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bild.de – Franz Josef Wagner 2008

Kaum etwas ist in der BILD-Zeitung so beständig und zugleich so verwirrend wie die Kolumne des Franz Josef Wagner (Post von Wagner). Er richtet täglich einen „Brief“ an bekannte und unbekannte, echte oder fiktive Personen und kommentiert so die Welt. Seine Ansichten sind streng, bisweilen aber auch widersprüchlich. Ich erlaube mir hier, einige interessante Äußerungen Wagners nachträglich zu kommentieren. Es juckt einfach so in den Fingern! Ein bisschen inspiriert bin ich von der heutigen Kolumne, in der er erzählt, dass in Tibet Steine als Lebewesen gelten. Aber ich bin kein Tibeter, ich kann es nicht widerlegen.

Die Datumsangaben entsprechen übrigens denen auf bild.de.

01.01.2008 | Liebe letzte Zigarette

„heute in Berlin Punkt Mitternacht werde ich Dich im Restaurant Adnan oder in der Paris-Bar beerdigen, bzw. ausdrücken. Hoffentlich in alkoholisierter Sylvester-Stimmung.
Ach, meine Geliebte, wir dürfen uns ab 1.1.2008 nie mehr zusammen in einem Restaurant sehen lassen. Du, mein ältester Flirt, meine Treueste, oft bis zum Morgengrauen. Was für ein perfektes Paar waren wir! In schlechten und in guten Zeiten. Ich werde, ich weiß es, vor dem Aschenbecher weinen wie vor einem Sarg. Gerne würde ich Erde auf Dich schütten.
Du warst immer bei mir. Als ich durchs Abi flog, hatte ich Dich in meiner Stammkneipe geraucht. Als meine Freundin mir sagte, dass sie schwanger ist zündete ich mir im Cafe Roma in München eine Zigarette an. Es gibt niemanden, der mehr weiß über mich als meine Zigaretten.
Liebe Zigarette, schlaf wohl. Ich weiß nicht, wie ich ohne Dich weiterleben kann. Mein Arzt kann sich sowieso nicht erklären, dass ich nach 40 Jahren Rauchen noch lebe. Er besteht drauf, dass ich tot sein müsste.
Ich muss leben ohne Dich. Auf Balkonen rauchen, auf der Straße, man wird mich als Menschen ohne Disziplin einordnen, als schlechten Menschen, als Menschen, der sich am laufenden Band scheiden lässt, der Frauen schlecht behandelt.
Ja, ab 1.1. sind wir Raucher schlechte Menschen – per Gesetz!“

Franz Josef Wagner als gepeinigter Bald-Ex-Raucher. Dramatisch! Wieviel poetische Liebe zur Sucht liegt in diesen Zeilen, und wieviel davon vergisst er in anderthalb Monaten? Wir werden es sehen… ich musste es jedenfalls komplett wiedergeben.
Warum er ein schlechter Mensch wird, kann ich (auch als Raucher) nur bedingt nachvollziehen. Für mich ist Wagner höchstens ein schlechter Mensch, weil er nach Jahren journalistischer Tätigkeit noch immer nicht lernen will, dass man Silvester nicht mit „y“ schreibt. Aber gut, ich pflege meine Fehler ja auch 😉

14.01.2008 | Liebes Hochzeitspaar Sarkozy & Bruni

[…] „Vive la France, Vive le Hintern von Carla Bruni.“

Ich hab ewig überlegt, ob ich diesen Kommentar mit rein nehmen soll, weil mir einfach nichts dazu eingefallen ist. Aber ich konnte nicht darauf verzichten…

24.01.2008 |Liebes Mars-Männchen

„bleib da, wo Du bist. Bei uns ist die Hölle los. Der Dax bricht ein, das reinste Geld-Massaker an den Börsen, Heulen und Zähneklappern bis nach Asien, die großen Wallstreet-Banken nur noch die Hälfte wert. Schreckliche, unselige Tage auf Deinem Nachbarplaneten Erde. Grün vor Angst sind die Menschen, grüner als Du. Die Erde seufzt, nur noch Krisen.
Ich weiß, auf dem Mars herrschen minus 85 Grad in der Nacht. Aber der Mars ist ein wärmerer, anheimelnderer Ort als die Erde zurzeit. Gaza-Streifen, das blutende Afrika, der verrückte iranische Präsident, die Verrückten im „Dschungel-Camp“. Der Mars muss das Paradies sein. Bleib da, fühl Dich wohl!
In der U-Bahn auf der Erde würde man Dich verprügeln, Du dürftest nicht rauchen und ohne Feinstaubplakette nicht Auto fahren. Du dürftest kein Haus bauen ohne Energie-Pass und keine Südfrüchte essen, weil sie Tausende von Kilometern klimaschädigend eingeflogen werden.
Liebes Mars-Männchen, ich beneide Dich um Deinen Planeten, wo es den ganzen Quatsch nicht gibt.“

Eine Kolumne, die man nur vollständig wiedergeben kann. Um es deutlich zu sagen: Franz Josef Wagner schreibt hier an einen grün-braunen Schatten, der zufällig in etwa die Form eines flüchtenden Menschen hat. Dieser Schatten „lebt“ auch bei Temperaturen unter -85°C (wenn wir irrsinnigerweise davon ausgehen, dass Schatten auch nachts Bestand haben) in einer extrem dünnen Atmosphäre, in der Wagner augenblicklich ersticken würde. Trotz all seinen Leiden mit den Feinstaubplaketten würde ich ihm davon abraten, den nächsten Flug zu nehmen…

25.01.2008 | Lieber Jérôme Kerviel, größter Bankräuber aller Zeiten

„um 4,9 Milliarden Euro haben Sie die zweitgrößte Bank Frankreichs, die Société Générale, erleichtert – und Bert Brecht widerlegt. „Was ist der Einbruch in eine Bank gegen die Gründung einer Bank“ (Dreigroschenoper). […]
Sie sind 31. Sie haben die Bank nicht mit Maschinen-gewehren überfallen, nicht mit Tränengas, nicht mit Tunnel-graben. Sie haben keine Geiseln genommen.
Sie haben mit 20, 30 Maus-Klicks auf Ihrem Computer alle Kontrollsysteme außer Kraft gesetzt. […]
Mit 31 tragen Sie sicher Schlabberlook, Ihre Hose hängt Ihnen bis zum Arsch. Ich glaube nicht, dass Sie einen Anzug tragen und sich Gel ins Haar schmieren. Ich glaube auch nicht, dass Sie ein Revolutionär sind à la Bert Brecht. Ich glaube, dass Sie ein verrücktes Genie sind.“ […]

Unglaublich, dass ein konservativer Mann gehobenen Alters sich derart für einen Verbrecher begeistern kann. Man darf sich zwar fragen, wieso Wagner jetzt Brecht widerlegt sieht, aber ich bin begeistert ob dieser Hingabe an einen Menschen, der eigentlich in den Augen der Bild-Redaktion eines der schlimmsten Verbechen begangen hat: Eines gegen den Geldbeutel.
Man macht sich als bald 30-Jähriger auch Gedanken, warum man „Schlabberlook“ tragen muß und warum man seine alten Hosen nicht tragen sollte, auch wenn sie nicht „bis zum Arsch“ hängen. Wo, Franz Josef, wohnen sie?

29.01.2008 | Lieber Oskar Lafontaine

„ich habe Ihnen noch gar nicht zu Ihren Wahlerfolgen (7,1 und 5,1 Prozent) gratuliert. Ich sage Ihnen, warum. Weil ich einem Doping-Betrüger auch nicht gratuliere. Sie dopten Ihre Wähler mit den Drogen „Weg mit Hartz IV“, „Weg mit der Rente mit 67“, „Raus aus Afghanistan“.“ [..]

Ähm… Wahlversprechen sind also dem Doping gleichzusetzen? Das ist neu. Was unterscheidet den Herrn Lafontaine denn dann noch von den anderen? Aber vielleicht ist es ja wirklich so wie im Radsport der letzten Jahre: Jeder dopt. Dann muss Herr Wagner immerhin nicht zu viele Gratulationen aussprechen.

03.02.2008 | Liebe Pappnasen

[…] „Es ist wunderbar, wenn der Mainzer eine Unbekannte an den Hüften anfasst und all die Dinge tut, die nur einem Ehemann erlaubt sind.“ [..]

Natürlich muß man hier eine Ausnahme eingestehen: Wenn man es so übertreibt, dass die Bild davon Wind kriegt, dann kann das doch unangenehme Folgen haben. Wenn der nächste Skandal in Promi-Ehen stattfindet, hat Herr Wagner sicher wieder eine andere Meinung parat.

05.02.2008 | Liebe Lehrer, liebe Eltern

„ich mische mich als Schulschwänzer in die Debatte um das Turbo-Gymnasium (G 8) ein. Statt 9 Jahre 8 Jahre zum Abitur. Ich habe die Wellen-Theorie des Lichts, das Huygenssche Prinzip nicht mitbekommen. Wenn wir Physik hatten, dann ging ich ins Kino. Mit 13 sah ich James Dean. Meine offizielle Erziehung endete mit 18, als ich durchs Abitur flog. Danach wurde ich ein glücklicher Mann. […]
Das Prüfen ist der Horror überhaupt. Wenn man geprüft wird, ist man automatisch ein Mensch zweiter Klasse. […]
Mein Rat an die Schüler von heute ist – schwänzt die Schule, lernt Eichelhäher von Eulen zu unterscheiden, guckt Bussarde an, die am Himmel kreisen, sitzt an kleinen Flüssen und guckt, wie die Forellen hochspringen. So wurde ich zwar kein Schriftsteller, aber immerhin der Kolumnist der BILD-Zeitung.
Lasst unsere Kinder aufwachsen wie Blumen.“

Da hat aber jemand einen liberalen Anfall. Äh, gilt das auch für Kinder aus Migrantenfamilien? Ich frage ja nur. Ich dachte immer, bei denen ist das eher schlimm, wenn sie die Schule schwänzen…
Wichtigeres als Schule gibt es sicher, aber es ist ein bisschen fragwürdig, vom eigenen Erfolg auf die Gesamtheit zu schließen.
Meine Frage ist eine auch nicht uninteressante: Kann man ohne die Wellentheorie des Lichts zu kennen auch unter den Leuten im Wissenschaftsbereich bei der Bild Karriere machen? Der ein oder andere Artikel lässt dies nämlich vermuten…

07.02.2008 | Lieber US-Verteidigungsminister Gates

[…] „Unsere deutschen Soldaten sind nicht feige. Unsere deutschen Soldaten sind eine Parlaments-Armee. Sie gehorchen dem Parlament in Berlin. Die Entscheidung über menschliches Blutvergießen wird im Parlament beschlossen. Unser Parlament besteht aus unterschiedlichen Parteien, die Volkes Wille kundtun. In unserem Parlament kamen wir überein, dass wir Afghanistan beim Wiederaufbau helfen müssen. Niemand hat uns Wählern gesagt, dass wir in einen Krieg ziehen. In unseren Köpfen waren unsere Soldaten Verkehrspolizisten, Wasserbohrer, Softie-Soldaten. Unsere Soldaten sind nicht feige, feige ist unsere Politik.“

Lieber Franz Josef Wagner,
wenn man ihrer Logik folgt, dann ist auch unsere Politik mitnichten schuld an der Luschenhaftigkeit unserer Soldaten, sondern das Volk. Allen voran die tapferen Bild-Leser, die durch ihren Arbeitgeber, die BILD-Zeitung, instruiert, darauf verzichtet haben, zuzustimmen, dass ihre Kinder wieder Krieg mit Waffen spielen dürfen.
Herzlichst, Ihr Sash.

10.02.2008 | Liebe Trauernde von Ludwigshafen

[…] „Was ich mir wünsche, ist, ein Deutscher zu sein, der im Jahr 3000 geboren wird. Ein Deutscher ohne Vorurteil.“ […]

Die einzigen „Vorurteile“, auf die Wagner zu sprechen kam, war der Verdacht, dass es sich bei dem Brand in einem Haus in Ludwigshafen um einen rassistischen Anschlag gehandelt hat. Was will er jetzt damit sagen? Dass man erst in tausend Jahren endlich vergessen haben wird, was Hitler und seine Jünger angerichtet haben? Ist dieser Wunsch sinnig? Und wenn Wagner nicht gegen seine Vorurteile ankämpfen kann, warum lässt er uns dann auch noch so unreflektiert daran teilhaben? Fragen über Fragen.

11.02.2008 | Liebes Berlin

„ich bin erschöpft von Dir. VW „golden bear lounge“, „Mercedes Benz Star Night“, „Goldene Kamera“. Es sind die 58. Internationalen Filmfestspiele. Seit Menschengedenken war noch nie so viel los in Berlin – was für eine grandiose Stadt bist Du geworden. Keine Universitätsluschen in den Taxen, keine Kreuzberg-Chaoten. Berlin, Du bist in die Klasse von New York und Paris aufgestiegen. Deine Star-Qualität ist Deine Legende.
1945 wurde der Nationalsozialismus zerschlagen, dann kam die Mauer. 1989 ging der Kommunismus Bankrott. All dies geschah in Deiner Stadt. Eine Stadt besteht aus allen Seufzern, aus Liebes- und Todesschreien.
Alle Welt bewundert zur Zeit Berlin.
Berlin ist 892 qkm groß, 42 Kilometer muss man fahren, um von einem Ende ans andere Ende Berlins zu kommen. 59 % der Berliner sind konfessionslos. Berlin hat 11 Synagogen, 2 politische Tempel und 46 Moscheen.
Das Berlin der Partys ist wie ein Raumschiff. Wo wird es landen, zerschellen, in Feuer aufgehen?“

Diese Post von Wagner musste ich komplett wiedergeben. Denn ich kann mir keinen – aber wirklich gar keinen – Reim darauf machen, was er hier sagen will. Ohne ihm etwas unterstellen zu wollen: Sind da Drogen im Spiel?

Bevor wir die  folgende Kolumne lesen, denken wir noch einmal daran, wie Wagner seine letzte Zigarette betrauert hat. So, dann geht’s los:

13.02.2008 | Liebe Raucher-Kneipe

[…] „Eine Raucherkneipe schwimmt im Zigarettenrauch. Die rauchenden Männer an den Tresen sehen aus wie von Schüssen vernarbt, vom Laster des Rauches zerfressen. Hustend bestellen sie ein Bier, ihre Finger sind gelb wie das Bier. Eine Raucherkneipe ist eine Kneipe vor dem Tod.“ […]

Hey, er scheint es aufgegeben zu haben (zumindest das In-der-Kneipe-rauchen-Wollen).

28.02.2008 | Lieber Wladimir Putin

[…] „Sie bestimmen Ihren Präsidenten und Sie bestimmen mit Ihren Gas- und Öllieferungen die halbe Welt. In Russland sind Sie der viertbeliebteste Russe, seit es Russen gibt. Nr. 1. Zar Peter der Große. Nr. 2. der Dichter Puschkin, Nr. 3. Stalin, Nr. 4. – Putin.“ […]

Was auch immer Wagner sich dabei gedacht hat, anlässlich der Präsidentschaftswahl in Russland eine Liste der beliebtesten Russen zu machen, in der Stalin auf Platz 3 liegt (dessen Beliebtheit ich auch nicht an Umfragewerten zu seiner Zeit messen würde)…

05.03.2008 | Liebe Lüge

[…] „Wenn ich mich über die Lügnerin Ypsilanti empöre, dann muss ich mir die Frage gefallen lassen, ob ich selbst ein wahrheitsliebender Mensch bin. Als Kolumnist ja, glaube ich. Privat – das ist Ansichtssache. Privat schummele ich mich durchs Leben. Das beginnt mit „Guten Morgen“, obwohl es mich einen Scheiß interessiert, ob jemand einen guten Morgen hat.“ […]

Immerhin. Er kann ehrlich sein. Ich wünsche Herrn Franz Josef Wagner einen schönen Montagmorgen!

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Eine Tonne Pilze!

Noch einmal zu bild.de: Das Online-Angebot der Zeitung mit den unschlagbarsten Überschriften weiss wieder einmal zu schockieren, indem es berichtet, dass viele kontrollierte LKW in irgendeiner Art nicht in Ordnung sind. Was hat man da nicht schon alles gehört? Fahrer, die 40 Stunden am Stück fahren, LKW ohne Bremsen, ohne Scheiben. Ungesicherte Ladung, die sich nur durch ein Wunder nicht gelöst hat…
Mitunter liest man auch mal von einem überladenen Fahrzeug. Diese Problematik sollte nicht heruntergespielt werden, man fragt sich aber, wie ergebnislos die Kontrollen eigentlich waren, wenn bild.de folgendes als „schlimmes Beispiel“ bringt:

Besonders mieses Vergehen: Pilze!

Besonders mieses Vergehen: Pilze!

Zugegeben: 1000 Kilo sind viel. Wenn es ein 40-Tonner war, fällt das aber schon wieder weniger ins Gewicht. Darüber erfährt man nichts. Vielleicht hat man in der Redaktion ja tatsächlich Angst vor Pilzen und Sojasprossen…

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Berlin im Medikamentenrausch

bild.de hat mal wieder Schlimmes entdeckt (siehe Screenshot): Das Suchtverhalten der Berliner – insbesondere der Jugendlichen geht mal gar nicht. Schlimm ist das allemal, wenn man den Zahlen glauben darf. Es ist sogar sehr lobenswert, dass in einer Statistik zu Drogen auch mal die legalen in den Mittelpunkt gerückt werden. Was man aber davon halten soll, dass zwei Drittel aller Befragten im letzten Jahr ein oder mehrere Medikamente genommen haben soll, das weiss ich wirklich nicht. Die ein- oder zweimalige Einnahme von Medikamenten im Jahr halte ich irgendwie für ähnlich gefährlich wie den Sekt zu Silvester und Geburtstag. Vielleicht wollte der verantwortliche Journalist das Thema nur nicht untergehen lassen.

2008-03-16-drogen

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bild.de – Hitler!

Hier bin ich etwas hinterher. Die Sache mit Hitler habe ich schon bei bildblog.de gesehen. Dennoch hat sie mich amüsiert. Die Story: Ein Mann hat sich online bei der GEZ anmelden wollen. Ein Bild-Leser offenbar, oder  zumindest angeblich. Dort musste er – die ein oder anderen Leser sollten das kennen – einen Code eingeben, der dem Formular bestätigt, dass er kein Spambot ist. Diese Codes werden automatisch generiert, das weiß wohl jedes Kind. Auf dem Bildschirm erschien plötzlich DAS Wort: Hitler! Wahnsinn! Aber diese an sich schon auf den ersten Blick nur bedingt spannende Geschichte wird bei näherer Betrachtung noch obskurer.
Zunächst: Wie wir im entsprechenden Bild erkennen können, hieß das Wort nicht „hitler“, sondern „whitler“. bild.de vermerkt das immerhin im letzten Satz.

Jetzt neu: Hitler wird mit "W" geschrieben...

Auch die Bildunterschrift ist mehr als irreführend: „Unglaublich! Die GEZ gibt auf ihrer Internet-Seite das Kennwort „hitler“ vor“. Niemand gibt hier ein „Kennwort“ vor. Etwas seltsam ist dann die Äußerung des Lesers: „Ich habe das Fenster sofort weggeklickt. So etwas darf doch nicht passieren!“ Wie darf ich mir jetzt die Entstehung des Fotos vorstellen? Hat der Leser während seiner panischen Wegklick-Aktion schnell ein Foto gemacht? Oder haben die Verantwortlichen bei der Bild-Zeitung dann ewig die GEZ-Seite malträtiert, bis wieder einmal das schlimme Wort auftauchte, damit sie ein Foto haben?

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Helau Party-People!

So, nun ist es mal wieder so weit: Sash nimmt einen neuen Eintrag in den Blog vor. Wer auch sonst? Wir haben es Samstag Abend zu einer gar nicht allzu späten Uhrzeit. Wenn man Leuten wie meinem Bruder glauben kann, dann liegen sie bereits im Bett… ich find schreiben spannender. Ich meine, gut… ich hab auch gerade keine Arbeit. Ich drücke mich selbst vor den Bewerbungen, die ich schreiben sollte, ein wenig. Naja, bis auf eine Stelle ist auch nichts sonderlich vielversprechendes dabei – das muss ich auch mal anmerken.
Ansonsten sehe ich gerade viel zu, wenn Ozie meinen PC in Beschlag nimmt, um bei mir RollerCoaster Tycoon 3 zu spielen. Das tut sie aus einem verständlichen Grund: Ihre Grafikkarte ist noch in meinem Rechner eingebaut. Ihr erinnert euch: Meine Grafikkarte war dieses Teil, bei dem der Lüfter abgefallen ist, nachdem die Halterung aus Plastik für das Dingens weggeschmolzen ist.
Der K&M hat schon geschrieben, dass meine neue Karte unterwegs ist. Immerhin etwas. Im Großen und Ganzen habe ich also wenig zu meckern. Oder?
Naja, da wären einmal der Zustand der Welt an sich, das kapitalistische System, Nazis, ein Großteil aller Politiker, die von ihnen gemachte Politik und all das. Damit kann man aber keinen mehr hinter dem Ofen vorholen. Heute war mal wieder das Klima an der Reihe. Ich denke, es haben alle die medial ja kaum zu verpassende Aktion „Licht Aus!“ heute um 20 Uhr registriert. Und jetzt werden alle unsere Freunde in Ohnmacht fallen: Wir haben mehr oder minder mitgemacht!
Keine Sorge, keiner von uns hat ernstlich den Glauben, dass diese Aktion das Klima rettet. Nichtmal anteilig. Auf der anderen Seite: Tut es weh? Dass diese Aktion die reinste Menschenverdummung war, das kann selbst ein Blinder erkennen. Irgendwie wäre es aber ein wenig dunkler doch nett gewesen. Und spätestens, als die Energiekonzerne gebrüllt haben: „Achtung, damit bricht das Netz zusammen…“ war doch eigentlich klar, dass man es wenigstens versuchen kann. Zumindest hier in Berlin ist der Strom nicht ausgefallen, ich müsste allerdings lachen, wenn es woanders der Fall gewesen sein sollte. Ein bisschen gesundes Chaoze hat noch niemandem geschadet!
Ja, da wären wir bei meiner Hauptmotivation. Ich könnte noch ein bisschen ironischer sein, und das als Wink der Geschichte auffassen und die Überschrift dieses Eintrages hätte lauten können:

1992: Lichterketten werden in Deutschland gegen Neonazis entfacht
2007: 15 Jahre später werden sie ausgemacht, weil es dem Klima schadet!

Lachen musste ich fast, als ich eine halbe Stunde vor der Aktion ein paar Kommentare dazu gelesen habe, in der sich ganz clevere dagegen gewandt haben („Ich hol meine 2 1000-Watt-Strahler aus dem Keller und mach die um 8 Uhr an!“) mit an sich sinnigen Begründungen wie eben, dass es nichts bewirkt. Witzig fand ich aber folgende Argumentation: „Wir in Deutschland haben größere Probleme als das Klima!“
Das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen… keine Sorge, ich bin nicht in einen ominösen Öko-Wahn verfallen. Ich bin immer noch der Meinung, dass eine sinnige Nutzung am ehesten durch einen Systemwandel erreicht werden kann. Aber das größte Problem?
Sind wir doch mal ehrlich, wenn man es nüchtern betrachtet, sind die Menschen eher ein Problem als die zwischenmenschlichen Konflikte, oder?
Boah gut, ich will jetzt hier nicht noch die Werbetrommel rühren für Google, deren Chef mal eben auf 2 Südseeinseln heiratet (getrennte Betten quasi…) oder gar Pro 7 („es geht auch nur ums Licht! Lassen sie den Fernseher ruhig an…“).
Was gibt es sonst noch so? Telekommunikationsunternehmen! Ein schönes Angriffsfeld, wenn man die Politik im weitesten Sinne schon hinter sich hat. Zunächst einmal versaut die Telekom es mir und tausend anderen, dass Klopfer endlich ein Update veröffentlicht. Kann ich mich schonmal nicht so dolle mit anfreunden. Böses Telekom! Pfui!
Unser ureigenster Anbieter hat sich allerdings inzwischen auch noch zum Hüter moralischer Werte aufgeschwungen und seinen Kunden den Zugang zu Pornoseiten gesperrt. Hmm, man kann ja von Pornos halten was man will… aber warum zur Hölle entscheiden jetzt Internetanbieter über die Vertretbarkeit? Und warum zur Hölle finde ich im Internet nach 5 Minuten Suche bereits fragwürdige Kinderbilder, wenn sich mein Anbieter doch offenbar der Reinhaltung des Netzes widmet?
Eine der vielen Fragen, bei denen ich nicht zu bald auf eine Antwort erwarte (obwohl ich Arcor mal eine freundliche Mail geschrieben habe .
So, irgendwie ist nix los auf der Welt… also mach ich mal Pause.

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Was für eine Woche!

Glücklicherweise hält sie sich nämlich arbeitsmäßig im Rahmen, wenngleich ich heute auch wieder mal auf über neun Stunden komme. Ausgerechnet Tanja hat nach einem Blog-Eintrag geschrieen? Na sowas! Tanja, eigentlich bist Du zurzeit doch eh häufiger in der WG als ich (wenn man die Nächte nicht mitrechnet!). Also eigentlich kann ich Dir gar nix neues erzählen. Du sitzt ja selbst jetzt im Nebenzimmer 😉 Ja, wie sieht mein Leben gerade aus? Ich habe mich selbst im Verdacht, gelegentlich ein etwas langweiliges Leben zu führen, und ich weiss, dass da das ein oder andere Mal Kritik laut wird (was auch ans Nebenzimmer gerichtet ist), aber momentan gibt es einiges zu klären, was sich eben am Besten am PC klären lässt. Es hat sich insofern auch einiges ereignet: Die Chaoze-WG wird wohl noch ein Jahr bestehen bleiben, auch wenn es andere Pläne gab. Ich bin jetzt mal so frech, um die anstehenden Änderungen möglichst konfus zu schildern, um auch noch den letzten aus dem Konzept zu bringen. Diese Pläne sind noch nicht einhundertprozentig sicher aber sehr sehr wahrscheinlich:

  • Anfang August: Ozie zieht in die WG ein
  • Anfang November: Felie und Vera ziehen aus, Ralf ein, Sophie in der WG um.

Eigentlich ganz einfach, wenn man das mal so zusammenfasst. Also werden wir kurzzeitig (immerhin 3 Monate) eine Sechser-WG, was ja nicht das erste Mal ist, und dieses Mal werden wir auf das Wohnzimmer recht gut verzichten können, da Nico ja inzwischen in seiner neuen Heimat (die Kuschel-WG;) zocken kann. Ansonsten ist es vor allem eines: heiss! Gestern abend zeigte das Thermometer im Bus 32,5°C. Das IST Sommer! Endlich! Und schon fangen wir wieder an uns zu beschweren, dass es ja eigentlich schon wieder zu warm ist. Lassen wir das und genießen mal ein wenig. Ich finde den Tag heute trotz der 9 Stunden Arbeit so richtig fett. Solarenergie… *träller* Ja, ein kurzes Lob noch an die Bildzeitung: „Klinksi, putz die Polski!“ Mir fällt einfach kein vernünftiger deutscher Satz ein, um das zu kommentieren. Vielleicht „Bildi, schreib du Kacki?“ Traurig, dass sowas die meistverkaufte Tageszeitung in Deutschland ist… nur meine WM-Laune lässt gerade echt zu wünschen übrig. Wahrscheinlich werde ich mich heute auch nicht so wirklich überwinden können, mir das Spiel um 21 Uhr reinzuziehen. Mal sehen, wenn selbst Ozie mir einen Männerabend ans Herz legt 😉

Servus und Good Bye!

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WG-Geschwurbel die xte

Sorry Leute, da hab ich mich für diesen Monat wohl zu früh abgemeldet… wer aber hätte auch erwarten können, was hier wieder geht? OK, rhetorische Frage, ich geb’s zu. Zunächst: Der Film ist klasse, sei echt jedem empfohlen. Mehr will ich dazu aber eigentlich erstmal gar nicht sagen. Hier in den heiligen Hallen ist mal wieder die Hölle los. Vera hat es zwar letztendlich unter die Dusche geschafft, aber dafür sind alle anderen auf ihre Art auch geschafft. Nico ist zwar nicht ganz im Alkohol versoffen, aber arg viel besser klingt das hier alles auch nicht. Ich habe inzwischen gehört davon, dass die Fahrt auf die Säge bis zu viereinhalb Stunden dauern kann, dass man dabei Rückspiegel verlieren kann, dass es irgendwo in 300 km Umkreis einen Golfplatz gibt, auf dem man versehentlich wenden kann (?). Dazu erwecken alle hier den Eindruck als seien sie völlig durch. Alle reden nur noch von „deiner Mudder“ und wenn mein Bruder die Kontaktaufnahme zu Alex noch weiter hinauszögert, dann muss ich wohl davon ausgehen, dass mein Beck’s heute auch ohne mich noch leer wird. Was das alles damit zu tun hat, dass Vera Felix umschmeissen will, der ein Reisbauer ist und Sven Nicos Mutter anruft… das erfahrt ihr nur, wenn ihr herkommt. Alle Leute, von denen ich gerade geschrieben habe, scheinen nachher noch ins Schlamp zu rocken, aber ich selbst werde nicht am Start sein, da ich wie erwähnt noch eine Tour habe, und froh bin, danach ein paar friedliche Stunden am Telefon verbringen zu dürfen. Check check!

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