Ausstattung!

Dinge, die die Welt nicht interessieren, Part 42425252.

Gelegentlich schreibe ich, dass ich mich trotz Niedriglohnjob im Luxus befinde. Das kann ich immer wieder nur bejahen! Gewiss, das ein oder andere notwendige und wichtige Teil besitze ich nicht – zum Beispiel eine Krawatte oder eine Gelddruckmaschine. Auch sonst sieht mein Zimmer eher aus, als wäre es das vielbeschworene „Jugendzimmer“, dessen Existenz uns findige Möbelfabrikanten immer wieder einreden wollen.

Aber das ist nur ein kleiner Teil unserer Wohnung, und ich stellte heute einmal mehr fest, dass wir hier so verdammt viel verfreakten Quatsch herumstehen haben, der anderen vielleicht nicht die Tränen in die Augen, aber sicher das Fragezeichen auf die Stirn treibt.

Dass wir eine Schlagbohrmaschine besitzen, erklärt sich vielleicht noch aus der Tatsache heraus, dass wir in einem Plattenbau leben. Und auch wenn wir nur wie normale Menschen gelegentlich mal Bilder aufhängen und Regale an die Wand schrauben, haben wir diese inzwischen eher zur Zierde tief in unserem Werkzeugregal untergebracht und sind umgestiegen auf den Gebrauch eines Bohrhammers. Naja, Werkzeug…
Für den Großteil unseres Werkzeugs haben wir ein Regal in der Wohnung stehen, das überraschenderweise kein Billy ist, sondern doppelt so groß und zudem meiner Familie seit nunmehr einem Vierteljahrhundert gute Dienste leistet. Schon erstaunlich, was aus der kleinen „Werkzeug-Schublade“ der WG in Stuttgart geworden ist.

Aber blablabla, eigentlich wollte ich auf was ganz anderes heraus:

Wir haben endlich einen Baustrahler in der Wohnung!

Nun könnten natürlich Fragen aufkommen. Erstmal: Nein! Wir verwenden das niedliche (hey, sind nur 500 Watt) Tierchen nicht, um das Glühbirnen-Verbot zu umgehen. Wir sind also nicht dazu übergegangen, das Saarland zu einer Lichtwelt umzugestalten. Wobei ich mich gerade beim Schreiben frage, was das wohl für ein Gefühl ist, beim Verrichten seines Geschäftes von so einem Teil angstrahlt zu werden… ok, too much information!

Nein, selbst bei uns folgen Anschaffungen meist einer gewissen Rationalität. Das mag im Nachhinein nicht so aussehen, schließlich haben wir nach der erfolglosen Einstellung unseres Chili-Experimentes auch etwa 75 Blumenkübel (ich wollte sie zählen, war aber zu faul) und nur einen Kaktus. Aber zum Zeitpunkt der Anschaffung waren die Gerätschaften meist notwendig. Und wer an der Notwendigkeit beispielsweise eines Schokoladen-Fondue-Sets zweifelt, der hat noch nie ein glücklich dreinschauendes und schokoverschmiertes Ozie gesehen 😉

Also Nutzwert! Was ist der Nutzwert eines Baustrahlers? Klar, Licht! Aber wozu? Und hier kommen wir zu dem Punkt, an dem ich euch nicht nur ein weiteres Foto aus unserem Kreativlabor im fernen Osten zeigen möchte – sondern sogar ein bisschen Werbung machen.

Denn unser neues Schmuckstück (hier rechts im Bild) ist eigentlich nur für dieses liebevoll arangierte Chaos da:

Voll Profi-Zeug, ey! Quelle: Sash

Voll Profi-Zeug, ey! Quelle: Sash

Nun, auch wenn es für Laien nicht erkennbar und für Profis unglaublich dilettantisch erscheint: Das ist ein Lichtzelt (gucksu Wikipedia). Und da ein Lichtzelt mitunter eine ziemlich intensive Beleuchtung zum Fotografieren erfordert, die wir im Übrigen mit unseren völlig selbstverständlich auch in unserem Besitz befindlichen Tageslichtlampen noch nicht zufriedenstellend  erreicht haben, haben wir nun noch einen Baustrahler 🙂

Nun warten die aufmerksamen Leser auf die Werbung, während die unaufmerksamen sich auch fragen, weswegen wir so einen Aufwand betreiben. Nun, es geht nicht um die Fotos an sich. Die Leute, die wirklich alles von mir lesen (beide Blogs, twitter und facebook) wissen, dass Ozie vor rund einem halben Jahr (erinnert euch an den Androiden-Schlafsack!) mit Nähen angefangen hat. Und ja, das „angefangen“ meine ich recht wörtlich. Seit zwei Tagen bin ich deswegen schon im Besitz eines neuen Hemdes (Ein Hemd, verdammt! Meine Freundin hat mir ein Hemd genäht und es sieht aus wie ein echtes! 🙂 ), aber noch viel beeindruckender lässt sich der Eifer meiner Freundin daran zeigen, dass sie seit nunmehr zwei Monaten Täschchen aller Art näht und diese auch (sehr erfolgreich) verkauft.

Ich persönlich bin ja immer noch ein wenig irritiert über diese seltsame Handarbeits-Szene, die von mir völlig unbemerkt im Netz herumgeistert und wäre immer noch skeptisch, wenn mir jemand erzählt, er hätte eine reizende Bücher-Tasche oder ein tolles Pillen-Etui gekauft. Aber hey, wir besitzen einen Baustrahler, also warum nicht? 😉

Naja, und so langsam – auch in Anlehnung an ihren Geburtstag vor zwei Tagen – kann ich Ozies Shop beim Portal DaWanda auch mal verlinken. Und die Fotos sind im Übrigen wirklich fantastisch 😉

Hier ist der Link:

mausgrau design

Nachtrag: Da ich mal wieder planlos einfach drauf losgeschrieben habe und sich das Thema im Laufe des Artikels verschoben hat, entsteht nun natürlich ein seltsamer Eindruck. Ich beginne den Text mit „Dinge, die die Welt nicht interessieren“ und ende mit dem Link auf Ozies Shop. Das ist so natürlich nicht gedacht gewesen. Der Anfang bezog sich auf die Ausstattung unserer Wohnung 🙂

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Altmetall

Wahrscheinlich wird mich nur eine kleine Gruppe meiner Leser wirklich verstehen können. Und zwar die, die sich irgendwann von ihren langen Haaren zugunsten eines zivilen Erscheinungsbildes getrennt haben…

Kennt ihr das, wenn ihr nach 5 Jahren mal wieder eine wirklich geile Scheibe in den CD-Player schiebt (ja, keine mp3’s, richtig bewusstes Musikhören!) und dann nach einer Minute feststellt, dass irgendwas anders ist als in eurer „Jugend“?

Und dann merkt man, dass irgendwie die Gravitation der ehemaligen Haare fehlt, und das Headbangen fast schon anstrengend wird…

Ich widme diesen Post all den guten Bands, zu deren Musik ich so viele Stunden meine Nackenmuskulatur gestärkt habe. Da wären zum einen natürlich Metallica und hier und da ein paar Stunden Slayer und Sepultura. Meist aber erlangte ich mein halbwegs erwähnenswertes Schleudertrauma mit den Crossover-Helden meiner Jugend. Hier seien insbesondere Such a Surge, H-Blockx und Dog eat Dog genannt. Das heisst natürlich nicht, dass es nicht auch einige andere gegeben hätte… insofern gilt mein besonderer Dank auch Clawfinger, Thumb – und um die Punk-Fraktion nicht zu vergessen – auch die genialen Drescher von Dritte Wahl.

Wer das halbwegs nachvollziehen kann, postet folgendes in den Kommentaren:

\m/

😉

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Die Antwort steht in den Sternen…

Warum schreibe ich eigentlich gerade so wenig?

Ich bin ja eigentlich ein zu regelmäßiger Blogger, um ernsthaft auf die Idee zu kommen, ich schreibe mal zu wenig. Meist poste ich meine Entschuldigungen auch noch, bevor irgendwer es auch nur in Betracht ziehen würde, dass ich gerade so eine Art Pause mache. In den vergangenen Tagen lag meine sichtbare Aktivität im Internet allerdings irgendwo herum, wo sie nicht so einfach aufgefunden werden konnte. Dabei war ich im Netz. Stundenlang. Jeden einzelnen Tag!

Wer selbst schreibt, wird irgendwann gemerkt haben, was das große und wahrscheinlich einzige Geheimnis hinter einem brauchbaren Schreibstil ist: Lesen. Man kann die verrücktesten Dinge erleben, man kann einen schon übernatürlich ausgeprägten Drang zur Selbstdarstellung haben und alle Zeit der Welt. Man wird wahrscheinlich nie wirklich gut im Schreiben sein, wenn man nicht seinerseits viel liest, und damit – mitunter völlig unbewusst – seinen sprachlichen Horizont erweitert.

Und als rundum schreibbegeisterter Mensch lese ich auch wahnsinnig viel. Leider zu wenige Bücher, keine einzige Tageszeitung, aber dafür im Netz umso mehr. An einem normalen Tag lese ich inzwischen sicher mindestens 300 Texte, von einer Polizeipressemeldung bis hin zu mehrseitigen wissenschaftlichen Erklärungen und politischen Hintergrundberichten. Ein Genie bin ich deswegen noch lange nicht, mein Kurzzeitgedächtnis funktioniert ähnlich gut wie Suppe essen mit Stäbchen.

Aber ich kann nicht nicht lesen. Es geht nicht. Seit ich mein Smartphone hab, nutze ich sogar die Zigarettenpause vor dem Taxi zum Lesen im Internet. Es gibt Tage, da überlege ich mir, ob ich an der Ampel nicht kurz an einem Artikel weiterlesen kann. Ist wahrscheinlich eine komplexe Zwangsstörung 🙂

Naja, und wenn ich dann mal wirklich an was dran bin…

Ich muss jetzt vielleicht ein bisschen weiter ausholen – zurück in die Kindheit. Ich war immer schon ein astronomiebegeisterter Mensch. Also zumindest seit ich 9 oder 10 Jahre alt bin. Und mit astronomiebegeistert meine ich nicht, dass ich gerne mal den Mond angesehen habe, sondern dass ich die Namen der Krater dort kannte und seit meinem zwölften Lebensjahr auswendig weiss, dass die Lichtgeschwindigkeit nicht 300.000 km/s beträgt, sondern 299.792,458. Übrigens ein Wissen, mit dem ich manche Lehrer ganz schön genervt habe 😉
Das bis heute schönste Weihnachtsgeschenk, das ich je bekommen habe, war ein astronomisches Lexikon, und das Verschwinden desselben rangiert unter den schlimmsten Verlusten meines Lebens ziemlich direkt hinter verstorbenen Familienmitgliedern und hat mit der Zeit meinen Teddy verdrängt, den ich mit 7 Jahren im Eutiner Staatsforst zugunsten eines Stocks habe liegen lassen.

Ich hab Artikel über Quasare gelesen, bevor ich jemals auch nur eine Stunde Physik in der Schule hatte und besaß ein reges Interesse an Kernfusion, bevor mir mein Chemielehrer gezeigt hat, dass Heliumatome auch verdammt langweilig sein können.

Mein geringes Verständnis auf der Berechnungsebene hat mich eigentlich nie daran gehindert, zu lesen, was es zu lesen gab. Und seit ich Internet habe, bin ich zu einem der Menschen geworden, der von der Wikipedia behauptet, alle interessanten Artikel sowieso schon gelesen zu haben. Bevor jemand fragt: Ja, ich lese die Wikipedia als Unterhaltungslektüre.

Naja, und dann das:

Vor etwas über einer Woche hab ich mir mal endlich ein paar alte Beiträge in Florian Freistetters Blog „Astrodicticum Simplex“ angesehen. Ich bin hier und da immer mal wieder durch Links auf diesen Astronomie-Blog gestoßen, hab ihn aber stets wieder vergessen. Nun hab ich den „Fehler“ gemacht, das Tab geöffnet zu lassen…

Das heisst, um es auszusprechen: Ich lese seit einer Woche jede freie Minute bei Astrodicticum Simplex. Jedes Mal, wenn ich was anderes machen will, lande ich dann doch nach kurzer Zeit wieder „versehentlich“ dort und lese. Und lese. Und lese.

Ja, und somit steht die Antwort, warum ich so wenig schreibe, gewissermaßen in den Sternen.

Ich weiss, die meisten meiner Leser sind davon sicher nicht so übermäßig begeistert, aber ich möchte den Blog einfach gerne weiterempfehlen. Man erfährt dort viel Grundlagenwissen, aber auch viele detailliertere Antworten auf aktuelle Fragen. Freistetter schreibt gegen Pseudowissenschaften an und hat zum Beispiel beim Erklären, warum 2012 die Welt nicht untergehen wird, eine geradezu liebenswerte Geduld. Dazu kommen sehr kuriose, aber interessante Links, atemberaubende Fotos und allerlei aktuelle Forschungsergebnisse – und alles so simpel wie möglich erklärt, ohne dabei allerdings kindisch oder dümmlich zu sein.

Also falls ihr meiner Schreibfaulheit wegen nicht wisst, was ihr lesen sollt…

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Ich und die Ärzte

Während ich mit der Fun-Punkband dieses Namens immer schon nette Konzerte und feinste pubertäre Witze verbunden habe, sind Ärzte im eigentlichen Wortsinne selbst oft am Verbinden. Ich bin nicht ganz glücklich mit diesem ersten Satz, aber ich will ja auch irgendwann weiterschreiben können.

Restkrankheitsbedingt habe ich heute mal wieder meinen Arzt aufgesucht, was seinen Zweck wie üblich vor allem darin hatte, einen gelben Schein abzuholen, der meinen Verdienstausfall beschränkt. Verdammte Axt, was werde ich auch ausgerechnet übers Wochenende krank!

Ganz clever bin ich gleich zur Praxisöffnung hingefahren, um mich vordrängeln zu können auf Kosten der Rentner, die für den Fußweg 5 Minuten länger brauchen als geplant. Das war mal wieder eine Fehlentscheidung, denn telefonisch hätte ich erfahren können, dass die Praxis diese Woche geschlossen ist…

Also hab ich mich verzweifelt in Richtung meiner Heimatgefilde aufgemacht. Das Dumme in Marzahn ist, dass eigentlich kein Arzt noch Patienten annimmt. Ich hatte allerdings gleich vor der Haustüre Glück und bin als Notfall dann doch untergekommen. Ich strapaziere die Geldbeutel meiner Mitmenschen nur ungerne, aber alleine zwei unfreiwillig freie Wochenendtage kosten mich rund 200 €. Da hört in meinem Universum der Spaß auf.

Allerdings teilen die wenigsten Ärzte meine Ansichten zum Thema Krankschreibungen. Meist lassen sie sich unterteilen in die eine Gruppe, die eine Krankschreibung am liebsten auf die paar Stunden des Arztbesuches beschränken möchte, und neben Cholera, Lungenpest und abgesägten Körperteilen sowieso kaum eine Notwendigkeit für derartige Maßnahmen sehen – und die andere Gruppe, bei der man nach der nüchternen Beschreibung einer wegen Kopfschmerzen durchwachten Nacht die Möglichkeit erhält, nach umfassender Untersuchung durch 8 angesehene Spezialisten und einer ambulanten 4-wöchigen Therapie eine übergangsweise halbjährliche Krankschreibung bis zur zweimonatigen Reha bekommt.

Wie es der Zufall so will, ist mein Plan auf der Jagd nach einem gelben Schein aber in der Regel weder, dass ich ihn mir ausreden lasse, noch der zusätzliche Aufwand eines stark verfrühten Rentenantrages. So durfte ich auch dieses Mal wieder feilschen und meiner Übergangsärztin klarmachen, dass ich zwar gerade noch nicht arbeitsfähig bin, durchaus aber plane, die Wiederaufnahme meiner Tätigkeit nicht hinter meinen vierzigsten Geburtstag zu schieben, wenn ich noch nicht einmal weiss, was ich an meinem dreißigsten so mache.

Also haben wir uns auf Mittwoch geeinigt. Meinetwegen.

PS: Ich möchte an dieser Stelle als Nacht- und Wochenendarbeiter anprangern, dass es kaum möglich ist, mit einem normalen Aufwand eine Krankschreibung für Freitag zu erhalten!

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Verkaufsoffene Demokratie

Ich war ja geradezu schockiert, als ich vorhin mit Ozie beim Abstimmen für den Volksentscheid zum Gesetzentwurf über die Berliner Wasserverträge an unserem Wahllokal angekommen bin. Ich musste noch niemals anstehen, um einen Stimmzettel abzugeben!

Das wiederum lag wahrscheinlich auch daran, dass wir dank krankheitsbedingt umgestaltetem Schlafrhytmus zu einer für uns eher untypischen Uhrzeit dort waren. Mit einiger Skepsis würde ich nämlich behaupten, dass zu dieser Abstimmung ohnehin fast nur Befürworter gehen, und ich in unserer Umgebung die größte Chance für ein 50%-Ergebnis der Antwort „JA“ dort vermute, wo nach der chemischen Formel von Wasser gefragt wird. Aber man darf gespannt sein. Der Berliner Senat hat sich ja mal wieder nicht mit Ruhm bekleckert im Vorfeld, aber das mag auch deswegen meine Meinung sein, weil ich meist auf der anderen Seite stehe 😉

Aber wenn man sich mal durchliest, was B like Berlin über die seriösen Werbemethoden schreibt…

Ich bin jedenfalls vor allem mal gespannt wegen der Wahlbeteiligung. Ich hab meine Zweifel, dass sie ausreicht, aber ich hoffe natürlich. Vielleicht ist es von Vorteil, dass heute mal wieder verkaufsoffener Sonntag ist, und die Leute sozusagen auf die Straße gehen müssen. Jawohl: Müssen! Wann sonst gibt es bei Netto schließlich 10% auf alles?

Das Peinliche ist, dass ich eben selbst noch kurz drüben war, um die Getränkevorräte aufzustocken. Da geht es wirklich zu wie in einem durchschnittlichen Ameisenhaufen. Ganze Großfamilien scheinen ihren Ausflugstag zu nutzen, um im Discounter endlich mal wieder eine ganze Palette Vollmilch kaufen zu können. Daneben trudelt eine Kompanie Hardcore-Alkis durchs Getränkelager im Wissen, heute pro Bierflasche zackige 5 Cent zu sparen. Abgerundet wird der Irrsinn, der sich sonst wenigstens auf 6 Wochentage verteilt, durch die Rentner, die offenbar doch auch nachmittags wach sind, und auf armlangen Einkaufszettel jede einzelne Pralinenschachtel vermerkt haben, die sie an ihre Großfamilie aus Alkis und Vollmilchmüttern in der nächsten Dekade zu verschenken gedenkt. Zwischen den ganzen Großeinkäufern wirken die Sammler von homöopathischen Mengen an Biokäse doch recht verloren, kämpfen an der Kasse aber doch recht verbissen um einzelne Positionen und behaupten sich dank ihrer wesentlich leichteren Einkaufswagen beim Kolonnenhopping umso mehr.

War da wirklich wer abstimmen? Und wenn ja: Macht das was aus. Ich bin irgendwie verstört gerade. Vielleicht hätte ich im Bett bleiben sollen.

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Fieberträume

„Krank sein ist doof“ – diesen saublöden Satz hab selbst ich in der Vergangenheit dieses Blogs oft benutzt. Mal wieder halbwegs darniederliegend hab ich allerdings mal ein wenig darüber nachgedacht. Eigentlich ist es unter bestimmten Voraussetzungen ganz lustig.

Nicht, dass wir uns falsch verstehen: Ich hab als noch halbwegs junger Mensch meist mit relativ marginalen Erkrankungen zu kämpfen, die mich mal für ein paar Tage schachmatt setzen, aber weder meine wirtschaftliche noch gesundheitliche Restexistenz ernsthaft gefährden.

Ja, meist könnte ich sogar irgendwie arbeiten. Aus Prinzip sehe ich das eigentlich nicht ein, aber ich hab am vergangenen Donnerstag mal eine Ausnahme gemacht.

Ich hab mich beim Aufwachen nicht nur über die überbordende Wärme unter meiner Bettdecke gefreut, sondern auch darüber, dass all die angestaute Flüssigkeit nicht nach Urin riecht und somit wohl nur Schweiß war. Mein Kopf fühlte sich von innen an, als würde er an die Grenzen des mir zur Verfügung stehenden Raumes stoßen, von außen indes wirkte er nur noch heiß. Dass ich meine Beine nicht bewegen konnte, stellte sich als Trugschluss meiner Willensschwäche heraus, und all die bunten Farben, die ich beim kurzen Schwindelanfall nach jedem Husten gesehen habe, haben für das gleichzeitig auftretende Kratzen im Hals mehr als entschädigt.
Als ich zitternd das Bett verließ, spürte ich kaum den Fußboden unter meinen nackten Füßen, man kann die Gesamtheit der Sinneseindrücke recht gut nachvollziehen, wenn man als braver Abstinenzler mit den großen Bongs das Grasrauchen anfängt.

Ich hab meinen Schweinehund aber überwunden und nach einigem Zittern rund um das Phänomen „belebende Dusche“ nebst notwendiger Flüßigkeit eine repräsentative Auswahl der Medikamente unserer Hausapotheke zu mir genommen.

Sind wir ehrlich: Eine gewisse Form von Arbeitsfähigkeit hab ich damit problemlos herstellen können. Dass mir beim Husten schwarz vor Augen wurde, hab ich nicht verhindern können, ich hab das Husten unterdrückt bis zur nächsten Ampel.
Vom Prinzip her war das also volle Kanne klasse, finanziell für mich und Cheffe gut, und ein bisschen fertig von der Arbeit nach Hause torkeln muss doch jeder mal – auch wenn es nur sechseinhalb Stunden im Sitzen sind, oder?

Am Arsch!

In den letzten 36 Stunden hab ich nur etwa 10 in wachem Zustand verbracht, und arbeiten gegangen bin ich seitdem nicht mehr. Die Abgeschlagenheit und die bunten Farben lassen sich auch viel mehr genießen, wenn man nicht Gott und der Welt ewige Aufmerksamkeit geschworen hat. Und was soll ich sagen? Mir geht es schon bedeutend besser. Ob das jetzt Verdienst des Schlafes ist, der Medikamente oder der überwiegend flüssigen Nahrung. Das gute Gewissen, es versucht zu haben, hat seinen Teil sicher beigetragen.

Wer meine Tweets am Donnerstag mit Angst las, kann getrost bei der Druckerei die Kondolenzkarten abbestellen und sich vorstellen, wie schön es wohl ist, rund 16 Stunden am Tag zu schlafen. Das in etwa tue ich nämlich.

Einziges Manko: Viel Material für Blogeinträge hab ich gerade nicht, wenngleich ich noch ein paar Notizen checken muss.

Schönes – und natürlich gesundes – Wochenende euch allen!

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Panik!

Horrorszenarien kennt jeder. Während der eine sich nichts schlimmeres im Leben vorstellen kann, als dass seine zwei Frauen sich mal kennenlernen, fürchtet ein zweiter um den Verlust seines Arbeitsplatzes und ein Dritter den Überraschungsbesuch seitens der Schwiegermutter.

Für eine Zweitfrau fehlt mir persönlich die Zeit, meinen Job könnte ich jederzeit in einer anderen Firma weiter machen und zudem lebe ich in einer schwiegermutterfreien Beziehung. Nichtsdestotrotz gibt es Dinge, die einfach nicht passieren dürfen, und doch mit geradezu absurder Regelmäßigkeit auftreten.

Der Heizungsableser zum Beispiel!

Heizungsableser sind im Grunde Menschen, mit denen ich aufgrund ihrer kurzen Anwesenheit keinerlei emotionale Bindung unterhalte. Erfunden worden sind sie aber dennoch irgendwann, als zwischen den verstörenden Panikgründen Genitalherpes und Nazis eine schöpferische Lücke klaffte.

Denn Heizungsableser werden für gewöhnlich viel zu kurzfristig angekündigt und erfordern ein Höchstmaß an gestalterischer Tätigkeit in der Wohnung. Nun sieht es bei uns nicht so hoffnungslos aus, dass wir noch eben schnell verendetes Großwild unter den Teppich schieben müssten, zweifelsohne sind aber 5 Zimmer nebst Bädern Flur und Küche für 2 Personen mit eher marginal ausgeprägtem Ordnungssinn eine Herausforderung in Punkto Begehbarmachung.

Richtig fies wird es dann, wenn man die Ankündigung für seinen Besuch nicht in der Post hat, sondern sie erst mal bequeme zwei bis achtzehn Wochen am schwarzen Brett im Hausflur übersieht. Und so teilte Ozie mir vorher mit, dass der Besuch des werten Mannes exakt morgen heute ansteht. Zeitpunkt: Zwischen 11 und 15 Uhr.

Wenn ich nicht gerade wochenendmäßig bis spät in die Nacht schlafe, dann könnte man sagen, ich teile mir derzeit einen Schlafrhytmus mit Ozie. Das ist super. Und deswegen liegt der anberaumte Termin nun für uns beide mitten in der Nacht. Für Normalsterbliche übersetzt: Zwischen 1 und 5 Uhr. Und aufstehen müssten wir so oder so beide…

Ich glaube also, da wird morgen jemand eine Wohnung auslassen müssen und wann anders wieder einkehren.

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