Selbst schuld

Ich weiß ja gar nicht, wie ich anfangen soll.

Zuerst war es nur eine kleine Pause, dann kam diese bleierne Müdigkeit. Dabei war es noch nicht einmal ein Uhr. Mit einem „Ach, ein Stündchen geht schon!“, hab ich mich auf die vermeintlich weiche Matratze geworfen und an ihr gehorcht. Sie hatte vieles zu erzählen. Ich wälzte mich von rechts nach links, von links nach rechts – da klingelte auch bereits der Wecker. Bevor dessen Geräusch sich zu sehr in  meinem Unterbewusstsein einnisten konnte, tapste ich zum Schreibtisch, schaltete ihn aus und ging wieder ins Bett.

Bunte und zugleich triste Welten stürzten auf mich ein. Es verwundert kaum, dass man Träume früher für die Heimsuchung von Dämonen hielt.Obgleich ich keine einzige konkrete Erinnerung an ein bestimmtes Szenario habe, so quälten sie mich alle. Irgendwann fragte dann Ozie, ob ich nicht eigentlich aufstehen wollte. Ich verneinte, höchst unausgeschlafen und in wirren Sätzen und setzte meinen vermeintlich erholsamen Mittagsschlaf unter Einbeziehung mindestens dreier weiterer Alpträume bis eben fort. Entspannung geht anders.

Und deswegen, liebe Kinder, sollte man vor dem Einschlafen keine Steuererklärung machen!

😉

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Die Karikatur einer Karikatur

12 Tote. Weil einige davon sich über imaginäre Freunde lustig gemacht haben.

Kann man sich nicht ausdenken.

Man könnte es jetzt natürlich noch absurder machen, indem man den imaginären Freund dafür verantwortlich macht.

Oh. Wait …

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Armutszeugnis

Steuererklärung! \o/

OK, dass Ozie und ich uns heute hinsetzen werden, um die Steuererklärung zu machen, klingt erst einmal völlig organisiert und für viele sogar übertrieben motiviert. Das ist in gewisser Weise auch der Fall. Ich hab von meinen Chefs noch nicht einmal die Endabrechnung für 2014 und das Finanzamt meldet sich in frühestens ein paar Monaten, um eine Frist zu setzen. Da werden wir dieses Jahr aber sowas von die Schnellsten sein.

Ich hätte aber vor die Lobhudelei vielleicht besser etwas genauer den Zeitraum eingrenzen sollen, denn wenn ich ehrlich bin, dann machen wir heute und morgen die Steuererklärung für 2014, aber eben auch jene für 2013. *hüstel*

Dass letztere nicht längst bei den Behörden liegt, ist wohl meine Schuld. Ich hab es kürzlich schon mal geschrieben: Ich hasse den Mist! Das liegt zu guten Teilen daran, dass ich mich mit Buchhaltung nicht auskenne und folglich viele auftauchenden Probleme mit zu wenig Fachwissen angehen muss. Und wer sich jetzt denkt: „Hä, was’n das Problem?“, der sollte nicht vergessen, dass es für mich nicht damit getan ist, meine Lohnabrechnung in Formulare zu übertragen. Ich hab zudem eine freiberufliche Tätigkeit, die zum Beispiel darin besteht, jetzt nach drei Bier über die Steuererklärung rumzuranten (was immerhin einer gewissen Komik nicht entbehrt). Und für Leute, die wie ich mit Buchhaltung nur wenig im Sinn haben, ist das ziemlich schwierig. An interessierte Laien könnte ich hier z.B. die Frage stellen, wie ich ein Handy korrekt verbuche, das ich im Rahmen meiner beruflichen Tätigkeit geschenkt bekommen habe und zu 50% privat nutze, wenn ich weder den Staat noch mich selbst dabei bescheissen will. Im Rahmen einer ordnungsgemäßen EÜR wohlbemerkt.

Aber gut, für die fachlichen Fragen hab ich eine hochbegabte Frau an meiner Seite, die das studiert. Meine Dankbarkeit für diese Hilfe kennt kaum Grenzen.

Grenzen hingegen sind alles andere als unbekannt für staatliche Behörden – und damit auch für das Finanzamt. Das nämlich ist, o Wunder!, nicht gerade begeistert davon, dass die Steuererklärung für 2013 bisher noch nicht gemacht worden ist. Eine ganze Weile – also mindestens ein lockeres halbes Jahr – macht es zwar nicht wirklich was schlimmes, außer gelegentlich Briefe zu schicken, aber dann wird’s ernst. Ernst! Und das haben wir letzten Monat zu spüren bekommen. Verständlicherweise. Immerhin bin ich sozialversicherungspflichtig beschäftigt und habe ein freiberufliches Nebeneinkommen, während Ozie Studentin und selbständige Unternehmerin ist. Es geht um das Einkommen aus drei Jobs, da will der Staat natürlich wissen, was Sache ist.

Als eine Art Ultima Ratio besitzt das Finanzamt das Werkzeug der Steuerfestsetzung. Wenn man das Amt nicht rechtzeitig über sein(e) Einkommen informiert, riskiert man, dass es die voraussichtlich zu bezahlenden Steuern schätzt, was kein Spaß ist, da das Finanzamt natürlich einen Teufel tut, die Beträge zu niedrig anzusetzen.

Und da kommen wir zum Titel des Eintrags.

Ozie und ich, beide selbständig und ich dazu noch sozialversicherungspflichtig beschäftigt, gemeinsam veranlagt, haben unlängst einen entsprechenden Bescheid gekriegt, weil wir das mit der Steuererklärung noch nicht so ganz auf die Reihe bekommen haben. Und die Zahlen sind schockierend! Anhand unserer Vorjahresverdienste (und wohl mit einem gewissen Zuschlag) wird die durch uns zu entrichtende Steuer auf folgenden Betrag festgesetzt:

0,00 €

Und das ist leider nicht einmal übertriebene Gnade, ein Fehler oder der Witz eines in der Behörde sitzenen Bloglesers. Darauf wird’s auch nach der Steuererklärung heute rauslaufen. Unser Haushalt fällt trotz unserer vielfältigen Tätigkeiten unter den Freibetrag. Und abgesehen vom steuerfreien Trinkgeld bei mir im Taxi geben wir alles an, selbst Geschenke.

Auch wenn’s nicht der ursprünglichen Definition entspricht: Ist das nicht ein waschechtes und wasserdichtes Arumtszeugnis?

PS: Wer mich trotzdem für einen gierigen Schmierfinken hält, darf gerne mal die Steuerfreibertragshöhe googlen.

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Das Jahr des Ryan Bell

Eine interessante und aus meiner persönlichen Sicht dann doch auch schöne Geschichte kommt aus den USA und einige werden sie vielleicht schon mitbekommen haben:

Der Pfarrer Ryan Bell hat das komplette Jahr 2014 ohne Gott gelebt (Originaltext, englisch). Er hat also nicht mehr gebetet, ist nicht mehr zur Kirche gegangen und hat sich darin geübt, atheistische Weltansichten zu verstehen. Davor war er wohl schon ein recht freigeistiger Pfarrer und durchaus am Hadern mit dem Glauben – aber eigentlich wollte er zu seinem Glauben zurückfinden, indem er die Erfahrung macht, wie es ist, wenn Gott fehlt.

Er hat sich bloggend in dieses Jahr begeben und ist durch ein wenig Öffentlichkeit schnell mit der atheistischen und skeptischen Szene in Kontakt gekommen. Es soll dieses Jahr sogar einen Dokumentarfilm über ihn geben. Das einst folgsame Schäfchen Ryan Bell hat viel gelesen, viel gelernt und schon weit vor Ablauf des Jahres ziemlich kritische Worte gegenüber seiner Ex-Religion gefunden. Und Gott? Bell hat nicht nur keinen Unterschied bei seiner „Abwesenheit“ bemerkt, sondern auch festgestellt, dass ein Weltbild ohne Gott nicht nur irgendwie besser erklärbar ist, sondern auch besser zu seinen Moral- und Wertvorstellungen passt. Er ist inzwischen atheistischer Humanist und hat seine Erkenntnisse und Überlegungen in seinem Blog geistreich und mit erstrebenswerten Selbstkritik vermittelt.

Er gibt zu, dass es ihm schwerfällt, seinen Glauben loszulassen und er gibt auch zu, dass er eigentlich froh wäre, wenn es Gott geben würde. Aber er beschreibt auch seinen Erkenntnishunger, der ihn plötzlich getrieben hat, bis ihm aufgefallen ist, dass er schon vorher viele Stellen der Bibel ignoriert hat, weil sie nicht zu all dem da draußen gepasst haben und wie er letzten Endes zu der Erkenntnis gekommen ist, dass nicht Gott die Erde geschaffen hat, sondern die Menschen Gott. Dabei sind seine Beiträge so unaufgeregt, wie man sich das bei diesem großen Thema überhaupt nicht vorstellen kann. Obwohl er seinen eigenen Ex-Glauben durchaus radikal als Unsinn entlarvt, findet man nicht den Hauch von bösen Worten, geschweige denn irgendwelche Angriffe auf Noch-Gläubige. (Ich habe nur ein paar ausgewählte Einträge gelesen, vielleicht gibt es auch Ausnahmen)
Er arbeitet inzwischen sogar für eine kirchliche Obdachlosenhilfe.

Dass Bell zuvor schon ein Zweifler und offenbar ein Humanist war, der sich z.B. gegen die Diskriminierung von Homosexuellen und Transgendern ausgesprochen hat, trübt vielleicht ein wenig das „Märchen vom gewandelten Hardliner“. Was aber viel schöner als ein Märchen ist, ist eine wahre Geschichte. Und so eine scheint jene von Ryan Bell zu sein. Und ich meine es ernst: Ein Blick in seinen Blog lohnt wirklich!

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Mein Ableismusproblem

Ich denke, die meisten meiner Leser haben inzwischen mitbekommen, dass ich Diskriminierungen jeder Art falsch finde. Der Grund ist relativ simpel: Diskriminierungen haben immer Opfer und ich finde es eine grundsätzlich positive Einstellung, möglichst wenigen Menschen zu schaden, denen man – und sei es durch veröffentlichte Texte – über den Weg läuft. Das hat wirklich weniger mit irgendwelchen Dogmatismen zu tun, als es viele erklärte Gegner dieser Einstellung wahrhaben wollen. Und selbst wenn das bei manchen grob in meiner Richtung orientierten Menschen anders sein mag, ich wusel mich da mit meinem eigenen Weg durch, der je nach Blickrichtung auch alles andere als perfekt ist. Vieles mache ich mit Abstrichen. So verwende ich keine geschlechtergerechte Sprache, obwohl mir Sexismus in jeder Form ein Dorn im Auge ist – einfach aus eigener Bequemlichkeit. Genauso wie ich im ökologischen Bereich z.B. meinen Fleischkonsum nur zu senken versuche und keinen kompletten Verzicht übe. Ich hab meine Schwächen, und ich gestehe sie mir zu. Manchmal mehr, manchmal weniger. Mein eigenes Wohl liegt mir am Ende eben auch am Herzen und ich bin mir ziemlich sicher, als Perfektionist in allen sozialen Belangen kein glücklicher Mensch sein zu können. Die Ursachen dafür sind sicher vielschichtig, aber ich hab weder Zeit noch Lust, auf allen Ebenen 100% zu geben, wenn es sowieso von 99,9% der Menschen nur als Spinnerei gesehen wird und 0,099999% dann der Meinung sind, ich gehe nicht weit genug. Am Ende bleibt man halt als Individuum in irgendeiner Form unperfekt – und damit kann ich wahrlich leben. Und ich müsste es ja auch, wenn ich es noch mehr versuchen würde.

Andererseits gibt es dann Dinge, die ich so nicht stehenlassen will oder sogar kann.

Und so etwas ist mir neulich in für mich ungewohnter Form passiert. Im Rahmen der ganzen Pegida-Diskussionen wurde irgendwo (ich weiß wirklich nicht mehr, wo genau) aufgeworfen, dass das Für-dumm-Erklären der Anhänger Ableismus wäre, also eine Unterform der Behindertenfeindlichkeit, die dumme Menschen diskriminiert, weil man selbige damit abwertet.

Ich weiß, es gibt eine Menge Leute, die sowas einen Scheiß interessiert – mich aber eben schon. Ich hab jahrelang im Behindertenfahrdienst gearbeitet und während dieser Zeit nicht nur meine Vorurteile, Berührungsängste und was man halt sonst so alles mit sich schleppt, abgebaut – sondern überhaupt erst einmal mitbekommen, dass ich solche hatte. Eine nicht in allen Belangen einfache, aber tatsächlich furchtbar positive Erfahrung. Und nun aber das: Mein gerne gewettertes „Was für Idioten!“ soll ableistische Züge tragen!

Meine erste Reaktion war die, die ich von allen Rassisten und Sexisten kenne:

„Ach nee, will man mir das auch noch nehmen!?“

Die zweite war nicht minder ähnlich:

„Das ist doch eine Diskriminierung ohne Opfer: Wer so blöd ist, merkt ja nicht einmal, dass ich ihn beleidige!“

Aber ja, ist das nicht dasselbe wie „meine schwarzen Freunde“, die auch „über Negerwitze lachen“? Obwohl mir bei letzterem klar ist, dass das kein valides Argument ist, finde ich ersteres irgendwie gangbar. Hab ich da also wirklich ein Problem? Vielleicht. Ausschließen kann man das wohl nie sicher bei solchen Fragen, die man erstmalig an sich heranlässt.

Zumindest teilweise erkenne ich da aber, dass die Thematik nicht ganz so einseitig ist. Zunächst der eher unbedeutende Teil: Wenn ich von Idioten schreibe oder erzähle, so meine ich damit gewiss keine Leute, deren Fähigkeiten ernsthaft eingeschränkt sind. (Was im Nachhinein aber auch bedeutet: Wann immer ich derartige Vergleiche gezogen habe, waren sie falsch und ich würde sie heute so nicht mehr machen.) Der wichtigere Part ist: Gerade die Begriffe Dummheit oder Idiotie sind zwar zweifelsohne herabwürdigend, lassen sich aber meines Wissens nicht auf unverschuldete Fähigkeitsbeschränkungen reduzieren. Ja, Idiotie war auch mal zwischenzeitlich als medizinische Bezeichnung geistiger Behinderungen geläufig, aber ich bin mir ziemlich sicher, dass die heutige Benutzung davon stark abweicht und ebenso wie Dummheit weniger mangelnde Fähigkeiten unterstellt als mehr einen Unwillen, sich seiner geistigen Fähigkeiten zu bemächtigen.

Wenn das widerlegbar ist, dann nehme ich die Hinweise dankend entgegen.

Um ein Anschauungsbeispiel zu bringen: Dumm wird sicher nur selten wer genannt, der ständig rechts und links verwechselt – sowas kommt nunmal vor. Dumm wird der genannt, der in einer Diskussion um die Frage, wo links ist, in die rechte Richtung zeigt und darauf beharrt, unnütze Begründungen dafür vorbringt und sich anderen Meinungen verweigert.

Und selbstverständlich zielen alle meine Angriffe auf Nazis oder Pegida genau in diese Richtung. Da engagieren sich Menschen mit ihrem Herzblut, um Dinge zu bekämpfen, die sich nach kurzer Recherche als unhaltbar erweisen. Wie wollen wir dieses Bestreben, mehr Arbeit aufs Bestätigen der eigenen Überzeugung zu investieren als auf die Auswertung von Fakten, benennen?
Ist es nicht genau das, was „dumm“ ist und „Idioten“ auszeichnet?

Noch einmal: Ich (und ich denke, die Mehrheit geht da mit) würde nie einen geistig behinderten Menschen dumm nennen. Wohl aber Menschen, die wider besseres Wissen oder trotz des Zugangs zu korrektem Wissen überprüfbare Informationen ignorieren und (Treppenwitz der Geschichte) alle anderen als Dumme oder Lügner bezeichnen.

Wie ich einleitend schrieb: Ich bin mir meiner Fehler bewusst. Ebenso bin ich mir meiner Fehlbarkeit bewusst. Mir ist ebenso klar, dass die Reduzierung von Menschen auf ihre geistigen Fähigkeiten und die damit erfolgende Zur-Norm-Machung „hoher“ Intelligenz ausgrenzend ist. Ich bin mir der Gefahren des Ableismus also bewusst. Aber gerade um gegen falsche und vereinfachende Weltbilder vertretende Menschen auch und gerade schreibend angreifen zu können, bedarf es doch irgendwelcher Worte, die klarstellen, dass genau dieses Weltbild falsch ist – und zwar aufgrund von Denkfaulheit, Fehlinterpretationen und einseitiger Denkweise. Für das stand „Dummheit“ in meinen Augen bisher. Sollte das Wort – ebenso Idiotie – in dieser Interpretation missverständlich sein, dann freue ich mich über Alternativvorschläge. Sollte es keine geben, bleibe ich bei meiner Meinung, dass es da draußen zu viele dumme Idioten gibt.


PS: Ich hatte die Kommentare unter diesem Artikel eine Weile geschlossen, worauf ich mehrfach angesprochen worden bin. Mir ist klar, dass das keine populäre Maßnahme ist und ich hab’s auch nicht vor, dauernd einzusetzen. Ich hab aber tatsächlich nicht immer Zeit und/oder Lust, mit Leuten zu diskutieren, die – Ironie der Thematik – meine Ansichten für dumm halten. Und der Artikel hat eben das Potenzial, Leute anzuziehen, die sich angegriffen fühlen. Leute, die dann äußerst praktisch zu beantwortende Fragen wie „Was ist denn falsch an meiner Meinung?“ stellen. Nicht, dass das ungerechtfertigte Fragen wären, aber weder ein Blogeintrag – und schon gar nicht ein Kommentarfeld – ist der geeignete Platz, um alle Aspekte von Islamismus, Fremdenfeindlichkeit, Rassismus etc. am Stück zu besprechen. Außerdem ist das hier trotz allem mein Blog und kein offizielles Auskunftsportal. Ich erkläre Nazis die Welt, wenn ich Lust dazu habe, nicht wenn sie es wollen. Jeder, dem ich damit auf den Fuß trete, darf sich gerne abwenden und mich für ein Arschloch, blöd oder einen Beweis der Weltverschwörung halten. Ich kann die gelöschten Kommentare bisher immer noch an meinen beiden Händen abzählen, was mir vermutlich kein anderer Blogger glauben wird. Und das kann gerne so bleiben. Aber für allen Schwachsinn und jede Theorie hab ich halt auch keine Zeit.

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#MaHe mal wieder

Immer noch Nazis. Immer noch vor meiner Tür. Dieses Mal musste ich schlafen, aber genau dabei haben sie mich gestört. Von ihnen geweckt zu werden ist definitiv nicht besser als sie sehen zu müssen. Viele waren es nicht, aber sie hatten eben einen Lautsprecherwagen. Was jetzt nicht unbedingt ihr Vorteil war.

Ihnen wurde wohl nur eine Kundgebung gestattet, weswegen sie sich beschwert haben, dass hier „ja nur die Antifa Meinungsfreiheit“ hat. Wohl aus Langeweile haben sich deswegen vermutlich alle der angeblich rund 100 Anwesenden mit Bier beschäftigt. Das habe ich nicht nur gelesen, sondern ich schließe das auch aus den Lauti-Durchsagen. Die waren übrigens uninspiriert, offensichtlich unvorbereitet und sehr kurz (wie die Veranstaltung insgesamt). Neben oben bereits erwähntem füge ich nun – im Zeichen der Meinungsfreiheit für Nazis – alle Durchsagen und Sprechchöre an, die ich (gut in Hörweite) mitbekommen habe. Und zuvor bitte ich, nicht zu vergessen, dass es um eine Kundgebung „gegen Asylbetrug und linke Gewalt“ ging.

Bitte:

„AHU, AHU, AHUAHUAHU!“

„Wo bleibt die Antifa?“

„Antifa – Hurensöhne!“

„Wir sind das Volk!“

OK.

Versuchen wir, sachlich zu bleiben …

Es ist jetzt nicht so, dass ich irgendwas davon gerne von besoffenen Vollpfosten vor meiner Tür rumgebrüllt hören möchte.

ABER:

Ich komme nicht umhin, dem pöbelnden Haufen zuzugestehen, dass er bessere Anti-Nazi-Kampagnen fährt, als ich es je könnte.

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Schwäbische Weihnachten

Das mit den vielen Schwaben (nicht nur, aber vielfach) in Berlin wird ja um die großen Feiertage wie Weihnachten z.B. besonders lustig. Da sind dann auf einmal Parkplätze in Gegenden frei, in denen Tiefgaragenplätze sonst so viel kosten wie Lofts. Vielleicht zieht es mich deswegen um Weihnachten nicht so sehr nach Stuttgart, ich mag freie Parkplätze halt.

Da wir aber trotzdem nach recht umfangreichem Weihnachtsgeschäft ein wenig Ruhe wollten, bevor wir dann auch auf Familienreise gehen, haben Ozie und ich uns am gestrigen Abend seit Wochen das erste Mal wieder einen halben gemeinsamen freien Tag gegönnt. Weit weg von Verpflichtungen und anderen Menschen. Schön kochen und zwischendrin ein wenig vor dem Fernseher rumgammeln. Das mag langweilig klingen für die Leute, die täglich fernsehen, bei uns hat’s im Dezember allenfalls mal hier und da für eine Folge irgendeiner Serie am PC gereicht, während man nebenher noch Mails geschrieben oder wenigstens alles im Auge hatte.

Und aus einer Laune heraus haben wir uns für komplett süddeutsche Küche entschieden. Zunächst ein erster Versuch mit Zwiebelkuchen auf den Nachmittag hin. Das war gelinde gesagt eine hammergeile Idee. Gegen Abend gab’s dann Maultaschen (die haben wir dieses Mal nicht selbst gemacht) mit Kartoffelsalat. Und anschließend – auch als erstmaligen Eigenversuch – Ofenschlupfer. Was die Genialität dieses tatsächlich erholsamen Heiligabends ziemlich vanillesoßengetränkt abgerundet hat. Hach!

Beim Essen zu Weihnachten gibt’s so viele Traditionen. Wer weiß, vielleicht haben wir unsere eigene ja dieses Jahr begründet …

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