Category Archives: Vermischtes

Herbstwetter

Gerade ist das ungefähr beschissenste Wetter in Berlin: 7°C und Regen. Noch ein paar Grad weniger und es wäre Schnee und damit wieder cool. Aber obwohl das Wetter selbst meiner komischen Wenigkeit eigentlich nicht wirklich gefällt, hab ich es heute dann doch genossen, einfach ein paar Meter durch den Regen zu schlendern. Ist wohl so ein Stadtkind-Ersatz für echte Natur.

Aber natürlich hab ich das gemacht, weil ich wusste: Gleich kommt die Bahn, danach haste soundsoviel Minuten und dann ist da eine warme Wohnung. Kennen wir alle.

Ähm, nein. Also ja, alle Leser hier vermutlich schon. Mir aber fallen bei solch harmlos-dummen Aktionen meinerseits immer die Menschen ein, für die eine warme Wohnung noch weit weit weg liegt. Obdachlose – und sicher auch einige der derzeit hier ankommenden Flüchtlinge.

Und ich gehöre schon zu denen, die sich ärgern, dass der rechte Schuh jetzt schon wieder undicht ist – ausgerechnet jetzt, wo gerade nicht geplante Rechnungen ohne Ende reinflattern, so dass man sich überlegen muss, von welchem knappen Budget jetzt auch noch neue Schuhe gekauft werden sollen. Aber ja, natürlich wird das klappen, ich hab ja Arbeit und am Lebensnotwendigsten mangelt’s am Ende nie.

Ja, jeder von uns trägt seine Probleme mit sich rum. Und die sind bisweilen ätzend und zermürbend. Aber heute, angesichts dieses kalten Herbsttages bleibt mir am Ende doch kaum mehr als die Freude, wie gut es mir eigentlich geht: Das hier in meinem warmen Zimmer schreiben zu können, eigentlich zufrieden zu sein. In Anbetracht der derzeitigen Weltlage sollten viel mehr Menschen hier das so sehen.

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Das Leben, die Mondfinsternis und der ganze Rest …

Es gibt so Tage, da geht gar nix. Heute nacht zum Beispiel. Die Arbeit hat mich runtergezogen, obwohl eigentlich nix schlimmes passiert war. Ja, es war wenig los – aber das erklärt nicht, wieso mir jede Minute Warten so derart aufs Gemüt geschlagen hat. Ja, ich kränkel‘ noch leicht vor mich hin, fühle mich irgendwie gestresst, aber so wirklich der depressive Typ bin ich ja eigentlich auch nicht.

Trotzdem kam mir jede fucking Minute auf der Straße wie eine Stunde vor. Jede Ampel, jede Lenkbewegung eine ewige Qual! Kunden kamen mir ohnehin nicht viele in die Quere, aber die paar, die ich hatte, hab ich zwar gut behandelt, am Ende aber geradezu mit Freude wieder in die Freiheit entlassen. Obwohl sie allesamt ausgesprochen nett waren.

Ich kenne das ja. Das passiert all Halbjahr mal, vermutlich eine kleine Nebenwirkung vom Dienstleisterspielen. Insgesamt nix schlimmes, nervt aber halt, wenn es gerade mal wieder akut ist.

Zu viel gekommen bin ich also nicht, mein Geldbeutel jammert extrem laut gerade. Aber Geld ist nicht alles, und so hab ich das Auto dann doch schnell abgestellt. Und dann war glücklicherweise Mondfinsternis.

Mein Faible für Astronomie kennt Ihr inzwischen alle, es sollte die wenigsten verwundern, dass ich sowas schön finde. Aber Mondfinsternisse sind zudem ja auch gelebte Entschleunigung. Während man bei einer Sonnenfinsternis für ein paar Minuten genau am richtigen Ort auf der Erde sein muss, kann man so eine Mondfinsternis von überall betrachten und sie dauert insgesamt locker ein paar Stunden. Hach.

Ein wenig gehetzt hab ich mich zwischenzeitlich, weil ich dachte, ich könne noch ein paar gute Bilder machen (hat leider nicht geklappt – wie zur Hölle hab ich damals dieses Bild geschossen?), aber am Ende hab ich mir einfach hier vor der Haustüre in Marzahn ein paar Minuten genommen, die freier als frei waren, und zugesehen, wie die letzte schmale Sichel gleißenden Sonnenlichtes von unserem Erdtrabanten verschwand und nur eine matt glutrot leuchtende Ahnung des derzeitigen Vollmondes am Himmel übrig blieb.

Da wo andere eine Auszeit vom Internet nehmen, in die Südsee fahren oder Zwiegespräche mit ihren imaginären Freunden (aka Götter) führen, hat mir einmal mehr ein Blick in den Himmel gereicht. Mir ist klar, dass eine Mondfinsternis nur ein eigentlich reichlich einfallsloses Schattenspiel des Universums ist, aber das hat heute nacht nichts daran geändert, dass ich es toll fand, es genau jetzt und hier anschauen zu können. Ich halte mich nicht unbedingt für einen Naturromantiker, aber neben all der Hektik des Alltags auch mal genießen zu können, was für beeindruckende Schauspiele diese Welt bereithält, möchte ich nie verlernen.

Ich habe das Glück, in einer Gesellschaft geboren zu sein, die mir bezüglich erreichter Ziele nur wenige Grenzen auferelegt. Ich könnte weit mehr Wohlstand ansammeln, als ich mir gerade vorstellen kann. Geld, Macht, alles nur eine Frage der Hartnäckigkeit, der Skrupellosigkeit, ja, natürlich auch des Glücks. Aber egal ob ich Taxifahrer bleibe, ein paar gute Bücher schreibe oder einfach was ganz anderes mache: Die Möglichkeiten, Mondfinsternisse zu beobachten, bewegen sich in einem sehr engen Rahmen. Und ich bin sehr froh, zumindest diese eine mitgenommen zu haben.

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Gespräche, die Durchschnittsmenschen einfach nicht führen (müssen)

Er kommt auf mich zu mit seiner Bierflasche in der Hand. Er nimmt sich die Kopfhörer vom Ohr und deutet mit der Hand an, dass er mir was zu sagen hätte. Als ob ich die Kopfhörer aufhätte. Ich mache mein interessiert-offen-skeptisch-freundliches Alltagsgesicht und warte. Die Unterhaltung verläuft in voller Länge so:

„Ey, Meista, Meista, Meista! Eine Fraje hätt‘ ick!“

„Jo?“

„Bist üba zwee Meta, wa?“

„Zwei Meter drei.“

„Dacht‘ ick mir. Weitamachen, Meista!“

Sagt’s, klopft mir auf die Schulter und geht weiter, die Kopfhörer längst wieder aufgesetzt.

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Kaltland, Du ekelst mich an!

Tröglitz, Freital, Häslich, etc. pp. Und jetzt Heidenau. Ich kann kaum in Worte fassen, wie sehr es mich aufregt, dass es im Jahre 2015 überhaupt noch nötig ist, hierzulande gegen Rassismus anzubloggen. Obwohl ich meiner gesunden Skepsis auch im Bereich der Politik treu geblieben bin, hatte ich doch die Hoffnung, dass spätestens jetzt, wo wir Lichtenhagen ’92 langsam historisch erschlossen haben, ein Konsens existiert, der zwar vielleicht rechts der SPD nur widerwillig mitgetragen wird, aber immerhin deutlich klarstellt: Rassistische und fremdenfeindliche Gewalt ist falsch, scheiße, widerwärtig und nicht mit dem Wertekanon auch des letzten Vollidioten zu vereinbaren.

Natürlich: Nazis wird es immer geben, aber dass die in der Öffentlichkeit Stärke zeigen können, schien doch weitgehend absurd in den letzten Jahren. Bis Pegida.

Und nun brennen wieder ständig Flüchtlingsunterkünfte, nun trauen sich auch die rassistischen Suffprolls in die Öffentlichkeit, die vor kurzem noch wenigstens von den eigenen Kameraden zurückgehalten wurden. In Heidenau in Sachsen sind nun drei Tage hintereinander aggressive Neonazis (und teilweise empathiebefreite Hilfs-Idioten) auf die Straße gegangen und haben Randale gemacht, weil ein ehemaliger Baumarkt nun zur Flüchtlingsunterkunft umfunktioniert wurde. Das wurde in der Medienwelt auch scharf kritisiert, was aber schon deswegen traurig ist, weil man stattdessen mal darüber hätte diskutieren können, wie absurd es ist, dass es in Deutschland nötig ist, Asylsuchenden nur einen Baumarkt mit Feldbetten zur Verfügung zu stellen. Von den Zelten anderswo ganz zu schweigen.

Und was noch viel schlimmer ist als ein paar Nazis, die Randale schieben, ist zum einen die Berichterstattung, zum anderen die Polizei und nicht zuletzt auch die Politik:

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Die Berichterstattung:

Immer noch verwenden Medien den Euphemismus „Asylkritiker“. Geht’s noch? In Heidenau ging es um Leute, die besoffen den Hitlergruß zeigend Böller gegen die Polizisten geworfen haben, die die Flüchtlinge geschützt haben. Hab ich es irgendwie verpasst, dass wir hier Brandstifter „Feuchtigkeitskritiker“ nennen oder Mörder „Lebendigkeitskritiker“? Da ziehen Rassisten umher und wollen Menschen mit Gewalt entweder zur Ausreise zwingen oder sie – wenn’s gerade passt (siehe entsprechende Kommentare im Internet) – töten. Ich versuche mich gerne an Objektivität, aber als ich heute nacht im rbb gehört habe, dass in Heidenau „Linksextremisten und vermutlich Rechtsextremisten“ aufeinandergetroffen sind, da musste ich doch schlucken. „Linksextremisten“ zu validieren scheint im Vergleich zu Rechtsextremisten erstaunlich schnell zu gehen. Mal abgesehen von der leidlich langatmigen Extremismusdebatte: Wenn wir schon zwei aufeinander einprügelnde Fraktionen haben, wie schwer ist es da, klar und deutlich links und rechts zu benennen? Aber das ist ja nicht alles.

Die Polizei:

Ich war nicht in Heidenau, ich hab das nur via Twitter verfolgt. Aber es kam mir seltsam vertraut vor. Die letzten zwei Tage haben die Rechten Randale gemacht, die Polizei auch massiv angegriffen. Die Polizei hat sich gewehrt, soweit alles normal. Aber gestern gab es dann eine Antifa-Gegendemo. Und was ist passiert? Diese Demo wurde im Spalier begleitet, die Wasserwerfer wurden dorthin gerichtet, die Gefechtsbeleuchtung wurde auf diese Demo ausgerichtet, dort wurde reingeknüppelt und ja, auch wurden die Linken möglichst schnell zum Bahnhof getrieben, damit sie schnell wieder weg sind. Während man die Nazis natürlich auf Abstand hielt, ihnen im Wesentlichen aber scheinbar ihre Freiheiten ließ.
Ich bin wirklich kein Verschwörungsfreund und mag entsprechend an „meiner Seite“ diese Das-Kapital-ist-böse-Rufer nicht sonderlich. Aber ich hab genügend grinsende Polizisten gesehen, die mir einfach mal einen Knüppel mitgegeben haben, weil’s halt keinen interessiert, um das Geschehen jetzt in Heidenau nicht sonderlich überraschend zu finden. Aber es geht ja noch schlimmer:

Die Politik:

Natürlich wird die Gewalt in Heidenau verurteilt. Wahnsinnig und ganz dolle. Zumindest von Regionalpolitikern und von Bundespolitikern auch, sofern sie dazu noch anmerken dürfen, dass man aber auch von Flüchtlingen erwarten dürfe, dass sie sich an die Gesetze halten und das vielleicht Sachleistungen für Asylbewerber anstatt von Geld auch eine Alternative seien. WTF?
Natürlich sind Politiker auf Wählerstimmen angewiesen – aber wer deswegen die Gewalt gegen Geflüchtete verharmlost, gehört gefälligst selbst in die Flucht geschlagen. Zuallererst unsere Kanzlerin, die all diese dramatischen Umstände immer noch aussitzt und wartet, welche Worte ihr vielleicht bessere Chancen für eine Wiederwahl sichern könnten. Ich will die ohnehin meist inhaltslosen Worte von Frau Merkel nicht überbewerten, aber ein Teil der Rassisten-Propaganda beruht auf dem Fehlschluss, sie würden eine Mehrheit vertreten. Eine schweigende Mehrheit meist. Diesen Glauben aber unterstützt man durch Schweigen.

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Wie man an den zahlreichen Flüchtlingsinitiativen gerade sieht, ist das natürlich nicht das einzige Deutschland da draussen. Wir sind nicht alle so blöd, dass wir vor unserem 40-Zoll-Fernseher sitzen und andere Menschen beschuldigen, dass wir ohne sie auch 42 Zoll hätten, weswegen sie sich bitte mal wieder schön zu Hause in Schutt und Asche bomben lassen sollen. Aber es ist traurig, dass das trotzdem ein Teil dieses Landes ist, es ist geradezu erbärmlich, dass wir über sowas überhaupt noch reden müssen.

Ich würde gerne sagen, dass mir die 20 € an #bloggerfuerfluechtlinge wehgetan haben. Immerhin haben in letzter Zeit auch Leser für mich gespendet, weil ich so knapp bei Kasse und nahe dem finanziellen Ruin war. Aber … nein, haben sie nicht wirklich. Und das nur, weil meine Eltern mich zufällig diesseits der deutschen Grenze zur Welt gebracht haben. Mir gibt das zu denken. Einer meiner größten Träume wäre, dass das auch einem der „Asylkritiker“ in Heidenau mal passiert.


Und für alle, denen das zu hoch war, nochmal unmissverständlich:

Nazis fuck off! Haut ab! Ich will Euch nicht als Leser, auch wenn Ihr nicht einmal wisst, dass Ihr Nazis seid! Eure Meinung ist keine sachliche Auseinandersetzung wert, keine Aufmerksamkeit, kein Fünkchen Anerkennung! Ihr seid selbstgewählt Arschlöcher, also bin ich eines Euch gegenüber. FICKT EUCH!

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Ey, ihr Musik-Pupsies in der Bahn!

Erst gestern hatte ich wieder so einen Volltroll in der Bahn, der via Handy irgendwelchen Schnulzen-Rap gehört hat – auf Lautsprecher natürlich. Depp!

Nicht falsch verstehen: Ich bin noch nicht alt genug um vergessen zu haben, dass ich auch schon in der Bahn laut Musik gehört habe. Das ist ziemlich assi für die paar Leute, die sich auf was anderes konzentrieren wollen, aber ich hab als Ausrede wenigstens, dass ich mich als Punk verstanden hab, den Leuten absichtlich auf den Zeiger gehen wollte und dass ich und meine Kumpels außerdem einen fucking Ghettoblaster dabei hatten, der 8 beschissen teure Mono-Batterien pro Stunde verschlissen und sich Abend in der Stadt wenigstens geil angehört hat auf dem Teil – auch wenn’s nur ein Tape war.

Na gut, das entschuldigt nix. Aber irgendwie wundert es mich schon, dass sich die Leute, die heute meinen, andere mit ihrer Musik behelligen zu müssen, überwiegend entweder weichgespülte Vollspaten sind, die sich als Hörer von Billigst-Pop und damit als völlig geschmacksneutral outen – oder bei halbwegs interessanter Musik einfach klaglos damit leben, dass sie in einer Qualität daherkommt, die uns damals peinlich gewesen wäre, als wir noch damit leben mussten, dass die Kopie von Langwellensender auf Mono-Kassette „leichte“ Spuren hinterlässt.

Ich will nicht in einer Welt leben, in der Jugendliche keinen Bock auf Provokation und Ausprobieren haben! Das gehört dazu und auch wenn’s mich mal nervt, weil ich gerade eigentlich was voll cooles twittern wollte:

Ja, verdammte Scheiße: Zeig mir den einen Song, den Du gerade mit der Welt teilen musst! Mich interessiert’s, ob die Band, die dir gerade ihre Stimme leiht, was zu sagen hat! Aber wimmer mir nicht auf deinem iPhone ein vergrisseltes „I love you“ mit nicht vorhandenen Beats vor! Kein einziges Lied auf diesem Planeten –  von Klassik über Liedermacher bis zu Pop, Rock, Metal oder Techno – bringt irgendwas rüber, wenn man die Lautsprecher mit einer Fingerkuppe abdecken kann! Und kein Mensch kann an deinem Weltschmerz Anteil nehmen, wenn der Refrain aus „Uh“, „ah“, und „lalala“ besteht.

Dass Jugendliche Erwachsenen den Tod an den Hals wünschen, ist ziemlich normal. Aber ich glaube, dass es ein Tod aus Langeweile ist, ist neu.

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Kosmische Entspannung

Im richtigen Entspannen bin ich inzwischen ziemlich schlecht. Da spielt insbesondere die gleichermaßen Fluch wie Segen seiende Tatsache eine Rolle, dass ich gerne relaxe, indem ich am PC lese – und viel was ich dort lese, irgendwie fürs Schreiben lese und es damit zu einer Art Arbeit wird. Und dank zweier Bildschirme entgehen mir eingehende Mails, Tweets und interessante Artikel im Reader eben auch nicht, nur weil ich gerade mal ein Video gucke.

Naja, jedenfalls hat sich gestern mit den Perseiden mal wieder eine gute Ausrede (Sternschnuppen!) gefunden, den heimischen Nerdkeller zu verlassen. Da Ozie und ich hier aber kein astronomisches Equipment haben und mit Berlin die wahrscheinlich beschissenste deutsche Stadt für Beobachtungen bewohnen, haben wir das eher zu einer Entspannungsübung gemacht. Was für ein Glück, dass wir ja ohnehin nur besonders helle Dinge sehen wollten. 🙂

Also haben wir uns nachts um halb eins ein Deckchen geschnappt, zwei Bier, sind losgelatscht und haben schon auf dem Parkplatz hinter dem LeProm ein immer halbwegs passables Plätzchen gefunden, wo wir uns gemütlich auf den Rücken legen konnten. Ich nehme an, die vorbeifahrenden Sicherheitsdienst-Leute haben das ganz anders verstanden, aber wen jucken vorbeifahrende Sicherheitsleute und deren Fantasien?

In Anbetracht der Widrigkeiten (Lichtverschmutzung, eingeschränktes Sichtfeld, gelegentliche Bier-Nuckel-Pausen) war es schon ganz schön, wenigstens ein paar Meteore zu sehen und „Hui!“ zu sagen. Kann ich nur empfehlen – und zwar sofort. Die Perseiden haben ihren Höhepunkt heute, aber das heißt: auch heute Nacht sollte es deutlich mehr Sternschnuppen am Himmel geben. 🙂

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Fortschritte

Es wird viel geschrieben über die Möglichkeiten, die erst die jetztigen Generationen haben, auf die wir Älteren (hab ich das eben wirklich geschrieben?) verzichten mussten. Ja, es gab in unserer Kindheit noch kein Internet. Das weiß inzwischen auch jeder. Und manch einer beneidet uns, weil wir noch wirklich rausgegangen sind, um uns mit Freunden zu treffen etc. pp.

Mal ganz im Ernst: Auch das ist teilweise Bullshit! Als ob wir nicht die Möglichkeiten gesucht hätten, uns ohne unsere Eltern einzuweihen auszutauschen. Obwohl ich aus einem nicht eben reichen Elternhaus stamme, hatte ich das Glück, von meiner inzwischen verstorbenen Oma hier und da eine Menge Geld zugesteckt zu bekommen. So viel, dass ich noch im Grundschulalter die Möglichkeit hatte, mir ein Set Walkie-Talkies zuzulegen. Zu einer Zeit, zu der allenfalls Topmanager sich ein Mobiltelefon leisten konnten – wenn es sie damals überhaupt schon für normale Menschen zu kaufen gab.

Die Walkie-Talkies indessen liefen über Funk und haben auch tatsächlich funktioniert. Alleine mit der Reichweite war’s nicht so dolle. Meine beste Freundin damals wohnte rund 400 Meter entfernt – und obwohl mir präpubertärem Funkneuling durchaus bekannt war, das Häuserwände die Reichweite einschränken konnten, war es enttäuschen, dass die über 50 Mark teuren Teile trotz einer nominellen Reichweite von mehr als einem Kilometer die heimlichen Gutenachtgespräche nicht möglich machten.

Von der Sache her waren wir Kids in den 80ern genauso geil aufs Internet wie die Kinder heute. Aber das mit der Technik, ja, ganz ehrlich, das war halt schon so eine Sache …

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