Monthly Archives: April 2011

Knöchel (3)

Manchmal ist mein Leben tatsächlich wie ein Film. Weniger weil ich in großer Regelmäßigkeit aus explodierenden Hubschraubern springe wie James Bond, sondern weil mancher Dialog mit meiner Freundin im Nachhinein betrachtet so genial konstruiert wirkt, als wäre das Drehbuch für unsere gemeinschaftliche Komödie von Monty Python ausgearbeitet worden.

Ja, manchmal fallen die trockenen Sprüche tatsächlich auch im realen Leben, manchmal möchte man sich tatsächlich selbst für diese Feuerwerke der Kreativität loben. Wie ihr ja wisst, tue zumindest ich das auch regelmäßig.

Und ich kann einfach nicht anders, als hier festzuhalten, was sich vor einer halben Stunde in unseren heiligen Hallen zugetragen hat.

„Ozie, schau mal: Mein Knöchel ist irgendwie angeschwollen, oder?“

Ozie begutachtet meinen Fuß kurz und meint trocken:

„Das ist nicht dein Knöchel.“

Und was soll ich sagen, bzw. vor allem öffentlich schreiben: Natürlich hatte Ozie wie immer Recht.

Das heißt: Das was ich für meinen Knöchel hielt, ist ein anderer Gnubbel. Und da normalerweise selbst meine Füße keine exorbitante Anzahl an gnubbeligen Dingern aufweisen, hat uns beide das ein wenig überrascht.

Mit anderen Worten: Ich werde wahrscheinlich morgen früh mal zu meinem Arzt wandern. Die beiden Internet-Onkels Dr. Google und Dr. Wikipedia lassen zwar relativ harmlos ein Ganglion vermuten, aber wie üblich gilt der Grundsatz, dass ich wenigstens wissen möchte, woran ich sterbe.

Irgendwie hab ich bloß die Befürchtung, dass das so ein Mist ist, bei dem letztlich die Behandlung erst für Ärger sorgt – denn bisher stört mich das Teil einen dicken Nuller – mal abgesehen davon, dass ich wie wahrscheinlich jeder Mensch einen kleinen Stich im Herzen spüre, wenn ich daran denke, was für fantastische Erfahrungen ich nicht machen kann, weil ich nie Fußmodell sein werde…

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Verkaufsschlager?

„Schau mal, die verkaufen dich!“

grinste Ozie mich im Supermarkt unserer Wahl an, und verwies auf die Bezeichnung „Voll-Nuss“ einer Schokoladentafel.

Haben wir uns eigentlich schon einmal ausführlich darüber unterhalten, wie es sich so einkauft als Nicht-Single…?

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Home sweet Home

Über meine Wohngegend wird viel geschrieben und geredet. Aber kaum jemand bringt es so liebevoll auf den Punkt wie der unbekannte Künstler, der unseren Hauseingang neu beschriftet hat:

Marzahner Lyrik, Quelle: Sash

Marzahner Lyrik, Quelle: Sash

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Auf die Kacke hauen…

OK, kleiner Beitrag mit tiefem Blick in mein Gehirn…

Ich finde es schön, wenn Werbung mal nichts beschönigt. Und ich stehe (ein wenig kindisch, ich weiss…) auf Fäkalhumor. Ein Anzeige, die folglich meinen Geschmack voll getroffen hat:

www.kacke-im-sack.de

Als der LKW mit der Beschriftung vor unserer Tür stand, hab ich echt gedacht, ich hätte mich verlesen 🙂

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Gesucht: Dunkelheit

Liebe Berliner: Schaut mal bitte alle aus dem Fenster: Das ist doch jetzt nicht ernst gemeint, oder?

Tags sind alle Platten grau, Quelle: Sash

Tags sind alle Platten grau, Quelle: Sash

Ich bin zwar nun wirklich keiner von den Leuten, die sich permanent übers Wetter aufregen, aber ich wollte die Suppe da draußen doch mal als Beispiel für meine Theorie anführen, dass die Stadt nachts bunter ist als tagsüber.

Gerade blicke ich auf ein grauverwaschenes Eastgate vor einer grauen Plattenbauwand und einem grauen Himmel. In etwa fünf Stunden wird der schwarze Nachthimmel das Grau verschlucken und die nassen Wände der Wohnblöcke werden ebenso wie der Boden die rote und blaue Leuchtreklame des Einkaufscenters wiederspiegeln. Dazwischen kreisen dann gelblich-weißliche Autoscheinwerfer, und ebenso gelblich erhellen alle paar Meter ein paar Laternen die Szenerie. Mal ganz abgesehen davon, dass eine dieser Laternen direkt vor unserem Fenster tatsächlich grün leuchtet…

Zu Schichtbeginn wird mir die Stadt heute wesentlich weniger gefallen als zum Feierabend, das weiss ich jetzt schon.

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Happy Birthday!

Bevor ich es noch vergesse: Mit der gerade erschienenen Folge 66 ist fernsehkritik.tv 4 Jahre alt geworden. Für ein Internetmagazin ein beachtliches Alter! Respekt!

Ich bin hier und da immer am Überlegen, was es an diesem Magazin vielleicht zu verbessern gäbe, aber meist fallen mir nur Belanglosigkeiten ein. Im Laufe der Jahre habe ich sogar die rhetorischen Schwächen des Machers Holger Kreymeier zu schätzen gelernt und lade mir die Folgen nach wie vor gerne herunter.

Und auch wenn der Fernsehkritiker von sich selbst sagt, dass er das Magazin eigentlich macht, weil er das Fernsehen liebt, so sehe ich mich doch immer wieder durch selbiges darin bestätigt, keinen funktionierenden Fernseher mehr besitzen zu wollen. Ich wünsche jedenfalls alles Gute für die Zukunft!

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Nie vorbei…

Mal eine Frage an die Stammleser da draussen:

Wisst ihr noch, wer Dieter ist?

Ja, ganz genau… mein Ex-Vermieter. Der mit dem ich ein lustiges Gerichtsverfahren mit Höhen und Tiefen geführt habe, das letztes Jahr im Juni – wie zu erwarten war – mit einem Hundert-Prozent-Sieg für mich ausging. Sollte irgendjemand die Geschichte noch nicht kennen, so kann er ein ganzes Wochenende damit zubringen, den Prozess in der Kategorie

Feinde/Vermieter

durchzulesen. Da hat man dann gute 50 Artikel vollen Wahnsinn und versteht diesen hier ein bisschen besser. Wer nicht ganz bis zum Anfang durchklicken will: Seite 8 der Kategorie gibt es als Direktlink hier.
Naja, für all die, die es nicht lesen wollen, bzw. sich sowieso so halbwegs erinnern: Wir haben unsere Kaution eingeklagt, nach einigem Hin und Her gewonnen, das Geld bekommen, die Auslagen und Gerichtskosten eingeklagt und damit war es bisher erstaunlich lange ruhig…

So ein Kostenfestsetzungsverfahren ist verhältnismäßig unaufgeregt, bei uns bestand es eigentlich nur aus ein paar Schriftwechseln hin und her, bei denen es wirklich nur ums Geld ging. Da fordere ich dann, Verdienstausfall für 3 Tage für Termin 1 zu kriegen, weil ich bei einem blöd gelegten Termin nicht mal schnell An- und Abreise an einem Tag erledigen kann und der gegnerische Anwalt rechnet dann vor, dass das ja theoretisch sehr wohl sein könne und ich mich nicht so haben solle…

Ist reichlich unspektakulär das Ganze, und nur insofern interessant, als wir gemerkt haben, dass dem Anwalt die Textbausteine ausgehen, und er im freien Argumentieren auch nicht unbedingt besser ist als sonst…
Also hat jede Seite 2 oder 3 Briefe mit Begründungen ans Gericht geschickt und dann war erst einmal Funkstille. Runde drei Monate. In dieser Zeit – also seit dem Jahreswechsel – haben wir nur zweimal nachgefragt, ob es nun mal weitergehe, und das war es dann.

Beim letzten Anruf vor einem Monat teilte mir eine freundliche und auskunftsfreudige Gerichtsmitarbeiterin dann sogar mit, dass es nun einen Beschluss gebe, und sie war auch so nett, mir einen Betrag zu nennen: 1006,00 €. Ui.
Zugegeben: Das ist ein Haufen Asche. Und für uns auch zufriedenstellend. Wir haben 1305,00 € gefordert, allerdings dieses Mal bewusst mit der Großzügigkeit im Austeilen, die die Gegenseite während des Verfahrens an den Tag gelegt hat. Dass das nicht alles durchkommen würde, war zu erwarten.

Man könnte sagen, dass das eine traurige Lehre aus dem Verfahren ist: Immer erst einmal voll auf die 12! Es interessiert nicht, ob sich alle Anschuldigungen und Forderungen in Luft auflösen, bzw. sich als Lügen erweisen. Etwas, das mich trotz des guten Endes für uns immer noch ärgert…

Naja, von uns gänzlich unbemerkt ging hier dann Ende letzten Monats auch das Geld ein: 1006,00 €. Witzigerweise lange vor dem eigentlichen Beschluss. Der erreichte uns dann nämlich erst gestern in vollstreckbarer Ausfertigung. Im Grunde könnte man nun also ein Häkchen drunter setzen, und vermerken, dass das erste Gerichtsverfahren meines Lebens gut gelaufen ist. Aber spaßeshalber haben wir uns den Beschluss natürlich nochmal durchgelesen. Was sie uns genau bewilligt haben, ist eigentlich soweit wirklich nachvollziehbar und ok, und unsere Ex-Vermieter können sich freuen, dass wir nicht auf die Idee gekommen sind, einen mäßig begabten Juristen aus dem Freundeskreis zu rekrutieren, denn der hätte die Rechnung sicher noch eine Spur schmackhafter gemacht.
Was allerdings auffällt ist die Tatsache, dass uns für die 1006,00 € noch Zinsen seit September 2010 zustehen – und zwar wie gefordert in Höhe von 5 Prozentpunkten über dem Basiszinssatz… nach Adam Riese (hat der schon Zinsberechnungen gemacht?) kommen da also nochmal 25,40 € zusammen. Das ist unseren werten Schluffis in ihrem vorauseilenden Gehorsam natürlich entgangen…

Auch wenn ich das Häkchen jetzt ja gerne endlich mal setzen würde, so knapp dreieinhalb Jahre nach meinem Auszug aus der betreffenden Wohnung: Ich finde ja schon, dass 25,40 € es wert sind, mit einem Brief darauf hinzuweisen… 😉

Also ist es wohl immer noch nicht vorbei…

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