Ich habe mir heute auf sinnfrei.com ein paar alte „News“ angesehen, und bin bei einer mir schon bekannten Geschichte auf eine tolle Werbeeinblendung gestoßen, die ich irgendwie ganz passend fand:

Dicke Kartoffeln, Screenshot: sinnfrei.com
Ich habe mir heute auf sinnfrei.com ein paar alte „News“ angesehen, und bin bei einer mir schon bekannten Geschichte auf eine tolle Werbeeinblendung gestoßen, die ich irgendwie ganz passend fand:

Dicke Kartoffeln, Screenshot: sinnfrei.com
Beim Surfen im Netz bin ich auf ein wirklich grandioses Bild gestoßen, dass ich einfach niemand vorenthalten kann. Es geht um Tattooentfernung, ein für Betroffene sicher heikles Thema. Wer möchte schon den Namen seiner ersten Freundin(nen) für ewig neben seinem Genital stehen haben, wo auch Number next es sehen könnte. Wohl niemand. Andere ändern ihre Ansichten, finden es mit 70 vielleicht nicht mehr so reizvoll, „Meisterstecher“ auf dem Bauch stehen zu haben, und bei Querschlägern wie z.B. Horst Mahler wäre ein hypothetisch vorhandenes, in grauer Vorzeit aufgetragenes durchgestrichenes Hakenkreuz inzwischen sicher auch verschwunden.
Aber Gott sei Dank gibt es laserwelt.com!
Hier wird offenbar auch ganz hoffnungslosen Fällen geholfen, wie sie bereitwillig auf ihrer Seite demonstrieren:

Ich war jung und… Quelle: laserwelt.com
Wer kennt es nicht: Nach einem spontanen Besäufnis in der Eckkneipe von Tante Martha lässt man sich trendige Tattoos wie das obige machen. Und nach ein paar wenigen Jahren relativer Einsamkeit kommt einem dann die Idee, dass es vielleicht nicht nur am Körpergeruch liegt, wenn man in der vollen U-Bahn immer Platz hat…
Sehr schön ist aber wirklich: „Das Motiv soll Sie nicht schockieren; es soll Ihnen viel mehr zeigen, dass wir selbst mit extremen Tattoo“s auch im Gesicht fertig werden.“
Schade, das Motiv fing gerade an, mich auf hintergründige Art zu inspirieren…
bild.de macht es einem mal wieder nicht leicht, die Welt positiv zu sehen. Kaum ist die Fußball-EM vorbei, sollte man doch eigentlich meinen, dass Deutsche und Polen wieder friedlich miteinander können. Falsch! Natürlich nicht! Denn nun gibt es einen „FKK-Krieg“ auf der Insel Usedom. Dort, an der polnisch-deutschen Grenze treffen laut bild.de ständig strengläubige polnische Katholiken auf die total natürlichen Nudisten auf der deutschen Seite, und das… naja… ist wohl voll voll mit krassen Konflikten.
So beschweren sich die Polen, wie „scheußlich“ Nacktbaden sei, und im Gegenzug kommen Deutsche zu Wort, die sich beschweren, dass die Polen „mit Ferngläsern“ anrücken und dann noch rumpöbeln. Da geht es wohl richtig ab. Realistisch betrachtet existiert dieser Artikel vor allem zum Unterbringen aller möglichen FKK-Bilder in einer Klickstrecke, die wahrscheinlich nur zu einem geringen Teil dort vor Ort entstanden sind. Eines dieser Bilder fand ich besonders toll:

Quelle: bild.de
Auf diesem Bild beschweren sich also „polnische Badegäste“ über „deutsche FKK-Bader“. Immerhin haben sich die Polen zu diesem Zweck auch freigemacht, oder wie sehe ich das? Naja, ich wollte eigentlich nur klarstellen, dass dieses Bild sicher nicht das zeigt, was drunter – oder drüber – steht.
Gute Nacht allerseits!
Barack Obama in Berlin! Jubel! Panik! Freude! Juhu! Seltsam, aber was will man machen? Ja, wahrscheinlich ist der Kerl besser als Bush, cleverer und sympathischer ist er auf jeden Fall. Jetzt war er also hier, hat ein bisschen Werbung für sein Programm gemacht, hat sich als guter Freund gut verkauft. Alle würden ihn wählen, nur leider kann man ja von hier nicht. Wenn er dann irgendwann um mehr deutsche Beteiligung in Afgahnistan bittet, wird er der Buhmann sein – wenn er denn überhaupt die Wahl gewinnt. Warten wir es ab.
Aber darauf wollte ich gar nicht raus. Die „Obamania“ wie kaum jemand anders angestachelt hat natürlich einmal mehr die Bild und natürlich auch deren Online-Ableger. Den Verlauf des gestrigen Besuches gab es sogar im „Live-Ticker“. Nun, selbst sein Abendessen im Borchardt blieb natürlich nicht unkommentiert. Fast schon gut ist es, dass bild.de das Borchardt über Nacht aus der Friedrichstr. ums Eck wieder in die Französische Str. geschrieben hat, wo es hingehört. Trotz einiger negativer Kritiken im Netz bin ich mir sicher, dass der werte Herr Obama gut gegessen hat. Mir wäre es an seiner Stelle zu später Stunde eher wieder hochgekommen. Da kommt der vielleicht in Zukunft mächtigste Mann der Welt nach Berlin. Man isoliert ihn gekonnt von allem Bösen, lässt ihn im Dreieck zwischen dem Adlon, dem Borchardt und der Siegessäule durch den Tiergarten gurken – kilometerweit entfernt von allen Dreckslöchern, die die Stadt ja auch zuhauf zu bieten hat. Und dann zu später Stunde diese Geschmacklosigkeit:

Haha, wir haben sie nackich! Screenshot: bild.de
Für mich persönlich ein neuer Platz eins auf der Liste der Gründe, weswegen ich nicht amerikanischer Präsident werden will. Aktualisierte Liste:
Ich gebe es zu: Oliver Santen nervt mich ein wenig mehr als die meisten anderen Bild-Schreiberlinge. Ich mag in den Augen vieler vielleicht ein hoffnungsloser Idiot sein, weil ich links bin, aber ich verstehe einfach die Gewichtung mancher Urteile von Menschen nicht. Ich bewerte es eben einfach anders.
In seiner neusten Kolumne schreibt Santen: „Streikt uns nicht kaputt!“ und es geht um von ver.di angekündigte Streiks bei den Piloten. Es ist meines Erachtens nach ok, wenn man sich als Urlauber ärgert, dass der Flug ausfällt. Es ist legitim, sich zu beschweren, wenn man geschäftliche Termine deswegen nicht wahrnehmen kann – keine Frage. Aber was soll es bitte heissen, wenn Santen schreibt: „Der Streik gegen Urlauber hat Methode.“?
Hier liegt meines Erachtens nach wieder ein künstlich geschaffener Kausalzusammenhang vor: Beim Streik sind unter anderem auch Urlauber geschädigt, deswegen richtet sich der Streik also gegen die Urlauber. Das ist – und das behaupte ich eiskalt ohne von ver.di Bonbons zu kriegen – einfach Quatsch! Indirekt mag sich ein Streik gegen Urlauber richten, aber nicht gegen die Urlauber als Personen, sondern als Einnahmequelle des bestreikten Unternehmens. „Zugegeben, das Streikrecht ist eine legitime Waffe im Kampf zwischen Arbeitnehmern und Arbeitgebern“, schreibt Santen weiter. Das dachte ich auch. „Aber dürfen wir im Zeitalter der Mobilität zulassen, dass die Hauptschlagader unseres Lebens mal eben gekappt wird?“, so die – nicht sonderlich unparteiische – Frage Santens. Ich verstehe seinen Standpunkt zwar, ich kann ihm sogar eine gewisse Sinnigkeit nicht absprechen, aber wenn ein Streik an sich legitim ist, das aber bei Piloten nicht ok ist… was ist dann das legitime Mittel bei Piloten?
Und wenn wir gerade überlegen, wer alles nicht streiken darf, wie geht es weiter? Die bei den Energieunternehmen bediensteten Leute dürfen sicher auch nicht streiken, wir haben ja auch irgendwie das Energiezeitalter – und zudem das Automobilzeitalter, das Computerzeitalter, das Globalisierungszeitalter, das Dienstleistungszeitalter, das Handelszeitalter, das Internetzeitalter, das… schafft den Arbeitskampf doch ganz ab!
Ich meine, Sreik ist nicht irgendein Druckmittel, es ist die letzte Waffe der Arbeitnehmer, die noch gesetzlich ist. Danach haben die Arbeitgeber noch die Ausschließung, und dann ist Ende, dann wird alles weitere unter Terrorismus subsummiert.
Wie sollen sich also Piloten beispielsweise sonst wehren, wenn sie sich unter Wert verkauft fühlen? Santen fordert, dass der Verkehr als Motor der Gesellschaft vom Arbeitskampf grundsätzlich ausgenommen werden sollte. Nette Idee, was verspricht sich unser Held denn davon?
Ich gebe mal eine Prognose ab, wo sein Szenario aller Wahrscheinlichkeit nach irgendwann hinführt: Die Jobs werden immer beschissener bezahlt, bald will sie keiner machen, und wenn dann ganz ohne Streiks die viel geliebte Mobilität ins Wanken gerät, holt man sich billige Piloten aus Übersee und meckert, dass die Ausländer uns die Arbeitsplätze wegnehmen und gar nicht so gut geschult sind wie die Deutschen.
Soll man sich vor einer derartigen Weitsicht verbeugen? Sie bejubeln?
Wer jetzt aber denkt, Santen hätte damit sein Pulver verschossen, der bekommt zum Abschluss noch einen Nachschlag: „Es darf nicht länger sein, dass Urlauber, Geschäftsreisende und Pendler zu Geiseln von Lokführern oder Piloten werden.“
Mit Verlaub, Geiseln befinden sich in der Gewalt der jeweiligen Gruppen. Ihr Leben ist abhängig von ihnen. Mit anderen Worten: Tagtäglich sind die armen Urlauber, Pendler und Geschäftsreisenden „Geiseln“ der Fahrer und Piloten, der Führer und Transporteure. Daran denkt niemand. Wenn die Leute doch so wichtig sind – als Motor der Gesellschaft – warum haben sie es dann nötig, für mehr Lohn zu streiken? Warum zahlt niemand diesen wichtigen Leuten mehr Geld? Ich finde diese Frage viel wichtiger als die Frage, wer wann unter welchem Streik leidet – selbst wenn es für den Einzelnen manchmal Einschnitte bedeutet.
So lange der Arbeitsplatz die einzige Möglichkeit ist, ein Leben zu finanzieren, so lange wird man sich um gerechte Bezahlung streiten müssen. Ein Streik ist nicht nur im abstrakten Sinne legitim, sondern er zeigt den betroffenen Unternehmen auch ganz klar auf, wie wichtig die Mitarbeiter sind. Angebot und Nachfrage, Marktwirtschaft und Kapitalismus, Themen, die Santen sicher feuchte Träume bescheren, funktionieren nunmal so.
Ich will nicht ernstlich polemisch werden zum Schluss, aber wer fliegen will, muss auch die Löhne der Piloten akzeptieren. Und meiner Meinung nach haben Unternehmen, deren Erfolg nur darauf beruht, dass sie den Angestellten zu wenig Geld zahlen, keinerlei Existenzberechtigung. Und diesen Satz schreibe ich – wenn man mal darüber nachdenkt – sogar im Sinne aller Kapitalisten da draussen. Denn: Wer soll denn all die Waren und Dienstleistungen kaufen, wenn nicht die Massen der Arbeiter und Angestellten? Und wenn die kein Geld haben…
Aber gut, genug für jetzt!
„…also ich war nie der Typ, der, ähm, Autos aufbrechen konnte und so Sachen, die so mit mit viel Adrenalin verbunden sind, die konnt ich nicht, Einbrechen.“
Das ist mal eine Ghetto-Ikone! Alter Falter!
Filed under Medien
Wenn wir über Bild und bild.de eines wissen, dann dass sie… lügen? Naja, das auch, aber mir ging es eigentlich darum, dass sie eine recht klare politische Linie haben. Da mag noch so oft „überparteilich“ unter dem Titel stehen, oder in „leicht einseitigen Artikeln“ von einer Zeitung fabuliert werden, die „rein sachlich“ berichtet, es ist und bleibt so.
Um das ein x-tes Mal zu verdeutlichen, sei hier einmal gezeigt, weswegen Heiner Geißler der Verlierer des Tages ist:

Screenshot: bild.de
OK, über Weltanschauungen darf, ja sollte man vielleicht sogar streiten. Was aber soll „wunderlich“ daran sein, wenn Geißler seine Meinung ändert? Eine Torheit, so das Fazit, ist es wohl, sich mit Linken zu solidarisieren (ich glaube kaum, dass die Bild-Macher die Materie so differneziert betrachten, dass sie wissen, dass inzwischen selbst überzeugte Neonazis sich gegen die Globalisierung stellen). Ich möchte anmerken, dass es hier nicht um die RAF geht. Am besten allerdings ist der Satz „Jetzt macht er auch noch den Kapitalismus schlecht…“
Böser Geißler! Pfui!
Der arme kleine Kapitalismus ist beleidigt und möchte von Mama Bild im Kinderparadies abgeholt werden!
Ich weiss, das ist alles nichts neues, aber ich musste einfach einmal mehr erwähnen, bis in welche Tiefen der Zeitung und des Online-Auftritts die Meinungsmache reicht.
Ach ja, der Gewinner des Tages ist Thomas Godoj, der „Superstar“, der verkündet, dass er trotz vermutlich siebenstelliger Gewinne an seinem Kurzauftritt im Rampenlicht der Geschichte nicht vorhat, abzuheben und sich höchstens eine kleine Wohnung kaufen will. Verweigert sich also auch dem Konsum, dieser, ach… Terrorist!