So, da wären wir wieder.
Sorry, unser Internet spinnt gerade und ich dachte schon, ich käme mal wieder wie in den guten alten Zeiten unseres ersten Jahres in Berlin dazu, in Open Office zu schreiben, um es dann später als Blog zu veröffentlichen. Aber ganz so schlimm ist es dann offenbar nicht.
Ich war heute bei meiner Hausärztin und damit sind dann auch die Fäden raus aus der Amputationswunde. Eine weitere Kontrolle ist erstmal nicht geplant, die Heilung verläuft auch über alle Maßen gut. Das mit den Phantomgefühlen wird noch nicht wirklich weniger, aber es ist inzwischen alles sehr beherrschbar, insbesondere da mein Fuß keine großen Probleme damit hat, sich gegen irgendwas gegendrücken zu lassen, was wie im letzten Beitrag geschrieben das Gefühl verschwinden lässt.
Ich würde gerne sagen, dass ich gar keine Schmerzen habe und so im Alltag ist das auch richtig. Erstaunlicherweise. Aber keine Regel ohne Ausnahme und tatsächlich ist über dem oberen Rand der Wunde irgendwas dermaßen gereizt, dass es wirklich ernsthaft unfassbare Schmerzen bereitet. Ich hab das immer wieder beim Abziehen des Pflasters gemerkt und jetzt eben beim Ziehen der Fäden. Ich persönlich tippe ja darauf, dass da irgendein Nerv nicht so begeistert davon ist, dass er abgeschnitten wurde, aber ich bin kein Mediziner. Es passt halt vom Schmerz. Beim Zahnarzt ohne Betäubung bohren – genau das ist das Gefühl. Aber wenn ich da künftig keine Pflaster brauche und keine Fäden mehr gezogen werden müssen, dann mache ich mir da erstmal keine Sorgen. War nur eine Herausforderung heute, man möchte ja nicht der Patient sein, der aus irgendeinem Behandlungszimmer die ganze Praxis zusammenschreit und damit die anderen Besucher derselben erschreckt und vergrault.
Ansonsten wird es langsam. Ich schlafe noch schlecht, bin insgesamt ziemlich platt, aber eigentlich geht es stetig bergauf.
Mein Arbeitgeber hat mir Blumen gesendet, was für jemanden, dem nie jemand Blumen sendet, erst mal ein bisschen gruselig war, aber gefreut habe ich mich trotzdem. Auch wenn ich im Normalfall viel davon halte, die Art der Erkrankung für sich zu behalten – schon um Kollegen nicht in Zugzwang zu bringen, die ihre eigene ungern teilen wollen – habe ich dieses Mal in meiner Dankesmail trotzdem fallen lassen, was gerade Sache ist, damit ein paar der Kollegen sich schon mal gute Witze überlegen können.
Ihr seht: Verzweiflung steht jetzt gerade nicht ganz oben auf der Liste der Gefühle.
Die Ruhe der Krankschreibung tut gerade wirklich noch gut, aber dafür ist sie ja da. So langsam freue ich mich aber auch wieder darauf, ein bisschen Normalität einkehren zu lassen.



Uff, uff…
Hab n bisschen hinterher gehinkt mit Artikel lesen, deswegen hab ich die ganze Story erst jetzt mitbekommen.
Freut mich aber, dass es bei all dem Schrecken sich in die richtige Richtung entwickelt. Weiterhin gute Besserung!