Küchentischdialoge

Sonntag Abend, 19.35 Uhr. Das Spätzle macht Hausaufgaben. Es gibt noch ein paar Bilder zu Matheaufgaben einzufärben.

„Guck mal Papa, ich bin schon bei der dritten Reihe.“
„Sehe ich. Schön.“
„Papa, ich bin froh, dass bei uns unten im Haus nicht so viele brennbare Materialien gelagert sind.“
„Äh … ja, wie kommst Du drauf?“
„Ach, ich finde das einfach schön. Guck mal, hier sind die alle blau, die ich gemalt habe …“

OK.

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Regenlösung?

Manchmal weiß man ja nicht, ob man lachen oder weinen soll. Traurigerweise trifft das für Mieter sehr oft auf Ideen zu, die Vermieter so haben. Ich frage mich manchmal echt, ob denn eigentlich alles stimmen muss, was ich mir in teilweise brachialem Unwissen als radikal Linker in meiner Jugend so herbeifabuliert habe. Ich meine, es ist doch unlogisch, dass Leute zu Vollidioten werden, sobald sie ein paar Euro übrig haben und diese in Immobilien investieren. Denn selbst wenn man mal anerkennt, dass sie das machen, um Geld zu verdienen, sehe ich echt nicht, dass abgesehen von so ein paar Entscheidungen wie Mieterhöhungen, für die Vermieter die Interessenlage immer der der Mieter entgegenstehen muss.

In unserem konkreten Fall geht es natürlich um die Sache mit dem Rasenmäherraum, der mit Wasser vollläuft.

Natürlich ist das im ersten Moment nicht so dringend für die Vermieter, aber im Grunde geht es ja darum, dass ihnen ein Teil des Hauses wegbröckelt. Sie können es ja nicht einmal uns anlasten, es ist einfach nicht sinnvoll, sich da jahrelang nicht zu kümmern.

Aber jetzt …

Es sind tatsächlich Handwerker aufgetaucht und haben sich der Sache angenommen. Sie waren auch nach der ersten Inaugenscheinnahme recht entsetzt über den Stand der Dinge, denn wir erinnern uns: Da laufen an jedem guten Regentag dutzende Liter Wasser unkontrolliert direkt am Stromkasten vorbei und von den Rigipswänden, die das Schauspiel zum Nachbarraum – den wir übrigens nutzen – abtrennen, ist eine schon komplett durchgeschimmelt und wirklich buchstäblich zerbröckelt.

Da das Wasser physikalisch korrekt von oben kommt, wäre die eigentliche Lösung natürlich eine ordentliche Abdichtung der Decke, was zugleich der Terassenboden unseres Nachbarn ist. Das aber ist jetzt im Winter natürlich völlig undenkbar. Aber da sie schon mal da waren und bezahlt wurden, haben sie jetzt unsere Eimerkonstruktion professionalisiert. Quasi.

Ja, jetzt darf das Wasser „kontrolliert“ abfließen. Das erspart uns das Eimerleeren und ist so gesehen wirklich nicht nichts … aber:

Jetzt hängt ein Abwasserrohr quasi mittig in der ohnehin winzigen Tür und dürfte den Rasenmäher im Raum bis auf weiteres gefangenhalten. Darüber hinaus endet dieses Rohr in einem Plastikschlauch, der einfach mal quer über unsere Terasse gelegt wurde und es ist jetzt natürlich an uns, den Kindern zu erklären, dass sie damit nicht spielen dürfen. Und bevor mich jemand kleinlich nennt: Diese Lösung hat länger gedauert als wir hier wohnen, ich hab also gute Gründe davon auszugehen, dass das nicht mit den ersten Sonnenstrahlen im kommenden Frühling dann gänzlich gerichtet wird.

Selbst unser Nachbar – als Ex-Polizist nicht unbedingt verdächtig, revolutionäre Phrasen zu dreschen – sieht als wahrscheinlichstes Szenario inzwischen, dass das Haus hier eigentlich eine Belastung für die Vermieter ist und die es gerne verfallen lassen um dann in naher Zukunft an der Stelle neu bauen zu können. Ist das nicht alles großartig?

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Friedlicher Morgen

Die Kinder waren heute vergleichsweise gut ausgelastet. Haben Sie am Ende doch recht und bräuchten nur einfach jeden Morgen Geschenke und Süßigkeiten?

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15 Jahre anders gut

Heute vor 15 Jahren war der erste Tag seit meiner Geburt, an dem ich nicht zu meiner Mutter gehen und sie auch nicht anrufen konnte. Weil sie tot war.

Ich bin jetzt 43, entsprechend hat mich das Schicksal zu einer Zeit ereilt, in der ich zwar einerseits nicht mehr auf sie angewiesen war, andererseits aber auch nicht behaupten kann, sie sowieso nicht so richtig kennengelernt zu haben. Ich schreibe das so absurd um zu zeigen, dass es eigentlich egal ist, in welcher Phase seines Lebens man steckt: Natürlich ist das schlimm. Ich maße mir nicht an zu sortieren, wann man seine Eltern am besten verlieren sollte, am Besten natürlich nie (wobei das fürs eigene Leben auch nicht gerade die besten Implikationen hat).

Ich glaube, ich kann heute sagen, dass das alles gut ist. Ich hab sicher viele Probleme, aber der frühe Tod meiner Mutter ist heute keines mehr davon. Das ist Teil meiner Geschichte wie die Unterstufe im Gymnasium, die erste Übernachtung bei Freunden oder das Blockieren einer Nazi-Demo in Schwäbisch Hall: Es ist eine Weile her, man kann durchaus emotional darüber reden, aber kein Gespräch darüber ändert was daran, was ich meinen Kindern morgen zum Frühstück mache und wie ich mich dabei fühle.

Vor 5 Jahren war das noch ein bisschen anders.

Gar nicht mal so sehr, weil der Alltag da noch viel Trauer für mich bereitgehalten hat, sondern weil da das Spätzle noch klein war und ich ganz ganz viele dieser Momente hatte, bei denen ich mir gewünscht hätte, dass meine Mutter sie noch erleben könnte. Das nutzt sich aber auch ab, wenn man zwei Kinder hat und jedes jeden Tag irgendwas neues lernt.

Trauer ist natürlich was höchst individuelles. Ich z.B. hab damals hunderte Kilometer von meiner Mutter entfernt gewohnt und wusste, dass sie ab 12 Uhr mittags betrunken ist. Das hat mich natürlich schon zu Lebzeiten nicht gerade verleitet, meine Mutter ständig um Hilfe zu bitten, mir hat ihre Anwesenheit im Alltag schon lange nicht mehr gefehlt als sie verstorben ist. Das ist bei vielen Menschen natürlich anders.

Was ich an dieser Stelle weitergeben wollte, war etwas, das mir vermutlich Sophie vor sicher schon 10 Jahren mal irgendwoher zitiert hatte bezüglich des Todes von nahen Menschen:

„Natürlich wird es nie wieder wie vorher, aber es wird anders gut.“

Das ist für absolut jedeN BetroffeneN im ersten Moment ein Scheiß-Satz und das ist auch ok. Sollte es vielleicht sogar sein. Aber ich glaube, auf lange Zeit stimmt das. Klar, man hat andere Probleme, vielleicht braucht es länger als einem lieb ist aber irgendwann kann wohl jeder mal sagen, dass es jetzt auch gut ist. Nicht abwertend oder im Sinne von „es war besser so“, sondern dass es jetzt ok für einen selbst ist, dass es damals so gelaufen ist.

Ich jedenfalls bin an dem Punkt. Im Alltag schon eine Weile, inzwischen aber auch in sehr emotionalen Momenten, es ist einfach gut. Vielleicht findet sich ja irgendjemand, den diese Aussicht trösten kann, dann wäre das alles sogar noch besser.

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Kindergeburtstag und Familienende

Es gibt eine Menge Meilensteine im Leben eines kleinen Kindes und heute hat das Spätzle dann den ersten Kindergeburtstag eines Klassenkameraden abgehakt. Das ist schon grundsätzlich toll, weil halt fett Action, aber wir haben auch ein bisschen extra ein Auge drauf beim Spätzle, weil es halt im Gegensatz zum intellektuellen Wissen sozial manchmal noch ein bisschen hakt. In der Schule fallen unterschiedliche Interessen halt immer mehr auf.
Aber die Klassenlehrerin hatte nicht zu viel versprochen: Ja, er ist insgesamt beliebt und so war er eben auch heute bei einer größeren Runde eingeladen, mit Schatzsuche und Lagerfeuer; alles was ein Sechsjähriger sich so wünschen kann. Und ganz offensichtlich war es schön und unsere Freude darüber ist wirklich groß.

*Vorspulgeräusch*

Heimweg. Ein Dialog der Extraklasse:

„Papa, wenn ich groß bin, werde ich Spieleentwickler und heirate nicht.“
„OK.“
„Dann hab ich endlich das Ende der Familie erreicht.“
„…“
„Irgendwann muss diese Familie ja mal enden!“

Ich denke, ich brauche nicht tiefgreifend erörtern, wie verstörend das ist – noch dazu von einem Sechsjährigen. Aber bevor irgendwelche PsychologInnen empfohlen werden: Die Aussage war mitnichten von Hass auf die Familie getrieben, geschweige denn irgendwie depressiv. Er hat mir das gleich im Anschluss erklärt. Er meinte, die Familie müsse ja enden aus physikalischen Gründen. Wenn alle Kinder irgendwann Babys bekommen und diese ebenso, dann wäre ja die ganze Welt voller Babys. Und während das vielleicht insgesamt nicht gerade ein übliches Gesprächthema für Sechsjährige zu sein scheint: Im Rahmen seiner Möglichkeiten hat er da eigentlich einen ganz plausiblen Schluss gezogen. Und die Sache mit dem leicht hakeligen Sozialen hatten wir ja vorher schon …

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Probleme

Manchmal haut das Spätzle Sätze raus, die einfach so komplett druckreif sind, dass ich schon den ein oder anderen Skeptiker erwarte, der mir erzählt, dass das ja SO nie passiert sein könne. Das darf sich natürlich jeder denken, das ist für mich ok. Aber die meisten hier lesen seit 10 Jahren mit und glauben mir hoffentlich.

Also, folgenden Dialog hab ich auch schon auf Mastodon gepostet, aber eigentlich ist er hier besser aufgehoben:

Letzten Sonntag, morgens um 7.30 Uhr. Ich hab mich aus dem Bett geschält und betrete das Wohnzimmer. Ich bin wie immer als letzter aufgestanden. Das Spätzle sitzt vor dem Tablet und spielt – dem Gameplay angemessen hektisch – ein Sonic-Spiel.

Ich: „Hey, guten Morgen! Na, hast Du Spaß?“
Er: „SPASS? ICH HAB PROBLEME!“

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43

Vielleicht ist die 42 doch nicht die Antwort auf die Frage nach dem Universum und dem ganzen Rest. Also ich zumindest hab das mit der 42 jetzt hinter mir und ich kann nicht sagen, dass das irgendwie besonders gut war.

Ich möchte das vergangene Jahr nicht schlechtreden, gerade die Kids waren – auf ihre Art – unfassbar toll, aber ich kann nicht gerade behaupten, dass ich das so insgesamt als Experience wiederholen möchte, was vor allem gesundheitliche Gründe hat. Aber glücklicherweise bin ich ja auch noch nicht in einem Alter, in dem ich die Hoffnung schon aufgeben müsste. 😉

Naja, jetzt die 43. Gefeiert wird nicht, außer vielleicht mit ein paar Süßigkeiten und einem Fernsehabend. Punk ist vielleicht nicht tot, aber er röchelt schon ganz schön. Die Sache mit den Vorsätzen, dem Fazit etc. pp. wollte ich mir aber eigentlich wieder bis zum Jahresende aufheben.

Ich glaube, ich gehe mir jetzt eine Tomatensuppe machen. Um mal was zu sagen, was ich seit 25 Jahren gerne sage. Fuck, war ich damals jung.

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