Author Archives: Sash

Kreativ sind sie ja schon…

bild.de überrascht heute auf der Hauptseite mit folgender Headline:

Voll der Russe! Quelle: bild.de

Voll der Russe! Quelle: bild.de

Abgesehen davon, dass es auch wieder eine völlig übergeigte Überschrift ist (im Artikel steht wirklich ausschliesslich, dass Schröder dem Westen einige Vorwürfe macht und vorschlägt, über Medwedjews Angebote nachzudenken), finde ich es erstaunlich, dass bild.de

  • eine Fotomontage als solche kennzeichnet und
  • „Russe“ in Anführungszeichen setzt.

Was zweiteres eigentlich soll, werde ich wahrscheinlich in diesem Leben nicht mehr erfahren. Naja.

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Des Wagners Kahn

Es wird mal wieder Zeit für eine Runde kommentierten Wagner. Es geht um diese Kolumne.

Lieber Oliver Kahn,
Ach ja, den gibt es ja auch noch…

heute Abend im ZDF ihr Abschiedsspiel
Ich sagte ja: Noch!

– dann werden sie gehen wie Boris Becker, Michael Schumacher.
Und?

Sie werden Vergangenheit sein, Nostalgie.
Ich sehe da eine neue Kampagne der Regierung entstehen: Du… bist Nostalgie! Da könnte man dann prima – ach, bleiben wir bei Wagner!

Nach einem Abschiedsspiel sagt niemand „Auf Wiedersehen“.
Wetten, dass es diese Menschen doch gibt?

Ein Abschiedsspiel belebt nicht,
Wenn es das tun würde, dann bräuchten wir kein sackteures Duschgel kaufen.

reanimiert nicht.
Dafür sind ja auch eher die Jungs mit dem lustigen roten Kreuz da. Wenn sie genau hinsehen, dann fallen sie ihnen vielleicht irgendwo am Spielfeldrand auf. Und es würden noch viel mehr sein, wenn der Herr Kahn noch ein paar Jahrzehnte spielen würde…

Es ist eine Totenmesse.
Sie gönnen den Leuten heute Abend keinen Spaß beim Fussball, stimmts?

Titan Kahn wird beerdigt.
Das hoffe ich. Denn „Titan Kahn“ ist eine der bescheurtsten Wortschöpfungen ihrer Heimatzeitung.

Mit Trauer werde ich dabei sein, wenn der Gott der Reflexe seine letzten Blumen kriegt.
Also ganz so tot ist er ja dann auch nicht…

Der Tote
Übertreiben sie mal bitte nicht so!

war ein Opfermensch,
Oliver Kahn? Opfermensch? Ich bin sicher, er ist heilfroh, dass sie diesen Aspekt seines Lebens beleuchten…

er hat sich Schüssen entgegengeworfen
Der Mann war, pardon: IST, Torwart. Ein guter dazu! Der muss sich Schüssen entgegenwerfen!

– er hat das Überleben des Fußballs gerettet.
Mindestens.

Wie wird seine Auferstehung sein,
Ist er jetzt der Messias?

„das Leben des Titanen in Rente“?
Also das Zweitleben des toten Titanen-Messias in Rente? Sie verwirren mich!

Boris Becker ist Stammgast bei „Bunte“, „Gala“, RTL.
…sowie wahrscheinlich bei Boss, Gucci und Prada. Seine Vorliebe für Besenkammern haben sie auch noch vergessen!

Michael Schumacher sagt kein Wort.
Nur der Bild gegenüber nicht? Nur ihnen nicht? Wie kommen sie denn darauf?

Seltsam ist nur, dass er mit mörderischen Motorrädern sein Leben aufs Spiel setzt.
Ja, wirklich seltsam. Wissen wir doch alle, dass der werte Michael seine Bekanntheit auch durch gefahrlose Disziplinen wie Sesselfurzen, Langatmen und Bild Kolumnen schreiben erlangt und gefestigt hat.

Lieber Oliver Kahn,
Laaaangweilig!

ihre Zukunft kann ich nicht voraussehen.
Herr Kahn ist sicher froh drum, denn sie würden ihm sicher jeden Morgen schreiben, was er Abends zu essen bekommt – und das wäre eine unerträgliche Langeweile! Außerdem: Können sie das bei jemand anders?

Aber ich hoffe nicht, dass sie in den Klatschspalten enden.
Womöglich auch noch bei der Bild. Igitt.

Ich will nicht lesen, dass sie sich verheiratet haben,
Dann lesen sie keine Klatschblätter!

geschieden haben,
Lesen sie keine Klatschblätter!

sich getrennt haben von x, y, z.
Also erstens: Im Ernst, lesen sie keine Klatschblätter – denn die schreiben sowas ganz sicher. Fragen sie mal bei der Redaktion der Bild nach, die schreiben sowas sogar, wenn es nicht stimmt.
Zweitens: Diese Buchstaben kommen in „Oliver Kahn“ nicht vor… (Sorry, mir war gerade nach Flachheit!)

Wie schön wäre es, wenn sie ein normaler Mensch werden
Ist es nicht eigentlich fies, jemandem zu unterstellen, er müsse dies erst noch werden?

– wie du und ich.
Diese Redewendung, die wie eine grammatikalische Gurke beim Aus-dem-Glas-Linsen wirkt, schießt dann echt den Vogel ab. Wie du und ich? Wie Wagner?

Herzlichst,Franz Josef Wagner
Hui. für den Titanen fällt sogar das „ihr“ weg!

Also ich weiß nicht so recht, ob ich Oliver Kahn irgendwas wünschen soll, denn ich finde ihn so auf Distanz recht unsympathisch. Aber man muss jemanden nicht mögen, um ihm zu wünschen, dass Wagner nicht ständig Kolumnen an einen schreibt – und das tue ich hiermit!

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Würden wir nur alle HatzIV kriegen!

Wie alle Jahre wieder scheint sich die Bild erneut auf „HartzIV-Betrüger“, „Abzocker“ und „Schmarotzer“ einzuschießen. „Der große HartzIV-Report“ bei bild.de zeigt heute unter der fetten Headline „So einfach ist es, den Staat zu bescheißen“, wie Markus M. mit Schwarzarbeit seinen Reichtum als Arbeitsloser vervielfacht – oder so. Immerhin bekommt der gute Mann 610,44 €. Über die Richtigkeit der Angaben will ich besser gar nicht nachdenken, es würde mich nicht verwundern, wenn bildblog bald einen Artikel dazu veröffentlicht…
Etwas erstaunt hinterlassen mich solche Artikel bei bild.de immer, weil sie – ob jetzt aus ihrer Statisten-Datenbank oder doch wirklich von der Straße – immer wieder die schlimmsten Vollhonks der Republik finden. Markus M. streckt die Zunge raus, posiert mit 4 Handys oder chillt gemütlich vor zwei Flachbildschirmen, wobei man natürlich erfährt, dass er noch einen hat.
„Auch sonst ist er bestens ausgerüstet:“, liest man da: „Waschmaschine, Spülmaschine, DVD-Player, Satellitenempfänger, zwei Rechner, drei Bildschirme, Scanner, Drucker.“
„Das ist ja ungeheuerlich!“, mag sich der ein oder andere Bild-Leser denken, schließlich haben HartzIV-Empfänger doch gefälligst von Wasser und Brot zu leben, und wenn sie schon einen PC haben müssen, dann doch bitte einen alten – sie wissen schon – nix mit DVD und so!
1000 Euro, so verrät uns Markus M., verdient er angeblich schwarz dazu. Zugegeben, von 1600 € netto könnte ich auch ganz gut leben. Aber wie macht er das denn jetzt. „So einfach ist es, den Staat zu bescheißen“ hieß es doch in der Überschrift. Ach ja: Markus M. versucht „Sozialdetektiven“ zu entkommen, indem er mit der U-Bahn erstmal in die falsche Richtung fährt und immer „in letzter Sekunde“ aus dem Wagen springt. So einfach ist es also! Wenn man einmal mehr (wir gehen ja davon aus, wir sind so dämlich!) bild.de glauben, dann liegt die – geschätzte – Missbrauchsquote bei 15 Prozent der Fälle. Das wären – bleiben wir bei den bild.de-Infos – 15% von 6,1 Mio. Menschen.
915000 HartzIV-Betrüger bevölkern also unser Land. Rund jeder neunzigste Bundesbürger also springt – und wer hat das noch nicht beobachtet – immer ganz schnell aus der Straßenbahn. Natürlich erst, nachdem er sinnlos kreuz und quer durch die Stadt gefahren ist.
Nein, natürlich schreibt bild.de nicht, dass das so ist. Aber sie schreiben auch nicht das Gegenteil. Hier werden wieder einmal besonders extreme Idioten vorgestellt und mit einem Verweis auf die Zahlen suggeriert, dass alle so skrupellos, schlimm oder sonstwas sind. Dass „ungerechtfertigter“ Bezug von Sozialleistungen aber auch sehr niederschwellig sein kann (z.B. mal 50 € zu wenig Nebenverdienst angegeben, um nicht in Zukunft alle Bezüge zu verlieren und alles neu zu beantragen) oder gar aufgrund der nicht immer einfachen Gesetzeslage versehentlich vorkommt – das wird natürlich unter den Tisch fallen gelassen.
So prollig und arschlochmäßig Markus M. auch sein mag (wenn es ihn denn so gibt): Ob er von den 610 € vielleicht wirklich nicht leben kann, das wird nicht thematisiert. Meiner Meinung nach gehört das aber mindestens dreimal so oft in einen „großen HartzIV-Report“ wie die Hackfresse irgendeines geltungssüchtigen Idioten, der alleine sicher nicht das Sozialgefüge zum Einsturz bringt.
Aber darüber kann man sich natürlich nicht so schön echauffieren, wenn man es gerne einfach hat.

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Hype 3.0 und dergleichen

Die deutsche „Blogosphäre“ ist ja nach landläufiger Meinung todkrank, alles voll mit Spinnern, die weder schreiben können, noch etwas zu schreiben haben. Inklusive Papier und Stift, und deswegen tauchen sie selbst beim Texten ins Netz ab, wo man sowieso keine Freunde hat, und deswegen auch vom Nachbarn alles kopieren kann.
Das ist die überspitzte Zusammenfassung dessen, was in den Printmedien gerne über „uns“ alle sowieso völlig gleichen Blogger geschrieben wird. Dass das Quatsch ist, sollten selbst die Top-Blogger bei myblog.de wissen, die – zumindest als ich das letzte Mal dort war – allesamt nur über Tokio-Hotel schreiben und „knuddels-stuff“ anbieten und austauschen. Soviel zum Thema Vorurteile 😉
Dass es auch anders geht, habe ich in den letzten Tagen erfahren dürfen. Andreas Winterer hat mich angeschrieben, weil er einen Artikel übers Geldverdienen mit Blogs für tomorrow schreibt, ein – wie er das umschreibt – „Internetmagazin, das noch auf Papier erscheint“.
„Nun, vielleicht bin ich wirklich ein guter Vertreter für kleine Blogs“, habe ich mir gedacht, auf der anderen Seite bin ich noch immer verwundert, wie weit mein Blog tatsächlich im Netz rumkommt. Dass man tatsächlich bei mir landet, wenn man „auf die schnauze fliegen“ bei google eingibt, ist das Eine. Inzwischen häufen sich aber die Fälle, dass mein Blog (wie jetzt auch wieder im echt guten Blog von eben Andreas Winterer, Hype^2.0) spontan verlinkt wird, und der ein oder andere tatsächlich gerne zu lesen scheint, was ich mir hier und da aus den Gehirnwindungen presse.
Das freut mich natürlich, denn was hat ein Blogger sonst bitte für Ziele? Abgesehen von privaten Kleinigkeiten wie Weltfrieden, soziale Gerechtigkeit und Exklusivrechte an den Nacktfotos von Paris Hilton?
Zwei bis 10 Cent verdiene ich gerade mit Bloggen täglich, so wird es dann auch demnächst auf Papier gebannt geschrieben stehen. Das heisst, ich kann irgendwann nach der ersten Auszahlung im Jahr 2011 sagen, dass ich mir monatlich immerhin ein Bierchen für den Werbebanner hier links verdient habe. Bis Bloggen sozialversicherungspflichtig wird, ist es dann eben doch ein weiter Weg. Aber es ist eben schön zu erkennen, dass meine – vielleicht nicht zahlreichen, aber scheinbar sehr motivierten – Leser zu schätzen wissen, dass ich sie gelegentlich unterhalte oder sogar informiere.
Die eMail-Korrespondenz mit Winterer war sehr erheiternd und haben selbst mich dazu gebracht, das ein oder andere Vorurteil neu zu sortieren. Bei allem Scheiß, den man täglich über z.B. die Bild liest, manches Mal sogar selber schreibt, freut es dann, wenn man selbst als Blogger noch fair behandelt wird, und einem gerade die einem ja eigentlich am nächsten stehende Spezies der Journalisten nicht mit Verachtung oder Verängstigung gegenübertritt, wie das wahrscheinlich die Leute vom Spiegel (ich erinnere an den famosen Artikel über das Land der Beta-Blogger) tun würden.
Eigentlich wollte ich mich nur dafür bedanken!PS: Winterer hat sogar angefragt, ob er nach einem wohl bald Relaunch der Kaschemme ein paar meiner Gedichte

veröffentlichen könne. Da ich da natürlich nichts dagegen habe, solltet ihr euch wohl alle baldestmöglich bei mir einschleimen, weil ich übermorgen dann endgültig total berühmt und überheblich bin 😉

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Übergeigt!

Ich erinnere mich an einen uralten Beitrag bei bildblog, wo ein Zitat aus einem Interview mit Kai Diekmann – seines Zeichens Chefredakteur der Bild – thematisiert wurde. Es dürfe keine „übergeigten Überschriften“ geben, bei denen der Artikel nicht halten könne, was die Überschrift verspricht – so oder so ähnlich sagte Diekmann das.
Dann frage ich mich doch, was bitteschön das ist:

Screenshot: bild.de

Screenshot: bild.de

 

Der einzige Hinweis bleibt (was aber schon der Artikel ist) das Wörtchen „allerdings“ ganz am Ende. Denn – so gerne das einige sicher gesehen hätten – der werte Prinz ist natürlich kein bisschen tätowiert. Und wenn, dann mit ziemlicher Sicherheit nicht so. Der Tätowierungskünstler hat ihn nämlich „digital tätowiert“, mit anderen Worten: Es handelt sich um eine Fotomontage zum Zwecke der Werbung für eine Kunstausstellung.
Na Herr Diekmann, wie klingen die Geigen heute?

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Alles nicht so leicht…

Irgendwie kann ich machen, was ich will: Ich kriege gerade kein Windows auf meinen Rechner. Ubuntu dagegen hat sich recht problemlos auch auf meiner Festplatte einnisten lassen. Nun, schon alleine zum Bloggen ist mir irgendein System lieber als gar keines – aber so langsam finde ich es auch ein wenig verwunderlich.
Ich nutze das Ganze jetzt mal notgedrungen als Einstieg in Linux, wenngleich mir als (Gelegenheits-)Zocker klar ist, dass ich irgendwann auch mal wieder – zumindest parallel – ein Betriebssystem aus Redmond haben will. Die Linux-Anhängerschaft wird mich ob dieses Gedankens sicher verfluchen, aber auch mir fällt es schwer, Gewohnheiten ein Ende zu bereiten.
Ich gebe mir ja Mühe mit meinem neuen System, aber irgendwie ist mir selbst die paketbasierte Installation von Software noch nicht so ganz gelungen. Dabei kann ich die Vorteile des Systems schon auch erkennen. Ist halt – wie die Überschrift sagt – alles nicht so leicht.
Aber das wird in absehbarer Zukunft sicher trotzdem kein Linux-Profi-Blog hier, ich will gerade eigentlich nur erklären, weswegen ich gerade anderes zu tun habe als die Seite von Bild zu durchforsten oder dergleichen. Wird auch wieder.
Grüße aus der Hauptstadt!

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Z ubuntu nd zuviel…

Nein, das ist kein Schreibfehler. Ich befinde mich nun hier im Internet, und das ist derzeit der einzige Ort, aus dem mein Rechner für mich besteht. Meine eine Festplatte befindet sich in klinisch reinem, frisch formatierten Zustand am IDE-Port und hat nicht einmal ein Betriebssystem drauf. Die andere weilt gleichwohl im Rechner, ist aber aufgrund massiver Ansteckungsgefahr physisch von den anderen Komponenten getrennt.
Ich schreibe also, indem ich eine Linux-Distribution namens ubuntu in meinem CD-Laufwerk rotieren lasse. Meine Windows-CD ist irgendwo in den Tiefen von Ralfs Zimmer verschwunden, und wenn ich ehrlich sein soll, dann verstehe ich den Partitionsmanager von ubuntu nicht, sonst würde ich es mir ja vorläufig installieren.
Nun, warum der ganze Ärger? Was ist passiert?
Hier eine Geschichte aus der Welt meines Computers:
Im Laufe des Samstags habe ich mir einen extrem nervigen Virus eingefangen, und witzigerweise weiss ich noch nicht einmal, wie. Ich möchte gar nicht leugnen, dass sicher auch eigene Blödheit dazu geführt hat, aber ich bin echt noch ratlos, was die Ursache angeht. Vielleicht eine Drive-by-Infektion? Der Virus ist ein nettes Kerlchen mit dem absurden Namen „Antivirus XP 2008“. Dieser vermeintliche Antivirenscanner meldet einem hunderte bis tausende Viren auf der Platte und schlägt einem mit endlos nervenden Popups ganz uneigennützig vor, doch die Vollversion seiner selbst für läppische 50 Tacken zu erwerben, um wieder in Frieden leben zu können.
Ich meine, ich bin doch wenigstens nicht so blöd, sowas zu glauben, aber beigekommen bin ich dem Viech dennoch nicht. Während er so vor sich hinnervte, habe ich erstmal beschlossen, Antivir zu fragen, was er zu dem komischen Kollegen sagt. Bei einem 40minütigen Scan meiner zwei 160GB-Platten kamen 9 Viren zum Vorschein, um die er sich redlich bemühte und sie bis auf einen entfernte.
Das hat dem Kollegen „Antivirus XP 2008“ offenbar nicht so gefallen, denn er liess das System crashen. Notabschaltung. Von Windows zum Bootvorgang in 0,2 Sekunden – sicher sehr gesund für alle beteiligten Komponenten. Nach dem Reboot habe ich natürlich zunächst versucht, den blöden Virus zu beenden, bevor er irgendwelchen Mist verzapft, aber das Kerlchen kam mir immer wieder zuvor und liess meinen Rechner permanent rebooten. Ich hab ihn also erstmal auf Eis gelegt, und bin zu Ozies Rechner gelatscht, um zu sehen, was ich mir da eingefangen habe. Die Ergebnisse waren niederschmetternd. Nach den ersten paar Foreneinträgen zum Thema auf einschlägigen Boards war mir relativ klar, dass ich um eine Neuaufsetzung des Systems nicht wirklich herumkomme, wenn ich auf Nummer sicher gehen will.
Ein wenig schockiert war ich, insbesondere da ich von einigen Bildern und Videos des letzten Jahres kein Backup besitze. Der Rest: Naja, stressig halt, aber meinem zugemüllten System kommt eine Generalüberholung gar nicht so ungelegen. Das ist übrigens mein persönlicher Grund, Windows XP zu hassen: Der Quatsch läuft bei mir so stabil, dass ich mich nicht – wie früher bei Win98 – alle paar Monate mit einer Neuinstallation beschäftige. Folglich verstopft die Maschine am mit den Jahren wachsenden Chaos…
Nachdem mein Rechner dann mit der Zeit nicht einmal mehr die eiligst gedownloadete ubuntu-CD mounten wollte, haben wir Ozies Rechner virenfit gemacht, und meine Zweitfestplatte zur Säuberung bei ihr eingehängt. Die wichtigsten Daten dieser Platte sind jetzt bei ihr gesichert, die Platte ist zu leer um wahr zu sein, nur ein kleiner Bootvirus ist nicht wirklich wegzukriegen. Was der anstellen soll, frage ich mich gerade ständig, aber darauf habe ich auf die Schnelle im Netz auch keine Antwort gefunden. Jedenfalls weigert sich die von Nico ausgegrabene Version von XP, bei mir auf dem Rechner zu booten, weswegen ich jetzt, wie eingangs erwähnt, das erste Mal in meinem Leben unter Linux online bin.

Für alle Kenner da draussen: Was (außer sich verbreiten) macht der Bootvirus antiexe und wie kann man ihn ohne Diskette und folglich ohne DOS aus der Welt schaffen?
Bzw. muss man das überhaupt?

Ja, das war es vorerst. Ich bin mir sicher, im Laufe dieses Sonntags liest man noch irgendwelche Neuigkeiten meinerseits.

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