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Linkentfernung

Hab heute – nicht das erste Mal – eine Mail bekommen, in der ich gebeten werde, einen Link zu löschen. Einen Link zu einer Firmenwebsite, rund ein Jahr alt und damals von einer Leserin in einem Kommentar gepostet. Es war eine positive Erwähnung, es sprach also aus meiner Sicht nichts gegen diese Verlinkung. Entfernen sollte ich ihn „aus Marketinggründen“. Da hab ich mich zu folgender Antwort hinreissen lassen:

Hallo Herr XXX.

Ich danke für die nette Mail. Sie sind nicht der erste, der einen Link von meiner Seite aus Marketinggründen gelöscht haben möchte, was an und für sich natürlich kein Problem ist.
Insbesondere, da sie ihn ja eindeutig auffindbar angezeigt haben.

Aber mal ganz im Ernst:

Warum sollte ich das tun?

Eine Leserin meines Blogs hat Ihre Seite verlinkt, in eindeutig positivem Zusammenhang. Mein Blog ist vielleicht nicht die allerbeste Linkquelle, allerdings meines Wissens nach auch keine von Google geächtete Linkfarm, die mit einem Link Pageranks oder sonstige Statistiken nachhaltig schädigen würde.

Mir stellt sich jetzt das „Problem“, dass ich in einen von einer Leserin veröffentlichten Kommentar auf meiner Seite sinnentstellend eingreifen muss, weil Sie offenbar nach knapp einem Jahr aus mir natürlich nicht näher nachvollziehbaren Gründen beschlossen haben, dass es ihnen unangenehm ist, wenn ihre absichtlich weltweit zugängliche Seite von ihren Kunden irgendwo anders im Internet verlinkt wird.

Was in meinen Augen eine essentielle Grundfunktion des WWW ist.

Also, lange Rede, kurzer Sinn: Nein. Ich bin – insbesondere ohne weitere eventuell ein wenig erhellendere Gründe – nicht bereit, auf meiner Seite willkürlich Inhalte zu ändern, wenn Sie gerade ihr Marketingkonzept ändern. Das machen Sie bitte erst einmal auf Ihren Seiten.

Mit freundlichen Grüßen,

Sascha Bors

Mal ein kleiner Tipp: Wenn man nicht will, dass etwas verlinkt wird, dann stellt man es nicht ins Internet.

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WTF?

So. Das waren bislang etwa 10 Minuten, die ich über die Überschrift des Artikels nachgedacht habe. Und gefühlt braucht jeder weitere dritte Buchstabe ähnlich lang. Zum einen, weil ich die Tasten weniger zuverlässig treffe und dabei sehr langsam bin, zum anderen weil zwischen Anfang und Ende dieses Eintrages [nach dem Ende aktualisiert] 2 kurze Pausen im Bett und 4 Gänge auf die wohnungseigene Keramikausstellung liegen.

Ich bin krank.

Das schreibe ich öfter mal, ich bin keine Ausnahme was die Wehleidigkeit bei Männern angeht. Kaum, dass ich mal vor Müdigkeit einen Kaffee brauche, rege ich mich drüber auf. Aber sowas wie heute hatte ich schon lange nicht mehr. Erkältet bin ich seit 2 Wochen, hier ein bisschen Rotz, da mal etwas müder. Was wünschte ich mich zurück!

Nach der Freitagsschicht hab ich mir noch halbwegs gut gelaunt Frühstück gemacht, bin ins Bett gehüpft und hab es auf ähnliche Art und Weise wieder verlassen. Husten, Schnupfen, Heiserkeit; lustig, drollig, keine Zeit! Ein bisschen hab ich mich um die Arbeit gesorgt, immerhin war Samstag. Aber ja, irgendwie wird es schon zumindest eine Weile lang klappen. Ich war den Monat fleißig beim Arbeiten, motiviert, der Umsatz sah meinen Umständen entsprechend mal wieder gut aus.

Und dann war ich mit Ozie einkaufen. Halbe Stunde, kein Kilometer Fußweg. Nichts, was ich als anstrengend bezeichnen würde. Wir sind beide hier zu Hause gelandet und im übertragenen Sinne zusammengeklappt. Seitdem ging nix mehr. Gelegentlich mal für eine Stunde ein Buch oder einen Bildschirm anstarren, hauptsächlich um vorzugeben, der Handlung folgen zu können. Unsere Symptome sind unterschiedlich stark ausgeprägt, hätten wir beide alles, würde ich diesen Eintrag wahrscheinlich erst 2014 schreiben, es geht uns echt hundeelend. Das nur mal so als Erklärung für mein eher sporadisches Auftauchen im Netz und die dann vielleicht auch etwas seltsam ausfallenden Beiträge. Unzurechnungsfähigkeit olé.

A prospos Unzurechnungsfähigkeit: Nur mit Genörgel will ich ja niemanden hier ziehen lassen. Als Dank fürs Durchlesen bis hier hab ich noch einen kuriosen Einblick ins Marzahner äh … Nachtleben für Euch:

Von der Freitagsschicht heimgekehrt bin zu einem für mich recht normalen Zeitpunkt um kurz nach 6 Uhr. Ich hab mich müde auf den Sessel geschmissen, meine Schichtdaten notiert und ein oder zwei Wortmeldungen abgegeben. Damit hab ich die Zeit bis 7 Uhr rumgebracht, da machen hier die ersten Supermärkte auf. Ein bisschen Einkaufen zum Frühstück. Ich hab mir brav ein bisschen Pfand zum Wegbringen geschnappt und hab mich auf den nicht wirklich langen Weg gemacht. Draußen ist man hier um die Zeit nicht alleine. Unter den ansäßigen Rentnern scheint es eine Art Sport zu sein, morgens zur Eröffnung der Supermärkte mit Blick auf die Armbanduhr zu warten. Wohl um zu kontrollieren, ob sie auch wirklich pünktlich aufmachen, falls es mal ernst sein sollte. Einige gehen dann wahrscheinlich sogar wirklich heim, ohne einzukaufen.

Im Hausflur jedoch ist es meistens ruhig. Hier im Haus wohnen hauptsächlich Familien mit Kindern, wenigstens bis ein paar Minuten nach sieben bleibt den meisten wohl an arbeitsfreien Tagen zum Schlafen. Dennoch war ich etwas überrascht über die recht ungewöhnliche Geräuschkulisse, die dort vorherrschte. Kaum verwunderlich, den selbst in unserer manchmal etwas grotesken Nachbarschaft hab ich es – bis jetzt eben – noch nicht erlebt, dass bei uns im Treppenhaus gevögelt wird. War aber so. Und wir reden hier nicht von der Kellertreppe, die nie jemand entlanggeht, sondern von der Treppe zwischen Haustüre und Aufzug. Dass die beiden Protagonisten meinen Auftritt nicht erwartet hatten, nehme ich mal an. Der Blick der jungen Dame, sofern ich das im Halbdunkel erkennen konnte, sprach jedenfalls Bände. Er hingegen war – wie soll man sagen? – eher gemäßigter Bereitschaft, sein Freizeitvergnügen zu unterbrechen und murmelte etwas gepresst:

„Weiter, einfach weiter …“

Ob das jetzt an sie oder mich gerichtet war, weiß ich nicht. Zwischen ihren verstreuten Habseligkeiten wie Kippenschachteln und umgestürzten Bierflaschen hab ich mich einfach mal vorbeigezwängt. Ich fang sicher nicht an, jemandem Moralpredigten über das Freihalten der Treppe zu halten, der gerade in ziemlich eindeutig mehrfacher Hinsicht nicht mehr ganz klar in der Birne ist. Dagegen fühle ich mich jetzt, krank, noch bedeutend besser bei Bewusstsein.

Als ich nach ungefähr 15 Minuten wieder zurück kam, war die Dame bereits verschwunden, er jedoch immer noch damit beschäftigt, sich die Hose zuzuknöpfen. Wortlos und von meinem abermaligen Auftreten völlig unbeeindruckt – ich kam nicht um den Gedanken herum, dass der das öfter so handhabt. Mir soll’s ehrlich gesagt egal sein, manchmal erwischt man Menschen beim Beischlaf. Mir ist es auch lieber als dass uns dort unten die Mülleimer im Hausflur angezündet werden (wogegen kopulierende Pärchen vielleicht tatsächlich eine gewisse Versicherung wären, sofern sie das die ganze Nacht durchhalten).

Ein bisschen aber freue ich mich, dass ich einfach nur krank bin – und nicht derart abgestürzt. 0.o

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Was hab ich Euch getan?

Ich schreibe lieber eMails als Briefe.

Im Gegensatz zu Briefen werden Mails nahezu lückenlos überwacht.

Ich schreibe lieber Blogeinträge als auf dem Marktplatz meine Thesen zu verkünden.

Im Gegensatz zum Marktgeschrei werden Blogeinträge gespeichert.

Ich treffe meine Freunde lieber bei Facebook als in der Kneipe.

Im Gegensatz zu Kneipengesprächen werden Facebookchats überwacht.

Ich nutze für meine Abrechnungen gerne Online-Programme.

Im Gegensatz zu Papierzetteln werden Google-Docs-Dateien observiert und gespeichert.

Ihr haltet mich, weil ich gerne online bin, für verdächtig.

Im Gegensatz zum Hitler-Regime mögen Euch die Leute dafür sogar.

Ihr seid Scheiße, Ihr hirnverbrannten Arschlöcher!

Im Gegensatz zu mir.

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Kleines Update

Ich schreibe in letzter Zeit ja recht wenig. Also hier. Aus Gründen.

Ich würde gerne, ehrlich. Aber was das Zusammentippen von Buchstabenreihen angeht, bin ich derzeit eigentlich ganz gut ausgelastet. Nicht nur, weil ich bei GNIT nach wie vor wie ein Irrer durchschnittlich jeden Tag mindestens einen Artikel raushaue, sondern auch, weil ich am nächsten Buch, bzw. einer Leseprobe dazu schreibe.

Leseprobe?

Jepp. Denn es ist eingetreten, was ich bereits vorsichtig angekündigt habe: Ich habe jetzt eine Literaturagentur und die setzt Hoffnungen in ein Taxi-Buch von mir. Also hab ich dieses Projekt zwischenrein geschoben. Denn genau genommen könnte es sein, dass sich bereits ein Verlag für das Buch interessiert. Derzeit findet die Frankfurter Buchmesse statt und meine Agentur hat dort einen Stand, an dem sie wohl bereits mein Buch an den Mann, sprich: Verlag, zu bringen gedenken. Zumindest ist das mein derzeitiger Informationsstand. Im besten und schlimmsten Fall zugleich kriege ich nächste Woche eine Mail, in der steht, dass die Verlage X, Y und Z gerne eine Leseprobe hätten. Und eben an der sitze ich gerade.

Wenn ich nicht gerade keinen Bock habe. Im Ernst: Die letzten zwei Wochen leide ich seit langer Zeit mal wieder an sowas wie Schreibunlust. Kenne ich sonst gar nicht und ist auch echt voll doof. Ich hoffe, ich finde demnächst mal raus, wie man das wegmacht.

Als kleine Motivationshilfe kamen gestern sowohl der Brief als auch das Geld der VG Wort. Mit 3.653 € eine stattliche Summe. Dummerweise war dieses Mal der Überraschungseffekt nicht groß, da es nahe am ausgerechneten Minimum liegt und letztes Jahr ohnehin 600 € mehr waren. Zudem teile ich mir das Geld dieses Jahr ein. Will heißen: Das große „Endlich! Und jetzt alles ausgeben!“-Feeling stellt sich auch nicht ein. Das soll nicht genervt klingen, denn es ist nach wie vor viel Geld und hilft mir nun dabei, ein Jahr lang einen höheren Lebensstandard zu haben. DER fette Knüller ist es als inzwischen eingeplante Einnahme inzwischen aber auch nicht mehr – so froh ich bin, dass das so gut läuft.

Ansonsten könnte ich darüber meckern, dass ich leichtes Halsweh habe. Aber da ich nach zwei Tagen offenbar schon auf dem Weg der Besserung bin, will ich den Teufel lieber nicht unnötig an die Wand malen …

Auch wenn das jetzt alles nur so mittelprächtig klingt: Das ist es nicht! Mir geht es so weit bestens, ich hab gute Laune und kriege alles hin, was ich gerade hinkriegen will. Mir ist nur gerade nicht nach Superlativen zumute, das ist alles.

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Post-Nachschlag

Sash holt ein Päckchen ab:

„Das sind ja nicht Sie!“

„Richtig. Aber is‘ ja nur’n Päckchen, das kann ich doch ohne …“

„Aber das sind nicht Sie.“

„Stimmt.“

„Müssen ’se sich beauftragen lassen.“

„Dann müssen Sie draufschreiben, von wem. Ohne Vorname ist das nicht ersichtlich.“

„Müssen ’se trotzdem machen. Nächstes Mal.“

Ich hab schon sinnvollere Dialoge mit unbelebter Materie geführt. Schlimm.

(Wie die DHL)

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Du Arschloch!

Wo wir heute schon bei „lustigen“ Beziehungen sind …

Folgendes Gespräch zwischen zwei zumindest noch halbwegs Jugendlichen hab ich am Freitag Abend aus dem Taxi am Ostbahnhof mitgehört. Eher unfreiwillig, aber egal …

„Du Arschloch! Was bist Du für ein Freund!?“

„Aber ich …“

„Ey, Du bist so ein Wichser, echt jetzt!“

„Ich hab doch …“

„Ja, schon klar, Du hast nix gemacht!“

„Sag ich doch.“

„RED DICH NICHT RAUS! Du hast gesagt, Du bleibst bei ihm!“

„Ja, aber …“

„Und dann bist Du weggegangen!“

„Schon, aber …“

„FICK DICH! Ey, Du bist gerade weg, da hat mein Freund die alte Schlampe gefickt! Verstehst Du? GEFICKT HAT ER SIE! Und alles nur, weil Du nicht da warst!“

Ihr könnt sagen, was Ihr wollt: Ich finde das hervorragend. Wäre ich nicht schon verheiratet, würde ich mir auch eine Freundin wünschen, die mein Fremdgehen auf irgendeinen Kumpel schiebt, weil der nicht aufgepasst hat.* 🙂

*Ja, das war „leicht“ ironisch …

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„Beziehungen“

Ich weiß, ich hab verdammtes Glück mit meiner Beziehung. Irgendwann einmal so glücklich und zufrieden mit jemandem zusammenleben zu können, wie es mir derzeit vergönnt ist, hätte ich selbst niemals erwartet. Um ehrlich zu sein: Ich hätte vor allem nicht erwartet, dass ich persönlich das kann. Aber gut, so ist es nunmal. Der Jahrestag nähert sich zum achten Mal, der Hochzeitstag wartet auf die zweite Bestätigung.

Aber glaubt es oder nicht: Extrem positive Erfahrungen sind manchmal so lehrreich wie extrem negative. Natürlich lernt man aus Fehlern, das will ich nicht bestreiten. Haben wir alle schon gemacht. Aber man lernt aus positiven Erfahrungen andererseits auch, was für Fehler vermeidbar sind.

Beziehungen zwischen zwei Menschen sind zwangsläufig in vielen Punkten Kompromisse. Meine auch, natürlich. Auf der anderen Seite wird man tagein tagaus sozialisiert mit Erfahrungen von anderen Leuten … und was die für Probleme haben, meine Fresse! Ein mir bekanntes älteres Paar hat an einem Tag eine abendliche Verabredung abgesagt, nur weil es beim Abendessen zu einem lautstarken Streit gekommen ist, ob es sinnvoll sei, wenn man eben frisches Brot gekauft hat, das alte gleich aufzubrauchen – oder ob man nicht besser erst das frische genießt, da es am nächsten Tag ähnlich „alt“ schmeckt wie das noch vorhandene. Da müsste man sich eigentlich fragen, warum man sich das antut.

Das machen natürlich die wenigsten.

Beziehungen – je enger sie sind, desto mehr – werden im Falle eines Außeinanderlebens schwierig aufzulösen. Das mag logisch sein, besonders toll ist es für keinen der Beteiligten.

Ein besonderes Exemplar solch einer besser längst aufgelösten Beziehung können wir hier im Haus studieren. Immer wieder, beinahe täglich. Nicht, dass wir gerne lauschen, alleine: die Nachbarschaft ist so eng, dass wir den ein oder anderen Streit im Wortlaut mitverfolgen können. Und auch wenn unser Haus vielleicht überdurchschnittlich hellhörig ist: So schlimm, dass man die Nachbarn immer reden oder meinetwegen diskutieren hört, ist es dann auch nicht. Die geben sich schon Mühe. Alle paar Tage wird da lautstark jemand aus der Wohnung geschmissen, es knallen Türen, es fliegen Teller. Oder vergleichbares, es hört sich aber verdächtig nach Tellern an.

Vor ein paar Tagen dann steigerte sich die Sache. Ernsthaft. Da klang es dann nicht mehr nach umherfliegenden Tellern, sondern nach umstürzenden Schränken. Und auch nicht mehr nach Wutausbrüchen, sondern nach Schmerzensschreien. Na, tolle Wurst! Immerhin sind wir nicht nur aus Feigheit ruhige Nachbarn, sondern aus Überzeugung. So lange es uns nicht wirklich massiv stört, sollen die Leute um uns herum ruhig machen, was sie wollen. So traurig es auch ist, dass Beziehungen in die Brüche gehen – es sollte schon jeder selbst entscheiden, ob er auszieht, weil es an drei von vier Tagen eher Hölle als Höhle ist, wohin man abends zurückkehrt.

Aber das an diesem Abend war – ungeachtet unseres persönlichen Wohlbefindens – zuviel. Weit davon entfernt, ordnungsfanatische Spitzel zu sein, haben wir besser mal die Polizei gerufen. Scheiß auf Ruhestörung, die begehen wir gerne auch mal selbst. Aber falls es da echt um „häusliche Gewalt“ gehen sollte, will man eben auch nicht zu den Arschlöchern gehören, die weghören und wegsehen.

Der müde Polizeibeamte am Ende der Leitung ließ sich die Adresse bestätigen und murmelte, dass da ohnehin schon jemand unterwegs wäre. Schön. Und ungelogen zwei Minuten später stand ein Streifenwagen vor der Tür, zehn Minuten später waren es drei.
(Im Übrigen ein interessanter Hinweis darauf, wie schlimm es hier in Marzahn wirklich ist, wenn wegen sowas alle mal schnell anrücken können.)

Natürlich ließ der Krach umgehend nach. So wie bei unseren WG-Parties damals auch. „Open End“ hieß im Zweifel übersetzt immer „bis die Bullen mit Räumung drohen“. Schlimmer finde ich, dass es seitdem nicht besser geworden ist. Oder dass Nachbarn mir berichtet haben, dass das nicht der erste Polizeibesuch war. Es geht also mehr oder weniger so weiter wie bisher. Soweit man das aus einer anderen Wohnung heraus beurteilen kann …

Klar, in sowas schlittert man rein. Und wirklich immun ist dagegen vielleicht keiner. Aber ich möchte allen Leuten, denen es ähnlich geht, mal ins Gedächtnis rufen, was sie sich von einer Beziehung erhofft haben. Bei den ganz simpel gestrickten Zeitgenossen war es nur Sex. Bei manch anderen Angst vor Einsamkeit. Bei vielen der Wunsch nach Geborgenheit, Sicherheit. So ziemlich allen aber, die sich irgendwann einmal entschieden haben, ihr Leben fortan mit einem Partner zu teilen, ist eines gemein: Sie wollten, dass es ihnen besser geht als alleine.

Und wieviel besser soll es jemandem gehen, der jeden Abend stundenlang Streit hat?

Trennungen sind schlimm. Fast immer. Und es ist natürlich immer schwierig, als in dieser – hihi – Beziehung priviligierter Typ Ratschläge zu erteilen. Das ist mir klar. Aber ich bin selbst Scheidungskind, ich weiß, welche Auswirkungen sowas haben kann. Was ich darüber hinaus aber noch mehr weiß: Welche Auswirkungen es haben kann, diesen Schritt herauszuzögern, ihn abzulehnen und sich in den Wunschtraum zu flüchten, das alles sei ja besser als nichts.

SO EIN BULLSHIT!

Manche Beziehung funktioniert, manche eben nicht. Und wenn sie nicht funktioniert, dann sollte man den Mut haben, sie aufzulösen. Das ist immer schwer. Und es wird nochmals schwerer, wenn Eheurkunden oder Kinder dabei eine Rolle spielen. Aber es ist nötig.

Natürlich: Wenn Euch Beziehungen wichtig sind, dann kämpft um sie. Bessert Euch selbst, arbeitet gemeinsam an Lösungen. Aber irgendwann ist ein Punkt erreicht, an dem man ernsthaft über ein Ende nachdenken sollte. Vielleicht, wenn man keinen Bock mehr auf gemeinsamen Sex hat, vielleicht erst bei andauerndem Streit. Vielleicht auch erst, wenn dieser Streit mehrmals von der Polizei geschlichtet werden musste oder wenn ein Blogger aus der Nachbarschaft Euch als negatives Beispiel benennt. Aber schließt diese Option nie (Nie, nie, nie – und ich meine: NIE!!!) aus.

Wir hier tun das im Übrigen auch nicht. Auch wenn es derzeit nichts auf diesem Planeten gibt, was weiter entfernt liegen könnte als eine Trennung – niemand in diesem Haus will den Zeitpunkt verschlafen, den unsere Nachbarn verschlafen haben …

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