400 Minuten

Einmal will ich nicht hinterher sein!

„Orphan Black“ ist eine Serie, die ich durch Ozie kennengelernt habe. Großartiges Mystery-Science-Fiction-Drama. Oder so in der Art. Großartig stimmt jedenfalls. Gibt es leider noch nicht auf deutsch, dementsprechend muss ich wohl meine illegalen Bezugsquellen eingestehen. Und ich schäme mich dafür nicht, so lange ich keine Chance habe, das jetzt legal zu sehen.

Aber im Ernst: Sollte das demnächst  ins Fernsehen kommen (oder solltet Ihr ähnlich kriminell sein wie ich), dann zieht Euch das rein! Ich hab die komplette erste Staffel ungelogen in den letzten 12 Stunden angesehen – ja, erraten: es waren rund 400 Minuten! Geht kaum anders, ehrlich. Und das, obwohl ich noch immer denke, zu schlecht englisch zu können, um Serien im Original zu sehen …

And don’t say the C-word. 😉

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Stell Dir vor, es ist Krieg

… und keiner überträgt in ihm Fernsehen.

Es ist schon eine sonderbare Welt, in der wir leben. Viele werden es vielleicht (wie ich auch) ein bisschen verdrängt haben, aber in der Ukraine tobt ein ernstzunehmender Aufstand, seit gestern ist die Lage dort eskaliert. Die Innenstadt von Kiew ist in Flammenrot getaucht, die Kämpfe zwischen Polizei und Demonstranten kosteten mittlerweile mehrere Leben. Dass uns das nur leidlich interessiert, ist irgendwie ja nachvollziehbar. Schließlich haben wir eigene Probleme und weltweit gibt es so viel Krieg und Ärger, da ist das nur eine Meldung von vielen.

Aber so weit weg ist das nicht. Nicht geografisch, nicht politisch. Kiew liegt näher an Berlin als Rom, nur Polen trennt Deutschland von der ehemaligen Sowjetrepublik. Und nicht nur, dass die Ukraine ein Beitrittskandidat für die EU ist – ausgerechnet daran entzündeten sich im November jene Proteste, die nun wohl einen neuen Höhepunkt erreicht haben. Und auch wenn es oberflächlich eindeutig darum geht, einen ungeliebten Präsidenten loszuwerden, ist die politische Lage dort alles andere als überschaubar. Dass an den Protesten neben liberalen Bewegungen auch ultrarechte Nationalisten teilnehmen, ist wohl ein Zeichen dafür, dass das alles nicht mal so eben in einem dreiminütigen Nachrichteneinspieler erklärt werden kann. Und so bleibt vorerst ein etwas verstörender Eindruck von einer Straßenschlacht, bei der Sondereinsatzkommandos mit scharfen Waffen auf die eigene Bevölkerung zielen, Panzer, Barrikaden, und ja: eine Hauptstadt brennen und neben irgendwelchen Nazis ein u.a. in Deutschland zu Ehren gekommener Profi-Boxer zum Widerstand aufruft. Und das alles 1200 km Luftlinie von hier entfernt.

Und im deutschen Fernsehen läuft eine Karnevalssendung.

Ich verstehe, dass eine Prioritätensetzung auch im Journalismus schwierig ist. Aber während gelegentlich Brennpunkte zum Wintereinbruch (Schnee, schon im Dezember!) gesendet werden, ist das gestern ausgeblieben. Um 17 Uhr MEZ wurde die gewaltsame Räumung des  Majdan Nesaleschnosti zu 18 Uhr angekündigt, sollten die zigtausend Demonstranten nicht ihre Zelte abreißen und heimgehen. Eine angekündigte Eskalation. Bei Twitter war das nach Minuten Thema, eine Liveberichts-Timeline war schnell zusammengeklickt. Nicht mal an Bildmaterial fehlte es, mehrere Livestreams laufen teils bis jetzt (Ich hab meist den hier laufen, dazu muss man allerdings Youtube ein wenig austricksen).
Als die Räumung etwa 5 Minuten im Gange war, schaltete ich zufällig beim ZDF vorbei, wo das Thema immerhin kurz angerissen wurde. Während auf meinem Computermonitor zu sehen war, wie Barrikaden angezündet wurden, um Räumpanzer zu behindern, schaltete man auf dem Fernseher zu einer Korrespondentin in Moskau (WTF?), die sich in Allgemeinplätzen erging, wie beispielsweise, dass das Ankündigen der Räumung ja durchaus auch eine leere Drohung gewesen sein könnte und man ja nicht wissen könnte, ob da jetzt wirklich was passiert.

Das ist alles noch neu, ich weiß. Ich erinnere mich an eine Situation in der Grundschule – also irgendwann so um 1988 herum – als meine Klassenlehrerin sichtlich beeindruckt berichtete, wie ein Nachrichtensprecher irgendwelche Neuigkeiten vom anderen Ende der Welt berichtet hätte, die gerade mal ein paar Minuten alt sind. Damals ist man mit uns noch ins Kommunikationsmuseum gegangen und hat Rohrpostsysteme und Bildtelefone als Technik der Zukunft gezeigt.

Und nun saß ich gestern da und konnte nicht fassen, dass ich die Nachrichtensprecher anbrüllen wollte, dass sie doch längst räumen.

„Seht Ihr das denn nicht!? Wo seid Ihr, um vielleicht wenigstens die Kampfrede von Klitschko zu übersetzen?“

Ich weiß, es ist eine schwere Zeit für Journalisten. Alles ist hektischer und zudem verlieren sie oft genug sogar die jahrzehnte-, ja jahrhundertelang gewohnte Deutungshoheit über Ereignisse. Ich zolle wirklich jedem Respekt, der sich an dieser schweren Aufgabe versucht und ich verzeihe Fehler dabei großzügig, wenn erkennbar ist, dass sie den Umständen geschuldet sind. Aber dass ich Gebühren zahle, damit über einen eventuell ausbrechenden Bürgerkrieg zur aktuellen Stunde unweit von hier eine einsame Tickermeldung unter einer Tiersendung über Flusspferde eingeblendet wird, während ich im Netz von Freiwilligen unendlich mehr Informationen bekomme, lässt mich an meinem Verstand zweifeln.

PS: Online gab es natürlich irgendwann auch Live-Ticker. Aber dass die Tagesschau, als mutmaßlich führendes Nachrichtenmedium, selbst online nur einen unkommentierten Stream von Reuters einzubinden wusste, hat nun auch nicht viel verbessert.

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Skeptisch und emotional

Ich muss zugeben: Ich bin eine Heulsuse.

Und ich hasse dieses Wort. Wieviel Verachtung darin – nicht einmal notdürftig versteckt – liegt! Weinen ist ja etwas, das zumindest Männer (in diesem Zusammenhang eher Machos) nicht dürfen. Dabei ist es eigentlich eine unglaublich angenehme Art, seinen Gefühlen Ausdruck zu verleihen. Sicher: auch ich trete ungern mit verheultem Gesicht anderen Leuten gegenüber. Weinen ist etwas höchst privates, aber deswegen alleine sollte man es nicht tabuisieren.

Ich bin kein Wissenschaftler und habe trotz regem Interesse an Psychologie auch bisher keine Fachliteratur zum Thema gelesen. Wie die meisten Menschen weine ich zu gegebenen Anlässen einfach für mich selbst, aber ich bin der festen Überzeugung, dass hinter diesem Vorgang eine furchtbar interessante Systematik der Hirnchemie steht. So furchtbar auch meist die Gründe sind, die einen zum Weinen veranlassen, so unglaublich befreiend kann diese körperliche Reaktion sein. Da mag mit reinspielen, dass die Sauerstoffaufnahme des Gehirns bei nebensächlich auftretender Hyperventilation Rauschzustände auslöst, aber schlechter wird es deswegen ja nicht.

Ich heule wirklich oft. Ich bin ein emotionaler Mensch. Und ich finde das in keinster Weise schlimm, obwohl ich mich zu einer naturwissenschaftlich fundierten, skeptischen Haltung bekenne. Gefühle sind kein bisschen weniger bedeutend für meine Lebenswirklichkeit, nur weil ich vielleicht hier und da eine rationale Erklärung für sie habe. Im Gegenteil: Das Wissen, dass mein Gehirn mittels Hormonausschüttungen so tiefgreifende Erfahrungen möglich macht, hinterlässt mich regelmäßig mit einem wohligen Schaudern. Umso mehr erscheint es mir armselig, wenn Kommentatoren mir Gefühlskälte vorwerfen, nur weil ich nicht ihrer persönlichen Wahnvorstellung eines Gottes hinterher renne.

Ich habe mehrfach bittere Tränen geweint, als ich mich vorübergehend von Ozie verabschieden musste und ebenso, als meine Mutter starb. Darüber hinaus war ich stets nah am Wasser gebaut, als mir bekannte Künstler wie beispielsweise Christoph Schlingensief verstarben. Außerdem weine ich regelmäßig beim Lesen guter Bücher.

Und warum nicht? Verdammt, was hat es wehgetan, in John Greens „Looking for Alaska“ die Grenze zwischen „before“ und „after“ zu überschreiten! Wie weh tat es, als in „Feynmans Regenbogen“ der Tod eines der großartigsten Wissenschaftlers des letzten Jahrhunderts Einzug in die Geschichte hielt! Verdammt, ich fange an zu flennen, wenn ich an die beiden Bücher denke, ganz ehrlich.

Und? Bin ich deswegen ein schlechterer Mensch?

Um ehrlich zu sein: Ich finde es eigentlich schön, dass unser Weinen mehr noch als unser Sexualleben bislang die Öffentlichkeit scheut. Es ist schön, dass das noch so privat ist, wie es vielleicht andere Teile unserer Persönlichkeit auch sein sollten. Aber ich halte es für einen Fehler, diese an sich so wertvolle und wichtige Umgehensweise mit schwierigen Themenfeldern zu tabuisieren oder totzuschweigen.

Just my two cents. And some tears of course.

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Montag früh

Hätte ich nicht die denkbar beklopptesten Arbeitszeiten und zudem mehr Freizeit als einem gut tut, hätte ich das nicht gemacht: Handwerker auf Montag, 7 Uhr morgens, bestellt. Aber ja: Es war eine sinnvolle Wahl. Während ich Montags um 7 Uhr wenigstens wach bin, trifft das auf viele andere Zeiten von normalen Handwerkern nicht zu. Zudem wurde mir versichert:

„Es ist der erste Termin des Tages, da sind die auch pünktlich!“

Sollte man bei Handwerkern ja nicht unterschätzen. 😉

Und nun: Wie immer hat alles mustergültig geklappt. Ziel der ganzen Aktion war, nach Monaten der Prokrastination mal wieder Licht in mein Zimmer zu bringen. Also nicht irgendwelches, sondern richtiges. Ich habe bei uns in der Wohnung ja das einzige Zimmer, in dem zwei Lampen Malerfassungen an der Decke hängen. Und eine davon tat nicht. Und das war einem defekten Relais geschuldet, etwas das wir schon mal im Flur hatten. Kein großes Ding, aber eben nix, was ich mit meinem bescheidenen Halbwissen mir jemals zu reparieren zugetraut hätte.

Der Handwerker selbst war jenseits seiner Arbeit jedoch ein Original sondersgleichen. Als er mit vernehmbarem „Uff!“ die Wohnung betrat und unsere lustigen Warnhinweise neben der Tür argwöhnisch beäugte, dachte ich schon, mir ein Arschloch oberster Güte ins Haus gelassen zu haben. Aber, ganz ehrlich: Dem war nicht so. Die knappe halbe Stunde, die er brauchte, um das Problem mit aller Vor- und Nacharbeit zu beheben, haben wir uns meist unterhalten.  Angefangen mit der für Arbeiten nicht gerade praktisch angelegten Luke für den Sicherungskasten waren wir bald bei den Arbeitsbedingungen. Wie eigentlich erwartet sind die nicht das Gelbe vom Ei. Die Aufträge werden immer langweiliger, es wird im Gegenzug immer mehr Eile gefordert, alles nicht so dolle.
Und so hat mich gefreut, von ihm zu hören, dass er sich andersweitig umsieht.

Ich weiß, es ist komisch, sich über einen meckernden Elektriker zu freuen. Aber er hat nicht über mich gemeckert oder darüber, dass er jetzt bei mir irgendeinen Scheiß zu erledigen hat, sondern darüber, wie die Bedingungen für ihn sind. Und er sucht nach anderen Jobs, die ihm mehr Spaß machen – obwohl er näher an der Rente ist als ich an meinem Eintritt ins Berufsleben.

Ich mag das, weil ich finde, dass sich viel zu viele Menschen unterkriegen lassen und eine Arbeit machen, die sie nicht wollen, die sie nicht fordert, interessiert oder befriedigt. Es ist in meinen Augen einfach schön, wenn selbst bodenständige Leute wie Elektriker, die überwiegend für eine große Wohnungsbaugenossenschaft arbeiten, versuchen auszubrechen. Was würde ich mir wünschen, mehr Menschen würden das tun oder hätten zumindest die Chance dazu.

Blumentopf rappten dereinst sehr passend in ihrem wunderbaren Song „Neben dem Ton“:

„Zu viele lachen mich an, aber sie weinen im Stillen,
weil sie nur für ’ne Arbeit leben, mit der sie sich eigentlich killen.“

So gesehen hat mich der morgendliche Besuch dann doch irgendwie gefreut. Und um die Lyrik über vergeigte Wochenanfänge nicht ganz aussterben zu lassen, sei hier auch noch unser letzter Wortwechsel wiedergegeben:

„Na dann trotz allem noch einen schönen Arbeitstag!“
„Ach, Montach is‘ immer scheiße, die restlichen Tage jeh’n.“

Na dann.

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Vorbei!

Zahnarzt: Done.

Zugegeben: Es besteht die Option, künftig noch einen Ersatz für fehlende Backenzähne zu basteln, aber vorerst ist das nötigste getan. Seit gestern hab ich meinen Zahnersatz in der einstmals prominenten Lücke sitzen und kann nun nicht nur zubeißen, sondern auch wieder halbwegs lächeln.

Um ehrlich zu sein: Sonderlich schön sind meine Zähne deswegen nicht, das jahrelange Rauchen hinterlässt halt auch so Spuren, aber wie die meisten wissen, hält sich meine Eitelkeit in Grenzen. Insofern bin ich absolut zufrieden mit dem Ergebnis, denn auch wenn ich gerade wieder ein wenig am Abnehmen bin, vermute ich, dass ich in diesem Leben ohnehin keine Ambitionen mehr entwickeln werde, eine Modelkarriere anzustreben.

Auch wenn es hier und da nur Kleinigkeiten wie irgendwelche Zähnchen sind: Ich kann mich über mein Leben gerade kein bisschen beschweren.

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Es geht voran …

Falls irgendwer es vergessen haben sollte: Ich arbeite an einem Buch. Übers Taxifahren. Das vergesse ich beim vielen Bloggen darüber auch gerne mal, aber deswegen habe ich ja inzwischen eine Literatur-Agentur, die bis aufs Schreiben die wichtigsten Dinge übernimmt.

Und ja, von deren Seite gibt es Neuigkeiten: Es gibt Angebote! \o/

Obwohl ich könnte, werde ich jetzt vorerst keine genauen Infos weitergeben. Da nach wie vor ein paar Verlage im Rennen sind, wäre das vielleicht etwas ungünstig. 😉
Aber, so viel kann ich wohl sagen: es ist (wie erwartet) nicht der Worst Case eingetreten. Was bisher in der Wagschale liegt, kann sich für ein Erstlingswerk meines Wissens nach durchaus sehen lassen. Aber selbst diese Interpretation muss ich mit meiner Agentur besser noch mal erörtern, bevor ich das allzu überzeugt von mir gebe.

Im Gegensatz zum Bloggen oder zum Buchschreiben im Eigenverlag ist das natürlich ein viel trägerer Prozess, an den auch ich mich erst einmal gewöhnen muss. Aber eigentlich läuft es doch mindestens so gut wie erwartet bisher. 🙂

 

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Runter die zweite

Hab mich nach langem Ignorieren des Erfolgs nun mal drangemacht, das mit dem Abnehmen nochmal fortzusetzen. Wahrscheinlich erinnert sich kaum jemand, aber ich hab vor 3 Jahren mal 20 kg mehr gewogen. Das hatte ich recht „locker“ binnen eines Jahres unten und seitdem – man höre und staune – hat sich daran kaum was geändert. Liegt vermutlich daran, dass ich keiner dusseligen und heilsversprechenden Eso-Diät hinterhergerannt bin, sondern mir lieber öfter mal ein bisschen was gesünderes gekocht habe. Das sind so Verhaltensmuster, die man halbwegs beibehält. Vor allem, wenn man im Laufe der Zeit eher besser kocht als früher. 😉

Zugegeben: Ganz mein Tiefstgewicht hab ich nicht mehr, aber eine Momentaufnahme hat bei mir wenig Sinn. Ich schätze, einige von Euch bemühen sich, hier und da 2 kg abzunehmen – was im Falle normalgewichtiger Menschen auch extrem hart sein kann. Ich, ähm, also, wie soll ich sagen … das ist weniger als die tägliche Schwankungsbreite bei mir. 🙂

Und obwohl ich gerade eine besser nicht zu beziffernde Menge Eintopf gegessen hab und jetzt dabei bin, ein ziemlich kontraproduktives Bier zu trinken, bin ich so motiviert, dass ich das jetzt schon poste, bevor ich erste Erfolge vorweisen kann. Im April möchte ich spätestens die 140 hinter (über) mir lassen. Das wären schon einmal 8 weniger als jetzt. Und außerdem ein 10-Jahres-Tief oder so. Zumindest haben seit meinem Auszug aus dem Elternhaus alle Waagen Fehlermeldungen angezeigt, sobald ich ihnen zu nahe gekommen bin. Und die ein oder andere behauptete, 140 kg anzeigen zu können.

Ähnlich motiviert bin ich eigentlich ja beim Arbeiten gerade. Das läuft auch seit Monatsanfang wieder gut, aber heute hat mir der Motor meines Taxis einen Strich durch die Rechnung gemacht. Egal, kommt vor.

Wie das mit dem Gewicht übrigens auch. Ja, ich bin da gerade motiviert. Und ja, ich bin das auch in erster Linie „einfach so“, „aus Spaß“, „für mich“. Aber wir reden hier auch von einer Liga leicht über „mir passt Größe xy nicht mehr“. Worauf ich von oben herab ziele, ist der Horror für die meisten Menschen: 20 kg Übergewicht, überhaupt mal eine Hemdengröße mit normaler Schreibweise tragen können …

Sicher: Übergewicht ist schlimm. Was mir meines gesundheitlich an Spätfolgen liefern wird: Ich will’s nicht wissen! Aus Gründen.
Aber ebenso aus Gründen bin ich nicht unfroh, da nicht ganz ins Mittelmaß gefallen zu sein. Und zwar aus folgenden:

  1. Ich wäre heute nicht der Mensch, der ich bin. Natürlich hat das viel mit Angst, Scham und vielen anderen negativen Gefühlen in meiner Vergangenheit zu tun, aber ich bin sicher, dass mir das letztlich dabei geholfen hat, kein sinnlos oberflächlicher Mensch zu werden.
  2. Auch wenn es anfangs (Ich sag nur Pubertät und so …) schwer war: Ich habe im Laufe der Zeit einen Lebensbereich gewonnen, der mir überhaupt keine Sorgen mehr macht. Bei allen Schwierigkeiten wie z.B. der Klamottensuche kann ich immerhin inzwischen sorglos an Diät-Ratgebern, Werbung, Beauty-Tipps und all dem Schrott vorbeigehen, weil das eine Parallelwelt ist, die für mich weiter weg liegt als die Galaxien im Hubble Ultra Deep Field.

Aber das soll jetzt ja alles mal keine Rolle spielen. Alles was ich eigentlich sagen wollte: In Zukunft gibt es nur noch weniger von mir. Zumindest was die Masse angeht. Laut Einstein und diversen Sportmedizinern könnte das immerhin positive Auswirkungen auf meine Maximalgeschwindigkeit haben. Und wenn das nichts ist, dann weiß ich auch nicht …

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