Deutschester Samstagsausflug

Man kann samstags ja sicher viel klischeebeladenes tun, aber irgendwo hinter Ikea-Einkauf und Autowäsche steht vermutlich ein gemütlicher Bummel durch Autohäuser. Schätze ich zumindest, ich bin noch nicht so übertrieben gut im Spießigsein. Wobei, doch, eigentlich schon.

Allerdings muss ich anmerken, dass ich es vor allem immer noch nicht gemütlich finde. Ich hab den Anfang vom ersten Schritt in Richtung neues Auto gemacht und hab in einer uhrzeigersinnähnlichen Route einige zusammengewürfelte Autoverkäufer der zwei nächstgelegenen Landeshauptstädte abgegrast um denen sinngemäß zu sagen:

„Ich hab noch keine Ahnung was ich suche, ich bin nur hier, um an allen Autos, an die sie mich ranlassen, die Sitze zu verstellen.“

Und nein, ich hab das viel netter und sogar mit halbwegs aufrechtem Bedauern gesagt.

Es ist nunmal so, dass ich wie beim Schuhkauf erst einmal nach der passenden Größe frage und mir dann überlege, was ich mit den Infos anzufangen gedenke. Umgekehrt kann das nämlich eine Lebensaufgabe werden und meinetwegen könnte der ganze Scheiß jetzt schon vorbei sein.

Das Ergebnis dieser Rundreise kann sich im Übrigen sehen lassen, denn auch wenn ich wenig überzeugt bin, dass die Autoindustrie besser geworden ist und eher vermute, dass ich schon wieder zwei Zentimeter Längenmaß durch Wirbelsäulenverfall eingebüßt habe: Ich habe echt in einige Autos reingepasst – und zwar so, dass ich Chancen für den Nachwuchs auf der Rückbank sehe. Ich möchte an dieser Stelle immer noch sagen, dass ich es furchtbar finde, dass man nach sowas immer noch nicht sinnvoll wählen kann oder dass es immer noch keine Hersteller gibt, die sich auf das Thema „Hinter dem großen Fahrer muss noch jemand auf dem offiziell für Erwachsene zugelassenen Sitz sitzen können, obwohl dieses Auto neu unter 70.000 € kostet“ spezialisiert haben, aber vermutlich ist es auch einfach wichtiger für die Wirtschaft, dass jetzt die Hälfte aller Privat-PKW die Reifen von Schwertransportern aus den 70ern wieder auftragen könnte.

Aber ja: Nach erster Inaugenscheinnahme brauchbar sind Hyundai i10 – i30, Seat Leon, Fiat Tipo, Skoda Oktavia, Nissan Micra, Peugeot 308. Wie gesagt: Nach erster Inaugenscheinnahme, das ist jetzt noch keine Empfehlung. Den Nachfolger vom Fabia hab ich noch nicht auftreiben können und eine Runde durchs Angebot von Mazda und Toyota steht auch noch aus. Trotzdem: Mehr als ich erwartet hatte. Ist doch auch mal nett.

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