Horrorszenarien kennt jeder. Während der eine sich nichts schlimmeres im Leben vorstellen kann, als dass seine zwei Frauen sich mal kennenlernen, fürchtet ein zweiter um den Verlust seines Arbeitsplatzes und ein Dritter den Überraschungsbesuch seitens der Schwiegermutter.
Für eine Zweitfrau fehlt mir persönlich die Zeit, meinen Job könnte ich jederzeit in einer anderen Firma weiter machen und zudem lebe ich in einer schwiegermutterfreien Beziehung. Nichtsdestotrotz gibt es Dinge, die einfach nicht passieren dürfen, und doch mit geradezu absurder Regelmäßigkeit auftreten.
Der Heizungsableser zum Beispiel!
Heizungsableser sind im Grunde Menschen, mit denen ich aufgrund ihrer kurzen Anwesenheit keinerlei emotionale Bindung unterhalte. Erfunden worden sind sie aber dennoch irgendwann, als zwischen den verstörenden Panikgründen Genitalherpes und Nazis eine schöpferische Lücke klaffte.
Denn Heizungsableser werden für gewöhnlich viel zu kurzfristig angekündigt und erfordern ein Höchstmaß an gestalterischer Tätigkeit in der Wohnung. Nun sieht es bei uns nicht so hoffnungslos aus, dass wir noch eben schnell verendetes Großwild unter den Teppich schieben müssten, zweifelsohne sind aber 5 Zimmer nebst Bädern Flur und Küche für 2 Personen mit eher marginal ausgeprägtem Ordnungssinn eine Herausforderung in Punkto Begehbarmachung.
Richtig fies wird es dann, wenn man die Ankündigung für seinen Besuch nicht in der Post hat, sondern sie erst mal bequeme zwei bis achtzehn Wochen am schwarzen Brett im Hausflur übersieht. Und so teilte Ozie mir vorher mit, dass der Besuch des werten Mannes exakt morgen heute ansteht. Zeitpunkt: Zwischen 11 und 15 Uhr.
Wenn ich nicht gerade wochenendmäßig bis spät in die Nacht schlafe, dann könnte man sagen, ich teile mir derzeit einen Schlafrhytmus mit Ozie. Das ist super. Und deswegen liegt der anberaumte Termin nun für uns beide mitten in der Nacht. Für Normalsterbliche übersetzt: Zwischen 1 und 5 Uhr. Und aufstehen müssten wir so oder so beide…
Ich glaube also, da wird morgen jemand eine Wohnung auslassen müssen und wann anders wieder einkehren.









