Tot, töter, das Blog?

Autsch, das kann ich mir ja gar nicht verkneifen!

Ich gehöre ja zu den Menschen, die es bevorzugen, der Blog zu sagen. Gar nicht mal immer, aber eben meistens. Da kriegt man regelmäßig zu hören, wie falsch das alles sei und immer wieder gesagt, dass es ja völlig logischerweise das Blog heißen muss. Schon alleine, weil es nunmal das Log heißt und Blog sich von Web-Log herleitet. Ungeachtet der Tatsache, dass Blog längst ein eigenes Wort ist und das die maskuline Form immer schon eine Nebenform war. Sei es drum. Ich selbst verwende auch hier und da das Neutrum und meine schlaflosen Nächte haben definitiv andere Ursachen als das deutsche Geschlecht eines nicht deutschen Wortes.

Ein bisschen gefreut habe ich mich dennoch über den Artikel Das Blog ist tot, es lebe der Blog im Sprachlog.

Es ist schon ganz gut, dass ich nicht bestimme, was in der Sprache richtig ist oder falsch. Und es ist gut, dass es keiner derjenigen tut, die lächerliche Vereine gegen Anglizismen gründen oder den Duden für eine Erweiterung des Grundgesetzes halten. Nein, was in einer Sprache richtig oder falsch ist, das bestimmen letztlich die Sprecher und Schreiber. Wer sich darüber wirklich ärgern kann, der sollte konsequent ein Tagebuch schreiben und kein(en) Blog. Vielleicht im Zwischennetz oder so.

Ich wundere mich auch hier und da, ja manche Formulierungen verwende auch ich nicht. Muss ich ja auch nicht. Auch dafür kann man ja einen eigenen Blog führen 😉

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Auf großem Fuße (Fortsetzung)

Da derletzt beim Schuh-Foto die Frage aufgeworfen wurde, wie es sich mit Ozies Schuhwerk verhält, sei es hier noch einmal neben meinem fotografisch wiedergegeben:

Bigfoot-Beweisfoto Nr. 14432b Quelle: Sash

Bigfoot-Beweisfoto Nr. 14432b Quelle: Sash

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Gurkensalat

Wenn es etwas gibt, wovon dieser Text nicht handelt, dann ist es Gurkensalat. Und bei Artikeln über dies und das ist es eine bequeme Möglichkeit, die Überschrift von ganz woanders herzunehmen und dutzende Leser mit der Frage alleine zu lassen, was der Künstler uns damit sagen will.

Aber ein bisschen passt Gurkensalat dann ja doch. Die Situation gerade ist sowohl erschreckend grün, als auch ein bisschen matschig, letztlich aber doch wohlschmeckend.

Rekapitulieren wir: Wir hatten eine Woche Besuch, der sehr angenehm war und bei dem sich doch die ein oder andere Panne eingeschlichen hat. Dass ein Laptop verschwunden ist, war die bitterste Geschichte, anbei allerdings auch noch das obligatorische Handykabel und eine Sonnenbrille, die natürlich ausgerechnet in diesen Tagen tatsächlich mal sinnvoll gewesen wäre.
Darüber hinaus hat sich der Berliner Nahverkehr von seiner besten Seite gezeigt und unseren Besuch hier und da auf die Probe gestellt. Um dem ganzen einen runden Abschluss zu geben, haben wir den letzten Bock allerdings selbst geschossen 🙁

Ozie hat zahlreiche Routen von hier nach dort und dort nach hier und wieder dort für die Reisegesellschaft ausgedruckt und just bei der vielleicht wichtigsten nicht ganz aufgepasst. So wussten alle bestens über alle Gefahren und Aufzüge auf der Strecke Richtung Tegel Bescheid, dummerweise führte die ausgedruckte Route nicht zum TXL, sondern direkt zum U-Bahnhof…

Ein dickes dickes Sorry für die daraus erwachsene Verschmandung von uns!!!

Die Krönung indes war: Ausgerechnet zu dieser Zeit hat unser Telefon den Geist aufgegeben. Schwupps – Ende! Das Gerät hat seinen Tod verdient gehabt, langjährige Freunde wissen, dass es zu WG-Zeiten überbeansprucht wurde. Es verschwand für Monate in Schränken, wurde unerbittlich leertelefoniert, vermoderte in ziemlich ekligen Schreibtischschubladen und der Höhepunkt war zweifelsohne das Bad in Whiskey-Cola, das es bei einer Party ertragen musste. Die letzten Jahre waren hart, das Display tat nicht mehr und die Akkus wollten mit der Station auch nur noch bedingt funktionieren. Wir denken noch über eine würdige Bestattungsform nach.

Festgestellt habe ich das, als ich einen Journalisten vom Tagesspiegel zurückrufen wollte, der ein Portrait von mir plant. Gut, das war schnell via Handy geklärt, danach schwangen wir uns aber unplanmäßig aus dem Haus, weil wir ein neues Telefon besorgen wollten. Natürlich ohne ein Handy mitzunehmen. So entging uns die panische SMS, die uns von unserem Fauxpas bei der Reiseplanung berichten sollte und vielleicht auch zur Lösungsfindung gedacht war. Ich habe sie dann zufällig Nachts um 0.30 Uhr gelesen, als das Handy seinerseits nach Strom schrie.

Ich hoffe, dass das alles noch geklappt hat – ich vermute, dass ein Kollege von mir die Sache gegen ein Entgeld von rund 10 € ins Reine bringen konnte. Woher dieses Pech kam, weiss ich nicht. Ich hoffe, die Woche bleibt doch letztlich in guter Erinnerung!

Mir bleibt nun noch ein freier Tag und dann geht alles wieder seinen gewohnten Gang. Hoffe ich mal.

So, und jetzt hab ich irgendwie Lust auf Gurkensalat. Na große Klasse!

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Schluss mit lustig!

Übereinstimmendes Merkmal von Besuch aller Art ist, dass er irgendwann wieder geht. In meiner langjährigen WG-Geschichte habe ich gelernt, dass der Zeitraum zwar durchaus zwischen ein paar Minuten und zwei Jahren schwanken kann, aber letztlich bleibt es dabei: Irgendwann gehen sie alle!

Im Falle meines sehr guten Freundes Alex, der mitsamt importierter Schauspielertruppe (und einem angehenden Psychiater!) nun seit rund einer Woche unsere Wohnung bevölkert hat, fällt der Abschied einmal mehr schwer.

Im Laufe des Tages und nach einem letzten Termin wird die Karawane weiterziehen und die Wohnung wieder Ozie und mir gehören. Das hat zweifelsohne auch positive Seiten, insbesondere meine Leber wird es der Geschichte danken. Aber ein Fünkchen Wehmut bleibt, wenn ich an die leider viel zu kurzen Abende hier denke, an unsere Alühn-Zockerei, an neue Musik, an witzige Filmchen und vor allem an die Gespräche auf Augenhöhe und viele Eindrücke aus einem anderen Land.

Multikulturelle Verschmandung deluxe, Quelle: Sash

In diesem Sinne sollte ich vielleicht ein paar Worte über Freundschaft verlieren. Freundschaft ist nicht zwingend, irgendwelche Likes auf Facebook zu verteilen und auch nicht, sich möglichst alle paar Stunden zu sehen! Freundschaft ist in meinen Augen dann eine solche, wenn man sich nach mehreren Jahren treffen kann, und obwohl das Leben einen in unterschiedliche Bereiche, Beziehungen oder gar Staaten verschlagen hat, und dennoch alles ein Bisschen ist wie früher. Wenn man miteinander reden, vielleicht sogar streiten, philosophieren und diskutieren kann. Wenn man Werte teilt und Einstellungen, Gepflogenheiten und Humor.

Ein Freund kann ein, zwei, drei oder auch sechs Leute mitbringen in meine Wohnung, und ich weiss, dass das ok ist. Für Einsiedler wie mich ist das ein wichtiger Punkt, aber die, die ich Freunde nenne, haben mich dabei noch nie enttäuscht und ich hatte immer Spaß mit meinem Besuch, ob ich sie nun bereits vorher kannte oder nicht.

Ich habe nicht viele wirkliche Freunde, aber diejenigen, die ich so nenne, sind der Grund, weswegen ich eine 5-Zimmer-Wohnung mit meiner Freundin alleine bewohne: Um gegebenenfalls Platz für sie zu haben. Und für deren Freunde. Selbstverständlich.

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An die Angsthasen

Dass ihr das nicht lesen werdet, ist leider zu befürchten. Das hier ist nicht der Leitartikel der FAZ und nicht einmal eine Verbalentgleisung eines grenzdebilen Dampfplauderers auf Seite 2 von Deutschlands meistgehasstem Klopapier. Es ist nur ein Blogeintrag. Damit ist ja auch schon alles gesagt.

Euren Einsprüchen gegen fast mein gesamtes Leben und den weltweit größten Kulturbetrieb aller Zeiten ist in der Regel gemein, dass sie über „das Internet“ berichten und beginnen, zwar eine Grenzlinie zwischen euch und denen zu ziehen, die eine Maus bedienen können, dabei aber wahllos alle halbwegs plausiblen Unterschiede zwischen Schülern, Künstlern, Kleinkriminellen und Terroristen plattbügeln, um die vermeintliche Gefahr des weltweiten Netzes begründen zu können.

Da die menschliche Bandbreite an verachtenswerten Taten vom an sich harmlosen Beleidigen bis zum gezielten Einsatz von Massenvernichtungswaffen reicht, ist das was ihr Internet nennt, sicher nicht fehler-, kriminalitäts- oder gewaltfrei. Anstatt zu akzeptieren, dass es sich bei der Vernetzung der Menschen – hinweg über Nationen, Kontinente, Geschlechter, Stände und Systeme – letztlich nur um ein Spiegelbild und zugleich eine Fortführung der Gesellschaft(en) handelt, die ihr nun besser findet als „das Netz“, propagiert ihr wie letztlich alle vor euch, die noch gegen eure liebgewonnenen Spielzeuge (Handy, Fernsehen, Postkarte etc…) gekämpft haben, dass ausgerechnet dieses seltsame Internet jetzt der Untergang unserer Werte und Kultur oder wenigstens eurer Nachtruhe ist.

Diese Untergänge haben wir seit der Erfindung des Buchdrucks also regelmäßig und euer viel geliebtes und hoch gelobtes Leben im Deutschland eurer Träume wäre nie möglich gewesen ohne den anhaltenden Fortschritt.

Schon jetzt ist zu erkennen, dass das, wogegen ihr euch strebt, den nachfolgenden Generationen ein vielfach besseres Leben ermöglichen wird. Und wenn ihr mal ehrlich seid: So lange auch die DAX-Konzerne dabei mitverdienen, ist euch das doch im Prinzip auch Recht.

Wie viele Untersuchungen gab es eigentlich zur Frage, ob die französische Revolution durch ein fortschrittliches Postsystem begünstigt wurde oder worden wäre? Und trotz der erschreckenden Erfahrungen mit dem Nationalsozialismus konnte sich das Radio letztlich durchsetzen, obwohl es garantiert in wesentlich gröberem Umfang zum Niedergang eines ganzen Kontinents beigetragen hat, als jedes andere Medium bisher.

Ist euch denn völlig entgangen, inwiefern das Internet zur Vereinfachung des Lebens beigetragen hat? Wie sehr es den Wissenschafts- und Kulturbetrieb bereichert und beschleunigt hat? Wie sehr es die Wirtschaft in jeder Sekunde fördert, wie sehr es Menschen hilft, in Kontakt zu bleiben, Kontakt zu finden?

Euer Problem ist nicht das Internet. Ihr habt Angst vor den Menschen. Als Notbehelf, um diese Argumentation zu entkräften, erfindet ihr die Web-2.0-Generation, die wenn nicht pädophil und terroristisch, dann doch wenigstens dumm, fett und gewaltbereit diesen ominösen virtuellen Raum bevölkert. Dieser Raum lässt sich in eurer Vorstellung dann einfach abschließen, der Schlüssel wird weggeworfen und das Problem ist erledigt. Das kann nicht funktionieren, weil die Menschen aus genau derselben Welt stammen wie ihr. „Das Internet“ ist keine große Sammlung von Freaks und Psychopathen, sondern in weit größerem Maße die Welt der Chefs und Politiker von morgen.

Stoppschilder gegen Sexualstraftäter, Twitter-Shutdown gegen Krawalle, Vorratsspeicherung gegen Terroristen und Facebook-Verbote gegen Datenmissbrauch! Wenn die Welt so einfach wäre, wie ihr sie in eurem Unwissen verkaufen wollt, dann würden wir doch längst den Frieden auf Erden haben. Wir könnten Zäune in Fußgängerzonen stellen, die Telefone verbieten, überall Kameras in die Wohnungen der Menschen hängen und die deutsche Post zerschlagen. Ist das die Welt, wie ihr sie euch vorstellt? Ich glaube nicht, aber das ist das, was ihr meiner Ansicht nach und der Ansicht vieler Millionen Menschen nach vorschlagt.

Ist es nicht eigentlich die pure Unwissenheit, die euch treibt?

Wer von euch hat schon einmal mit einem Blogeintrag mehr bewegt als mit einem Leserbrief an den Spiegel? Wer von euch hat mal einen alten Schulfreund via Facebook wiedergefunden, wie viele geschäftliche Kontakte habt ihr bei Google+ schon geknüpft? Wer hat seine Urlaubsbilder bei Picasa mal auch den Leuten zeigen können, die für einen Dia-Abend zu beschäftigt waren? Wer von euch hat seine Freunde mal via Twitter schnell und problemlos zu einem Feierabend-Umtrunk eingeladen? Wer von euch hat schonmal mit seiner eigenen Homepage ein Bewerbungsgespräch vermittelt bekommen? Wer von euch hat schon einmal eine wissenschaftliche Arbeit mit frei verfügbaren Quellen aus dem Internet verfeinert oder Aufnahmen der alten Schulband irgendwo bei myspace wiedergefunden, die als verschollen galten?

Jede Wette, dass ich alleine auf meine persönliche Positivliste mehr Punkte setzen kann, als euch überhaupt Terroranschläge einfallen, die seit der Erfindung des Computers verübt wurden!

Ich finde es unangemessen, auf Probleme mit schönen Utopien voller Blümchen und niedlicher Tierchen zu antworten. Der Grund, warum ich es in gewisser Weise hiermit tue, ist der: Das Internt IST eben das eine wie das andere! Es ist ein so heterogener Raum, eine so große Vielfalt, dass es ohnehin Schwachsinn ist, es immer mit einem Wort zusammenzufassen.

Wenn ihr wirklich der Meinung seid, das Telefon gehöre abgeschafft wegen der vielen obszönen Anrufe, die man damit tätigen kann: OK, dann seid ihr einfach Idioten! Wenn ihr aber tatsächlich Angst habt, dann kann ich nur raten, es mal auszuprobieren. Irgendwann stellt man nämlich fest, dass es neben bild.de und isharegossip.com noch ein kleines bisschen weitergeht im Internet. Oder würdet ihr wirklich auch Deutschland abreissen, nur weil hier in Berlin-Marzahn ein paar hässliche Plattenbauten stehen?

(Liebe Stammleser: Ich weiss, euch langweile ich vielleicht damit. Aber falls ihr mir wenigstens zustimmt, dann verbreitet den Text irgendwo, man muss es einfach immer mal wieder sagen!)

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Auf großem Fuße leben... Quelle: Ozie

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Urlaub und Stress

Während ich mich über meine Freizeit gerade gar nicht beschweren kann, gestaltet sich der Urlaub meines Freundes Alex hier mehr als nur beschwerlich. Wir malträtieren ihn zwar nicht mit Wortwitzen, die ihn und einen bekannten Platz in Berlin zum Thema haben, aber unter dem Verlust seines Laptops und der ein oder anderen damit zusammenhängenden Verwurstung und Verschmandung gestaltet sich sein Urlaub gerade alles andere als entspannt und steht im Begriff, eventuell vorzeitig zu enden. Eine derartige Verkettung negativer Umstände hab ich nicht mehr gesehen, seit ich nach Final Destination 4 relativ enttäuscht den Player geschlossen habe.

Alles weitere erfüllt jeden Tatbestand, der mit dem Wort „dufte“ bestraft werden würde, wären die 80er noch modern. Aber vielleicht kommt das ja wieder.

Mein kürzlich zusammengepfriemelter PC verkraftet es tadellos, dass er dank nunmehr rarer Alternativen von mehreren Personen genutzt wird und Alühn 2 ächzt unter unserer Intelligenz und wird langsam aber sicher durchgespielt. Ganz im Sinne der ersten jemals von Statten gehenden Sessions im Jahre 2004 oder 2005 sind wir auch jetzt dabei, uns über die neuesten Skurrilitäten des Netzes und der Musikwelt auszutauschen, was hier und da für enorme Erheiterung sorgt.

Arül – weil muss!

Ansonsten dominieren leckeres Essen und naturdichte Mitbewohner derzeit meine Erlebniswelt und trotz einer ansatzweise vorhandenen Misanthropie finde ich das gerade recht angenehm.

Und wer in Berlin einen Laptop im Bus gefunden hat, sollte sich bitte ganz schnell melden!

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