Author Archives: Sash

BILDerbuchbeitrag zur Völkerverständigung

„Wir Deutsche“ sind ja ein schwer arbeitendes Volk. Volklich Folglich haben wir uns alle unseren Urlaub verdient. Nun ist unser Land zwar das mindestens schönste von allen, aber wenn wir Urlaub machen, dann doch besser woanders. In der Türkei zum Beispiel. Das ist ein fairer Ausgleich, schließlich leben ja auch viele Türken in Deutschland. Die Türken leben hier ja alle wie sie wollen, und folglich ist uns das in der Türkei auch erlaubt.
So oder so ähnlich müssen die Bild-Redakteure dieses Artikels die Welt sehen. Irgendeiner muss ziemlich sauer sein, denn die Überschrift ist in all ihren drei Unterteilungen vernichtend und alarmierend:

Huren und Wodka erobern Antalya
So versauen uns die Russen den Türkei-Urlaub
Sie essen, feiern, saufen. Und sie stören oft!

Ah ja – da machen also die bösen Russen den Deutschen ihre schöne Türkei kaputt. Dabei war die doch schon quasi immer deutsch. Oder? Dieses Jahr sind also erstmals mehr Russen in der Türkei gewesen als Deutsche. Was noch viel schwerer wiegt: Sie geben im Schnitt „achtmal mehr“ aus als deutsche Urlauber. Selbst die Schreiberlinge selbst erkennen an, dass das ein Grund ist, dass sich Hotels nach „den Russen“ ausrichten. Wenn man den Artikel zusammenfasst, kommt man auf ein paar Urlauber-Horror-Stories, und mehr aber nicht. Ich fasse kurz zusammen:

Dieses luxuriöse Hotel ist vor allem auf die osteuropäischen Gäste ausgerichtet. Man muss also immer auf der Hut sein vor unverschämten Russen„, schreibt da angeblich ein Besucher im Internet.
Da wäre der Gast doch lieber in einem billigen „deutschen“ Pöbel-Schuppen abgestiegen, dann würde er in seiner Heimatsprache beleidigt.

Trotzdem ist es auch hier nicht ungewöhnlich, dass russische Prostituierte versuchen, ihren Urlaub zu bezahlen indem sie sich neben Ihren Mann setzen, wenn man gerade zur Toilette ist„, klagt eine Frau.
Ich möchte zu Bedenken geben, dass das nur klappt, wenn der Mann den Urlaub dann auch bezahlt. Und: Dazu müsste sie sich wohl woanders hinsetzen…

Diese russischen Frauen sind nicht dort, um Urlaub zu machen, sondern um Geld zu verdienen! Und das machen sie dann auch, in dem sie sich an die Türken verkaufen!„, moniert eine andere.
Darf ich mal verstört zwischenfragen, wie das einer Deutschen den Urlaub versauen kann?

Der unten folgenden Klickstrecke entnehmen wir dann noch, dass „die Russen“ „laut und überdreht“ und „total lästig“ sind. Dass sie „sich überall breit machen“ und sich „total danebenbenehmen„. Schade.

Ich bin genau genommen zutiefst geschockt. Ich geh jetzt irgendwie besser fernsehen, und schau mir da auf RTL irgendwelche Reportagen darüber an, wie züchtig sich „die Deutschen“ auf Mallorca benehmen. Denn wenn „wir Deutschen“ ja ganz sicher eines nicht machen, dann feiern, Sex kaufen, saufen, randalieren, rumpöbeln. Und weil „die Russen“ es machen: Essen wir eben auch nicht mehr!

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Alter schützt vor Wagner nicht

Wir schreiben den 7. August 2008. Der Asphalt der deutschen Hauptstadt glüht. Gefühlte 60 Grad in der Sonne. In dieser Stadt wird heute ein Geburtstag gefeiert, der meiner Meinung nach sicher viel zu viele Menschen zum Gratulieren veranlassen wird.
Franz Josef Wagner, preisgekrönt und als „Gossen-Goethe“ bezeichnetes Gewächs fragwürdiger Jounalismus-Schule in Deutschland wird 65. Der Mann, der sich nicht zu schade ist, Kindern das Schulschwänzen zu empfehlen, weil sein eigener Schulabbruch seiner Karriere nichts anhaben konnte. Eine Traumkarriere, in der er Krisengebiete bereiste, Schundblätter schuf, Schundblätter leitete, und aktuell einmal täglich für ein Schundblatt ein paar Zeilen zu Papier bringt.
Ein Mensch wird 65, dessen beachtliche Führungsqualitäten so ausgeprägt waren, dass sich seine Untergebenen mit einer anonymen Schmähseite ins Internet flüchteten. Ein Mann, der Lobeslieder singt auf die Hintern von Präsidentengattinnen, der Straftäter verprügeln möchte, der Rassismus predigt, weil ihm angeblich mal ein Mädel ausgespannt wurde.
Wäre dies eine Wagner-Kolumne, so hätte ich sie mit „Lieber Franz Josef Wagner“ beginnen müssen, und selbst wenn ich ihm die Pest an den Arsch wünschte, mit einem „Herzlichst“ schließen müssen. Glaichzeitig dürfte ich die Hälfte des Textes aber nicht an den Adressaten wenden, sondern an die Leser, die Gesellschaft oder Gott. Sie hätte kürzer sein müssen, aggressiver. Ich hätte mehr auf noch unwichtigeren Details herumhacken müssen, und vielleicht ein „Ich finde sie zum Kotzen!“ anfügen müssen.
Mache ich aber nicht, denn ich bin nicht Wagner. Ich will auch nicht Wagner sein. Jeden Tag lese ich seine Kolumne und raufe mir die Haare und kann es kaum fassen, was er wieder schreibt – aber wenn man ihn fragen würde, dann wäre er wahrscheinlich stolz darauf. Seine „Post von Wagner“ ist wahrscheinlich die meistgelesenste Kolumne dieses Landes, und dafinitiv ein ziemlich schockierender Einblick in einen von Tristesse und Alkohol umnachteten Geist, der es verdient hat, mal Feierabend zu haben. Meinetwegen heute. Aber nicht zum Feiern!

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Geballte Nullinfo

bild.de hatte ja schon immer einen Hang zu, äh, sagen wir: Interessanten News. Heute fand ich folgenden „Artikel“:

Ist ja interessant, Quelle: bild.de

Ist ja interessant, Quelle: bild.de

Darunter folgt eine kleine Klickstrecke mit einigen wenigen Bildern. Ansonsten war das der komplette Artikel. Es gibt keinen Hinweis, wo die Meerschweinchen herkommen, von wem diese „Computer-Animationen“ sind, etc.
Nur im Bildnachweis findet sich der Hinweis: „Icarus Publishing“. Ich hab mal danach gegoogelt, und ich hatte das Gefühl, die Firma will gar nicht schnell gefunden werden. Irgendwann landete ich dann über kleinverlage-online.de auf der Seite von Icarus Arts, einem kleinen Anbieter für Kalender und Karten.
Dort fand ich dann diese Seite.
Um es zusammenzufassen: Offenbar handelt es sich bei diesem Artikel um Werbung, die als redaktioneller Inhalt präsentiert wird, weswegen bild.de gleichzeitig verschleiert, wofür eigentlich Werbung gemacht wird. Wie… naheliegend?

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Glaubwürdige Werbung

Spam-Mails sind ja schon heisse Anwärter auf Absurditäts-Preise. Manchmal wird man allerdings auch woanders fündig. Bei meiner Lieblingsseite bild.de war die Header-Werbung mal wieder eindrucksvoll. Ein Auktionsportal namens Telebid wirbt dort mit angeblich soeben, im letzten Jahr oder zumindest überhaupt irgendwann gemachten Schnäppchen. Zum Beispiel das hier:

Screenshot: bild.de

Screenshot: bild.de

Das ist toll, ein Notebook für 183 Euro ist durchaus als Schnäppchen zu bezeichnen. Die Ersparnis hat mich dann aber doch etwas irritiert, und so habe ich dieses altertümliche Werkzeug namens Windows-Rechner hervorgekramt, und mir ausgerechnet, was das Teil also normal kosten soll.

Für alle, die im Kopfrechnen nicht so schnell sind:

4580 €

Nun ja, ich bin über aktuelle Preise bei Notebooks aus Mangel an Interesse nicht gut informiert, aber als ich bei meinem Computer-Dealer nur ein Notebook über 2000 € gefunden habe – nämlich 2099 € – hat mich das ein wenig bestätigt. Aber angeblich spart man ja auch, wenn man Bier für 1,50 € die Flasche  an der Tanke kauft…

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Spam-Mails (2)

Da flatterte mir doch mal wieder eine elektronische Brieftaube mit enormem Sinn für Humor in mein inzwischen so trautes Heim. Kann mir jemand erklären, wer nach den folgenden Sätzen weiterliest oder gar antwortet:

Ciao,

Bringg your wife We’ll ffuck her! That’s right we’ll fucck your wife! 🙂
Click here (Link entfernt)

Was erwartet man sich davon? Dass man antwortet und meint: „Klar, wollen sie vielleicht noch die Tochter oder die Katze gratis dazu?“
Ich hoffe, dass es einzig ein Computer ist, der sich den Quatsch ausdenkt und Worte sinnlos aneinanderreiht. Wenn tatsächlich Vertreter meiner Spezies sich so Erfolg erhoffen, dann müsste man noch einmal über die Menschenrechte nachdenken…

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Der Blumenfreund Wagner

Es war gemein. Da hab ich vor einigen Stunden noch Hoffnung gemacht, dass es heute noch was lustiges zu lesen geben könnte, und dann war es wieder nichts. Wir haben inzwischen schon den 5. August, aber ich will nicht an der Veröffentlichungszeit herummanipulieren.
Wenn es wirklich was witziges am gestrigen Tage gab, dann war es wohl die Kolumne von Franz Josef Wagner. Hier mal wieder eine von mir kommentierte Version. Die originale gibt es wie immer auf bild.de.

Lieber Wolfgang Clement,
Ach, das ist ja schon wieder die gleiche Anrede. Soo langweilig kann es doch selbst ihnen nicht sein, Wagner!

Sie teilen sich die Schlagzeilen mit dem Mann, der mit den Armen eines Toten lebt und Südsee-Bsirske.
Also das trifft noch nicht einmal auf bild.de zu. Da gibt es noch den verprügelten 17-jährigen, das Blut-Model, Günther Beckstein und andere Kuriositäten. Aber man kann ja nicht über alles schreiben.

Ihre Schlagzeile bewegt mich am meisten: Die NRW-SPD hat sie aus der Partei ausgeschlossen.
Nun, Wagner, ihre Schlagseite bewegt mich auch am meisten. Sie sind leider noch nicht rausgeschmissen worden. Naja, zumindest nicht beim aktuellen Job.

Das ist wie Arme und Beine gleichzeitig verlieren.
Das sollten sie mal mit ein paar parteilosen Unfallopfern besprechen. Ich hab da so meine Zweifel!

Jemanden ausschließen heißt ja, dass wir ihn erfrieren lassen.
Schöne Metapher, aber die meisten SPDler treten selber aus, weil sie ein ähnliches Gefühl haben, so lange sie noch in der Partei sind.

Er soll keine Heimat mehr haben. Er soll ziellos herumirren. Im Freien leben wie ein Penner oder ein abgemagerter Wolf.
Deswegen gibt es auf der Welt mehr als eine Tür und mehr als eine Partei.

Er soll die Einsamkeit anheulen, den Mond.
Äh? Können sie ihre Trennungsgeschichten nicht anders verarbeiten?

Er soll seine eigenen Kleider auffressen, mit offenem Mund „Hilfe“ schreien.
Gleichzeitig?

Das also hat die NRW-SPD für Wolfgang Clement beschlossen.
Ja, außerdem soll er jämmerlich keuchend an allen bisher unbekannten Krankheiten langsam dahinsiechend vor der SPD-Zentrale sterben und währenddessen Kurt Becks Herrlichkeit preisen. Und noch mehr, aber das ist geheim.

Sie wollen ihn nicht mehr haben.
Das klingt schon fast realistisch.

Sie wollen, dass er draußen erfriert.
Sie schätzen die Wärme in der SPD ziemlich hoch ein. Weiß das ihr Chef?

Ich würde ihm meine Tür öffnen.
OK, sie sind also noch besser als die SPD!

Ich würde dem hungenden Clement Buletten, Fleischwurst, Bier und alles geben, was ein SPDler gerne isst.
Ich würde auch so einiges, vor allem aber: Gerne wissen, wie sie auf diese Zusammenstellung gekommen sind.

Einen Menschen zu verstoßen ist für mich wie eine Blume zertreten.
Kenne ich: Es tut einem selbst nicht weh, man merkt es oft gar nicht, und wenn es niemand gesehen hat, haut man schnell ab. Das meinen sie doch, oder?

Herzlichst, Ihr F. J. Wagner
Ich will ehrlich sein: Ich bin froh, dass diese Stadt so groß ist, dass wir uns wahrscheinlich nie begegnen!

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Verletzung mal vorbei? *nerv*

Das Wochenende ist vorbei, und ich hoffe, dass meine linke Hand bald mal wieder normal wird. Ich hab mir eine zwar nicht sichtbare, aber scheinbar ordentliche Verbrennung beim Schnippeln der Habaneros zugezogen. Hat sich jetzt auf jeden Fall zwei Tage lang immer mal wieder mehr oder weniger bekannt gemacht. Gut, im Alltag behindert einen das nicht wirklich, aber es ist komisch, wenn das Halten einer Zigarette auf einmal schmerzhaft ist.
Aber Wochenenden beinhalten immer auch mindestens eine komische Komponente. So kenne ich das zumindest. Manchmal nur im Blog, aber immerhin. Gestern habe ich tatsächlich einen Besucher über google erhalten, weil er nach – und jetzt kommt’s! – „intro sprüche für telefonsex“ gesucht hat. Ich bin mir nicht nur ein wenig unsicher, was damit gemeint war, ich bezweifle auch stark, dass man auf der Suche danach hier fündig werden kann.
So, außerdem hab ich ein paar wichtige Briefe rausgeschickt und hoffe mal, dass das alles klappt: Der Vertragspartnerwechsel mit Arcor, Kündigung einiger Bankkonten etc. pp. Später gibt es bestimmt noch heiterere Sachen hier.

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