Category Archives: Vermischtes

„Du bist es!“

Ich wurde gestern via Twitter auf eine wirklich herrliche Geschichte gestoßen. Ich hab sie dort auch geteilt, für alle anderen jetzt aber auch hier nochmal.

Eigentlich ist es etwas völlig banales: ein paar Freunde spielen Fangen. Das Interessante daran ist, dass diese insgesamt 10 Freunde inzwischen erwachsen sind und das Spiel seit 23 Jahren immer über den ganzen Februar spielen. Obwohl sie inzwischen über die ganzen USA verteilt leben und unterschiedlichste Berufe haben. Um einen der anderen zu erwischen, reisen sie teils ewig, verkleiden sich, tricksen oder spannen ihre Familien mit ein. Und all das einfach nur zum Spaß, weil sie das Spiel mögen. Lest den Artikel, es lohnt sich. Und man bekommt irgendwie verdammt Bock, es den Typen gleichzutun. 🙂

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Ich und mein innerer Zivi

Meiner Vorliebe für Hemden ist es zu verdanken, dass ich auf Demos wie jetzt am ersten Mai wieder gelegentlich komisch angeschaut werde. Hin und wieder halten mich Leute für einen Zivicop – was irgendwie verständlich ist, da es von der Sorte einige gibt, die es mit Verkleidungen, sagen wir: nicht so ganz raushaben.

Was jetzt allerdings passiert ist, das war neu:

Ozie und ich haben uns mal kurz aus der Demo gewühlt und am Straßenrand eine geraucht. Und während wir das taten, joggte eine Hundertschaft der Polizei vorbei und einige der Beamten haben mir zugewunken und mich gegrüßt.

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Kleider machen Leute, wa?

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Urheberrechtsgedanken

Nach wie vor eine der größten Baustellen dieser Welt: Dank dem Internet können wir alle fast jede Art von Medium produzieren und ebenso auch reproduzieren. Wie überall klappt das leider nicht ohne Regeln, die aber sind leider für die aktuellen Gegebenheiten unzureichend und eigentlich kann man nur Gemecker von allen Seiten hören. Die einen meckern, dass ja plötzlich alles hemmungslos und ohne Rücksicht auf Verluste kopiert und damit geklaut würde, die anderen bemängeln die Rechtsunsicherheit, wenn sie kreativ mit sowieso brachliegendem Material arbeiten wollen.

Ich tendiere zu zweiterem, denn das Urheberrecht – mit all seinen Verästelungen ins Zitatrecht oder gar dem geistesgestörten Unfug namens Leistungsschutzrecht – macht wirklich vieles kaputt und ernährt eine ganze Brut von Anwälten, die sich wegen marginaler Kleinstverstöße an tausenden kleinen Bloggern dumm und dämlich verdienen, ohne dass das am Ende anderen Künstlern zu Gute kommt.

Nun sitze ich – eigentlich recht gemütlich – zwischen den Stühlen. Ich schreibe hier und anderswo das Netz voll (produziere also „Content“), verdiene damit auch ein bisschen Kohle und erfreue mich der Kreativität des Netzes. Da ich sie in der Regel maximal als Inspiration oder für Zitate heranziehe und zu 99% eigenes Zeug veröffentliche, bin ich auch verhältnismäßig sicher unterwegs. Und über „geklautes“ Zeug kann ich mich auch kaum beschweren. Außerhalb meiner Blogs geben meine Texte kaum Sinn und meine Bilder gebe ich gerne her, weil ich in sie meist kaum Arbeit investiere und es mich einfach nur freut, wenn sie jemand anders auch gefallen.
Selbst mein eBook, als bisher einzige Ausnahme, verschenke ich gerne auch mal, weil ich weiß, dass mir ein neuer Leser für die Zukunft mehr bringt als die 2,01 €, die ich für ein verkauftes Exemplar bekomme.

Doch auch mich regen dann manche Dinge noch auf. Derzeit wird bei Twitter eine Sau durchs Dorf getrieben, die ich aus Gründen nicht verlinke. Da jedenfalls klaut ein Vollhonk die erfolgreichsten Tweets, bereinigt sie um die Namen der Urheber und vermarktet sie dann als Lustige-Sprüche-App auf Facebook. Der Kritik daran entgegnet er rechtlich völlig auf dem Holzweg mit Falschauslegungen der AGB, indem er behauptet, Twitter erlaube ihm das. Bei Tweets ist es zwar der Schöpfungshöhe wegen fraglich, ob ein gerichtliches Vorgehen dagegen wirklich Erfolg hätte, aber so rein von der moralischen Seite verstehe ich nicht, wie dieser Niesel Dinge nimmt, deren Qualität er offenbar ja erkennt – um den kreativen Leuten dahinter dann zu sagen: „Naja, das ist ja so irrelevant, dass ich das einfach abschreiben kann!“.
Es sei hinzugefügt, dass es dabei auch nicht um große Geldsummen oder sowas geht, die meisten Twitterer hätten einfach nur gerne ihren Namen oder einen Link unter dem Spruch.
Derartige Missachtung kotzt mich durchaus an, das muss ich zugeben.

Aber – wie eingangs erwähnt – ich sitze zwischen den Stühlen. Ich habe zum Beispiel gerade ein grandioses Buch gelesen, das mir einmal mehr mein treuer Leser, Kommentator und Bibliotheksguru elder taxidriver geschickt hat. Ein Taxibuch von 1929. Das Buch kennt heute bestimmt kein Schwein mehr, den Autor habe ich bisher nicht ausfindig machen können, der Verlag existiert auch nicht mehr. Aber anstatt jetzt dieses wunderbare geschichtliche Kleinod in meinem Taxi-Blog GNIT wieder aufleben lassen zu können, muss ich erst einmal tiefer (also außerhalb des Netzes!) recherchieren. Denn wenn der werte Kerl erst nach 1944 gestorben ist und irgendein Nachfahre es mir übel nimmt, dann kann ich in Teufels Küche kommen und einen unbezahlbaren Rechtsstreit vom Zaun brechen, obwohl ich das Werk mit 99%iger Wahrscheinlichkeit nur vor dem endgültigen Tod bewahren würde. Inwiefern das im Sinne des Künstlers sein kann, weiß mir das Urheberrecht leider auch nicht zu beantworten.

Gut, ich hab halt die Arschkarte und muss mich damit rumschlagen. Bringt mir ja im besten Fall auch Geld. Und im schlimmsten Fall kostet es mich wegen einer Unachtsamkeit mal welches. Wird hoffentlich in den meisten Fällen nicht existenzbedrohend sein.

Aber so unter uns halbwegs miteinander bekannten Leuten hoffe ich doch, mit gesundem Menschenverstand durch dieses finstere Tal zu kommen, das der ganze Schlamassel gerade noch ist, bevor da mal hoffentlich die gesetzlichen Grundlagen eine Realität nach 1990 abbilden.
Ich kann dazu vielleicht nur wenig beitragen. Ich bin schließlich nur ein kleiner Blogger und kein Massenmedium. Und meine Inhalte sind nun auch nur für die wenigsten Leute von großem Interesse. Aber wenn welches besteht: Meine Kontaktdaten stehen überall und ich schicke auch definitiv erst einen Haufen Mails, bevor ich mühsam Kleingeld sammele und es zum Anwalt trage. Und ich freue mich über jeden einzelnen von Euch, bei dem das auf Gegenseitigkeit beruht.

Und wo kein Richter, da kein Henker. Das gilt sogar für Urheberrechtsgedöns.

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Die Jugend von heu …

…ach was: DIE KINDER!

Musste gerade sehr schmunzeln über einen Eintrag des taz-Tickers zu Walpurgisnacht und erstem Mai:

19.05 Uhr: „Gegen Nazis mache ich mit“

Hamburg, Bahnhof Altona. Am Bahnhof in Altona haben sich rund 100 Demonstranten zur antikapitalistischen Vorabenddemo versammelt. Erwartet werden mehr als Tausend. Die Polizei hält sich noch im Hintergrund, hat aber viele Kräfte in den Seitenstraßen postiert, Wasserwerfer inklusive. Ein etwa zehnjähriger Junge fragt, ob für oder gegen Nazis demonstriert wird. „Gegen Nazis mache ich mit. Zündet ihr auch Sachen an?“ Zusammen mit einem Freund will er jetzt Benzin holen. Sonst machen die Anwesenden einen friedlichen Eindruck.

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Sowas wie Liebe

Ich hatte jetzt drei Tage sturmfrei.

„Olé olé, super Sache!“

meldet das Gehirn mir da gerne. Und um ehrlich zu sein: Ich hatte – ebenso wie Ozie – tatsächlich ein schönes Wochenende. Aber schon nach den ersten 24 Stunden, beim Einkaufen, ist mir aufgefallen, dass ich wesentlich weniger Spaß daran hatte, mir für die Stunden alleine (mit Bier und Chips z.B.) ein bisschen selbst die Seele zu streicheln, als vielmehr ein paar tolle kleine Dinge zu besorgen, von denen ich wusste, Ozie würde sich bei ihrer Rückkehr darüber freuen.

Nach 48 Stunden dann war mir sogar langweilig. Ein Zufall, zugegeben, weil ich keine Lust auf Schreiben hatte, aber immerhin. Langeweile ist sonst nicht so wirklich ein Problem bei mir.

Nun ist Ozie wieder da und alles ist super. Irgendwie sogar besser als am Wochenende.

Und ich stehe jetzt als verheirateter Mann etwas verunsichert da und frage mich:

„Ist da vielleicht was dran an dieser Sache mit der Liebe?“

😉

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Respekt muss verdient sein!

Und unseren obligatorischen religionskritischen Eintrag zum anstehenden christlichen Feiertagswochenende gib uns heute!

Einmal mehr weiß Cornelius Courts die richtigen und richtig schmerzhaften Worte zu finden, die dieser Humbug namens Religion verdient hat:

BlooDNAcid – Respekt muss verdient sein!

Ich mag Toleranz, ich mag Respekt. Sollten wir alle mehr dran arbeiten. Aber Religion ist so gotterbärmlich (sic!) albern und dieses Gedankens unwert. Sie mag Jahrtausende alt sein, aber das scheint bei näherer Betrachtung auch schon das einzige Argument zu sein. Neanderthaler sind noch älter – also was soll mir das sagen?

Und für alle, die sich des Trollens bemüßigt fühlen mögen: Hier der aktuelle Comic von xkcd. Was das abstrahiert bedeuten soll, werdet Ihr hoffentlich verstehen. 😉

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Wieder abgelehnt

Ohne allzu sehr überrascht zu sein, las ich auch die Tage mal wieder das Schreiben der Stadt Berlin, das mir seit 2011 in immer gleichem Wortlaut mitteilt, dass ich nicht zu den paar Glücklichen gehöre, die das jährliche Literaturstipendium bekommen. Und das ist ok. Ich kenne die Konkurrenz nicht mal und ich bilde mir auf mein Geschreibsel auch nicht übermäßig was ein. Das Stipendium ist nur leider so schweinescheißegeil honoriert, dass ich blöd wäre, es nicht wenigstens zu versuchen.

Inzwischen habe ich es mir zur Aufgabe gemacht, die Ablehnungen zu sammeln. Einfach so, in der Hoffnung, dass mir irgendwann doch mal der große Wurf gelingt und ich in irgendwelchen Interviews gelangweilt sagen kann, dass die Stadt Berlin das ja leider leider nie für förderungswürdig gehalten hat.

Und wie gesagt: Das ist nicht pissig gemeint. Ich gönne auch den Gewinnern das Geld. Ich betrachte es inzwischen einfach nur als einen Witz mit sehr langer Planungsdauer. 😉

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