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Überwältigt!

Ich muss zu meiner Schande gestehen, dass ich meinem Noch-Mitbewohner offenbar unrecht getan habe. Ich habe derletzt angedeutet, dass ich erwarte, dass er unser Geschirr und Besteck nicht aus seinem Zimmer räumen würde. Nun hat er mich aber ernstlich positiv überrascht. Da es sich um geschätzte 18 kg Geschirr handelt, kann er das natürlich nicht auf einmal rausräumen und spülen. Das ist verständlich. Jeder, der schon einmal seine Ess-Utensilien über 3 Monate in seinem Zimmer gelagert hat, wird das nachvollziehen können. Jetzt hat er also begonnen, das Zeug in die Küche zu räumen. Seht selbst:

 

Ralf spült das erste Mal, Quelle: Sash

Ralf spült das erste Mal, Quelle: Sash

 

Man beachte, dass er tatsächlich 2 (in Worten: zwei!) Schüsseln rausgeräumt hat, und dazu einen großen Löffel. Es handelt sich also um einen nicht unbeträchtlichen Teil dessen, was er in seinem Zimmer beherbergt. Ca. 3,5% nach neuesten Schätzungen.

Ebenso bitte ich zu beachten, dass mit dem Befüllen der Schüsseln mit flüssigem H2O bereits eine Spülvorgang-ähnliche Bearbeitung begonnen hat. Dieses Engagement steht natürlich im krassen Kontrast zu meinen bisherigen Anschuldigungen, die ich hiermit noch einmal auf dem Prüfstand wissen will.

Überwältigt ob des emotional aufwühlenden Geschehens endige ich hiermit in tiefster Demut vor der haushaltlichen Kompetenz meines Mitbewohners und überlasse es meinen Lesern, Glückwünsche zu äußern.

Außerdem muss ich noch zwei Schüsseln spülen 🙁

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Werbeprofis

Ja, ich weiss: Ich habe nicht Psychologie studiert, und ich bin nur rudimentär informiert über die Wirkung von Werbebotschaften beim Kunden. Aber mit Verlaub, liebe Leute, die ihr die Werbung für Cortal Consors gemacht habt: Welche Studie hat euch gesagt, dass brüllende Babies das beste Symbol für gut angelegtes Geld sind? Kinder: Meinetwegen. Ja, auch Babies! Aber doch nicht so:

Ja nee, is klar! Screenshot: spiegel.de
Ja nee, is klar! Screenshot: spiegel.de

Ja, ich verstehe den Witz! „…der sie nachts ruhig schlafen lässt“ Aber irgendwie finde ich von allen Symbolen der Schlaf- und Ruhelosigkeit brüllende Babies am wenigsten attraktiv. Zumindest wenn man es so umsetzt.

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Übergeigung auch im Handelsblatt

Kleines Ratespiel:
Stellt euch vor, ein unbedeutendes Medium wie beispielsweise das Handelsblatt hat einen Artikel über die geplante Sanierung des Arcandor-Konzerns im Programm. Darin steht so einiges. Im Kernteil liest sich folgendes:

Arcandor baut keine Stellen ab, Screenshot: handelsblatt.com
Arcandor baut keine Stellen ab, Screenshot: handelsblatt.com

Nun meine Frage: Wie lautet wohl die Überschrift?

Na?

Na?

RICHTIG!!!

Arcandor baut Stellen ab, Screenshot: handelsblatt.com
Arcandor baut Stellen ab, Screenshot: handelsblatt.com

Wer es überprüfen will: Hier ist der Link!

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Dinge, die nicht totzukriegen sind

Ich freue mich immer wieder, wenn diverse Teile tatsächlich nicht einen eingebauten Timer besitzen, der wenige Tage nach Garantieablauf irgendeinen ominösen Mechanismus in Gang setzt, der das betreffende Gerät schnellstmöglich irreparabel schädigt – wie das bei manchen Billig-Produkten der Fall zu sein scheint.

Hier möchte ich ein Gerät vorstellen, mit dem ich insgesamt sehr zufrieden bin: Mein Wecker.

Mein Wecker, Quelle: Sash
Mein Wecker, Quelle: Sash

Hier ist nicht nur das Bild unscharf, nein der Wecker sieht inzwischen tatsächlich etwas mitgenommen aus, aber:

Er ist inzwischen wahrscheinlich rund 10 Jahre alt, so genau weiss ich das nicht mehr. Er hat damals 10 oder 20 Mark gekostet – das müsste ich meinen Vater fragen. Er hat in den vergangenen Jahren desöfteren schon ein bisschen geschwächelt, bis ich ihn vor einem dreiviertel Jahr dann offiziell für tot erklärt habe, weil der Akku in seinem Inneren ausgelaufen ist. Zudem klappert er ziemlich verdächtig, wenn man ihn schüttelt. Fragt mich bitte nicht, wie ich darauf gekommen bin, ihn zu schütteln…

Naja, vorletzte Woche ist dann der ausgelaufene Akku endgültig verreckt und ich habe mich – schon weil ich gerade fast nie einen Wecker brauche – damit abgefunden, dass er demnächst im Müll landet.

Irgendwie bin ich dann gestern aber in einem Anfall wissenschaftlicher Beweiswut auf die Idee gekommen, Ozie gegenüber zu behaupten, dass der schon wieder tun würde, wenn man nur eine neue Batterie einsetzen würde. Gemacht, getan, Wecker geht, Kapitel abgeschlossen…

Was das für eine Müllentlastung wäre, wenn alle Geräte so robust wären…

Ach ja, die Firma scheint „Meister Anker“ zu heißen und eine Produktbezeichnung kann ich – auch aufgrund des natürlichen Oberflächenabriebs – nicht erkennen. Sei es drum. Wahrscheinlich gibt es sogar die Firma nicht mehr…

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Ein weiterer Demo-Bericht

Gestern, am 11.10.2008, war hier in Berlin wie mindestens jedes Wochenende mal wieder eine Demo. Gegen überbordende Überwachung. Ich hab anlässlich des Termins der Demo das Thema vor kurzer Zeit hierschon einmal angesprochen. Inhaltlich muss ich eigentlich nicht mehr viel dazu sagen…Zur Demo selbst: Es waren hammerviele Leute. Natürlich ist in den Augen eines Teilnehmers jeder Nicht-Teilnehmer einer zu viel, aber für ein Thema, das vor 10 Jahren allerhöchstens die militante Linke aus ihren Verstecken gelockt hat, waren es enorm viele.
Wieviele? Hmm… da gehen die Meinungen auseinander. Als ich am Brandenburger Tor stand, erzählten die Veranstalter noch was von 100 000 Menschen. Das war sicher etwas zu hoch gegriffen. „Weniger als 20 000“ hat die Polizei gezählt – was sicher tiefgestapelt ist. Meine wirklich unprofessionelle und dilettantische Einschätzung liegt zwischen 50 000 und 80 000.  Aber selbst wenn es 40 000 gewesen sein sollten, so kann man doch von einer großen Demo sprechen.

—Kurzer Einschub—

An alle Menschen, die „offizielle“ Zahlen rausgeben: Bleibt bei der Wahrheit! Und wenn die lautet „Ich schätze, es waren…“, dann lautet sie eben so. Und wer will denn nachher belächelt werden, wenn die Zahl nachweislich nicht stimmt? Dass die Veranstalter gerne immer 100 000 Teilnehmer hätten, ist ja ok. Aber warum behaupten, dass so viele da waren? Um sich anhören zu müssen, dass man überheblich ist? Und die Herren der Polizei: Welchen Zweck erfüllt es, jede Teilnehmerzahl abzurunden? Ist das ein Teil des Konzeptes, mit dem für Ruhe gesorgt wird? Es geht mir auf den Keks, wenn ich weiss, das irgendwo ziemlich genau 80 Leute waren und dann in der Zeitung lese, die Polizei berichtet von 20 Leuten und die Veranstalter von 200…

Ganz im Ernst: Zahlen erfinden kann ich auch!

—Ende des kurzen Einschubs—

Das Tempo war gemächlich, die Lautstärke abgesehen von Musik und Animateuren eher verhalten. Dennoch denke ich, dass eine derartige Demo ihre Wirkung schon alleine aus der Masse heraus gewinnen kann. Bunt war die Demo definitiv, die Ideen zu Transpis, Kleidung und verschiedenen Aktionsformen waren beachtlich. Zwar hat das Thema auch den ein oder anderen Verschwörungstheoretiker angelockt, die waren allerdings in der Minderheit. Ich kann zwar nicht behaupten, dass mir alle Parolen aus der Seele gesprochen hätten, oder dass ich auch nur verstehen könnte, warum Dr. Motte ein großangekündigter Überraschungsredner war. Das liegt aber vielleicht auch daran, dass ich die Geschichte von Love- und Fuckparade und das politische Engagement Dr. Mottes nur schemenhaft kenne.

Die Route der Demo war grundsätzlich nicht sonderlich schlecht. Etwas sonderbar war es halt, dass man – vermutlich aus organisatorischen Gründen zuletzt fast einen Kilometer durch den menschenleeren Tiergarten latschen musste, was nicht gerade motivierend ist.

Die Polizei war grundsätzlich zurückhaltend, was aber nicht heißt, dass sie das illegale durchgängige Filmen der Demonstration unterlassen hat. Ich hab mich zu guter Letzt dann dennoch ziemlich über die Cops geärgert, weil sie aus purer unverfälschter machthaberischer Arroganz allen „ehemaligen Teilnehmer“ der Veranstaltung untersagt haben, den Platz der Republik Richtung Bahnhof zu überqueren.

Der Platz der Republik (in gesperrtem Zustand), Quelle: Sash
Der Platz der Republik (in gesperrtem Zustand), Quelle: Sash

Für alle, die glauben, ich hab denn Sinn des Ganzen vielleicht verkannt: Der Platz war  insgesamt recht gut bevölkert, er war von der anderen Seite aus nicht abgesperrt und es war auch nicht so, dass sie verhindern wollten, dass da 1000 Leute eine unangemeldete Demo veranstalten, sondern es wurden kleine Fünfergrüppchen nach Jackenfarbe und Alter einfach mal gesagt, dass sie nun außenrum gehen müssen. Da war ihnen wohl gerade einfach danach… und sowas kotzt mich an – nicht die 200 Meter Fußweg, sondern die Tatsache, dass mir ein dämlicher Proll grundlos vorschreiben darf, auf welchem Weg ich laufe.

Naja, abgesehen davon war es ein netter Spaziergang mit teilweise ähnlich gesinnten, den ich zwar – ich lebe hier ja  schon seit ein paar Jahren – nicht für den Aufbruch in eine bessere Zeit halte, aber wenigstens für eine moralische Rechtfertigung, es auf legalem Wege versucht zu haben…

So, jetzt werde ich fast schon wieder wütend, was nicht gut ist. Denn für Revolutionen bin ich heute Abend eigentlich zu müde. Ich hab den gestrigen Tag mit 2 Stunden Schlaf überlebt, heute sackviel gelernt und genieße es jetzt ein bisschen, hier am PC Schmand zu bloggen. So denn…

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Manchmal bricht’s aus!

Ich überzeuge die Leute, die mich schief ansehen, weil ich in Marzahn wohne, ja gerne vom Gegenteil. Das kann ich auch grundsätzlich ohne schlechtes Gewissen machen, aber manchmal lacht einen dann das debile Gesicht von Marzahn so an, dass man zugeben muss: „Ja, manchmal bricht hier das Ghetto aus!“
Gestern gab es hier vor der Türe wieder etwas zu sehen, was einen zweifeln lässt, ob Intelligenz tatsächlich zur Grundausstattung beim Menschen gehört, oder ob dieses Extra bei einzelnen Exemplaren einfach nicht lieferbar ist.

Zunächst die Hauptdarsteller:

Marzahner Jugend, Quelle: Sash
Marzahner Jugend, Quelle: Sash

Eine Gruppe von sympathischen jungen Menschen, die sich in letzter Zeit häufiger den Tag damit vertreiben, auf dieser Bank zu sitzen und Bier zu trinken. Wenn der richtige Gemütszustand erreicht ist, verbringen sie eine gute Viertelstunde mit dem skandieren von zwei Wörtern: „Kleene Fotze!“. Für alle Unwissenden: Die Worte sind dieses Videos (Die Supernanny, RTL) wegen so bekannt und beliebt in manchen Kreisen.
Das ist an sich schon verstörend genug, beim Beobachten fällt einem jedoch etwas viel absurderes auf: Weder versuchen sie bestimmte Passanten damit anzusprechen, noch scheint ihnen das Rufen irgendwie Spaß zu bereiten.
Da Idioten aber gerne in größeren Rudeln auftreten, hat das Gebrüll natürlich jemand anders auf den Plan gerufen, nämlich diesen sympathischen Herrn vorne rechts:

Gruppendynamische Diskussion, Quelle: Sash
Gruppendynamische Diskussion, Quelle: Sash

Der hat das ganze Gegröle ähnlich wie ich fasziniert verfolgt, und dann zu einem geeigneten Zeitpunkt (dieser war wahrscheinlich erreicht, als er etwa die Menge Bier getrunken hatte, die die anderen zu dritt vernichtet haben) versucht, mittels Gewalt in verbaler und (reichlich ungelenk) auch in physischer Form, die sympathischen Sängerknaben zu vertreiben, was ihm nach einer demonstrativ zerschmetterten Bierflasche auch gelang – wie das Bild zeigt. Ab da war wieder Ruhe im Karton, die beiden Rentner auf der Nachbarbank konnten ihre Hörgeräte wieder auf Normallautstärke einpegeln und die Jungs haben wahrscheinlich irgendwo zum Ausgleich ein Kind verdroschen.

Ja, so kann Marzahn leider auch aussehen. Manchmal bricht’s einfach aus, das Intelligenzdefizit…

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Regenbogen über Marzahn

Vorher aufgenommen (und ein Bisschen bearbeitet):

Blick aus dem Fenster, Quelle: Sash

Blick aus dem Fenster, Quelle: Sash

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