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Bsirske beim Auf-die-Schnauze-Fliegen

Ist es nicht irgendwie erstaunlich? Bei der Lufthansa wird / wurde gestreikt, und prompt kamen alle angerannt und riefen wild in die Runde, weswegen das alles schlimm ist. Allen voran natürlich die Bild. Da würden arme deutsche Urlauber um ihre verdienten Ferien gebracht, die Wirtschaft leidet, eigentlich ist es halt so rundum fies. Als bestes Beispiel sei hier eine Kolumne von Oliver Santen genannt, die ich schon angesprochen habe.
Nun passiert etwas furchtbares. Etwas unglaubliches. Etwas so schreckliches, wie es eigentlich seit mindestens dem zweiten Weltkrieg nicht mehr gegeben hat: Der verantwortliche ver.di-Chef und Lufthansa-Aufsichtsrat Bsirske fliegt in den Urlaub!!!
Gratis!
Mit der Lufthansa!
Das Geschrei ist groß, und was ist angeblich das Schlimme daran: Dass er die treuen Gewerkschaftsleute damit prellen würde. Wie niedlich…
Also diese unersättlich gierigen, miesen und selbstverliebten Gewerkschafter, die das deutsche Volk ja offenbar erklärtermaßen zugrunde richten wollen. Die macht er angeblich unglücklich, und das ist gemein…
Der Volkspfarrer von Bild, Peter Hahne schreibt also gleich mal was über die abgehobene Elite des Landes, dass seine Oma noch treu nach dem Motto „Das macht man einfach nicht!“ gehandelt hat, und dass alles scheiße ist. Jaja, ich sag’s ja immer, aber auf mich hört ja niemand.
Mal im Ernst:
Dass ich den Streik in Ordnung finde, habe ich gesagt. Witzigerweise finde ich auch an Bsirskes Flug nichts. Meinetwegen bekommt der Kerl zuviel Geld für zuwenig Leistung, aber ich will, dass mir jetzt mal jemand erklärt, wie er seinen Anhängern mit einem Gratis-Flug schadet! Hätte er den Quatsch bezahlt, dann fände ich das auch absurd, aber was soll das Geschrei jetzt schon wieder?
Es ist schon peinlich genug, dass die Bild gleichermaßen gegen Gewerkschaften wettert und auf der anderen Seite sinkende Einkommen beklagt. Sich dann aber über den Gewekschaftschef zu beschweren, das er die streikenden Piloten im Stich lässt, das hat etwas besonders perfides. Manch anderer Publikation würde ich hier vielleicht Meinungsvielfalt unterstellen. Bei Bild nenne ich es lieber Populismus und Opportunismus!Links zu diesem Artikel:Kolumne von Peter Hahne
BILD-Bericht zum Thema
Bericht vom Tagesspiegel

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Mein Herz brennt…

OK, ich gebe es zu: Die Überschrift war nur eine Hommage an Rammstein. In Wahrheit brennt gerade eher mein Kinn. Zusätzlich dazu brennen an meiner linken Hand noch die Nagelhäute, und da ich den Feuerzauber an mir habe, kann ich alles an meinem Körper in Brand setzen, was ich nur will.
Klar geht es um Chilis! Die letzte Stunde habe ich damit zugebracht, einen ganzen Haufen dieser possierlichen Pflänzchen zu zerschnippeln um sie einzufrieren. Der Kaisers hatte mal wieder exotische Chilis im Angebot, und da haben wir spontan 30 – 33 % des Bestandes aufgekauft. Dazu werden unsere eigenen gerade reihenweise reif, und so sah das Ganze dann aus:

Scharfe Mischung, Quelle: Sash

Scharfe Mischung, Quelle: Sash

Wie man sieht, haben sich ein ganzer Haufen kleiner Schärflinge auf unserem Tisch befunden, und weit mehr als die Hälfte ist nun in passenderen Häppchen im Gefrierfach gelandet. Ich hatte also mehr als genug Kontakt zu Capsaicin in der letzten Stunde, um Onanieren für gut einen Tag unmöglich zu machen.

Trotz Händewaschen. Glaubt mir, ich rede aus Erfahrung 🙁

Nun stehen 5 kleine Döschen im Gefrierfach:

1. Jalapeno-Scheiben in rot

2. Cayenne-Stückchen in rot

3. Habanero-Geschnetzeltes in gelb

4. Habanero-Geschnetzeltes in rot und

5. Habanero-Geschnetzeltes in bunt.

Ich bin heilfroh darüber, dass Chilis und Schärfe im Allgemeinen langsam gesellschaftlich relevanter werden. Vor 10 Jahren hat mich die Bedienung in meinem Stammdöner noch gefragt, ob ich vielleicht türkische Eltern hätte, sie habe noch keinen Deutschen so scharf essen sehen…

Inzwischen wird das Internet von Freaks bevölkert, die wahrscheinlich darauf hoffen, von der Polizei mal Pfefferspray abzubekommen. Ich find das gut.

Unsere Chilis leiden immer noch unter Fliegenbefall, allerdings versuchen wir den Thrips mit Knoblauchsud, Gelbtafeln und hoher Luftfeuchtigkeit beizukommen. Habi geht es noch gut, und er hat jetzt sogar einen größeren Topf bekommen.

Radio Hotland beendet die Sendung hiermit!

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Habi bei Tag

Mein Habi, Quelle: Sash

Mein Habi, Quelle: Sash

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Rumeiern mit bild.de

Gestern wollte ich eine kleine Liste kurioser bild.de-Headlines zusammenstellen. Allerdings hielt sich meine Lust zu suchen in Grenzen, und so fand ich hauptsächlich zwei Stück. Meiner Meinung nach dennoch Meisterstücke:

Hinter der Siegessäule – Leser-Reporter entdeckt Obamas Dixi-Klo

Mann trägt TV auf dem Rücken – Erstes menschliches Tele-Tubbie entdeckt?

Im Verlauf der Nacht habe ich dann noch einen interessanten Artikel aus meinem Lieblingsbereich Astronomie gefunden, bei dem ich erstmal ein wenig im Netz recherchieren wollte. Es geht um den Vorbeiflug der Sonde „Mars Express“ am Mars-Mond Phobos und die im Zusammenhang damit entstandenen spektakulären Fotos. Bei bild.de stand darüber unter anderem das:

Eieiei! Screenshot: bild.de

Eieiei! Screenshot: bild.de

Klingt alles nicht weiter aufsehenerregend, nicht wahr? Nun, als astronomiebegeisterter Mensch weiss ich über die  unregelmäßige Form von Phobos seit – ich schätze mal – 15 Jahren Bescheid. Wenn man es genau nimmt, wusste ich auch schon von Kratern und Furchen…

Das hätte natürlich schlecht zur Überschrift gepasst, denn diese…

Ja, heute ist der Artikel umgeschrieben, es wird inzwischen mehr Wert auf den sicheren Nachweis von Wasser auf dem Mars gelegt, der den USA quasi gleichzeitig gelang. Aber wer will, findet noch heraus, wie der Titel der Überschrift gestern war:

0808eiermond

Der komische was bitte? Adresszeile: bild.de

Naja, um auszuschließen, dass ich mich täusche, habe ich Herrn Krause vom deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt e.V. heute Nacht selbst noch angemailt und nach der Form von Phobos und dem BILD-Artikel gefragt. Die Antwort kam binnen weniger Stunden. Der wichtige Teil:

„In der Tat war die Form von Phobos schon vor dem Vorbeiflug von Mars Express bekannt. Das Neue waren u.a. die Aufnahmen der „Rückseite“ des Marsmonds. Obwohl ich der BILD-Redakteurin, die mich anrief, das auch so erklärt habe, scheint sie es spannender gefunden zu haben, Phobos‘ alt bekannte Form – die ja in der Tat auf den Aufnahmen zu erkennen ist – in den Vordergrund zu stellen.“

Naja, eigentlich war es mir ja klar…

PS: Der Dank gilt Herrn Krause für die schnelle Antwort

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bild.de kann es nicht lassen…

Auf bildblog.de wurde schon berichtet, dass Barack Obama sich beschwert hat, wie sich die Bild-Reporterin Judith Bonesky sein Vertrauen im Fitnessstudio erschlichen hat, indem sie sich als verlegene, schüchterne Privatperson gegeben hat.
Im Nachtrag meldete bildblog, dass der Artikel nach einer zuvor erfolgten Lobpreisung der Journalistin aus dem Netz genommen wurde. Als ich gerade meine nächtliche Visite bei Deutschlands größenwahnsinnigster Zeitung absolviert habe, gab es auf der Startseite bereits folgendes zu sehen:

Screenshot: bild.de

Screenshot: bild.de

Und wenn man denkt: „Nein, ihr werdet doch jetzt nicht anfangen, euch selber zu loben!“ und dann klickt, stellt man fest, dass es sich hinter der neuen Überschrift um den alten Artikel von Frau Bonesky handelt, immer noch endend mit den Worten, wie sie für die Nicht-Teil-der-Wahlkampfmaschinerie-seiende Bild typisch sind: „Was für ein Mann!“

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Mal etwas Lob

Hab gerade bei „kolumnistenschwein“ einen in meinen Augen hervorragenden Artikel über Urlaub gelesen (auch wenn er schon etwas älter ist). Wie ich diese Gedanken nachvollziehen kann!
Es ist doch wahr, dass sich viele Menschen – wenn nicht ein Großteil – das ganze Jahr über extra Stress machen, damit sie sich einen noch besseren, also vor allem teureren, Urlaub leisten können. Ich hab nichts gegen Urlaub, kein Bisschen! Aber irgendwie herrscht doch der Glaube vor, man müsse jetzt unbedingt den einen Wahnsinnsurlaub machen, weil man ja das ganze Jahr hart geschuftet hat. Warum macht sich niemand Gedanken darüber, dass er das Jahr so hart geschuftet hat?
Ich weiss, wir haben ja alle nicht den Hauch einer Wahl. Der Arbeitsmarkt ist hart umkämpft, da kann man sich nicht so weit aus dem Fenster lehnen, man muss halt machen, was der Chef will… aber warum gibt nicht mal jemand zu, dass das scheiße ist?
Mein größter Urlaub die letzten Jahre waren die anderthalb Wochen um den G8-Gipfel 2007 in Heiligendamm, und da hab ich mich von der Polizei nach jedem Blinken anhalten und durchsuchen lassen dürfen – also eher Stress als Entspannung. Trotzdem hab ich das Jahr gut gelaunt überlebt. Warum? Weil ich so hart bin? N‘ Scheiß!
Ich hatte halt oft mal hier einen Tag frei, da unbezahlt ein verlängertes Wochenende, und wenn ich mal keine Zeit zum Arbeiten hatte, dann hatte ich halt keine Zeit. Mit anderen Worten: Man kann auch vor dem Urlaub mal entspannen.
In naher Zukunft werde ich wahrscheinlich gut und gern 12 Stunden täglich arbeiten. Mallorca werde ich mir sicher trotzdem nicht geben, sondern eher 10 verlängerte Wochenenden und eine Woche Urlaub irgendwo im Inland. Ich halte eben einfach nicht sehr viel davon, sich so sehr mit seiner Arbeit zu identifizieren, wenn es eigentlich nur der Geldbeschaffung dient.
Wahrscheinlich mache ich mir hiermit eine Menge Feinde, schließlich ist das Prinzip „50 Wochen schuften, dafür dann 3 supertolle Wochen Urlaub“ fast schon Gesetz. Sich irgendwo reinhängen ist ja eigentlich eine tolle Sache! Danach entspannen und sagen: „Hab ich was geleistet, jetzt gönne ich mir was!“ ist auch nicht schlimm. Aber dieses „Seit drei Jahren war ich nicht mehr im Urlaub, alle Kollegen sind gefeuert worden, deswegen mache ich jetzt die Arbeit für drei, und da mein Leben eigentlich rundum scheiße ist, mach ich jetzt 4 Wochen Pause in Thailand, schau mir jeden Tempel und jeden Baum im ganzen Land zweimal an, saufe jeden Abend und feiere bis ich völlig fertig zurückkomme und mich dann weiterbeschweren kann, wie scheiße alles ist, und dass der Urlaub zu kurz war.“ das geht mir auf die Nerven.
Man kann in seinem Leben einiges frei entscheiden, nicht nur den Anbieter für All-inclusive-Urlaub.

PS: Wenn ihr anderer Meinung seid, dann kommentiert bitte. Würde mich interessieren.

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Boa Wetter ey!

…so könnte man es „marzahnisch“ ausdrücken. Genug gelästert!
Es ist sackwarm (ja, das ist schon wieder mein Vokabular!) und eigentlich ist das schön. Meckern will ich übers Wetter nicht, denn wie sagt man so schön: Es gibt kein falsches Wetter, nur falsche Klamotten!
Ich muss den Spruch ergänzen: …und im Notfall Ventilatoren!
Mit der traurigen Befürchtung, dass die Boxershorts mich über gesunde Maßen hinaus aufheizen, sitze ich also vor meinem Miefquirl am PC. Hier in Berlin ist ein fast wolkenloser Himmel zu sehen und ansonsten ist alles hervorragend geheizt.
Es gibt nur einen Nachteil dieser Hitze: Insekten!
Selbst hier möchte ich mich nur bedingt beschweren, denn ich bin mir ihrer Nützlichkeit bewusst und ich bin ausreichend informiert um zu wissen, dass die Chance als Nicht-Allergiker in Berlin ein gefährliches Insekt zu finden ähnlich hoch ist wie die Chance auf den Lottogewinn, der mir sicher trotz vehementer Spielverweigerung irgendwann mal fehlerbedingt zugestanden wird, weil ich so nett lächeln kann.
Aber nerven können sie trotzdem! Dass mein Bildschirm von der ein oder anderen Fliege vollgekackt wird: Meinetwegen! Falter an den Wänden und im Dunstkreis der Glühbirne: Kein Problem! Aber wenn man schon halbwegs unbekleidet am PC sitzt, nerven die ganzen Attacken von Lebewesen, die es nicht einmal auf mein Blut abgesehen haben. Im Verlauf der letzten Woche habe ich (gerade nachgezählt) mindestens 13 verschiedene Arten von Insekten (also noch nicht einmal Spinnentiere eingerechnet) hier in meinem Zimmer unterscheiden können. Von schwarzen Käfern, die sich gerne aus einem Meter Höhe mit vernehmbaren Krachen auf den Boden schmeißen über die grünen Biester, die unsere Chilis fressen bis zu gescheckten Motten, die irgendwie den Berliner Stadtplan für ein Lockmuster halten und sich maßenhaft versuchen, dort breitzumachen (vorzugsweise in den Außenbezirken) ist hier alles zu finden gewesen.
Ist ja auch klar, schließlich sitze ich oft noch spät in der Nacht am PC, das Licht brennt und das Fenster ist offen.
Da das aber bei dem Wetter und meinen Schlafgewohnheiten unvermeidlich ist, habe ich heute ein Fliegengitter gekauft und installiert. Damit kann ich zwar nicht mehr dem Volkssport hier in der Siedlung (Sachen aus dem Fenster werfen) fröhnen, ohne es vorher abzuhängen, aber das werde ich gerade noch überleben.
Trotz seiner schwarzen Farbe ist es tatsächlich nur schwer zu sehen, aber eigentlich ist mir das egal. Soll die Welt doch wissen, dass ich Angst habe…

PS: Ein Foto von einem Falter, den Nico und ich noch mit der alten Cam (deswegen die unnatürliche Kontrastbearbeitung) gemacht haben:

Alter Falter! Quelle: Sash

Alter Falter! Quelle: Sash

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