Sash: „Ich hab als Kind auch mal versucht, das Flaggen-Alphabet auswendig zu lernen.“
Ozie: „Wie weit biste gekommen?“
Sash: „Ich hatte ja nicht mal ’ne Flagge…“
Sash: „Ich hab als Kind auch mal versucht, das Flaggen-Alphabet auswendig zu lernen.“
Ozie: „Wie weit biste gekommen?“
Sash: „Ich hatte ja nicht mal ’ne Flagge…“
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Nachdem ich immer noch nicht gesund bin, bin ich heute mal zu meinem Arzt gedackelt – worauf ich im Normalfall gerne verzichte. Aber so ganz ohne Geld lebt es sich dann eben doch recht schlecht, und irgendwann muss einfach eine Krankschreibung her. Meine Chefs werden es hoffentlich verstehen.
Dafür, dass ich nach eigener Einschätzung aber schon lange über den Berg bin und vielleicht noch 2 Tage zum völligen Auskurieren brauchen werde, war ich dann doch recht überrascht, als der Arzt bezüglich der Krankschreibung meinte:
„Und wie lange sollen wir machen? 23.? 24.?“
Nee, nee, also irgendwann in näherer Zukunft wollte ich ja schon wieder arbeiten! Naja, also haben wir uns auf Freitag geeinigt. Das ist wahrscheinlich ein guter Kompromiss. Wenngleich krank sein immer noch eine ziemlich unnütze Erfindung ist. Zumindest meiner Meinung nach.
Abgesehen von der Langeweile für euch Blogleser ergibt sich daraus aber nichts weiteres. Ich bin vielleicht ein wenig niedergeschlagen, verrotzt und etwas debiler im Hirn als sonst – aber abgesehen davon sollte ich mich eigentlich nicht beschweren. Es scheint sich zu bestätigen, dass ich bei Krankheiten immer etwas weniger abbekomme als Ozie.
Meine Meinung dazu schreibe ich nicht, damit sich dieses Verhältnis nicht verletzungsbedingt ändert 😉
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Via bildblog bin ich auf den Artikel von raul.de gestoßen.
Raúl ist gestern im Wedding von zwei Jugendlichen Kindern sein iPhone geklaut worden. Oder besser: Entwendet. Eine Chance, die Situation zu seinen Gunsten zu ändern hatte er nicht, denn Raúl ist als Rollstuhlfahrer nicht gerade so flott gewesen wie seine beiden Gegner.
Ich schreibe darüber, weil ich es für eine gute Idee halte, die offenbar von seinen Freunden inszenierte Spendenaktion für ein neues Handy zu beachten und vielleicht wenigstens via Flattr ein paar Cent dazu beizutragen, dass er bald wieder unterwegs online gehen kann.
Ich weiss, solche Dinge passieren viel zu oft und Raúl ist sicher nicht das einzige oder am schlimmsten betroffene Opfer solcher Akte. Was ihn als Empfänger kleiner Hilfen in dem Fall so überdenkenswert macht, ist auch sicher nicht die Tatsache, dass er eine Behinderung hat. Er engagiert sich viel sozial und zudem finde ich es auch einfach genial, wie scheinbar unaufgeregt er das in seinem Blog reflektiert und (was ich für falsch halte) wie er sogar darüber sinniert, ob es nicht auch irgendwie Gleichberechtigung ist, wenn er als Behinderter jetzt auch bei Raubüberfällen nicht ausgenommen wird.
Da war ich wesentlich ungestümer, als ich von ein paar Idioten um Handy und Cam erleichtert wurde – und ich kann mir vorstellen, dass Raúl mit seinem Handy sicher mehr anfangen kann als ich mit meiner Cam.
Im Übrigen bin ich auch kein Apple-Freund, aber ich finde, in so einem Moment sollten Geschmacksverirrungen kein Grund fürs Nicht-Helfen sein. Also wenn ihr nicht wisst, wohin mit eurem Flattr-Guthaben: Raúl wird sich sicher freuen!
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Na das passt ja wie die Faust aufs Auge: Kaum zieht mal wieder eine Auswahl deutscher Männer testosteronstrotzend im Kampf gegen andere Nationen durch fremde Kontinente, wird das an der Heimatfront gleich mit den Nazis verglichen.
Seien wir für einen Moment ehrlich: Natürlich KANN man den obigen Satz so stehen und wirken lassen. Ob man das jedoch faire Berichterstattung über die Fußball-WM nennen kann, darf bezweifelt werden.
Was ist passiert?
Katrin Müller-Hohenstein hat während der Halbzeit-Berichtserstattung des ersten WM-Spiels mit deutscher Beteiligung über das zweite Tor gesagt:
„Und für Misoslav Klose ein innerer Reichsparteitag, jetzt mal ganz im Ernst. Das er heute hier trifft!“
Und nun ist er da, der Nazi-Skandal. Super.
Ganz im Ernst: Ich finde es bekloppt!
Die meisten dürften inzwischen wissen, dass ich bei rechter Präsenz gerne eine linksradikale Spaßbremse bin. Ich attestiere mir gerne die völlige Befreiung von Nationalstolz, ein wachsames Gehör bei rechten Tendenzen und Lust auf Diskussionen darüber. Und noch viel schlimmer: Ich hoffe meist, dass eine andere Mannschaft als die Deutsche gewinnt, weil es oftmals wesentlich sympathischere oder engagiertere gegnerische Mannschaften gibt, denen ich einen Sieg gönne. Von der gelegentlichen Befriedigung, noch nicht völlig Mainstream zu sein, mal ganz abgesehen.
Aber aufzuspringen wegen dieser Bezeichnung? Würde mir nicht einfallen.
Denn es ist – so unbekannt sie einem im Einzelnen sein mag – eine Redensart. Klar, die geschichtlichen Hintergründe waren unschön, und wenn es hier tatsächlich um Nazi-Propaganda gehen würde, wäre meine Meinung eine andere. Aber Redensarten haben ihren Ursprung oftmals in den dunklen Zeiten der Geschichte. Und in Anbetracht der Tatsache, dass das „Dritte Reich“ von einigen Leuten da draussen noch live erlebt wurde, also noch nicht ewig her ist, ist es wenig verwunderlich, dass sich sprachliche Artefakte noch weit verbreitet wiederfinden.
Mir persönlich würde es zwar nie in den Sinn kommen, diese Redewendung zu benutzen, aber unbekannt war sie mir deswegen nicht. Ich selbst hab sie soweit ich weiss, hauptsächlich von meiner Mutter gekannt, aber alleine die Tatsache, dass sie innerhalb der Familie bereit war, die Arbeit ihrer Kinder in der Antifa mit den Worten „Ist doch gut, dass mal jemand was macht gegen Nazis“ zu verteidigen, sollte Beweis genug sein, dass nicht nur harte Rechtsaußen-Schaumschläger sich dieser Wortwahl bedienen.
Ganz ehrlich: Vielleicht wäre es angenehmer, wenn man Alternativausdrücke verwenden würde. Aber Sprache funktioniert nicht mit Verboten. Ebensowenig wie politische Überzeugung.
Ich bin auch nicht immun gegen „political correctness“, aber ich finde insbesondere im sprachlichen Bereich sollte man sich nicht irgendwelchen Tabus unterordnen. Ich denke, es schadet der Sprache und ihrer so verdammt spannenden Fortentwicklung. Es ist doch traurig, nun zu sehen, dass hunderte Blogger in teilweise wahrscheinlich absurder Wortklauberei nach der bösen Intention der Frau Müller-Hohenstein suchen, und dabei völlig vergessen, dass es nicht um Politik ging und auch nicht um einen Vergleich mit Politik.
Ich kenne ja auch die Gegenargumente. Natürlich kann Sprache herabwürdigen, beleidigen und verletzen. Aber gerade im Wissen, dass ein Totschweigen der deutschen Geschichte fatale Folgen haben könnte, sollte man sich nicht aufregen, wenn das ein oder andere Bonmot auch fern der eigentlichen Bedeutung als geschichtlich interessantes und überprüfbares Mahnmal in die aktuelle und vielleicht zukünftige Sprache Einzug hält.
Natürlich ist es schade, dass damit das ein oder andere Mal das Wort „Reichsparteitag“ in positiven Zusammenhängen verwendet wird. Aber je weiter sich hier das Subjekt des Anstosses von der Intention des Benutzers entfernt, desto spannender werden die Aha-Erlebnisse derer sein, die der Verbindung auf den Grund zu gehen gedenken. Die, die z.B. diese Redewendung mit heimlicher Genugtuung verwenden, mal was Böses gesagt zu haben, das nicht unter einen Paragrafen gegen Volksverhetzung fällt, werden sich ohnehin Ersatzbefriedigungen suchen, bis man ihnen das Reden komplett verbietet.
Obwohl – oder gerade weil? – ich einfach nur locker aus dem Handgelenk schreibe, tut es mir weh, gelebte Sprache denen zu überlassen, die sie dann wirklich missbrauchen für ihre Instrumentalisierungen. Natürlich wurden Worte oft geschaffen, um Grenzen zu ziehen und Menschen auszuschließen. Aber wie schön ist es im Gegenzug zu sehen, dass die Sprache alleine auch wieder den Weg zurückfindet. Ist es nicht ein Erfolg der Aussöhnung, dass das böse Wort „Nigger“ in Amerika zunächst auch von den Schwarzen untereinander verwendet wurde, und sich inzwischen auch weiße Mittelstandkiddies mit HipHop-Ambitionen gegenseitig mit „Hey Nigger“ begrüßen?
Die Reflexe sitzen bei uns Linken tief. Verständlich, wollen wir doch eigentlich alles Übel im Ansatz bekämpfen. Wie oft hab ich hier im Blog schon ein „Gott sei Dank“ in „Glücklicherweise“ umgeschrieben, weil ich als überzeugter Atheist nicht mit Fanatikern um Worte streiten wollte. Aber es ist doch albern! Worte sind nur schlecht, weil sie in der Vergangenheit eine bestimmte Bedeutung haben. Was also nützt es, an dieser festzuhalten, und den Worten die Chance zu nehmen, auch positives zu vermitteln? Wie schön wäre es, eine unendliche Sprachfülle für positive Erlebnisse zu besitzen und eine vergleichsweise eingeschränkte für Negatives – anstatt umgekehrt?
Und bevor wir hier völlig vergessen, worum es ging: Es war wirklich ein grandioser Auftritt der deutschen Elf! Es hat Spaß gemacht, zuzusehen, und auch wenn mein Weltmeister-Favorit Uruguay bliebt, wünsche ich den Deutschen dennoch viel Erfolg, wenn sie so weiterspielen!
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Suchbegriffe gibt es heute quasi keine. Ich war einen guten Teil der Woche weg, die Anfragen waren zudem auch meist unwitzig. Und ich bin es gerade auch so halbwegs. Wenn ein Suchbegriff es auf den Punkt bringen könnte…
malade im bett sash
Volltreffer!
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Ja, haben wir nun also eine dreitägige Spritztour nach Süddeutschland hinter uns. Ich bin nun wieder in Berlin, und im Gegensatz zu Ozie, die leider ziemlich malade ihr Bett hütet, geht es mir den Umständen entsprechend gut. Mir ist das Sommerwetter zu warm und die letzten Tage waren anstrengend. Aber sonst ist alles ok!
Aber gut, ich habe eine neue Autovermietung aufgetan und ein neues Auto gefahren. Dachte, ich kann hier mal meine Erfahrungen kurz wiedergeben.
Die Autovermietung
Gemietet haben wir unsere Kiste bei Allround Autovermietung in unserer Marzahner Filiale. Entschieden haben wir uns für sie aus verschiedenen Gründen:
Verplanung:
Ein Tag vor der Abreise haben nicht alle Vermietungen noch Fahrzeuge. Von Auswahl ganz zu schweigen. Außerdem sind unsere Finanzen bunt gemischt, und Sixt beispielsweise hätte es nicht akzeptiert, wenn Ozie gezahlt hätte und ich Fahrer wäre.
Preis:
237 € für 3 Tage Auto in der Golfklasse ist nicht top. Aber auch nicht die Obergrenze. Zumal z.B. bei Robben & Wientjes der niedrige Preis auch mit null Service und stressigem Vorab-Besuch einhergeht und das auch der denkbar ungünstigste Normaltarif für unter der Woche ist. Für 50 € mehr hätte ich die Kiste 7 Tage haben können. Also nicht mit den Sparangeboten, sondern mit den Normalpreisen im Kleingedruckten der Konkurrenz vergleichen! Inzwischen auch schon recht selten: Die Kaution war mit 200 € nicht sonderlich hoch und problemlos in bar zu zahlen.
Bequemlichkeit:
Auch wenn bei 1500 km 30 mehr nichts ausmachen, halte ich es dennoch für nervig, ein Auto in Charlottenburg zu mieten, um dann das Gepäck in Marzahn zu holen. Die Nähe hat also auch eine Rolle gespielt.
Sympathie:
Zum einen wäre da die Homepage. Sie ist nicht sonderlich gut, aber wenigstens durchdacht und übersichtlich. Die gute Adresse lässt auf ein bisschen Geschäftssinn schließen, und grundsätzlich wäre schon einmal schön, wenn wenigstens jede Vermietung ihre Preise angeben würde und nicht nur irgendwelche Sondertarife.
Abgesehen davon waren sie am Telefon sehr freundlich, hilfsbereit und kundenorientiert.
Der Weg ist tatsächlich nicht weit von uns aus, allerdings empfielt sich eine Station mit der S-Bahn schon alleine, weil der direkte Fußweg keinen… ja Fußweg bietet. Die Filiale ist in einer Tankstelle untergebracht, ansonsten herrscht Zweckmäßigkeit vor. Die Angestellten haben alle kompetent gewirkt, und abgesehen davon, dass ich ein paar Minuten warten musste, war der protokollarische Teil easy und freundlich.
Ein paar Abzüge würde ich bei der Übergabe des Autos machen, da der eine dafür zuständige Mitarbeiter zumindest an diesem Tag ziemlich überfordert und kurz angebunden wirkte. Ich weiss nicht, ob es eine Ausnahme war, aber das Auto, das ich bekommen habe, war nicht geputzt und nicht vollgetankt. Für mich war das perfekt, da ich mir das Putzen nach dem Abgeben auch gerne spare, aber ich kann mir schon denken, dass der ein oder andere sich daran stören würde. Im Übrigen ging es aber nur um Staub auf der Scheibe und ein paar Krümel Erde im Fußraum. Also keine Katastrophe, ehrlich!
Die Schadensüberprüfung war kurz aber gewissenhaft, und runde 15 Minuten nach dem Erstkontakt war ich bereits mit der Kiste unterwegs.
Die Rückgabe beinhaltete zwar auch 5 Minuten Warten, aber die Tatsache, dass ich vor den offiziellen Öffnungszeiten da war, lassen mich hier nur Pluspunkte vergeben. Bezüglich des Tankfüllstandes zeigten sie sich kulant, wobei mir da auch das Auto einen Streich gespielt hat. Der Tank war exakt halb voll und ich hab extra noch für Pi mal Daumen einen Zehner getankt, um auf die „knapp Dreiviertelvoll“ zu kommen, die ich bei der Übernahme hatte. Just dabei machte der Zeiger allerdings gar nichts. Ich hab das Auto also mit halbleerem Tank abgegeben und mit einem Verweis darauf, dass das schwer einzuschätzen sei, wurde mir nur der ursprünglich ausgemachte Tarif berechnet. Das nenne ich fair!
Binnen 10 Minuten war also das Auto abgegeben, die Kaution wieder bei mir und alle Belege und dergleichen auch.
Mein Fazit: Anständige Vermietung mit einem guten Preis-/Leistungsverhältnis. Eher locker statt förmlich und eher für spontane Privatfahrten als geschäftliche Anliegen, würde ich aus dem Bauch heraus sagen. Ich denke, ich werde sie vielleicht nächstes Mal wieder wählen.
Das Auto
Gemietet haben wir ein Auto der Kategorie 4, und genau wie angekündigt war es ein Nissan Note. Ich hab nicht drauf geachtet, welche Motorenvariante wir hatten, aber meiner Einschätzung nach war es eher der 1,6l-Benziner.
Platzangebot:
Der Note wirkt von außen ziemlich klein, für 4 Personen ist er allerdings innen luxuriös groß. Ich schätze den Platz ähnlich ein wie bei meinem Zafira-Taxi. Ich hab als Fahrer mit meinen 2,03 Meter locker Platz gefunden. Mein Schienbein hat zwar ziemlich auf die Mittelkonsole gedrückt, aber das ist eine größentypische Beiläufigkeit, die immerhin recht erträglich ist durch die saubere Abrundung jener mich immer wieder bei allen Autos nervenden Kante. Da meine Mitfahrer auf der rechten Seite sich eher darum gestritten haben, wer mehr Platz hat, nicht wer mehr will, nehme ich an, dass es auch hinten noch ausreichend davon gab. Manko bleibt der Kofferraum, der durch seine meines Erachtens nach unsinnige Zweiteilung erheblich an Attraktivität einbüßt, wenn man mehr als nur Handgepäck hat. Der zugängliche Teil hat gerade mal unsere Reisetasche gefasst und die Iso-Matten mussten wir schon ins untere Fach packen. Für uns war es ok, die Familientauglichkeit stelle ich allerdings in Frage.
Design:
Naja, sagen wir es so. Trotz aller Erwartungen ist es doch kein Transformer gewesen, der sich zu einem bewaffneten Metallfrosch entfaltet hat.
Verbrauch:
Dank meist eingeschalteter Klimaanlage und gelegentlichem Ausfahren auf der Autobahn sind wir auf einen erschreckenden Verbrauch von fast 9 Litern Super auf 100 Kilometer gekommen. Vielleicht hab ich ausnahmsweise mal wirklich alles falsch gemacht, aber mit so viel hatten wir nicht gerechnet!
Fahrverhalten:
Für mich als Fahrer von schweren und schwach motorisierten Fahrzeugen war der Note ein ziemlich quirliges Kerlchen. Im Vergleich zu meinem Taxi war er geradezu spurtstark und sehr wendig und direkt beim Lenken. Allerdings liegt seine Stärke eben auch deutlich im langsamen Verkehr. Testweise habe ich ihn zwar auf fast 180 km/h gebracht, aber ab 150 verliert er seine Gutmütigkeit, und sowohl sein hohes Profil als auch sein relativ geringes Gewicht machen ihn zu Seitenwindanfällig, als dass das Fahren so noch Spaß macht. Bis 130 ist es aber ein wirklich netter Begleiter auf der Straße.
Ausstattung / Verarbeitung:
Ein Wort: Spielzeug! Beim Schließen der Heckklappe vermutet man ein altes Kassettendeck zuzumachen. Ein bisschen Blech und sonst nichts. Der Innenraum ist bewusst „flippig“ modern gehalten, was ich schade finde, da die ein oder andere Rundung auf Kosten von Ablagenfläche und dergleichen geht. Schmalhans ist Küchenmeister, es dominieren Plastik und billige Stoffe – wobei zu erwähnen ist, dass ich die Sitze auch für die Langstreckenfahrt sehr bequem fand. Ein Radio ohne Navi, dafür völlig irrwitzigerweise mit einem 6-fach-CD-Wechsler (der leider keine mp3-CD’s schluckt) mit einem mäßigen Soundsystem wissen nicht arg zu überzeugen. Clever fand ich jedoch das Fach ganz oben auf der Mittelkonsole, in dem gleich ein Aux-Anschluss installiert ist, sodass man mitgebrachte CD-, mp3- oder sonstige Player dort unsichtbar hineinlegen und anschließen kann. Mit einem kleinen Nachteil: Ich hab einen Tag mein Handy drin liegen lassen und die Temperatur da drin hätte fast ausgereicht um die Tasten schmelzen zu lassen… also eher was für den Winter.
Mein Fazit: Es ist eine nette Kiste für eine schnelle Spritztour, aber nix für Reisen mit viel Gepäck oder hoher Reisegeschwindigkeit. Als Low-Budget-Mietwagen in Ordnung, privat würde ich lieber ein bisschen mehr Geld investieren und ein richtiges Auto kaufen 😉
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Keine Sorge, irgendwann lasse ich euch in Ruhe mit dem Gerichtsmist…
Aber es ist tatsächlich ein seltsames Gefühl, wenn sich sowas so ewig hinzieht und dann plötzlich vorbei ist. Bei Ozie und mir sind Erinnerungen wachgeworden ans Abi, ich hab auch an die Taxiprüfung oder an den Führerschein denken müssen. Man strengt sich bei etwas bestimmten extra an, es dauert ewig, bestimmt regelmäßig einen Großteil der Gedanken und irgendwann findet man sich damit ab, dass es so wohl irgendwie immer weitergeht. Ein Schuljahr folgte aufs nächste, eine vergurkte Ortskundeprüfung auf die andere, ebenso wie die Briefe vom Gericht.
Und dann auf einmal heisst es: Das war es! Fertig! Erfolgreich!
Die wichtigsten Zwischenschritte im Leben erfolgen manchmal mit der kühlsten Emotionslosigkeit. Meine Führerscheinprüfung habe ich nach ewigem Zittern und zwei kapitalen Fehlern zu Beginn nach einer Dreiviertelstunde (ich bin der Einzige in meinem Bekanntenkreis, bei dem die die Zeit ausgenutzt haben) mit dem Abstellen des Wagens beendet und der Prüfer meinte lapidar:
„Unterschreiben sie bitte hier, dass sie ihren Führerschein erhalten haben.“
Bei der Ortskundeprüfung klang das ähnlich. Das Wort „bestanden“ fiel nie. Mein Abi war eine Ausnahme, da waren die letzten Worte eines Prüfers:
„Mir scheint, sie waren sich nicht bewusst, dass sie sich vor einem Prüfungsausschuss des Abiturs befunden haben!“
Aber sei es drum. Vor Gericht – auch wenn das Verfahren natürlich nicht wirklich so wichtig wie Abi oder Taxischein war – das Gleiche: Es wurde zu Protokoll gegeben, dass die Gegenseite die Klage anerkennt. Blablabla. Kein Wort von Recht, von Gerechtigkeit, von Sieg oder Niederlage. Ein paar Sätze, ein paar Zahlen, der nächste bitte!
Es dauert eine Weile, bis man begreift, dass es das wirklich war. Klar, ein bisschen was haben wir noch vor uns. Wir werden uns wahrscheinlich noch im Kostenfestsetzungsverfahren ein wenig kabbeln, wie viele meiner außergerichtlichen Auslagen Dieter tragen muss. Aber da geht es nachher um 100 € hin oder her, nicht ernstlich um Recht und Gerechtigkeit.
Aber sonst ist es vorbei. Ich bin auch gefasst genug, um heute schon wieder zu meckern über das Ergebnis. Denn wenn ich die Wahl gehabt hätte, dann hätte ich gerne ein Urteil mit Begründung gehabt, eines, bei dem den beiden mal der Kopf gewaschen wird und bei dem ihnen klar wird, dass sie wirklich im Unrecht sind. Ein wenig frustrierend ist es schon, dass sie als arme Opfer einer total fiesen destruktiven WG aus dem Gerichtssaal gewatschelt sind und ja bloß angenommen haben, um den Schaden zu begrenzen.
Der Prozess an sich war ja nicht nur ein Streit ums Geld. Klar, vorrangig, und wirklich unzufrieden bin ich nicht. Die nicht erfolgte Demütigung der beiden ist mit den vorläufig grob geschätzten 1800 €, die irgendwann ihren Weg zu uns finden werden, ganz gut zu ertragen. Aber das Weltbild der beiden… da sieht es wirklich nicht gut aus.
Jetzt standen wir am Ende da und haben uns unter anderem darüber unterhalten, dass eine Duschtüre beschädigt war und der Schaden mit 76,16 € zu beziffern ist. Schon dreist eigentlich, zu erwarten, dass ich das ernst nehme. Ich habe diese Dusche mit der kaputten Türe dreieinhalb Jahre in diesem Zustand benutzt. Wie hoch ist der Geldwert dafür, ein halbes Jahr lang mit einer Taschenlampe durchs Treppenhaus zu gehen, weil das Licht abgeschaltet ist?
Ob die geschätzten 2000 bis 3000 €, die meinen Ex-Vermietern jetzt auf dem Konto fehlen werden, nachdem sie alle Rechnungen bezahlt haben, sie wirklich treffen, weiss ich nicht. Sie besitzen 2 Häuser, etliche Autos, aber sind wahrscheinlich auch hoch verschuldet. Keine Ahnung, wie sich dieser Prozess da auswirkt. Auf unser WG-Konto jedoch… holla die Waldfee!
Natürlich hab ich in all der Zeit auch viel über unsere Verfehlungen in der ganzen Sache nachgedacht. Natürlich haben wir als WG dort eine Menge Schäden angerichtet. Manches fällt unter die Kategorie „Normaler Verschleiss“, andere Dinge hätten wir sicher pfleglicher behandeln können. Das ist die Seite, die unsere Vermieter sehen. Dem gegenüber stehen nach meiner Rechnung 55.670 €, die wir im Laufe der Jahre gezahlt haben. Davon sind runde 10.000 € Nebenkosten gewesen, bleiben etwa 45.000 € Miete und eine Reparatur der Haustüre. Mir ist klar, dass da Unsummen an Steuern und sonstigen Abgaben, Rückzahlungen etc. abgeht, die nicht bei den beiden verblieben sind.
Aber was an Geld davon in die Wohnung zurückgeflossen ist, würde ich mit maximal 500 € an Materialwert beziffern und vielleicht nochmal 500 € an Arbeitszeit. Wenn man Dieters Arbeit (wie er es bei der Rechnung für die kaputte Türe gemacht hat) wie die seines Vaters mit 25 € pro Stunde berechnet und die seiner Söhne mit 15 €. Das war es! Davon abgesehen, dass ein paar von uns als Mieter bei der Renovierung zu Beginn wochenlang mitgearbeitet haben, und so Kleinigkeiten wie den Anstrich, das Verlegen des Küchenbodens und das Abschleifen von Holzböden gegen eine Verminderung der Kaution (also de facto für umme) unter der Anleitung der Vermieter zumindest teilweise selbst übernommen haben.
Die Vermieter-Interessenvertretungen schimpfen oftmals (es gab z.B. vor einem Jahr einen miesen Artikel im Spiegel über Mietnomaden), dass die Gesetze zu mieterfreundlich, bzw. vermieterfeindlich wären. Wir hatten hier natürlich auch Glück bezüglich der Verjährungsfristen und hätten es auch bezüglich der Schönheitsreparaturen gehabt. Aber ist das ungerecht? Ich meine, wir mögen keine vorbildlichen Mieter gewesen sein. Auch bei uns kam die Miete mal verspätet und zu laut waren wir auch oft. Aber unsere Vermieter waren definitiv die mit den revolutionäreren Rechtsauslegungen. Was sind die Rechte und Pflichten im Mieter- und Vermieter-Rechtsverhältnis? Und wer leidet im Streitfall am meisten. In erster Linie muss man als Mieter zahlen und darf als Vermieter kassieren. Das kann man jetzt toll finden oder nicht, Tatsache ist aber, dass der Vermieter zunächst einmal Wohnraum zur Verfügung stellen muss, der eine Bezahlung rechtfertigt. Miete ist doch keine gottgegebene Einnahmequelle mit null Gegenwert. Und als Mieter bezahle ich meinen Vermieter doch nicht dafür, dass einer seiner Vorfahren im Mittelalter mal ein Haus gebaut hat – sondern dafür, dass das Haus in dem Moment, für den ich Miete zahle, bewohnbar ist. Dass der Vermieter dabei seinen Gewinn abschöpft, das können wir gegenwärtig mal völlig in Ordnung finden – aber ohne Gegenleistung ist das eben nicht drin.
Und was die Bevorteilung angeht: Als Mieter insbesondere mit begrenztem Budget hat man nicht immer die Freiheit, mal eben zu sagen: Dann nicht! Wo hätten wir in Stuttgart mit 5 Leuten eine Bude gekriegt, die pro Person nur rund 200 € kostet?
Wir haben Dieter Geld geschenkt. Und zwar nicht zu knapp. Die Miete bewegte sich trotz minimaler Gegenleistung in einem Bereich, der im deutschen Gesetz die Grenze zwischen Mietpreisüberhöhung und Mietwucher markiert. Das ist der Übergang zwischen Ordnungswidrigkeit und Straftat. Nicht zwischen „Noch ok“ und „Vielleicht nicht so nett“.
Alleine weil ich das hier schreibe, könnte jeder auf Verdacht Dieter verklagen! Vielleicht mit mäßiger Aussicht auf Erfolg, weil es wirklich grenzwertig war, aber ich hätte ihm diese Klage gleich noch mit an den Hals hängen können. Aus purer Lust an der Freude! Ein Gutachter in diesen Wohnungen? Ey, sowas hat man selbst bei RTL bisher in den Assi-Dokus nicht gesehen!
Und ich habe es nicht getan. Teils aus Faulheit, teils weil ich mich nicht über stillschweigende Vereinbarungen hinwegsetzen möchte. Wir hatten unseren Spaß in der WG, und ja, wir hatten ihn auch mit Dieter und all seinen Unzulänglichkeiten! Ich weiss nicht, welche der beiden Geschichten ich irgendwann meinen Kindern erzählen werde. Die vom netten Vermieter, der nichts auf den Plan gekriegt hat – oder die von dem Assi, der uns ausgezogen hat, und dann mit Falschaussagen vor Gericht auch noch unsere letzten paar Cent haben wollte. Das werden wohl die nächsten Jahre zeigen.
Einen Dank muss ich allerdings an meine Ex-Vermieter richten:
Ich habe sehr viel gelernt bei diesem Verfahren und es tut meinem Ego so richtig gut, mich gegen einen professionellen Juristen alleine (also natürlich mit rund 80% Beteiligung von Ozie) durchgesetzt zu haben. Das Wissen, dass auch die große Justiz nur mit Wasser kocht und man bisweilen tatsächlich Recht kriegt, nur weil das Gesetz es will und nicht, weil man den besseren Anwalt hat (obwohl Ozie hier definitiv besser als der Profi der Gegenseite war), das ist wahrscheinlich unersetzlich.
Im Gegenzug ist es aber auch bedenklich, wie viele Lügen vor Gericht möglich sind, ohne dass das geahndet wird. Traurig, ehrlich! Und so gesehen auch eine Lehre. Na gut, viel Geschwurbel um nichts. Abschließendes Fazit?
„Ooooooch, mein aaaaaarmer Vermieter!“
😉
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