Comfortably numb

Die Meinungen gehen ja immer stark auseinander bei Musik. Dass oben genannter Titel eines der besseren Werke von Pink Floyd war, wird selbst von den generellen Kritikern des ‚The Wall‘-Albums selten angezweifelt. Aus Gründen. Wer will, kann sich hier auf Youtube ja noch einmal für sechseinhalb Minuten angenehm betäuben lassen …

Ich werde hier sicher keine Werksschau angehen und lasse die Einbettung des Liedes in den Gesamtkontext des Albums mal ganz außen vor. Abgesehen von den natürlich fast schon Geschichte gewordenen Gitarrensoli hat mich immer ein Textausschnitt besonders in seinen Bann gezogen:

When I was a child
I had a fever
My hand just felt like
Two balloons
Now I’ve got that feeling once again
I can’t explain
You would not understand
This is not how I am

Denn an das Gefühl, als Kind mit Fieber im Bett gelegen zu haben, erinnere ich mich sehr wohl. Und irgendwie auch sehr gerne. Ich meine, machen wir uns nichts vor: Krank sein ist scheiße! Aber dieses fiebrige Wegträumen mit der veränderten Körperwahrnehmung hat zweifellos etwas rauschhaftes. Ich kenne einige Leute, die das gar nicht mögen. Ich hab das immer geliebt. Und ich vermute, ich kann froh sein, dass mich meine Fahrerjobs und mein personelles Umfeld immer von harten Drogen ferngehalten haben.
Für die o.g. Betäubung, die der Protagonist Pink in ‚The Wall‘ sucht, habe ich nicht viel übrig. Dieses Verlangen kenne ich von meiner Mutter, die der Betäubung durch Alkohol ihr Leben opferte und deswegen Ende 2009 verstorben ist.

Aber Rauschzustände an sich … ich bin kein Kontrollfreak. Ich finde es faszinierend, was unsere Psyche uns glauben machen kann und ich bin nicht grundlos belesen in Feldern wie Psychologie u.ä. Es bleibt trotzdem dabei: Außer auch hier und da mal ein Glas zuviel zu heben muss ich schon Fieber haben, um diese Grenzerfahrungen zu machen.

So gesehen waren die letzten zwei Tage fast schon schön. Ich lag krank zu Hause, und am ersten Tag bin ich tatsächlich das ein oder andere mal weggedämmert, mit der Hand über mir völlig unbekannte fremdartige Oberflächen fahrend, wilde Muster vor meinen Augen sehend … und dennoch wissend, dass ich gerade meine Bettwäsche begrabble, in der ich jeden Tag schlafe.

Ich hoffe, dass ich heute Abend wieder fit genug zum Arbeiten bin. Ich hoffe auch, dass ich in nächster Zeit nicht wieder krank werde. Aber wenn schon, dann versuche ich es auch zu genießen – ein Tipp, der übrigens in allen Lebenslagen ziemlich sinnvoll ist. 🙂

Und wenn ihr das nicht versteht, helfen wieder o.g. Zeilen:

I can’t explain
You would not understand
This is not how I am

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Missionare

Missionare. Ih, bäh!

Wir Menschen leben unser Leben so gut es uns eben möglich ist. Dabei machen wir Erfahrungen jeglicher Art. Wenn wir clever sind und/oder Glück haben, dann sind viele dieser Erfahrungen positiv. Und wenn wir positive Erfahrungen haben und wissen – oder zu wissen glauben – was uns das beschert hat, dann sind wir oft sozial und teilen diese Informationen. Und das ist an und für sich toll. Denn es ist eine Win-win-Situation: Der Informierende muss bloß ein paar Worte verlieren und bekommt im Gegenzug soziales Ansehen und der Beratene erweitert seine Kenntnisse quasi zum Nulltarif und muss allenfalls danke sagen.

Dieses Modell ist aber nur der Idealfall. In der Realität kommt es sowohl dazu, dass den Leuten aus teils niedrigsten Motiven ziemlich blöde Ratschläge gegeben werden, auf der anderen Seite glänzen die, die gute Ideen bekommen, oft auch nicht mit den besten Manieren und geben im schlimmsten Fall statt Anerkennung Verachtung zurück.

Mich beschäftigt der erste Fall seit geraumer Zeit – und ich hoffe, damit keinen der zweiten Art zu schaffen.

Als halbwegs umtriebiger Blogger habe ich eine etwas exponierte Stellung in meinem sozialen Umfeld inne, wenn ich meine Netzbekanntschaften zu selbigem zähle. Was ich tue. Auf der einen Seite erreichen meine Vorschläge eine teilweise obszön hohe Zahl an Lesern, zum anderen aber bekomme ich auf viele Fragen wesentlich mehr Feedback als Otto Normalinterakteur in der Kneipe seiner Wahl. Was zu seltsamen Wahrnehmungen führt:

Wann immer ich eine Frage stelle, kann ich darauf wetten, Antworten zu bekommen, die nichts mit der Frage zu tun haben, sondern einzig den missionarischen Eifer meines Gegenüber befriedigen. Ich habe dabei wirklich keine konkreten Beispiele im Sinn, aber wenn ich beispielsweise frage, ob jemand zufällig eine Software kennt, die x, y und z kann, bekomme ich mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit mindestens eine etwa so klingende Antwort:

„Ich nutze die und die Software und bin sehr zufrieden. x, y und z kann sie nicht, aber dafür a und b und das ist sowieso besser.“

Das ist in mindestens 90% der Fälle absolut lieb gemeint und vielleicht wären die Tipps auch prinzipiell brauchbar. Was leider nicht klar ist, ist die bereits zu Beginn bestehende ungleiche Verteilung von Informationen. Ich als Blogger z.B. weiß, dass ich eine komplizierte Diskussion über eine bestimmte Software nicht mit zig Lesern führen kann. Wenn ich frage: „Was ist die beste Bildbearbeitung?“, dann wird das bei 35 Kommentatoren ungefähr 40 verschiedene Antworten zu Tage fördern. Deswegen grenze ich – zum Teil natürlich auch intransparent, weil zu aufwändig zum Beschreiben – die Thematik ein. Ich hab vorher vielleicht eine Diskussion mit Ozie oder ein zwei Vertrauten, an deren Ende klar ist, dass ich z.B. eine Bildbearbeitung unter 50 € suche, die unter Ubuntu läuft, mit der man Objekte freistellen kann und die eine Ebenenverwaltung hat. Das schreibe ich dann. Leider bringt das nur teilweise was.

Ja, die Vorschläge werden detaillierter und es ist damit zu rechnen, dass mir irgendwer tatsächlich etwas passendes empfiehlt. Was ich mich frage, ist:

Was bewegt Menschen dazu, auf diese Frage hin zu sagen:

„Ey, ich kenn nur die Software ‚Ficknbilder‘ für Mac. Ich weiß nicht, was Du mit freistellen meinst, aber die hat freie Farbwahl und alles und kostet auch nur 100 €, passt also sicher.“?

Ey, wir können offen über alles reden. Und unsere Meinungen zu verschiedenen Dingen sind unterschiedlich. Es gibt genügend Punkte, an denen man über Sachen diskutieren kann. Aber o.g. Kommentare sind, so leid mir das tut, Spam. Missionarischer Spam. Irrationaler Blödsinn im Bezug auf die von mir genannte Ausgangslage. Wenn ich zum Mercedes-Händler gehe, will ich keine Fiat-Werbung. Umgekehrt ebensowenig. Und ein Fahrrad ist nicht „fast eine Limousine“, sondern gar kein Auto. Können wir nicht damit aufhören, uns gegenseitig die Zeit zu stehlen, sondern stattdessen zuhören? Und wenn man keine Ahnung hat, Dieter Nuhrs bekannteste Aussage beherzigen? Dann klappt das mit dem fairen Deal „Informationsaustausch“ auch viel besser.

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Trinkgelder und Jobs

Nein, das ist kein versehentlich hier veröffentlichter Text, der eigentlich bei GNIT gepostet werden sollte. Ozie und ich haben – ein seltenes Laster – mal wieder faulheitsbedingt den Pizza-Service kommen lassen. Trinkgeld ist ja so eine Sache, wenn man in einem Trinkgeld-Job arbeitet. Man gibt eigentlich nie wenig, dadurch dass man aber überall was liegen lässt, haut man auch nicht immer zu sehr auf den Putz. Jedenfalls waren wir am Überlegen, was wir geben. Daraus entstand der nachfolgende beinahe filmreife Dialog.

Sash: „21,40 €. Ich hab mal’n Zwanni und’n Fünfer rausgelegt.“

Ozie: „Und wenn’s wirklich ein Arschloch ist, nehm‘ ich statt des Fünfers zwei Euro aus dem Kleingeldglas.“

Sash: „OK, hab gleich zwei Euro dazu gelegt. Kannst Dich entscheiden.“

Ozie: „Also 22, wenn er ein Arsch ist, 25 wenn alles in Ordnung ist …“

Sash: „Du könntest auch …“

Ozie: „Ich könnte auch die ganzen 27 € nehmen, wenn er die Pizza oben ohne liefert und für mich tanzt …“

Sash: „Ich hab eigentlich gerade gedacht: Kannst ihm ja 2 € extra anbieten, wenn er das Altpapier runterbringt.“

Ozie: „Schon interessant, dass wir beide bei besonders hohem Trinkgeld daran denken, dass er Jobs übernimmt, die eigentlich Deine Aufgabe wären …“

Und weil irgendwer sowieso fragen wird: Es ist am Ende bei 25 € geblieben, ich gehe einfach davon aus, er wollte das Altpapier nicht mitnehmen. 😉

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Überwachung blabla …

Ja, scheiße: fang‘ ich schon wieder damit an! Ich, der unbequeme Irre mit seiner eigenartigen Lebenseinstellung.

Leute, die Monate ziehen ins Land, seit Edward Snowden angefangen hat, das Ausmaß der Überwachung durch amerikanische Geheimdienste offenzulegen – und nix passiert. Naja, nix …
Sicher, hier und da werden böse Texte geschrieben, meist allerdings unter dem Radar der „Öffentlichkeit“. Natürlich ist das hier prinzipiell so öffentlich wie ein Artikel im Spiegel, alleine: Die Mehrheit hierzulande blickt das nicht.

All der Aufschrei bezüglich Prism, Tempora und co. verpufft.

Und das ist noch nicht einmal verwunderlich. Wir haben hier in Deutschland inzwischen etliche Jahrzehnte Frieden hinter uns. Das ist natürlich gut und ich hoffe, dass es auch dabei bleibt. Wenn wir aber vor diesen Frieden gucken, finden wir immerhin den wohl schlimmsten Abschnitt menschlicher Geschichte überhaupt. Keine Frage, dass niemand dahin zurück will.

Das Problem ist: Die Zeitzeugen des dritten Reiches sterben langsam aus und ich habe das Gefühl, dass ein Großteil meiner Generation es sich sehr bequem gemacht hat im Umfeld des ewigen Friedens. Für den Großteil unserer Bevölkerung (die im Westen Deutschlands) hat sich selbst das globale Bedrohungsszenario „Kalter Krieg“ quasi von alleine erledigt. Die Älteren unter uns haben irgendwann zwischen Adenauer und Kohl ständigen Aufschwung erlebt, der Rest – und da zähle ich mich auch dazu – hat sich ins gemachte Nest gesetzt und lebt glücklich und zufrieden bis heute.

Was würde ich darum geben, das einfach ewig fortführen zu können!

Ja, ich nerve manchmal mit politischen Meinungen, aber das tue ich nicht für mich. Ja, es ist einfach scheiße, wie Minderheiten hier behandelt werden, und selbst im „perfekten“ Deutschland der letzten Jahrzehnte ist meines Erachtens nach viel falsch gelaufen. Ich selbst war dabei immer aus der Schussbahn. Mir – wie den meisten von Euch auch – ging es nie schlecht. Man hat mal ein bisschen zu wenig Kohle, ok. Aber was will man uns schon? Wir sind jung, dynamisch und erfolglos, dafür aber gesegnet mit allem materiellen Wohlstand im Rücken, den wir (oder mehr noch unsere Eltern) mit der Zeit angesammelt haben. Krieg gibt’s nur im Fernsehen und wenn uns mal das schlechte Gewissen drückt, spenden wir halt was.

Was wir darüber hinaus meist völlig vergessen haben: Auch unser persönlicher Frieden steht auf wackeligen Beinen. Uns ging und geht es so gut, dass es uns im Prinzip scheißegal sein kann, wen wir bei der nächsten Bundestagswahl wählen. Klar, sicher, ob sie nun Kohl, Schröder oder Merkel hießen: Irgendwas gutes oder irgendwas schlechtes war immer. Aber uns geht es ja nach wie vor weitgehend gut.

Jetzt haben wir plötzlich (also „plötzlich“ im Sinne der Regierungs- und Oppositionsparteien) diese Sache mit dem Internet. Gut, das kam für alle ein wenig überraschend, die an Glückskekssprüche glauben – und wer tut das nicht? – aber nun ist es da. Und sieh an: Das Dingens ist so toll, dass es nicht nur für Terroristen ein nettes Werkzeug ist (wie damals Faxgeräte für Banker), sondern die Mehrheit anspricht. Die Nutzer von iPads sind zwischen 7 und 80 Jahren alt, man schickt sich Mails, telefoniert via VoIP, ist bei Facebook, Twitter oder überwacht sich wie ich Idiot auch noch freiwillig lückenlos bei der Arbeit mit GPS.

Unsere Justiz kommt da erst langsam mit. Das ist schade, aber vielleicht noch notwendiges Übel einer sich immer weiter entwickelnden Gesellschaft. Wesentlich schneller als die Justiz sind natürlich die Geheimdienste. Die loten die Grenzen des Machbaren schon von Berufs wegen aus, die warten nicht auf die Gesetzgeber. Das an und für sich ist auch nix neues. Neu ist vor allem, wie viel diese Dienste in ihre Finger bekommen. Vielleicht (ich hege da meine Zweifel, aber) vielleicht ist es hilfreich, dass Geheimdienste Überwachungen durchführen. Das jedoch anhalts- und verdachtlos zu machen, ist es nicht.

Es geht bei dieser Geschichte nicht um die Befindlichkeiten von Einsiedlern oder etwa die immer wieder vorgekramte Kinderpornografie. Es geht um unser aller Privatleben. Nun ging eine Meldung (nicht die beste Quelle, nur die erste) durchs Netz, dass eine Familie Besuch von der Polizei bekam, weil die Mutter nach Dampfkochtöpfen und der Sohn nach Infos zum Terroranschlag von Boston gesucht hat. Immerhin waren dort Schnellkochtöpfe als Waffe verwendet worden.
Bei einer umfassenden Überwachung ist eben nix mit „Wer nix zu verbergen hat …“.
In irgendein Raster kann jede Google-Suchanfrage fallen, schließlich teilt die NSA aus gutem Grund nicht mit, was sie filtern …

Ich mache mir keine Sorgen. Nicht nur, dass ich inzwischen weiß, was eine Hausdurchsuchung zu bedeuten hat (maximal 10 Jahre einen psychischen Knacks), sondern auch, weil ich mich für recht unverdächtig halte und meiner Aggression heute überwiegend in Worten Ausdruck verleihe.

Aber wer bin ich? Also außer dem verhätschelten weißen männlichen Deutschen, der eigentlich ja nix zu befürchten hat?

Denkt mal an Journalisten, die ihren Quellen Schutz gewähren müssen (Snowden ist ja kein Einzelfall). Denkt an Leute, die sich online in Foren beraten lassen. Zu Krankheiten vielleicht. Oder meinetwegen zu rechtlichen Themen. Denkt nicht nur an Leute, die Nacktbilder online stellen! Denkt an eure besten Freunde und euch, nachdem ihr private Nachrichten ausgetauscht habt. („Der hat nix mehr zu verlieren, der könnte ins Raster passen!“)

Das Ausmaß dieser Überwachung ist beispiellos. So beispiellos, dass selbst Hitler-Vergleiche ins Leere laufen würden, weil Hitler dieses Maß an Kontrolle nie erreichen konnte (man beachte den versteckten Hitler-Vergleich!). Auch die Stasi stinkt ab gegen das, was wir – bisher nur bruchstückhaft – erfahren.

Das Schlimme daran ist: Die Menschen nehmen es nicht ernst! In der Lebenswelt meiner Generation gab es weder Hitler noch Stasi (bin Jahrgang ’81, also zu jung, um damals verstanden zu haben). Aber die Daten sind da. Sie werden zumindest teilweise gespeichert. Und wer weiß, wer 2033 regiert …

Von der Internetüberwachung merken wir nichts. Leider. Würde jeder Brief geöffnet bei uns ankommen, würde sich vielleicht sogar Frau Merkel dafür interessieren. Aber weil es „nur“ um eMails geht, „nur“ darum, dass ihr gerade einen regierungskritischen Blogeintrag lest (macht euch keine Hoffnungen, das wird gespeichert!), wird das toleriert oder zumindest als minderschwer eingeordnet. Wahrscheinlich glauben die von der CDU sogar im Ernst, dass Gott das schon richten wird …

Um zum Anfang zurückzukehren: Wir (also meine Generation) haben leider nie gelernt, was es heißt, unsere Rechte verteidigen zu müssen. Wir stehen da, nehmen das zur Kenntnis und ärgern uns vielleicht. Ja, manche werden eventuell sogar eine andere Partei wählen bei der nächsten Wahl. Immerhin.

Wahrscheinlich aber werden wir abstinken gegen die Mehrheit an alten Leuten, die das Internet immer noch für was komisches halten und am Ende wird Angela Merkel wie immer lächeln. Während das Fundament unseres Rechtsstaates erstmals auch für uns priviligierte Bürger untergeht.

Und da wundern wir uns, dass es Terroristen gibt?

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Scharf und klein …

Unsere Chilis wachsen, gedeihen und verschwinden bereits wieder in unseren Mägen. Es sind schöne Überraschungen dabei, zum Beispiel die Fruchtbarkeit der Purples. Unschöne auch: Die Jolokias waren nicht scharf … 0.o

Aber es gibt auch niedliches zu berichten: Einer unserer Habi-Ableger wollte nicht so schnell wachsen wie seine erste (und deswegen vermutlich einzige) Frucht Beere. Da muten die Größenverhältnisse sehr komisch an. Die Bierflasche ist nur zum Vergleich auf dem Foto. Tatsächlich bräuchten ungeübte Zungen mehr als eine Flasche Bier, um die Schärfe der Habanero zu ertragen.*

Bier oder Habi? Zum Glück muss ich mich nicht entscheiden! Quelle: Ozie

Bier oder Habi? Zum Glück muss ich mich nicht entscheiden! Quelle: Ozie

*Das Capsaicin löst sich zwar auch in Alkohol, als Gegenmittel sind fettige Speisen dennoch eher zu empfehlen als Bier, da bin ich recht sicher. 😉

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Medien, Rudeltiere und Schnappatmung

Medien sind Rudeltiere! Diesen Satz hab ich in den letzten Tagen oft erwähnt, und das nicht ohne Grund. Das Interview mit der Berliner Zeitung hat zum Beispiel trotz mehreren hunderttausend potenziellen Lesern kaum Spuren im Blog hinterlassen, gleich aber zeit.de mit auf den Plan gerufen, für die ich dann ja umgehend den „Proust-Fragebogen für Blogger“ ausgefüllt habe.

Noch schneller waren zwei Jungs vom Stern, da kam es aber erst in den Tagen danach zu einer Absprache, das Interview mit denen wird erst am Donnerstag, also morgen, stattfinden. Die haben mich allerdings vor mein größtes Problem bei solchen Anfragen gestellt: Restaurants. Journalisten treffen sich grundsätzlich Restaurants. Das finde ich eine gute Angewohnheit, schließlich bin ich essen und trinken ebenso wenig abgeneigt wie plaudern. Dumm nur: Wenn ich mich nicht mit Journalisten treffe, gehe ich nicht essen. Das schränkt meine Erfahrungen etwas ein.

Im Ernst: Restaurants besucht man einfach nicht alleine, und meinen Freundeskreis pflege ich in den meisten Fällen online. Ich hab überhaupt nix gegen gutes Essen, es ist mir bloß meist das Geld nicht wert. Und nicht, dass wir uns falsch verstehen: ich weiß die gastronomische Dienstleistung sehr zu schätzen und hab einen Heidenrespekt vor beispielsweise Köchen in Restaurants. Was die für einen Scheißjob machen – Junge, Junge!

Aber Ozie und ich sind ganz gut im Kochen, wir bleiben gerne zu Hause, ich ziehe Unterwäsche als Bekleidung so ziemlich allem anderen vor und muss finanziell gesehen für ein mittelprächtiges Essen mindestens 2 bis 5 Stunden arbeiten. Sprich: So sehr ich gutes Essen zu schätzen weiß, so selten kommt mir das als Ganzes wirklich erstrebenswert vor.

Deswegen hab ich die Arschkarte, wenn die mir netterweise die Wahl eines Restaurants überlassen. Das ist lieb, keine Frage. Aber ich für meinen Teil kenne kaum welche, noch dazu hab ich keine Ahnung, was so im Normalfall unter den Herren Journalisten (waren bisher keine Frauen dabei!) üblich ist. Das hab ich jetzt nach vier Tagen überlegen dem Stern auch einfach geschrieben.

Auch sehr schön ist, dass eine Literaturagentur sich noch gemeldet hat. Nicht etwa schön, weil sich überhaupt eine gemeldet hat, sondern weil es mal eine gute Anfrage war. Ich schlittere in dieses Autoren-Verlags-Dingsbums-Geschäft ja auch nur langsam rein, da kommen am Anfang natürlich allerlei ziemlich fadenscheinige Mails. Ich kann echt nur allen raten, vorsichtig und nicht leichtsinnig zu sein. Wenn wir gute Blogs schreiben, dann ist das eine tolle Sache. Wenn „die alten Medien“ darauf aufmerksam werden, dann ist das natürlich auch eine tolle Sache. Aber um Himmels Willen bloß keine Schnappatmung mit mittelschwerem Anfall geistiger Umnachtung, bloß weil in irgendeiner Betreffzeile „Buch“ und/oder „Verlag steht! Da gibt es ebensoviele Schmierenkomödianten, Idioten und Abzocker wie online auch, machen wir uns nix vor. Und wenn der einzige Vorteil ein gedrucktes Buch ist, dann ist das nix. Es fasst sich toll an, aber ein Buch kann man auch bei Buchbindern und in jedem dritten Copyshop oder gar online irgendwo erstellen lassen. DAZU braucht’s keine Verlage, auch wenn sie das gerne hätten.

Die aktuelle Anfrage hat natürlich mit GNIT zu tun, sie fragen aber konkret danach an, ob ich mir vorstellen könnte, mit ihnen zusammen ein Buchprojekt auf Basis meiner Taxigeschichten zu erarbeiten. Kein „Wir machen ihren Blog zum Buch“, „lassen Sie ihren Blog drucken“, nein. Eine konkrete Anfrage, ob ich mir vorstellen könnte, ein Konzept zu erarbeiten, das über einzelne Artikel hinausgeht. Das, was ein Buch ausmacht am Ende – eine Anfrage, die zumindest mal die Hoffnung zulässt, es arbeiten nicht nur Schwachmaten auf Beutefang dort.

Das praktische ist, dass ich sowas für demnächst sowieso geplant hatte, seit anderthalb Jahren ein angefangenes Manuskript mit unveröffentlichten Geschichten rumliegen hab, und mir das im Falle einer Übereinkunft tatsächlich eine angenehme Hilfe sein könnte, die ich gerne in Anspruch nehme. Wer weiß, vielleicht kommt es ja in absehbarer Zukunft zu einem Treffen. Ich hab Interesse bekundet, gleichzeitig aber auch klargemacht, dass sie nicht die einzigen oder auch nur ersten sind und das mit dem Taxibuch derzeit nicht oben auf meiner Prioritätenliste steht.
Das wirkt jetzt sicher wahnsinnig abgebrüht, aber da schlittert man rein und das kommt einfach, wenn man sich mal ernsthaft mit allerlei dubiosen Anfragen auseinandergesetzt hat und sich überlegen muss, wie man auf Anfragen als solche überhaupt reagiert.

Wenn Ihr Euch wie ich dem Schreiben ver… äh, -schrieben habt, dann könnt ihr jedenfalls sicher sein: Es wird immer irgendwie komisch und chaotisch werden. Das ändert sich wahrscheinlich nie. Selbst wenn man im Grunde Stufe um Stufe seinen persönlichen Berg erklimmt. Aber das, und das ist vielleicht das Geheimnis, ist eigentlich auch das witzige daran …

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Wie versprochen: Fotos

Nur 135 Bilder haben wir gestern gemacht, um immerhin 7 passable bis sehr gute Ergebnisse zu bekommen. Ob die Quote gut ist, kann ich natürlich gar nicht bewerten, das überlasse ich den Menschen mit ernsthafter Foto-Erfahrung. Aber gut, ich habe versprochen, Euch ein paar davon zu zeigen. Meine drei Lieblingsbilder wären folgende:

Ein Sash in freier Wildbahn. Quelle: Ozie

Ein Sash in freier Wildbahn. Quelle: Ozie

Meine Vorliebe für Schwarz-weiß-Bilder werde ich so schnell wohl nicht beiseite legen können. Das nächste Bild übererfüllt sogar noch das „Verträumter-Künstler-vor-Natur“-Klischee. Ich find’s trotzdem gut:

Noch ein Sash. Die sind wohl überall! Quelle: Ozie

Noch ein Sash. Die sind wohl überall! Quelle: Ozie

Bleibt noch das letzte Bild, das ich vor allem deswegen mag, weil es so hervorragend mein Temperament unterstreicht:

Noch einer! Quelle: Ozie

Noch einer! Quelle: Ozie

So. Bin gespannt auf Kommentare. 🙂

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