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Werbung mit Fragezeichen?

„Lieber Sascha,“

sehe ich mich mit vollem Namen computergeschrieben angesprochen, als ich den Brief aufgemacht habe, der ohne Absender mit einem Adressaufkleber an meine Adresse versehen ist.

„Hier ein kleines Geschenk für dich, vielleicht kannst du es gebrauchen…vielleicht auch nicht. Zumindest jedoch findest du einen Hinweis auf dem kleinen roten Briefchen. Einen Hinweis, der dich auf eine Spur führt…“

Briefchen? Naja, eine bedruckte Kondom-Packung nebst naheliegendem Inhalt. Schön zu wissen, dass der unbekannte Absender über mein Sexualleben spekuliert. Der Hinweis hingegen war eher unspektakulär einfach zu finden: Eine fett gedruckte Internetadresse – die zur Sicherheit auch nochmal anstatt einer Unterschrift unter dem Brief steht und nach Werbeslogan klingt. Das scheint es gewesen zu sein, ich glaube nämlich nicht, dass ich aus den üblichen Hinweisen zu Latexallergien irgendwelche Geheimbotschaften extrahieren kann.

„Dort wird dir eine Geschichte erzählt…folge ihr.“

Im Allgemeinen schätze ich mein Lesevermögen als ausreichend ein. Warum nicht?

„Erfahre mehr, frage nach! Oder beobachte einfach nur was passiert…es steckt etwas Verführerisches dahinter! Schon bald wird das Geheimnis gelüftet, verliere nicht die Geduld.

…vielleicht findest du es vorher heraus?

Lass dich darauf ein und lass werde überrascht!“

Wow. Eine Überraschung, die größer ist als das zweite „lass“ im letzten Satz etwa? 😉

Na gut, also nichts wie rauf auf die Seite. Ein Blog. WordPress. Wenige Tage alt, mittelprächtiges Design und (angeblich?) geschrieben von einem Barkeeper, der es ein wenig mit Musik hat und Annäherungsversuche zwischen ihm und der Damenwelt anreisst.

Selbst die whois-Abfrage gibt keine Firmenadresse aus, sondern den Namen des Bloggers. Hätte ich nicht erwartet.

Er schreibt zwar selbst, er habe ein Kondom zugesandt bekommen, aber da drei Kommentatoren bereits über den ungewöhnlichen Posteingang bei ihnen sinnieren, stehen meine Chancen schonmal 3:1, dass ich nicht ein gebrauchtes Exemplar zugesandt bekommen habe. Ist ja auch schon mal was.

Sollte es wirklich einfach ein Blogger sein, der es sich 2 € kosten lässt, einen neuen Leser zu gewinnen? Ich habe meine Zweifel. Aber zugegeben: Interessante Aktion! Und ein bisschen gespannt bin ich ja schon, was es damit auf sich hat…

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Rumgeeier

Gestern Abend bin ich beim rbb Info-Radio über einen netten Versprecher gestolpert. Es ging um die Ostermärsche:

„Außerdem fordern die Teilnehmer eine Abschaffung von Rüstungsexperten.“

Kleine Ursache, große Wirkung.

Ach ja, viel Spaß beim Eiersuchen und denkt auch dieses Jahr mal darüber nach, ob dieser Brauch was damit zu tun hat, dass Jesus‘ Grab zu Ostern leer war…

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Tüte oder so was

Sorry liebe Leser, mein Blog macht ebenso wie ich ein langes Wochenende was die Taxigeschichten angeht. Ich hoffe, heute früh nicht allzu viele zersprungene Kaffeetassen von Leuten verschuldet zu haben, die meine neuesten Ergüsse lesen wollten.

Aber es gibt im Leben ja noch andere Dinge außer Taxifahren. Zocken beispielsweise. Musik hören. Oder lesen.

Gerade letzteres tue ich ja recht ausdauernd im Taxi. So neulich auch das neue Buch von Ulrike Sterblich:

Tüte oder so was
Wie man als Kunde nervt, ohne es zu merken

Das Buch habe ich keineswegs zufällig gelesen, obwohl es sicher eine nette Erfahrung gewesen wäre, wenn ich es hätte.  Vor gefühlten Ewigkeiten hat mich Ulrike zu dieses Buches wegen interviewt, weil sie auf meinen Blog gestoßen war. Mir ist der Abend im Nachhinein fast etwas peinlich, da ich so als ganz Neuer noch kaum Dinge aufzählen konnte, die mich an Kunden nerven und zudem etwas zu viel getrunken habe. Letzteres war vor allem peinlich, weil ich im Vorfeld nicht davon ausgegangen bin, dass ich eingeladen werde…

Aber gut, das ist Vergangenheit! Das Buch jedoch ist nun frisch erschienen. Netterweise wurde ich als einer der vielen Ideengeber mit einem kostenlosen Exemplar bedacht, und schon als Gegenleistung für die netten Stunden beim Lesen und die paar Bier beim Interview bin ich wohl etwas Werbung schuldig 😉

Der (Unter-)Titel ist Programm: Wie man als Kunde nervt, ohne es zu merken.

Amüsant werden in geduldig erzählten kleinen Anekdoten allerlei Fehltritte von Kunden beschrieben, deren Existenz sie sich wohl in der Tat meistens nicht bewusst sind. Für mich als Dienstleister und als Mensch mit offenen Augen waren die meisten Dinge nicht überraschend, aber es ist eine ansehnliche Sammlung alltäglicher Situationen aus dem Dienstleistungsgewerbe geworden. Dass auch die Kassiererin im Supermarkt genervt ist, wenn man grußlos weitertelefoniert, während man bezahlt oder es Handwerker nicht freut, dass manche Kunden ihre eigene Hausnummer falsch mitteilen, das ist nicht unverständlich. Dass nach der tausendsten Wiederholung die Anfrage nach einer „Tüte oder so was“ durchaus auch einen berechtigten Platz in der Liste der Nervigkeiten bekommt, war mir selbst jedoch neu.

Das Buch ist mit 190 Seiten nicht gerade ein opulentes Werk, aber die Dichte der Erzählung und die damit einhergehende Menge an Anekdoten entschädigt dafür. Die einzelnen Situationen werden dabei nur grob umrissen und schnell abgehandelt. Eine tiefergehende Analyse wäre dem unterhaltenden Charakter des Buches auch nur abträglich gewesen und man wäre um unzählige Pointen gebracht.

Man muss als Leser allerdings mit etwas Reflexionsvermögen bewaffnet sein, denn es kann als sicher gelten, dass sich jeder irgendwo ertappt fühlt, und sich denkt:

„Na klar mache ich das so, was ist schon dabei?“

Natürlich hängt im Dienstleistungsgewerbe alles von den zwei oder mehr Menschen ab, die sich letztlich begegnen. Wie meine Leser wissen, dass mich ein „Sind sie frei?“ nicht am Verstand des Kunden zweifeln lässt, so mag es auch Videothekare geben, die auch innerlich schmunzeln, wenn der Kunde, der eine Komödie mit Cameron Diaz suchte, sich am Ende für „Gladiator“ entscheidet. Dem angemessen ist das Buch aber keine Kampfansage an die wirklich stressigen Mitmenschen, sondern eher ein dezenter Hinweis zum Nachdenken für all jene, die sich bereits für gute Kunden halten.

Aus meiner Sicht als Dienstleister ein Buch, das nötig war.

Ulrike Sterblich: „Tüte oder so was – wie man als Kunde nervt, ohne es zu merken“
ist erschienen im Goldmann-Verlag
hat 190 Seiten und kostet 8,95 €
ISBN 978-3-442-15609-2

Ulrike Sterblich im Netz: supatopcheckerbunny.de

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Och nööö…

Ich wollte eigentlich noch kurz ganz gechillt ein paar Sachen verbloggen, bevor ich mich, todmüde wie ich bin, in mein Bett schmeiße. Das funktioniert – wie ihr seht – auch prinzipiell. Aber irgendein Fehler hat wohl gerade meinen Firefox zerschossen, sodass ich mir keine Kommentare mehr anzeigen lassen kann und auch keine veröffentlichen. Da kriege ich dann folgendes zu lesen:

Bad Request

Your browser sent a request that this server could not understand.
Size of a request header field exceeds server limit.

Geht wohl irgendwie um meinen Counter… aber mir fehlt gerade der Nerv, mich damit auseinanderzusetzen. Falls aus der dürren Aussage jemand was schließen kann: Ich bin dankbar für Infos. Geht auch über Kommentar. Ich hab ja noch einen Alternativbrowser…

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Was altes…

Ich lese Spreeblick nicht. Wahnsinn für einen Berliner, aber als ich mal reingeschaut habe, kam es mir ziemlich langweilig vor, bzw. es war einfach nichts dabei, was mich interessierte.

Nun bin ich aber über Umwege (genau genommen über die Suchbegriffe in der Seitenleiste) bei einem jahrealten Artikel gelandet, den ich durchaus lustig fand. Und da ich gerade sonst nichts zu tun habe, möchte ich euch die Chance geben, auch darüber zu lachen:

Acht Vorurteile über Berlin

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Bester Blogeintrag des Tages

Hostblogger zum Urteil des Bundesverfassungsgerichtes

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Burzeltag (2)

Einfach, weil ich schätze, dass er als quasi personifiziertes Web 2.0 es zu schätzen weiss, möchte ich Jo kurz nach null Uhr mit der gebotenen Pünktlichkeit der digitalen Welt schon mal alles Gute zum ersten Vierteljahrhundert wünschen!

Im Laufe des Abends werde ich mich wohl für eine Weile der entsprechenden Feierlichkeit zuwenden, insofern wäre das also nicht nötig gewesen.

Aber hat uns die Netzwelt nicht gelehrt, möglichst unnötige, redundante Informationen zu generieren? Nur mal so, um dem Ganzen noch einen philosophischen Aspekt zu geben…

Allet Jute, werter Bald-Kollege!

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