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Neuer Lattenrost (und ähnliches)

Nach einiger eigentlich guter Zeit auf einem improvisierten Billig-Lattenrost von Ikea (im Wesentlichen zwei billige Lattensammlungen, die wir freihand kombiniert haben) ist nach unschönem ständigen Rausrutschen der Bretter  nun der Entschluss  gefallen, mal eine ordentliche Unterlage für mich zu besorgen. Und vorerst fühlt es sich gut an. Langzeittests kann ich natürlich noch nicht bieten, aber falls es hier Mitleser in meiner Gewichtsklasse gibt: Dieser ist es jetzt.

Wenn ich mich in den nächsten Tagen daran gewöhne, unter der Matratze mal nicht mehr nur harte Bretter oder gar wie viele Jahre lang den Boden zu haben, dann ist das prima, alles bestens.

Allerdings sind das auch mal eben zwar moderate, aber nicht für jeden bezahlbare hundert Euro gewesen.

Und deswegen das „und ähnliches“ in der Überschrift.

Viele wundern sich, wieso ich z.B. Amazon-Links setze und nicht den Internethandel verfluche, wo der doch so viele Arbeitsplätze kostet etc. pp. Nun muss ich ehrlich gestehen, dass ich für die Arbeitsbedingungen bei Amazon kein großes Verständnis habe und gerne mal einen Laden um die Ecke empfehle, ich aber leider nicht umhinkomme, Online-Handel quasi als die Erlösung schlechthin zu sehen.

Ich bin überdurchschnittlich groß und überdurchschnittlich schwer. Das ist für sich gesehen keine Statusmeldung wert, aber ich  bin damit aufgewachsen, dass das eine fucking Beeinträchtung ist. Ich hab als 16-Jähriger einfach nur Sneakers tragen wollen wie all meine Freunde. Die (von bestimmten Marken und Modellen wollen wir gar  nicht erst reden!) gab’s leider nur bis Größe 47. Und ich hatte halt eher 48. Sicher, das hat keine Sau außer mir interessiert, aber da für mich handgefertigte Lederschuhe echt ein unbezahlbares No-go waren, hab ich halt zwei Wochen Schmerzen ertragen, bis die Treter endlich ausgelatscht genug waren.

Und wo andere bei Kik Shirts für 2,99 € kaufen, greife ich auch mal auf Hemden zurück, die 60 € das Stück kosten. Wobei ich gar nix gegen T-Shirts hätte, aber find die mal in 2XLT!

Und jetzt hab ich einen neuen Lattenrost. Der erste wirkliche seit ich 16 bin. Und er hat 100 € gekostet, nicht 300, 400 oder 600, was man überraschend bequem ausgeben könnte für „Special-Interest“- Zubehör. Das  Dumme ist halt: Nur weil man groß und schwer ist, ist man nicht zwingend reich. Und da kommt das Ganze zurück zum Online-Handel: Mir ist schon klar, dass die Schuhfabrikanten während meiner Kindheit kaum kostendeckend meine Größe zum gleichen Preis verticken konnten. Ich zahle heute (Schuhgröße 50) oft noch 10 bis 30 € mehr als Leute mit Durchschnittsfüßen. Aber inzwischen können die Hersteller und Händler auch überregional Kundschaft finden, es lohnt sich also mehr für sie  – und das macht mir persönlich das Leben sehr viel leichter. Das sind dann eben die Lichtseiten der Schattenseiten der ganzen Chose.

Und das wirklich Wichtige ist ja: Ich bin damit keineswegs alleine!

Leute sind größer und kleiner, leichter und schwerer, dünner oder dicker, dunkler oder heller als der Durchschnitt. Viele auch krummer oder gerader, mobiler oder eingeschränkter, cleverer oder gutgläubiger, was weiß ich!

Ich bin kein Terrorist und kann in einem 5er-BMW nicht einmal auf dem Beifahrersitz sitzen, ich bin kein Millionär und muss mir dennoch meine Klamotten maßanfertigen lassen – aber ich habe inzwischen wohl einen passenden Lattenrost, trotz grob 150 kg Lebendgewicht inklusive Knochen. Immerhin etwas!

Und jeder, der jetzt denkt „Hmm, stimmt. Interessant!“, darf sich gerne nochmal die Themengebiete Rassismus, Sexismus, Misogynie etc. vornehmen.

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#OperationFlurfunk im Ernst-Modus

Ich denke, dass KabelDeutschland gestern eine gigantische Großstörung mit bald zwei Millionen Menschen ohne Internet hatte, haben alle mitgekriegt. Und viele Kunden werden sich geärgert haben. Deswegen denke ich, ich sollte mich entschuldigen.

Also nicht, dass ich irgendwas verbrochen hätte, was die Störung verursacht hätte, aber bei einer stundenlangen veritablen Großstörung nur drei Tage nach unserem Wechsel auf Kabel-Internet können selbst wir zwei Atheisten hier nicht mehr vor der Tatsache weglaufen, dass irgendein fürs Internet zuständiger Gott uns das schnelle Netz missgönnt und sich inzwischen nur noch so helfen kann. 😉

Nun möchte ich aber mal selbst als Blogger, der Vodafone in der Feinde-Kategorie eingeordnet hat, etwas deeskalieren. Großstörungen werden wenigstens zeitnah behoben, auch wenn zwei Stunden heftig sein können. Schlimm wird’s doch eigentlich erst dann, wenn man ein „privates“ Problem hat. Wir saßen hier schon tagelang ohne Netz, ich freue mich über Großstörungen, da weiß ich, dass was gemacht wird.

Aber gut, natürlich war das ein Dämpfer: Endlich schnelles Netz, und dann fällt es nach so kurzer Zeit bereits das erste Mal aus!

Man sollte dazu wissen, dass wir vor Jahren das Netz via Kabel schon mal abgelehnt haben, weil insbesondere Ozie aus den Frühzeiten des Kabel-Internets nur so mittel gute Erfahrungen bezüglich Zuverlässigkeit gemacht hatte.

Das gestrige Timing aber war eigentlich vor allem eines für uns: Geil! Besser hätte es einfach nicht kommen können, denn trotz unseres Wechsels ist hier ja nicht nur die Telefonanlage noch nicht komplett aufgebaut, nein, auch der alte Vertrag läuft noch die nächsten paar Wochen. Somit haben wir nur zwei Stecker umgestöpselt und hatten immerhin unsere alte DSL-Geschwindigkeit. Problemlos. Und lustigerweise ja auch übers gleiche Unternehmen. Eigentlich sollte man sowas ja immer haben; ist halt leider nicht so ganz billig auf Dauer.

Aber hey, dass man mal ernsthaft über eine Störung lachen kann, einfach weil das Timing passt, das passiert auch nicht oft. Also wegen des Timings, ist klar.

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#OperationFlurfunk (7)

Ich. Bin. Geschockt.

Ich sitze hier gerade an meinem Rechnerlein und bin mit 100 Mbit/s online. Einfach so.

Also, naja, einfach …

Der Techniker kam wie verabredet. Was gewissermaßen schon erstaunlich war. Denn obwohl ich sowohl unseren Hausmeister telefonisch gebeten hatte, einen Auftrag zu erteilen und nur proaktiv danach die Degewo angerufen hatte und einen Termin vereinbart, „für den Fall, dass der Auftrag bis dahin eingeht“, stand nun heute morgen pünktlich der junge Mann von neulich in der Wohnung und erklärte mir, dass er das jetzt einfach mache: Dose verlegen, Modem anschließen, alles halt. Und ja, der Auftrag wäre bisher nicht angekommen, aber sie ziehen das jetzt durch.

WTF?

Aber er hat den Worten Taten folgen lassen und genau das gemacht. Wir haben plötzlich flottes Internet und W-LAN und all das war eigentlich gar kein Problem mehr. Ich hab zwar hier und da mal freiwillig ein Kabel gehalten, aber abgesehen davon ist der nette Kerl einfach gekommen und alles tut. Er hat die Kabeldose sogar verschraubt anstatt aufgeklebt, so ein Bullshit-Extra-Aufwand wäre uns ja nicht im Traum eingefallen!

Ich hab das auch erst einmal für einen Hoax gehalten, aber seit ich gestern Abend in anderthalb Stunden die 64 GB Download von GTA V absolviert habe, muss ich wohl daran glauben, dass das mit dem schlechten Netz hier Vergangenheit ist. 0.o

Ich habe nie einen Zehner Trinkgeld gelassener liegenlassen als heute.

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#OperationFlurfunk (6)

Wie zu erwarten war, geht es weiter. 🙁

Eben war der Techniker der Degewo da, hat sich die Situation angeschaut und gesagt:

„Nee, das geht so nicht. Das kann ich so jetzt nicht machen.“

Weil – Überraschung! – das mit dem Verlegen der Kabeldose so nicht im Auftrag steht. Und so viel Kabel hätte er jetzt gar nicht da, und das Modem, haben Sie das Modem schon?

Äh, nein.

Nun ist die Sache die: Ich wundere mich kein Bisschen drüber, dass die Leute von KabelDeutschland die Techniker der Degewo nur unzureichend informieren. Und dass unser Wunsch, eine Anschlussdose zu verlegen, für die Leute, die ihr Geld damit verdienen, Dosen zu verlegen, offenbar nur einmal in einer Million Jahre vorkommt und sie total überfordert, das hab ich ja auch schon gelernt.

Was mich an der Sache wirklich maßlos ärgert, ist diese vollkommene Vorhersehbarkeit. Ich weiß als Kunde einfach von vornherein, dass offenbar jeder einzelne Beteiligte an dem ganzen Prozess ganz gezielt immer mindestens eine Information zu wenig erhält, um einfach seine Arbeit zu machen.

Die bei KabelDeutschland haben alles wie vereinbart zu Papier gebracht, inklusive aller Vergünstigungen, die mir am Telefon versprochen wurden. Nur hat man dem Techniker halt nicht gesagt, was er tun muss. Der – im übrigen ein netter und engagierter junger Mann – konnte wirklich nix tun. Außer jetzt vielleicht provisorisch an der alten Dose …

Nun ist das auf Abhängigkeiten basierende System aber leider so ausgeklügelt, dass ich ihn nicht einfach bitten kann, morgen doch mit einer Rolle Kabel wiederzukommen und das für Betrag XY einfach zu machen.

(Im Übrigen hab ich so langsam wirklich keinen Bock mehr, dafür was zu zahlen.)

Nein, der kann leider nur auf Auftrag von der Degewo-Mutterfirma tätig  werden und für die Verlegung der Dose läge sowas halt nicht vor. Und der Auftrag für die Installation des Modems (von dem er wie gesagt auch dachte, ich hätte es bereits), läuft zudem auch übermorgen ab.

Jetzt musste ich also den Hausmeister anrufen, um eine Verlegung der Dose zu beantragen, damit der den Auftrag an den bis eben noch in meiner Wohnung stehenden Techniker weiterzugeben. Was er allerdings auch nicht kann, ohne nicht vorher im Mutterschiff anzufragen, ob das machbar ist. Wobei machbar auch hier „umsonst“ bedeutet, denn der ganze ausgeklügelte Apparat ist so sehr auf Kostenminimierung getrimmt, die machen lieber gar nix als es mich bezahlen zu lassen, selbst wenn ich irgendwann nur noch meine Ruhe will und bereit bin, mir die zu erkaufen.

Also: Morgen nochmal den Hausmeister anrufen, dann einen neuen Termin mit dem Techniker machen und dann, wenn wir noch einen Termin zustande kriegen, irgendwann die Installation.

Und was dabei dann alles schiefgeht, sehen wir ja dann.

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#OperationFlurfunk, die Vodafone-Episode

Ja, wir haben uns bei der Flurrenovierung zu Gunsten anderer Kleinigkeiten wie der Erwerbsarbeit und dem gemütlichen Miteinander etwas gehen lassen. Es sind noch Dinge zu tun. Aber es neigt sich dem Ende zu und deswegen stand nun unter anderem auf dem Plan, das mit dem schnellen Internet anzugehen. Vodafone hat ja bereits seit einem halben Jahr Briefe über Briefe geschickt, um uns zum Wechsel zu überreden. Unser wunder Punkt war ja immer, dass wir die Kabeldose verlegen wollten und im Flur Ordnung schaffen. Jetzt, wo das langsam absehbar ist, habe ich also das Telefon gesattelt und bin Kraft meiner Stimme bei Vodafone eingeritten: Ja, wir wollen wechseln!

Davor allerdings fragte ich mich, ob sie dort bei der Hotline einen Satirepreis gewinnen wollen, denn ich als wegen anderer Vorkommnisse stark traumatisierter Kunde fand es reichlich verstörend, dass mich die musikalische Untermalung mit den Worten „You never been loved“ empfangen hat. 0.o

Der nette Mitarbeiter rasselte dann völlig an der Tatsache, dass ich die Wechselabsicht bereits bekundet hatte, Daten runter, die in jedem der Briefe standen. Garniert mit dem Hinweis, dass 100 Mbit/s „schon ein spürbarer Geschwindigkeitszuwachs“ sein würden.

Don’t you say? Der Wechsel von 2 auf 100 Mbit/s soll spürbar sein. Na, wer hätte es gedacht!

Aber dann das leidige Thema „Kabeldose“. Ich sagte ihm, dass wir die verlegen lassen wollen. Er erkannte völlig richtig, dass wir ja aber schon eine hätten.

Verstehen wir uns an diesem Punkt nicht falsch: Mir ist klar, dass die ihre Vorschriften haben und dass dazugehört, dass bei einer bereits vorhandenen Dose eine Verlegung/Neuinstallation kostenpflichtig sein würde, war uns bewusst. No big Deal: Shut up and take my money!

Aber!

Er fing dann an, mir zu erklären, dass es doch eigentlich völlig egal wäre, wo die Dose liegen würde. Das W-LAN würde sicher auch so die ganze Wohnung erreichen, ein paar Kabel müssten wir ja so oder so verlegen, etc. pp. Wohlbemerkt ohne zu wissen, wie das hier  bei uns genau aussieht und wie wir uns das so gedacht haben. Als er mich damit nicht abbringen konnte, meinte er, dass sie das selbstverständlich machen könnten, dass das aber leider leider wirklich sehr teuer werden würde:

„Hören Sie, unsere Techniker, die verlangen da gerne mal so 150 €, sehen sie doch zu, dass sie das vielleicht von einer anderen Firma erledigen lassen.“

Ich weiß: Ich sollte einfach nicht mehr auf Hotline-Mitarbeiter hören, die sich einen Scheißdreck für das interessieren, was ich wirklich will. Andererseits schätze ich die Situation hier durchaus so simpel ein, dass wir das „eigentlich“ auch alleine machen könnten. Eine Verlängerung des Kabels um ca. 7 Meter, eine Dose an die Wand kleben, fertig. Die Kabelkanäle wollten wir ja ohnehin im Rahmen der Renovierung schon vorbereiten, die liegen schon hier. Es schien mir plausibel, dass ein Elektriker das in 15 Minuten für unter 150 € hinkriegt.

Zu allererst hab ich bei unserer Wohnungsbaugesellschaft angerufen. Die haben in der Regel für jeden Scheiß Techniker an der Hand und abgesehen davon sind wir ja gute Mieter, die gerne mitteilen, wenn sie in der Wohnung den Kabelanschluss (ist Teil der Mietsache) verlegen. Die Antwort?

„Nein, das machen nur die von KabelDeutschland!“

Also Vodafone. Und  die hatten mir ja gesagt … ich begann den Fehler zu erahnen.

Nichtsdestotrotz haben wir dann noch schnell zwei Nummern von ortsansässigen Elektrikern aufgetrieben. Der erste erklärte im Gegensetz zu seiner Webseite, dass sie sowas nicht machen, sondern „nur so große Sachen mit Starkstrom“. Bei der zweiten Firma wäre das alles kein Problem gewesen, aber da der unverbindliche Kostenvoranschlag sehr schnell bei 120 € zuzüglich Material landete, rückte der Gedanke nahe, dass das dann doch auch die Leute von KD mal schnell mitmachen könnten. Wegen 3,50 € Preisdifferenz will ich sicher nicht zweimal Techniker im Haus!

Obwohl mit dem netten Kerl von Vodafone eigentlich ein Rückruf am kommenden Montag vereinbart war, rief ich nochmal an. Das ist ja das größte Problem an Callcentern: Man weiß nie, ob man einen von den guten oder den schlechten Mitarbeitern an die Strippe kriegt. Das was dann jedoch passierte, hat selbst mich geflasht:

Völlig ohne Wartezeit hatte ich einen über alle Maßen sympathischen Menschen in der Leitung, der mir gleich versprach, dass der Technikerbesuch freilich völlig umsonst sei. Jaja, schon klar.

„Warten Sie, warten Sie, warten Sie! Bevor Sie das sagen: Wir haben bereits eine Dose, wollen die aber trotzdem verlegen lassen. Der Kollege sagte, das ginge nicht!“

„Oh, ach so. Bleiben Sie kurz dran, ich muss das kurz klären.“

Das hatte der erste auch so gemacht. Aber, o Wunder:

„Da haben Sie recht, das wäre kostenpflichtig. Das würde einmalig 49 € kosten.“

0.0

Shut. Up. And. Take. My. Money!

„Dann sind wir doch im Geschäft. Ich hatte mich ja nur anderweitig umgehört, weil der Kollege gesagt hat, dass das ca. 150 € sein könnten.“

„Nein, um Gottes Willen. Und ganz ehrlich, ich finde das nicht gut! Ich würde ihnen dafür (statt des eigentlichen Wechselbonus‘ von 60 €) eine Gutschrift von 120 € geben. Wäre das in Ordnung für Sie?“

Ja, scheiß doch die Wand an! Mit der Gutschrift ist der Technikerbesuch ja schon wieder völlig bezahlt. Mal ganz davon abgesehen, dass uns unser („spürbar schnelleres“) Internet sowieso dank weiterer Boni ein Jahr lang deutlich weniger kosten wird und danach exakt 1,04 € mehr pro Monat als bisher. Ich sag ja: Wir hatten den Mist bisher ja bloß nicht angenommen, weil wir zuerst den Flur renovieren wollten!

Und während wir das die Tage unter Dach und Fach bringen, freuen wir uns auf den Anruf des ersten Mitarbeiters am Montag, der dann aber wohl leider leider auf seine Provision für den Vertragsabschluss wird verzichten müssen. Und nein, den wird vorher keiner informieren, dass sich die Sache erledigt hat. Da machen wir uns nix vor. Der Laden insgesamt bleibt ja derselbe.

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Schuster, Leisten und all das

Ja, die #OperationFlurfunk geht immer noch voran. Auch wenn ich nix schreibe und es nun schon länger als erwartet dauert. Neben der glücklicherweise inzwischen komplett erfolgten Entfernung der Tapete ist es uns auch geglückt, die Fußleisten komplett abzuschleifen und schon einige unschöne Stellen mit Spachtelmasse zu einem halbwegs erträglichen Gesamtbild zu überreden.

Und wir haben bereits zwei Türrahmen angeklebt!

Nun mag sich der Bewohner altbaulicher Domizile über diese Worte wundern, aber es ist wirklich so: Einige der Türen hier in der Wohnung haben keinen, bzw. einen nur unzureichenden Türrahmen – was dann auch mit beigetragen hat zur Abnutzung der Tapete, die hier mancherorts einfach über Eck angebracht wurde. Ich kann nicht einmal ein sinnvolles Bild anfügen, da hier wirklich jeder Durchgang anders ist. Sei es durch die Konstruktion an sich, durch übermäßiges Übertapezieren der Vormieter oder rein zufällig: Wir haben hier einfach keinen „typischen Türrahmen“. Dafür haben wir 10 davon. Wovon wir glücklicherweise nur wenige zurzeit renovieren.

Aber vier statt zweien sollten es schon werden, allerdings steht deswegen noch ein Baumarktbesuch an. Grundsätzlich war unsere Taktik einfach: Je nach Gestaltung des vorliegenden Rahmens wollten wir zusätzlich Holzleisten an der Wand anbringen, diese kontrastierend lackieren und der Bude so ein schöneres Antlitz verschaffen. Der Plan war gut, wir haben Maß genommen, alles notiert und schon vor zwei Wochen beim Baumarkt alles besorgt. Soweit zumindest unsere Erinnerung.

Wieder zuhause angekommen haben wir festgestellt, dass uns im Baumarkt offenbar beide ein leichter Schlaganfall zwischen Zier- und sonstigen Leisten ereilt hat, denn was wir letztlich mit heimgebracht hatten, entsprach nur noch teilweise dem, was wir geglaubt hatten, einzupacken. Es fängt damit an, dass es insgesamt eine Leiste zu wenig war. Dann war eine weitere noch derart verquer abgeschliffen, dass ihre Benutzung völlig außer Frage steht. Abgerundet wird das durch die Tatsache, dass wir in drei Fällen flache statt Profilleisten eingepackt hatten und eine weitere von der Form her zu keiner der anderen passt.

Wenn’s um mehr als einen Zehner Schaden gehen würde, wäre die Sache wirklich ärgerlich.

So aber bleibt’s bei einem weiteren Besuch im Hornbach heute Abend und gut is‘!

Insgesamt isses also noch viel Detailarbeit, die anfällt, aber ich möchte positiv anmerken, dass wir bereits an der Decke eine Bahn Tapete angebracht haben. Gut, das war zu Testzwecken, aber dennoch endgültig. So gesehen haben wir also immerhin schon über 1% unseres Flures fertig tapeziert. Ich war der festen Überzeugung, davon auch ein Foto gemacht zu haben – aber da ich es gerade nicht finde, müsst Ihr mit einem Selfie von mir mit passiver Bewaffung leben, die ich des Staubs beim Schleifen wegen angelegt habe:

Freizeitterrorist. Quelle: Sash

Freizeitterrorist. Quelle: Sash

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Verstrahlungsoptimierung

Ich weiß nicht, wie sich meine Leserschaft so aufteilt, aber ich vermute, es lesen doch einige hier mit, die wie ich im Westen der Republik ihren Ursprung haben. Und denen muss ich jetzt unbedingt mal was von meinem letzten Besuch in der Röntgenklinik erzählen. Ich weiß nicht, ob die ganzen „Ärztehäuser“ und „Gesundheitszentren“ und wie sie alle heißen, ausschließlich – und vor allem immer noch – eine reine Ost-Geschichte sind, aber zumindest ich kannte das so aus Stuttgart bisher nicht.

Hier sind nämlich (neben den durchaus auch verbreiteten Einzelpraxen) Ärzte oft noch gemeinsam untergebracht. In extra dafür errichteten Gebäuden sind mindestens fünf, meist jedoch eher zehn verschiedene Praxen verschiedener Fachbereiche untergebracht. Und – so zumindest mein Gefühl – die Praxen selbst sind oftmals erschreckend effizient organisiert, allerdings natürlich auf Kosten der Individualität. Würde mich also nicht wundern, wenn das wirklich zu 100% ein Erbe des realgescheiterten Sozialismus‘ wäre.

Trotz z.B. eklatantem Ärztemangel bei uns in Marzahn hab ich bei einer von meiner Ärztin empfohlenen Radiologie am Telefon schnell mal erfahren, dass ich „gerne jetzt gleich“ vorbeikommen könnte. Ohne Termin. Klar, Wartezeiten gibt es, aber so Fälle wie meine Zahnärztin, bei der die nie über 20 Minuten (an sehr schlechten Tagen) rausgeht, sind wohl bundesweit selten. Insbesondere für Kassenpatienten. 😉

Nun ja, ich musste mich nochmal röntgen lassen – die Sache mit dem Pleuraerguss neulich. Nachkontrolle, was halt so anfällt. Ich hab bei der Praxis vorher angerufen, weil ich wissen wollte, wann die Auslastung – und damit die Wartezeiten – möglichst gering wäre. Die Wahl fiel auf den nächsten Mittag und ich wurde nicht enttäuscht: Um 11:57 Uhr hab ich den Laden betreten, um 12:27 Uhr war ich wieder draußen.

Die Handhabung des Ganzen allerdings war mir dennoch fremd, denn tatsächlich wurden den Leuten beim Aufrufen immer ohne nähere Information eine Kabine zugewiesen. Die waren dann, wie ich schnell feststellte, auch leicht auffindbar. Und ja: Anstatt nun in einem Behandlungszimmer zu landen, stand man in einer von ungefähr fünf parallelen Kabinen, die an eine Schwimmbadumkleide erinnerten. Eine Bank, ein Kleiderbügel, ein Spiegel. Davor ein kleines Schild, das zum Entkleiden aufforderte. Das war’s. Ein Quadratmeter. All die Kabinen führten in einen Röntgenraum, und in diesen wurden nach und nach die Patienten ohne großen Pathos der Reihe nach geschleust. Da bereits bei der Anmeldung geklärt war, was wo genau durchleuchtet werden muss, reichte nun eine Helferin, die mal eben in zwei Minuten alles abgehandelt hat. Mit einer Präzision, die ihresgleichen sucht.

Beeindruckend fand ich beispielsweise, wie innerhalb von ca. 6 Sekunden folgende Geräuschkulisse die Aufnahme an sich begleitete:

„So. Luft anhalten.“ Klick. Klick. Klick. „Weiteratmen.“

Die Klicklaute, alle drei keine Sekunde auseinander, waren:

Klick 1: Die Assistentin verlässt den Röntgenbereich und schließt die Tür.
Klick 2: Das Bild wird angefertigt.
Klick 3: Die Assistentin öffnet die Tür und betritt den Raum wieder.

Das ist fraglos unpersönlich und wird sicher von vielen auch störenderweise so empfunden. Ich persönlich mag das. Ich noch nicht alt genug, um des netten Gesprächs wegen zum Arzt zu gehen und ich bin pragmatisch veranlagt. Mir kommt das also sehr entgegen.

Aber – und der Seitenhieb muss sein! – das Problem an solchen Systemen ist, dass sie auf den Mittelwert hin optimiert werden. Irgendwelche Ausnahmen machen da schnell „Ärger“. In meinem Fall war das wie üblich meine Größe. Natürlich wurde ich vor der Aufnahme ordnungsgemäß an die Wand gestellt und die Kamera entsprechend ausgerichtet. Nach dem ersten von eigentlich zwei Bildern kam die Assistentin dann aber doch kopfschüttelnd wieder rein und raunte:

„Nee, das müssen wir nochmal machen. Das war jetzt doch etwas tief. Sie sind ja aber auch groß!“

Dennoch: Auch wenn man mit Strahlenmehrbelastungen nicht scherzen sollte: Das ist mir dann doch lieber, als nach vier Wochen Anmeldezeit drei Stunden im Wartezimmer zu verbringen.

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