Psychosomatik, fick Dich!

Ich versuche ja, vorbildlich zu sein. Ich trage jetzt schon viel meine neue Brille im Taxi. Noch nach Lust und Laune, aber ja, ich müsste das ja auch noch nicht tun. Was ich jetzt binnen der ersten zwei Tage erlebe, ist aber alles andere als schön, das muss ich schon ehrlich sagen.

Dass ich überrascht bin, wie viel mehr Sehschärfe ich mit der Brille habe, das wird sicher die wenigsten verwundern, die sich irgendwann auch mal eine Sehhilfe haben anfertigen lassen (müssen). Und auch mir ist klar, dass ich sie trotz eigentlich ganz guter Werte nicht umsonst trage. Ebenso ist mir klar, dass es natürlich nach einer Stunde mit Brille komisch vorkommt, sie abzunehmen. Dieses Gefühl, plötzlich „viel“ schlechter zu sehen, ist natürlich einschneidend. Für langjährige Brillenträger sicher weniger, für mich aber um so mehr.

Aber egal, Umgewöhnungen und so. Man weiß ja eigentlich, wie geil das Gehirn sich alles zurecht biegt.

Was mich die letzten zwei Tage aber auch beschäftigt, ist, dass ich auch Stunden nach dem Absetzen der Brille das Gefühl habe, viel viel schlechter zu sehen, als ich das bisher je getan habe. Im Hintergrund ist da immer dieses Gefühl, das mir sagt:

„Fuck, mit Brille könnteste das jetzt sicher besser erkennen!“

oder:

„Scheiße, alles unscharf, ich kann nicht richtig sehen!“

Obwohl der Unterschied wie gesagt sehr gering ist.

Manchmal denke ich mir, dass es einfacher wäre, einfach nur den Gedanken zu hassen, jetzt eine Brille tragen zu müssen.

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6 Comments

Filed under Mein Haushalt

6 Responses to Psychosomatik, fick Dich!

  1. Auf- und Ab-Brillenträger

    Das ist ‚ too much discriminative strain‘ zuviel Unterscheidungs- und Entscheidungsdruck, oder auch der Terror der kleinen Entscheidungen..

    In der Bücherei muss ich die Brille teils alle zwei Minuten auf- und absetzen..

  2. Schorsch

    Leidensgenosse. Bitte schaff dir mal Kontaktlinsen an und Berichte, wie’s war. Dann kann ich mich evtl. auch mal entscheiden. 🙂

  3. Wahlberliner

    Zunächst: Ich kann mir die häufig empfohlenen Kontaktlinsen auch absolut nicht vorstellen, so mit in die Augen tun und alles, nein, das wäre mir nix.

    Und dann: Ja, es nervt wenn man z.B. aus dem Bett aufsteht und merkt dass man nicht richtig kucken kann bis man die Brille aufgesetzt hat. Das ist ungewöhnlich, aber man gewöhnt sich daran (nicht, dass man es nicht mehr merkt, aber irgendwann denkt man sich „naja, wenn’s halt nunmal so ist, was will ich dann machen…?“), und irgendwann wirst Du die Brille auch dauerhaft tragen. Schlimm ist es, wenn man sie vergist, vorm Schlafengehen, Duschen oder auch nur ausziehen eines T-Shirts o.ä. abzusetzen, weil man nicht daran gedacht hat, dass man eine Brille auf hat, und dann fliegt sie manchmal durch den Raum 😉 – der Nächste Schritt im Gewöhnungsprozess ist dann, dass das Absetzen irgendwann genauso unbewusst geschieht….

  4. Roichi

    @ Wahlberliner

    Beim „der Nächste Schritt“, schoss mir zuerst das Bild der Brille unter dem Schuh des ehemaligen Trägers in den Kopf.
    Was sagt mir die Psychosomatik jetzt dazu?

    Nach dem Gedanken las ich erst weiter und war etwas enttäuscht, ob meiner Erwartungen einer Pointe.

  5. Rosa

    @Wahlberliner
    Schlimm wird es, wenn einem auffällt, dass man die Brille aufsetzt bevor man morgens das Licht anschaltet. Oder wenn man vergisst, sie abzusetzen, bevor man sich das Gesicht eincremt 😉

  6. Gut ist auch, die Brille aufzuhaben und dann ins Bett zugehen, ohne sie abzunehmen.
    „Das muss drücken im Gesicht“

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