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Rückblick: Sash beim KBV

Insbesondere Marcus scheint ja sehr interessiert zu sein an meinen bisherigen Arbeitsverhältnissen. Aber auch sonst schreibe ich es gerne mal nieder – war schließlich viel los. Der Text wird zu lang und zu kurz gleichermaßen werden, da ich zu wenig zu Einzelheiten schreiben kann, aber ein Gesamtüberblick dank der dort verbrachten Zeit von über 4 Jahren recht lang wird.

Wie es dazu kam:

Wie kommt man zum Behindertenfahrdienst? Das ist eine gute Frage. In den meisten Fällen hat das was mit Zivildienst oder einer Ausbildung zum Sanitäter, Pfleger oder so zu tun. Bei mir natürlich nicht.
Wir schrieben das schöne Jahr 2003, ich wohnte noch bei meinem Vater und machte gemütlich meinen Zivi auf einem Abenteuerspielplatz. Seit der 11. Klasse etwa überlegte ich, was ich zukünftig machen will und was nicht. Aus ersterem wurde aber leider immer zweiteres. Am plausibelsten erschien mir damals ein Studium, das mich irgendwie Richtung Journalismus bringt, und es sind nicht wenige Leute, die bis heute meinen, das wäre sicher nicht schlecht gewesen. Da ich aber nicht ausgerechnet mein liebstes Hobby zu einer gezwungenen Lohnarbeit umfunktionieren wollte, schied selbst dieser verheißungsvollste Kandidat aus.

Ich war dann also plötzlich mit meinem Zivildienst fertig und hatte nicht den Hauch einer Ahnung, was ich mit diesem Leben anfangen sollte. Ich hab die ungesundeste Phase meines Lebens gestartet, denn dank der Aussteigerkohle hatte ich erstmal keine Geldsorgen. Ich hab ungelogen zwei Wochen am Stück gesoffen. Wachzeit war Bierzeit, und wenn das hiess, dass ich eben nach 4 Stunden wieder ins Bett fiel, dann war das so. Ich hatte ja nichts zu tun, ausser mir hin und wieder zu überlegen, was ich tun könne.

So gesehen war es folgerichtig, dass ich ausgerechnet in meiner Stammkneipe angesprochen wurde. Mulu, ein damals eher entfernter Bekannter, hatte über meine Mutter gehört, dass ich nicht weiss, was ich tun solle. Er würde beim KBV im Behindertenfahrdienst arbeiten und er könne einen neuen Beifahrer gebrauchen. Ob ich mir das zutrauen würde.

Naja, warum nicht. Ich meine, ich kannte Rollstühle zwar eher aus dem Fernsehen, Behinderte erst recht. Meinen Führerschein hatte ich seit anderthalb Jahren und sonst hatte ich von nichts einen Plan – aber ok. Geld ist Geld!
Er gab mir die Nummer des Fahrdienstleiters und meinte, ich solle mal anrufen, die suchen Leute, und das würde schon klappen.

Ich tat wie mir geheissen, und der freundliche Mann am anderen Ende der Leitung tat das einzig vernünftige: Er lehnte ab. Ich hatte noch nie mit Behinderten zu tun, und einfach so – das ist vielleicht eine eher schlechte Idee.

Das Glück aber kam auf mich zurück. Mulus bisher noch halblebig engagierter Beifahrer ist eines Tages einfach nicht mehr aufgekreuzt. Daraufhin bat Mulu mich, doch am nächsten Morgen einfach mal mitzufahren. Ich hatte ja eh nichts zu tun und hab zugestimmt. Das erste Mal hab ich also… na eigentlich nix! Mulu ist gefahren, er hat die Rollstühle festgeschnallt, hat mir die Leute vorgestellt und ich hab zugesehen und mal einen von den Behis geschoben. Das war es. Danach sind wir zum Hauptquartier gefahren, Mulu ist zum Fahrdienstleiter und hat gesagt:

„Das hier ist der Sascha, der ist jetzt mein neuer Beifahrer!“

Daraufhin hab ich einen lustigen Bogen mit persönlichen Angaben ausgefüllt, zugestimmt, dass ich einen 400€-Job machen würde und das war es dann. De  facto hat mich ein Kollege eingestellt…

Der Arbeitgeber:

Der KBV ist ein kleiner Verein. Er wurde vor etlichen Jahren aus einer Elterninitiative gegründet und bietet neben dem Fahrdienst auch noch Pflege, Tagesunterbringung, Schule, Freizeiten und Clubs an. Das Verhältnis ist – man ahnt es bei meiner Einstellung schon – eher familiär als nur kollegial.

Als ich dort angefangen habe, war der Fuhrpark etliche Jahre alt und marode bis zum Abwinken. Ich bin mit Mulu einen alten Mercedes gefahren (den Vorgänger vom Sprinter noch), der etwa so laut war, wie die etwa 20 Fahrzeuge umfassende Taxi-Flotte meines jetztigen Chefs unter Vollast.

Die Mitarbeiter dagegen sind alle hochmotiviert gewesen, immer im Kampf gegen das natürlich zu kleine Budget und etliche Einschränkungen von allen Seiten. Trotz der massiven Konkurrenz im Fahrdienst durch Malteser und Rotes Kreuz aber haben sie uns Fahrern beispielsweise dennoch einen vergleichsweise fürstlichen Stundenlohn von 7,20 € gezahlt.

Leider muss ich dazu sagen, dass vor allem als ich anfing, das Management eher bescheiden war, und man gut daran getan hat, seine Gehaltsabrechnungen zu überprüfen. Boshaftigkeit unterstelle ich niemandem, schließlich wurde das Geld auch unbürokratisch nachgezahlt und Vorschüsse waren nie ein Thema. So Kleinigkeiten wie die Tatsache, dass man so lange kein Weihnachtsgeld bekam, bis man den Finanzchef danach gefragt hat, sprechen allerdings für sich.
Das ist kein Witz: Ich hab das erste Jahr kein Weihnachtsgeld bekommen. Dann bin ich zum Chef, hab gefragt:

„Sagen sie mal, habe ich nicht Anrecht auf Weihnachtsgeld?“

und er antwortete:

„Aber natürlich haben sie da ein Anrecht drauf!“

und ich hab ab da das Geld erhalten. Aber als der Finanzchef den Laden verlassen hat, ging es mit der Zeit besser. Im Grunde ein Arbeitsverhältnis, wie ich es befürworte: Unbürokratisch, familiär und nicht zu abgehoben um Fehler einzusehen. Das sollte auch so bleiben und ist es meiner Quellenlage nach immer noch.

Das Geld:

Das Geld war immer knapp. Beim Verein, bei mir selbst und meist sogar bei den Kunden.

Der 400€-Job zu Beginn bedeutete, dass ich 55 Stunden im Monat arbeiten musste. Da das einfach nicht reichte, wurde das irgendwann in einen Vollzeit-Job umgewandelt, und mit einer 35Std.-Woche kam ich auf 1050 brutto, also ca. 800 netto.

Nichtt zu vergessen sei allerdings das Trinkgeld. Insbesondere die Tour, bei der ich eingestiegen bin, war berüchtigt. Ich verdiente zwar nur 400 €, aber allein das Trinkgeld der einen Kundin betrug am Ende 80 € wöchentlich plus gelegentliche Zulagen. Diese Tour nicht mehr mit Mulu zusammen fahren zu können, war ein herber Schlag.

Ich kam mehr schlecht als Recht über die Runden, was aber vor allem daran lag, dass in diesem kleinen Verein keine ausgefüllten Tagespläne möglich waren. Es gab eigentlich immer weniger Arbeit als ich wollte. Die Tour, die ich zuletzt gefahren habe, bestand aus drei Einzeltouren: Morgens von 7:30 – 9:30 Uhr, Mittags von 12:00 bis 13:30 und nachmittags von 16:00 bis 18:30 (so in etwa, die genauen Zeiten weiss ich nicht mehr).

Heisst: Um 7 Uhr morgens aus dem Haus, um 19 Uhr Feierabend und trotzdem nur 43 € brutto. Eine Zeit lang hab ich das Freitags noch durch eine Tour ergänzt, die dann von 19 – 21 und 23 – 1 Uhr ging… da muss man die Arbeit schon sehr mögen. Aber zugegeben, die Zeiten wurden auch oft aufgerundet…

Das Einzige, was ich dem Verein übelnehme, war die Gehaltskürzung ganz am Ende meiner Arbeitszeit. Der Fahrdienst rechnete sich nicht (20.000 € Minus im Jahr) und so sollte beim Gehalt gekürzt werden. Für die Rentner, die das nebenher machten, war das vielleicht akzeptabel – aber die Leute, die bisher mit 800 € mühsam ihr Leben finanzierten, war die Idee, auf 20% Gehalt zu verzichten, mehr als obszön. Deswegen hab ich dann auch als Nebenjob beim Sicherheitsdienst gearbeitet.

Die Kunden:

Im Laufe der vier Jahre hab ich viele Stammkunden und einige Neukunden des Vereins kennengelernt. Die meisten waren aus Überzeugung bei uns, weil wir trotz bescheidener Mittel einen wesentlich besseren Service geboten haben als die Konkurrenz. Ich hatte wie eingangs erwähnt keine Erfahrungen mit Behinderten, aber die Kundschaft hat es mir leicht gemacht und in all der Zeit wüsste ich nur eine einzige Kundin, die ich wirklich nicht leiden konnte. Dank einer Abmachung mit dem Chef konnte ich sie aber weitgehend vermeiden 😉

Ich hab während der Arbeit eigentlich erstmalig festgestellt, dass ich tatsächlich Vorurteile gegenüber Behinderten hatte und sie nach meiner persönlichen Einschätzung nahezu komplett abgebaut.

Und ich hab wirklich so unterschiedliche Charaktere kennengelernt, wie ich es jetzt auch im Taxi erlebe. Vom lebensfrohen, kaum zu kontrollierten Bewegungen fähigen 30-jährigen, der mit mir Scherze darüber gemacht hat, dass er immer noch da ist, obwohl im der Arzt bei seiner Geburt keine 2 Wochen gegeben hat bis zur schwer depressiven Frau um die 60, die nie verwunden hat, dass sie seit einem Schlaganfall halbseitig gelähmt ist – und damit im Verein noch zu den leichten Fällen zählt.

Und es waren einige Neukunden, die nach einer Tour mit mir und dem Schwob dauerhaft beim Verein geblieben sind – was sicher für beide Seiten eine gute Erfahrung war.

Die Touren:

Die Touren bestanden zu einem großen Teil aus festen Touren zu Schulen, Tagesstätten und ähnlichen Einrichtungen. Daneben gab es aber auch die so genannten „Taxi-Touren“, was im Endeffekt einfach private Touren waren. Also Leute am Sonntag zur Kirche fahren, am Wochenende zur Familie, zum Einkaufen oder zum Arzt. Wo man halt so hin muss.
Auch die Taxitouren mussten von den Kunden – nach Möglichkeit – 3 Tage vprher angemeldet werden, was eine eigentlich gute Tourenplanung ermöglichte. Was dem Chaos im Verein natürlich nur bedingt entgegenwirkte. Ein Telefonat, wie ich es zwar selten, aber eindeutig zu oft geführt habe:

„Hallo, Fahrdienstleiter hier. Ich wollte mal fragen… könnten sie vielleicht vor der Mittagstour noch in Degerloch Frau Weisstenich abholen?“

„Naja, ich wollte gerade schlafen… wann denn?“

„Also eigentlich hätten sie vor 5 Minuten dort sein müssen, aber ich ruf gleich an, dass es später wird…“

Die meisten Touren bestanden aus Hin- und Rückfahrt, und dazwischen war dann unbezahlt frei. Das tat bisweilen weh, aber da wir die Autos in aller Regel mit nach Hause nehmen konnten, war man wenigstens motorisiert.

Ein großer Teil der Kundschaft war Stammkundschaft und dank der nach wie vor unzureichenden Versorgung von Behinderten leiderprobt. Die meisten waren eigentlich anspruchslos und ich habe mehrmals gehört, dass es ja ein toller Service sei, dass wir uns bei Verspätungen oder bei Verhinderung telefonisch melden.

„Die vom ASB haben das nie gemacht…“

Mit der Zeit hatte man recht persönliche Bindungen zur Kundschaft, und natürlich gehörte es in dem Job – ebenso wie meines Erachtens nach beim Taxifahren – dazu, nicht an der Haustüre kehrt zu machen. Manche Leute mussten noch 3 Stockwerke durchs Treppenhaus getragen oder in irgendeiner Form versorgt werden und es blieb auch nicht aus, dass man mal eine Flasche zum Reinpinkeln halten musste. Aber der Dank für diesen Service war einem gewiss. Mal in Form eines Lächelns und mal in Form von 150 € in bar zum Geburtstag.

Die Fahrten gestalteten sich zwar manchmal abenteuerlich, aber Spaß war eigentlich immer dabei. Im Gegensatz zu meinem heutigen Job war wesentlich weniger Etiquette angesagt. Mit zerissenen Hosen ist man auch bei Vorstandsvorsitzenden aufgetaucht – und es war klar, dass man mit guter Arbeit jeden Eindruck ins Positive kehren kann.

Viele Fahrten hat man mit einem Beifahrer zusammen gemacht, was rechtliche Gründe hatte, und so hatte man oft auch bei völlig abwesenden Kunden Unterhaltung.

Die Autos:

Die Autos waren realistisch betrachtet meist ebenso eine Katastrophe wie meine damalige Wohnung – aber geil war es schon…

Die meisten Fahrzeuge waren Sprinter oder Transits mit hinten eingebauter Hebebühne, aber für Leute, die umsteigen konnten, gab es auch normale PKW’s. Besonders in Erinnerung bleiben mir folgende Kisten:

Enzian: Der einzige Automatik-Sprinter, den ich je gefahren hab. Noch dazu einer der besten und neuesten Wagen des Vereins. Wenn ich mich nicht täusche, war es der, der von einem Zivi auf dem Wasen bei gerader Strecke in eine Wand gefahren wurde…

Florian: Ein altersschwaches Wrack von einem Transit. Schon, dass die Lautstärkeregelung des Radios nicht mehr bedienbar war, und man somit immer nur dem Motor lauschen konnte, war mies. Dass die Gangschaltung die Benutzung einiger Gänge nur bei Vollmond erlauben wollte, und der Sitz nicht in eine mit meinem Körper kompatible Haltung zu bringen war, tat sein Übriges dazu, dass ich dieses Auto nicht sonderlich mochte.

Knut: Liebevoll auch Ikea-Bomber genannt. Ein alter Volvo Kombi ohne besondere Behindertenausstattung. Dafür Automatik und flotter Motor. Mit diesem Schlachtschiff durch die City zu cruisen war das Beste an dem Arbeitsplatz überhaupt.

Leo: MEIN Auto. Hab ich 2006 für meine Tour bekommen und war ein (fast) neuer Sprinter. Ein Jahreswagen der Bundeswehr. An der Kiste hat mal echt alles funktioniert.

Pascal: Ein Peugeot 806 mit Rampe für einen Rolli: Mit Turbo völlig übermotorisiert, aber ein Fahrwerk wie ein Luftkissenboot. Zivis haben es geschafft, binnen 5000 km ein neues Getriebe zu zerlegen. Das Auto war nicht lange beim Verein…

Woodstock: Ein Uralt-Sprinter, der offensichtlich seinen Antrieb aus dem Scheibenwischer-Motor bezogen hat. Den hat man manche Hügel echt nur im ersten Gang hochbekommen. Zudem war die Tür zerdellt und hat gequietscht wie eine Kreissäge beim Metallschneiden.

Yeti: Mein erster fahrbarer Untersatz im Verein. Der Vorgänger vom Sprinter – uralt, schlecht gepflegt, aber mit Automatik und Sportsitzen (!). Fuhr sich eins a und hatte den Vorteil, dass die Kunden uns gehört haben, wenn wir am anderen Ende der Stadt losgefahren sind…

Es gab noch einige andere, aber mit den oben genannten hatte ich definitiv am meisten Spaß 🙂

Der P-Schein:

2006 ergab sich anscheinend eine bedeutsame Wende im Geschäft in Stuttgart: Man brauchte jetzt für alle Taxi-Touren einen P-Schein. Nicht der Ortskunde wegen, sondern einfach so.

Also hab ich auf Vereinskosten den P-Schein gemacht, was mir letztlich auch hier in Berlin geholfen hat, da ich aufgrund der bis heute andauernden Gültigkeit des alten Scheins nur die Ortskunde-Prüfung machen musste und auf die ärztlichen Tests verzichten konnte.

Es war zwar ein ewiges Hickhack, ob ich jetzt die Ortskundeprüfung brauche oder nicht, aber letztlich hatte ich den Schein und inzwischen ist er für Taxen in beiden Städten – Berlin und Stuttgart – zugelassen. War echt gut, dass ich das gemacht hab…

Die eingeschleusten Kollegen:

Da die Hürden, um beim KBV eingestellt zu werden, damals recht niedrig waren, sind im Laufe meiner Zeit dort einige Freunde (zumeist nur kurzzeitig) zu Kollegen geworden.

Namentlich: Der Schwob, Sven, Alex und Nico. Und ich hab das Gefühl, ich hätte noch wen vergessen…

Fazit:

Wie bei  so ziemlich allem im Leben gab es hier gute und schlechte Seiten. Obwohl ich es mit dem Fahrdienstleiter nie zum Du geschafft habe, war die Atmosphäre super und die Bezahlung eigentlich ok. Die Organisation wies Mängel auf, aber das hat so ziemlich meinem Lebensstil damals entsprochen, also will ich mal nicht im Nachhinein behaupten, ich hätte es gehasst. So werde ich hoffentlich nie die morgendlichen Treffen mit Mulu in der Kneipe unseres Vertrauens vergessen, als wir uns gegenseitig unsere Gehaltsabrechnungen und die darin enthaltenen Fehler vorgelesen haben.

Die Kollegen – vom Zivi bis zum Finanzchef waren alles Originale, und zwar engagierte und lustige. Bis auf einen von seinem Vater eingeschleusten Nazi (der aber das verheerendste Arbeitszeugnis bekommen hat, das ich je gesehen hab), erinnere ich mich eigentlich an alle gerne.

Noch weniger allerdings möchte ich die Erinnerung an die vielen Kunden missen. Noch heute werde ich manchmal gegrüßt aus meiner Heimat, und ich denke, das sagt einiges…

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Rückblick: Sash als Paketfahrer

Marcus hat in den Kommentaren gefragt, ob ich nicht meine Bewerbung bei einem Paketversender publik machen wolle. Warum nicht? Aber so richtig spannend war es eigentlich nicht.

Aber gut, gewissermaßen war es auch ein Schritt auf dem Weg zum Taxifahren.

In Stuttgart habe ich ja Behinderte durch die Stadt gegurkt, und in den letzten beiden Monaten zudem für einen Sicherheitsdienst Überweisungsunterlagen für Banken durch ganz Baden-Württemberg. Als ich nach Berlin gekommen bin,war klar, dass ich auch hier irgendwas im Transport-, bzw. Beförderungsgewerbe suche.

Aber ich wäre ja nicht der Sash, wenn ich nicht mit völlig unzureichendem Wissen mal eben 600 km wegziehen würde. Ich hatte in Stuttgart ja meinen P-Schein (ohne Ortskunde) gemacht und hatte die Hoffnung, dass ich in Berlin im Behindertenfahrdienst bei meiner mehrjährigen Erfahrung und einem durchaus ernsthaft positiven Arbeitszeugnis einen Job finden würde.

Die Ernüchterung war natürlich groß, als ich lernen musste, dass der P-Schein ernstlich an die Ortskunde gekoppelt ist, und ich nicht einmal feste Touren wie in Stuttgart ohne Schein fahren kann. Ich hatte mich bei einem Behindertenfahrdienst beworben, und der Job klang mit 1300 brutto gut bezahlt und soweit ok. Genommen hätten sie mich offenbar – P-Schein aber natürlich vorausgesetzt. Mist!

Also habe ich mich andersweitig umgesehen, und da lag dann Pakete ausfahren nahe. Dafür braucht man keinen P-Schein, und ein paar seriöse Angebote mit angemessener Bezahlung fanden sich durchaus. Man darf ja auch nicht vergessen, dass ich in Stuttgart rund 1050 € brutto im Monat hatte.

Also hab ich das Netz und auch die ein oder andere Zeitung durchforstet und bin auf ein Angebot gestossen, bei dem sie auch 1300 € bieten, 40 Stunden die Woche oder so zum Pakete ausfahren. Nach einem Anruf bin ich dann auch mal dort aufgeschlagen und was sich mir da geboten hat, war schon sowas in der Kategorie „widerlich“. Die Firma lag in Heinersdorf, ziemlich am Rand, fast schon auf dem Land. Gefühlt zumindest. Der Laden selbst war in einem Hinterhof zwischen verwaisten Häusern mit eingeschlagenen Scheiben zu finden und sah eigentlich auch nicht besser aus als selbige. Soweit ich gesehen habe, bestand der Betrieb im wesentlichen aus einer Flotte von rund 10 halblebigen Autos und einer kleinen Lagerhalle mit angeschlossenem Büro. So wie man in schlechten deutschen Filmen mit niedrigem Budget einen Unterschlupf eines Waffenschiebers darstellt. Das Büro war verqualmt, nackter Putz an der Wand, und neben ein paar Aktenschränken, Schreibtisch und PC fiel vor allem die durchgewetzte Couch-Garnitur auf, die sicher irgendwann zu Wirtschaftswunderzeiten sehr modern war.

Die Angestellten waren durchweg männlich, so bestand die Wanddekoration überwiegend aus Kalendern und Pin-Up-Postern. Der Chef bat mich, mich zu setzen und fragte als erstes danach, ob ich nicht auch ein eigenes Auto hätte. Nein. Naja, egal, eines hätte er noch zur Verfügung, dann solle ich halt das nehmen. Ob ich mich auskennen würde? Nein. Naja, wenn ich kein Navi hätte, dann… da hat er mir ein aus einem Stadtplan aus DDR-Zeiten ausgeschnittenes Papierfragment in die Hand gedrückt und gemeint, das wäre so in etwa mein Gebiet. Grob zwischen Hohenschönhausen und Lichtenberg, das lernt man schnell.

Bezahlung, ja da gäbe es verschiedene Möglichkeiten. Wenn ich wolle, könne ich auch mein ALG aufstocken, aber nein und doch und… eigentlich hatte er keine Idee, was er mit mir macht, meinen Namen konnte er sich nicht merken und ich solle doch einfach mal mit einem Kollegen mitfahren. Jetzt gleich.

Das war nun etwas blöd, weil ich an dem Tag wirklich keine Zeit hatte.

Na dann halt morgen. 7 Uhr? Na klar.

Als ich ankam, wurde ich hierhin und dahin geschoben und dann einem Kollegen zugeteilt, der sich nicht wirklich dafür begeistern konnte, Babysitter zu spielen. Das Auto war schon fast vollgeladen, und so ging es dann auch bald los. Der Kollege war eigentlich ein netter. Er ist dann recht schnell aufgetaut und hat mir von Tücken im Austeilungsgebiet (die Landsberger Allee mit all ihren verschachtelten Nebenstraßen) bis zur Bedienung der Geräte und dem Ausfüllen der Zettel eigentlich alles erklärt. Zudem, dass wir im Namen von Hermes Pakete für Quelle und Konsorten ausfahren. Ein paar dieser Pakete hab ich selbst an Kunden übergeben können und somit sogar ein bisschen helfenderweise anpacken können. Der Chef, so erfuhr ich, würde immerhin pünktlich zahlen und ja, so schlecht wäre es nicht. Sei halt hartes Business und man müsse sich schon ranhalten, den Zeitplan zu schaffen. Naja.

Die Tour war irgendwann vorbei und mir ging es so lala. War alles noch ziemlich neu, ich hatte keine Ahnung, wo wir überhaupt waren und und und. Woher ich denn eigentlich wisse, welche Pakete ins Auto müssen? Naja, die lädt man morgens selber ein. Und wo und wie? Kommste am Montag früh, 6 Uhr und dann zeigen wir dir das.

Ich also wieder hingefahren und gefragt, wo ich mal gucken könne.

Die Antwort war dann der entscheidende Grund, weswegen ich beschlossen habe, drauf zu scheissen. Ich wurde nämlich relativ rüde vom Chef angegangen, was ich denn eigentlich jetzt hier wolle, und wenn ich nicht vorhätte, jetzt zu fahren, dann könne ich auch gleich wieder gehen. Er wüsste so jetzt auch nichts mit mir anzufangen. Also bin ich gegangen mit den Worten im Ohr, ich solle einfach vorbeikommen, wenn es mir dann passen würde.

Die Entscheidung, nicht mehr hinzugehen hat mich viel Geld gekostet und zudem die Frage erneut aufgeworfen, was ich eigentlich hier in Berlin machen will – aber falsch war sie nicht.

Ich bin ein Mensch, der sich entschlossen hat, sein Leben mit mehr oder minder als prekär eingestuften Arbeitsverhältnissen zu finanzieren. Das mache ich bewusst, und ich finde es nicht grundsätzlich schlimm. Die paar Euro mehr am Monatsende wären natürlich gut, aber sonst…

Aber auch wenn es der kapitalistischen Logik etwas entgegensteht: Ich erwarte dafür was. Nämlich wenigstens eine faire Behandlung und die Chance, meinen Job auch gut zu machen, indem man mir zeigt, was ich zu tun habe. Wenn dann die Atmosphäre stimmt, dann arbeite ich auch für 7 € brutto die Stunde und fühle mich wohl dabei. Aber das ist das Minimum. Ja, und so habe ich die Arbeit also nicht angenommen. Der Rest sollte bekannt sein: Ein paar Monate Arbeitslosigkeit, währenddessen Erwerb des Staplerscheins. Dann eine Woche Zeitarbeit mit dem abschließenden Ziel, es jetzt doch mit dem P-Schein zu versuchen. Dann ein weiteres Dreivierteljahr Arbeitslosigkeit, während ich bei meinem jetztigen Arbeitgeber auf die Ortskundeprüfung hingearbeitet hab. Ich kann damit leben.

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Morgendämmerung

10 Uhr und das wichtigste ist geschafft. Naja, also es sind noch zwei komplette Regale zu putzen und von einem Zimmer ins andere zu transportieren. Aber das wichtigste ist geschafft: Ich sitze in meinem neuen Zimmer an meinem Schreibtisch und blogge…

So langsam könnte ich auch ein wenig Schlaf vertragen – aber es ist gerade so schön. Das neue Zimmer hat eine ganz neue Akustik und wenn es endlich spät genug ist, dass die ganzen Leute arbeiten oder bei der Arge sind…

Ihr lest also einen Artikel, den ich in äußerst guter Verfassung schreibe: Ausgepowert, müde, neuzimmrig und zudem beim Musikhören während des ersten Feierabendbiers. Den restlichen freien Tag werde ich mit Schlafen, Kleinigkeiten transportieren und die neue Atmosphäre genießen gestalten. 🙂

Manchmal kann das Leben auch mit wenig Aufwand sehr nett sein. Gut, nicht jeder hat die Möglichkeit, mal kurz von 11 auf 22 m² zu wechseln – aber deswegen wohne ich ja in Marzahn in einer völlig überdimensionierten Wohnung.

Und abgesehen vom metaphorischen Sinn habe ich natürlich auch noch ein bisschen echte Morgendämmerung für euch. Auch aus Marzahn natürlich:

Novembermorgen, Quelle: Sash

Novembermorgen, Quelle: Sash

Nachtrag:

Lied der Stunde:

Ach ja: Das Video find ich scheiße, aber das Lied ist großartig!

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Endlich wieder!

So, die enthaltsame Zeit ist vorbei. Dieses Mal hoffentlich endgültig!

Heute Abend werde ich wieder ins Taxi steigen, und wenn man von ein bisschen Husten absieht, dann bin ich wirklich wieder unbegrenzt einsatzfähig. Ich hätte wahrscheinlich auch die letzte Nacht bereits wieder fahren können, aber ich denke, auf den einen Tag kam es jetzt auch nicht an. Ich hab nun im Verlaufe meiner Grippe dreimal bereits den Arzt runtergehandelt was die Zeit der Krankschreibung angeht – so langsam hab ich den Verdacht, er konnte das doch ganz gut einschätzen 🙁

Ja, zudem ist auch gleich noch Wochenende, und so bleibt zu hoffen, dass es mit der Kontinuität der Taxigeschichten nun wirklich so kommt wie ich das geplant habe. Wobei ich im November aus bekannten Gründen (Gericht) auch wieder fast eine Woche weg sein werde. Aber glaubt mir: Ihr bekommt noch am 11.11. einen Kurzbericht direkt aus Stuttgart!

Ja, und dann gibt es noch was anderes zu „feiern“: Unser Übergangsmitbewohner zieht am Samstag aus, und somit kann ich ebenso am Sonntag dann damit beginnen, mein Zimmer umzuziehen.

Da freue ich mich gerade fast noch mehr drauf als aufs Arbeiten, schon weil ich das mit dem Nicht-mehr-Aufräumen-weil-ich-sowieso-bald-ausziehe erschreckend lange durchgehalten habe, und mich derzeit in meiner Siff-Höhle nur noch bedingt wohl fühle. Vielleicht gibt es ja demnächst sogar – Premiere! – Bilder von meinem Zimmer hier im Blog. Irgendwie müsste ich es ja ausnutzen, wenn es schon mal vorzeigbar ist 😉

Außerdem habe ich dann wirklich das schönste Zimmer der Wohnung: 22m², kein rechter Winkel und Ausblick aufs Eastgate – sowas muss man für den Preis hier erstmal finden.

Ja, das einzige, was derzeit die Freude trübt, ist der Einbruch der Finanzen nach der langen Krankheitsphase jetzt. Zumal ich fürs neue Zimmer auch noch die Anschaffung von 3 neuen Jalousien plane… manchmal macht eben Kleinvieh doch den berühmten Mist. Aber warten wir mal ab: Ich habe bald Geburtstag und zudem reisst sich ein Ex-Vermieter ja darum, gegen mich vor Gericht zu verlieren.

Und so verbleibe ich (leicht verwundert ob der Tatsache, dass es das erste Mal ist, dass ich damit verbleibe) mit einem

„Always look on the bright Side of Life…“

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Schade…

Kleine Teiletappe zum Verfahren: Die Auskunft vom Gewerbeamt ist in der vorläufigen Online-Fassung da. Die Firma Thomas Bommelmann gibt es tatsächlich. Ordnungsgemäß als Einzelunternehmen angemeldet und existent seit 1998.

Und er ist tatsächlich sowohl fürs Vermitteln von Versicherungen als auch für Raumausstattung eingetragen. Das schien mir am Anfang eher schwer vereinbar. Aber jetzt gibt das Ganze endlich einen Sinn: Denn hinzu kommen noch Hausmeistertätigkeiten, Verpackung von Industriegütern und Musiker ist er wohl auch noch.

Was will man machen? So ein Allround-Genie wird doch wohl kaum irgendwelche Angebote falsch datieren…

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Owned by Uhrzeit

…und ich wundere mich gerade, weswegen die beiden letzten Artikel trotz Vordatierung des einen in der falschen Reihenfolge angezeigt werden.Wordpress blickt die Winterzeit nicht…

Ich bin echt bei Zeitumstellungen ein bisschen uninformiert. Das hat auch seine schönen Momente, keine Frage. Aber jetzt gerade muss ich einfach dran denken, dass ich heute Nacht – so ich denn gesund gewesen wäre – eine Stunde länger hätte arbeiten können. Nicht, dass ich mich normalerweise darum prügeln würde, aber am Wochenende wäre das gar nicht so unpraktisch…

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Dreist Digga, dreist Digga…*

Da jetzt seit 24 Stunden Kommentarflaute herrscht, hab ich das Gefühl, die Gerichtsgeschichte ist nicht mehr so interessant für die meisten hier. Falls es so sein sollte: Sorry, aber das Verfahren steht in zweieinhalb Wochen an und gerade weil ich noch krank bin, steht das derzeit weit oben auf meiner Agenda. Außerdem ist es ja auch mein erstes Mal…

Ozie ist in den letzten Tagen seit der Klageerwiderung wirklich verstärkt am Recherchieren bezüglich der vorgelegten Kostenvoranschläge.

Denn die angeblich von mir verursachten Schäden in der Wohnung haben uns zunächst ja mal auf ein Abstellgleis geführt. Natürlich war die Bude – mal objektiv und gemessen am deutschen Durchschnitt  betrachtet – ein Drecksloch. Dass die Schäden jetzt mit 4300 € + x angegeben werden, hat uns zunächst einmal nicht sonderlich überrascht. Im Gegenteil. Die Kosten für die tatsächliche Instandsetzung der Wohnung in einen angemessenen Zustand (zum Beispiel in einen Zustand, in dem man auch Mieter mit Kindern einziehen lassen könnte) liegen wahrscheinlich weit im 5-stelligen Bereich.

Insofern haben auch wir zunächst einmal versucht, bei den uns vorgeworfenen Schäden zu recherchieren, inwieweit uns Beweise vorliegen, dass wir sie nicht verursacht haben. Das ist nur bedingt erfolgreich gewesen, aber es ist – wie erwähnt – das hinterste von 6 Ventilen, das gerade leicht leckt…

Seit wir uns die Kostenvoranschläge näher angesehen haben, beschleicht uns ja zudem das Gefühl, dass da noch einiges andere im Argen liegt und die Beweise für die Schäden vielleicht eher zu unserem siebten Sicherheitsventil werden. Ich kann noch lange nicht davon sprechen, dass da irgendwas gefälscht ist, aber mit den uns verbleibenden Mitteln versuchen wir durchaus, Nachforschungen in diese Richtung anzustrengen. Denn ich glaube, einen besseren Sieg als einen mit gefälschten Beweisen der Gegenseite kann man nicht davontragen.

Die Namen der Firmen nenne ich hier verfremdet (bis auf die Firma Konold, die aber ohne jeden Zweifel hervorragende Türen herstellt und keinen Anteil an seltsamen Kostenvoranschlägen hat) – da noch absolut nichts sicher ist, und ich – abgesehen von potenziellen juristischen Folgen – auch kein Interesse daran habe, im Falle einer Falschheit meiner Vermutungen irgendwem Schaden zuzufügen.

Angehängt in der Klageerwiderung sind 3 Angebote.

Anlage 1 ist ein Angebot der Firma Freude aus Am Arsch der Welt für die Instandsetzung der Balkontüre über 499,80 €. Insgesamt sieht das Angebot seriös aus, es existieren Telefon-, Konto- und Umsatzsteuernummern. Es scheint ein Familienbetrieb zu sein, da der Geschäftsführer Herr Lübeck in diesem Angebot auf den Außendienstmitarbeiter Herr Lübeck verweist, was irgendwie kurios wirkt. Wirklich fraglich indes ist, warum die Firma weder im Handelsregister, noch in den gelben Seiten existiert.
Auch sonst ist trotz professionellem Briefkopf im Internet nichts über die Firma zu finden, außer dass sie vor einiger Zeit bei myhammer.de einen Auftrag zur Renovierung von Geschäftsräumen vergeben haben. Einen Auszug aus dem Gewerberegister werden wir beantragen.
Warum uns dieses Angebot überhaupt stutzig macht: Nun, es ist auf Januar 2008 datiert, und da unser Vermieter uns 4 Monate später noch erklärte, er hätte die Schäden noch nicht erfasst – eingedenk der Tatsache, dass er die Reparatur unter Garantie selbst vornehmen wird – gehen wir von einer Vordatierung aus. Schließlich arbeitet unser Prozessgegner im Bau-Gewerbe und hat sicher so seine Kontakte.

Anlage 2 ist ein Angebot der Firma Thomas Bommelmann aus Stuttgart. Dieses Angebot für die Reparatur des Holzbodens ist – um es mal klar zu sagen – eine Karikatur seinerselbst. Es existiert kein Firmenbriefkopf, es gibt keine Angaben außer der Adresse. Also keine Steuernummern, nur eine Handynummer und das Schreiben ist ein Standard-Word-Brief, bei dem nicht einmal die Schriftart von Times New Roman auf was vernünftiges geändert wurde. Der Betrag wird vor Steuern auf angenehm runde und der Kaution entsprechende 1000 € taxiert.
In Firmenverzeichnissen im Netz ist von der Firma nur ein Eintrag zu finden, und laut diesem handelt es sich um einen Versicherungshändler oder dergleichen – was etwas vom im Angebot angegebenen Geschäftsfeld „Raumausstattung“ abweicht. Zumal Raumausstattung sich in meinen Augen schon nur bedingt mit der Sanierung eines Bodens befasst.
Zudem ist unter dem Namen des Geschäftsführers Thomas Bommelmann niemand in Stuttgart gemeldet, und schon gar nicht an der angegebenen Adresse. Diese Adresse scheint zudem ein normales Wohnhaus zu sein.
Dieses Angebot ist auf den 4. Februar datiert, was uns ebenso fragwürdig erscheint wie beim ersten Angebot, zudem fehlt hier selbst eine Auftragsnummer oder dergleichen.

Anlage 3 ist ein Angebot des offensichtlich seriösen Fachhändlers Holz-Heinz für ein „Türblatt Eiche“. Dieses Angebot ist als einziges der drei offensichtlich von einer professionellen, renommierten Firma angefertigt. Um so mehr verwundert es, dass ausgerechnet bei diesem Angebot das Datum gestrichen wurde.
Hier bleibt nur noch zu erwähnen, dass ich meine Zweifel habe, ob es rechtmäßig ist, sich als Ersatz für eine billige Baumarkt-Tür für 50 € (wie Dieter selbst gesagt hat) eine Tür von Konold herauszupicken – eine Firma, die es sich erlauben kann, einen 187 Seiten starken Prospekt für Türen zu drucken, ohne darin einen Preis zu nennen. Kostenpunkt für das sicher sehr schöne Exemplar, das Dieter wohl so vorschwebt: 221,16 € inkl. Mehrwertsteuer. Nur das Blatt, wohlbemerkt!

Auch hier wird noch ein Anruf nötig sein. Alles in allem bin ich guter Dinge, selbst auf diesem Level noch die Verhandlung im Griff zu haben…

*Dank an Samy Deluxe für die Inspiration zur Überschrift

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