Category Archives: Vermieter

#OperationFlurfunk (6)

Wie zu erwarten war, geht es weiter. 🙁

Eben war der Techniker der Degewo da, hat sich die Situation angeschaut und gesagt:

„Nee, das geht so nicht. Das kann ich so jetzt nicht machen.“

Weil – Überraschung! – das mit dem Verlegen der Kabeldose so nicht im Auftrag steht. Und so viel Kabel hĂ€tte er jetzt gar nicht da, und das Modem, haben Sie das Modem schon?

Äh, nein.

Nun ist die Sache die: Ich wundere mich kein Bisschen drĂŒber, dass die Leute von KabelDeutschland die Techniker der Degewo nur unzureichend informieren. Und dass unser Wunsch, eine Anschlussdose zu verlegen, fĂŒr die Leute, die ihr Geld damit verdienen, Dosen zu verlegen, offenbar nur einmal in einer Million Jahre vorkommt und sie total ĂŒberfordert, das hab ich ja auch schon gelernt.

Was mich an der Sache wirklich maßlos Ă€rgert, ist diese vollkommene Vorhersehbarkeit. Ich weiß als Kunde einfach von vornherein, dass offenbar jeder einzelne Beteiligte an dem ganzen Prozess ganz gezielt immer mindestens eine Information zu wenig erhĂ€lt, um einfach seine Arbeit zu machen.

Die bei KabelDeutschland haben alles wie vereinbart zu Papier gebracht, inklusive aller VergĂŒnstigungen, die mir am Telefon versprochen wurden. Nur hat man dem Techniker halt nicht gesagt, was er tun muss. Der – im ĂŒbrigen ein netter und engagierter junger Mann – konnte wirklich nix tun. Außer jetzt vielleicht provisorisch an der alten Dose 


Nun ist das auf AbhĂ€ngigkeiten basierende System aber leider so ausgeklĂŒgelt, dass ich ihn nicht einfach bitten kann, morgen doch mit einer Rolle Kabel wiederzukommen und das fĂŒr Betrag XY einfach zu machen.

(Im Übrigen hab ich so langsam wirklich keinen Bock mehr, dafĂŒr was zu zahlen.)

Nein, der kann leider nur auf Auftrag von der Degewo-Mutterfirma tĂ€tig  werden und fĂŒr die Verlegung der Dose lĂ€ge sowas halt nicht vor. Und der Auftrag fĂŒr die Installation des Modems (von dem er wie gesagt auch dachte, ich hĂ€tte es bereits), lĂ€uft zudem auch ĂŒbermorgen ab.

Jetzt musste ich also den Hausmeister anrufen, um eine Verlegung der Dose zu beantragen, damit der den Auftrag an den bis eben noch in meiner Wohnung stehenden Techniker weiterzugeben. Was er allerdings auch nicht kann, ohne nicht vorher im Mutterschiff anzufragen, ob das machbar ist. Wobei machbar auch hier „umsonst“ bedeutet, denn der ganze ausgeklĂŒgelte Apparat ist so sehr auf Kostenminimierung getrimmt, die machen lieber gar nix als es mich bezahlen zu lassen, selbst wenn ich irgendwann nur noch meine Ruhe will und bereit bin, mir die zu erkaufen.

Also: Morgen nochmal den Hausmeister anrufen, dann einen neuen Termin mit dem Techniker machen und dann, wenn wir noch einen Termin zustande kriegen, irgendwann die Installation.

Und was dabei dann alles schiefgeht, sehen wir ja dann.

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Ein bisschen Wehmut

Die (im ĂŒbrigen noch sehr langsam vonstatten gehende) Planung der eigenen Hochzeit in der Heimat bringt so manches Mal auch sonderbare Gedanken mit sich. Die offensichtlichsten sind natĂŒrlich die bezĂŒglich des Alters, des Erwachsenwerdens und der grundsĂ€tzlichen Bösartigkeit der Institution Ehe. Gedanken ĂŒber Zeit- und Arbeitsaufwand, Finanzier- und DurchfĂŒhrbarkeit nehmen natĂŒrlich neben der Angst um das Versagen einzelner Ämter die meiste HirnkapazitĂ€t in Beschlag.

Ganz im Verborgenen schwingt aber auch leise Freude mit, mal wieder „nach Hause“ zu fahren, bzw. selbigem auf diese Weise wieder ein bisschen Raum im eigenen Leben zu geben.

Wir werden ja nicht ohne Grund in Stuttgart heiraten.

Inzwischen ist es ziemlich genau ein Jahr her, dass ich in Stuttgart gewesen bin. Im Grunde ist mir das egal. Ich lebe inzwischen in Berlin, und da es in Berlin bekanntlich alles gibt, gibt es auch nichts, was mir aus der Heimat fehlen könnte. Zumindest fast. Bei der Vorstellung, das Standesamt in Stuttgart telefonisch zu kontaktieren, ist mir aufgefallen, dass ich mich fast schon darauf freue, den Klang des heimatlichen Dialektes zu vernehmen. Ja, mir ist dabei aufgefallen, dass mir die Telefonate mit dem Amtsgericht wegen unseres Verfahrens letztes Jahr ein wenig fehlen 🙂

Zugegeben: Ich könnte mich öfter mal bei meiner Familie melden – aber es ist einfach nicht das Gleiche.

„Warddedse Iguggamoal!“

kriegt man einfach selten bei privaten GesprÀchen zu hören.Ein

„Hennsesnogriggd?“

eben auch nicht. Ämterwahnsinn und SchwĂ€bisch passt einfach so verdammt gut zusammen. Muss jetzt ja nicht soweit gehen, dass Ozie den Beamten nicht versteht, der uns die Unterschrift abnimmt.

Aber wie ich mein GlĂŒck kenne, ist ausgerechnet derjenige ein kĂŒrzlich ausgewanderter Berliner 🙂

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Nie vorbei…

Mal eine Frage an die Stammleser da draussen:

Wisst ihr noch, wer Dieter ist?

Ja, ganz genau… mein Ex-Vermieter. Der mit dem ich ein lustiges Gerichtsverfahren mit Höhen und Tiefen gefĂŒhrt habe, das letztes Jahr im Juni – wie zu erwarten war – mit einem Hundert-Prozent-Sieg fĂŒr mich ausging. Sollte irgendjemand die Geschichte noch nicht kennen, so kann er ein ganzes Wochenende damit zubringen, den Prozess in der Kategorie

Feinde/Vermieter

durchzulesen. Da hat man dann gute 50 Artikel vollen Wahnsinn und versteht diesen hier ein bisschen besser. Wer nicht ganz bis zum Anfang durchklicken will: Seite 8 der Kategorie gibt es als Direktlink hier.
Naja, fĂŒr all die, die es nicht lesen wollen, bzw. sich sowieso so halbwegs erinnern: Wir haben unsere Kaution eingeklagt, nach einigem Hin und Her gewonnen, das Geld bekommen, die Auslagen und Gerichtskosten eingeklagt und damit war es bisher erstaunlich lange ruhig…

So ein Kostenfestsetzungsverfahren ist verhĂ€ltnismĂ€ĂŸig unaufgeregt, bei uns bestand es eigentlich nur aus ein paar Schriftwechseln hin und her, bei denen es wirklich nur ums Geld ging. Da fordere ich dann, Verdienstausfall fĂŒr 3 Tage fĂŒr Termin 1 zu kriegen, weil ich bei einem blöd gelegten Termin nicht mal schnell An- und Abreise an einem Tag erledigen kann und der gegnerische Anwalt rechnet dann vor, dass das ja theoretisch sehr wohl sein könne und ich mich nicht so haben solle…

Ist reichlich unspektakulĂ€r das Ganze, und nur insofern interessant, als wir gemerkt haben, dass dem Anwalt die Textbausteine ausgehen, und er im freien Argumentieren auch nicht unbedingt besser ist als sonst…
Also hat jede Seite 2 oder 3 Briefe mit BegrĂŒndungen ans Gericht geschickt und dann war erst einmal Funkstille. Runde drei Monate. In dieser Zeit – also seit dem Jahreswechsel – haben wir nur zweimal nachgefragt, ob es nun mal weitergehe, und das war es dann.

Beim letzten Anruf vor einem Monat teilte mir eine freundliche und auskunftsfreudige Gerichtsmitarbeiterin dann sogar mit, dass es nun einen Beschluss gebe, und sie war auch so nett, mir einen Betrag zu nennen: 1006,00 €. Ui.
Zugegeben: Das ist ein Haufen Asche. Und fĂŒr uns auch zufriedenstellend. Wir haben 1305,00 € gefordert, allerdings dieses Mal bewusst mit der GroßzĂŒgigkeit im Austeilen, die die Gegenseite wĂ€hrend des Verfahrens an den Tag gelegt hat. Dass das nicht alles durchkommen wĂŒrde, war zu erwarten.

Man könnte sagen, dass das eine traurige Lehre aus dem Verfahren ist: Immer erst einmal voll auf die 12! Es interessiert nicht, ob sich alle Anschuldigungen und Forderungen in Luft auflösen, bzw. sich als LĂŒgen erweisen. Etwas, das mich trotz des guten Endes fĂŒr uns immer noch Ă€rgert…

Naja, von uns gĂ€nzlich unbemerkt ging hier dann Ende letzten Monats auch das Geld ein: 1006,00 €. Witzigerweise lange vor dem eigentlichen Beschluss. Der erreichte uns dann nĂ€mlich erst gestern in vollstreckbarer Ausfertigung. Im Grunde könnte man nun also ein HĂ€kchen drunter setzen, und vermerken, dass das erste Gerichtsverfahren meines Lebens gut gelaufen ist. Aber spaßeshalber haben wir uns den Beschluss natĂŒrlich nochmal durchgelesen. Was sie uns genau bewilligt haben, ist eigentlich soweit wirklich nachvollziehbar und ok, und unsere Ex-Vermieter können sich freuen, dass wir nicht auf die Idee gekommen sind, einen mĂ€ĂŸig begabten Juristen aus dem Freundeskreis zu rekrutieren, denn der hĂ€tte die Rechnung sicher noch eine Spur schmackhafter gemacht.
Was allerdings auffĂ€llt ist die Tatsache, dass uns fĂŒr die 1006,00 € noch Zinsen seit September 2010 zustehen – und zwar wie gefordert in Höhe von 5 Prozentpunkten ĂŒber dem Basiszinssatz… nach Adam Riese (hat der schon Zinsberechnungen gemacht?) kommen da also nochmal 25,40 € zusammen. Das ist unseren werten Schluffis in ihrem vorauseilenden Gehorsam natĂŒrlich entgangen…

Auch wenn ich das HĂ€kchen jetzt ja gerne endlich mal setzen wĂŒrde, so knapp dreieinhalb Jahre nach meinem Auszug aus der betreffenden Wohnung: Ich finde ja schon, dass 25,40 € es wert sind, mit einem Brief darauf hinzuweisen… 😉

Also ist es wohl immer noch nicht vorbei…

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Gruß aus dem Profil

Ja, ich fĂŒhle mich ein wenig wie vom Traktor ĂŒberfahren. Ich sah es auf mich zukommen, aber letztlich war das Viech dann doch zu stark, als dass ich es mit böse Gucken hĂ€tte aufhalten können.

FĂŒr mich als AnhĂ€nger der Theorie, dass Haushalt nur eine von zwei Bedeutungen hat – und zwar die mit dem Geld – ist es bisweilen etwas anstrengend, sowas Ă€hnlichem wie körperlicher Arbeit nachzugehen. Gleichwohl lĂ€sst sich aber schon jetzt – mitten im Prozess – sagen, dass es sich gelohnt hat.

Aus einem ungestrichenen Zimmer haben wir mal eben ein komplett eingerichtetes GĂ€stezimmer errichtet, inklusive aller Anschaffungen außer BĂŒchern. Im Zuge dessen haben wir die letzten 30 Minuten damit zugebracht, das 14. Billy-Regal in unserer Wohnung aufzubauen, was so als Zahl betrachtet irgendwie komisch wirkt.

Ich gestehe ja, dass ich ein Ikea-Freund bin. Von allen verbrecherischen multinationalen Konzernen haben mir die Erfinder der Möbel mit dem schwedischen Image bisher wohl am meisten geholfen. Und entgegen der sicher auch nicht immer unbegrĂŒndeten Kritikermeinungen zerfĂ€llt mein Hausstand auch nur zum Teil, wenngleich ich darauf verzichte, mir meine BĂŒcherregale aus massiven BaumstĂ€mmen zu schnitzen.

Das meiste Zeug bei uns ist ansonsten sowieso noch angesammelt aus den unterschiedlichsten Haushalten, da war manchmal schon aus BudgetgrĂŒnden keine Alternative drin außer „Behalten“, und bisweilen stellen wir erstaunt fest: Was, das ist auch von Ikea?

Aber gut, sollte gar keine gelb-blaue Lobeshymne werden.

Wobei?

Ich wollte eigentlich auch der FDP noch meinen Dank aussprechen fĂŒr ihr unglaubliches BemĂŒhen, unsere Gesellschaft vorzufĂŒhren, und in bester APPD-Manier fĂŒr eine gelungene Form der parlamentarischen Erheiterung sorgen.

Ähm… lassen wir das.

Ja, wenn wir jetzt noch ein kleines Bisschen aufrĂ€umen, dann könnten wir einen Großteil der Wohnung wieder freigeben fĂŒr niedrigste Gefahrenklasse, sprich leichte SchutzanzĂŒge reichen völlig aus.

Heute Morgen war dann einmal mehr ein Elektriker im Haus, der (wieder einmal) dafĂŒr gesorgt hat, dass wir auch im Flur sehen können, wie dreckig es dort ist. Da gibt es seit kurz nach unserem Einzug immer mal wieder Probleme mit einem Relais, die sich dahingehend Ă€ußern, dass das Licht im Flur ausfĂ€llt. Man muss allerdings fairerweise sagen, dass das schon fast alle Probleme sind, die wir hier mit der Wohnung haben und dass das immer binnen kĂŒrzester Zeit ohne Wenn und Aber von der Wohnungsbaugesellschaft geklĂ€rt wird. Der Elektriker war ĂŒbrigens ein sehr seltsames, einsilbiges Modell mit einem Hang zu kommunikativer Phlegmatik, die unter geeigneten UmstĂ€nden aber sicher als Contenance durchgehen wĂŒrde.

DafĂŒr war er sehr schnell.

Als ob das alles nicht schon genug wĂ€re, und meine Gedanken nicht die ganze Zeit um die Frage kreisen wĂŒrden, wie wir am energiesparendsten unsere Pi mal Daumen 50 € Pfand einlösen (Na gut, eher 60…), hab ich vorher auch noch meinem Handy das Sperren nicht ersparen können, weil ich natĂŒrlich mal wieder PIN und PUK versemmelt habe. Naja, wenigstens hier hat der Support mal funktioniert. Leider nicht schnell genug, um meinem Tagfahrer noch Bescheid zu sagen, dass ich heute mal fett zu Hause abspannen werde – natĂŒrlich nicht ohne hier und da noch Dinge zu erledigen, die in gemeinhin als normal geltenden Haushalten einem jĂ€hrlichen FrĂŒhjahrsputz in Kombination mit Inventur, Wocheneinkauf und Renovierung entsprechen.

Da ich zu all dem auch noch 2 mal wĂ€hrend meines erholsamen 6-stĂŒndigen Schlafes unterbrochen wurde, komme ich nicht umhin, mir zu attestieren, dass ich mein Leben besser nicht durchgehend so fĂŒhren sollte. Aber schließlich ist ja bald Weihnachten.

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Hau wech…

So, der Brief ans Gericht mit der Antwort auf die Stellungnahme des Anwaltes von Dieter und Petra ist auch raus. Dieses Mal haben wir uns recht kurz gehalten und alles einfach pauschal abgebĂŒgelt. Ob es erfolgreich sein wird? Wir werden sehen…

Wie ĂŒblich gibt es den Text hier:

Die reine Fahrtzeit unter Optimalbedingungen betrĂ€gt fĂŒr die einfache Strecke 7 Stunden (siehe z.B. www.map24.de),

Naja, unter „Normalbedingungen“ wĂ€re sicher ehrlicher gewesen. Aber wenn ich zu einem Gerichtstermin muss, fahre ich ja auch nicht spitz auf knapp und riskiere eine VerspĂ€tung von…

zuzĂŒglich angemessener Pausen,

…locker mal eine Stunde…

verkehrsbedingter Verzögerungen

…eigentlich noch lĂ€nger…

und dem Großstadtverkehr

Die Stuttgarter wissen, was ich meine. Hier in Berlin geht das ja 😉

ist von einer Reisezeit von mindestens 9 Stunden auszugehen.

Und noch einmal: Sie wollten mir mein Geld nicht geben und haben haushoch verloren, weil sie es auf ein Verfahren ankommen lassen wollten. Hier sind die Konsequenzen!

Somit betrĂ€gt die gesamte Reisezeit 18 Stunden, weshalb nicht davon ausgegangen werden kann, dass An- und Abreise jeweils am Terminstag durchzufĂŒhren wĂ€ren.

…und eigentlich ist es mir egal, wie viele Euro jetzt genau dabei rausspringen. Im Zweifelsfall bleibt ja noch ein Widerspruch 😉

Dann noch kurz der Urlaub:

Mein Arbeitgeber stellt mich nicht fĂŒr private Gerichtsverfahren bezahlt frei, eine BestĂ€tigung hierĂŒber reiche ich bei Bedarf gerne nach.

Was soll ich dazu mehr schreiben? Zeigt mir mal einen Arbeitgeber, der das macht. So hĂ€ufig ist das sicher nicht mehr. Wenn das ĂŒberhaupt je verbreitet war. Ich krieg ja nicht einmal meine Arbeitszeit bezahlt, wenn ich keine Kunden finde…

Meinen mir gesetzlich zustehenden Erholungsurlaub nutze ich sinnendsprechend zur Erholung und nicht zur Wahrnehmung gerichtlicher Termine.

Übersetzung: Leck mich am Arsch, du gestriegelter Dackel! Weder ich noch mein Arbeitgeber zahlen den Mist – das macht ihr!

Mein Verdienstausfall war nicht mutwillig herbeigefĂŒhrt, sondern ein logische Konsequenz der notwendigen Reisen.

Nee wirklich. „Mutwillig herbeigefĂŒhrt“ haben soll ich meinen Verdienstausfall. Also wenn ich mir schon den Stress gebe, wegen 1000 € zweimal nach Stuttgart zu fahren, dann wird es wohl mit dem Geld nicht so ĂŒbermĂ€ĂŸig optimal aussehen, dass ich mal eben so auf zwei Arbeitstage oder drei verzichte.

Die Kosten sind daher, bis auf ggf. nicht verbrauchte GerichtskostenvorschĂŒsse, in beantragter Höhe festzusetzen.

Den Antrag auf RĂŒckerstattung nicht verbrauchter GerichtskostenvorschĂŒsse haben wir natĂŒrlich gleich noch beigelegt…

So, und meinetwegen darf der nÀchste Bescheid des Gerichts jetzt ruhig auch der letzte sein!

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Stellungnahme

So, ein bisschen spĂ€ter als erwartet/erhofft, trudelte dann heute endlich die Stellungnahme unserer Prozessgegner zum von uns genĂŒsslich verfassten Kostenfestsetzungsantrag ein.

FĂŒr die, die nicht mehr so ganz mitgekommen sind: Das Verfahren ist vorbei, wir haben gewonnen, haben die Kaution lĂ€ngst erhalten und verprasst, und jetzt fordern wir noch mal eben 1.565 € von unseren Ex-Vermietern, um die Kosten fĂŒr den Rechtsstreit wiederzubekommen. Das ist ein Haufen Holz, mehr als die Hauptforderung, aber ich sag es mal so: Es war nicht meine Idee, es in rechtlich völlig aussichtsloser Position auf zwei mĂŒndliche Termine ankommen zu lassen, bei denen die Gegenpartei eine Anreise von 700 km zu tĂ€tigen hat…

Dass sie in Anbetracht der Summe sicher vom Hocker gefallen sind und Gift und Galle gespuckt haben, kann man wahrscheinlich als gegeben betrachten. Dass sie sich in einer Stellungnahme dahingehend Ă€ußern, dass der Betrag zu dezimieren ist, wundert insofern kaum. Wir waren bei der Betrachtung unserer Kosten auch großzĂŒgig. Ein „Na gut, dann nicht“-Abschlag ist von unserer Seite aus eingeplant. Nach dem Lesen des Schreibens bin ich allerdings zuversichtlich, dass einiges davon klappt.

Wir hatten schon die BefĂŒrchtung, dass er den ganzen Antrag angreift, weil es eine recht exotische Geschichte ist, dass eine Partei anstelle eines Anwaltes so hohe Kosten geltend macht. FrĂŒher war es anscheinend ĂŒblich, dass die Gerichte im Falle solch (in Anbetracht des niedrigen Streitwertes) horrende Kosten nicht genehmigen wollten, da eine anwaltliche Vertretung vor Ort gĂŒnstiger wĂ€re. Seit geraumer Zeit allerdings gilt es als bestĂ€tigt, dass man als Partei zu jeglichen Terminen anreisen darf, auch wenn keine Ladung vorliegt, d.h. die Anwesenheit als nicht erforderlich betrachtet wird. Da wĂ€ren wir also auch gewappnet gewesen.

AuffĂ€llig an diesem Schreiben ist, dass der Anwalt, der inzwischen die Kanzlei gewechselt hat, keine Textbausteine mehr zur VerfĂŒgung hatte, und sich – durchaus gekonnt – im freien Schreiben versucht.

Kommen wir zum Inhalt. Meine Gedanken dazu sind noch unausgegoren, ich hab zwei Wochen Zeit zum Antworten und ich werde mir mit Ozie entsprechend Zeit nehmen, um den Schrieb auszuarbeiten.

Seine Stellungnahme zum ersten Termin lautet wie folgt:

Der Verhandlungstermin am 11.11.2009 wurde um 14:30 Uhr, also zur Tagesmitte aufgerufen. Dem KlĂ€ger war es daher möglich, morgens anzureisen und nach dem Termin wieder nach Hause zu reisen. Es sind deshalb weder Übernachtungsgeld noch Tagesgeld fĂŒr die Tage 10.11. und 12.11.2009 festzusetzen.

Da hat er natĂŒrlich nicht Unrecht. Auch die Tatsache, dass ich am Abend ein Geburtstagsgelage gefeiert habe, und schon deswegen nicht mehr fahrtĂŒchtig war, werden wir in der BegrĂŒndung kaum anfĂŒhren. Der Termin liegt tatsĂ€chlich grenzwertig, aber glĂŒcklicherweise existieren diverse Richtlinien, die beispielsweise eine Reise vor 6 Uhr, bzw. nach 22 Uhr fĂŒr unzumutbar halten. Wenn wir fĂŒr 700 km also etwa 7 Stunden Zeit ansetzen, zuzĂŒglich nötiger Pausen und dem unabdinglich dichten Verkehr zweier Metropolen… kurz gesagt: Mit 9 Stunden Reisezeit klappt das einfach nicht mehr 😉

Und dass das Tagegeld der beiden Tage nur anteilig beantragt wurde von uns, sollte klar sein. Wir wollen ja bei den Tatsachen bleiben…

Soweit der KlĂ€ger tatsĂ€chlich unbezahlten Urlaub genommen hat, hat er mutwillig einen entsprechenden Verdienstausfall herbeigefĂŒhrt.

Das ist eine interessante Herangehensweise…

Er hat nicht vorgetragen, dass es ihm unmöglich gewesen wĂ€re, bezahlten Urlaub zu nehmen, oder sich vom Arbeitgeber fĂŒr den 11.11.2009 von der Arbeit freistellen zu lassen. Verdienstausfall ist daher nicht festzusetzen.

Ich habe die Hoffnung, dass es keine Pflicht gibt, bezahlten Urlaub einer Gerichtsodysse mit 1400 km Autofahren an einem Tag zu opfern. Wenn, dann beantrage ich Verdienstausfall von 2 Tagen, um mich von den o.g. Strapazen zu erholen… nee, also das kann doch echt nicht sein Ernst sein, oder? Allerdings gestehe ich, dass ich das erst nachsehen muss. Warum ich bei einer Freistellung keinen Verdienstausfall geltend machen können soll, ist mir auch noch nicht ganz klar. Wir werden sehen.

Hilfsweise ist darauf hinzuweisen, dass es ausreichend gewesen wĂ€re, am 11.11.2009 frei zu nehmen, so dass allenfalls insoweit ein Verdienstausfall ĂŒberhaupt berĂŒcksichtigungsfĂ€hig wĂ€re.

Da isser sich wohl auch nicht ganz sicher: „Hilfsweise“ könnte also ein Tag ok sein? Also falls ich – was im vorherigen Satz irgendwie unmöglich schien – doch AusfĂ€lle haben könnte, dann nur fĂŒr den einen Tag. Und das mit dem einen Tag wollen wir ja anzweifeln.

Zum 2. Termin schreibt er:

Es gilt das vorstehend Gesagte.

Naja, fast zumindest:

Selbst wenn man davon ausgehen wollte,

Ich liebe inzwischen diese Formulierungen „Sollte sich der KlĂ€ger mit seiner Rechtsauffassung durchsetzen…“

dass wegen des Beginns des Termins um 09:30 Uhr eine vorhergehende Übernachtung notwendig war,

Wir erinnern uns an die 9 Stunden und denken etwas nach…

wĂ€re allenfalls eine einmalige Übernachtung zu berĂŒcksichtigen.

Da stehen wir wahrscheinlich wirklich auf dĂŒnnem Eis. Aber eine Übernachtung sollte nach dieser Stellungnahme drin sein.

Gleiches wĂŒrde fĂŒr einen angenommenen Verdienstausfall, der ja wie vorstehend bestritten wird, gelten. Eine Anreise am Vortag wĂ€re nach Arbeitsende möglich gewesen, so dass auch das beantragte Tagesgeld entsprechend zu reduzieren ist.

Wenn ich das so lese, sollte ich vielleicht doch mal mit meinen realen Arbeitszeiten rechnen. Mal sehen, vielleicht ergibt das hier Sinn.

Zum Abschluss dann folgendes:

Die Gerichtskosten sind nicht in beantragter Höhe festzusetzen, da infolge des Anerkenntnisurteils nicht der gesamte gezahlte Vorschuss verbraucht ist.

Na gut, dann beantrage ich die RĂŒckerstattung eben vom Gericht. Ist mir ja egal, woher die Kohle letztlich kommt. Hier steht wenigstens ausser Frage, dass ich sie gezahlt habe 🙂

Irgendwie ist das eigentlich ziemlich öde und unwitzig. Ich hatte mir von unserer Spaßkanone mehr erhofft. Naja, geht ja „nur noch“ um zwei-, dreihundert Euro oder so. Ich sehe das nicht so eng in Anbetracht der Tatsache, dass sie uns zwei Heimaturlaube damit nachtrĂ€glich bezahlen…

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Spannung!!!

Ok, es gibt gewisse Dinge, die brauchen ihre Zeit.

Rechtsstreitigkeiten gehören dazu. Inzwischen ist es allerdings ĂŒber einen Monat her, dass wir die Kostenfestsetzung im Verfahren gegen Dieter beantragt haben. Grund fĂŒr einen Anruf im Heimatland. Schon beim zweiten Versuch landete ich bei der Gerichtsmitarbeiterin, die insbesondere durch den sĂŒĂŸen Klang meiner Heimatsprache, ihren Drang Telefonate kurz zu halten und durch die immer wieder beachtlich schnell vermittelten Infos auffĂ€llt.

So gestaltete sich das Telefonat recht kurz:

„Hallo, Sash hier. Ich wollte wegen eines Verfahrens kurz anfragen, ob…“

„Ach, sie sann des! An sie hen i grad was nausg’schickd!“

[…]

Schön, wenn die Leute noch wissen, was sie arbeiten! Ganz ehrlich, hat mich fast schon beeindruckt!

Ja, zu unserer Freude ist es nicht etwa so, dass die Geschichte jetzt gut abgehangen irgendwann mal ins Rollen kommt, sondern sie ist schon wesentlich weiter. Trotz Krankheit der Rechtshelferin ist der Antrag wohl schon Dieter, Petra und ihrer Kompetenzgranate von Anwalt zugestellt worden und sie haben geantwortet. Der Brief, den wir morgen oder ĂŒbermorgen erhalten sollten, beinhaltet offenbar eine Aufforderung zu einer Stellungnahme. Altes Spiel also…

Wahrscheinlich wird mehr oder minder drinstehen, dass wir die Kosten ja fast alle nicht geltend machen können, weil wir ohne Anwesenheitspflicht angereist sind bla keks. Dieser Rechtsauffassung könnten wir immerhin ein anderslautendes Gerichtsurteil entgegenstellen. Der einzige in unseren Augen ernsthaft strittigen Punkt sollte sonst die LĂ€nge der Reise sein, die wir mit je 3 Tagen (bzw. kostenmĂ€ĂŸig 1 Tag + 2 * 1/2 Tag) angegeben haben, da es uns nicht zuzumuten ist, nachts unterwegs zu sein und die Reise nunmal dauert 😉

Dass es nachher ein paar Euro weniger werden als die großzĂŒgig angepeilten 1565, damit könnten wir leben. Aber ein bisschen Kabbeln werden wir uns wohl noch 😀

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