Category Archives: Medien

Toller Tipp!

Kleiner Tipp aus meinem Spam-Ordner:

Was würden Sie tun , um Ihr Sexleben atemberaubend halten und bringen mehr Würze dazu? Sassy Häschen spielen mit riesigen Dildos und auf sexy Dessous geschnürt , sich auf ihre Partner wenden , und erraten, was ist Videokamera noch ein Einschalt- Werkzeug! Nie langweilig!

Da ist sicher was dran. Aber müsste das nicht Sashy-Häschen heißen?

13 Comments

Filed under Medien

Die Netzwerke der Saschas

Sascha Lobo. Das Schlimme, wenn man einen Artikel von Sascha Lobo als Aufhänger nimmt, ist, dass zwangsläufig erstmal darüber diskutiert wird, ob der Kerl nun ein Schaumschläger oder ein Held ist. Ich mache keinen Hehl daraus, dass ich bei vollstem Verständnis  für beide Positionen gerne lese, was er schreibt. Was die Inhalte angeht, ist es zwar nicht unwahr, dass von ihm selten irgendwelche innovativen Ideen oder große Wunderdinge zu erwarten sind. Meist beschreibt er auch nur altbekannte Fakten und verpackt diese in eine seiner vielen – teils auch abenteuerlichen – Theorien. Das muss man nicht mögen, aber man sollte auch zugeben können, dass die Zustandsbeschreibungen von ihm (auf die ein oder andere Art) meist recht treffend sind und zudem – und das ist das wirklich bewundernswerte – hervorragend geschrieben. Hätten wir das damit?

In seiner SpOn-Kolumne Die Mensch-Maschine hat Lobo nun über das „geborgte Internet“ in Form der sozialen Netzwerke geschrieben. Ich bitte, beim Lesen nicht den wunderbaren Satz zu verpassen, in dem er Google+ bescheinigt, „stets bemüht“ zu sein, „die ihm übertragenen Aufgaben zur Zufriedenheit der Nutzer zu erledigen“.

OK, der Satz ist für mich als Freund schrägen Sprachhumors Grund genug, den Artikel zu lieben – aber darauf wollte ich natürlich nicht raus. Mir ging es eigentlich wirklich ums Thema. Lobos Theorie besagt im Wesentlichen, dass soziale Netzwerke eigentlich eine prima Erfindung seien, leider aber die wirkliche Freiheit in Form eigener Seiten, Blogs verdränge.

Inwieweit diese Verdrängung tatsächlich stattfindet, kann ich nicht beurteilen. Ich habe keinerlei Zahlen dazu, allerdings würde es mich tatsächlich nicht wundern, wenn ein gewisses Blogsterben im Jahr 2012 endlich mal nachweisbar ist. Das allein halte ich nicht für besonders dramatisch. Ich blogge jetzt seit fast 7 Jahren. Am Anfang wenig öffentlich, inzwischen ziemlich. Und ich habe in dieser Zeit verdammt viele Blogs kommen, fast genauso viele aber auch wieder gehen sehen. Wenn ich schätzen müsste, was dafür verantwortlich ist, so müsste man in den meisten Fällen wohl „eingeschlafen“ als Todesursache angeben.
Ein Blog ist zeitaufwändig, kostet Nerven und hier und da sogar mal Geld. Das macht man nicht dauerhaft, wenn man eigentlich bloß ein paar Leuten seine Lieblingsvideos bei Youtube zeigen möchte. Insofern mag es sein, dass die sozialen Netzwerke vielen Blogs das Wasser abgegraben haben, alleine: Nicht bei den Menschen, die wirklich Blogger sind – sondern bei denen, die sich einfach gelegentlich austauschen wollen.

Ich gebe Lobo Recht mit der Einschätzung, dass soziale Netzwerke wie Facebook und Twitter zu streng reguliert sind, um sich dort wirklich auszutoben. Als ich mich bei Facebook angemeldet habe, war ich hochgradig verwundert, dass man da seine Seite nicht anpassen konnte, ja nicht einmal die Farbe wechseln!

Gut, dass ich blau ohnehin ganz gerne mag…

Sascha Lobo ist natürlich wie ich ein Mensch, der recht schnell die Freiheit beim Bloggen zu schätzen gelernt hat und für den Facebook sehr sichtbare Grenzen hat. Ich selbst würde heute noch nichtmal mehr zu overblog zurück oder einen Blog bei blogger eröffnen – zu gerne hab ich alles in der Hand bei meiner Seite. Aber – und den Fehler möchte ich Lobo unterstellen – geht die „Gefahr“ des Verlustes der Online-Identität bei Social Networks auch nur für Leute wie uns ans Eingemachte, Leute, die sich permanent online positionieren, austoben und darstellen. Für viele da draußen wäre es gar nicht so dramatisch, wenn Facebook den Account mal schließt. Sicher, man müsste alle Freunde nochmal unter neuem Namen adden, aber trotz der neuen Chronik ist Facebook immer noch mehr ein Gegenwartsmedium. Wie oft klickt man sich da schon zurück? Was von alledem ist wirklich wichtig?

Es stimmt, dass die eigene Identität im sozialen Netzwerk der Wahl nur mangelhaft sicher untergebracht ist, allzu sehr dramatisieren würde ich das indes nicht. Auch als Blogger bin ich abhängig von der Zuverlässigkeit meines Hosters, davon, dass auch in Zukunft noch Blogsoftware geschrieben wird, davon dass unsere Regierung gestürzt wird, bevor sie eines ihrer vielen Zensur- und Idiotieabkommen irgendwann mal umsetzt – und überhaupt ist jeder Strom- und Netzausfall irgendwie existenzbedrohend. Man muss noch nicht einmal online sein: Fast ein komplettes Jahr Tagebucheinträge habe ich verloren, als ich im Jahr 2001 eine Festplatte fallengelassen habe.

An Facebook und co. wird es wahrscheinlich nicht liegen, wenn die Blogosphäre (darf man das noch sagen?) untergeht. Denn letztlich sind soziale Netze für sich gesehen inhaltsleer. Geteilt werden dort immer noch vielfach Texte aus anderen Zusammenhängen: Berichte, Artikel, Kolumnen. Aus Magazinen, Zeitungen und – ja, genau! – Blogs.
Im Gegensatz zu der Behauptung vieler Marketingweisen dieser Welt, dass man heute einen Blog nicht mehr ohne Social Media-Dienste führen könne, ist es in Wahrheit wohl eher so, dass die Twitters und Facebooks ohne Blogs ziemlich leer wären. Und nicht jeder muss eine eigene Zeitung schreiben oder seine Frisur auf 5 Kanälen gleichzeitig finden. Manche Sorgen muss man sich wohl wirklich nur machen, wenn man Sascha Lobo heißt.

5 Comments

Filed under Medien

Doch kein Sash im Radio

🙁

Verdammt! Ich hab mich echt auf den Online-Talk bei DRadio Wissen gefreut. Und ich hab alles versucht. Die letzten 40 Stunden hab ich extra frei gemacht, meist geschlafen, kaum geraucht. Ich hab Heiserkeitsmittelchen unterschiedlichster Güte zu mir genommen, Halstuch getragen, inhaliert und ausschließlich Tee mit Honig getrunken.

Ich hab die Entscheidung für oder gegen die Sache rausgezögert bis jetzt, eine Stunde bevor ich das Haus hätte verlassen müssen, um zum Studio zu fahren. Dann habe ich mit Konstantin, seines Zeichens Moderator der Sendung, telefoniert. Damit konnte er sich auch ein Bild von meiner Stimme machen.

Wir sind dann überein gekommen, dass so eine Radiosendung nur Sinn ergibt, wenn die Hörer auch mitkriegen, was der Studiogast so erzählt – und verdammt: Ich hab die letzten 48 Stunden nicht einmal so gut gesprochen wie am Telefon!

Tut mir wirklich leid für all die, die sich darauf gefreut hätten – denn zu denen zähle ich mich selbst auch!

Es wird hoffentlich einen Ausweichtermin geben, ich gebe es natürlich bekannt, wenn sich da was finden lässt.

🙁

10 Comments

Filed under Medien

Sash im Radio

Ich hab es zu Monatsbeginn schon mal hier und da fallen lassen, morgen ist es dann soweit. Ich werde live im Online-Talk von DRadio Wissen gewissermaßen Rede und Antwort stehen. Themen werden natürlich das Taxifahren und das Bloggen sein, aber natürlich auch meine derzeitige Nominierung für die Deutsche Welle Blog Awards. (dabei könnte ich noch möglichst viele Stimmen gebrauchen, mein erster Platz wird gerade erobert…)

Da die Sendung aber eine glatte Stunde dauern wird, werden sicher auch andere Dinge zur Sprache kommen – ich muss mich da selbst ein wenig überraschen lassen.

Vor allem hoffe ich gerade, dass das auch gut läuft, was aber weniger mit dem Interview selbst, als mehr mit meiner Stimme zu tun hat. Ich Depp bin einfach mal spontan 2 Tage vor dem Radio-Interview heiser geworden, kämpfe aber im Augenblick, da ich diese Zeilen schreibe, mit Erkältungstee dagegen an. Sind wir mal guter Dinge! 🙂

Jetzt wollt ihr wahrscheinlich auch noch wissen, wann und wo, oder?

Samstag, 14. April 2012
DRadio Wissen
11 – 12 Uhr (live!)

DRadio Wissen ist nur digital zu empfangen, einen Live-Stream gibt es direkt auf der DRadio-Wissen-Seite. Später gibt es das Ganze wohl auch noch als Podcast, da werde ich den Link – sobald ich ihn habe – nachreichen.

Ich würde ja sagen, ich freue mich, von euch zu hören. Tatsächlich müsst ihr euch jetzt aber freuen, von mir zu hören. So ist das Leben 😀

Und nicht vergessen: Abstimmen bei den BOBs!

Upate: Klappt leider wirklich nicht!

1 Comment

Filed under Medien

Deutscher Online-Journalismus

Ach, n-tv.de! Wenn du schon wie alle anderen eine dpa-Meldung raushaust, dann doch nicht erst so spät. Inzwischen geht mir die Verkündung der Konkurrenz für MyTaxi, taxi.eu echt auf den Keks. Auszüge aus meinem Google Reader:

  • Verkehr: Taxi-Gewerbe kontert Herausforderung durch MyTaxi – n-tv.de – vor 7 Minuten
  • Computer: Taxifahrer holen Kunden im mobilen Internet ab – Focus Online – vor 14 Stunden
  • Computer: Taxi-Gewerbe kontert Herausforderung durch MyTaxi – Zeit online – vor 3 Tagen
  • Taxifahrer holen Kunden im mobilen Internet ab – Landeszeitung für die Lüneburger Heide – vor 4 Tagen
  • Computer: Taxifahrer holen Kunden im mobilen Internet ab – Zeit online – vor 4 Tagen
  • Taxi-Gewerbe kontert Herausforderung durch MyTaxi – Osterländer Volkszeitung – vor 4 Tagen
  • Taxi-Gewerbe kontert Herausforderung durch MyTaxi – Weser-Kurier online – vor 4 Tagen
  • Taxifahrer holen Kunden im mobilen Internet ab – Augsburger Allgemeine – vor 5 Tagen
  • Taxi-Gewerbe kontert Herausforderung durch MyTaxi -Berliner Morgenpost – vor 5 Tagen
  • Taxi-Gewerbe kontert Herausforderung durch MyTaxi -Welt online – vor 5 Tagen
  • Taxi-Gewerbe kontert Herausforderung durch MyTaxi -Weser-Kurier inline – vor 5 Tagen
  • Taxifahrer holen Kunden im mobilen Internet ab -Augsburger Allgemeine – vor 5 Tagen
  • Taxi-Gewerbe kontert Herausforderung durch MyTaxi – sueddeutsche.de – vor 6 Tagen
  • Dienstleistungen: Taxi-Gewerbe kontert Herausforderung durch MyTaxi – Stuttgarter Nachrichten – vor 6 Tagen

Hat das eigentlich noch irgendwas mit Journalismus zu tun oder soll sich das nur so anfühlen?

 

3 Comments

Filed under Medien

Was mit Medien

Ja, irgendwie mache ich wohl „was mit Medien“. Der Erfolg meines zweiten Blogs, GNIT, sorgt einmal mehr dafür, dass sich Journalisten bei mir melden. Genau genommen war es Konstantin Zurawski – und der hat mich angefragt, ob ich für eine Talksendung von DRadio Wissen zur Verfügung stehen würde.

Klar doch! 🙂

DRadio Wissen ist eine Art Spartenkanal des Deutschlandradios, allerdings nur digital zu empfangen. Obwohl ich nicht wirklich zu den Hörern gehöre, finde ich das Konzept sehr interessant und natürlich freue ich mich auch, mal als kleiner Taxifahrer mit überdurchschnittlicher Schreiblust ein anderes Publikum zu erreichen.

Allerdings ist genau das auch wieder sehr seltsam: „Was mit Medien“ zu machen.

Ich bin mir sicher, dass da draußen ein Haufen Leute rumrennt, der sich insgeheim – oder sogar unterbewusst – freuen würde, wenn Journalisten von der eigenen Meinung und dem eigenen Leben mal berichten würden. Ich selbst bin ja bei der ersten Anfrage nach einem telefonischen Interview fast umgekippt vor Durchdreheritis. Die Tatsache ist aber: Selbst daran gewöhnt man sich.

Als Blogger rutscht man in sowas ja irgendwie rein. Natürlich ist einem bewusst, dass theoretisch die ganze Welt lesen kann, was man schreibt – ein gelegentlicher Blick auf die Statistiken  zeigt einem mit der Zeit dann aber doch, dass es letztlich auch „nur“ ein paar Leute aus der Nachbarschaft, ein erweiterter Freundeskreis und ein paar hartgesottene Fans sind, die einem komischerweise selbst dann nicht die Folgschaft verweigern, wenn man ihre Meinung nicht teilt.

Dass sich tatsächlich mal „die Medien“, also die richtigen, echten, melden – das bleibt für die meisten eine unerfüllte Hoffnung. Ich selbst stehe da ja an einer Grenze: Über mich und GNIT wurde schon bundesweit berichtet, andererseits ist es immer noch ein seltenes Vergnügen, mal auf Kosten einer Presseagentur Pizza zu essen.
Und ich stehe der Sache auch ambivalent gegenüber: Zum einen mag ich natürlich die Aufmerksamkeit für mein Schreiben und natürlich auch meine sonst gerne belächelte Arbeit. Zum anderen bin ich nicht ohne Grund die Mehrheit der Tage alleine mit mir und Ozie. Permanent auf der Straße erkannt zu werden wäre nicht wirklich etwas schönes für mich.

Aber so wie es gerade läuft ist es super und ich freue mich natürlich, wenn sich durch das ein oder andere Interview noch ein paar Leser mehr finden.

Solltet ihr Interesse haben, mich live im Radio quatschen zu hören, dann freut euch auf Samstag, den 14. April, 11 Uhr. Eine ganze Stunde lang werde ich live Gast bei DRadio Wissen sein, wahrscheinlich völlig übermüdet nach einer Freitagsschicht im Taxi. Ob sich das lohnt, kann ich jetzt natürlich noch nicht sagen, aber hey: Ich opfere meinen Wochenendschlaf für die Aktion. Natürlich werde ich auch über diese Sache bloggen und – sobald erhältlich – den Podcast-Download verlinken. Aber was wären Live-Sendungen, wenn niemand zuhört?

Und ja, ich habe Lampenfieber! Vor allem, weil ich da alleine in einer Sprecherkabine sitzen werde, während mein Gesprächspartner in Köln weilt.

Vielleicht ist es ja doch ein bisschen spannend, „was mit Medien“ zu machen 😀

13 Comments

Filed under Medien, Vermischtes

Wissen schafft einen…

Und das meine ich ernst. In den letzten Monaten bin ich so oft am Rande der Verzweiflung gewesen und es ist ausgerechnet ein Comic, der mich davon abhält, dieser Verzweiflung in Form eines Amoklaufs oder desgleichen gebührend Ausdruck zu verleihen:

xkcd – Duty calls

Je weiter man sich herauswagt in die Tiefen des Netzes, desto mehr Idiotie prallt einem an den widerlichsten Ecken entgegen. Gerade hab ich beispielsweise bei Facebook einen lustigen Comic gesehen, der zeigt, wie eine Arche mittels Kanone eine zweite – die mit den Dinosauriern – versenkt. Als Überschrift steht dort: „Nur eine weitere Theorie…“
Und in den Kommentaren proletet irgendein Idiot gleich heraus, dass es nur ein wenig Intelligenz bräuchte um zu erkennen, dass es die Sintflut gab und die Menschen parallel mit den Dinosauriern gelebt hätten, die Atheisten also mal schön die Klappe halten sollten.

Gut, das ist vielleicht ein besonders blödes Exemplar unserer Spezies gewesen, aber in oftmals auch wesentlich subtilerer Form kommt die Idiotie auf der weiten Wiese Internet oftmals wie ein Hase dahergehoppelt und kackt einem auf die Picknickdecke. Wir halten uns alle soweit für intelligent und wir haben alle unsere liebgewonnenen Meinungen und Vorstellungen. Und wir hassen es natürlich, Unrecht zu haben. Da schließe ich mich mit ein, wahrscheinlich würden mich all die Idioten auf diesem Planeten auch gar nicht stören, wenn ich bezüglich der Frage „Recht oder Unrecht?“ völlig emotionslos wäre.

Das Schlimme ist, dass sich die Diskussion ohnehin nicht lohnt. Man kann sich zum Beispiel einmal die hervorragende Fehlschlüsse-Reihe aus dem Ratioblog durchlesen. Und dann startet man irgendeine Diskussion. Am Besten funktioniert das natürlich bei einschlägigen Themen wie Religion, Alternativmedizin oder Verschwörungstheorien. Da kann man die Links auf die Fehlschlüsse gar nicht so schnell setzen, wie entsprechende Argumente vorgebracht werden…

Dass das Internet stellenweise ein Hort der Dummheit geworden ist, finde ich persönlich einfach deprimierend. Wir hatten nie bessere Möglichkeiten, unsere Überzeugungen und Theorien auf den Prüfstand zu stellen, in gar nicht allzu ferner Zukunft ist es vielleicht nicht einmal mehr abwegig, Blödheit als selbstverschuldet zu betrachten. Die meisten den Alltag betreffenden Dinge sind bestens erklärbar und bei schwammigen Gebieten hilft einem wenigstens noch Ockhams Rasiermesser, um die eigenen Ideen auf ihre Plausibilität zu überprüfen.

Warum schreibe ich das eigentlich? Ist es nicht eigentlich egal, was man glaubt oder welchen Fantasien man nachhängt?

Teilweise sicher. Auch ich zitiere gern den Mark Twain zugeschriebenen Satz, dass das Recht auf freie Meinung auch das Recht auf Dummheit einschließt. Nur kann, bzw. darf das nicht überall gelten. Die Probleme dieser Welt – und man kann sich sicher darauf einigen, dass es derer ein paar gibt – verlangen nach Lösungen. Diese Lösungen sollten realistisch sein. Wenn ich mit meinem Taxi von der Straße abkomme, dann hat der verdammte Konstrukteur hoffentlich nicht einer alten Weisheit vertraut, die besagt dass Stahl kein gutes Karma hat und mein Auto deswegen mit einem Rahmen aus Gänseblümchen gebaut. Ganz egal, ob er privat daran glauben mag. Vielleicht ist es noch nicht schlimm, dass aus den USA kaum Nachwuchs von archäologischem Fachpersonal kommt, weil dort weiterhin ein kreationistisches Weltbild vermittelt wird. Wenn allerdings die Umweltpolitik von Klimawandel-Leugnern betrieben wird und Homöopathen nach Afrika fliegen, um die Menschen dort davon zu überzeugen, dass Malaria und AIDS auch mit Zuckerkügelchen behandelbar sind, dann sind das in meinen Augen ernste Probleme, die leider viel zu selten thematisiert werden.

Ich schreibe diesen Text nicht, weil ich irgendeiner Ideologie folge oder irgendwer mich dazu zwingt. Alles was ich möchte, ist Denken! Eigenverantwortliches Denken der Menschen. Vom Hafenarbeiter bis zur Bundeskanzlerin! Und dass man, wenn man auf eine Lösung stößt, diese Lösung ebenfalls kritisch überprüft. Ich möchte ganz ehrlich auch daran glauben, dass die Amis nie auf dem Mond waren. Würde mir prima in mein politisches Weltbild passen, ist aber dummer Unfug. Ich würde mich verdammt nochmal freuen, wenn die Homöopathie wirken würde. Wäre ja quasi eine Revolution in der Medizin! Da bin ich doch nicht dagegen! Alleine: Ihre Wirksamkeit wurde zigfach widerlegt, ebenso die vermeintlich positiven Resultate. Und einen Gott könnte ich akzeptieren (gut, muss nicht so ein Stinkstiefel wie der christliche sein!), aber es gibt keinerlei haltbare Hinweise auf eine solche Existenz.

Ich könnte damit enden, auf die vielen vielen schlimmen Auswirkungen von Dummheit und Ignoranz hinzuweisen. Das macht sich gut und wirkt manchmal tatsächlich so, als hätte uns Skeptikern irgendwer diktiert, wie wir solche Texte zu schreiben hätten. Folglich versuche ich einmal mehr, meine Unabhängigkeit zu beweisen, indem ich einen eher unorthodoxen Schluss wähle:

Schaltet euer Gehirn ein! Mir zuliebe!
Es macht mich irre, euch dabei zuzusehen, wie ihr geistigen Dünnpfiff verbreitet und dabei damit prahlt, intelligenter zu sein. Ihr verletzt mich und Millionen Menschen intellektuell aufs Schärfste und wir werden geschüttelt von Fremdscham biblischen Ausmaßes! Habt ein bisschen Mitleid und versucht, dieser Welt mit etwas Logik zu begegnen! Nur ein bisschen, die Ergebnisse werden auch euch überraschen und sind ähnlich cool wie Alien-Raumschiffe und Chemtrails, versprochen!

11 Comments

Filed under Medien, Politik, Vermischtes