Category Archives: Medien

Sonntag (2)

Wochenende! Mit anderen Worten: Der letzte Laden hat auch noch zu. Ist aber nicht so schlimm, man ist ja vorbereitet. Ich bin gestern zu einer ansehnlich frühen Zeit ins Bett, und so bin ich heute früh wach. Zugegeben, das hat auch ein bisschen damit zu tun, dass Ralfs Anlage in der Regel mich eher weckt als ihn 🙂

Ich hab die letzten 24 Stunden nicht so sonderlich viel gemacht, was sich irgendwie für einen Blogeintrag verwenden lässt. Naja, wenigstens hab ich noch zwei kleine Medien-Häppchen übrig. Die sind schon ein bisschen älter, aber man lacht ja gerne nochmal, nicht wahr?
Der erste Ausschnitt zeigt mal wieder ein Detail aus der Vielschichtigkeit unserer Lieblingsseite bild.de:

Yeah, lass krachen, eisiger Geselle! Quelle: bild.de

Yeah, lass krachen, eisiger Geselle! Quelle: bild.de

Eine tolle Foto-Serie also? Jaja, schon ok, Jungs. Ich meine, im Vergleich zu vielem, was Bild und co sonst so verbrechen, sind poppende Eisbären eigentlich noch ganz ok. Muss man ja auch mal anerkennen.
Der zweite Ausriss stammt aus einem Online-Artikel der Zeit, der zwar anderthalb Monate alt ist, sich aber dafür liest, als würde er erst in der Zukunft geschrieben werden…

Danke für die Erklärung, Quelle: welt.de

Danke für die Erklärung, Quelle: zeit.de

Hey, Journalismus muss auch ein bisschen zukunftsfähig sein, oder? Wer weiss in ein paar Monaten bitte noch, was Telefonzellen sind? Eben.

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11:47 Uhr!

Ich bin jetzt einfach mal um 11:47 Uhr aus den Federn gekrochen, damit nachher nicht wieder alle meckern, dass ich ja immer bis nachmittags pennen würde. Das sei hiermit schonmal widerlegt. Die Besucherschwemme von google hat sogar noch zugenommen gestern. Vielleicht kann ich ja wirklich irgendwann mal Kohle verdienen mit dem Schreiben. Das wäre ja der gröbste Witz, seit es solche Dinge gibt.
Ich sollte heute noch zum Bahnhof, weil ich nächste Woche ein paar Tage weg will. Schauen wir mal, ob es noch billige Karten gibt. Ja, bisher leidet mein Eintrag noch unter einer gewissen Inhaltsleere. Da kenne ich aber noch andere. Bild hat heute einen Artikel im Angebot, der wie folgt aussieht:

Ja nee, das ist echt mal lesenswert..., Quelle: bild.de

Ja nee, das ist echt mal lesenswert…, Quelle: bild.de

Ich meine, ich bin wirklich niemand, der irgenwie auf berauschende Informationsfluten wartet, wenn er einen Artikel – noch dazu bei bild.de – liest. Aber irgendwie habe ich das Gefühl, hier wird mir ein Happen Null-Info gegeben. Ist das jetzt Werbung für den Kicker? Hmm, ich nehme an, er ist nicht zu verkaufen. Für die Designwochen? Möglich, aber dann müsste ja „Anzeige“ drüberstehen. Ist es eine von den Holländern eingeklagte Wiedergutmachung wegen all der schlimmen Fußballberichterstattung? Klingt – wenn man bedenkt, welches Medium man vor sich hat – gar nicht mal allzu unlogisch. Aber dafür gibt es an anderer Stelle ja auch wieder Infos im Überfluß:

Das Arme..., Quelle: bild.de

Das Arme…, Quelle: bild.de

DAS nenne ich Informationsangebot. Äh, bei mir ums Eck gibt’s eine geile Kreuzspinne, die in meinen Augen offensichtlich unter Parurasie leidet. Auch ein Thema?

Beenden wir das Ganze mit einer sinnlosen Frage:

Quelle: bild.de

Quelle: bild.de

Hmm? Ich hab da so einen Verdacht:

Quelle: Immer noch bild.de

Quelle: Immer noch bild.de

Naja, lassen wir das. Ich denke, man hört heute nochmal von mir!

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1952? Ausgerechnet?

Interessanterweise hat ausgerechnet mein Artikel über die neue Werbekampagne der Bild mir ein paar Zuschauer mehr beschert. Ich bin zwar nicht so weit bei google vorgedrungen, um ihn zu finden, aber ein paar Leute haben da wohl mehr Durchhaltevermögen beim Durchforsten gehabt. Ich hab mir schon überlegt, ob ich für die Leute tatsächlich mal Fotos machen soll, aber irgendwie finde ich die Geschichte dann doch nicht aufregend genug. Denn: So sehr man es zur Belustigung weiterverbreitet: Man unterstützt den Werbefeldzug dieses nicht sehr sympathischen Mediums damit. Denn das Schlimme an der Bild ist ja nicht, dass sie heimlich lügt. Ich würde schätzen, neunzig Prozent der Leser wissen auch, dass sie der Bild nicht trauen können. Leider erledigt sich das in dem Moment, indem einem die Zeitung mal aus der Seele spricht. Dass aber da immer noch eine Kampagne, womöglich sogar eine finanzierte (aka Werbung), dahinterstecken kann, das ignoriert man dann, oder besser: Man blendet diese Möglichkeit aus.
Und das tut nunmal fast jeder. Ich nehme mich da nicht aus. Natürlich gibt es News, bei denen ich mir gleich denke „Ich hab’s ja immer schon geahnt!“, aber was hat das auszusagen?
Deswegen halte ich es für wichtig, grundsätzlich skeptisch zu sein. Nicht nur bei der Bild. Wie man in den letzten Tagen beobachten konnte, sind leider nicht einmal Agenturmeldungen sicher. So ist man als Leser letzten Endes immer selbst gefragt, sich eine Zweit- oder Drittmeinung einzuholen, wenn man sich informieren will. Dass man das schon aus Zeitgründen nicht macht, nutzt die Bild und widerlegt bisweilen ihre eigenen Artikel im Laufe weniger Wochen. Denn wer hat die alte Bild noch rumliegen?
Also: Allen, die hier zufällig reinschneien, weil sie nach der Bild-Werbung „Bild informiert“ suchen: Tragt euer Wissen weiter und glaubt der Bild auch nicht, nur weil es mal bequem ist oder stimmen könnte.

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Ach du Scheiße, es ist soweit!

Franz Josef Wagner! Franz Josef… ach du meine Fresse. Ich weiss gar nicht, wie ich die heutige Wagner-Meldung verdauen soll. Wagner schreibt über Castings. Eigentlich so wie immer. Er findet – um es abzukürzen – dass Castings eine gute Sache wären. „Es setzen sich die Besten durch.“ Er macht gleich noch Vorschläge:
„Wie wäre es, wenn wir Germany’s next Banker casten, Germany’s next Kanzler, Germany’s next Bundestrainer, Germany’s next Franz-Josef Wagner?“
Germany’s next FJW?
Er meint kurz darauf tatsächlich: „Ich persönlich hätte nichts dagegen, wenn 10 „Post von Wagner“-Schreiber auftreten und einer wäre besser als ich.“
Sind wir doch mal ehrlich, wer würde es nicht können? Einer? Neun? Ich bin schon ganz durcheinander…
Aber: Wer mit einem halbwegs klaren Verstand würde sich in die Fänge der Bild begeben? Ich glaube, dieser Tag wird so schnell nicht kommen, und vielleicht verdient die Bild ihren FJW ja auch. Den Wagner, den alle nur als seltsamen, nicht sonderlich guten Schreiber kennen. Ein Mann, der im Rentenalter den „Omas und Opas“ erzählt, dass sie keine Rentenerhöhung brauchen, weil sie sie sowieso nur an die Enkel weitergeben – und das für sie auch noch besser ist. Der Mann, der nicht weiss, ob er für oder gegen etwas ist, der… nee, ich weiss nicht, was ich da noch schreiben sollte. Dennoch: Eine historische Chance für alle, die meinen, sie können es besser. Viel Erfolg!

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Von ganzem Herzen…

Was man so alles aus der Heimat geschickt bekommt...

Was man so alles aus der Heimat geschickt bekommt…

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Seit 1952…

Die Bild hat mal wieder eine neue Werbekampagne gestartet. Ich weiss nicht, ob sie das erst heute gemacht haben, oder ob der Quatsch schon seit ein paar Tagen hängt. Bild thematisiert dort große Ereignisse, die bildlich dargestellt werden (ich habe bisher gesehen: Die Titanic, Kolumbus bei der Landung in Amerika) und darüber thronen aufklärerische, hilfreiche Überschriften im Bild-Stil. Bei Kolumbus zum Beispiel: „Das ist nicht Indien!“ Darunter steht dann der Slogan „Bild informiert. Leider erst seit 1952.“

Die Werbung der Bild ist wahrscheinlich auch seit 1952 bescheuert, aber ich finde es schon etwas dreist. Die Bild ist eben genau das nicht: Die Zeitung mit dem großen Informations-Vorsprung. Regelmäßig liest man im gedruckten Spiegel Geschichten, die sich dann drei Tage später in der Bild finden. bildblog.de hat noch viel krassere Fälle aufgedeckt, in denen Bild Jahre nachdem etwas passiert ist, „exklusiv“ darüber berichtet. Damit Werbung zu machen… aber naja, nach der Geschichte mit der Wahrheit mussten sie ja etwas ähnlich absurdes finden.

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Zahlen und Politik

Dass Bild und bild.de sich Zahlen gerne bedienen um ihre Thesen zu untermauern, das ist bekannt. Es ist völlig klar, dass eine Frau nie 888 Tage im Knast gesessen hat, sondern dass die tatsächliche Zahl irgendwo zwischen 500 und 1000 liegt – aber andere Sachen hören sich natürlich schöner an.

Nun gibt es aber nicht nur solche Zahlen, sondern auch welche, die ein bisschen wichtiger sind. Die Arbeitslosenzahlen sind ein gutes Beispiel. Mit ihnen lässt sich so richtig schön Politik machen. Manchmal auch in die eher kuriose Richtung. Man kann sich – da die Zahlen sowieso nie zu hundert Prozent korrekt sind, auch ein wenig verkalkulieren, aber wahrscheinlich ist man dabei nur selten so dummdreist wie bild.de:
Natürlich sind all die ungebildeten Arbeitslosen selber schuld. Das musste ja mal gesagt werden. Vor allem bei Bild, wo das ja sonst niemand tut. Man fragt sich allerdings, wie 1,1 Millionen freie Arbeitsplätze für Vollbeschäftigung sorgen sollen. Die Bundesagentur für Arbeit spricht für den März 08 von 3.507.000 Arbeitslosen – das sind (in Bild-Schrift) 3,5 Millionen.
Ich war in Mathe ein kläglicher Versager (bin also ein ungebildeter Arbeitsloser), aber ich hab es neunmal durchgerechnet, und grob komme ich immer auf 2,4 Millionen übriggebliebene Arbeitslose. Ist das schon Vollbeschäftigung? Habe ich da etwas nicht verstanden?

PS: Erinnert sich außer mir noch jemand an diesen (oder einen ähnlichen) Spruch seitens eines Lehrers: „Wählt euren zukünftigen Beruf mit Bedacht und nach euren persönlichen Interessen und Neigungen.“
Von „nach dem Arbeitsmarkt“ hat uns niemand was erzählt…

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