9. März 2011 · 04:26
Heyho liebe Mitleser und Mitschreiber!
Alleine, dass ich das schreiben kann… es lesen ja tatsächlich ein paar Leute mit 🙂
Ach, was ist es lange her, dass ich das erste Mal gebloggt habe. Es ist sogar schon eine ganze Weile her, dass ich das letzte Mal gebloggt habe, dass es lange her ist, dass ich das erste Mal gebloggt habe. Ihr seht schon, der nächste Eintrag zum Thema bekommt dann ein ziemlich langes Intro 😉
Wird dieser Artikel nun nur langweiliges Geschwurbel mit Nostalgie- und Peinlichkeitselementen oder will ich auf etwas heraus? Sowohl als auch. Die Phase einleitenden Geschwurbels – manche nennen es nervig, ich definiere so meinen Schreibstil – könnte dieses Mal allerdings etwas länger als üblich werden.
Als ich mit Bloggen angefangen hab, das war ja – aus der heutigen Sicht – kurz hinter der Keilschrift. Klar gab es das Netz schon 10 Jahre, aber außer findigen Hackern, verstörten Programmierern und Pornokonsumenten mit sonderbaren Pixel-Fetischen kannte das ja damals niemand. Ich auch nicht.
Die ersten eigenen Gehversuche im Netz im Rahmen der damaligen WG-Homepage sind zwar technisch eher belustigend, aber wenn ich ehrlich bin, dann bin ich doch auch verdammt stolz darauf. Klar, ich hab die Seite damals auch nicht selbst programmiert, ich hab mich eines relativ mächtigen Programms namens Dreamweaver bedient, das wesentlich mehr konnte als ich. Ich kann mir immerhin zu Gute halten, dass ich das auszunutzen wusste. Unsere Seite hatte Frames, Flash-Buttons und einen stylischen Bilder-Rundgang durch die WG zu bieten, gegen dieses 180-Seiten-Monster ist jede Profi-Page abgestunken wie sonst noch was. Etwas, das ich manchen Profiseiten leider noch heute attestieren muss.
Von der WG-Seite gab es insgesamt 3 eigenständige Versionen, die letzte befindet sich als Visitenkartenpage immer noch im Netz, die anderen existieren größtenteils funktionsunfähig auf meinem Rechner weiter.
Der Umstieg auf einen „richtigen“ Blog war bei mir eigentlich nur logisch. Schließlich hatte ich immer was aktuelles zu sagen, und gelegentlich ist es ja auch ganz nett, sich via Kommentarfunktion die neuesten Schimpfworte an den Kopf zu werfen, anstatt Stinkbomben in Paketen zu verschicken. Interaktivität war irgendwie dann doch wichtiger, als die freie Konfiguration der Seite.
In der ersten Zeit passierte also total übel und kein bisschen untertrieben NIX!
Ich schmiss zwar verschiedene Blogimitate in die Welt – auch ehrlich gesagt ohne besonders viele andere gelesen zu haben – und gab sie so bald als möglich wieder auf. Kostenlose Blogportale bieten eine Menge Einschränkungen, die ich inzwischen nicht mehr gewohnt war, und für die drei Kommentare pro Monat hätte man nach wie vor den Postweg beschreiten können. Im Endeffekt sogar mit Pferden.
Geändert hat sich das dann in Berlin erst wirklich – mit overblog. Dort hab ich erstmals wieder regelmäßig geschrieben, und da der deutsche Ableger dieses Portals noch jung war, war ich gleich bei den obersten mit dabei. overblog bot damals das interessante Modell der Bezahlung von Bloggern durch Werbung an, was im Grunde auch gut funktioniert hat. Dummerweise war es das einzige was funktioniert hat. Und die 1,27 €, die ich dort monatlich mit meinem Werbebanner umgesetzt habe, haben irgendwann einfach nicht mehr ausgeglichen, dass sich meine Leser reihenweise über Nicht-Erreichbarkeit meiner Seite beschwerten und das Portal selbst nach einem Jahr noch nicht einmal vollständig in deutscher Sprache lief. Aber meine Leserzahl wuchs dennoch.
Das wiederum war nur logisch, denn obwohl ich wie blöd für die Ortskundeprüfung gelernt habe, war ich prinzipiell arbeitslos und hab mir die Zeit damit vertrieben, blödsinnige Kleinigkeiten zu beschreiben und nebenbei auf unbeliebten Medien rumzuhacken. Viele dieser Artikel finden sich jetzt auch in diesem Blog.
Aber irgendwann war dann klar: Endlich wieder eigener Server!
Im Laufe der letzten 2 Jahre hab ich dann wirklich angefangen, viele Blogs zu lesen und dadurch sicher irgendwie auch meinen Stil gefunden, daran geschliffen und ihn „perfektioniert“. Im Übrigen fast ausschließlich unabsichtlich und nebenbei 🙂
Die Übersicht über die vielen anderen Blogs habe ich irgendwann – obwohl ich mich ja jeglicher technischer Neuerung bis zum Schluss verweigere – nur noch mit Hilfe eines FeedReaders erhalten können. Und jetzt kommen wir zu dem Punkt, zu dem ich eigentlich kommen wollte.
Ich nutze den Google Reader, und so unspektakulär und einfach er sein mag, er tut genau das, was ich von ihm erwarte: In chronologisch halbwegs stimmiger Reihenfolge listet er mir meinen kleinen Ausschnitt aus der Blogosphäre auf, sodass ich ihn weglesen kann. Weglesen trifft es ganz gut, oftmals dient es der Informationsbeschaffung, manchmal auch der dringenden Befriedigung meines humoristischen Triebs. Aber wenn ein Artikel gut ist, dann lese ich ihn im Feedreader wie auch in einem Blog aufmerksam und interessiert. Ich verpasse nicht die kleinen Sprachnuancen und ironischen Seitenhiebe, für die mir bei den darüber eingeblendeten Polizeimeldungen durchaus manchmal der Sinn fehlt…
Dennoch haben einige von euch da draussen die Einstellung deaktiviert, dass die Texte vollständig im Feed angezeigt werden, ggf. werden Bilder nicht mitübermittelt etc.
Das finde ich ehrlich gesagt schade!
Und ich meine schade – nicht scheiße! Es gibt viele gute Gründe dafür. Zum einen das oben bereits genannte Überlesen: Jeder Blogger möchte seine Texte gerne so sehen, wie er sie layoutet und im Kontext seines Blogs unterbringt. Dann schwinden natürlich die Besucher von der Seite. Im Falle einer Werbefinanzierung tut das sogar finanziell weh. Viele Bilder schaden natürlich dem Traffic, und vielleicht kommentieren die Leute auch weniger, wenn sie dazu erst die Seite aufrufen müssen, ich weiss es nicht.
Ich möchte einfach nur darum bitten, mal darüber nachzudenken. Auch im FeedReader werden die Einträge gelesen – und das ist doch das wichtigste, oder? Ich bin zum Beispiel sehr froh darum, dass ich einige ansonsten ungünstig formatierte Seiten so bequem auch auf meinem Handy im Taxi lesen kann.
Vielleicht kostet es ein paar Kommentare, das zu tun – aber es erweitert dauerhaft sicher die Leserschaft. Gerade Handyleser wird es ja immer mehr geben. Gebt euch einen Ruck! Texte sind nicht weniger wert, bloß weil sie anders übertragen werden!
Der Traffic sollte eigentlich nur bei den wenigsten ein Problem sein – und das sage ich, obwohl ich wohl selbst in absehbarer Zukunft ein teureres Webspace-Paket wählen muss – und inzwischen lässt sich ja sogar im Feed ganz gut werben.
Ich würde mich freuen, wenn ein oder zwei Leute in ihrer Blogsoftware das Häkchen mal anders setzen würden. Ich hab meine Feeds von Anfang an komplett zur Verfügung gestellt, und ich hab es auch nicht bereut.
