Monthly Archives: Oktober 2011

Gruselige Parties

Halloween!

Ein so langsam auch in Deutschland angekommener Brauch, der meist verächtlich betrachtet wird mit einem:

„Jetzt übernehmen wir diese Kommerzkacke auch noch von den Amis…“

Ich finde es noch eines der sympathischsten Feste, eine Einstellung, bei der mir sowohl die Wikipedia, dieser Text als auch natürlich die Aufdeckung des wahren Ursprungs durch Paramantus geholfen haben. Sicher: Das, was unsere Supermärkte daraus machen, ist vielleicht nicht Sinn der Sache. Ein paar Süßigkeiten werden Ozie und ich dennoch besorgen heute. Ich bin leider ein bisschen spät dran, sonst könnte ich meinen eigenen erwachsenen Spieltrieb ja wenigstens mit dem Untermischen von leckeren Habanero-Gummibärchen unter die Süßis für die Kids befriedigen. Obwohl, nein. Die würde ich selber essen, ich mag die nämlich wirklich! 🙂

Ein wenig albern finde ich indes, dass es dieses Wochenende so viele Halloween-Parties gab. Irgendwie ist es doch absurd, Weihnachten feiert man doch auch nicht vor. Aber klar, das ist einer der wenigen Punkte, in denen Berlin meiner alten Heimat mal gar nicht das Wasser reichen kann: In Baden-Württemberg ist Allerheiligen nach wie vor ein Feiertag und hier nicht.

Hier im Haus gab es am Wochenende wohl auch eine Party. Ich weiss das nur von der Vorankündigung, die an der Türe hing. Das übliche: Kann ein bisschen lauter werden bis kurz nach 24 Uhr, wenn es stört, bitte melden…

Bitte was?

Bisschen lauter bis kurz nach 24 Uhr?

Es ist nicht so, dass ich darauf rumhacken möchte, dass mich das als Nachtarbeiter nicht stört. Aber 24 Uhr? Man muss ja nicht gleich die Partyzeiten vom Berghain imitieren, aber um die Zeit ist doch erst richtig Stimmung in der Bude, oder?

Ja gut, ich habe schon ein Ordnungsgeld zahlen müssen, weil ich gleich bei 3 Parties als Verantwortlicher Polizeibesuch hatte. Aber verfreakte Scheiße, da bin ich doch stolz drauf! Natürlich sollte jeder irgendwann mal zur Ruhe kommen können, aber gelegentlich muss eine Party doch mal drin sein. Also eine richtige!
Ich mag Ruhe. Wirklich. Aber ich mag auch laute Musik. Alles zu seiner Zeit und mit Rücksicht aufeinander. Aber gelegentlich muss man doch auch mal die Sau rauslassen. Und – auch wenn es die Wohnung über mir betrifft – dass darf auch zu Hause sein. Nicht jeden Tag, klar. Aber wenigstens einmal im Jahr (damit es in einem Mehrparteienhaus nicht doch täglich ist)?

Gruselig, dass die lautstarken Eheprobleme meiner Nachbarn im Gegenzug völlig legal sind, weil sie mittags stattfinden…

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Gebrannte Kinder

Irgendwie keine gute Idee:

Sieht brennend sicher gut aus, ABER… Quelle: Sash

Gibt einem doch zu denken, wenn im Hausflur neben dem einzigen Ausgang Feuer gelegt wird. Ich tippe zwar mal auf ein paar zündelnde Kinder, aber es ist auch nicht so, dass das die Sache irgendwie besser macht…

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Notstandsgeblogge

Erinnert ihr euch noch an den letzten total öden Tag?

Diesen Tag, an dem die Langeweile nur noch geschlagen wurde durch die Unlust, irgendwas daran zu ändern?

Herzlichen Glückwunsch! Ihr habt ihn also hinter euch und ich stecke noch mittendrin! 🙂

Wahrscheinlich sollte ich einfach so langsam mein äußerst bequemes und einladendes Bettchen aufsuchen und mir meine Augenlider von innen ansehen. Im Grunde könnte ich dann ja immer noch Schäfchen zählen oder obskuren und spannenden Quatsch träumen. Stattdessen treibt es mich einmal mehr in die Admin-Bereiche meiner Blogs, obwohl ich gar nix zu sagen habe.

Kennt das eigentlich außer mir noch jemand?

Naja, wenigstens kann ich euch so schon zu früher Stunde einen guten Morgen wünschen. Man soll ja alles positiv sehen, heißt es.

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Baurnfänger?

So ein kleines gesellschaftliches Ereignis wie die eigene Hochzeit erfordert bei aller Bescheidenheit der angewandten Maßstäbe dann doch ein paar organisatorische Schachzüge. Ich kann hier beispielsweise den Begriff „Kleidung“ in den Raum werfen.

An dieser Stelle gebe ich den bereits verheirateten Herren die Möglichkeit, sich ausführlich daran zu erinnern… 😉

Eigentlich soll das mit den Klamotten ja kein großes Ding sein. Die Feier wird bei uns in einer kleinen Gaststätte stattfinden, und allen Beteiligten ist klar, dass das nicht darauf rausläuft, eine möglichst lange Schleppe anzulegen, weil die ohnehin nur bei der Reinigung des Raumes funktional wäre.

Nein: Alltagsklamottenzwang ist bereits ausgerufen worden, nichtsdestotrotz fällt darunter bei uns auch das ein oder andere neue Stück. Und warum nicht online bestellen? Der Versandhäuser sind gar viele und so ist Ozie unter anderem auch beim Baur-Versand gelandet. Etwas irritiert nahm sie dabei zur Kenntnis, dass sie wegen der „Kreditrichtlinien“ nicht bestellen konnte.

Das wundersame Geheimnis war schnell geklärt. Der Laden gehört zur Otto-Gruppe und bei eben jener gab es vor mehreren Jahren mal Ärger um eine unbezahlte Rechnung. Wir sind uns durchaus bewusst, dass man ja auch als Kunde in der Pflicht steht und mal abgesehen davon, dass das damals natürlich keine absichtliche Aktion war (und natürlich auch längst bereinigt ist), ist es ja nicht allzu unverständlich, dass die internen Richtlinien eines Konzerns da mal den eigenen Interessen zuwider laufen.

Irritierend an der Sache war dagegen, dass es sich ja beileibe nicht um einen Rechnungskauf gehandelt hat. Ursprünglich wollte Ozie mit Kreditkarte zahlen. Das Formular dafür war fehlerhaft, so dass sie Paypal als Zahlungsmethode ausgesucht hat, ein Vorgang bei dem es schon fast abenteuerlich wirkt, dabei auf „Kreditrichtlinien“ zu verweisen, wo gar kein Kredit von irgendwem an irgendjemanden vergeben wird.

Aber sei es drum. Dumme Dinge passieren und machmal hängt einem eine Unachtsamkeit eben etwas länger nach.

Heute haben wir dann festgestellt, dass das Geld für die Bestellung dennoch abgebucht wurde. Obwohl Ozie also damals unsanft mit dem Verweis auf die Richtlinien in der Bestellung via Paypal unterbrochen wurde und es nie zum Abschluss kam, wurde das Geld dennoch einfach mal angenommen. Auf die natürlich sofort versandte Mail mit der Bitte um eine Korrektur reagierte der Versandhandel nun eher unorthodox und vermeldete, dass sie sich über die Rückmeldung freuen („Gut, dass sie sich […] bei mir melden.“) und die Artikel natürlich binnen einer Woche versandt werden.

Ich würde ja gerne wissen, was in solchen Fällen passiert, wenn man keine Mail schreibt.

Auf zwei Dinge weise ich den Baur-Versand an dieser Stelle hin: Erstens auf meinen Satz oben: „Der Versandhäuser sind gar viele.“ Und zweitens auf die Tatsache, dass eine Rücksendung der Ware für uns kostenlos ist…

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Im Wandel

Im Internet trägt es einen ja oftmals von Link zu Link und am Ende landet man auf Seiten, die man eigentlich gar nicht ansehen wollte. Der Online-Auftritt des Merkur ist beispielsweise eine Seite, auf der ich allenfalls lande, wenn sie bei bildblog mal wieder als schlechtes Beispiel erwähnt wird.

Aber es hat mich gerade doch dorthin verschlagen, auf einen Artikel über den „Porno-Tweet“ des Regierungssprechers. Soweit, so erschreckend. Was mich aber wirklich aus den Socken gehauen hat, ist die erste Klickstrecke, die dort angepriesen wird. Vor Jahren hab ich bei bild.de mal eine Bilderstrecke mit „Westerwelles Pferde-Top-3“ gefunden, aber diese hier ist fast noch bekloppter:

Merkels Frisur im Wandel der Zeit

Es ist nicht so, dass ich das gerne verlinke. Es ist auch nicht so, dass es irgendeine Relevanz besitzt. Für mich erklärt es aber sehr gut, warum manche Menschen das Internet für eine Ausgeburt des Bösen halten…

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Rücksendung

„Mach mal das Paket auf!“

„OK.“

Woher hätte ich denn bitte wissen sollen, dass Ozie es für die Rücksendung nochmal brauchen könnte?

"Bisschen Panzertape, dann geht das wieder!" Quelle: Sash

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Eiszeit

Inzwischen ist es wieder dunkel, wenn ich zum Arbeiten das Haus verlasse. Und kalt.

Man muss beides nicht mögen, mir fällt das bei dem verregneten Sommer gerade auch nicht ausschließlich leicht, mich bringt der Herbstbeginn aber immer wieder dazu, ein bisschen zurückzudenken. Neulich, als ich mit Ozie in der Küche saß, die Heizkostenabrechnung überfliegend zum Beispiel. Oder als ich aus der Bahn heraus zwei Menschen sich abmühen sah mit einem offensichtlich neu erworbenen 50-Zoll-Fernseher.

Das kalte und schneidende Dunkel ruft bei mir irgendwie immer irgendwelche Erinnerungsfetzen hervor.

Während ich über unseren Energieverbrauch sinnierend scheineloquent daherredete, hatte ich vor Augen ein Bild meines Vaters aus den späten Neunzigern. Wie er da saß, Rechnungen ansah, und mich daneben; ungläubig wahrnehmend, dass so ein Schund einen Erwachsenen interessiert und einem gleichzeitig auch noch so leicht von der Hand geht.

Und die beiden, die den Fernseher kaum tragen konnten! Ich sah mich in Stuttgart durch die Königstraße schlendern, gerade ein Vermögen für einen CD-Recorder ausgegeben habend und nun an den bettelnden Punks vorbeigehend.

Die Punks haben damals von mir Kohle für einen ganzen Kasten Bier bekommen – und ja: die Rechnungen sehe ich heute selbst durch. So seltsam entfernt mir die Zeit damals vorkommt – ich hatte ja nicht einmal einen Führerschein und hab zum Einschlafen gerne mal eine Tüte geraucht – so sehr ist mir doch irgendwie die Ruhe der kalten Jahreszeit immer noch das Liebste.

Die letzten Arbeitstage haben sich allesamt angefühlt wie der erste oder zweite überhaupt und mit dem fallenden Thermometer außerhalb steigt die Wärme innerhalb meiner vier Wände. Es sind weniger Menschen unterwegs und zwischen den Wölkchen ausgeatmeter Luft an der Haltestelle scheint die Zeit langsamer zu vergehen als zwischen all den kurzen Shirts im Sommer.

Eigentlich wollte ich nur kurz schreiben, dass es mir gut geht. Und dass ich gerade zwei Kerzen angezündet habe.

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