Ich würde sagen, dass es immer schön ist, wenn sich Menschen für Politik interessieren und ihre Meinung kundtun. Auch wenn es mal unter seltsamen Umständen ist. Aber mal ehrlich: Grafisch waren wir schon mal weiter!
Speed zum Chillen
Ich weiß, die Überschrift impliziert üble Dinge. Aber um Drogen soll es gar nicht gehen. Nachdem ich gestern über meine Arbeitszeiten referiert habe und mir nochmal vor Augen gehalten hab, was ich gerade alles so am machen und tun bin, habe ich beschlossen, mal wieder etwas ganz seltsames zu tun: Abschalten!
Jetzt lasse ich mich am PC aber genauso gerne hetzen wie runterbringen. Natürlich lese ich mal in Ruhe ein paar Texte oder sehe mir etwas an. Aber am Ende registriere ich doch jede eingehende Mail, jeden Tweet, Kommentar etc. So ganz links liegen lassen geht nicht. Normalerweise. Aber jetzt am Wochenende hab ich dann einfach mal Windows hochgefahren. Im normalen Leben benutze ich Ubuntu, aber ich hab – nur zum Zocken – noch eine kleine Insel mit Win XP bei mir auf der Platte liegen. Und ein System mit einem so alten und nie gepflegten Betriebssystem lässt gar nicht erst den Wunsch aufkommen, sich ernsthaft ins Internet zu wagen. Auch ohne auf diesem System was zu verlieren zu haben, habe ich besseres zu tun, als mich um Virenbekämpfung zu sorgen. Deswegen nutze ich ja Linux.
Und dann habe ich einfach ein paar Stündchen (nicht am Stück) Trackmania gezockt. Hektisch herumrasend und innerlich entspannt. Keine Nachrichten, keine Anfragen, einfach nix außer bunten Bildchen. Lange her, dass ich das das letzte Mal gemacht habe, zumindest hat es sich so angefühlt. Sollte ich zukünftig vielleicht auch mal wieder anders halten. Aber wie man sieht: neben aller Mühe ist schreiben trotzdem auch notwendig. Das hier ist ja nicht grundlos ein Blogeintrag.
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Arbeitszeiten
Im Rahmen meiner von außen betrachtet recht niedlichen Angewohnheit, mir das Leben schwer zu machen, habe ich echt was lustiges geschafft: Zum einen hab ich einen recht gewöhnlichen Job. Dessen Vorteile sind bekanntlich sowohl, dass meine Zielgruppe irgendwie jeden Bewohner oder Besucher von Berlin beinhaltet, als auch dass ich sehr flexible Arbeitszeiten habe. Zum anderen schreib ich nebenher (verwirrenderweise ja viel über meinen Job) und dank glücklicher Umstände sorgt das für ein paar Talerchen extra, die ich weitgehend in die Vermeidung von Arbeit investiere. Für sich gesehen ist da erstmal nichts widersprüchliches dabei, es resultieren aber lustige Verknüpfungen daraus:
Je mehr ich schreibe, desto weniger arbeite ich. Und: Je mehr ich schreibe, desto mehr Leute rufen mich als Taxifahrer an.
Ergo: Je weniger ich arbeite, desto mehr Leute wollen mich bei der Arbeit!
Bedenkliche Ausmaße nimmt das noch nicht an, aber ich sollte so langsam mal irgendwie meine Arbeitszeiten besser kommunizieren, denn in letzter Zeit bin ich doch einige Male angerufen worden, während ich an meinem Schreibtisch saß. Von allen Leuten, die nachts Anrufe von Betrunkenen kriegen, bin ich sicher noch der gefassteste, aber da die meisten ja doch eher ein Taxi als ein lustiges Schwätzchen wollen, ist das natürlich ein bisschen doof.
Leider entscheide ich wirklich sehr oft spontan, ob ich arbeite oder nicht, aber bevor ich eine endgültige Lösung finde, hier meine derzeitigen Haupt-Arbeitszeiten:
Donnerstag: 20 – 2 Uhr (manchmal)
Freitag: 20 – 6 Uhr (fast immer)
Samstag: 20 – 6 Uhr (fast immer)
Sonntag: 20 – 1 Uhr (wenn es sich nicht vermeiden lässt, also eher selten)
Außerhalb dieser Zeiten hab ich jetzt schon eine ganze Weile nicht mehr im Taxi gesessen, da ist es also nahezu ausgeschlossen, mich zu erwischen.
PS:
Ich weiß, sieht ganz schön luschig aus. Vom Taxifahren her ist es das auch. Aber wenn ich meine Schreiberei mit allem Nebengedöns draufpacke, dann hab ich eine 80-Stunden-Woche, manchmal auch mehr. Und mein Einkommen bleibt meist dreistellig, also ruhig Blut! 🙂
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Sehenswertes
Das Ende des vorher beschriebenen Tages wurde letztlich sehr kurz. Gefühlt. Ähnlich wie viele von euch sich im Internet zu mir verirren, lande ich auch manchmal bei euch. Wir haben alle interessantes zu erzählen. Ein wenig peinlich ist mir nun, dass ich gar keine großen Worte über ednongs Blog verlieren kann, ich schaue zu selten rein. Da bin ich ehrlich. Ich lese so viel, dass auch einiges mal hinten überfällt. Das ist nicht immer fair. Aber ednong, den ich als treuen Leser und Kommentator immer geschätzt habe, hat mir nun eine sehr amüsante Zeit beschert. Denn er hat in seinem Blog ein Video von Volker Pispers verlinkt. Ich kenne Volker Pispers zwar schon, mag ihn und habe einiges von ihm gehört – aber das neue „bis neulich“-Programm (in dem tatsächlich quasi keine Elemente des ursprünglich unter diesem Namen veröffentlichten Programms zu finden sind) war mir bis dato unbekannt.
Und das teilte ednong hier mit der Welt.
Ich weiß nicht, was ich zu Pispers noch sagen sollte. Er hat eigentlich wie immer auf ganzer Linie Recht. Wer sich seinen Auftritt komplett angehört hat und einen entscheidenden sachlichen Fehler findet, der soll es mir gerne mitteilen. Und das meine ich ernst. Auch wenn der Mensch uns allen zwei Stunden lang das eigene Leben schlechtredet, hat er dennoch Recht. leider natürlich.
Was mich aber – um auf die Veröffentlichung des tollen Youtube-Videos-Audios zurückzukommen – noch mehr freuen würde: Kommentiert das doch besser in euren Blogs, auf euren Seiten! Und dann verlinkt das hier. Ich verspreche nichts, aber ich freue mich darauf, ein paar neue Blogs kennenzulernen und vielleicht ist mir das ja auch mal eine Empfehlung wert!
Time of my life
after school I took my chances
continued (to) do the things I love
now I find that I was right
I’m 26 and still I
do what I want to
(H-Blockx, 1999, „Bang Boom Bang„, Time of my life)
Eine wahrlich zu schöne Strophe, ein schönes Lied und hoffentlich dauerhaft der Soundtrack meines Lebens. Ein bisschen jugendlicher Leichtsinn und dennoch die Erkenntnis: Nein, verdammt: Ich bin schon alt genug, aber ich stehe immer noch zu meinen Entscheidungen. Und die 26 Jahre hab ich ja nun auch schon deutlich hinter mir gelassen.
Kurz bevor dieses Album rauskam, war das Jahr meines Lebens 1997. Obwohl ich während dieses Jahres allein in ungefähr ein Dutzend Mädels ebenso überschwänglich wie unglücklich verliebt war, war es eine geile Zeit mit vielen Parties, Konzerten neuen Freunden und und und. Geschworen hatte ich mir damals, alle folgenden Jahre am Jahr 1997 zu messen und einige Briefe von 1998 ziert noch das Datum „1997 (2)“
Nun, die Zeit bleibt nicht stehen und wesentlich mehr als damals sollte eigentlich klar sein, dass das Leben kein Ponyhof ist und man nicht immer nur machen kann, was man will. Vielleicht. Aber ich krame an dieser Stelle – sicher zum Stolz meiner Deutschlehrerin – nach den Worten des Faust: „Allein mir fehlt der Glaube“ und halte mich einfach nicht an diese Regeln.
Nett zu zweit kochen, Fischstäbchen zum Frühstück, ein großes Geschenk freudig auspacken, einfach mal die Arbeit absagen und nebenbei noch lobende Post von einem Helden der eigenen Jugend bekommen. So sah mein gestriger Tag aus. Das Fußballspiel, so spannend es war, war für mich nur das i-Tüpfelchen auf einem Tag, an dem ich selten mehr als meine Boxershorts getragen habe und an dessen Ende ich zufrieden ein paar Zeilen niederschreibe, während es sich in meinen Fingern anfühlt, als würde ich irgendwas ungleich erhabeneres machen als mal eben zu bloggen oder eine Buchgeschichte zu vollenden. Es gibt ein Wort dafür: Hach!
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@sashbeinacht
Ich wollte mal ein kleines bisschen Werbung für dieses sympathische kleine soziale Netzwerk namens Twitter machen. Also nicht, dass die mich jetzt bezahlen würden. Ich bin in letzter Zeit einfach gerne da. Und wenn, dann – ich muss es ja gestehen – lange!
Wenn ich um die frühe Mittagszeit mal schon halbwegs wach bin und nicht so recht weiß, was ich mit meiner vielen Freizeit anfangen soll, weil ich mich zu längeren Blogeinträgen oder gar Geschichten für Bücher nicht aufraffen kann, dann vergeht schon mal einige Zeit, bis ich meine Timeline wieder schließe und mich davon abwende, mir möglichst absurdes aus den Fingern zu saugen.
Twitter hat lange Zeit unter meinen Online-Aktivitäten eine geringe Rolle gespielt, aber im Moment – das muss nicht ewig so sein – ist es mein liebstes soziales Netzwerk. Trotz – oder gerade wegen – der geringen Möglichkeiten. Deswegen isses natürlich nicht neu und von vielen weiß ich ja, dass sie schon vor mir bei Twitter waren. Aber mal was dazu sagen, wollte ich jetzt da ich Twitter vermehrt nutze, eben doch mal.
Die Erfinder von Twitter hatten ja eigentlich schon eine ziemlich bekloppte Idee mit ihrer Begrenzung auf nur 140 Zeichen pro Tweet. Und dann, dass man Leuten einfach einseitig folgen kann: Ist zwar inzwischen Standard auch bei Facebook und G+, aber so radikal wie bei Twitter wird es kaum umgesetzt. Das hätte das Ganze auch schnell langweilig machen können, aber das wurde es nicht.
Dass man bei Twitter nicht jedem gleich folgt, der das bei einem selbst tut, gehört dazu. Wenngleich ein Haufen Bots und noch mehr SEO-Werbestrategen das immer noch für ein tolles Konzept zu halten scheinen. Und das ist gut. Denn nicht jeder, für den man sich interessiert, interessiert sich andersrum für mich – oder umgekehrt. Und während es irgendwie schon peinlich ist, bei Facebook Sascha Lobo zu liken, bloß um seine Kolumnen nicht zu verpassen, folge ich ihm auf Twitter ohne Bedenken. Dass er im Gegenzug mir nicht folgt, finde ich eher beruhigend 😉
Dann die Begrenzung auf 140 Zeichen: Ich hab selten etwas gesehen, das Menschen mehr beflügelt hat und merke es auch langsam selbst. Tweets, insbesondere die guten und unterhaltsamen, sind eine ganz eigene Kunstform geworden. Viele haben eine ganz eigene Grammatik, eine ganz andere Funktionsweise als Sprache in anderen Bereichen. Das verwirrt am Anfang ein bisschen, aber es funktioniert und macht die Sache nicht weniger gut!
Und die Geschwindigkeit ist atemberaubend. Natürlich verbreiten sich auch bei Twitter sinnfreie Mems schneller als alles andere, aber je nach Zusammenstellung der Timeline erfährt man Dinge maximal Minuten, wenn nicht Sekunden, nachdem sie passiert sind. Das Leben ist allgemein schnell und man muss es nicht übertreiben, aber wenn ich wissen will, ob Facebook seine Datenschutzrichtlinien gerade wirklich umschaltet, erfahre ich das schneller bei Twitter als bei Facebook selbst. Maßgeblich daran beteiligt ist natürlich das Retweeten, das noch kompromissloser und einfacher als das Teilen bei Facebook passiert und hier sogar ganz uneitel ohne das im eigenen Namen zu tun oder noch etwas ergänzen zu können.
Ich hab eine Weile gebraucht, ja. Und als Blogger mit einer Monster-Software wie WordPress als Standard hatte ich an soziale Netzwerke auch Erwartungen, die Twitter nicht gerade übererfüllt hat. Mir kam Facebook schon lächerlich funktionslos vor, da musste ich mich bei Twitter ja fragen, ob die nicht zufällig vergessen haben, für mich die 2010er-Version freizuschalten. Außer faven, retweeten und mal eine Message schreiben kann man da ja nix. Selbst das Profil hat bloß 140 Zeichen und Fotoalben gibt es auch nicht. Aber das hat dem Dienst nicht geschadet und er sorgt für unglaubliches Amusement und schnelle Verbreitung von Wissen. Oder beides. Oder nix davon und man verfolgt nur mit, ob andere den Tatort gerade genauso scheiße finden wie man selbst.
Ich jedenfalls will es nicht mehr missen und kann es nur empfehlen. Und auch wenn ich den Text damit begann, dass das Werbung sein soll: Das war jetzt ausnahmsweise keine eigennützige Folgt-mir-alle-Bettelei. Ihr findet mich dort wenn ihr wollt unter dem Namen in der Überschrift. Tatsächlich ist das gerade aber vielleicht doch eher eine Liebeserklärung als eine Werbeunterbrechung …
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Als ich ein Arschloch war …
Im Allgemeinen bin ich ja ein eigentlich recht leicht liebzugewinnender Mensch. Ich achte auf meine Umwelt, die Menschen um mich herum und selbst im Taxi verprügele ich nur selten meine Fahrgäste. Spaß beiseite: Ich hab noch keinen verdroschen!
Aber – ein paar wenige kennen mich so – ich war auch mal anders.
Nein, der typische Schul-Rowdy war ich nie. Glaube ich zumindest. Aber es gibt Menschen, die bleibende Schäden durch mich erlitten haben. Die meisten allerdings verdient.
Als „Fettsack“ der Klasse bin ich oft genug Opfer gewesen. Ich habe Spott, Hänseleien und dergleichen mehr zur Genüge abbekommen. Das Problem der meisten meiner Gegner war: Ich war nicht nur fett, sondern auch groß und stark. Mit Entsetzen nahm meine Mutter vor zig Jahren zur Kenntnis, dass ich einem Jungen namens Goran aus meiner Klasse ein blaues Auge verpasst hatte. Was kaum jemand wusste war indes, dass er dieses bekam, als ich bereits am Boden lag und einer meiner verteidigenden Fußtritte ihn glücklicherweise so treffsicher in die mich verhöhnende Fresse traf, dass ich noch heute ein wenig von der Genugtuung zehren kann, wenn ich nur daran denke.
Kinder sind Arschlöcher. Und als solche sind sie sehr effektiv. Da hab ich eben keine Ausnahme gemacht. Wenn ich etwas in dieser Hinsicht bereue, dann höchstens, dass mein zeitweiliger Freund Thomas von mir einen Bleistift ins Bein gerammt bekam, dessen Spitze er wahrscheinlich noch heute vorzeigen kann. Die anderen hatten die Schläge ins Gesicht und die Stühle auf den Kopf (kein Witz, so war ich wirklich drauf!) verdient.
Wie man in mir gut erkennen kann: Nicht aus jedem verhaltensauffälligen Kind wird ein Psychopath. Allerdings kann ich bestätigen, dass äußerst brutale Mordfantasien in meinem Leben als (kindliches) Arschloch durchaus vorgekommen sind. Ich vermute, die Fachwelt wird es erschrecken, dass das etwa zeitgleich mit dem Aufkommen von „Killerspielen“ nachgelassen hat …
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