Author Archives: Sash

Überschätzt

Vanity Fair ist ein Magazin, zu dem mir wenig einfällt. Naja, das Wort in der Überschrift eben. Nun wählen sie also auf vanityfair.de die „wichtigsten Deutschen“. Auf coffeeandtv.de bemerkt Lukas Heinser ganz passend, dass dort „Relevanz generiert“ werden soll. Wenngleich natürlich einige wichtige Leute dabei sind. Ich kann mich dem Aufruf von Lukas, dort wenigstens das Ergebnis zu Gunsten von Stefan Niggemeier zu beeinflussen, nur anschließen. Mir ist allerdings noch eine Kleinigkeit aufgefallen dort.
Die dort zu wählenden Personen werden alles andere als preisend vorgestellt, sondern – sachlich sicher korrekt – mit den Berufen, die sie eigentlich haben. Das wirkt beim ein oder anderen allerdings eher seltsam. Seht selbst:

Screenshot: vanityfair.com

Screenshot: vanityfair.de

Screenshot: vanityfair.de

Screenshot: vanityfair.de

Screenshot: vanityfair.de

Screenshot: vanityfair.de

Screenshot: vanityfair.de

Screenshot: vanityfair.de

Eigentlich fast schon wieder sympathisch – aber dennoch dämlich. Denn leider kann man sich ja eher nicht darauf verlassen, dass die Leute so oder so erkannt werden.

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Wer Dummes liest…

Ich habe trotz meiner eigenen, recht radikalen, Meinung zum Thema „Bild“ immer ein bisschen ein geheucheltes Verständnis gegenüber den Lesern dieses verabscheuungswürdigen Mediums gehabt. Ich habe mir das ein oder andere Mal selbst vorgelogen, dass ja sowieso niemand den Quatsch glaubt, ihn ernst nimmt, was auch immer.
Aber jetzt ist es damit wahrscheinlich ein für allemal vorbei. Dank hierfür geht natürlich einmal mehr an die Seite bild.de selber, deren Macher es (vor einiger Zeit schon) endgültig geschafft haben, zu beweisen, dass ein ganzes Bataillon Vollhonks zur aktiven Stammleserschaft gehört.
Zum neuen Akte-X-Kinofilm veranstaltete Bild eine Art Lookalike-Contest, sie suchten also Doppelgänger. Doppelgänger für die beiden Akte-X-Stars David Duchovny und Gillian Anderson. Nun kann man natürlich froh sein, wenn man einem der beiden ähnelt, dem allgemeinen Geschmack nach handelt es sich ja nun nicht gerade um die unattraktivsten Vertreter unserer Spezies. Folglich ist es auch nicht weiter verwerflich, zu so einem Wettbewerb mal ein Bild einzuschicken. Ich würde es nicht machen, schon gar nicht bei bild.de, aber das ist etwas anderes.
Meine spontane Einschätzung war allerdings, dass Menschen so einen Quatsch lassen, wenn sie den entsprechenden Personen kein bisschen ähnlich sehen. Dirk Bach würde wahrscheinlich auch nicht freiwillig zu einem ernst gemeinten Lookalike-Contest gehen, bei dem er seine Ähnlichkeit mit Angelina Jolie überstrapazieren muss. Nicht so aber die tapferen Bild-Leser!
Der Dirk-Bach-Vergleich war vielleicht hart, aber die Auswahl an Vollspaten unter dem hier verlinkten Ergebnis ist auch unglaublich!
Bemerkenswert finde ich übrigens die Anzahl der Leserstimmen, also die prozentuale Zustimmung bei den Kandidaten 3 und 5.

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Neues von Arcor

Diese Woche hat uns endlich mal wieder ein Schrieb unseres Lieblings-Telefonanbieters erreicht. Ein Standardschreiben mit einem Standardformular – was eigentlich auch zu erwarten war. Man könnte auch sagen: Sie haben den Brief gelesen und ignoriert.
Nun haben wir ja dennoch ein Interesse daran, wenigstens mal Inhaber des Vertrags zu sein – damit wir uns dann auch auf Augenhöhe mit denen auseinandersetzen können – vor allem, ohne dass Felix deswegen Ärger kriegt.

Zusätzlich zum in Teilen ausgefüllten Formular…

Quelle: Sash
Quelle: Sash

…habe ich auch noch einen Brief beigelegt, um das Ganze zu erläutern. Vielleicht war ich etwas ungehalten bei manchen Formulierungen, das Urteil kann sich jeder selbst bilden. Wer will, kann ihn hier lesen:

Sehr geehrte Damen und Herren,

mit Freude nahm ich zur Kenntnis, dass das Formular zum Vertragspartnerwechsel bei mir eingetroffen ist. Ich möchte ihnen auch für die unendliche Weitsicht danken, einen Standardbrief zu verwenden.
Zum Formular: Sie finden dieses Formular nun in unzureichender Weise ausgefüllt vor, und jegliche Bemühungen, diesen Zustand zu ändern, bin ich nicht in der Lage zu leisten, DENN:

Ich habe ihnen bereits mehrfach mitgeteilt, dass Herr F. (mein ehemaliger Mitbewohner Felix, Anm. v. Sash) nicht in dem ihm zugeteilten Haushalt wohnt, besser noch: Nie dort gewohnt hat. Meiner offensichtlich unendlichen Kulanz haben sie es also nun zu verdanken, dass ich ihnen einmal mehr einen Brief von Herrn F. mitschicke, in dem er bestätigt, dass ich befugt bin, seinen Vertrag zu übernehmen.
Diesen Brief erhalten sie in Kopie, da sie das Original (ist so ein lustiger gelber Zettel) bereits besitzen und ich glaube, das letzte verbliebene Exemplar ist  bei mir in besseren Händen – es steht natürlich jedem Kundenbetreuer zur Einsicht bereit.

Zur Übersicht: Nützliche Informationen für die Zukunft (ganz gleich, ob dieser Vertrag mal zustande kommt oder nicht):

  • Herr F. wohnt nicht in Berlin und hat dort noch nie gewohnt. Mahnungen an diese von ihnen frei erfundene Adresskombination erreichen niemanden!
  • Es wäre also nur logisch, diesen Eintrag aus dem Telefonbuch zu löschen – und das machen sie bitte schnellstmöglich.
  • Mein Nachname schreibt sich mit dem O vor dem R, nicht anders herum. Ich weiss nicht, wie lange der Briefträger da noch kulant ist.
  • Seit nunmehr zwei Jahren handeln sie alle Vertragsdetails mit meiner Wenigkeit aus – inklusive Verlängerungen. Sollten sie also ein Interesse daran haben, irgendeinen für Forderungen haftbaren Vertragspartner zu haben, dann akzeptieren sie mein Betteln um Aufmerksamkeit gefälligst irgendwann mal!

Gruß, Sash

Anmerkung: Der Text wurde aus Datenschutzgründen etwas modifiziert.

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Das Boss-Monster

Es wird ganz eindeutig Zeit, mal wieder eine Kolumne von Wagner zu kommentieren. Heute richtet er sich an den russischen Präsidenten (oder auch Russen-Präsident, wie ihn bild.de gerne nennt), und was da wieder schiefgelaufen ist, will man vielleicht gar nicht wissen:

Lieber Präsident Medwedew,
Bei dieser Einleitung besteht ja nach wie vor eine 50:50-Chance, ob als nächstes „Ich liebe sie“ oder „ich finde sie zum Kotzen“ kommt. Mit der Zeit finde ich das sogar putzig.

wer wie ein Hugo-Boss-Model aussieht und sich so kleidet,
Sich wie kleidet? Wie ein Boss-Model? Harr – da bellt ja der Neid im Unterton mit!

hat mehr übrig für Krawatten als für Panzer.
Wieder was gelernt.

Dachte ich.
Das wäre ja nicht das erste schiefgegangene Experiment in diese Richtung…

So kann man sich täuschen.
Wenn man die Menschen nach den Kleidern beurteilt? Ja.

Sie sind die angezogene Angst.
Da hat einer aber tief in die Sprichwort-Kiste gegriffen. Aber wenn die nackte Angst wirklich die pure, die schlimme Angst ist, dann ist die angezogene Angst doch gar nicht so schlimm, oder?

Mein Tennislehrer hat vor ihnen Angst,
Kann mir einer verraten, wie der Kerl auf seinen Tennislehrer kommt?

meine Putzfrau.
Entweder es handelt sich hier um zwei nach seltsamen Kriterien ausgesuchte ängstliche Individuen oder um ein einziges mit einer erstaunlichen Berufswahl. Ich will es aber gar nicht näher wissen.

Man mag schon gar nicht mehr die Nachrichten im TV einschalten.
Das ist aber feige. Die Nachrichten sind nur ein Medium, das berichtet, was in der Welt passiert. Wenn man Angst vor der Wahrheit hat – moment, da fällt mir ein Kracher ein: Dann sind sie ja in ihrem Job bestens aufgehoben.
Aber wie dem auch sei: Manches Mal muss man sich den Grausamkeiten stellen. Glauben sie, es macht mir etwa Spaß, jeden Tag bildblog zu lesen. Was meinen sie, was es da an Grausamkeiten zu lesen gibt?

Ein Gefühl der Bedrohung herrscht
Zugegeben, die politische Lage ist heikel.

– nicht, dass russische Panzer durch das Brandenburger Tor rollen.
Na, immerhin etwas!

Es ist die Angst, die man hat, wenn man Coca-Cola mit Eiswürfeln in Afrika trinkt.
Bitte waaas? Ich gebe zu, ich habe keinerlei Vorstellung, was Herr Wagner meint. Eine ernst gemeinte Bitte an meine Leser: Was ist das für eine Angst, die man hat, wenn man Coca-Cola mit Eiswürfeln in Afrika trinkt? Ich stelle mir das sehr angenehm vor.

Es ist die Angst, die Wohnung zu verlassen, ohne zu wissen, ob man das Bügeleisen ausgeschaltet hat.
Bitte alle noch einmal daran denken: Es geht hier um den russischen Präsidenten, dem Wagner diese Zeilen schreibt!

So eine Angst herrscht in Deutschland.
…oder zumindest bei Wagners Tennisfrau und Putzlehrer.

Wir wissen nicht, ob uns dieser schöne Medwedew das Gas und das Öl abschaltet.
„Abdrehen“ würde schöner klingen, aber ansonsten kann man den Satz ja mehr oder minder so stehen lassen. Viele haben offenbar tatsächlich Angst davor.

Wir haben Angst vor Ihnen, schöner Krawatten-Mann, Hugo-Boss-Monster.
Mal eine Frage an Wagner persönlich: Haben sie schon einmal ein Kichern in der Leitung wahrgenommen, als sie ihre Kolumne telefonisch durchgegeben haben? Haben sie eine Ahnung, woran das liegen könnte?

Herzlichst, ihr F. J. Wagner
Und einmal mehr wünsche ich mir, dass der Adressat den Brief besser nie lesen wird…

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Träume sind nicht Schäume,

sind nicht Schall und Rauch,
sondern unser Leben
so wie wache Stunden auch.

(Georg Kreisler: Barbara)

Dann frag ich mich aber ernsthaft, in was für einer Paralleldimension meines Lebens zwei Freunde einem Mafia-Boss helfen, mich zu fangen um mich zu töten, nachdem sie mich quer durch ein undurchsichtiges Bahnhofsgelände verfolgt haben. Was lernen wir aus solchen Träumen? Mein Unterbewusstsein hält mich wohl für eine bedrohte Spezies… na klasse!

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Heute nicht so viel…

Irgendwie hält sich meine Laune, heute zu bloggen in Grenzen. Aber einen Eintrag täglich bin ich meinen Lesern ja dann doch schuldig – vor allem, wo ihr gestern so zahlreich wart.
Ich habe mich gestern mit Ozie unterhalten, und dabei kam das Gespräch – wie das in gebildeten Haushalten wohl der Fall sein muss 😉 – auch mal wieder auf die Bild. Ozie hat mich ermutigt, einen Satz zu notieren, ja zu bloggen, den ich gestern während des Gesprächs habe fallen lassen:

„Wenn bei der Bild Dinge wie der „Flaggenskandal“ bei der ARD ähnlich streng gehandhabt werden würden – inklusive der personellen Konsequenzen – dann würde bei der Bild heute kein Mitarbeiter mehr arbeiten, der vor Weihnachten eingestellt wurde.“

Das ist hart ausgedrückt, aber wenn man sich den bildblog regelmäßig zu Gemüte führt, und dann noch seine eigenen Gehirnwindungen bemüht und erkennt, dass auch die Herren Niggemeier und co. niemals alle Fehler thematisieren können, sondern einiges spurlos unterm Teppich landet, dann kann das deprimieren und zu einem gewissen Teil sogar extrem aggressiv machen.

Das war jetzt ein sehr sehr subjektiver Beitrag ohne inhaltliche Tiefe. Ich hoffe, ihr könnt mir das verzeihen…

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Kommentar zum Kommentar

Dass ich Oliver Santen, seines Zeichens Bild-Kommentator, nicht mag, habe ich aus anderem Grund  schon einmal geschrieben. Sein aktueller Kommentar ist dieses Mal verdächtig kurz. Vielleicht trainiert er ja, um in ein paar Jahren dann „Post von Santen“ zu schreiben. Naja, so kurz er ist, so inhaltsleer ist der Kommentar, und er nervt mich nicht nur in Punkto Meinung – da liegt Santen ja eh meilenweit entfernt von mir.

„Leistung nicht noch mehr bestrafen!“
prangt in großen Lettern über den gefühlten 150 Worten, und natürlich geht es um die erschreckende Zahl: 80%!
„Ein Viertel der Deutschen zahlt fast 80% der gesamten Lohn- und Einkommensteuer.“
Diese Zahl scheint bei Herr Santen dazu zu führen, dass er Minderheiten bedroht sieht und sich gegen diese Entwicklung stemmen will, ja: muss.
„Diese Zahlen belegen Schwarz auf Weiß: Wer in Deutschland gut verdient, der zahlt auch kräftig Steuern.“
Irgendwie kann ich ihm da nicht widersprechen. Irgendwo hat er ja recht, aber was soll das? Ist das neu? Ist das ein Problem? Mal abgesehen davon, dass er das mit seinen Zahlen nicht beweisen kann, denn was 2008 passiert, lässt sich sicher herausfinden, aber nicht mit Zahlen von 2004 😉 Aber weiter im Text:
„Dabei handelt es sich keineswegs nur um Einkommens-Millionäre.“
Das wäre auch eine wirklich utopische Grenze für den Spitzensteuersatz…
„Ganz im Gegenteil:“
Ach wie? Auch die ganz Armen? HartzIV und so?
„auch Facharbeiter“
Naja, „Gegenteil“ ist ein bisschen hart ausgedrückt, oder?
„werden vom Finanzamt ordentlich abkassiert. Der Spitzensteuersatz wird ab einem Jahreseinkommen von 52 000 Euro fällig.“
Äh, Herr Santen? Das ist seit 2007 schon nicht mehr so. Seit da gilt ein neuer „Spitzensteuersatz“ ab 250 000 Euro (bei Ledigen).
Im folgenden wird der Herr Santen über eine Steueränderung meckern, die es bereits gibt. Richtig ist, dass ab 52 152 Euro der (ehemalige Spitzen-)Steuersatz von 42% greift. Da das vielleicht für Laien schon schlimm genug klingt, muss ich hier noch einmal erwähnen, dass dieser Steuersatz NICHT auf das gesamte Einkommen erhoben wird, sondern nur auf den Teil, der über diesem Einkommen liegt.
„Die Forderung von Politikern, dass breite Schultern noch mehr tragen müssen als andere, ist schlicht populistisch.“
Und warum? Hey, realistisch betrachtet bin ich ein sozialer Mensch. Mal abgesehen von dem unnötigen Scheiß, den die Regierung damit zu finanzieren gedenkt, bin ich zum Beispiel gerne bereit Geld in Form von Steuern an die Gemeinschaft zu zahlen. Herr Santen sollte mir beizeiten aber mal erklären, wie ich das 2004 bei einem Brutto-Einkommen von 1050 € (in guten Monaten) hätte tun sollen. Es mag abstrakt für wohlhonorierte Bild-Schreiber sein, aber: Arme Menschen haben weniger Geld! Das macht es etwas schwierig für sie, einen Großteil der Steuern zu zahlen…
„Eine neue „Reichensteuer““
…die es schon gibt…
„würde alle Leistungsträger weiter schröpfen – auch viele fleißige Beschäftigte, die täglich ranklotzen.“
Er hat ja recht: Abgesehen von den faulen Leistungsträgern würden auch die fleißigen Beschäftigten geschröpft. Also zumindest die fleißigen Beschäftigten, die über 250 000 Euro im Jahr verdienen.
„Wollen wir Leistung tatsächlich mit immer höheren Steuern bestrafen?“
Herr Santen will das offenbar nicht. Verdient der eigentlich über 250 000 Euro im Jahr? Kann mir das mal jemand verraten?
„Nein!“
Äh, das ist nicht meine Meinung!
„Wir sollten dafür sorgen, dass die Starken hierbleiben und dafür sorgen, dass den Schwächeren weiter geholfen werden kann.“
Wie wollen sie denn den Schwächeren mit Hilfe der Starken helfen, Herr Santen? Doch nicht etwa durch ihr Geld, oder? Denn das dürfen wir ja ihrer Meinung nach nicht nehmen. Entweder sie haben noch irgendwo eine eierlegende Wollmilchsau im Ärmel versteckt, oder sie haben einfach keine Ahnung, was für einen Müll sie hier mal wieder verbreitet haben.

Ich tippe auf letzteres!

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