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Manchmal bricht’s aus!

Ich überzeuge die Leute, die mich schief ansehen, weil ich in Marzahn wohne, ja gerne vom Gegenteil. Das kann ich auch grundsätzlich ohne schlechtes Gewissen machen, aber manchmal lacht einen dann das debile Gesicht von Marzahn so an, dass man zugeben muss: „Ja, manchmal bricht hier das Ghetto aus!“
Gestern gab es hier vor der Türe wieder etwas zu sehen, was einen zweifeln lässt, ob Intelligenz tatsächlich zur Grundausstattung beim Menschen gehört, oder ob dieses Extra bei einzelnen Exemplaren einfach nicht lieferbar ist.

Zunächst die Hauptdarsteller:

Marzahner Jugend, Quelle: Sash
Marzahner Jugend, Quelle: Sash

Eine Gruppe von sympathischen jungen Menschen, die sich in letzter Zeit häufiger den Tag damit vertreiben, auf dieser Bank zu sitzen und Bier zu trinken. Wenn der richtige Gemütszustand erreicht ist, verbringen sie eine gute Viertelstunde mit dem skandieren von zwei Wörtern: „Kleene Fotze!“. Für alle Unwissenden: Die Worte sind dieses Videos (Die Supernanny, RTL) wegen so bekannt und beliebt in manchen Kreisen.
Das ist an sich schon verstörend genug, beim Beobachten fällt einem jedoch etwas viel absurderes auf: Weder versuchen sie bestimmte Passanten damit anzusprechen, noch scheint ihnen das Rufen irgendwie Spaß zu bereiten.
Da Idioten aber gerne in größeren Rudeln auftreten, hat das Gebrüll natürlich jemand anders auf den Plan gerufen, nämlich diesen sympathischen Herrn vorne rechts:

Gruppendynamische Diskussion, Quelle: Sash
Gruppendynamische Diskussion, Quelle: Sash

Der hat das ganze Gegröle ähnlich wie ich fasziniert verfolgt, und dann zu einem geeigneten Zeitpunkt (dieser war wahrscheinlich erreicht, als er etwa die Menge Bier getrunken hatte, die die anderen zu dritt vernichtet haben) versucht, mittels Gewalt in verbaler und (reichlich ungelenk) auch in physischer Form, die sympathischen Sängerknaben zu vertreiben, was ihm nach einer demonstrativ zerschmetterten Bierflasche auch gelang – wie das Bild zeigt. Ab da war wieder Ruhe im Karton, die beiden Rentner auf der Nachbarbank konnten ihre Hörgeräte wieder auf Normallautstärke einpegeln und die Jungs haben wahrscheinlich irgendwo zum Ausgleich ein Kind verdroschen.

Ja, so kann Marzahn leider auch aussehen. Manchmal bricht’s einfach aus, das Intelligenzdefizit…

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Regenbogen über Marzahn

Vorher aufgenommen (und ein Bisschen bearbeitet):

Blick aus dem Fenster, Quelle: Sash

Blick aus dem Fenster, Quelle: Sash

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Kleine Absurditäten

So, endlich kann ich mich mal wieder im Netz umsehen. Durch das übliche Lesezeichen-Durchforsten bin ich über diesen Artikel bei hype^2.0 auf dieses windige Portal gestoßen.  Scheint nicht so sonderlich erfolgreich – oder eben im Aufbau zu sein. Dort habe ich dann dieses schöne Angebot gefunden. Kann mir jemand sagen, was mich daran irritiert?

So gesehen kaufe ich öfter kostenlos ein..., Screenshot: plexgo.de

So gesehen kaufe ich öfter kostenlos ein…, Screenshot: plexgo.de

 

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Mathematik für Heimwerker

So, ich bin (vorerst?) wieder da! Bevor es die traurige Geschichte gibt, habe ich hier noch etwas heiteres…

 

Äußerst pralles Spar-Angebot, Quelle: Sash

Äußerst pralles Spar-Angebot, Quelle: Sash

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Arbeitsplatz für Nachtblogger

Tux im Kerzenschein, Quelle: Sash

Tux im Kerzenschein, Quelle: Sash

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Ein klares Jein zum Internet-Sex

bild.de weiss doch immer wieder von den grausamen Auswüchsen der modernen Medien zu berichten. Das Internet ist natürlich besonders schlimm. Nun gibt es einmal mehr einen Artikel über Prostitution im Netz, und dieses Mal trifft es… studiVZ!
bild.de berichtet, dass offenbar einige Frauen versuchen, sich dort mit Sex ihr Studium zu finanzieren:

Huch! Prostitution! Quelle: bild.de

Wie man sieht, hat bild.de diese skandalöse Entwicklung auch nur bedingt selbst recherchiert, berufen sie sich doch auf das Magazin Focus. Der Trend, aus Wochenmagazinen die Tagesnachrichten zu generieren, hält also offenbar an. Die Gefahren werden auch brav erwähnt, so „warnt der Sexualtherapeut Reinhold Munding“ wie folgt (und wie auch oben schon zu lesen ist): „Es gibt von Jahr zu Jahr mehr Sexualstraftäter, und die wissen genau, wie sie im Internet das Vertrauen der Mädchen erwecken.“
Bereits dieser Punkt bringt mich eigentlich dazu, aufzuspringen, um wenigstens anzukreiden, dass dieses „jedes Jahr Mehr“ in den vergangenen 10 Jahren etwa auf jeden Fall falsch ist – zumindest vermitteln einem das die Polizeistatistiken.
Aber um die nicht unsinnige Warnung nicht zu sehr in Misskredit zu bringen: Meinetwegen!
Nun, das alles wäre also noch ein halbwegs informativer Happen täglichen Voyeurismus, wenn die Linie von bild.de nicht so unglaubwürdig wäre. Vor ein paar Tagen habe ich nämlich etwas gefunden, das so doof ist, dass ich es eigentlich gar nicht breittreten wollte. bild.de hat eine Klickstrecke zu einem Artikel gestreckt, deren Inhalt und Titel war: „100 Sex-Dinge, die sie mal gemacht haben sollten„. In diesem hochwertigen, professionell aufbereiteten Medienangebot wird einfach mal munter empfohlen, was man so alles mit seinen Geschlechtsorganen und denen des Partners anstellen kann. Von kuriosen Behauptungen wie „Jeder Mann sollte einmal Sex mit drei Frauen gehabt haben“ (genauso wie der noch viel absurdere Umkehrschluss „Jede Frau sollte einmal Sex mit zwei Frauen und einem Mann gehabt haben“) über grundsolide Forderungen wie „[sie sollten] multiple Orgasmen haben – denn es gibt sie wirklich“ gelangt man auch zu folgendem Kleinod:

Rrrr! Ficken! Quelle: bild.de

Rrrr! Ficken! Quelle: bild.de

Ja, was bleibt dazu noch zu sagen? Internet-Sex-Bekanntschaften: Gefährlich oder heiss? Ja oder nein. bild.de bleibt bei einem klaren Jein!

PS: Damit jetzt nicht alle die bild.de-Klickstrecke überstrapazieren, habe ich hier die absoluten Highlights der Sex-Empfehlungen zusammengefasst. Langweiliges wie Prostituierte, Gleichgeschlechtliche, Tiefgaragen oder Sexshops habe ich weggelassen:

01. Sex mit drei Frauen (Mindestens, oder?)
02. Sex im Flugzeug (für die ganz Eiligen)
03. Sex auf dem Schreibtisch des Chefs (Na klar!)
04. Sex im Waschsalon (Also eigentlich überall, oder?)
05. Sex beim Konzert neben der Bühne (Ja…)
07. Sex im Paternoster (Für ganz schnelle)
21. Sex mit Liebe (Wie… ungewöhnlich!)
26. Machen sie das Bobbele (Gemeint ist hier die Besenkammer-Sache)
39. Sex im Hörsaal der Uni (Für Gelangweilte offenbar)
45. Handjob bei ihrem Lieblingsitaliener (Der findet das sicher ok)
49. Sex auf dem Oktoberfest (Viel Spaß mit der Security…)
52. Beim Sex Haushaltsgummihandschuhe tragen (WTF?)
55. Bewerbungs-Sex (Mein absoluter Favorit!)
59. Sex im Badezimmer ihres besten Freundes (Warum auch immer)
61. Sex-Spiele (Zitat: „Pimpern sie mit Klöterkram.“ Äh… ok!?)
62. Sex auf einem Tretboot (Wie kommen die auf Tretboote?)
64. Sex im Riesenrad eines Vergnügungsparks (Nötig! Unbedingt!)
72. Sex mit guten Freunden (Guten Freunden gibt man doch ein Küsschen)
73. Gemütlicher Kuschel-Sex auf Omas Hollywoodschaukel (Hallo Oma, ich wollte mal…)
76. Sex in der Geisterbahn (Wer mag die Atmosphäre nicht?)
77. Sex zur Brunftzeit im Wildpark (Die haben Drogen genommen. Sicher!)
79. Sex in der öffentlichen Bücherei (Vielleicht auf dem Rückweg vom Park)
82. Sex auf einem Ruderboot (Vielseitig sind sie schon, nicht wahr?)
83. Mit dem Nachbarn um die Wette stöhnen (Sonst noch was?)
96. In der Bettenabteilung ihres Lieblingsmöbelhauses (Sorry, ich vergaß!)
97. Sex auf dem Bahnhof (Ganz hinten auf dem Bahnsteig, nee is klar!)

Bevor jemand in trostloser Verzweiflung versinkt: Ich wette, dass keiner dieser Punkte von einem der Schreiber selbst schon umgesetzt wurde. Obwohl ich jetzt natürlich nicht so genau weiss, wie es sich mit Kai Diekmanns Schreibtisch verhält…

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Es musste ja kommen…

Na, kann man die HartzIV-Hetzereien von bild.de der letzten Tage noch toppen? Nein? Ach kommt. Was ist damit:

Dschihad für 600 €, Quelle: bild.de

Man glaubt es wirklich kaum: Die meistgelesene deutsche Zeitung beginnt einen Artikel über die Menschen, die vorhatten, hunderte oder tausende Menschen für ihre Religion sterben zu lassen mit den Worten „Perfider HartzIV-Missbrauch! Die „Saar-Terroristen“ sollen die Vorbereitungen für die geplanten Bombenanschläge mit „Stütze“ finanziert haben!“

Quelle ist ein Bericht im Focus, laut dem das BKA schätze, es waren 650 € ALGII im Spiel. Schön, dass sowas geschätzt wird. Ich dachte immer, das BKA sitzt da mehr oder minder an der Quelle.

Naja, nun kommt also auf der Bild-Liste, was HartzIV-Empfänger alles sein könnten, neben Betrügern, Schwarzarbeitern, Prostituierten und Polen auch noch der Eintrag „Terroristen“ hinzu.

Haben wir es nicht alle gewusst?

Also so langsam wird das Thema schon fast wieder absurd komisch.

PS: Ach ja, der Bericht stammt wahrscheinlich eher von Focus online, das Datum dort ist mit 6.9.08 (also heute) angegeben. Aber da ich Focus nicht lese, kann ich das nicht sicher sagen.

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