Author Archives: Sash

Alles gut(e)!

Geburtstag. Schon wieder.

Es stimmt ja tatsächlich, dass die Jahre schneller vergehen, je älter man wird. Und älter geworden bin ich. Ein Jahr fehlt mir noch zur 30. Aber je näher dieses angeblich so tragische Alter rückt, desto mehr verliert es seine Bedrohlichkeit. Also bin ich abermals sehr zufrieden.

Langsam dran gewöhnen... Quelle: Sash

Langsam dran gewöhnen... Quelle: Sash

Das ist fast schon peinlich, irgendwie schreibe ich immer nur, dass es mir gut geht, aber was will ich machen? Die Kurzfassung wäre: Ich liebe meinen Job, meine Freundin, mein Leben, meinen Blog, meine Wohnung, meine Stadt, mein… das können wir fortsetzen. Im Großen und Ganzen bin ich zufrieden, und die meisten Dinge, mit denen ich zufrieden bin, kann ich mir selbst zuschreiben. Gut, das mit der Gesundheit ist eher Glück, aber sonst…

Naja, weder mit rein-, noch mit rausfeiern ist dieser Tage viel zu machen. Ich hab heute Nacht gearbeitet und ich werde heute Abend wieder arbeiten. Der Monat hat für mich schon ziemlich wenige Arbeitstage, und ausgerechnet einen Freitag will ich dann auch nicht frei machen. Dazu sieht es finanziell noch nicht gut genug aus. Nicht schlecht, aber eben auch nicht gut genug.

Immerhin hab ich dieses Jahr die Tradition wieder aufgreifen können, mit den Vandals musikalisch meinen Geburtstag zu beginnen. Letztes Jahr hat es ja leider nicht geklappt, weil ich in Stuttgart in der Kneipe gefeiert habe – aber nach zwei Jahren Abstinenz erfreut so ein bisschen Punk-Rock doch gleich nochmal mehr! War damit das erste mal „Happy Birthday to me“ im Taxi. Sollte mal erwähnt sein.

Zurück zum Feiern: Im Grunde ist mein Sozialleben derzeit sowieso kaum vorhanden, aber das soll keine Jammerei sein. Ich bin der Einsiedlerkrebs unter den Laberbacken und ich hab auch gar keine Zeit. Lediglich mein Bruder sollte es nach 3 Jahren mal schaffen, mich in Berlin zu besuchen, aber das ist eine andere Geschichte und als Running Gag irgendwie ja auch schon etabliert 😉

Insofern gilt mein Dank dafür, dass ich dieses Jahr abermals zufrieden in die Vergangenheit, wie auch optimistisch in die Zukunft sehe, auch denjenigen Freunden, denen meine Unfähigkeit, Kontakt zu halten, nicht irgendwann auf den Zeiger gegangen ist, die sich immer wieder melden, bevor ich es tue.

Was diesen Geburtstag allerdings wirklich unglaublich macht, das sind die vielen Geschenke von euch, liebe Leser!

Ich gehöre zu den Leuten, die bis auf wenige Ausnahmen mit ihren Familien und Freunden diesen typischen Nichtangriffspakt bezüglich Geschenken geschlossen haben, und da bin ich eigentlich froh drum. Dass ich die Amazon-Wunschliste erstellt habe, war eigentlich wirklich auf die Anfragen via Mail zurückzuführen. Die Idee fand ich nett, zweifelsohne, aber ich hab tatsächlich ein schlechtes Gefühl dabei, Menschen – in dem Fall sogar „fremde“ – um irgendwas zu bitten. Auch wenn es freiwillig ist.
Und bezüglich der Resonanz habt ihr mich echt geschockt! Dass es drei oder vier Menschen da draussen gibt, die mich und/oder meinen Blog tatsächlich auch mit etwas handfestem unterstützen wollen, das war mir ja durch einschlägige Mailwechsel bekannt. Dass ich aber binnen weniger Tage tatsächlich mehr als 10 Dinge von meiner Liste zu Hause hatte: Boah fuck, wie geil seid ihr eigentlich!? Die Hälfte der Einsender hat die Sachen sogar gleich noch als Geschenk einpacken lassen, fast alle haben noch eine nette Nachricht dazu geschrieben. Ich hätte echt fast heulen können.

Jaja, böses böses asoziales Internet, Kostenlos-Mentalität etc… ein Gruß an die Leitmedien da draußen!

Ich nehme es mir zu Herzen, dass fast alle, die eine Nachricht beigelegt haben, mir für meine(n) Blog(s) gedankt haben. Das ist eine Bestätigung, die verdammt gut tut. Insbesondere, da ich meine Blogs naturgemäß sehr zu schätzen weiß, aber mir auch bewusst bin, dass ich damit nur ein wenig Unterhaltung in einer kleinen Nische biete. Irgendwas um die 1000 regelmäßigen Leser habe ich wohl inzwischen damit erreicht, und jeder kleine Blogger da draußen kann sich vorstellen, wie überwältigend das ist.

Ich sage jetzt erst einmal hier ein gesammeltes Danke an alle, die mich beschenkt haben! Ich werde in den nächsten Tagen  irgendwann mal Zeit finden, die ein oder andere Mail an diejenigen zu schicken, bei denen ich eine Adresse habe.

Mein Dank gilt aber auch all den anderen, die mich geflattrt haben, die mit mir Mails gewechselt haben. All denen, die fleißig hier und bei GNIT kommentieren und diskutieren, die mitlesen, mitdenken und mich verlinken. Ebenso natürlich wie die, die sich sogar mit mir treffen wollten und mir dann auch noch lukrative Taxitouren beschert haben. Ihr gehört alle irgendwie zu all dem, was ich jetzt am frühen Morgen als so schön empfinde, dass ich einfach gerne ewig so weitermachen würde.

Und deswegen lasse ich euch jetzt an etwas weltweit sehr seltenem teilhaben: An einem wirklich ernst gemeinten, nicht nur mal eben schnell dahingerotzten und damit einem sehr sehr aufrichtigen Emoticon:

🙂

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Fiebern…

Vielleicht morgen, vielleicht übermorgen…

Die letzten Monate waren ein hartes Los für mich. In einem Anfall besonders gravierender Dämlichkeit habe ich am 14. August dieses Jahres meine Kamera runtergeschmissen und sie damit arbeitsunfähig gemacht 🙁
Vernünftige Menschen hätten das schon während des Vollsuffs am Vorabend getan, aber ich musste ja mal wieder was Besonderes tun, damit ich nicht etwa reumütig das Trinken aufgebe, sondern mich einfach nur meiner Blödheit wegen permanent geißeln will. Ich habe mich an meine Kamera gewöhnt, ich habe sie für ihre Qualität geliebt und ich habe sie seit diesem Tag schmerzlichst vermisst.

Nun waren die letzten Monate finanziell grob gesprochen ein absolutes Disaster. Nicht nur, dass einzelne Vorhaben in der WG eine Menge Geld gekostet haben und kosten werden, nein vor allem meine Arbeitslust war so gering ausgeprägt, dass manch Kollege sich gefragt hat, ob ich irgendeinen neuen Hauptverdienst hätte.

Naja, die meisten werden diese Situationen kennen: Die Ausgaben steigen wundersamer Weise an, die Einnahmen sinken um Gegenzug umso rapider. Was bei großen Unternehmen eine problemlose Sache ist, da sie vom Staat dann besonders betüddelt und letztlich gerettet werden, kann in einem Privathaushalt dann doch mal zu Schwierigkeiten führen.

Das war hier eigentlich gar nicht gegeben, aber zumindest eines war klar: Eine Kamera kann ich mir nun wirklich nicht leisten!

Irgendwo beim letzten Rentner-Chauffieren oder Nazi-Bepöbeln hab ich mir allerdings offenbar eine ausreichende Menge gutes Karma zugelegt, das jetzt irgendwie für Resultate gesorgt hat. Nicht nur dass ich auf vielfältige Art und Weise meine Ausgaben minimieren konnte, nein auch die Einnahmen stiegen wieder! Zum einen selbstverschuldet dank einer deutlich erhöhten Arbeitszeit meinerselbst, zum anderen durch teils lange erwartete Geldzuflüsse. Das gewonnene Gerichtsverfahren bildete den Auftakt, ferner wären da eine Steuerrückzahlung, ein (eigentlich bereits abgeschriebenes) Geburtstagsgeschenk, eine Nebenkostenrückzahlung, eine Mietschuldenrückzahlung unseres Mitbewohners… auf beinahe jedem erdenklichen Weg fließt gerade ein wenig Geld zurück in die WG.

Reichtum ist nun mit Sicherheit immer noch nicht das Wort der Wahl, wenn man den Kontostand der WG, oder den des Sashs beschreiben sollte, aber nach mehrmaligem Zurechtbiegen der nicht ganz passen wollenden Zahlen fand sich dann doch ein kleiner Überschuss für zusätzliche Wünsche.

Also hab ich mir eine neue Kamera bestellt.

Bis August war ich ja gesegnet mit einer Canon Digital Ixus 980 IS, welche ich nach wie vor nur jedem empfehlen würde, der wie ich mehr dem schnellen Schnappschuss zugeneigt ist, und dennoch hervorragende Bilder haben möchte. Mir diese abermals zuzulegen, wäre natürlich ein Traum gewesen. Problematisch daran ist allerdings, dass es sie nur noch sehr vereinzelt gibt, und sie außerdem den derzeit vorhandenen Preisrahmen (zumindest neu) immer noch sprengen würde. Außerdem wäre es mir ja durchaus recht, ein günstigeres Modell zu haben. Schließlich gehe ich nicht allzu pfleglich damit um, nehme das Gerät jederzeit mit, und nicht zuletzt ist es permanent akut diebstahlgefährdet im Auto. Und bei aller Lobhudelei hatte sie auch Dinge, die ich nicht brauchte, bzw. gab es Dinge an ihr, die verbesserungswürdig waren.

Unnötig waren beispielsweise die 14,7 Megapixel. Zwar nehme ich Bilder immer in bester Auflösung auf, damit ich sie im Nachhinein für alle potenziellen Anwendungen nutzen kann, de facto habe ich aber noch nicht ein einziges Bild meiner Cam ausgedruckt. Meist ist die Auflösung viel zu hoch, weil ich die Bilder allenfalls für den Blog oder als Hintergrundbild zum sonstigen Betrachten am PC verwende. Im Gegenzug war mir der 3,5-fache Zoom (also optisch, den digitalen zähle ich ja nicht ernsthaft mit) eigentlich immer ein bisschen zu wenig.

Auf der Suche nach passablen Modellen ist sind mir dann die PowerShots von Canon über den Weg gelaufen, und ich hab mir jetzt mal versuchsweise die PowerShot X120 IS bestellt, in der Hoffnung, sie liegt qualitativ nicht allzu sehr unter der alten Ixus. Ein bisschen brauchbarer als die Kamera in meinem Handy, deren Weglassen niemanden gestört hätte, sollte sie jedenfalls sein. Sie hat gemütliche 10 Megapixel und dafür einen 10-fachen Zoom. Die sonstige Ausstattung lässt vermuten, dass sie der Ixus in nicht viel nachsteht, zumal es ja derselbe Hersteller ist. Ich wollte Canon da durchaus noch eine Chance geben.

Und sie kommt wahrscheinlich morgen schon! *freu*

Und wenn das Teil es überhaupt nicht bringen sollte, dann habe ich eine Kamera zu versteigern, spar noch einen Monat länger und hol mir dann die Ixus 1000 HS. Soll ja für alles eine Lösung geben. Egal wie es läuft, ein paar Fotos mehr sollte es demnächst wieder in den beiden Blogs geben…

Nachtrag 16.14 Uhr:
Der erste Preis für Geschwindigkeit geht an DHL. Der erste Preis für Verplanung an mich. Kamera kann ab morgen in der Postfiliale abgeholt werden. Schön, dass wir inzwischen wissen, dass das bedeutet, sie ist heute Abend da. Zwei Stunden bis neue Kamera! 🙂

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Müde Gedanken

Kennt ihr das auch, dass ihr euch in müdem Zustand kurz vor dem Einschlafen im gemütlichen Bettchen allerlei kuriose Gedanken macht. Also so richtig blöde, unsinnige, unnütze – aber furchtbar lustige?

Also mir geht das so. Vor-dem-Einschlafen-Gespräche sollte ich aufzeichnen, könnte ich wahrscheinlich ungeschnitten als Comedy verkaufen, alle Welt würde sich wundern, wo der Typ so geile Ideen herkriegt und ich wäre reich. Da ich aber situationsbedingt für solche Späße zum richtigen Zeitpunkt viel zu müde bin, Ozie um meinen Ruf fürchtet, und ich gerne weiterhin zwei Blogs hätte, verdiene ich mein Geld mit Taxifahren und alles ist so wie es ist.

Aber meinen vorherigen Gedanken darf ich dann echt niemandem vorenthalten:

Angefangen hat alles damit, dass ich die Idee furchtbar witzig fand, Schafen Turnschuhe anzuziehen. Schon diesem Gedankengang konnte Ozie nicht ganz folgen, also habe ich noch eine praktische Anwendung dafür gefunden: Wenn man Schafe zählt, könnten die Schafe doch beim Überspringen der Mauer, bzw. beim Reinkommen – oder was immer man sich im einzelnen zu den Schäfchen denkt – die Turnschuhe ausziehen. Der Clou: Wenn man jetzt beim Schafezählen irgendwie rauskommt (vielleicht weil man einnickt oder so), dann braucht man gar nicht mehr zu wissen, bei wie vielen Schafen man war. Man kann dazu einfach die bisher angefallenen Turnschuhe zählen, durch vier teilen – und zack! weiss man wieder, bei wie vielen Schafen man war!

Schien mir vorher noch wesentlich plausibler als jetzt – aber vielleicht hat ja jemand Lust, die Idee weiter zu entwickeln 😉

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Wieder was gelernt!

Man lernt nie aus und das gilt für alle Lebensbereiche. Heute habe ich gelernt, wie die langen Schlangen in einer Postfiliale entstehen. Natürlich gibt es die üblichen Gründe: Rentner, die ihre 3 Weihnachtskarten auf den Pfennig genau mit Reichsmark bezahlen wollen, frustrierte Abteilungsleiter, die aus Prestigegründen ihre Briefmarken nur am Schalter  und nicht am Automaten vor der Türe kaufen, Auszubildende bei der Post, die nach dem Adler-Suchsystem (Dreimal kreisen, niederstoßen) tippen – und die alltäglichen Schwierigkeiten der Marke „Olaf, der Kunde hat jefracht, ob dit Weihnachts-Special kombinierbar ist mit die große L-Pakete, wenn er bein Jewicht unter die Zweefünf bleibt und ne Luftpost-Marke druff macht. Jeht det, oder müssnwa dit als X42/2 für achtfuffzich buchen?“

Manchmal sind es aber auch einfach ziemlich ungläubige Blogger, die mit Kärtchen rumwedeln und sich von den letzten 4 Tagen 8 Amazon-Päckchen überreichen lassen, die liebe Leser ihnen geschickt haben. Die müssen clevererweise einzeln eingescannt und bearbeitet werden und das verzögert den Ablauf spürbar…

Also ganz ehrlich: Als ich meine Amazon-Wunschliste erstellt habe, hab ich nicht mit so viel Resonanz gerechnet!

Fuck, ich bin die ganze Zeit versucht zu sagen, dass ihr irre seid, und dann kommt mir das ziemlich schäbig vor, mal eben so lustig drüber zu schreiben. Das ist schlicht der Wahnsinn, und ich kann euch jetzt schon garantieren, dass ihr meine Familie dieses Jahr überboten habt.

Ich hab die Verwaltung des Wunschzettels an Ozie weitergeleitet, weil ich mich überraschen lassen will zu meinem Geburtstag, aber der Besuch bei der Post heute hat dieses alte Gefühl hervorgebracht, das man hatte, wenn einen die Eltern an Heiligabend zum Geschenkeberg geleitet haben. Gut, und dieses Gefühl mit dem vom Herzen fallenden Stein, weil offenbar niemand gemerkt hat, dass man doch nicht das ganze Jahr brav war – aber das erste ist stärker 😉

Es fehlen mir die Worte!

(Ich versuche natürlich zu euren Gunsten, diesen Zustand baldestmöglich zu überwinden)

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Hau wech…

So, der Brief ans Gericht mit der Antwort auf die Stellungnahme des Anwaltes von Dieter und Petra ist auch raus. Dieses Mal haben wir uns recht kurz gehalten und alles einfach pauschal abgebügelt. Ob es erfolgreich sein wird? Wir werden sehen…

Wie üblich gibt es den Text hier:

Die reine Fahrtzeit unter Optimalbedingungen beträgt für die einfache Strecke 7 Stunden (siehe z.B. www.map24.de),

Naja, unter „Normalbedingungen“ wäre sicher ehrlicher gewesen. Aber wenn ich zu einem Gerichtstermin muss, fahre ich ja auch nicht spitz auf knapp und riskiere eine Verspätung von…

zuzüglich angemessener Pausen,

…locker mal eine Stunde…

verkehrsbedingter Verzögerungen

…eigentlich noch länger…

und dem Großstadtverkehr

Die Stuttgarter wissen, was ich meine. Hier in Berlin geht das ja 😉

ist von einer Reisezeit von mindestens 9 Stunden auszugehen.

Und noch einmal: Sie wollten mir mein Geld nicht geben und haben haushoch verloren, weil sie es auf ein Verfahren ankommen lassen wollten. Hier sind die Konsequenzen!

Somit beträgt die gesamte Reisezeit 18 Stunden, weshalb nicht davon ausgegangen werden kann, dass An- und Abreise jeweils am Terminstag durchzuführen wären.

…und eigentlich ist es mir egal, wie viele Euro jetzt genau dabei rausspringen. Im Zweifelsfall bleibt ja noch ein Widerspruch 😉

Dann noch kurz der Urlaub:

Mein Arbeitgeber stellt mich nicht für private Gerichtsverfahren bezahlt frei, eine Bestätigung hierüber reiche ich bei Bedarf gerne nach.

Was soll ich dazu mehr schreiben? Zeigt mir mal einen Arbeitgeber, der das macht. So häufig ist das sicher nicht mehr. Wenn das überhaupt je verbreitet war. Ich krieg ja nicht einmal meine Arbeitszeit bezahlt, wenn ich keine Kunden finde…

Meinen mir gesetzlich zustehenden Erholungsurlaub nutze ich sinnendsprechend zur Erholung und nicht zur Wahrnehmung gerichtlicher Termine.

Übersetzung: Leck mich am Arsch, du gestriegelter Dackel! Weder ich noch mein Arbeitgeber zahlen den Mist – das macht ihr!

Mein Verdienstausfall war nicht mutwillig herbeigeführt, sondern ein logische Konsequenz der notwendigen Reisen.

Nee wirklich. „Mutwillig herbeigeführt“ haben soll ich meinen Verdienstausfall. Also wenn ich mir schon den Stress gebe, wegen 1000 € zweimal nach Stuttgart zu fahren, dann wird es wohl mit dem Geld nicht so übermäßig optimal aussehen, dass ich mal eben so auf zwei Arbeitstage oder drei verzichte.

Die Kosten sind daher, bis auf ggf. nicht verbrauchte Gerichtskostenvorschüsse, in beantragter Höhe festzusetzen.

Den Antrag auf Rückerstattung nicht verbrauchter Gerichtskostenvorschüsse haben wir natürlich gleich noch beigelegt…

So, und meinetwegen darf der nächste Bescheid des Gerichts jetzt ruhig auch der letzte sein!

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Künstlerische Freiheit

Der Name stimmt noch nicht gans, Quelle: Sash

Der Name stimmt noch nicht gans, Quelle: Sash

Was man nicht alles sieht, wenn man morgens mal unfreiwillig durch die Gegend rennt, weil man den Ausstieg aus der Bahn verpennt hat 😉

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Stellungnahme

So, ein bisschen später als erwartet/erhofft, trudelte dann heute endlich die Stellungnahme unserer Prozessgegner zum von uns genüsslich verfassten Kostenfestsetzungsantrag ein.

Für die, die nicht mehr so ganz mitgekommen sind: Das Verfahren ist vorbei, wir haben gewonnen, haben die Kaution längst erhalten und verprasst, und jetzt fordern wir noch mal eben 1.565 € von unseren Ex-Vermietern, um die Kosten für den Rechtsstreit wiederzubekommen. Das ist ein Haufen Holz, mehr als die Hauptforderung, aber ich sag es mal so: Es war nicht meine Idee, es in rechtlich völlig aussichtsloser Position auf zwei mündliche Termine ankommen zu lassen, bei denen die Gegenpartei eine Anreise von 700 km zu tätigen hat…

Dass sie in Anbetracht der Summe sicher vom Hocker gefallen sind und Gift und Galle gespuckt haben, kann man wahrscheinlich als gegeben betrachten. Dass sie sich in einer Stellungnahme dahingehend äußern, dass der Betrag zu dezimieren ist, wundert insofern kaum. Wir waren bei der Betrachtung unserer Kosten auch großzügig. Ein „Na gut, dann nicht“-Abschlag ist von unserer Seite aus eingeplant. Nach dem Lesen des Schreibens bin ich allerdings zuversichtlich, dass einiges davon klappt.

Wir hatten schon die Befürchtung, dass er den ganzen Antrag angreift, weil es eine recht exotische Geschichte ist, dass eine Partei anstelle eines Anwaltes so hohe Kosten geltend macht. Früher war es anscheinend üblich, dass die Gerichte im Falle solch (in Anbetracht des niedrigen Streitwertes) horrende Kosten nicht genehmigen wollten, da eine anwaltliche Vertretung vor Ort günstiger wäre. Seit geraumer Zeit allerdings gilt es als bestätigt, dass man als Partei zu jeglichen Terminen anreisen darf, auch wenn keine Ladung vorliegt, d.h. die Anwesenheit als nicht erforderlich betrachtet wird. Da wären wir also auch gewappnet gewesen.

Auffällig an diesem Schreiben ist, dass der Anwalt, der inzwischen die Kanzlei gewechselt hat, keine Textbausteine mehr zur Verfügung hatte, und sich – durchaus gekonnt – im freien Schreiben versucht.

Kommen wir zum Inhalt. Meine Gedanken dazu sind noch unausgegoren, ich hab zwei Wochen Zeit zum Antworten und ich werde mir mit Ozie entsprechend Zeit nehmen, um den Schrieb auszuarbeiten.

Seine Stellungnahme zum ersten Termin lautet wie folgt:

Der Verhandlungstermin am 11.11.2009 wurde um 14:30 Uhr, also zur Tagesmitte aufgerufen. Dem Kläger war es daher möglich, morgens anzureisen und nach dem Termin wieder nach Hause zu reisen. Es sind deshalb weder Übernachtungsgeld noch Tagesgeld für die Tage 10.11. und 12.11.2009 festzusetzen.

Da hat er natürlich nicht Unrecht. Auch die Tatsache, dass ich am Abend ein Geburtstagsgelage gefeiert habe, und schon deswegen nicht mehr fahrtüchtig war, werden wir in der Begründung kaum anführen. Der Termin liegt tatsächlich grenzwertig, aber glücklicherweise existieren diverse Richtlinien, die beispielsweise eine Reise vor 6 Uhr, bzw. nach 22 Uhr für unzumutbar halten. Wenn wir für 700 km also etwa 7 Stunden Zeit ansetzen, zuzüglich nötiger Pausen und dem unabdinglich dichten Verkehr zweier Metropolen… kurz gesagt: Mit 9 Stunden Reisezeit klappt das einfach nicht mehr 😉

Und dass das Tagegeld der beiden Tage nur anteilig beantragt wurde von uns, sollte klar sein. Wir wollen ja bei den Tatsachen bleiben…

Soweit der Kläger tatsächlich unbezahlten Urlaub genommen hat, hat er mutwillig einen entsprechenden Verdienstausfall herbeigeführt.

Das ist eine interessante Herangehensweise…

Er hat nicht vorgetragen, dass es ihm unmöglich gewesen wäre, bezahlten Urlaub zu nehmen, oder sich vom Arbeitgeber für den 11.11.2009 von der Arbeit freistellen zu lassen. Verdienstausfall ist daher nicht festzusetzen.

Ich habe die Hoffnung, dass es keine Pflicht gibt, bezahlten Urlaub einer Gerichtsodysse mit 1400 km Autofahren an einem Tag zu opfern. Wenn, dann beantrage ich Verdienstausfall von 2 Tagen, um mich von den o.g. Strapazen zu erholen… nee, also das kann doch echt nicht sein Ernst sein, oder? Allerdings gestehe ich, dass ich das erst nachsehen muss. Warum ich bei einer Freistellung keinen Verdienstausfall geltend machen können soll, ist mir auch noch nicht ganz klar. Wir werden sehen.

Hilfsweise ist darauf hinzuweisen, dass es ausreichend gewesen wäre, am 11.11.2009 frei zu nehmen, so dass allenfalls insoweit ein Verdienstausfall überhaupt berücksichtigungsfähig wäre.

Da isser sich wohl auch nicht ganz sicher: „Hilfsweise“ könnte also ein Tag ok sein? Also falls ich – was im vorherigen Satz irgendwie unmöglich schien – doch Ausfälle haben könnte, dann nur für den einen Tag. Und das mit dem einen Tag wollen wir ja anzweifeln.

Zum 2. Termin schreibt er:

Es gilt das vorstehend Gesagte.

Naja, fast zumindest:

Selbst wenn man davon ausgehen wollte,

Ich liebe inzwischen diese Formulierungen „Sollte sich der Kläger mit seiner Rechtsauffassung durchsetzen…“

dass wegen des Beginns des Termins um 09:30 Uhr eine vorhergehende Übernachtung notwendig war,

Wir erinnern uns an die 9 Stunden und denken etwas nach…

wäre allenfalls eine einmalige Übernachtung zu berücksichtigen.

Da stehen wir wahrscheinlich wirklich auf dünnem Eis. Aber eine Übernachtung sollte nach dieser Stellungnahme drin sein.

Gleiches würde für einen angenommenen Verdienstausfall, der ja wie vorstehend bestritten wird, gelten. Eine Anreise am Vortag wäre nach Arbeitsende möglich gewesen, so dass auch das beantragte Tagesgeld entsprechend zu reduzieren ist.

Wenn ich das so lese, sollte ich vielleicht doch mal mit meinen realen Arbeitszeiten rechnen. Mal sehen, vielleicht ergibt das hier Sinn.

Zum Abschluss dann folgendes:

Die Gerichtskosten sind nicht in beantragter Höhe festzusetzen, da infolge des Anerkenntnisurteils nicht der gesamte gezahlte Vorschuss verbraucht ist.

Na gut, dann beantrage ich die Rückerstattung eben vom Gericht. Ist mir ja egal, woher die Kohle letztlich kommt. Hier steht wenigstens ausser Frage, dass ich sie gezahlt habe 🙂

Irgendwie ist das eigentlich ziemlich öde und unwitzig. Ich hatte mir von unserer Spaßkanone mehr erhofft. Naja, geht ja „nur noch“ um zwei-, dreihundert Euro oder so. Ich sehe das nicht so eng in Anbetracht der Tatsache, dass sie uns zwei Heimaturlaube damit nachträglich bezahlen…

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