn die Politik hat etwas getan, und die Presse schreibt nichts Schlimmes. Das ist enorm verlogen in meinen Augen!
Klar, ich bin auch vorbelastet. Ich habe in meiner Vergangenheit einige Stunden mit „Unreal Tournament“ und „Tactical Ops“ (immer als Terrorist) zugebracht, lustige Stunden in denen ich versucht habe, meinen Bruder und gute Freunde zu töten. Ich habe „Need for Speed“ gezockt, und damit einen ersten Eindruck von der Fahrphysik von Autos bekommen – und ich will Taxifahrer werden!
Aber in all der Zeit habe ich eben auch eines gelernt: Ein Spiel ist ein Spiel, ein Wettkampf, eine Herausforderung. Und es ist schade, diese oftmals sehr sportlich faire Auseinandersetzung mit meinen Mitmenschen denunziert zu sehen von Leuten, die keine Ahnung haben, über was sie schreiben.
Wild am Sonntag (Das tut ja schon beim Hinsehen weh!)
Zunächst die frohe Botschaft: Wer viel Sex hat, kriegt seltener Schnupfen. Tja, chronische Untervögelung wohin man schaut.

Quelle: bild.de
Die nächste Frage kann ich mir nicht erklären. Warum fahren so viele Leute (mit) Vollgas in Fensterscheiben? Ich habe lange darüber nachgedacht, ob es irgendeine dazu analoge Frage gibt, und ich glaube, ich habe sie gefunden: „Warum kaufen so viele Leute Bild?“

Quelle: bild.de
Kennen sie noch den „Teuro“? Ja, das war mal eine Wortschöpfung. Ist ein bisschen älter als „Wir sind Papst“ oder „Hüftturbinen“ (siehe weiter unten), aber man weiss, was gemeint ist. Ja, es gibt den Teuro noch, denn bild.de berichtet folgendes:

Quelle: bild.de
Und so als kleine Hilfe, damit auch ja keiner dieser Jammerlappen vergisst, was er eigentlich vermisst:

Quelle: bild.de
Über böse „Mai-Randalierer“ hatte ich es gestern schon, aber heute bin ich zufällig (aber nachdem ich es bei bildblog bereits gesehen hatte) auf folgendes Kleinod gestoßen:

Quelle: bild.de
Man kann Sachbeschädigung für bescheuert halten, aber erstens sehe ich nicht viele Zusammenhänge, denn wer hatte bitte vor, sein Auto an arme Afrikaner zu spenden? Und bei allen Vorurteilen (die ja leider oft auch bestätigt werden): Sind es nicht zufällig genau die Linken, die vorhaben, gegen die globale Armut zu kämpfen? Hab ich mal irgendwo gehört. Natürlich nicht bei Bild!
Zum Thema „übergeigte Überschriften“: Hier ging es um ein Interview mit einem Schauspieler, der auch Hitler dargestellt hat. Also keine Sorge, der Führer onaniert nicht neuerdings wild im Land umher.

Quelle: bild.de
Dann kommen wir zum krönenden Abschluss: Ein Haufen Nullinformation, zusammen mit „sexy Bildern“ und der bescheuertsten Wortneuschöpfung des Jahres (Hüftturbinen) in einen Mixer geworfen, und heraus kommt dieser… prunkvolle, preisverdächtige „Artikel:

Quelle: bild.de
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